[0001] Die Erfindung betrifft eine Drainage-, Dichtungs- und/oder Wärmedämmplatte nach dem
Oberbegriff des Hauptanspruchs bzw. des Nebenanspruchs.
[0002] Es ist üblich, Gebäude mit einer Außenisolierung zu versehen. Es wird hierbei für
den Überflurbereich ein anderes Isoliermaterial verwendet, wie dies in erdberührten
Zonen der Fall ist. Der erdberührte Bereich wird herkömmlicherweise als sogenannter
Perimeterbereich bezeichnet. Hier sind nicht nur wärmeisolierende Aufgaben durch das
Isoliermaterial zu erfüllen, sondern es muß auch eine Drainage von anstehendem Wasser
bewirkt werden.
[0003] Diese Perimeterdämmung gewinnt im Rahmen der Nutzung von Kellerräumen zunehmend an
Bedeutung. Je nach der jeweils gültigen Bauordnung können Hobbyräume, Spielkeller,
Fitneßecken usw. als Wohnräume oder wohnähnlich genutzte Räume im Kellergeschoß ausgewiesen
werden. Die Dämmung von erdberührten Gebäudeteilen steigert den Wert eines Gebäudes
und ist eine äußerst wirtschaftliche Investition, da ungedämmte, erdberührte Bauteile
große Anteile der gesamten Heizenergie abgeben. Gemäß Wärmeschutzverordnung (WSVO)
müssen Außenwände beheizter Kellerräume gedämmt werden. Dies gilt auch für selten
beheizte Kellerräume, wie Hobbyräume. Der K-Wert darf maximal 0,35 W/qm x K betragen.
Dieser bezieht sich auf das vereinfachte Nachweisverfahren und gilt für kleine Wohngebäude
mit bis zu 2 Vollgeschossen und nicht mehr als 3 Wohneinheiten.
[0004] Aus der EP 0 127 824 ist eine Isolierplatte bekannt, die sowohl für die Wärmeisolierung
als auch für die Wasserableitung dienen soll. Die Platte hat eine Vielzahl von offenen
Drainagekanälen an einer Plattenoberfläche. Diese Drainagekanäle erstrecken sich von
der ersten Kante bis zur gegenüberliegenden zweiten Kante, wobei die Kanäle an beiden
Kanten der Platte offen sind. Um eine Korrespondenz der Drainagekanäle von einer Platte
zur anderen Platte sicherzustellen, ist auf jeder Seitenfläche ein Verbindungskanal
angeordnet, der sich entlang der ersten und zweiten Plattenkante erstreckt und in
Verbindung mit jedem Drainagekanal steht und sich senkrecht zu diesen erstreckt. Jeder
der Verbindungskanäle ist in Richtung der Plattendicke relativ zu den Drainagekanälen
versetzt und in einer Seitenwand eine Vielzahl von Öffnungen als Durchlaß zu jedem
Drainagekanal vorhanden. Hier sind die Drainagekanäle auf der Plattenoberfläche mit
einem bahnförmigen Material so bedeckt, daß die Drainagekanäle gegen Eindringen von
Partikeln geschützt sind.
[0005] Ein eklatanter Nachteil der bekannten Platten aus dem Stand der Technik liegt darin,
daß schon nach kurzer Betriebszeit, d.h. schon nach wenigen Wochen, nachdem die Platten
montiert sind, keine zufriedenstellende Flüssigkeitsableitung mehr gegeben ist.
[0006] Insbesondere eine Platte nach der EP 0 127 824 bringt erhebliche Nachteile mit sich.
In der Praxis hat sich gezeigt, daß das Filtervlies nicht absolut partikelsperrend
wirkt. Schlamm, der das Vlies durchdringt, kann sich im Innern, d.h. hinter dem Filtervlies
absetzen. Gerade im horizontalen Verbindungskanal kann dieser Schlamm nicht abgefördert
werden und setzt diesen mit der Zeit zu, so daß hier die Drainagewirkung gänzlich
verloren geht. Hierzu trägt auch die mehrmalige Umlenkung der Wasserführung bei, wobei
sich an den Umlenkungsstellen stets Ablagerungen ansetzen.
