[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Beeinflussung der druckabhängig selbsttätigen,
periodischen Öffnungsbewegung eines Schließorganes eines Saugventils eines Hubkolben-Kompressors
mittels einer, bedarfsweise zumindest über einen Teil des Kurbelkreises auf das Schließorgan
einwirkenden Steuereinrichtung. Weiters betrifft die Erfindung auch eine entsprechende
Einrichtung zur Beeinflussung der druckabhängig selbsttätigen, periodischen Öffnungsbewegung
eines Schließorganes eines Saugventils eines Hubkolben-Kompressors, mit einer bedarfsweise
zumindest über einen Teil des Kurbelkreises auf das Schließorgan einwirkenden Steuereinrichtung,
welche einen hydraulischen Steuerzylinder aufweist, der über ein Steuerorgan periodisch
mit Druckmedium beaufschlag- und entlastbar ist.
[0002] Die Lebensdauer von zumeist saug- und druckseitig verwendeten, selbsttätigen Kompressorventilen
wird primär durch die Schlagbeanspruchung beim abwechselnden Auftreffen des eigentlichen
Schließorganes auf Sitz bzw. Fänger beeinflußt. Beim Saugventil wird durch entsprechende
Wahl der Befederung die Schließgeschwindigkeit zur Verminderung des Schließschlages
ausreichend gering gehalten. Für die Minderung des Öffnungsschlages wurde das System
der sogenannten Doppeldämpfung bekannt, bei welchem das öffnende Schließorgan nach
Überwindung eines Teilhubes auf eine in Öffnungsrichtung bewegliche Dämpferplatte
oder dergleichen schlägt, dadurch gebremst wird und anSchließend gemeinsam mit der
Dämpferplatte den Resthub überwindet, wobei die nun deutlich vergrößerte bewegte Masse
eine weitere Abnahme der Beschleunigung des Schließorganes bewirkt und sich somit
eine gegenüber einfachen derartigen Ventilen deutlich verminderte Auftreffgeschwindigkeit
des Schließorganes am Fänger ergibt.
[0003] Weiters sind Kompressoranordnungen bekannt geworden, bei denen mit Hilfe sogenannter
Abhebegreifer einerseits eine in gewissen Grenzen stufenlose Kapazitätsregelung durch
teilweises Offenhalten der Saugventile während des Kompressionstaktes bewirkt wird
und bei denen andererseits durch entsprechende Dimensionierung der Masse des Abhebegreifers
sowie die Anordnung von Bewegungsdämpfern eine Absenkung der Auftreffgeschwindigkeit
des Schließorganes beim Schließen erreicht wird.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren bzw. eine Einrichtung der eingangs genannten
Art so zu verbessern, daß die erwähnte Schlagbeanspruchung des Schließorganes bzw.
Fängers am Ende des Öffnungshubes auf einfache Weise herabgesetzt und damit ihre Auswirkung
auf die Lebensdauer des Ventils verringert wird.
[0005] Die Erfindung geht aus von der Erkenntnis, daß bei üblichen Ventilausführungen der
eingangs beschriebenen Art beim Erreichen des Druckgleichgewichtes zwischen Zylinderraum
und Saugraum das Schließorgan des Ventils unter der Wirkung von dessen Befederung
geschlossen ist. Dadurch setzt sich die Expansion des im Zylinder eingeschlossenen
Gases mit unverminderter Geschwindigkeit fort, womit in rascher Folge ein hoher Unterdruck
im Zylinderraum entsteht, der ab einem gewissen Wert unter Überwindung der Befederung
des Schließorganes eine starke momentane Beschleunigung des Schließorganes in Richtung
zum Fänger zur Folge hat.
[0006] Ausgehend von Saugventilen mit eingangs beschriebener Steuereinrichtung (beispielsweise
in Form der angesprochenen Abhebegreifer) wird gemäß der Erfindung diese vorhandene
Steuereinrichtung zur Minderung des Öffnungsschlages eingesetzt, wozu erfindungsgemäß
jeweils kurz vor Erreichen des Druckgleichgewichtes zwischen Zylinderraum und Saugraum
des Kompressors das Schließorgan unter Einwirkung der Steuereinrichtung zwangsweise
geöffnet wird. Die Steuereinrichtung bzw. der Abhebegreifer wird also wenige Grad
Kurbelwinkel vor dem Erreichen des Druckgleichgewichtes an das Schließorgan herangeführt
und dieses dadurch kurz vor Erreichen des Druckgleichgewichtes angehoben, womit die
ansonsten für selbsttätige Ventile der beschriebenen Art charakteristische Untersaugung
im Indikatordiagramm vermieden wird. Da nun das Schließorgan des Saugventils, beispielsweise
eine ein- oder mehrteilige Ventilplatte bei Erreichen des Druckgleichgewichtes geöffnet
ist, kann ein Druckausgleich zwischen Zylindervolumen und Saugraum stattfinden, womit
die Dekompressionsphase im Zylinder beendet ist. Der sich in der Folge einstellende
maximale Unterdruck im Zylinderraum ist nur mehr durch den Drosselverlust des bereits
geöffneten Ventils bestimmt und wesentlich geringer als im vorher angesprochenen konventionellen
Fall. Der ein weiteres Öffnen des Schließorgans des Saugventils bewirkende Differenzdruck
ist deutlich abgemindert, woraus sich auch eine wesentlich geringe Beschleunigung
bzw. Auftreffgeschwindigkeit des Schließorgans am Fänger ergibt.
