[0001] Die Erfindung betrifft eine Ladehebelanordnung für eine Handfeuerwaffe mit einem
Verschluß oder Verschlußträger, der in einem Waffengehäuse in Längsrichtung der Waffe
beweglich angeordnet ist, mit den folgenden Merkmalen:
- eine mit dem Verschluß oder Verschlußträger form- oder kraftschlüssig verbundene Ausbildung,
die einen an der Oberseite des Waffengehäuses ausgebildeten Längsschlitz nach oben
durchsetzt,
- ein Ladehebel, der aus einer Längslage, in der der Ladehebei sich in Längsrichtung
der Waffe erstreckt, nach beiden Seiten schwenkbar mit seinem einen Ende an der Ausbildung
angebracht ist,
- je ein Endanschlag zur Begrenzung der Schwenkbewegung nach jeder der beiden Seiten
bis zu je einer Endlage, in der sich der Ladehebel im wesentlichen quer zur Längsrichtung
der Waffe erstreckt, und
- ein Rückstellelement zum Zurückführen des geschwenkten Ladehebels in seine Längslage.
[0002] Eine solche Ladehebelanordnung mit den Merkmalen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1, ist aus der DE 39 28 125 Al bekannt.
[0003] Lagebegriffe, wie "oben", hinten" usw., die im folgenden verwendet sind, beziehen
sich auf die bei Abgabe eines horizontalen Schusses ordnungsgemäß positionierte Waffe,
wobei die Schußrichtung nach vorne verläuft.
[0004] Bei Selbstladegewehren oder Maschinenpistolen ist oft unmittelbar am Verschlußträger
bzw. Verschluß ein Ladehebel angebracht, der seitlich aus dem Waffengehäuse weit heraussteht
und die Außenkontur der Waffe deutlich überragt (z.B. das sowjetische AK 74). Die
Vorteile dieser Konstruktion, nämlich der geringe Bauaufwand und die Möglichkeit für
den Schützen, nicht nur in Öffnungsrichtung, sondern auch in Schließrichtung des Verschlußträgers
bzw. Verschlusses auf diesen zusätzlich zur Kraft der Schließfeder noch eine weitere
Kraft von Hand aufzubringen, wird dabei besonders von dem Nachteil überwogen, daß
der Ladehebel seitlich neben der Waffe der heftigen Vorwärts-und Rückwärtsbewegung
des Verschlußträgers bzw. Verschlusses folgt. Ein Verhaken des Ladehebels in der Deckung
oder an der Ausrüstung des Schützen kann leicht zu einer Ladehemmung führen. Ebenso
besteht die Gefahr, daß sich ein Schütze am Ladehebel verletzt.
[0005] Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß ein Schütze zum Betätigen eines rechts von
der Waffe aus dem Patronenhülsenauswurffenster abstehenden Ladehebels immer seine
rechte Hand vom Griffstück nehmen muß. So ist etwa im Fall einer Ladehemmung, die
mittels Durchladen beseitigt werden soll, die hierzu erforderliche Zeitspanne, während
der der Schütze wehrlos ist, verhältnismäßig lang.
[0006] Viele Versuche wurden unternommen, um diesen Nachteilen abzuhelfen. So ist es etwa
bekannt (Gewehr G 3 der deutschen Bundeswehr), den Ladehebel vom Verschluß getrennt
auf der linken Seite über dem Handschutz des Gewehres anzubringen. Dabei hintergreift
der Ladehebel beim Durchladen den Verschluß und bewegt ihn nach hinten. Danach wird
der Ladehebel losgelassen, kehrt in seine Ausgangslage zurück und verbleibt dort ortsfest,
während sich der Verschluß beim Schußvorgang in üblicher Weise bewegt.
[0007] Der Nachteil dieser Anordnung besteht jedoch darin, daß man über den Ladehebel auf
den Verschluß oder Verschlußträger keine Kraft in Schließrichtung aufbringen kann,
wenn aus irgendeinem Grunde die Kraft der Schließfeder nicht zum vollständigen Schließen
des Verschlusses ausreichen sollte. Wenn man beispielsweise beim obengenannten Gewehr
G 3 beim Durchladen den Ladehebel nach dem Zurückziehen nicht los und ihn vorschnellen
läßt, sondern langsam nach vorne führt, um etwa ein lautes und verräterisches Durchladegeräusch
zu vermeiden, dann reicht meist die Kraft der Schließfeder nicht aus, um den Verriegelungsmechanismus
völlig zu verriegeln. Um diesem Nachteil abzuhelfen, hat man den Verschlußträger selbst
mit einer flachen und nur wenig überstehenden, zusätzlichen Handhabe versehen, mittels
welcher er sich im genannten Fall über die etwa noch verbleibende Verriegelungsstrecke
nach vorne drücken läßt.