[0007] Ein weiterer Nachteil der Platten aus dem aufgezeichneten Stand der Technik besteht
darin, daß die Nuten oder Vertiefungen zum Zwecke der Drainage verfahrensbedingt nachträglich,
also durch materialabhebende Bearbeitung, hergestellt werden, da eine Formgebung bereits
während der Extrusions-Schäumung zwar theoretisch möglich ist, dies aber einen enormen
Aufwand bei der Kalibrierung erfordert, wodurch die Herstellung unwirtschaftlich wird.
Daraus ergibt sich eine rauhe, zum Teil feuchtigkeitsaufsaugende Oberfläche, die eine
ungünstige Reibungszahl besitzt und bei der die Ablagerungsaffinität für Partikel
verstärkt wird.
[0008] Der Erfindung liegt die weitere Erkenntnis zugrunde, daß bei den derzeit handelsüblichen
Platten, das die Drainagekanäle abdeckende Vlies, durch den Erddruck in die Kanäle
eingedrückt wird und diese versperrt oder zumindest im Ableitungsquerschnitt reduziert,
so daß auch hierdurch die Drainagewirkung verloren geht.
[0009] Ein weiterer Nachteil dieser beschriebenen Platten besteht darin, daß der Plattenversatz
hinsichtlich der Plattendicke unberücksichtigt blieb. Schon ein geringes Hervorstehen
der oberen Platte gegenüber der unteren Platte führt dazu, daß keine Kommunikation
der Drainagekanäle mit dem Querkanal mehr vorliegt und auch hier die Drainagewirkung
verloren geht.
[0010] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine kombinierte Wärmeisolierungs-
Dichtungs- und Drainageplatte zu schaffen, mittels der eine geschlossene Wärmeisolier-,
Dichtungs- und Drainageschicht gebildet werden kann, wobei bei jedem Versatz der Platten
eine Kommunikation der Drainagekanäle von einer Platte zur anderen Platte vorliegt.
[0011] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Drainage-, Dicht- und Wärmeisolierplatte
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0012] Ferner liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ohne Wärmeisolierungseigenschaft
zur Ableitung von Deponiewässern genutzt zu werden, wobei auch eine annähernd senkrechte
Aufstellung der Platte angestrebt wird.
[0013] Diese Aufgabe wird durch eine Drainage- und Dichtungsplatte mit den Merkmalen des
Anspruchs 2 gelöst.
[0014] Besonders bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0015] Die erfindungsgemäße Wärmedämm-, Dichtungs- und Drainageplatte wird auf der Außenwand
von erdberührten Wänden befestigt. Diese Platten besitzen auf ihrer wandfernen Seite
Drainagekanäle, die von einem wasserdurchlässigen, aber als Partikelsperre wirkenden
Material abgedeckt sind
[0016] Gemäß der vorliegenden Erfindung besitzen die Drainagekanäle sowohl eine Querschnittsform
als auch einen Verlauf über die Kanallängsachse, die/der neben ihrer Anordnung und
Positionierung zueinander so gewählt ist, daß bei der Anordnung im Verbund an der
Gebäudeaußenwand als geschlossene Wärme-, Dicht- und Drainageschicht, zum Zwecke der
ungehinderten Flüssigkeitsableitung eine direkte Kommunikation der Drainagekanäle
benachbarter Platten vorliegt. Somit ist nach der vorliegenden Erfindung nicht darauf
zu achten, wie die Platten zueinander versetzt an der Wandaußenseite angebracht werden,
da bei jeder Position einer jeden Platte eine Kommunikation der Drainagekanäle vorliegt.
Diese erfindungsgemäße Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist für den Einsatz
an Gebäuden ausgelegt. Die gleiche Platte kann aber auch beispielsweise zur Ableitung
von Sickerwässern von Deponien eingesetzt werden, wobei nur noch Drainage- und Dichtungsaufgaben
zu erfüllen sind. Die Wärmedämmeigenschaften können dann selbstverständlich vernachlässigt
werden.
[0017] Die Drainagekanäle selbst sind durch in die Plattenoberfläche der wandfernen Seite
angeformte Nuten gebildet, die im Zuge des Formgebungsprozesses ohne nachfolgende
spanabhebende materialabtragende Bearbeitung eingearbeitet sind. Die Kanäle sind an
mindestens einem Ende geöffnet. Wichtig ist, daß sie auf ihrer Mantelfläche mindestens
mit einer Einlaßöffnung zur Aufnahme der abzuleitenden Flüssigkeit versehen sind.