[0007] Wesentlich dabei ist, daß das Schließorgan knapp vor dem Erreichen des Druckgleichgewichtes
durch die Steuereinrichtung geöffnet wird. Bei den bisher bekannten Ausführungen mit
Kompressorsteuerung über einen Abhebegreifer wird dieser mittels einer Feder an das
Schließorgan bzw. die Ventilplatte angedrückt und liegt auf alle Fälle dort bereits
einige Zeit vor dem Erreichen des Druckgleichgewichtes an. Die durch diese Andruckfeder
bewirkte zusätzliche Öffnungskraft kann das Schließorgan unter Umständen ebenfalls
bereits vor Erreichen des Druckgleichgewichtes öffnen. Dabei muß allerdings die Masse
des Abhebegreifers durch die Federkraft gegen den Überdruck im Zylinderraum beschleunigt
werden. Da die Masse derartiger Abhebegreifer verglichen mit der Masse der verwendeten
Schließorgane zwangsweise relativ groß ist, ergibt sich auf alle Fälle nur eine geringe
Beschleunigung und die dadurch unter Umständen bewirkte vorzeitige Öffnung des Schließorgans
ist von untergeordneter Größenordnung. Der mit der vorliegenden Erfindung angestrebte
und erzielte Effekt der Herabsetzung der Aufschlaggeschwindigkeit des Schließorgans
am Fänger tritt dabei nicht auf.
[0008] Wird hingegen gemäß der vorliegenden Erfindung die Steuereinrichtung knapp vor Erreichen
des Druckgleichgewichtes zugestellt, sodaß der Impuls beispielsweise des Abhebegreifers
ausreicht, das Schließorgan bzw. die Ventilplatte bereits vor Erreichen des Druckgleichgewichtes
zu öffnen, so ergibt sich eine für die Erzielung des gewünschten Effekts ausreichende
vorzeitige, bleibende Öffnung des Schließorgans.
[0009] Die zwangsweise Öffnung des Schließorgans, die vorzugsweise im Bereich von 20° bis
0° Kurbelwinkel vor Erreichen des Druckgleichgewichtes zwischen Zylinder- und Saugraum
erfolgt, wird in weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung durch einen Stoß
der Steuereinrichtung auf das Schließorgan eingeleitet, wobei der Kurbelwinkel bzw.
Zeitpunkt des Stoßes, sowie das Masseverhältnis und die Relativgeschwindigkeit der
Stoßpartner so gewählt werden, daß nach erfolgtem Stoß die Öffnungsgeschwindigkeit
des Schließorgans bis zum Anschlag am Fänger nicht auf Null und vorzugsweise nicht
unter 10 % jener Geschwindigkeit sinkt, welche unmittelbar nach dem Stoß auftritt.
Damit ist sichergestellt, daß die vorzeitig eingeleitete Öffnungsbewegung des Schließorganes
nicht zufolge eines zu geringen Anfangsimpulses unter der Wirkung der Befederung des
Schließorganes bzw. des noch im Zylinder wirksamen Überdruckes wieder zum Stillstand
kommt bzw. umgekehrt wird, da dann für das nachfolgende, rein druckbedingte Öffnen
des Schließorganes wiederum die eingangs beschriebenen Nachteile der konventionellen
Ausführungen bzw. Verfahren zutreffen würden.
[0010] Eine weiters bevorzugte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens, wobei die
Steuereinrichtung einen hydraulischen Steuerzylinder aufweist, der über ein Steuerorgan
periodisch mit Druckmedium beaufschlagt und entlastet wird, ist vorgesehen, daß der
die periodische Öffnung des Schließorgans bewirkende Druck am Steuerzylinder bzw.
Steuerorgan - oder aber der Volumenstrom des Druckmediums, vorzugsweise über eine
Messung des Druckabfalles an einer im Zulauf zum Steuerorgan eingesetzten Drossel
- überwacht und zur indirekten Ermittlung bzw. Überwachung der Öffnungsgeschwindigkeit
des Schließorganes verwendet wird.
[0011] Das Steuerorgan der erfindungsgemäß ausgestalteten Einrichtung kann dabei bevorzugt
ein elektrisch schaltendes 3/2-Wegeventil aufweisen, dessen Ansteuerungselektronik
mit einer Auswerteeinheit verbunden ist, welche weiters mit zumindest einem Meßsensor
zur Überwachung der Öffnungsbewegung des Schließorganes in Verbindung steht.
