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(11) |
EP 0 799 348 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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12.05.1999 Patentblatt 1999/19 |
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Anmeldetag: 14.12.1995 |
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/DE9501/791 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9619/615 (27.06.1996 Gazette 1996/29) |
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VERFAHREN ZUR ERFASSUNG UND BEEINFLUSSUNG DER QUERPROFILE BESTIMMTER EIGENSCHAFTEN
VON PAPIERBAHNEN UND ZUGEHÖRIGE ANORDNUNG
PROCESS AND DEVICE FOR DETECTING AND INFLUENCING TRANSVERSALLY GIVEN PROPERTIES OF
PAPER WEBS
PROCEDE ET DISPOSITIF PERMETTANT DE DETECTER ET DE MODIFIER DANS LE SENS TRANSVERSAL
CERTAINES PROPRIETES DETERMINEES DE BANDES DE PAPIER
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE DK ES FR GB GR IE IT LI NL PT SE |
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Priorität: |
19.12.1994 DE 4445260
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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08.10.1997 Patentblatt 1997/41 |
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Patentinhaber: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT |
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80333 München (DE) |
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Erfinder: |
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- ADAMY, Jürgen
D-91338 Igensdorf (DE)
- GRAF, Clemens
D-91058 Erlangen (DE)
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 401 188 WO-A-88/05099 DE-A- 4 005 281 DE-A- 4 221 031
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EP-A- 0 408 894 WO-A-92/20861 DE-A- 4 008 282 DE-C- 3 827 084
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- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 15 no. 172 (P-1197) ,30.April 1991 & JP,A,03 037556
(MITSUBISHI HEAVY IND LTD) 18.Februar 1991,
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Erfassung und Beeinflussung der
Querprofile bestimmter Eigenschaften von Papierbahnen, wie insbesondere Faserorientierung
bzw. Formation, Opazität, Flächengewicht und/oder Schrumpfung. Daneben bezieht sich
die Erfindung auch auf die zugehörige Anordnung zur Durchführung dieses Verfahrens
zur Verwendung bei Papiermaschinen.
[0002] Für die Qualität von Papier ist unter anderem die Gleichmäßigkeit der Papiereigenschaften
quer zur Produktionsrichtung maßgeblich. Die ortsabhängigen Verläufe der Papiereigenschaften
quer zur Produktionsrichtung werden Querprofile genannt. Die Überwachung und Regelung
der Papiereigenschaften erfordern eine Messung dieser Querprofile.
[0003] Aus der EP-A-0 408 894 ist ein Verfahren zur Regelung und online-Messung der Faserorientierung
in einer fotlaufbenden Papierbahn einer Papiermaschine bekannt, bei der ein Querprofil
der Faserorientierung als Sollwert vorgegeben wird, das Flächengewicht fortlaufend
gemessen wird und durch Änderung des lokalen Flächengewichtes das Querprofil der Faserorientierung
an die Sollwertkurve angepaßt wird. Somit kann das Querprofil der Faserorientierung
durch Steuerung der Einstellspindeln am Stoffauflauf unter Veränderung des Flächengewichtes
des Papiers optimiert. Weiterhin ist aus der JP-A-3037556 eine Anordnung zur Messung
der Papierqualität bekannt, bei dem die Faserorientierung optisch gemessen, die Videobilder
digitalisiert werden und durch eine Frequenzanalyse der Digitalbilder eine Meßkurve
für das Verhältnis der Faseranteile in Papierlaufrichtung und Papierquerrichtung erhalten
wird.
[0004] Bei Anpassung des Querprofils der Faserorientierung an eine ideale Sollkurve ergeben
sich also zwangsläufig bisher störende Änderungen im Flächengewicht. Angestrebt wird,
die einzelnen Eigenschaften der Papierbahn unabhängig voneinander zu optimieren. Gemäß
der Veröffentlichung "Das Papier" (1993), Nr. 10A, S. V150 - V155, sind dafür neuartige
Aktoren entwickelt, die unmittelbar am Stoffauflauf eingreifen.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es daher, Verbesserungen in der Einstellung zumindest des
Querprofils der Faserorientierung vorzuschlagen und eine zugehörige Anordnung zu schaffen.