Diese Einlaßöffnung kann durch eine in die Plattenöffnung zum Kanal führende Durchbrechung,
die sich annähernd über die gesamte Kanallänge erstreckt oder durch Perforationen
gebildet werden. Hierbei besteht die Möglichkeit, die Perforation in den Plattenkörper
einzuarbeiten oder auf eine mit offenen Drainagekanälen versehene Platte als separate
Schicht aufzulegen.
[0018] Die gesamte Drainageplatte wird aus einem verrottungsfesten, expandierfähigen Partikelschaum
geschaffen, deren Plattenendform im Zuge des Formgebungsprozesses in einer entsprechenden
Vorrichtung gebildet wird. Der Grundstoff der Platten besteht aus einem vorgeschäumten
expandierfähigen Partikelmaterial, das in einer Form, die einen räumlichen Abschluß
gegen die Umgebung bildet, und gegen den entstehenden Expansionsdruck resistent ist,
einem in die Form eingeleiteten und die Expansion bewirkenden Medium ausgesetzt wird,
derart, daß sich eine allseits gleichmäßig geschlossene und verdichtete Oberfläche
ergibt.
[0019] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen,
daß die Kanalbreite der Drainagekanäle größer ist als die Breite der zwischen den
Drainagekanälen verbleibenden Trennstege. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dieses
Verhältnis zu verlassen und die Drainagekanäle an ihren randseitigen Ausläufen, dort
wo sie mit den benachbarten Platten korrespondieren, mit Aufweitungen zu versehen.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind diese
Aufweitungen von trichterförmiger Gestalt. Bevorzugterweise sind hierbei die Drainagekanäle
in bezug auf die Montageposition vertikal ausgerichtet. Es besteht aber auch die Möglichkeit,
die Drainagekanäle diagonal, sich kreuzend anzuordnen, wobei entweder wieder auf das
Nuten/Stegverhältnis wie vorgeschlagen zurückgegriffen wird, oder aber auch hier an
den Ausläufen Aufweitungen vorgesehen werden.
[0020] Die diagonal angeordneten Drainagekanäle sind von im wesentlichen quadratischen Trennstegen
begrenzt.
[0021] Bei diagonal angeordneten Drainagekanälen sind gemäß der Erfindung entlang des Umfangs
der Platten Profile angeordnet, die in einem zur Plattenmitte gerichteten Bereich
der Form der Eckbereiche der quadratischen Trennstege entsprechen. Am Umfang der Platten
bilden die Profile mit dem Umfang der Platte parallele Basiskanten.
[0022] Die Oberfläche der Profile am Umfang der Platten ist vorzugsweise etwas kleiner als
die Hälfte der Oberfläche der quadratischen Trennstege.
[0023] Eine weitere erfindungsgemäße Maßnahme sieht vor, die Drainagekanäle zum Zwecke der
Bildung einer ausreichenden Auflagefläche für das wasserdurchlässige und partikelsperrende
Andeckmaterial auf der Plattenoberfläche der wandfernen Seite relativ schmal auszubilden
und zum Plattenkern ausgerichtete, der Drainagekorrespondenz entsprechende Aufweitungen
vorzusehen. Die Drainageplatten, die wie dargelegt aus geschäumtem Kunststoff bestehen,
sind verrottungsfest.
[0024] Als flüssigkeitsdurchlässiges und partikelsperrendes Material wird ein an sich bekanntes
Filtervlies verwendet, das im Zuge des Formgebungsprozesses auf den Plattenkörper
mit oder ohne Haftvermittler durch thermische Verschmelzung aufgebracht und verbunden
wird, so daß die Drainageplatte als Verbundplatte ausgebildet ist.
[0025] Anstelle der Verwendung eines Filtervlieses besteht auch die Möglichkeit, daß das
flüssigkeitsdurchlässige, partikelsperrende Material als Schaumstoffplatte bereitgestellt
wird, welche einen relativ großen Zwischenraum zwischen den Schaumstoffkugeln, ein
sogenanntes großes Zwickelvolumen, hat.
[0026] Es ist nach der Erfindung auch möglich, das Filtervlies durch ein Gitter zu ersetzen,
das selbst von eigensteifer Gestalt ist. Falls eine solche nicht ausreichend eigensteife
Eigenschaft vorliegt, besteht die Möglichkeit, zwischen das Filtervlies bzw. das jeweils
verwendete partikelsperrende Material und dem Plattenkörper eine eigensteife Materialschicht
anzuordnen, die selbstverständlich ebenfalls von flüssigkeitsdurchlässiger und partikelsperrender
Art sein muß, und bevorzugterweise von poröser Gestalt ist.