[0012] Die Steuereinrichtung bzw. der angesprochene Abhebegreifer wird dabei also hydraulisch
betätigt, wobei die Zustellbewegung bevorzugt über ein elektrisch schaltendes, schnelles
Wegeventil eingeleitet wird. Der Zeitpunkt des Beginns der entsprechenden Zustellbewegung
ist durch die Umschaltung dieses Wegeventils bestimmt und kann durch eine geeignete
Vorrichtung mit Vorgabe, beispielsweise des Umschaltkurbelwinkels, oder durch ein
Regelsystem, welches den optimalen Zeitpunkt festlegt, vorgegeben werden.
[0013] Gemäß einer Variante der oben angesprochenen Verfahrensausgestaltung kann der Hydraulikdruck
im Zulauf beispielsweise des erwähnten 3/2-Wegeventils gemessen werden. Vor dem Öffnen
dieses Ventils wird dabei am Meßort im wesentlichen der Systemdruck in der Zulaufleitung
gemessen. Das nachfolgende Öffnen des Ventils bewirkt eine Verdünnungswelle, die sich
mit Schallgeschwindigkeit in der Zulaufleitung ausbreitet. Am Meßort wird ein steiler
Abfall auf den Umgebungsdruck auftreten. Sobald die Reflexionen der Verdünnungswelle
am Meßort eintreffen, schwankt der Druck maximal zwischen Systemdruck und Umgebungsdruck.
Während der nun ablaufenden Bewegung der Steuereinrichtung bzw. des Abhebegreifers
klingen die Druckpulsationen ab. Die Frequenz dieser Pulsationen wird durch den Abstand
des 3/2-Wegenventils vom nächsten in der Zulaufleitung angeordneten hydro-pneumatischen
Pulsationsdämpfer oder anderem Ausgleichsbehälter bestimmt.
[0014] Sobald die zugestellte Steuereinrichtung abgebremst wird, bewirkt die Verzögerung
der noch immer nachströmenden Hydraulikmedium-Säule eine stromauf laufende Verdichtungswelle,
die als steiler Anstieg des Druckes am Meßort zu beobachten ist. Der am Meßort aufgezeichnete
Druck schwankt ab diesem Zeitpunkt um einen deutlich höheren Wert als vorher. Erreicht
die Steuereinrichtung das Schließorgan und kommt auf diesem zum Stillstand, weil der
Zustellzeitpunkt zu früh gewählt wurde und beim Erreichen des Schließorganes durch
die Steuereinrichtung noch ein zu hoher Zylinderraumdruck vorliegt, so tritt die beschriebene
Druckerhöhung auf bzw. kann diese beobachtet werden.
[0015] Sobald der Druck im Zylinderraum den Saugdruck erreicht hat, setzen sich nun das
Schließorgan und die Steuereinrichtung zusammen erneut in Bewegung, was durch ein
abermaliges Absinken des Hydraulikmediumdruckes beobachtet werden kann. Erreicht dann
die Steuereinrichtung samt Schließorgan die durch den Ventilfänger definierte Hubendlage,
so wird dies am Meßort durch einen erneuerten rapiden Druckanstieg feststellbar.
[0016] Bei einer zeitlich optimalen Umschaltung des Steuerorgans bzw. des 3/2-Wegeventils
kann die Steuereinrichtung bzw. der Abhebegreifer das Schließorgan bzw. die Ventilplatte
unmittelbar aufschlagen. Erst nach der durch den Ventilfänger bestimmten Endlage verbleibt
das Schließorgan samt Steuereinrichtung in Ruhe, womit der oben beschriebene Druckanstieg
am Meßort während eines Arbeitstaktes des Kompressors nur einmal auftritt.
[0017] Bei einer zu späten Umschaltung des Steuerorganes bzw. 3/2-Wegeventils wird die Steuereinrichtung
ebenfalls erst bei Erreichen der durch den Fänger bestimmten Endlage gestoppt. Es
ergibt sich damit als optimaler Umschaltzeitpunkt des Steuerorgans bzw. des 3/2-Wegeventils
der früheste Zeitpunkt, bei dem der vorstehend beschriebene steile Druckanstieg nur
einmal pro Arbeitstakt des Kompressors festzustellen ist. Dies gilt auch falls das
Schließorgan nach Erreichen der Endlage zurückprallt und mit der noch in Bewegung
befindlichen Steuereinrichtung kollidiert. Das Verhältnis von Masse der Steuereinrichtung
zur Masse des Schließorgans bedingt in diesem Fall nur eine geringfügige Abbremsung
der Steuereinrichtung und keine signifikant feststellbare Verdichtungswelle.
