(19)
(11) EP 0 801 022 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
15.10.1997  Patentblatt  1997/42

(21) Anmeldenummer: 97890039.7

(22) Anmeldetag:  06.03.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6B66C 23/50, B66C 13/54, B61D 15/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE FI FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 09.04.1996 AT 632/96

(71) Anmelder: Franz Plasser Bahnbaumaschinen- Industriegesellschaft m.b.H.
1010 Wien (AT)

(72) Erfinder:
  • Theurer, Josef
    Johannesgasse 3 (AT)
  • Gruber, Leopold Rudolf
    Alpenlandhof Nr. 1 (AT)

   


(54) Maschine zur Durchführung von Gleisbauarbeiten mit einem Drehkran


(57) Eine Maschine (1) zur Durchführung von Gleisbauarbeiten ist mit einem auf Schienenfahrwerken (2) abgestützten, einen Fahrantrieb (6) aufweisenden Maschinenrahmen (3) ausgestattet, dem ein um eine vertikale Drehachse (9) verschwenkbarer Drehkran (10) mit einem durch Antriebe (13) höhenverstell- und teleskopisch verlängerbaren Kranausleger (12) zugeordnet ist. Eine die dem Drehkran (10) unmittelbar benachbarte Fahrkabine (19) ist für eine gemeinsame Verschwenkbarkeit um die vertikale Drehachse (9) mit dem Drehkran (10) verbunden. Damit ist der Drehkran (10) ungehindert einsetzbar.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Maschine zur Durchführung von Gleisbauarbeiten, mit einem auf Schienenfahrwerken abgestützten, einen Fahrantrieb aufweisenden Maschinenrahmen, dem ein um eine vertikale Drehachse verschwenkbarer Drehkran mit einem durch Antriebe höhenverstell- und teleskopisch verlängerbaren Kranausleger sowie eine endseitig am Maschinenrahmen positionierte, eine Steuereinrichtung zur Beaufschlagung des Fahrantriebes aufweisende Fahrkabine zugeordnet ist.

[0002] Durch die EP 0 675 069 A1 ist bereits eine derartige Maschine bekannt, wobei der verschwenkbare Drehkran auf einem Hilfsrahmen befestigt ist, der um eine vertikale Achse drehbar am Maschinenrahmen gelagert ist. Am dem Drehkran gegenüberliegenden Ende des Hilfsrahmens ist eine Fahrkabine vorgesehen. Mit dem Drehkran sind beispielsweise auf einem angekuppelten Waggon gelagerte Fahrleitungsmasten entladbar. Für den Fall, daß der Drehkran auch einen im Bereich der Fahrkabine an die Maschine angekuppelten Waggon entladen soll, wird der gesamte Hilfsrahmen um 180° verdreht, so daß der Drehkran neben dem genannten Waggon zu liegen kommt. Eine derartige bekannte Lösung mit einem verschwenkbaren Hilfsrahmen ist jedoch konstruktiv relativ aufwendig.

[0003] Weitere, zum Teil schwere Eisenbahndrehkräne sind beispielsweise noch durch die EP 0 596 583 A1, US 5 100 278 sowie EP 0 136 219 A1 bekannt. Dabei ist der Drehkran jeweils mit einer Bedienerkabine und einer Antriebseinheit zu einem Oberwagen verbunden, der unter Bildung einer konstruktiven Einheit gemeinsam mit dem Kranausleger um die vertikale Drehachse verschwenkbar ist.

[0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt nun in der Schaffung einer Maschine der eingangs beschriebenen Art, mit der unter relativ geringem konstruktiven Aufwand ein ungehinderter Einsatz des Drehkranes bei einer uneingeschränkten Eigenverfahrbarkeit der Maschine möglich ist.

[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die dem Drehkran unmittelbar benachbarte Fahrkabine durch einen Antrieb relativ zum Maschinenrahmen verschiebbar ausgebildet ist.

[0006] Durch die verschiebbare Ausbildung der Fahrkabine ist die Einsatzmöglichkeit des Drehkranes auch auf jenen Arbeitsbereich erweiterbar, der sich in Maschinenlängsrichtung unmittelbar vor der Fahrkabine befindet. Damit sind beispielsweise auf einem an die Maschine angekuppelten Waggon geladene Güter problemlos durch den Drehkran erfaßbar. Andererseits ist auch die Fahrkabine bei einer Überstellfahrt uneingeschränkt und insbesondere ohne Beeinflussung der Sicht auf das Gleis verwendbar.

[0007] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß die Fahrkabine für eine Verdrehbarkeit um die vertikale Drehachse mit dem Drehkran verbunden ist. Damit ist in besonders vorteilhafter Weise automatisch unter Vermeidung jedweder Umrüstarbeit ein völlig ungehinderter Arbeitseinsatz des Drehkranes in einem Schwenkbereich von 360° gewährleistet, ohne damit die Eigenverfahrbarkeit der Maschine zu beeinträchtigen.

