[0001] Die Erfindung betrifft eine Kantenschalung zur Betonierung ansteigender Kanten von
Außenkappen, Bürgersteigen o.dgl.. Solche Kantenschalungen werden auch als Schrammbordschalung
bezeichnet.
[0002] Kantenschalungen werden nach dem Stand der Technik individuell hergestellt, wobei
die Schalungsbretter entsprechend dem geforderten Kantenwinkel in eine Holzstruktur
eingebaut werden. Dies ist sehr arbeitsaufwendig und erfordert ein hohes Maß an Sorgfalt
und Geschick. Im Straßen- und Brückenbereich sind Kanten von mehreren hundert Metern
Länge zu verschalen. Die Herstellung der hierfür benötigten Kantenschalungen ist sehr
aufwendig. Insbesondere ist zu berücksichtigen, daß spezielle Kantenneigungen erforderlich
sein können, die von 90° abweichen. Hierbei ist ein häufiges Messen, Justieren und
Verbauen erforderlich.
[0003] Aus US-A-2 741 821 ist eine Kantenschalung bekannt, die aus nicht miteinander verbundenen
Haltevorrichtungen besteht. Jede Haltevorrichtung weist einen in den Boden einführbaren
Ständer auf, an dem ein Schalungsbretthalter befestigt ist. Die Haltevorrichtungen
müssen einzeln am Boden befestigt werden und dann wird in die Schalungsbretthalter
ein Schalungsbrett eingelegt. Die Neigung der Schalungsbretthalter kann jeweils einzeln
mit einer Einstellvorrichtung in Form einer Doppelspindel verändert werden. Diese
Einstellvorrichtung greift an einem Basisteil an, das flachliegend auf dem Boden befestigt
wird. Dieses Basisteil ist über ein Gelenk mit einem Rohr verbunden, welches an dem
Pfosten geführt ist. Die Haltevorrichtungen ermöglichen zwar unterschiedliche Neigungswinkel
der Schalungsbretter, jedoch muß die Kantenschalung aus mehreren Haltevorrichtungen
individuell zusammengebaut werden, was einen großen Zeitaufwand an der Baustelle erfordert.
Hinzukommt, daß die Schalungsbretter die Druckkraft des Betons aushalten müssen und
zur Durchbiegung neigen. Daher müssen die Haltevorrichtungen in relativ engen Abständen
angeordnet werden. Es sind also für eine Kantenschalung viele Haltevorrichtungen erforderlich,
die einzeln montiert und eingestellt werden müssen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kantenschalung zu schaffen, die universell
für unterschiedliche Kantenneigungen einsetzbar ist und die mit geringem Aufwand errichtet
und eingestellt werden kann.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Anspruchs
1.
[0006] Bei der erfindungsgemäßen Kantenschalung ist ein langgestreckter Balkenträger vorgesehen,
an dem Holzbalken befestigt werden können, die ihrerseits die Schalungsbretter tragen.
Dieser Balkenträger ist um eine horizontale Gelenkachse schwenkbar an einem Basisteil
angebracht, das auf den Boden aufgelegt werden kann. Durch eine Einstellvorrichtung
kann der Winkel des Balkenträgers in Bezug auf die Horizontale verändert werden, so
daß die Schalungsbretter auf unterschiedliche Schalungswinkel eingestellt werden können.
Damit ist es möglich, Kantenschalungen mit vorgegebenem Neigungswinkel auf sehr einfache
Weise einzurichten, indem der Balkenträger mit Hilfe der Einstellvorrichtung auf die
vorgesehene Neigung gebracht wird.