[0018] Als weitere Möglichkeit den eigentlich interessierenden Bewegungsverlauf des erfindungsgemäß
vorzeitig geöffneten Schließorgans über den Verlauf des die periodische Öffnung des
Schließorgans bewirkenden Druck am Steuerzylinder bzw. der Steuereinrichtung zu ermitteln
besteht darin, den momentanen Druckabfall an einer im Zulauf zum Steuerorgan eingesetzten
Drossel zu überwachen. Diese Drossel ist entsprechend zu dimensionieren, sodaß sich
bei den zu erwartenden Geschwindigkeiten ein meßbarer Abfall des Mediumdruckes hinter
der Drossel ergibt. Setzt nun die Bewegung der Steuereinrichtung bzw. eines Abhebegreifers
ein, so steigt auch der an der Drossel gemessene Differenzdruck. Erreicht die Steuereinrichtung
das Schließorgan und kommt auf diesem zum Stillstand, weil der Zustellzeitpunkt zu
früh gewählt wurde und beim Erreichen des Schließorganes durch die Steuereinrichtung
noch ein zu hoher Zylinderraumdruck vorliegt, so erreicht der an der Drossel festzustellende
Differenzdruck ein Minimum. Erst wenn dann der Druck im Zylinderraum weiter fällt,
setzt die Bewegung der Steuereinrichtung wiederum ein, wonach wiederum ein Anstieg
des Differenzdruckes an der Drossel feststellbar ist. Eine optimale Einstellung ist
in diesem Falle dann gegeben, wenn der frühest mögliche Zustellzeitpunkt eingestellt
wird, bei welchem das beschriebene Minimum des Differenzdruckes an der Drossel zufolge
einer vollständigen Abbremsung des Greifers an der Ventilplatte bzw. der Steuereinrichtung
am Schließorgan nicht mehr beobachtbar ist.
[0019] Gemäß einer anderen bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann aber auch der Verlauf
des Indikatordruckes im Zylinderraum überwacht und der Zeitpunkt der Öffnung des Schließorganes
so gewählt werden, daß die Untersaugungsspitze im Indikatordiagramm minimiert bzw.
zum Verschwinden gebracht ist. Anstelle des Indikatordiagrammes kann aber natürlich
auch eine Darstellung des Druckes über dem Kurbelwinkel oder über der Zeit verwendet
werden.
[0020] Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann der Kurbelwinkel
bzw. Zeitpunkt der Öffnung des Schließorganes aber auch so gewählt werden, daß die
Intensität des über eine Vibrationsüberwachung im Ventilbereich festgestellten Öffnungsschlages
minimiert wird. Der Öffnungsschlag von Ventilen bewirkt eine impulsartige Anregung
der Eigenschwingungen der Ventilhaltevorrichtungen. Diese Körperschallschwingungen
klingen innerhalb einer charakteristischen Zeit rasch ab. Die Intensität des Öffnungsschlages
kann nun in beschriebener Weise durch Messung der beispielsweise am Ventildeckel auftretenden
Beschleunigungen in Richtung der Ventilachse im Zeitfenster nach dem Ventilöffnen
bis nach Ablauf der für das Abklingverhalten charakteristischen Zeit quantifiziert
werden. Diese feststellbaren Beschleunigungen liegen üblicherweise in sehr hohen Frequenzbereichen.
Für die Beurteilung des Öffnungsschlages kann deshalb die aus der Aufzeichnung der
Hüllkurve der Schwingungen oder, in besonders einfacher Weise, des Verlaufs der Amplitude
durch Tiefpassfilterung des gleichgerichteten Schwingsignals abgeleitete Intensität
der Schwingungen herangezogen werden. Damit kann der optimale Zustellzeitpunkt der
Steuereinrichtung bzw. eines Abhebegreifers oder dergleichen in vorteilhafter Weise
direkt durch eine Minimierung der Intensität der durch den Öffnungsschlag des Ventiles
verursachten Schwingungen ermittelt werden.
[0021] Da Kompressoranlagen für verschiedenste Anwendungen oft unter praktisch konstanten
Verhältnissen laufen, ist eine weitere Ausgestaltung der Erfindung von Vorteil, gemäß
welcher die Wahl bzw. Einstellung des Beginns der Zustellung der Steuereinrichtung
nur bei Inbetriebnahme bzw. Inspektion des Kompressors erfolgt. In diesem Falle reicht
die Optimierung des Zustellzeitpunktes unter Anwendung spezieller Inbetriebnahme-
bzw. Inspektionsmeßgeräte, welche die Anwendung der oben beschriebenen Verfahren erlauben.
[0022] Bei Kompressoren, die bei schwankenden Betriebsbedingungen, wie etwa schwankenden
Druckverhältnissen, Gasen mit schwankenden Isentropenexponenten oder dergleichen,
betrieben werden, kann in bevorzugter weiterer Ausgestaltung der Erfindung auch vorgesehen
sein, eine laufende Überwachung und Anpassung des Beginns der Zustellung der Steuereinrichtung
durchzuführen. Hiefür wird dann eine kontinuierliche Überwachung einer der oben angeführten
Meßgrößen und das periodische Durchlaufen der beschriebenen Optimierungsvorgänge nötig.