[0008] Ein Schütze, der das genannte Gewehr, wie üblich, mit der rechten Hand am Griffstück
hält, kann mit der linken Hand ohne weiteres den Ladehebel betätigen. Ein Linksschütze,
der das Griffstück mit der linken Hand hält, muß allerdings zum Durchladen umgreifen.
[0009] Weitere Versuche, den eingangs genannten Nachteilen zumindest teilweise abzuhelfen,
bestanden darin, daß der fest am Verschluß angebrachte Ladehebel nach oben gekröpft
(Galil) oder völlig weggelassen, durch ein Griffloch im Verschluß ersetzt ("Grease
Gun", eine nicht mehr eingeführte Maschinenpistole der USA) oder durch einen einem
abzugsähnlichen Hebel ersetzt wurde, der an der Oberseite des Waffengehäuses aus diesem
nach oben herausragt, unter einem Handgriff geschätzt angeordnet ist und somit innerhalb
der Außenkonturen der Waffe liegt (z.B. das französische Gewehr Mod. FA MAS F3).
[0010] Bei dem letztgenannten Gewehr ist die geschätzte Anbringung des Ladehebels unter
dem Handgriff allerdings weniger günstig, da der Ladehebel nur mit einem Finger erfaßt
werden kann und deshalb oft nicht mit der ausreichenden Kraft betätigt werden kann.
Außerdem kann er auch in dieser geschützten Lage an seiner Bewegung behindert werden,
etwa durch Tarnmaterial, das an der Waffe angebracht oder auf die Waffe gelegt ist.
[0011] Als günstigste Lösung hat sich die eingangs genannte, gattungsbildende Ladehebelanordnung
der Anmelderin herausgestellt (DE 39 28 125 Al) : diese weist eine flache, sich in
Schußrichtung erstreckende, einen mittigen Längsschlitz an der Oberseite des Waffengehäuses
durchsetzende und form- oder kraftschlüssig mit dem Verschlußträger verbundene Leiste
auf, an deren Vorderseite ein vertikaler Zapfen sitzt, auf dem das eine Ende eines
Ladehebels, der etwa die Form einer kurzen, gedrungenen Stange aufweist, schwenkbar
gelagert ist.
[0012] Dieser Ladehebel steht, wenn er in Längsrichtung ausgerichtet ist, kaum über die
Kontur des Waffengehäuses über. Ist er unter einem Handgriff gelegen, dann liegt er
vollständig innerhalb der Kontur der Waffe. Diese Lage nimmt der Ladehebel beim Feuern
der Waffe ein und bewegt sich dann zusammen mit dem Verschluß hin und her. Ein zusätzlicher
Vorteil ist dabei darin zu sehen, daß sich der Ladehebel stets im Gesichtsfeld des
Schützen befindet, der somit nach einem Schuß gegebenenfalls aus der Lage des Ladehebels
sofort auf das Vorliegen einer Ladehemmung schließen kann.
[0013] Zum Durchladen wird der Ladehebel in der genannten Längslage vom Schützen mit dem
Finger ergriffen und je nach verwendeter Hand nach rechts oder links um den Zapfen
in eine Lage geschwenkt, in welcher er nach rechts oder links rechtwinklig absteht
und gegen einen Anschlag aufläuft. Nun kann der Ladehebel notwendigenfalls mit mehreren
Fingern ergriffen und zurückgezogen werden.
[0014] Eine Rückstellfeder sorgt dafür, daß der Ladehebel nach dem Loslassen stets in seine
Längslage zurückkehrt und dort verbleibt.
[0015] Soll nun eine Kraft in Schließrichtung über den Ladehebel auf den Verschluß oder
Verschlußträger aufgebracht werden, dann genügt es, den Ladehebel mit den Fingern
festzuhalten und dabei nach vorne zu drücken.
[0016] Nun sind bei Selbstladewaffen Funktionsstörungen bekannt, bei denen sich eine Patrone
im Patronenlager verklemmt, noch bevor sie ihre Endlage erreicht hat, etwa bei Sand
im Patronenlager oder bei einer verformten Patrone. Bei einer solchen Ladehemmung
muß zu deren Behebung grobe Gewalt auf den Ladehebel ausgeübt werden, wenn man ohne
geeignetes Werkzeug ist und nicht die Gelegenheit hat, die Waffe zu zerlegen.
[0017] Nun kann man bei den meisten der oben beschriebenen Waffen versuchen, den Verschluß
z.B. durch einen Stiefeltritt gegen den Ladehebel zu öffnen. Oft wird aber in diesem
Fall die Auszieherkralle des Verschlusses nur aus der Rille der klemmenden Patrone
herausrutschen, die Patrone selbst aber im Patronenlager verklemmt bleiben.