[0027] Um dem Plattenverbund eine Formschlüssigkeit zu verleihen, die Krafteinwirkungen
vom Erdreich auf die Wand oder von der Wand ins Erdreich verlaufend aufnimmt, sind
die erfindungsgemäßen Drainageplatten randseitig mit einem Nut- und Feder-Verbindungssystem
ausgestattet.
[0028] Gemäß der Erfindung ist zur Adaption im Plattenverbund eine Stufenfalzausbildung
vorgesehen, die beispielsweise von der wandfernen Seite mit einer Steigung gegen den
Plattenkern gebildet wird, an deren Steigungsende in etwa der Plattenmitte ein vertikal
verlaufender Absatz in eine zweite, gegen die Wand anlaufende Steigung übergeht.
[0029] Gemäß der Erfindung ist die Platte auf der Rückseite mit einer zusätzlichen Abdichtschicht
versehen. Diese kann sowohl vollflächig als auch lediglich an den Rändern angeordnet
sein, derart, daß die Abdichtschicht randseitig, im Verbund sich überlappend erstreckt,
derart, daß sämtliche sich ausbildenden Stoßfugen mit zusätzlichem Dichtungsmaterial
hinterlegt sind.
[0030] Durch die vorliegende Erfindung wird eine Dämmplatte geschaffen, welche als Kombination
die Funktion der Wärmedämmung, Dichtung und der Drainage in sich vereinigen und bevorzugt
im Bereich erdberührter Bauteile Anwendung findet. Nach der vorliegenden Erfindung
kann das vorgeschlagene System auch im Bereich von Deponien und dergleichen eingesetzt
werden, bei denen Sickerwasser im Vertikalbereich aufzufangen ist.
[0031] Die Platte ist als einstückiges Gebilde geschaffen und läßt sich ohne spanabhebende
Nachbearbeitung herstellen. Durch die spezielle Formgebung und Anordnung der Drainagenuten
auf der Plattenoberseite und einer besonders dichten Kantenausbildung wird erreicht,
daß übereinander angeordnete Drainageplatten seitlich zueinander versetzt sein können,
und die Drainagekanäle, die das Wasser nach unten abführen, trotzdem miteinander kommunizieren,
d.h. in Verbindung stehen und das Wasser ungehindert auf der Plattenoberseite abfließen
kann. Zur Abführung großer Flüssigkeitsmengen ist es erforderlich, bei gegebener Filterdurchlässigkeit
die Nutbreite und somit die angebotene freie Filterfläche zu vergrößern. Die Nutbreite
wird begrenzt durch den vorherrschenden Erddruck des angeschütteten Materials vor
der Filterfläche, der mit zunehmender Einbautiefe größer wird (bis 40 KN pro qm und
mehr) und den in nächster Nähe auftretenden Verkehrslasten. Durch beide Beanspruchungen,
Erddruck und Verkehrslasten, werden die Trennstege gestaucht und der Abflußquerschnitt
verkleinert sich dauerhaft. Damit würde die Drainageleistung sinken. Gemäß der Erfindung
wurde diesen Nachteilen wirkungsvoll entgegengetreten.
[0032] Des weiteren könnten beide Beanspruchungen bei zu großer Nutbreite (Trennstegabstände)
das vorliegende Filtervlies in die Nuten hineindrücken, so daß sich auch hierdurch
der Abflußquerschnitt und damit die Drainageleistung verringert. Dem wirken eine schmale
Nutbreite von etwa 2 - 20 mm ohne zusätzliche Filterabstützung und auch eine ausreichende
Nuttiefe von P = 3 mm bis T = 0,6 x Plattendicke, eine ausreichende Trennstegbreite
bzw. Filterabstützungsfläche, um Druckspannungen und somit Trennstegestauchungen zu
verringern, bei relativ großen Nutbreiten Filtermaterial mit hoher Festigkeit bzw.
Steifigkeit, oder bei relativ großen Nutbreiten zwischen Drainageplatte und Filter
ein dünnes eigensteifes und zusätzlich wasserdurchlässiges Material zur Abstützung
des Filtermaterials, entgegen.