[0008] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausbildung der Erfindung kann die auf der Kransäule drehbar befestigte Fahrkabine mit einer Bedienerkabine zur Bedienung des Kranes verbunden sein. Dies ermöglicht unter Vermeidung einer Sicherheitsgefährdung eine direkte Zugänglichkeit der Bedienerperson von der Fahr- zur Bedienerkabine bzw. umgekehrt.

[0009] Eine weitere vorteilhafte Ausbildung der Erfindung besteht darin, daß an beiden Maschinenenden jeweils ein Drehkran mit einer um die Drehachse verdrehbaren Fahrkabine vorgesehen ist. Damit ist insbesondere bei einer synchronen Steuerung beider Drehkräne insofern ein über eine bloße Verdoppelung hinausgehender Summationseffekt erzielbar, als nunmehr die Maschine ohne Umrüstarbeiten auch für den Transport von Gleisjochen einsetzbar ist. Außerdem sind in besonders wirtschaftlicher Weise zwei je an einem Maschinenende angekuppelte Waggons entladbar.

[0010] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher beschrieben.

[0011] Es zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht einer Maschine zur Durchführung von Gleisbauarbeiten mit an beiden Maschinenenden vorgesehenen Drehkränen und Fahrkabinen, und

Fig. 2 eine Draufsicht auf die Maschine.



[0012] Die in Fig. 1 und 2 dargestellte Maschine 1 weist einen auf Schienenfahrwerken 2 abgestützten Maschinenrahmen 3 auf, dem mittig eine Mannschaftskabine 4 sowie ein Motor 5 zugeordnet ist. Dieser dient zur Energieversorgung eines Fahrantriebes 6 sowie sämtlicher weiterer Antriebe. An jeder Längsseite des Maschinenrahmens 3 sind drei in Maschinenlängsrichtung voneinander distanzierte, durch Antriebe 7 höhenverstellbare Abstützeinrichtungen 8 vorgesehen.

[0013] An beiden Maschinenenden ist jeweils ein um eine vertikale Drehachse 9 verschwenkbar am Maschinenrahmen 3 befestigter Drehkran 10 vorgesehen. Jeder Drehkran 10 weist einen auf einer vertikalen Kransäule 11 gelenkig befestigten Kranausleger 12 auf, der durch Antriebe 13 höhenverstell-und verlängerbar ausgebildet ist. Ein zur Lastaufnahme vorgesehener Kranhaken 14 ist durch eine mit einem Antrieb ausgestattete Seilwinde 15 höhenverstellbar. Für die Verschwenkung der Kransäule 11 mitsamt dem Kranausleger 12 um die vertikale Drehachse 9 ist ein Drehantrieb 16 vorgesehen.

[0014] Unterhalb des Kranauslegers 12 befindet sich eine Bedienerkabine 17, die auf der Kransäule 11 befestigt ist und eine Steuereinrichtung 18 zur Beaufschlagung der Antriebe 13,16 des Drehkranes 10 aufweist. Auf der dem Kranausleger 12 gegenüberliegenden Seite ist eine Fahrkabine 19 mit der Kransäule 11 verbunden und damit ebenfalls durch den Drehantrieb 16 gemeinsam mit dem Drehkran 10 um die Drehachse 9 drehbar.

[0015] In jeder Fahrkabine 19 befindet sich eine Steuereinrichtung 20 zur Steuerung des Fahrantriebes 6 sowie von Bremseinrichtungen 21, um die Maschine 1 auf einem Gleis 25 verfahren zu können. Die Fahrkabine 19 ist mit der Bedienerkabine 17 unter Bildung eines gemeinsamen Raumes verbunden, der durch eine Tür 22 abteilbar ist. Damit kann die Bedienungsperson nach Beendigung der Überstellfahrt ohne Verlassen der Maschine 1 ungehindert von der Fahrkabine 19 in die Bedienerkabine 17 gehen, um verschiedene Arbeiten mit dem Drehkran 10 auszuführen. Unterhalb der Fahrkabine 19 befinden sich Gegengewichte 23 als Masseausgleich für den Kranausleger 12 bzw. die vom Kran aufgenommene Last. Beide Drehkräne 10 sind wahlweise auch über eine mobile Funkfernsteuerung 24 entweder unabhängig voneinander oder synchron steuerbar. Auf der Mannschaftskabine 4 ist ein lediglich schematisch angedeuteter Manipulator 27 lösbar befestigt. Dieser dient zum Erfassen von Fahrleitungsmasten, die auf den Ladewaggons 26 gelagert sind, und kann bedarfsweise mit dem freien Ende des Kranauslegers 12 verbunden werden.