[0006] Die Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zumindest die Faserorientierung
fortlaufend quantitativ gemessen und zur Regelung des Querprofils der Faserorientierung
über die Papierbahn beim Betrieb einer Papiermaschine herangezogen wird, wobei das
Querprofil der Faserorientierung unabhängig vom Querprofil des Flächengewichtes beeinflußt
wird. Gegebenenfalls werden neben der Faserorientierung gleichzeitig Formation, Opazität,
Flächengewicht und/oder Schrumpfung gemessen und deren Querprofile bestimmt. Dazu
wird vorzugsweise ein über die Papierbahn traversierender Meßkopf verwendet, der neben
spezifischen Sensoren eine optische Kamera aufweist. Eine solche Kamera ist insbesondere
eine sogenannte CCD-Kamera.
[0007] Durch ein geeignetes Auswerteverfahren von fortlaufenden Kameraaufnahmen der Papierbahn
mittels Mustererkennungsverfahren od. dgl. wird nunmehr direkt eine insbesondere für
die Faserorientierung der Papierbahn signifikante Meßgröße erhalten, aus der durch
Vergleich mit einem vorgegebenen Sollwertprofil ein Regelsignal ableitbar ist. Damit
können im Gegensatz zum angegebenen Stand der Technik komplette Faserorientierungsquerprofile
ausgeregelt werden.
[0008] Bei der zugehörigen Anordnung wird mit den vom Meßkopf erhaltenen Signalen ein Regelkreis
für die Faserorientierung zur Regelung des Faserorientierungsquerprofils am Stoffauflauf
der Papiermaschine betrieben, wobei ein solcher Regelkreis aus einem sogenannten Formationsregler,
einer Einheit zum sogenannten Mapping der Papierbahn, einer Regelstrecke und einer
Einheit mit zugehöriger Sensorik gebildet.
[0009] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Figurenbeschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung in Verbindung mit
den weiteren Ansprüchen. Es zeigen in jeweils schematischer Darstellung
- Figur 1
- die Draufsicht auf eine Papierbahn mit einem zugehörigen Meßkopf zur Vermessung,
- Figur 2
- in Seitenansicht das Prinzip einer Lichttransmissionsmessung mit zusätzlicher Lichtquelle,
- Figur 3
- ein Diagramm zur Definition der Faserorientierung bei Papierbahnen sowie der diesbezüglichen
Meßgröße und
- Figur 4
- ein Blockschaltbild eines Formationsregelkreises.
[0010] Die Figuren werden teilweise gemeinsam beschrieben.
[0011] In Figur 1 und Figur 2 kennzeichnet 1 eine Papierbahn mit der Breite b, welche sich
vom Stoffauflauf einer in den Figuren nicht im einzelnen dargestellten Papiermaschine
in x-Richtung als Papierlaufrichtung bewegt. Die Breite b der Papierbahn 1 kann zwischen
3 und 10 m liegen und insbesondere 5 m betragen. Die Geschwindigkeit der Papierbahn
in x-Richtung beträgt beispielsweise 1500 m/min. Auf der Papierbahn 1 befindet sich
berührungslos im Abstand ein Meßkopf 10. In dem Meßkopf 10 sind alle Sensoren zur
Messung der Papiereigenschaften räumlich zusammengefaßt.
[0012] Zur Erfassung von Querprofilen bestimmter Eigenschaften der Papierbahn 1 wird der
Meßkopf 10 über die fertige Papierbahn 1 unmittelbar vor derem Aufwickeln zu einem
Coil hin- und herbewegt. Der Meßkopf 10 führt also eine mit der Zeit t traversierende
Bewegung aus. Wegen der Relativbewegung der Papierbahn 1 in x-Richtung legt der Meßkopf
10 insgesamt einen zickzackförmigen Weg auf der Papierbahn 1 zurück.
[0013] Üblicherweise beinhaltet der Meßkopf 10 eine Mehrzahl von vom Stand der Technik bekannten
Sensoren, auf die hier nicht im einzelnen eingegangen wird. Zu den im Meßkopf 10 bereits
vorhandenen Sensoren ist speziell eine optische Kamera 11 hinzugefügt. Als optische
Kamera wird vorteilhafterweise eine sogenannte CCD-Kamera (
charge
coupled
device) mit elektronischen Speichern verwendet.