[0007] Ein besonderer Vorteil besteht darin, daß ein langgestreckter Balkenträger zur Aufnahme
eines Holzbalkens vorgesehen ist. An dem Holzbalken können die Schalungsbretter befestigt
werden. Der gegen die Schalungsbretter vom Beton ausgeübte Druck wird auf den starren
Balkenträger übertragen, der die Schalungsbretter über deren gesamte Länge abstützt,
so daß die Schalungsbretter nicht durchgebogen werden. Die Kantenschalung besteht
aus einer Einheit aus mindestens zwei Schalungshaltern, die durch den Balkenträger
miteinander verbunden sind. Diese vormontierte Einheit wird an der Baustelle lediglich
installiert. Somit ist ein maßgeschneidertes Zusammensetzen der Kantenschalung an
der Baustelle nicht erforderlich.
[0008] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß das Basisteil
eine Führungsvorrichtung aufweist, die eine Führung des Basisteil relativ zu dem Boden
in Querrichtung zu dem Balkenträger bewirkt und zur Fixierung des Basisteils am Boden
feststellbar ist. Die Führungsvorrichtung ermöglicht eine genaue Einstellung des jeweiligen
Schalungshalters, und zwar nicht nur eine Verschiebung des Schalungshalters quer zum
Balkenträger, sondern auch eine Veränderung des Neigungswinkels des Balkenträgers
unter Verschiebung des Basisteils auf dem Boden. Dadurch können bei einer Kantenschalung,
die mehrere Schaltungshalter aufweist, die Schalungshalter separat im Winkel verstellt
werden, wobei sich ihr Basisteil auf dem Boden verschiebt. Es ist also nicht erforderlich,
den Winkel an allen Schalungshaltern gleichzeitig einzustellen. Erst wenn die Winkeleinstellung
bei allen Schaltungshaltern der Kantenschalung erfolgt ist, erfolgt die Fixierung
der Basisteile am Boden.
[0009] Die Einstellvorrichtung besteht vorzugsweise aus einer Doppelspindel, mit der eine
Längenverstellung möglich ist. Als Einstellvorrichtung kann aber auch eine DrehEinstellvorrichtung
benutzt werden. Eine Doppelspindel hat den Vorteil einer einfachen und robusten Ausführung,
die insbesondere für den Baustellenbetrieb geeignet ist.
[0010] Wenn sich das Gelenk an der Rückseite des Balkenträgers befindet, sollte seine Achse
so hoch angeordnet sein, daß die Vorderseite des Balkenträgers in Bezug auf die Gelenkachse
abgesenkt werden kann.
[0011] Im folgenden werden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen Ausführungsbeispiele der
Erfindung näher erläutert.
[0012] Es zeigen:
- Fig. 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung in Seitenansicht der Kantenschalung,
- Fig. 2
- eine Draufsicht der Kantenschalung, und
- Fig. 3
- ein zweites Ausführungsbeispiel.
[0013] Die Kantenschalung nach den Figuren 1 und 2 weist einen horizontalen längslaufenden
Balkenträger 10 auf. Dabei handelt es sich um einen Stahlträger mit U-Profil. Der
Balkenträger 10 ist mit vertikaler Basis angeordnet, so daß seine beiden Schenkel
zur Vorderseite 11 abstehen. In den Balkenträger 10 kann ein Holzbalken 12 eingesetzt
werden, der mit Schrauben 13 befestigt wird. Der Holzträger 12 steht über die Vorderseite
11 geringfügig vor. An ihm werden Schalungsplatten 14 durch Nageln o.dgl. befestigt.
[0014] An dem Balkenträger 10 greifen mehrere Schalungshalter 15 an, die mit gegenseitigen
Abständen angeordnet sind. Jeder Schalungshalter 15 weist ein Basisteil 16 in Form
einer auf den Boden auflegbaren Platte auf. In dem Basisteil 16 sind Langlöcher 17
vorgesehen, durch die das Basisteil auf dem Boden, z.B. einer Betonplatte, verdübelt
werden kann, so daß es festen Halt hat, jedoch quer zum Balkenträger 10 linear verstellbar
ist. Die Langlöcher 17 bilden zusammen mit Bodenschrauben 17a jeweils eine Führungsvorrichtung
17,17a, die gelockert werden kann, um das Basisteil 16 näher zu dem Balkenträger 10
bewegen zu können. Nachdem die korrekte Position des Basisteils 16 eingestellt ist,
werden die Bodenschrauben 17a festgezogen und dadurch wird das Basisteil 16 auf dem
Boden fixiert.