[0016] Für die Überstellfahrt der Maschine 1 werden beide Drehkräne 10 unter Beaufschlagung des Drehantriebes 16 derartig verschwenkt, daß sich beide Kranausleger 12 oberhalb des Maschinenrahmens 3 (gemäß der in der linken Bildhälfte in vollen Linien und in der rechten Bildhälfte in strichpunktierten Linien dargestellten Drehkran-Position) befinden. In dieser Überstellposition sind beide Fahrkabinen 19 automatisch jeweils am Maschinenende positioniert, so daß die in der Fahrkabine 19 befindliche Bedienungsperson eine ungehinderte Sicht auf das Gleis 25 hat.

[0017] Im Arbeitseinsatz kann - wie aus der rechten Bildhälfte ersichtlich - jeder Drehkran 10 ungehindert - beispielsweise um 180°- verdreht werden, um aus einem an die Maschine 1 angekuppelten Ladewaggon 26 Ladegut zu entnehmen. Dabei wird die Fahrkabine 19 automatisch im selben Winkel mitgedreht und stellt damit kein Hindernis für den Kranausleger 12 dar. Die Bedienung des Drehkranes 10 kann über die Steuereinrichtung 18 durch eine in der Bedienerkabine 17 befindliche Arbeitskraft oder auch von der Maschine 1 distanziert über die Funkfernsteuerung 24 durchgeführt werden. Zur Erhöhung der Standsicherheit können wahlweise die Abstützeinrichtungen 8 auf das Gleis 25 abgesenkt werden. Werden beide Kranausleger 12 auf dieselbe Maschinenlängsseite in eine sekrecht zur Maschinenlängsrichtung verlaufende Position (s. strichpunktierte Linien in der linken Bildhälfte in Fig. 2) verschwenkt und synchron gesteuert, so kann beispielsweise von einem parallel zum Gleis 25 verlaufenden, nicht näher dargestellten Nachbargleis gemeinsam ein Gleisjoch angehoben und durch Verfahren der Maschine 1 auf dem Gleis 25 abtransportiert werden.

[0018] Zur Verwirklichung des Erfindungsgedankens könnte alternativ die Fahrkabine querverschiebbar am Maschinenrahmen 3 gelagert und durch einen Antrieb während des Arbeitseinsatzes derartig querverschoben werden,daß der Kranausleger 12 ungehindert einsetzbar ist.


Ansprüche

1. Maschine zur Durchführung von Gleisbauarbeiten, mit einem auf Schienenfahrwerken (2) abgestützten, einen Fahrantrieb (6) aufweisenden Maschinenrahmen (3), dem ein um eine vertikale Drehachse (9) verschwenkbarer Drehkran (10) mit einem durch Antriebe (13) höhenverstell- und teleskopisch verlängerbaren Kranausleger (12) sowie eine endseitig am Maschinenrahmen (3) positionierte, eine Steuereinrichtung (20) zur Beaufschlagung des Fahrantriebes (6) aufweisende Fahrkabine (19) zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die dem Drehkran (10) unmittelbar benachbarte Fahrkabine (19) durch einen Antrieb (16) relativ zum Maschinenrahmen (3) verschiebbar ausgebildet ist.
 
2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fahrkabine (19) für eine Verdrehbarkeit um die vertikale Drehachse (9) mit dem Drehkran (10) verbunden ist.
 
3. Maschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Fahrkabine (19) auf einer mit dem Kranausleger (12) verbundenen, um die Drehachse (9) drehbar am Maschinenrahmen (3) befestigten Kransäule (11) auf der dem Kranausleger (12) gegenüberliegenden Seite angeordnet ist.
 
4. Maschine nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß auf der - bezüglich der Längsrichtung des Kranauslegers (12) - der Fahrkabine (19) gegenüberliegenden Seite eine Bedienerkabine (17) mit einer zur Beaufschlagung der Antriebe (13,16) des Drehkranes (10) ausgebildeten Steuereinrichtung (18) auf der Kransäule (11) befestigt ist.
 
5. Maschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Fahrkabine (19) mit der Bedienerkabine (17) verbunden ist.
 
6. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß an beiden Maschinenenden jeweils ein Drehkran (10) mit einer um die Drehachse (9) verschwenkbaren Fahrkabine (19) vorgesehen ist.
 
7. Maschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß beide Drehkräne (10) unabhängig voneinander steuerbar ausgebildet sind.
 
8. Maschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß beide Drehkräne (10) vorzugsweise durch eine Funkfernsteuerung (24) synchron steuerbar sind.
 
9. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb der in vertikaler Richtung distanziert vom Maschinenrahmen (3) angeordneten und mit der Kransäule (11) verbundenen Fahrkabine (19) Gegengewichte (23) als Masseausgleich für den Kranausleger (12) vorgesehen sind.
 




Zeichnung