[0014] Durch die so konzipierte Kamera 11 ist die gleichzeitige, aber voneinander unabhängige
Messung der Querprofile von verschiedenen Papiereigenschaften möglich und zwar insbesondere
von
- Faserorientierung
- Formation
- Opazitat und Flachengewicht
- Schrumpfung.
[0015] Im einzelnen haben die angegebenen Eigenschaften folgende Bedeutung: Die Faserorientierung
ist wesentlich für den Grad der Faservernetzung in der Papierbahn. Da die Faservernetzung
die Festigkeit der Papierbahn 1 bestimmt, ist man oft bestrebt, einerseits eine gute
und andererseits eine gleichmäßige Faservernetzung zu erreichen. In bestimmten Fallen
möchte man der Faserorientierung auch eine Vorzugsrichtung geben, um so bestimmte
mechanische Eigenschaften zu erzielen. Dazu muß die Faserorientierung im einzelnen
lokal auf der Papierbahn 1 erfaßt und beeinflußt werden.
[0016] Mit einer Anordnung gemäß den Figuren 1 und 2 wird eine verwertbare Messung der Faserorientierung
anhand einer Kameraaufnahme erreicht. Damit ergibt sich ein Bild an der jeweiligen
Meßstelle. Durch eine geeignete Auswertung läßt sich die Faserorientierung quantitativ
messen und beispielsweise ein Anisotropiefaktor definieren.
[0017] In Figur 3 ist ein Meßergebnis für eine Papierbahn mit mittlerer Faserorientierung
dargestellt. Dabei ist auf der Abszisse der Winkel der Faserorientierung und auf der
Ordinate die relative Häufigkeit aufgetragen. Der Winkel von 90° zeigt hierbei in
Laufrichtung der Maschine (MR), die Winkel 0 und 180° zeigen in die diesbezügliche
Querrichtung (QR) also senkrecht dazu. Der Anisotropiefaktor ergibt sich als Verhältnis
der Häufigkeit in Maschinenrichtung MR zur Häufigkeit in Querrichtung QR. Ist die
Faserorientierung für alle Winkel gleich, ergibt sich ein Anisotropiefaktor von 1.
Im Beispiel der Figur 3 liegt der Anisotropiefaktor > 1, bei; spielsweise 1,5, was
bedeutet, daß eine Vorzugsrichtung der Faserorientierung in Laufrichtung der Papierbahn
1 besteht.
[0018] Um ein für Regelzwecke verwertbares Signal zu erhalten, muß der Faserorientierung
fortlaufend und quasi-kontinuierlich gemessen werden. In vorteilhafter Weise wird
der Grad der Faserorientierung und/oder -vernetzung durch eine an der Kameraaufnahme
lokal durchgeführte Mustererkennung bestimmt. Dafür eignen sich beispielsweise neuronale
Netze.
[0019] Als Formation wird dagegen die kleinflächige uneinheitliche Verteilung der Fasermasse
in der Papierbahn 1 mit stellenweise Anhäufung bzw. Verdünnung bezeichnet. In der
Praxis kann sie aufgrund einer sog. Wolkigkeit bei der Durchsicht des Papiers vor
einer hell leuchtenden Fläche beurteilt werden. Die Formation kann also ebenfalls
optisch erfaßt werden, wobei ein Zusammenhang mit der Faserorientierung bestehen kann.
[0020] Als Opazität wird die Durchscheinbarkeit von Papier bezeichnet. Sie wird durch eine
Lichttransmissionsmessung bestimmt, bei der die Intensität des durch das Papier hindurchgedrungenen
Lichtes gemessen wird. Für diese Messung wird gegenüber der Kamera 11 auf der anderen
Papierseite der Papierbahn 1 eine Lichtquelle angebracht. Letzteres ist im einzelnen
aus Figur 2 ersichtlich, daß der Meßkopf 10 mit der Kamera 11 hin- und hertraversiert
und eine Einheit 15 mit einer Lichtquelle unterhalb der Papierbahn 1 entsprechende
traversierende Bewegungen ausführt.
