[0001] Die Erfindung betrifft eine Maschine zur Durchführung von Gleisbauarbeiten, mit einem
auf Schienenfahrwerken abgestützten, einen Fahrantrieb aufweisenden Maschinenrahmen,
dem ein um eine vertikale Drehachse verschwenkbarer Drehkran mit einem durch Antriebe
höhenverstell- und teleskopisch verlängerbaren Kranausleger sowie eine endseitig am
Maschinenrahmen positionierte, eine Steuereinrichtung zur Beaufschlagung des Fahrantriebes
aufweisende Fahrkabine zugeordnet ist.
[0002] Durch die EP 0 675 069 A1 ist bereits eine derartige Maschine bekannt, wobei der
verschwenkbare Drehkran auf einem Hilfsrahmen befestigt ist, der um eine vertikale
Achse drehbar am Maschinenrahmen gelagert ist. Am dem Drehkran gegenüberliegenden
Ende des Hilfsrahmens ist eine Fahrkabine vorgesehen. Mit dem Drehkran sind beispielsweise
auf einem angekuppelten Waggon gelagerte Fahrleitungsmasten entladbar. Für den Fall,
daß der Drehkran auch einen im Bereich der Fahrkabine an die Maschine angekuppelten
Waggon entladen soll, wird der gesamte Hilfsrahmen um 180° verdreht, so daß der Drehkran
neben dem genannten Waggon zu liegen kommt. Eine derartige bekannte Lösung mit einem
verschwenkbaren Hilfsrahmen ist jedoch konstruktiv relativ aufwendig.
[0003] Weitere, zum Teil schwere Eisenbahndrehkräne sind beispielsweise noch durch die EP
0 596 583 A1, US 5 100 278 sowie EP 0 136 219 A1 bekannt. Dabei ist der Drehkran jeweils
mit einer Bedienerkabine und einer Antriebseinheit zu einem Oberwagen verbunden, der
unter Bildung einer konstruktiven Einheit gemeinsam mit dem Kranausleger um die vertikale
Drehachse verschwenkbar ist.
[0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt nun in der Schaffung einer Maschine
der eingangs beschriebenen Art, mit der unter relativ geringem konstruktiven Aufwand
ein ungehinderter Einsatz des Drehkranes bei einer uneingeschränkten Eigenverfahrbarkeit
der Maschine möglich ist.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die dem Drehkran unmittelbar
benachbarte Fahrkabine durch einen Antrieb relativ zum Maschinenrahmen verschiebbar
ausgebildet ist.
[0006] Durch die verschiebbare Ausbildung der Fahrkabine ist die Einsatzmöglichkeit des
Drehkranes auch auf jenen Arbeitsbereich erweiterbar, der sich in Maschinenlängsrichtung
unmittelbar vor der Fahrkabine befindet. Damit sind beispielsweise auf einem an die
Maschine angekuppelten Waggon geladene Güter problemlos durch den Drehkran erfaßbar.
Andererseits ist auch die Fahrkabine bei einer Überstellfahrt uneingeschränkt und
insbesondere ohne Beeinflussung der Sicht auf das Gleis verwendbar.
[0007] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß die Fahrkabine für
eine Verdrehbarkeit um die vertikale Drehachse mit dem Drehkran verbunden ist. Damit
ist in besonders vorteilhafter Weise automatisch unter Vermeidung jedweder Umrüstarbeit
ein völlig ungehinderter Arbeitseinsatz des Drehkranes in einem Schwenkbereich von
360° gewährleistet, ohne damit die Eigenverfahrbarkeit der Maschine zu beeinträchtigen.
[0008] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausbildung der Erfindung kann die auf der Kransäule
drehbar befestigte Fahrkabine mit einer Bedienerkabine zur Bedienung des Kranes verbunden
sein. Dies ermöglicht unter Vermeidung einer Sicherheitsgefährdung eine direkte Zugänglichkeit
der Bedienerperson von der Fahr- zur Bedienerkabine bzw. umgekehrt.
[0009] Eine weitere vorteilhafte Ausbildung der Erfindung besteht darin, daß an beiden Maschinenenden
jeweils ein Drehkran mit einer um die Drehachse verdrehbaren Fahrkabine vorgesehen
ist. Damit ist insbesondere bei einer synchronen Steuerung beider Drehkräne insofern
ein über eine bloße Verdoppelung hinausgehender Summationseffekt erzielbar, als nunmehr
die Maschine ohne Umrüstarbeiten auch für den Transport von Gleisjochen einsetzbar
ist. Außerdem sind in besonders wirtschaftlicher Weise zwei je an einem Maschinenende
angekuppelte Waggons entladbar.