[0015] An dem vorderen Ende des Basisteils 16 befindet sich ein Gelenk 18 mit horizontaler
Gelenkachse. An diesem Gelenk ist der Balkenträger 10 derart befestigt, daß er um
die Gelenkachse herum geschwenkt werden kann. Die Gelenkachse des Gelenks 18 ist in
Bezug auf die Unterseite des Basisteils 16 so hoch angeordnet, daß der von dem Gelenk
18 nach vorne ragende untere Schenkel des Balkenträgers 10 bei horizontaler Ausrichtung
mit Abstand über dem Boden angeordnet ist. Es ist daher möglich, den Balkenträger
10 um die Achse des Gelenks 18 herum nach vorne zu kippen.
[0016] Die Einstellvorrichtung 20 ist eine Längenverstellvorrichtung, die einerseits an
einem Lager 21 am rückwärtigen Ende des Basisteils 16 angreift und andererseits mit
einer Halterung 22 verbunden ist, die am oberen Ende der Rückseite des Balkenträgers
10 befestigt ist. Die Einstellvorrichtung 20 besteht aus einer Doppelspindel aus zwei
Spindelstäben 23,24 mit zueinander gegenläufigen Außengewinden und einem Mutternteil
25, das eine mit der Gewindespindel 23 zusammengreifende Spindelmutter 25a und eine
mit der Gewindespindel 24 zusammengreifende Spindelmutter 25b aufweist, welche durch
einen Bügel miteinander verbunden sind. Durch Drehen des Mutternteils 25 wird die
Länge der Einstellvorrichtung 20 entweder verkleinert oder vergrößert. Auf diese Weise
kann die Schrägstellung des Balkenträgers 10 mit großer Genauigkeit eingestellt werden.
[0017] Zu einer Verstellung des Balkenträgers 10 müssen die Einstellvorrichtungen 20 sämtlicher
an dem Balkenträger angreifender Schalungshalter 15 verändert werden. In der Zeichnung
ist nur der Zustand dargestellt, daß die Schalungsplatten 14 vertikal ausgerichtet
sind. Durch Veränderung der Schrägstellung des Balkenträgers 10 können andere Winkel
der Schalungsplatten eingestellt werden, wobei die Schalungsplatten 14 dann natürlich
höher oder tiefer an den Holzbalken 12 angenagelt werden. Zur Veränderung der Schrägstellung
des Balkensträgers 10 werden die Bodenschrauben 17a gelöst und die Schalungshalter
15 können separat durch Verschieben der des Basisteils 16 auf den geänderten Schalungswinkel
eingestellt werden. Anschließend werden die Bodenschrauben 17a wieder festgezogen.
[0018] Wenn die Kantenschalung eine größere Höhe haben soll, als dem Balkenträger 10 entspricht,
kann auf dem Balkenträger 10 ein Hilfsbalkenträger 27 montiert werden, der in Fig.
1 zusätzlich dargestellt ist. Dieser Hilfsbalkenträger 27 weist ebenfalls ein U-Profil
oder Winkelprofil auf, das nach vorne offen ist und in dem ein Holzbalken 28 angeordnet
werden kann. An den Holzbalken 28 werden Schalungsplatten 29 angenagelt, die die Schalungsplatten
14 nach oben hin verlängern. Zur Befestigung des Hilfsbalkenträgers 27 sind an der
Oberseite des Balkenträgers 10 nach hinten vorspringende Befestigungsvorrichtungen
30 in Form horizontaler Laschen vorgesehen. Auf diese Befestigungsvorrichtungen 30
werden Laschen 31, die von dem Hilfsbalkenträger 27 nach hinten abstehen, flanschartig
mit Schrauben befestigt. Der Hilfsbalkenträger 27 kann wahlweise verwendet werden.
