[0001] Die Erfindung betrifft einen Spreizanker mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs
1. Aus der DE-G 82 17 517 ist ein derartiger Spreizanker bekannt. Der bekannte Spreizanker
weist einen stiftförmigen Schaft auf, der zur Bildung von Spreizschenkeln von einem
vorderen Ende her geschlitzt ist und der mit einem Längsloch versehen ist, das von
einem hinteren Ende bis in den Schlitz hineinverläuft. Im Längsloch ist ein stiftförmiges
Spreizelement aufgenommen. Dieses befindet sich bei nicht gespreiztem Spreizanker
außerhalb des Schlitzes. Zum Auseinanderspreizen der Spreizschenkel wird das Spreizelement
in den Schlitz zwischen die Spreizschenkel eingetrieben, wodurch diese auseinandergespreizt
werden. Auf diese Weise läßt sich der Spreizanker in einem Mauerwerk verankern.
[0002] Es tritt allerdings das Problem auf, den Spreizanker in Mauerwerken aus unterschiedlichsten
Werkstoffen, also beispielsweise in hartem Beton ebenso wie in weichem Gasbeton, in
Ziegel- oder in Hohlblocksteinen, sicher zu verankern. Erschwerend kommt hinzu, daß
der Bohrlochdurchmesser auch bei Verwendung eines Bohrers eines bestimmten Durchmessers
aufgrund der Härte des Mauerwerks oder infolge von Bohrlochausbrüchen, beispielsweise
beim Erreichen von Hohlräumen im Mauerwerk, unterschiedlich groß sein kann. Des weiteren
kann der Schaff des Spreizankers, wenn er aus Kunststoff hergestellt ist, beim Versuch
des Eintreibens des Spreizelements in den Schlitz, abreißen, wenn der Spreizanker
in einem engen Bohrloch in hartem Werkstoff, also beispielsweise in Beton gesetzt
werden soll.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Spreizanker der eingangs genannten
Art so auszubilden, daß er eine sichere Verankerung in Mauerwerk aus unterschiedlichsten
Werkstoffen gewährleistet.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0005] Das Spreizelement des erfindungsgemäßen Spreizankers ist in Querrichtung elastisch
oder plastisch verformbar. Auf diese Weise wird eine unterschiedlich große Aufspreizung
der Spreizbacken abhängig vom Bohrlochdurchmesser und von der Härte des Mauerwerkstoffs
erreicht. In einem engen Bohrloch in hartem Mauerwerk wie beispielsweise Beton werden
die Spreizbacken nur wenig auseinandergespreizt, sie werden im wesentlichen an eine
Bohrlochwandung angedrückt und der Spreizanker auf diese Weise im Bohrloch verspannt.
Das Spreizelement wird stark in Querrichtung zusammengedrückt. Es wird vermieden,
daß der Schaft beim Eintreiben des Spreizelements in den Schlitz abreißt. Bei großem
Bohrlochdurchmesser in hartem Mauerwerk werden die Spreizschenkel weiter auseinandergespreizt
und mit in etwa gleicher Kraft gegen die Bohrlochwandung gedrückt wie im engen Bohrloch.
Wird dagegen der erfindungsgemäße Spreizanker in weiches Mauerwerk, beispielsweise
Gasbeton, gesetzt oder erreicht er einen Hohlraum im Mauerwerk, so werden die Spreizschenkel
des Schafts weit auseinandergespreizt und der Spreizanker dadurch formschlüssig im
Mauerwerk verankert. Das Spreizelement wird dabei nicht oder nur wenig in Querrichtung
zusammengedrückt, wenn es in den Schlitz eingetrieben wird. Auf diese Weise wird eine
sichere Verankerung in Bohrlöchern verschiedenen Durchmessers und in unterschiedlich
hartem und in seiner Struktur verschiedenem Mauerwerk bewirkt. In weiches Mauerwerk
wie beispielsweise Gasbeton kann der Schaft des erfindungsgemäßen Spreizankers ohne
Anbringen eines Bohrlochs eingetrieben und durch anschließendes Eintreiben des Spreizelements
in seinen Schlitz verankert werden.