[0018] Die beste Maßnahme ist es hier, zu versuchen, den Verschluß gewaltsam zu schließen,
denn gelingt es, eine solche festgeklemmte Patrone abzufeuern, dann wird deren Hülse
in aller Regel auch ausgeworfen und die Waffe befindet sich nachher wieder in störungsfreiem
Zustand.
[0019] Man hat nun bei Waffen, die eine solche Maßnahme nicht gestatten (etwa das obengenannte
Gewehr G 3) , versucht, solche Störungen möglichst auszuschließen. Dies etwa durch
gerillte Patronenlager, bei denen die Längsrillen Schmutz aufnehmen können und nach
jedem Schuß von den Verbrennungsgasen wieder freigeblasen werden, oder durch eine
Dienstanweisung, die die Benutzung beschädigter Munition verbietet, etwa die Benutzung
von Patronen, die schon einmal in eine Ladehemmung verwickelt waren.
[0020] Insgesamt konnte aber die obige Problematik noch nicht zur Zufriedenheit gelöst werden,
obwohl sich Selbstlade-Handfeuerwaffen mit Ladehebel seit beinahe 80 Jahren im Truppeneinsatz
befinden und somit ein Teil der obigen Probleme schon ebenso lange dem Fachmann bekannt
ist.
[0021] Ziel der Erfindung ist es somit, eine Ladehebelanordnung zu finden, die mehr der
oben beschriebenen Schwierigkeiten ausräumt, als es im geschilderten Stand der Technik
bisher möglich war.
[0022] Dieses Ziel wird bei einer gattungsbildenden Ladehebelanordnung nach Patentanspruch
1 erreicht durch eine Arretiereinrichtung zum Arretieren des Ladehebels in jeder seiner
Endlagen.
[0023] Der Ladehebel, der bei der bekannten Ladehebelanordnung aus jeder seiner Endlagen
durch die Rückstellfeder stets wieder in seine Längslage zurückgeführt wurde, wenn
er losgelassen wurde, kann somit in jeder seiner Endlagen festgestellt werden. Dies
bedeutet aber, daß der Ladehebel wie ein herkömmlicher, fest am Verschluß angebrachter
und seitlich abstehender Ladehebel mit gegebenenfalls recht hohen Kräften beaufschlagt
werden kann, etwa wenn er mit der Handkante nach vorne geschlagen wird.
[0024] Es ist zusätzlich aber auch möglich, den Verschluß mit Hilfe des Ladehebels durch
Schläge nach hinten zu bewegen, ohne daß man gezwungen ist, den Ladehebel mit der
Hand unter Überwindung der Kraft der Rückstellfeder ständig ausgeschwenkt zu halten.
Die Arretiereinrichtung hält nämlich den Ladehebel von selbst in der nach rechts oder
links ausgeschwenkten Lage.
[0025] Ein mit der erfindungsgemäßen Ladehebelanordnung ausgestattetes Gewehr ist somit
so bedienungsfreundlich und handhabungssicher wie ein mit der gattungsbildenden Ladehebelanordnung
ausgestattetes Gewehr, kann aber der Behebung von Störungen ebenso entgegenkommen
wie ein Gewehr, dessen Verschluß mit einem starr nach rechts oder links abstehenden
Ladehebel fest verbunden ist.
[0026] Die Arretiereinrichtung ist bevorzugt so leicht lösbar ausgebildet, daß die beim
Schuß auftretende, heftige Bewegung des Verschlusses und damit auch der Längsleiste
und des Ladehebels die Arretierung löst. Daraufhin schwenkt der Ladehebel unter Einwirkung
der Rückstellfeder wieder in seine Längslage zurück. Sollte somit ein Schütze bei
eingelegter Arretierung gezwungen sein, zu schießen, bevor er die Arretierung aufheben
kann, so erfolgt diese Aufhebung selbsttätig.
[0027] Der Erfindung gelingt es somit, die an sich gegensätzlichen Prizipien "starrer Ladehebel
- unstarrer Ladehebel" in unerwarteter Weise miteinander zu verbinden.
[0028] Die schwenkbare Anbringung des Ladehebels an der Ausbildung, vorzugsweise in Form
einer Längsleiste kann auf vielerlei Weisen realisiert werden. So ist es etwa möglich,
als Rückstellfeder eine Blattfeder zu verwenden, die ihrerseits den Ladehebel mit
der Längsleiste verbindet und somit ihrerseits ein sich federnd zurückstellendes Gelenk
bildet.
[0029] In diesem Falle kann die Arretiereinrichtung etwa als Sperrriegel ausgebildet sein,
der in eine Lage verschiebbar ist, in welcher er sperrend in den abgeschwenkten Ladehebel
eingreift.