[0033] Für die erfindungsgemäßen Perimeterplatten als auch für die Platten, die im Deponiebereich
einsetzbar sind, ist ein "Styropor-Hartschaum" des Anwendungstyps WS und WD nach DIN
18164 Teil 1 gewählt. Bauphysikalisch hat eine Perimeterdämmung gegenüber einer Innendämmung
große Vorteile. Dampfsperrende Maßnahmen sind nicht erforderlich. Wärmebrücken können
weitgehend vermieden werden. Die Abdichtung wird wirksam geschützt und die Anbringung
in der Rohbauphase ist handwerklich einfach.
[0034] Anhand der beigefügten Zeichnungen, die besonders bevorzugte Ausführungsbeispiele
der Erfindung zeigen, wird diese nun näher beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- ein Einsatzbeispiel für erdberührte Gebäudeteile,
- Figur 2
- ein Einsatzbeispiel für Deponiedrainage und Dichtung,
- Figur 3
- eine Frontansicht auf einen Plattenkörper in einer ersten Ausführungsvariante,
- Figur 4
- einen Schnitt entlang der in Figur 3 angedeuteten Linie B-B,
- Figur 5
- eine Ansicht der erfindungsgemäßen Platte aus der in Figur 3 angedeuteten Richtung
D,
- Figur 6 u. 7
- das in Figur 4 mit C gekennzeichnete Detail in einer Vergrößerung, wobei die Figur
7 eine Variante der Kantenausbildung gegenüber der Darstellung nach Figur 6 zeigt,
- Figur 8
- zeigt eine Vergrößerung des in Figur 3 mit A gekennzeichneten Details,
- Figur 9
- zeigt eine Variante zur Darstellung gemäß Figur 8,
- Figur 10
- zwei versetzt zueinander angeordnete Platten,
- Figur 11
- eine Variante der Drainagenutenausbildung, wobei die Platte aus einer Ansicht analog
zur Darstellung gemäß Figur 5 abgebildet ist,
- Figur 12
- eine Vergrößerung der Figur 11, wobei zwei versetzt aufeinanderstoßende Platten dargestellt
sind,
- Figur 13
- eine Variante der vorliegenden Platte in einer Frontansicht, bei der die Nutbreite
größer gewählt ist als die Stegbreite,
- Figur 14
- zwei versetzt aufeinandergestoßene Platten nach Figur 13,
- Figur 15
- eine Platte nach Figur 11 aus der in Figur 13 angedeuteten Richtung E mit Abdeckvlies,
- Figur 16
- eine Ansicht einer Variante der Platte mit diagonal sich überkreuzenden Drainagenuten,
- Figur 17
- ein Stoß zweier Platten gemäß Figur 16,
- Figur 18
- ein vergrößerter Ausschnitt einer Platte gemäß Fig. 16,
- Figur 19
- ein Plattenverbund,
- Figur 20
- die Randverbindung zweier Platten im Schnitt mittels einem Stufenfalz,
- Figur 21
- die Randverbindung zweier Platten mit Nut- und Federsystem,
- Figur 22
- eine besonders bevorzugte Ausführungsvariante eines Stufenfalzes,
- Figur 23
- eine Draufsicht auf eine perforierte Platte,
- Figur 24
- die Platte nach Figur 23 im Schnitt
- Figur 25
- eine Variante zur Darstellung nach Figur 24.
[0035] Figur 1 zeigt ein Einsatzbeispiel der vorliegenden Erfindung für erdberührte Gebäudeteile.
Eine Gebäudeaußenwand 2, hier eine Kellerwand, wird wie üblich, mit einem Voranstrich
11 versehen, bevor eine Bitumendeckbeschichtung 19 aufgebracht wird. Im Bereich eines
Fundamentes 20 befindet sich ein Drainrohr 21. Platten 1 sind so an der Gebäudeaußen-/Kellerwand
2 befestigt, daß durch diese abgeleitetes Wasser bzw. Flüssigkeit dem Drainrohr 21
zugeführt wird. Auf den Platten 1 ist partikelsperrendes aber flüssigkeitsdurchlässiges
Abdeckmaterial 4 aufgebracht, durch das die Flüssigkeit, vom Erdreich gefiltert, in
die Drainagekanäle 5 zur Ableitung gelangt.
[0036] Die Figur 2 zeigt schematisch ein Einsatzbeispiel der vorliegenden Erfindung im Deponiebereich.