[0023] Die Erfindung wird im folgenden noch anhand der in der Zeichnung schematisch dargestellten
Ausführungsbeispiele bzw. der zugehörigen Diagramme näher erläutert. Fig. 1 zeigt
dabei ein Prinzipschaltbild zu Verfahren und Einrichtung nach der vorliegenden Erfindung,
Fig. 2 ein Schemabild einer anderen Einrichtung nach der Erfindung bzw. zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens, Fig. 3 den zeitlichen Verlauf des Hubes des Schließorgans
für verschiedene Zustellzeitpunkte der Steuereinrichtung, Fig. 4 den entsprechenden
Verlauf der Öffnungsgeschwindigkeit eines gemäß Fig. 3 betätigten Schließorganes,
Fig. 5 den zeitlichen Verlauf des Druckes im Zylinderraum knapp vor und nach Erreichen
des Druckgleichgewichtes zwischen Zylinderraum und Saugraum, Fig. 6 zeigt beispielhaft
den Effekt der Variation des Zeitpunktes bzw. Kurbelwinkels der zwangsweisen Zustellung
der Steuereinrichtung auf die Intensität des durch das Saugventilöffnen bzw. den Öffnungsschlag
hervorgerufenen Beschleunigungs- bzw. Vibrationssignals, und Fig. 7 bis 10 zeigen
jeweils Varianten von schematischen Einrichtungen zur Durchführung von Verfahrensausgestaltungen
nach der vorliegenden Erfindung.
[0024] Der in Fig. 1 schematisch dargestellte Hubkolbenkompressor weist eine Kurbelwelle
1 auf, an der ein Schwungrad 2 angeflanscht ist und welche über Pleuel bzw. Schubstangen
3 jeweils Kolben 4 von doppeltwirkenden Zylindern 5 betätigt. Über die oszilierende
Bewegung der Kolben 4 wird Gas über Saugventile 6 angesaugt, deren Schließorgan 7
sich zwischen einem Fänger 8 und dem Ventilsitz 9 bewegen kann. Das angesaugte Gas
wird nach dem selbsttätigen Schließen des jeweiligen Saugventils 6 im Zylinder 5 verdichtet
bzw. über die hier ebenfalls selbsttätigen Druckventile 10 ausgeschoben.
[0025] Die druckabhängig selbsttätige periodische Öffnungsbewegung der Schließorgane 7,
beispielsweise einer Ventilplatte oder dergleichen, der Saugventile 6 wird mittels
einer, bedarfsweise zumindest über einen Teil des Kurbelkreises auf das Schließorgan
7 einwirkenden Steuereinrichtung 12 beeinflußt. Diese Steuereinrichtung 12 kann beispielsweise
einen hier nur angedeuteten Abhebegreifer 13 aufweisen, der über einen hydraulischen
Steuerzylinder 14 das Schließorgan 7 jeweils kurz vor Erreichen des Druckgleichgewichtes
zwischen Zylinderraum 15 und außerhalb des Saugventils 6 liegendem Saugraum des Kompressors
zwangsweise öffnet. Die Steuereinrichtung 12 umfaßt neben dem Steuerzylinder 14 eine
hier nicht weiter dargestellte elektronische Ansteuerung, welche mittels einer Busverbindung
16 koordiniert wird, die den Informationsaustausch zwischen der Steuereinrichtung
12 und einer Auswerteeinheit 17 bewirkt.
[0026] Der Auswerteeinheit 17 ist über eine Leitung 18 das Signal eines am Schwungrad 2
angeordneten Gebers 19 für Totpunkt bzw. Kurbelwinkel zugeführt, womit die über die
Abhebegreifer 13 erfolgende Beeinflußung der Schließorgane 7 mit der oszillierenden
Bewegung der Kolben 4 synchronisiert werden kann.
[0027] In Fig. 2 ist die Steuereinrichtung 12 aus Fig. 1 an einem der beiden Saugventile
6 detaillierter dargestellt. Der auf das Schließorgan 7 des Saugventils 6 wirkende,
wiederum nur symbolisch dargestellte Abhebegreifer 13 wird durch einen hydraulischen
Steuerzylinder 14 betätigt. Das über eine Zulaufleitung 21 gespeiste Hydraulikfluid
kann in der dargestellten Stellung eines hier als 3/2-Wegeventil 20 ausgebildeten
Steuerorgans 22 auf den Steuerzylinder 14 wirken und somit den Abhebegreifer 13 an
das Schließorgan 7 andrücken. Sobald der Kolben 4 Gas über das mittels des Abhebegreifers
13 geöffnete Ventil 6 zurückschiebt, setzen am Schließorgan 7 Gaskräfte an, die das
Ventil 6 zu schließen suchen. Zufolge der Wirkung eines Rückschlagventils 23 ist das
im Steuerzylinder 14 eingesperrte Hydraulikfluid am Rückfluß behindert und dadurch
das Schließorgan 7 des Saugventils 6 in der geöffneten Lage blockiert.