[0021] Als Flächengewicht bezeichnet man die flächenbezogene Masse der Papierbahn 1, wobei
diese Größe in g/m
2 angegeben wird. Auch das Flächengewichtsquerprofil kann bei durchscheinendem Papier
ebenfalls durch eine Lichttransmissionsmessung mit der Kamera 11 bestimmt werden.
Üblicherweise wird nicht der Absolutwert des Flächengewichtes erfaßt, sondern nur
der mittelwert freie Verlauf des Flächengewichtsquerprofils anhand der Helligkeitsschwankungen
wiedergegeben.
[0022] Die Schrumpfung ergibt sich zwangsläufig bei der Papierherstellung: Im Trocknungsbereich
der Papiermaschine wird der Papiermasse Wasser entzogen, indem die Papierbahn 1 über
mit Dampf beheizte Metallwalzen geführt wird. Durch die Trocknung kann sich eine ungleichmäßige
Schrumpfung der Papierbahn 1 über seine Breite b ergeben. Wenn sich die Stellglieder
für Flächengewicht und Faserorientierung vor der Trocknungspartie befinden, verändert
die Schrumpfung unerwünschterweise die Wirkungsorte dieser Stellglieder.
[0023] Eine Regelung des Faserorientierungsquerprofils an der Papierbahn 1 erfordert die
Kenntnis über die Zuordnung jedes Stellgliedes zu seinem Wirkungsort im fertigen Papier.
Diese Zuordnung wird üblicherweise "Mapping" genannt. Durch die traversierende Kamera
11 kann insgesamt ein Bild über die gesamte Breite der Papierbahn 1 erzielt werden.
In stochastischen Unregelmäßigkeiten auf der Oberseite der Papierbahn 1 ist der Abdruck
von regelmäßigen Siebmarkierungen enthalten.
[0024] In der Veröffentlichung "Das Papier" (1990), Nr. 10, S. 529 - 537, ist im einzelnen
eine Methodik zur Bestimmung des Schrumpfungsquerprofils beschrieben: Eine zweidimensionale
schnell Fourier-Transformation (FFT = fast fourier transformation), die auf die Bildpunkte
der Papieroberseite angewendet wird, liefert deutlich die zu den Siebmarkierungen
gehörigen Spektrallinien. Eine Rücktransformation dieser Spektrallinien ergibt die
unverrauschte Siebstruktur auf der geschrumpften Papierbahn 1. Durch Vergleich mit
der bekannten Geometrie der Siebmarkierungen erhält man das Schrumpfungsquerprofil.
Das Schrumpfungsprofil kann z.B. dafür verwandt werden, um das Mapping durchzuführen.
[0025] Bei bisher verwendeten Stoffaufläufen wird üblicherweise keine unabhängige Regelung
von Flächengewichts- und Faserorientierungsprofil durchgeführt. Man beschränkt sich
auf die Regelung des Flächengewichtes als der wichtigeren der beiden Größen. Wegen
steigender mechanischer Beanspruchungen beim Verarbeiten und Benutzen von Papier hat
sich neuerdings die Forderung sowohl nach einem möglichst gleichmäßigen als auch auf
Wunschwerte einstellbaren Faserorientierungsquerprofil verstärkt. Bei den in der eingangs
genannten Veröffentlichung vorhandenen Stellgliedern für die Vorgabe der Faserorientierung
wird das Querprofil nicht geregelt, sondern werden die einzelnen Stellglieder ohne
direkte Rückkopplung eingestellt. Dafür sind im allgemeinen spezifische Erfahrungswerte
notwendig.
[0026] Aufgrund des anhand Figur 1 und Figur 2 im einzelnen beschriebenen Meßkopfes 10 mit
Kamera 11 ergibt sich bei geeignet ausgebildeten Stoffaufläufen die Möglichkeit, die
genau ermittelten Querprofile unabhängig voneinander zu beeinflussen und auszuregeln.
Nunmehr kann man geeignete Stellglieder zur Vorgabe des Faserorientierungsquerprofils,
das entsprechend der Figur 1 und 2 gemessen und online durch Mustererkennung ausgewertet
wird, verwenden. Das Vorhandensein von Stellgliedern und Sensorik ermöglicht somit
den Aufbau einer Regelungeinrichtung des diesbezüglichen Querprofils für den praxisgerechten
Einsatz bei Papiermaschinen.