Vertikal anfallende Sickerwässer werden der Drainage zugeführt, wobei die Seite der
Drainage- und Dichtungsplatten 1, die jeweils das Abdeckmaterial 4 trägt zur Deponie
25 hinweist. Die durch die Drainageplatten 1 geführten Sickerwässer werden dann der
herkömmlichen Drainage 26 zugeleitet.
[0037] Fig. 3: Die Platte 1 ist relativ zur Montageposition mit vertikalen Drainagekanälen
5 versehen. Die Querschnittsform der Drainagekanäle 5 und deren Verlauf entlang Kanallängsachsen
6, sowie die Anordnung und Positionierung der Drainagekanäle 5 zueinander und relativ
zur Drainageplatte 1 ist so gewählt, daß bei der Anordnung im Verbund an einer Gebäudeaußenwand
als geschlossene Wärme-, Dichtungs- und Drainageschicht, zum Zwecke der ungehinderten
Wasserableitung eine direkte Kommunikation der Drainagekanäle 5 benachbarter Platten
1 vorliegt. Dies ist insofern wichtig, da erfindungsgemäß erkannt wurde, daß bei der
Montage auf der Baustelle nicht darauf geachtet wird, wie die Platten 1 zueinander
sitzen, was in der Regel auch nicht möglich ist, da die Drainagekanäle 5 als solche
mit dem partikelsperrenden Vlies abgedeckt sind. Die Drainagekanäle 5 sind in die
Plattenoberfläche 10 der wandfernen Seite 3 eingeformt, wobei die Drainagekanäle 5
durch jeweils dazwischenliegende Trennstege 7 voneinander distanziert sind.
[0038] Gemäß den Varianten nach den Figuren 3 bis 8 sind die Drainagekanäle 5 an ihren randseitigen
Ausläufen mit trichterförmigen Aufweitungen 8 versehen. Diese trichterförmigen Aufweitungen
8 sind durch Abschrägungen der Trennstege 7 gebildet.
[0039] Figur 9: Die Trennstege 7 sind an ihren Ausläufen nicht mit Abschrägungen, sondern
mit Rundungen versehen sind, so daß hier, äquivalent zu den trichterförmigen Aufweitungen
eine Trompetenform gebildet ist.
[0040] Figur 10 zeigt einen vergrößerten Ausschnitt der Drainagekanäle 5 mit den trichterförmigen
Aufweitungen an ihren randseitigen Ausläufen zweier aneinanderliegender Platten 1.
[0041] Die Figuren 11 und 12 zeigen Varianten zu den Ausführungsformen gemäß Figur 3 bis
10, wobei Aufweitungen der Drainagekanäle 5 etwas nach hinten, zur Plattenmitte 15
hin, versetzt sind, so daß sich eine breite Auflagefläche für das Vlies (hier nicht
abgebildet) auf den Trennstegen 7 ergibt. Bei Versatz der Platten 1 zueinander, treffen
sich immer kommunizierende Drainagekanäle 5, die die Wasserableitung sicherstellen.
[0042] Figuren 13 und 14: Die Drainagekanäle 5 sind so ausgebildet, daß die Kanalbreite
S der Drainagekanäle 5 größer ist als die Breite B der Trennstege 7.
[0043] Figur 15: Zwischen dem Abdeckmaterial 4, z. B. ein Vlies, und der Platte 1 ist eine
eigensteife Materialschicht 22 angeordnet.
[0044] Figuren 16 und 17: Diagonal kreuzende Drainagekanäle 5 auf Platte 1 werden durch
im wesentlichen quadratische Trennstege 7 eingegrenzt. Die Größe, der Verlauf und
die Anordnung der Drainagekanäle 5 sind so gewählt, daß am randseitigen Auslauf wiederum
trichterförmige Aufweltungen 8 gebildet werden.
[0045] Figur 18: Ein vergrößerter Ausschnitt der Platten 1 mit sich diagonal kreuzenden
Drainagekanälen 5 zeigt die im wesentlichen quadratische Trennstege 7. Eckpunkte der
quadratischen Trennstege 7 sind mit einem kleinen Radius versehen. Die quadratischen
Trennstege 7 weisen entlang ihrer Oberkanten eine Kantenfase 31 auf. Die Kantenlänge
der quadratischen Trennstege 7 steht vorzugsweise zu der Breite der Drainagekanäle
5 in einem Verhältnis von ca. 1:4.