[0006] Bei einer Ausgestaltung der Erfindung ist das Spreizelement ein Hohlstift, der sich
insbesondere an seinem vorderen Ende verjüngt. Dieses Spreizelement bringt ausreichende
Stabilität mit sich, um die Spreizschenkel in weichem Mauerwerk auseinandersuspreizen
und läßt sich andererseits durch Zusammendrücken in Querrichtung verformen, so daß
es auch in hartem Mauerwerk ohne übermäßig ansteigende Eintreibkraft und ohne den
Schaft abzureißen zwischen die Spreizschenkel eintreibbar ist. Vorzugsweise besteht
das Spreizelement aus einem Kunststoff, der gute Verformungseigenschaften bietet.
[0007] Der Schaft des Spreizankers besteht bei einer Ausgestaltung der Erfindung ebenfalls
aus Kunststoff, vorzugsweise aus einem glasfaserverstärkten Polyamid. Dadurch läßt
sich der Spreizanker preiswert herstellen. Bestehen Schaft und Spreizelement aus Kunststoff,
hat dies den Vorteil, daß keine Korrosion auftritt, die zu einem Festigkeitsverlust
und der Zerstörung des Spreizankers sowie innerhalb kurzer Zeit zu unschönen

Rostflecken" auf einem Putz führen würde, der auf den Dämmstoffplatten angebracht
ist.
[0008] Zur Befestigung von Dämmstoffplatten oder dgl. an einem Mauerwerk weist der Schaft
einen großflächigen Halteteller an seinem hinteren Ende auf. Dieser kann mit dem Schaft
einstückig sein. Er kann auch fest oder lösbar mit dem Schaft verbunden sein, beispielsweise
durch Unterlegen unter einen Kopf des Schafts.
[0009] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist das Spreizelement so lang ausgebildet,
daß es mit dem hinteren Ende des Schafts bündig ist, wenn es in eine vorgesehene Spreizstellung
in den Schlitz des Schafts zwischen dessen Spreizschenkel eingetrieben ist. Stattdessen
kann der Spreizanker auch ein stiftförmiges Eintreibwerkzeug aufweisen, das sich im
Längsloch des Schafts hinter dem Spreizelement befindet und das so lang ist, daß es
mit dem hinteren Ende des Schafts bündig ist, wenn das Spreizelement in die vorgesehene
Spreizstellung eingetrieben ist. Das Eintreibwerkzeug kann aus Kunststoff bestehen
und im Längsloch verbleiben. Es kann auch als Dorn einstückig mit einem Eintreibwerkzeug
sein, das einen Bund aufweist, der am hinteren Ende des Schafts zur Anlage kommt,
wenn das Spreizelement in die vorgesehene Spreizstellung eingetrieben ist.
[0010] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
[0011] Es zeigen:
- Figur 1
- einen erfindungsgemäßen Spreizanker im Achsschnitt; und
- Figur 2
- den Spreizanker aus Figur 1 in Ansicht in um 90° um seine Längsachse gedrehter Darstellung
verankert in einem Mauerwerk.
[0012] Der in der Zeichnung dargestellte, erfindungsgemäße Spreizanker 10 weist einen länglichen,
zylindrischen Schaft 12 aus einem glasfaserverstärkten Polyamid auf. Ein hinteres
Ende des Schafts 12 ist als Senkkopf 16 ausgebildet. Unter den Senkkopf 16 ist ein
großflächiger Halteteller 18 mit einer Ansenkung 20 zur Aufnahme des Senkkopfs 16
untergelegt. Der Halteteller 18 weist sternförmig verlaufende Arme 22 auf, die in
einen kreisrunden Ringrand 24 übergehen. Der Halteteller 18 ist zum Halten einer Dämmstoffplatte
26 mit geringer Flächenpressung vorgesehen.