[0028] Erst beim Umschalten des Ventils 20 durch Bestromung einer Spule 24 wird der Steuerzylinder
14 mit einer Abströmleitung 25 verbunden und dadurch die Schließbewegung des Saugventils
6 eingeleitet bzw. ermöglicht. Die Anspeisung der Spule 24 erfolgt dabei durch eine
in einem Gehäuse 26 angeordnete elektronische Schaltung, die damit die zeitliche Betätigung
des Ventils 20 bestimmt. Die entsprechenden Betätigungszeitpunkte werden einerseits
durch Synchronimpulse, die über die Busverbindung 16 an die Elektronik gesandt werden,
und andererseits durch ebenfalls über die Busverbindung 16 mitgeteilte Parameter,
wie den zeitlichen Abstand, ausgedrückt in Grad Kurbelwinkel (°KW), der Schaltzeitpunkte
zum Synchronimpuls des Gebers 19, festgelegt. In der Auswerteeinheit 17 werden für
jede Steuereinrichtung 12 jene Winkel des Kurbelkreises (Schwungrad 2) festgelegt,
bei denen durch Anspeisung der Spule 24 das Ventil 20 aufgesteuert (Winkel: KWon),
bzw. abgesteuert (KWoff) wird.
[0029] Fig. 3 zeigt typische Verläufe der Öffnungsbewegung eines Schließorgans (7 in Fig.
1 und 2) eines Saugventils (6 in Fig. 1 und 2), welches nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren angesteuert wird. Dabei wird der auf der Senkrechten aufgetragene Hub als
auf den Gesamthub des Schließorgans bezogener relativer Hub über einer dimensionslosen
Verhältniszeit aufgetragen. Der Zeitmaßstab ist so gewählt, daß bei Erreichen des
in der Darstellung oberen Bewegungsendpunktes die dimensionslose Zeit mit -1 und bei
Erreichen des unteren Bewegungsendpunktes mit 0 festgelegt wird. Fig. 4 zeigt den
zu Fig. 3 gehörigen Verlauf der Geschwindigkeit des Schließorgans über der dimensionslosen
Verhältniszeit, wobei ein geeigneter, nicht näher interessierender Geschwindigkeitsmaßstab
gewählt wurde. Fig. 5 zeigt entsprechend die Verläufe des Drucks im Kompressorzylinder.
[0030] Die mit A bezeichneten Kurven repräsentieren den Fall, bei dem der Abhebegreifer
(13 in Fig. 1 und 2) zu spät zugestellt wird. Das Schließorgan 7 öffnet ausschließlich
unter der Wirkung des Differenzdruckes zwischen Zylinderraum und Saugraum des Kompressors.
Der rasche Abfall des Zylinderdruckes nach dem Durchschreiten des Druckgleichgewichts
bewirkt eine starke Beschleunigung des Schließorgans, eine hohe Auftreffgeschwindigkeit
auf dem Fänger (8 in Fig. 1 und 2) und somit einen starken und unerwünschten öffnungsschlag.
Gegebenenfalls kann dabei das Schließorgan unter der Wirkung der üblichen Ventilbefederung
auch wieder zurückprallen und erst nach einem oder mehreren Stößen in der Offenstellung
zur Ruhe kommen.
[0031] Die mit B bezeichneten Kurven representieren den Öffnungsverlauf für einen entsprechend
der vorliegenden Erfindung optimierten Zustellzeitpunkt des Abhebegreifers (13 in
Fig. 1 und 2). Wie aus Fig. 5 hervorgeht, wird dabei das Schließorgan des Saugventils
knapp vor dem Erreichen des Druckgleichgewichtes zufolge der Wirkung des Greiferstoßes
aufgedrückt, sodaß bei Erreichen des Druckgleichgewichts zwischen Zylinderraum und
Saugraum das Saugventil bereits zu einem guten Teil geöffnet ist. Dadurch kann die
Füllung des Zylinderraums (15 in Fig. 1 und 2) mit Gas unmittelbar nach dem Durchschreiten
des Druckgleichgewichts beginnen. Die bei konventionell ausgebildeten Saugventilen
auftretende und eingangs beschriebene Untersaugungsspitze wird weitgehend vermieden.
Folglich greifen am Schließorgan des Saugventils gegenüber einem konventionell ausgebildeten
Saugventil deutlich verringerte Öffnungskräfte an und - wie aus Fig. 4 hervorgeht
- trifft das Schließorgan mit deutlich verminderter Auftreffgeschwindigkeit auf dem
Fänger des Ventils auf.