[0046] Entlang des Umfangs der Platte 1 weisen die Eckpunkte der quadratischen Trennstege
7 einen Abstand von mindestens √2 mal halbe Breite der Drainagekanäle 5 auf. In den
Mitten zwischen den quadratischen Trennstegen 7 sind Profile 32 entlang des Umfangs
der Platte 1 angeordnet. Die Profile 32 weisen Seitenkanten 33, 34 auf, die parallel
sind zu den Seiten der quadratischen Trennstege 7. Die Profile 32 grenzen mit einer
Basiskante 35 parallel an den Umfang der Platte 1, wobei die Länge der Basiskante
35 ungefähr gleich 1/5 des Abstands zwischen zwei Mittenpunkten benachbarter, quadratischer
Trennstege 7 ist. Von der Basiskante 35 laufen seitlich fächerförmig zwei kurze Seiten
36, 37 des Profils 32 ab, die jeweils über eine kleinen Radius in die Seitenkanten
33, 34 übergehen. Die Profile 32 weisen entlang des Umfangs die Kantenfase 31 auf.
Die Profile 32 sind so hoch wie die quadratischen Trennstege 7 und haben eine Oberfläche,
die vorzugsweise etwas kleiner ist als die Hälfte der Oberfläche der quadratischen
Trennstege 7.
[0047] Figur 19 zeigt einen Plattenverbund.
[0048] Die Nut- und Federverbindung gemäß Figur 20 und 21 weist darüber hinaus den Vorteil
auf, daß die Platten 1 im Verbund einen Formschluß eingehen, so daß Krafteinwirkungen,
beispielsweise senkrecht zu den Platten 1 nicht zu einem Versatz der Platten 1 führen
können.
[0049] Die Figur 22 zeigt eine bevorzugte Ausgestaltung der Nut- und Federverbindung in
Form eines Stufenfalzes 14. Der Stufenfalz 14 wird durch mindestens eine von der wandfernen
Seite 3 zur Plattenmitte 15 ansteigende erste Auflageschulter 16 und eine, durch eine
Stufe 17 von dieser versetzten, zweiten Auflageschulter 27 gebildet, die von der Plattenmitte
15 der Plattenrückseite 18 ansteigend verläuft. Somit ist auch bei einer eventuell
auftretenden Dichtungslücke ein Hinterkriechen der Platten durch Sickerwasser kaum
möglich.
[0050] Die Figuren 23 und 24 zeigen eine Ausführungsvariante der vorliegenden Erfindung,
bei der Einlaßöffnungen 28 durch Perforationen gebildet sind.
[0051] Figur 25: Eine Plattenauflageschicht 30 weist durch Perforation gebildete Einlaßöffnungen
28 auf.
[0052] Mit der vorliegenden Erfindung wird die Voraussetzung für einen hochwertigen Ausbau
der Kellerräume geschaffen. Weder Durchfeuchtung noch ein Verlust der Wärme bei erdberührten
Bauteilen ist zu befürchten, was zu trockenen und warmen Räumen führt. Auch dort wo
keine Wärmedämmung erforderlich ist, sondern Dichtungs- und Drainageaufgaben erfüllt
werden müssen, wie dies beispielsweise im Deponiebereich der Fall ist, eignet sich
die erfindungsgemäße Platte bestens.
1. Drainage- Dichtungs- und/oder Wärmedämmplatte für die Außenverkleidung von erdberührten
Wänden, die auf ihrer wandfernen Seite von einem flüssigkeitsdurchlässigen und partikelsperrenden
Material abgedeckte Drainagekanäle besitzt,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Drainagekanäle (5) an mindestens einem Ende mit einer Aufweitung (8) versehen
sind und
die Querschnittsform der Drainagekanäle (5) und deren Verlauf über die Kanallängsachse
(6) sowie die Anordnung und Positionierung der Drainagekanäle (5) zueinander und relativ
zur Platte (1) so gewählt sind, daß bei der Anordnung im Verbund an der Gebäudeaußenwand
(2) als geschlossene Drainage- Dichtungs- und/oder Wärmedämmschicht, zum Zwecke der
ungehinderten Flüssigkeitsableitung eine direkte Kommunikation der Drainagekanäle
(5) benachbarter Platten (1) vorliegt.
