[0001] Die Erfindung betrifft einen als Schleuderwellentrockner ausgebildeten Schnelltrockner,
der an einem Ende seines Gehäuses mit mindestens einer Öffnung für die Zuführung des
zu trocknenden Materials und des heißen Gases versehen ist und der an dem anderen
Ende seines Gehäuses Austragseinrichtungen für das getrocknete Material und für das
Abgas aufweist.
[0002] Schleuderwellentrockner sind Trockner mit kurzer Verweilzeit. Der Trockner ist mit
Einbauten versehen, durch die die Verweilzeit beeinflußt wird. Schleuderwellen verteilen
das zugeführte feuchte Material im Gehäuse des Trockners. Dadurch weist das Material,
das dem heißen Gas ausgesetzt ist, eine große Oberfläche auf, so daß dadurch die Voraussetzung
für eine schnelle und intensive Verdampfung der an dem Material haftenden Feuchtigkeit
geschaffen ist. Da die Trocknung im Parallelstrom verläuft, ist die thermische Belastung
des Materials verhältnismäßig niedrig. Die Bewegung des Materials in dem Trockner
wird bewirkt durch die mit Wurfschaufeln versehenen Schleuderwellen und durch die
heißen Gase.
[0003] Die bekannten Trockner der vorstehend beschriebenen Art weisen im allgemeinen getrennte
Austräge für Abgas und Material auf. Für den Materialaustrag ist im Boden des Trocknergehäuses
eine Öffnung vorgesehen. Diese Öffnung ist mit einer Schleuse versehen, durch die
das trockene Material ausgetragen wird.
[0004] Bei der Trocknung von sehr feinkörnigem Material kann dieses - zusammen mit dem Abgas
- oben ausgetragen werden. Da bei einigen Anwendungsfällen nicht ausgeschlossen werden
kann, daß Fremdkörper in den Trockner gelangen, und weil diese Fremdkörper nicht mit
dem Abgasstrom ausgetragen werden können, sind an den unteren Öffnungen des Trockners
sogenannte Fangboxen vorgesehen, in denen die Fremdkörper gesammelt werden sollen.
Diese Fangboxen erfüllen jedoch häufig nicht ihren Zweck, weil auch Material in die
Fangboxen gelangt und sich dort festsetzt. Für die Fremdkörper ist dann kein Platz
mehr vorhanden; es sei denn, die Fangboxen werden in regelmäßigen Abständen über eine
Schleuse entleert. Dadurch entsteht aber ein unerwünschter Anfall von zu verwerfendem
Material oder ein aufwendig auf Fremdkörper zu untersuchender zweiter Materialfluß.
[0005] Die Erfindung bezweckt die Vermeidung der durch Fremdkörper auftretenden Störungen
und will sicherstellen, daß in den Trockner gelangte Fremdkörper möglichst schnell
und mit möglichst wenig Nutzprodukt wieder aus dem Trockner entfernt werden.
[0006] Bei einem Schnelltrockner der eingangs genannten Art besteht die Erfindung darin,
- daß an einer Seitenwand des Gehäuses mindestens ein Fangkorb angebracht ist,
- daß die Seitenwand des Gehäuses im Bereich jedes Fangkorbes mit einer Austragsöffnung
versehen ist
- und daß für das getrocknete Material und für das Abgas eine gemeinsame Austragseinrichtung
vorgesehen ist.
[0007] Da die Fremdkörper von den Wurfschaufeln der Schleuderwellen hochgeworfen werden,
prallen sie gegen die Seitenwände des Trocknergehäuses und fallen dann herunter. Hierbei
geraten sie sehr bald in den Fangkorb und können von dort leicht abgezogen werden.
[0008] Die gemeinsame Austragseinrichtung für das getrocknete Material und für das Abgas
sollte nach oben gerichtet sein, damit ein Absetzen und Festbacken des Materials vermieden
wird.
[0009] Zweckmäßigerweise ist der Fangkorb am Ende des Gehäuses des Schnelltrockners angeordnet.
In diesem Falle haben die Fremdkörper zwar einen verhältnismäßig weiten Weg im Trockner
zurückzulegen; es ist aber gewährleistet, daß jeder Fremdkörper schließlich in den
Fangkorb gerät.
[0010] In Ausgestaltung der Erfindung sind über die Länge des Gehäuses verteilt mehrere
Fangkörbe hintereinander angeordnet. Hierdurch wird der Weg, den jeder Fremdkörper
in dem Trockner zurücklegt, erheblich verkürzt.
[0011] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist auf jeder Seite des Gehäuses mindestens
ein Fangkorb vorgesehen. Durch diese Maßnahme wird eine weitere Verkürzung des Weges,
den jeder Fremdkörper in dem Trockner zurücklegt, erzielt.