[0027] In Figur 4 besteht ein kompletter Regelkreis 3 für die Faserorientierung im einzelnen
aus einem Faserorientierungsregler 31, einer Mapping-Einheit 32, einem Stellglied
33, einer Regelstrecke 34 und einer Sensorikeinheit 35. Diese Einheiten sind jeweils
nur schematisch ("black boxes") dargestellt, wobei die Signalrückführung zum Vergleichspunkt
30 erfolgt.
[0028] Durch die fortlaufende Messung der Faserorientierung ist eine Rückkopplung der ermittelten
Querprofilsignale und Aufschaltung auf einen Reglervergleichspunkt 30 möglich. Dabei
berücksichtigt gleichermaßen die Mapping-Funktion der Einheit 32 die durch Schrumpfung
verursachte Änderung der Zuordnung von Stellglied 33 zur diesbezüglichen Stellgliedwirkung.
[0029] Insgesamt kann somit die im anderen Zusammenhang bereits vorgeschlagene Beeinflussungsmöglichkeit
der Faserorientierung durch die angegebene quantitative Messung der Faserorientierung
zum Aufbau einer Komplettregelung ergänzt werden. Gleichermaßen können auch die anderen
signifikanten Eigenschaften bei Papierbahnen, wie Formation, Opazitat und Flachengewicht
bei Berücksichtigung der Schrumpfung in den Regelvorgang eingebunden werden.
1. Verfahren zur Erfassung und Beeinflussung von Querprofilen bestimmter Eigenschaften
von Papierbahnen, wie insbesondere Faserorientierung bzw. Formation, Opazität, Flächengewicht
und Schrumpfung, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest die Faserorientierung der Papierbahn fortlaufend quantitativ gemessen
und zur Regelung des Querprofils der Faserorientierung über die Papierbahn beim Betrieb
einer Papiermaschine herangezogen wird, wobei das Querprofil der Faserorientierung
unabhängig vom Querprofil des Flächengewichtes beeinflußt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß neben der Faserorientierung und Flächengewicht gleichermaßen Formation, Opazität
und Schrumpfung der Papierbahn gemessen und deren Querprofile bestimmt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein über die Papierbahn traversierender Meßkopf verwendet wird, der neben spezifischen
Sensoren eine optische Kamera aufweist.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Kamera eine sog. CCD-Kamera verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur quantitativen Messung der Faserorientierung und/oder Formation eine Mustererkennung
der Kameraaufnahmen durchgeführt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Mustererkennung mittels neuronaler Netze erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Regeleingriff am Stoffauflauf der Papiermaschine erfolgt.
8. Verfahren nach Anspruch 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß als Stellglied für die Faserorientierung ein Aktor zur Formationsbeeinflussung
verwendet wird.
9. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder einem der Ansprüche
2 bis 9 zur Verwendung bei Papiermaschinen, wobei eine Regeleinheit zur Regelung des
Querprofils der Faserorientierung am Stoffauflauf der Papiermaschine vorhanden ist,
dadurch gekennzeichnet, daß der Regelkreis (3) aus einem Regler (31) für die Faserorientierung, einer Einheit
(32) zum sog. Mapping der Papierbahn (1), einem Stellglied (33), einer Regelstrecke
(34) und einer Einheit mit zugehöriger Sensorik (35) besteht.
10. Anordnung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß Faserorientierungregler (31), Einheit zum Mapping (32), Stellglied (33), Regelstrecke
(34) und Sensorik (35) hintereinandergeschaltet sind und daß deren Ausgangssignal
auf den Reglervergleichspunkt (30) des Regelkreises (3) zurückgekoppelt ist.
1. Method for detecting and influencing transverse sections of certain properties of
paper webs, such as, in particular, fibre orientation or formation, opacity, basis
weight and shrinkage, characterised in that at least the fibre orientation of the
paper web is continuously quantitatively measured and used to regulate the transverse
section of the fibre orientation over the paper web during the operation of a paper
machine, with the transverse section of the fibre orientation being influenced independently
of the transverse section of the basis weight.
2. Method according to claim 1, characterised in that in addition to the fibre orientation
and basis weight, the formation, opacity and shrinkage of the paper web are also measured
and the transverse sections thereof determined.