2. Drainage- und Dichtungsplatte, die auf mindestens einer Seite von einem flüssigkeitsdurchlässigen
und partikelsperrenden Material abgedeckte Drainagekanäle besitzt,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Querschnittsform der Drainagekanäle (5) und deren Verlauf über die Kanallängsachse
(6) sowie die Anordnung und Positionierung der Drainagekanäle (5) zueinander und relativ
zur Drainage- und Dichtungsplatte (1) so gewählt ist, daß bei der Anordnung im Verbund
als geschlossene Drainage- und Dichtschicht, zum Zwecke der ungehinderten Flüssigkeitsableitung
eine direkte Kommunikation der Drainagekanäle (5) benachbarter Platten (1) vorliegt.
3. Platte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufweitungen (8) von
trichterförmiger Gestalt sind.
4. Platte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Drainagekanäle (5)
in bezug auf die Montageposition diagonal und sich kreuzend ausgerichtet sind.
5. Platte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß entlang des Umfangs der
Platte (1) in Mittenlage zwischen quadratischen Trennstegen (7) Profile (32) angeordnet
sind, die mit einer Basiskante (35) an den Umfang der Platte (1) angrenzen.
6. Platte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Platten (1) aus einem
verrottungsfesten, expandierfähigem Partikelschaum bestehen, der im Zuge eines Formgebungsprozesses
zu einer Plattenendform ohne nachfolgende spanabhebende, materialabtragende Bearbeitung
verarbeitet wird.
7. Platte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundstoff der Platten
(1) aus vorgeschäumten expandierfähigen Partikeln besteht, die in einer Form, die
einen räumlichen Abschluß gegen die Umgebung bildet und gegen den entstehenden Expansionsdruck
resistent ist, einem in die Form eingeleiteten und die Expansion bewirkenden Medium
ausgesetzt wird, derart, daß sich eine allseits gleichmäßig geschlossene und verdichtete
Oberfläche ergibt.
8. Platte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das flüssigkeitsdurchlässige,
partikelsperrende Material (4) als Schaumstoffplatte mit relativ großem Zwickelvolumen
vorliegt.
9. Platte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das flüssigkeitsdurchlässige,
partikelsperrende Material (4) als Gitter vorliegt.
10. Platte nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das flüssigkeitsdurchlässige, partikelsperrende Material (4) eigensteif ausgebildet
ist.
11. Platte nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen dem das flüssigkeitsdurchlässige, partikelsperrende Material (4) bildenden
Filtervlies und der Platte (1) eine eigensteife Materialschicht (22) angeordnet ist.
12. Platte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das die flüssigkeitsdurchlässige,
partikelsperrenden Material (4) bildende Filtervlies während des Formgebungsprozesses
auf den Plattenkörper aufgebracht und mit diesem verbunden wird, so daß die Platte
(1) als Verbundplatte ausgebildet ist.
13. Platte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbund zwischen Platte
(1) und dem aus flüssigkeitsdurchlässigen, partikelsperrenden Material (4) gebildeten
Filtervlies durch thermisches Verschmelzen erreicht wird.
14. Platte nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das flüssigkeitsdurchlässige, partikelsperrende Material (4) als poröses Gebilde
vorliegt.
15. Platte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß am Umfang der Platte (1)
ein Stufenfalz (14) mindestens durch eine von der wandfernen Seite (3) zur Plattenmitte
(15) ansteigende erste Auflageschulter (16) und durch eine Stufe (17) von dieser versetzten
zweiten Auflageschulter (17) gebildet ist, die von der Plattenmitte (15) zur Plattenrückseite
(18) ansteigend verläuft.
16. Platte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Platte (1) auf der
Plattenrückseite (18) eine zusätzliche Abdichtschicht (23) aufweist.
17. Platte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdichtschicht (23)
vollflächig aufgebracht ist.
18. Platte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdichtschicht (23)
randseitig, im Verbund sich überlappend angeordnet ist, derart, daß sämtliche sich
ausbildenden Stoßfugen mit zusätzlichem Dichtungsmaterial hinterlegt sind.
19. Platte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Platte (1) an zwei,
bevorzugterweise gegenüberliegenden Seiten, vorzugsweise an den, in Plattenaufstellungsrichtung
horizontal verlaufenden Seiten mit einem Nut- und Federsystem und an den in Plattenaufstellungsrichtung
vertikal verlaufenden Seiten mit einem Stufenfalz versehen ist.