[0032] Wird hingegen der Abhebegreifer (13 in Fig. 1 und 2) gemäß den mit C bezeichneten
Kurven zu früh zugestellt, so bremst der im Kompressorzylinder noch vorhandene Überdruck
die eingeleitete Öffnungsbewegung des Saugventils rasch ab und das System Greifer
plus Schließorgan kommt wieder zum Stillstand. Erst wenn dann Öffnungskraft und Differenzdruck
einander die Waage halten, kann die Öffnungsbewegung wieder beginnen. Da das Schließorgan
in diesem Fall bei Erreichen des Druckgleichgewichts nur wenig geöffnet ist, fällt
der Zylinderdruck ähnlich wie bei zu später Zustellung des Abhebegreifers rasch ab
und eine starke Untersaugung tritt ein. Auf das Schließorgan wirken daher nach kurzer
Zeit hohe Öffnungskräfte, sodaß es wiederum mit hoher Geschwindigkeit auf den die
Öffnung begrenzenden Fänger geschlagen wird.
[0033] Nur der Vollständigkeit halber ist hier zu bemerken, daß in einem konkreten Ausführungsbeispiel
die mit A bezeichneten Kurven einem KWoff von 38°, die mit B bezeichneten Kurven einem
KWoff von 34° und die mit C bezeichneten Kurven einem KWoff von 32° entsprechen.
[0034] Fig. 6 zeigt anhand von Meßergebnissen mit einer anderen Ausführung den Einfluß des
Zeitpunktes der Zustellung des Abhebegreifers (13 in Fig. 1 und 2) auf den Öffnungsschlag.
Über der Zeit in ms sind für verschiedene Zeitpunkte bzw. Kurbelwinkel der Zustellung
des Abhebegreifers die am Ventilnest gemessenen Vibrationen bzw. Beschleunigungen
aufgetragen. Die mit D bezeichnete Kurve entspricht KWon = 13°; E entspricht KWon
= 11°, F entspricht KWon = 9° und G entspricht KWon = 7°. Ebenfalls in Fig. 6 dargestellt
ist der zeitliche Verlauf des Indikatordruckes (Zylinderinnenraum) - die entsprechende
Kurve ist mit H bezeichnet.
[0035] Zum Zeitpunkt t
1 erkennt man deutlich den Öffnungsschlag des Saugventils in Form einer rasch abklingenden
impulserregten Schwingung. Das Schließen des Saugventils wird durch die ab Zeitpunkt
t
2 auftretenden Vibrationen angezeigt. Kurve D gibt das Vibrationssignal für einen deutlich
zu spät gewählten Zeitpunkt der Greiferzustellung wieder. Bei den weiteren Kurven
E, F und G wurde der Zustellzeitpunkt bzw. -kurbelwinkel des Abhebegreifers (13 in
Fig. 1 und 2) jeweils um 2 °KW vorverlegt. Man erkennt dabei deutlich eine Reduktion
des Öffnungsschlages und der dadurch ausgelösten Vibrationen.
[0036] Fig. 7 zeigt in ähnlicher Darstellung wie Fig. 2 ein Beispiel für die Anwendung des
erfindungsgemäßen Verfahrens zur indirekten Ermittlung der Öffnungsgeschwindigkeit
des Schließorgans 7 mittels einer Überwachung des Hydraulikmediumdruckes, der die
periodische Öffnung des Schließorgans 7 bewirkt. Hierbei wird ein über eine Leitung
27 mit der Zulaufleitung 21 in Verbindung stehender Meßsensor 28 für den Zulaufdruck
verwendet, dessen Meßsignale von der im Gehäuse 26 angeordneten Elektronikschaltung
ausgewertet werden.
[0037] Abbildung 8 betrifft eine Variante des Verfahrens, bei der zur indirekten Überwachung
der Öffnungsgeschwindigkeit des Dichtelementes 7 eine Messung bzw. Überwachung des
Druckabfalls an einer in der Zulaufleitung 21 zum Steuerorgan 22 eingesetzten Drossel
29 mittels eines den Differenzdruck vor und hinter der Drossel 29 aufnehmenden Meßsensors
28 durchgeführt wird.
[0038] Bei der Fig. 9 behandelten Variante wird der Zeitpunkt der erzwungenen Öffnung des
Schließorgans 7 so gewählt, daß die Intensität des mittels des Meßsensors 28 über
eine Vibrationsüberwachung im Ventilbereich festgestellten Öffnungsschlages minimiert
wird. Der als Beschleunigungssensor wirkende Meßsensor 28 könnte abgesehen von der
Anbringung an der Steuereinrichtung 12 auch unmittelbar am Zylinder 5 an geeigneter
Stelle, beispielsweise in unmittelbarer Nähe des Saugventils 6, angebracht sein. Signale
des Meßsensors 28 werden wiederum in der im Gehäuse 26 auf nicht dargestellte Weise
angeordneten Schaltungselektronik ausgewertet und zur Festlegung der Einleitung des
Öffnungsvorganges des Schließorgans 7 herangezogen.