[0013] Der Schaft 12 weist einen quer durchgehenden, in Längsrichtung verlaufenden Schlitz
28 auf, der vom vorderen Ende über einen Teil der Länge des Schafts 12 verläuft. Der
Schlitz 28 teilt einen vorderen Bereich des Schafts 12 in zwei Spreizschenkel 29.
Des weiteren ist der Schaft 12 mit einem Längsloch 30 versehen, das am hinteren Ende
des Schafts 12 offen ist und bis in den Schlitz 28 hinein verläuft.
[0014] In dem Längsloch 30 ist ein hohlzylindrisches Spreizelement 32 aus Kunststoff aufgenommen,
das sich zu seinem vorderen Ende hin konisch verjüngt. Das Spreizelement 32 befindet
sich im Längsloch 30 außerhalb des Schlitzes 28, wenn die Spreizschenkel 29 nicht
auseinandergespreizt sind (Figur 1). Zum Auseinanderspreizen der Spreizschenkel 29
wird das Spreizelement 32 in den Schlitz 28 zwischen die Spreizschenkel 29 engetrieben.
Dabei spreizt es in weichem Mauerwerk wie beispielsweise Gasbeton oder wenn der Schaft
12 mit seinen Spreizschenkeln 29 in einen Hohlraum ragt, die Spreizschenkel 29 weit
auseinander (Figur 2) und bewirkt eine sichere Verankerung durch Formschluß. In hartem
Mauerwerk in einem engen Bohrloch wird das Spreizelement 32 beim Eintreiben zwischen
die Spreizschenkel 29 in Querrichtung zusammengedrückt und drückt seinerseits die
Spreizschenkel 29 nur wenig auseinander, so daß diese an einer Bohrlochwandung zur
Anlage kommen. Dabei ist die Andruckkraft der Spreizschenkel 29 ausreichend groß,
um eine sichere Verspannung des Schafts 12 im Mauerwerk zu gewährleisten.
[0015] Zum Eintreiben des Spreizelements 32 in die vorgesehene Spreizstellung zwischen den
Spreizschenkeln 29 ist ein stiftförmiges Eintreibwerkzeug 34 aus Kunststoff-Vollmaterial
in das Längsloch 30 des Schafts 12 eingeführt. Die Länge des Eintreibwerkzeugs 34
ist so bemessen, daß es mit dem Senkkopf 16 des Schafts 12 bündig abschließt, wenn
das Spreizelement 32 seine vorgesehene Spreizstellung zwischen den Spreizschenkeln
29 erreicht hat, (Figur 2).
1. Spreizanker, insbesondere zum Befestigen von Dämmstoffplatten oder dgl. an einem Mauerwerk,
mit einem Schaft, der einen Schlitz, welcher den Schaft in seinem vorderen Bereich
in Spreizschenkel teilt, an seinem vorderen Ende, und ein Längsloch, das von einem
hinteren Ende des Schafts ausgehend bis in den Schlitz hinein verläuft, aufweist,
und mit einem Spreizelement, das durch das Längsloch in den Schlitz eintreibbar, ist
und das dabei die Spreizschenkel auseinanderspreizt, dadurch gekennzeichnet, daß das Spreizelement (32) in Querrichtung verformbar ist.
2. Spreizanker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Spreizelement (32) ein Hohlstift ist und vorzugsweise aus Kunststoff besteht.
3. Spreizanker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaft (12) aus Kunststoff, insbesondere aus einem glasfaserverstärkten
Polyamid, besteht.
4. Spreizanker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaft (12) einen Halteteller (18) an seinem hinteren Ende aufweist.
5. Spreizanker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er ein stiftförmiges Eintreibwerkzeug (34) aufweist, das sich im Längsloch 30
des Schafts (12) befindet und das mit dem hinteren Ende des Schafts (12) bündig ist,
wenn sich das Spreizelement (32) in einer vorgesehenen Spreizstellung zwischen den
Spreizschenkeln (29) befindet.