[0010] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
näher beschrieben.
[0011] Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht einer Maschine zur Durchführung von Gleisbauarbeiten mit
an beiden Maschinenenden vorgesehenen Drehkränen und Fahrkabinen, und
Fig. 2 eine Draufsicht auf die Maschine.
[0012] Die in Fig. 1 und 2 dargestellte Maschine 1 weist einen auf Schienenfahrwerken 2
abgestützten Maschinenrahmen 3 auf, dem mittig eine Mannschaftskabine 4 sowie ein
Motor 5 zugeordnet ist. Dieser dient zur Energieversorgung eines Fahrantriebes 6 sowie
sämtlicher weiterer Antriebe. An jeder Längsseite des Maschinenrahmens 3 sind drei
in Maschinenlängsrichtung voneinander distanzierte, durch Antriebe 7 höhenverstellbare
Abstützeinrichtungen 8 vorgesehen.
[0013] An beiden Maschinenenden ist jeweils ein um eine vertikale Drehachse 9 verschwenkbar
am Maschinenrahmen 3 befestigter Drehkran 10 vorgesehen. Jeder Drehkran 10 weist einen
auf einer vertikalen Kransäule 11 gelenkig befestigten Kranausleger 12 auf, der durch
Antriebe 13 höhenverstell-und verlängerbar ausgebildet ist. Ein zur Lastaufnahme vorgesehener
Kranhaken 14 ist durch eine mit einem Antrieb ausgestattete Seilwinde 15 höhenverstellbar.
Für die Verschwenkung der Kransäule 11 mitsamt dem Kranausleger 12 um die vertikale
Drehachse 9 ist ein Drehantrieb 16 vorgesehen.
[0014] Unterhalb des Kranauslegers 12 befindet sich eine Bedienerkabine 17, die auf der
Kransäule 11 befestigt ist und eine Steuereinrichtung 18 zur Beaufschlagung der Antriebe
13,16 des Drehkranes 10 aufweist. Auf der dem Kranausleger 12 gegenüberliegenden Seite
ist eine Fahrkabine 19 mit der Kransäule 11 verbunden und damit ebenfalls durch den
Drehantrieb 16 gemeinsam mit dem Drehkran 10 um die Drehachse 9 drehbar.
[0015] In jeder Fahrkabine 19 befindet sich eine Steuereinrichtung 20 zur Steuerung des
Fahrantriebes 6 sowie von Bremseinrichtungen 21, um die Maschine 1 auf einem Gleis
25 verfahren zu können. Die Fahrkabine 19 ist mit der Bedienerkabine 17 unter Bildung
eines gemeinsamen Raumes verbunden, der durch eine Tür 22 abteilbar ist. Damit kann
die Bedienungsperson nach Beendigung der Überstellfahrt ohne Verlassen der Maschine
1 ungehindert von der Fahrkabine 19 in die Bedienerkabine 17 gehen, um verschiedene
Arbeiten mit dem Drehkran 10 auszuführen. Unterhalb der Fahrkabine 19 befinden sich
Gegengewichte 23 als Masseausgleich für den Kranausleger 12 bzw. die vom Kran aufgenommene
Last. Beide Drehkräne 10 sind wahlweise auch über eine mobile Funkfernsteuerung 24
entweder unabhängig voneinander oder synchron steuerbar. Auf der Mannschaftskabine
4 ist ein lediglich schematisch angedeuteter Manipulator 27 lösbar befestigt. Dieser
dient zum Erfassen von Fahrleitungsmasten, die auf den Ladewaggons 26 gelagert sind,
und kann bedarfsweise mit dem freien Ende des Kranauslegers 12 verbunden werden.
[0016] Für die Überstellfahrt der Maschine 1 werden beide Drehkräne 10 unter Beaufschlagung
des Drehantriebes 16 derartig verschwenkt, daß sich beide Kranausleger 12 oberhalb
des Maschinenrahmens 3 (gemäß der in der linken Bildhälfte in vollen Linien und in
der rechten Bildhälfte in strichpunktierten Linien dargestellten Drehkran-Position)
befinden. In dieser Überstellposition sind beide Fahrkabinen 19 automatisch jeweils
am Maschinenende positioniert, so daß die in der Fahrkabine 19 befindliche Bedienungsperson
eine ungehinderte Sicht auf das Gleis 25 hat.