[0039] Bei der Ausführung nach Fig. 10 wird der Zeitpunkt der Einleitung der Öffnung des
Schließorgans 7 so gewählt, daß die Untersaugungsspitze im Indikatordiagramm minimiert
wird. Der Indikatordruck wird hier mittels des als Druckaufnehmer ausgebildeten Meßsensors
28 gemessen, dessen Signal über einen Meßverstärker 30 verstärkt und mit Hilfe eines
geeigneten Anzeigegerätes 31 als Indikatordiagramm über dem Kolbenhub dargestellt
oder alternativ auch als Zeitsignal zur Anzeige gebracht wird. Mittels der Auswerteeinheit
17 kann auch hier wiederum der Zeitpunkt der Öffnung des Schließorgans so gewählt
werden, daß in erwähnter Weise die Untersaugungsspitze im Indikatordiagramm minimiert
wird.
[0040] Soweit zumindest von der Funktion her gleich oder vergleichbar wurden in den Fig.
1, 2 und 7 bis 10 für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen verwendet. Zur Vermeidung
von Wiederholungen wird bezüglich der Funktion einzelner später nicht mehr angesprochener
Komponenten auf die Ausführungen zu Fig. 1 und 2 verwiesen.
1. Verfahren zur Beeinflussung der druckabhängig selbsttätigen, periodischen Öffnungsbewegung
eines Schließorganes eines Saugventils eines Hubkolben-Kompressors mittels einer,
bedarfsweise zumindest über einen Teil des Kurbelkreises auf das Schließorgan einwirkenden
Steuereinrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils kurz vor Erreichen des Druckgleichgewichtes zwischen Zylinderraum und
Saugraum des Kompressors das Schließorgan unter Einwirkung der Steuereinrichtung zwangsweise
geöffnet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zwangsweise Öffnung im
Bereich von 20° bis 0° Kurbelwinkel vor Erreichen des Druckgleichgewichtes zwischen
Zylinder- und Saugraum erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zwangsweise Öffnung
durch einen Stoß der Steuereinrichtung auf das Schließorgan eingeleitet wird, wobei
der Kurbelwinkel bzw. Zeitpunkt des Stoßes, sowie das Masseverhältnis und die Relativgeschwindigkeit
der Stoßpartner so gewählt werden, daß nach erfolgtem Stoß die Öffnungsgeschwindigkeit
des Schließorganes bis zum Anschlag an einem Fänger nicht auf Null und vorzugsweise
nicht unter 10% jener Geschwindigkeit sinkt, welche unmittelbar nach dem Stoß auftritt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, wobei die Steuereinrichtung einen hydraulischen Steuerzylinder
aufweist, der über ein Steuerorgan periodisch mit Druckmedium beaufschlagt und entlastet
wird, dadurch gekennzeichnet, daß der die periodische Öffnung des Schließorgans bewirkende
Druck am Steuerzylinder bzw. Steuerorgan überwacht und zur indirekten Ermittlung bzw.
Überwachung der Öffnungsgeschwindigkeit des Schließorganes verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3, wobei die Steuereinrichtung einen hydraulischen Steuerzylinder
aufweist, der über ein Steuerorgan periodisch mit Druckmedium beaufschlagt und entlastet
wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Volumenstrom des Druckmediums, vorzugsweise
über eine Messung des Druckabfalles an einer im Zulauf zum Steuerorgan eingesetzten
Drossel, überwacht und zur indirekten Ermittlung bzw. Überwachung der Öffnungsgeschwindigkeit
des Schließorganes verwendet wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Verlauf des Indikatordruckes im Zylinderraum überwacht und der Zeitpunkt der
Öffnung des Schließorganes so gewählt wird, daß die Untersaugungsspitze im Indikatordiagramm
minimiert ist.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kurbelwinkel bzw. Zeitpunkt der Öffnung des Schließorganes so gewählt wird,
daß die Intensität des über eine Vibrationsüberwachung im Ventilbereich festgestellten
Öffnungsschlages minimiert wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Wahl bzw.
Einstellung des Beginns der Zustellung der Steuereinrichtung nur bei Inbetriebnahme
bzw. Inspektion des Kompressors erfolgt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß bei Kompressoren,
die bei schwankenden Betriebsbedingungen, wie etwa schwankenden Druckverhältnissen,
Gasen mit schwankenden Isentropenexponenten und dergleichen, betrieben werden, eine
laufende Überwachung und Anpassung des Beginns der Zustellung der Steuereinrichtung
erfolgt.
10. Einrichtung zur Beeinflussung der druckabhängig selbsttätigen, periodischen Öffnungsbewegung
eines Schließorganes eines Saugventils eines Hubkolben-Kompressors, mit einer bedarfsweise
zumindest über einen Teil des Kurbelkreises auf das Schließorgan einwirkenden Steuereinrichtung,
welche einen hydraulischen Steuerzylinder aufweist, der über ein Steuerorgan periodisch
mit Druckmedium beaufschlag- und entlastbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerorgan ein elektrisch schaltendes 3/2-Wegeventil aufweist, dessen Ansteuerungselektronik
mit einer Auswerteeinheit verbunden ist, welche weiters mit zumindest einem Meßsensor
zur Überwachung der Öffnungsbewegung des Schließorganes in Verbindung steht.