[0012] Eine weitere Verbesserung der Erfindung ergibt sich dadurch, daß die Fangkörbe im
wesentlichen aus Roststäben gebildet sind, wobei - nach einem weiteren Merkmal der
Erfindung - die Roststäbe der Fangkörbe einen Abstand voneinander aufweisen, der größer
ist als die Körnung des zu trocknenden Materials. Dadurch ist gewährleistet, daß Fremdkörper
auf dem Rost liegen bleiben, während das zu trocknende Material ungehindert durch
den Fangkorb hindurchgelangt.
[0013] Der seitliche Abzug der Fremdkörper aus dem Trockner kann im Stillstand problemlos
durchgeführt werden, dazu ist der im Bereich jedes Fangkorbes vorgesehene Austrag
lediglich durch eine einfache Klappe verschlossen.
[0014] Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Trockners ist die im
Bereich jedes Fangkorbes vorgesehene Austragsöffnung mit einer Schleuse versehen.
Dadurch ist ein Abzug der Fremdkörper während des Trocknerbetriebes möglich.
[0015] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung steht jede Schleuse mit einer
Steuereinrichtung in Verbindung, die in regelmäßigen Intervallen die Schleuse öffnet
und wieder schließt.
[0016] In der Zeichnung ist ein Ausführungbeispiel eines erfindungsgemäßen Schnelltrockners
schematisch dargestellt.
Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch einen Schnelltrockner;
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch den in Fig. 1 dargestellten Schnelltrockner.
[0017] Der in den Fig. 1 und 2 dargestellte Schnelltrockner besteht im wesentlichen aus
einem Gehäuse 1 mit darin vorgesehenen Einbauten 2 und mit Wurfschaufeln 3 versehenen
Schleuderwellen 4. An einem Ende des Gehäuses 1 ist eine Öffnung 5 für die Zuführung
des zu trocknenden Materials und eine weitere Öffnung 6 für den Eintritt des heißen
Gases vorgesehen. Am anderen Ende des Gehäuses 1 befindet sich eine Austragseinrichtung
7 für das getrocknete Material und für das Abgas.
[0018] An einer Seitenwand des Gehäuses 1 ist ein Fangkorb 8 angebracht. Es kann aber auch
an der gegenüberliegenden Seitenwand des Gehäuses 1 ein weiterer Fangkorb 8 vorgesehen
sein. Ferner ist es möglich, über die Länge des Gehäuses 1 verteilt, mehrere Fangkörbe
8 hintereinander anzuordnen. Im Bereich des Fangkorbes 8 befindet sich eine Austragsöffnung
(vgl. Fig. 2), die mit einer einfachen Klappe 9 verschlossen, die aber auch mit einer
Schleuse 10 versehen sein kann. Der Fangkorb 8 weist Roststäbe 11 auf (vgl. Fig. 1),
deren Abstand voneinander größer ist als die Körnung des zu trocknenden Materials.
1. Als Schleuderwellentrockner ausgebildeter Schnelltrockner, der an einem Ende seines
Gehäuses mit mindestens einer Öffnung für die Zuführung des zu trocknenden Materials
und des heißen Gases versehen ist und der an dem anderen Ende seines Gehäuses Austragseinrichtungen
für das getrocknete Material und für das Abgas aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
1.1 daß an einer Seitenwand des Gehäuses (1) mindestens ein Fangkorb (8) angebracht
ist,
1.2 daß die Seitenwand des Gehäuses (1) im Bereich jedes Fangkorbes (8) mit einer
Austragsöffnung versehen ist
1.3 und daß für das zu trocknende Material und für das Abgas eine gemeinsame Austragseinrichtung
(7) vorgesehen ist.
2. Schnelltrockner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Fangkorb (8) am Ende
des Gehäuses (1) des Schnelltrockners angeordnet ist.
3. Schnelltrockner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß über die Länge des Gehäuses
(1) verteilt mehrere Fangkörbe (8) hintereinander angeordnet sind.
4. Schnelltrockner nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß auf jeder Seite
des Gehäuses (1) mindestens ein Fangkorb (8) vorgesehen ist.
5. Schnelltrockner nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Fangkörbe (8) im wesentlichen aus Roststäben (11) gebildet sind.
6. Schnelltrockner nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Roststäbe (11) der
Fangkörbe (8) einen Abstand voneinander aufweisen, der größer ist als die Körnung
des zu trocknenden Materials.
7. Schnelltrockner nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
im Bereich jedes Fangkorbes (8) vorgesehene Austragsöffnung mit einer Schleuse (10)
versehen ist.
8. Schnelltrockner nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß jede Schleuse (10) mit
einer Steuereinrichtung in Verbindung steht, die in regelmäßigen Intervallen die Schleuse
(10) öffnet und wieder schließt.