[0019] Die Kantenschalung, die eine Länge von mehreren Metern hat, kann nach dem Abbinden
des Betons vom Boden gelöst und weiterbewegt werden, um einen weiteren Abschnitt zu
betonieren. Hierbei kann die einmal vorgenommene Einstellung beibehalten werden.
[0020] In Figur 3 ist ein Ausführungsbeispiel dargestellt, bei dem ein Balkenträger 10 und
ein Hilfsbalkenträger 27 vorgesehen sind. Außerdem ist eine Winkelverstellvorrichtung
33 vorhanden, die eine Verstellung des Winkels des Hilfsbalkenträgers 27 in Bezug
auf den Balkenträger 10 ermöglicht. Die Winkelverstellvorrichtung 33 besteht hier
aus einem Keil, der zwischen die Befestigungsvorrichtungen 30 und die Laschen 31 eingesetzt
ist. Die Winkelverstellvorrichtung 33 ermöglicht die Formung einer Schräge im oberen
Bereich des zu betonierenden Schrammbords, so daß das Schrammbord, das eine Straßenfahrbahn
begrenzt, eine Anprallschräge erhält.
[0021] Ferner ist an der Kantenschalung ein weiterer Balkenträger 34 befestigt, der einen
nach oben offenen U-förmigen Kanal zur Aufnahme eines Holzbalkens 35 bildet. An dem
Holzbalken 35 kann eine Plane 36 oder Folie befestigt werden, mit der der Frischbeton
bedeckt wird, um ihn gegen Witterung zu schützen. Die Befestigung der Plane an dem
Balken 35 erfolgt beispielsweise durch Nageln. Der Hilfsbalkenträger 34 ist mit einer
Befestigungsvorrichtung 37 an dem Balkenträger 10 und/oder dem Hilfsbalkenträger 27
befestigt. Er erstreckt sich ebenfalls über die gesamte Länge der Kantenschalung.
1. Kantenschalung mit einem langgestreckten Balkenträger (10), der an seiner Vorderseite
(11) eine Aufnahme für einen Holzbalken (12) aufweist und mit einem Gelenk (18) an
einem auf den Boden auflegbaren Basisteil (16) angreift, wobei eine Einstellvorrichtung
(20) zur Verstellung der Winkellage des Balkenträgers (10) einerseits an dem Basisteil
(16) und andererseits am Balkenträger (10) angreift.
2. Kantenschalung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß längs des Balkenträgers
(10) mindestens zwei Schalungshalter (15) mit gegenseitigen Abständen angeordnet sind,
von denen jeder ein Basisteil (16) mit zugehörigem Gelenk (18) und Einstellvorrichtung
(20) aufweist.
3. Kantenschalung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Basisteil (16)
eine Führungsvorrichtung (17,17a) aufweist, die eine Führung des Basisteils relativ
zu dem Boden in Querrichtung zu dem Balkenträger (10) bewirkt und zur Fixierung des
Basisteils (16) am Boden feststellbar ist.
4. Kantenschalung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Einstellvorrichtung
(20) aus einer Doppelspindel besteht.
5. Kantenschalung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Balkenträger
(10) eine Befestigungsvorrichtung (30) für einen auf seiner Oberseite zu befestigenden
Hilfsbalkenträger (27) aufweist.
6. Kantenschalung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Gelenk
(18) an der der Aufnahme abgewandten Rückseite des Balkenträgers (10) angreift.
7. Kantenschalung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Balkenträger
(10) mit vertikalem Abstand über der Bodenfläche des Auflageteils (16) an diesem angelenkt
ist.
8. Kantenschalung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Winkelverstellvorrichtung
(33) zur Veränderung des Winkels des Hilfsbalkenträgers (27) relativ zu demjenigen
des Balkenträgers (10) vorgesehen ist.
9. Kantenschalung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß an dem
Balkenträger (10) ein Hilfsbalkenträger (34) befestigt ist, der einen Balken (35)
zur Befestigung einer Plane (36) oder Folie enthält.