[0017] Im Arbeitseinsatz kann - wie aus der rechten Bildhälfte ersichtlich - jeder Drehkran
10 ungehindert - beispielsweise um 180°- verdreht werden, um aus einem an die Maschine
1 angekuppelten Ladewaggon 26 Ladegut zu entnehmen. Dabei wird die Fahrkabine 19 automatisch
im selben Winkel mitgedreht und stellt damit kein Hindernis für den Kranausleger 12
dar. Die Bedienung des Drehkranes 10 kann über die Steuereinrichtung 18 durch eine
in der Bedienerkabine 17 befindliche Arbeitskraft oder auch von der Maschine 1 distanziert
über die Funkfernsteuerung 24 durchgeführt werden. Zur Erhöhung der Standsicherheit
können wahlweise die Abstützeinrichtungen 8 auf das Gleis 25 abgesenkt werden. Werden
beide Kranausleger 12 auf dieselbe Maschinenlängsseite in eine sekrecht zur Maschinenlängsrichtung
verlaufende Position (s. strichpunktierte Linien in der linken Bildhälfte in Fig.
2) verschwenkt und synchron gesteuert, so kann beispielsweise von einem parallel zum
Gleis 25 verlaufenden, nicht näher dargestellten Nachbargleis gemeinsam ein Gleisjoch
angehoben und durch Verfahren der Maschine 1 auf dem Gleis 25 abtransportiert werden.
[0018] Zur Verwirklichung des Erfindungsgedankens könnte alternativ die Fahrkabine querverschiebbar
am Maschinenrahmen 3 gelagert und durch einen Antrieb während des Arbeitseinsatzes
derartig querverschoben werden,daß der Kranausleger 12 ungehindert einsetzbar ist.
1. Maschine zur Durchführung von Gleisbauarbeiten, mit einem auf Schienenfahrwerken (2)
abgestützten, einen Fahrantrieb (6) aufweisenden Maschinenrahmen (3), dem ein um eine
vertikale Drehachse (9) verschwenkbarer Drehkran (10) mit einem durch Antriebe (13)
höhenverstell- und teleskopisch verlängerbaren Kranausleger (12) sowie eine endseitig
am Maschinenrahmen (3) positionierte, eine Steuereinrichtung (20) zur Beaufschlagung
des Fahrantriebes (6) aufweisende Fahrkabine (19) zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die dem Drehkran (10) unmittelbar benachbarte Fahrkabine (19) durch einen Antrieb
(16) relativ zum Maschinenrahmen (3) verschiebbar ausgebildet ist.
2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fahrkabine (19) für eine
Verdrehbarkeit um die vertikale Drehachse (9) mit dem Drehkran (10) verbunden ist.
3. Maschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Fahrkabine (19) auf einer
mit dem Kranausleger (12) verbundenen, um die Drehachse (9) drehbar am Maschinenrahmen
(3) befestigten Kransäule (11) auf der dem Kranausleger (12) gegenüberliegenden Seite
angeordnet ist.
4. Maschine nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß auf der - bezüglich
der Längsrichtung des Kranauslegers (12) - der Fahrkabine (19) gegenüberliegenden
Seite eine Bedienerkabine (17) mit einer zur Beaufschlagung der Antriebe (13,16) des
Drehkranes (10) ausgebildeten Steuereinrichtung (18) auf der Kransäule (11) befestigt
ist.
5. Maschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Fahrkabine (19) mit der
Bedienerkabine (17) verbunden ist.
6. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß an beiden Maschinenenden
jeweils ein Drehkran (10) mit einer um die Drehachse (9) verschwenkbaren Fahrkabine
(19) vorgesehen ist.
7. Maschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß beide Drehkräne (10) unabhängig
voneinander steuerbar ausgebildet sind.
8. Maschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß beide Drehkräne (10) vorzugsweise
durch eine Funkfernsteuerung (24) synchron steuerbar sind.
9. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb der
in vertikaler Richtung distanziert vom Maschinenrahmen (3) angeordneten und mit der
Kransäule (11) verbundenen Fahrkabine (19) Gegengewichte (23) als Masseausgleich für
den Kranausleger (12) vorgesehen sind.