3. Method according to claim 1 or claim 2, characterised in that there is used a measuring
head, which traverses over the paper web and, in addition to specific sensors, has
an optical camera.
4. Method according to claim 3, characterised in that a so-called CCD camera is used
as a camera.
5. Method according to claim 1 or 2, characterised in that for the quantitative measurement
of the fibre orientation and/or formation, a pattern recognition of the camera pictures
is carried out.
6. Method according to claim 5, characterised in that the pattern recognition takes place
by means of neuronal networks.
7. Method according to claim 6, characterised in that the control intervention takes
place at the headbox of the paper machine.
8. Method according to claims 7 and 8 (sic), characterised in that an actuator for influencing
the formation is used as a final controlling element for the fibre orientation.
9. Arrangement for carrying out the method according to claim 1 or one of claims 2 to
9 (sic) for use in paper machines, wherein a control unit for regulating the transverse
section of the fibre orientation is present at the headbox of the paper machine, characterised
in that the control loop (3) comprises a controller (31) for the fibre orientation,
a unit (32) for so-called mapping of the paper web (1), a final controlling element
(33), a controlled system (34) and a unit having associated sensor technology (35).
10. Arrangement according to claim 11 (sic), characterised in that the fibre orientation
controller (31), the unit for mapping (32), the final controlling element (33), controlled
system (34) and sensor technology (35) are connected in series, and in that the output
signal thereof is looped back to the control check point (30) of the control loop
(3).
1. Procédé pour détecter et influencer des profils transversaux de propriétés déterminées
de bande de papier, comme notamment l'orientation des fibres ou la formation, l'opacité,
le grammage et le tassement, caractérisé en ce que l'on mesure en continu quantitativement
au moins l'orientation des fibres de la bande de papier et en ce que l'on en tire
partie pour réguler le profil transversal de l'orientation des fibres sur la bande
de papier lors du fonctionnement d'une machine à papier, le profil transversal de
l'orientation des fibres étant influencé indépendamment du profil transversal du grammage.
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que l'on mesure outre l'orientation
des fibres et le grammage, de la même manière la formation, l'opacité et le tassement
de la bande de papier et en ce que l'on détermine leurs profils transversaux.
3. Procédé suivant la revendication 1 ou la revendication 2, caractérisé en ce que l'on
utilise une tête de mesure qui traverse la bande de papier et qui comporte, outre
des capteurs spécifiques, une caméra optique.
4. Procédé suivant la revendication 3, caractérisé en ce que l'on utilise comme caméra
ce que l'on appelle une caméra CCD.
5. Procédé suivant la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que, pour mesurer quantitativement
l'orientation des fibres et/ou la formation, on effectue une reconnaissance de modèles
des prises de vue de la caméra.
6. Procédé suivant la revendication 5, caractérisé en ce que l'on effectue la reconnaissance
de modèles au moyen de réseaux neuronaux.
7. Procédé suivant la revendication 6, caractérisé en ce que l'on effectue l'intervention
de régulation à l'arrivée de matériaux de la machine à papier.
8. Procédé suivant les revendications 7 et 8, caractérisé en ce que l'on utilise comme
organe réglant pour l'orientation des fibres un activateur servant à influencer la
formation.
9. Dispositif pour mettre en oeuvre le procédé suivant la revendication 1 ou l'une des
revendications 2 à 9, pour utilisation dans les machines à papier, une unité de régulation
servant à réguler le profil transversal de l'orientation des fibres étant présente
à l'arrivée de matériaux de la machine à papier, caractérisé en ce que le circuit
(3) de régulation est constitué d'un régulateur (31) pour l'orientation des fibres,
d'une unité (32) pour ce que l'on appelle le mapping de la bande (1) de papier, d'un
actionneur (33), d'un système (34) réglé et d'une unité à système (35) d'analyse sensorielle
associée.
10. Dispositif suivant la revendication 11, caractérisé en ce que le régulateur (31) d'orientation
des fibres, l'unité servant au mapping (32), l'actionneur (33), le système (34) réglé
et le système (35) d'analyse sensorielle sont branchés en série et en ce que leur
signal de sortie est rétrocouplé au point (30) de comparaison du circuit (3) de régulation.