[0030] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung ist die erfindungsgemäße Ladehebelanordnung ausgebildet
mit einem Lagerzapfen, der am Ladehebel oder an der Längs leiste angebracht ist und
nach oben absteht, und einer Lagerbohrung In der Längsleiste oder im Ladehebel, die
vom Lagerzapfen durchsetzt ist (Anspruch 2). Weiter erfindungsgemäß ist besonders
bevorzugt die Lagerbohrung als Langloch ausgebildet, das sich zumindest dann, wenn
sich der Ladehebel in jeder seiner Endlagen befindet, in dessen Längs-richtung erstreckt,
so daß der Ladehebel in seiner Endlage zwischen einer arretierten Lage und einer nicht-arretierten
Lage in seiner Längsrichtung und damit in Querrichtung der Waffe verschieblich ist
(Anspruch 3) . Dieses Langloch kann in der Längsleiste querverlaufend oder im Ladehebel
längsverlaufend angeordnet sein und bildet eine Führungskulisse für den Ladehebel,
in welcher dieser aus seiner nicht-arretierten Lage in seine arretierte Lage gelangen
kann. Die Arretiereinrichtung kann hierbei etwa durch einen abgefederten Block realisiert
sein, der in das Langloch einrastet, wenn der Ladehebel seine arretierte Lage eingenommen
hat, und der durch eine Abschrägung am Block oder am Ende des Langloches dann wieder
in seine Ruhelage gedrückt werden kann, wenn der Ladehebel wieder in seine nicht-arretierte
Lage zurückbewegt wird.
[0031] Bei einer anderen bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist am Ende des Ladehebels
jenseits des Lagerzapfens ein Vorsprung mit Seitenflanken ausgebildet, von denen nach
der Längsverschiebung des in einer Endlage befindlichen Ladehebels jeweils eine einen
zugehörigen Gegenanschlag hintergreift und den Ladehebel abstützt, der andererseits
auch in seiner Endlage auf dem Endanschlag abgestützt ist (Anspruch 4). Eine Rückstellfeder
hält die Einzelteile in dieser Arretierlage unter einer gewissen Vorspannung und somit
ausreichend fest.
[0032] So ist die Arretiereinrichtung besonders einfach ausgebildet, kann aber noch weiter
dadurch vereinfacht werden, daß man als Gegenanschlag den jeweils unbenutzten Endanschlag
heranzieht (Anspruch 5).
[0033] Grundsätzlich könnte als Rückstellfeder eine mittig am Ladehebel angebrachte Zugfeder
verwendet werden, die auch an der Längs leiste mittig angebracht ist und bei Verschwenken
des CD Ladehebeis gelängt wird.
[0034] Es ist aber besonders vorteilhaft, den Schwenkmechanismus für den Ladehebel trotz
des Langloches so auszubilden, wie dies im Prinzip schon durch die gattungsbildende
Druckschrift bekannt ist (Anspruch 6 und 7).
[0035] Der Vorsprung weist bevorzugt eine insgesamt kreisförmige Kontur auf, die nur von
kerbenartigen Aussparungen unterbrochen ist, die die Seitenflanken bilden. Diese Kontur
verhindert, daß sich der Ladehebel mit dem Gegenanschlägen bzw. Endanschlägen verhaken
kann, wenn er sich nicht gerade in einer Endlage befindet.
[0036] Bei einer ganz besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist eine Ausbildung
am Ladehebel unter dem Vorsprung angeordnet. Hierdurch deckt dieses Element des Ladehebels
mit kreisförmiger Kontur die übrigen Teile des Schenkmechanismus wie ein Staubschutzdeckel
ab.
[0037] Ein Ausführungsbeispiel sowie weitere Vorteile der Erfindung werden anhand der beigefügten,
schematischen Zeichnung beispielsweise noch näher erläutert. In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße Ladehebelanordnung, wobei der Ladehebel abgeschwenkt
ist und sich in seiner einen Endlage befindet, mit horizontal geschnittenem Schieber
und mit arretiertem Ladehebel,
- Fig. 2
- eine Draufsicht wie in Fig. 1, mit nichtarretiertem Ladehebel in seiner einen Endlage,
- Fig. 3
- eine Draufsicht ähnlich Fig. 1, wobei sich der Ladehebel in seiner Längslage befindet,
- Fig. 4 5 und 6
- dieselben Darstellungen wie in Fig. 1, 2 und 3, wobei die Arretiereinrichtung gezeigt
und der Schieber abgebrochen dargestellt ist, und
- Fig. 7
- einen Längs-Aufriß der Ladehebelanordnung, wobei der Ladehebel die Stellung der Fig.
3 und 6 aufweist.
[0038] In allen Figuren ist dieselbe Ladehebelanordnung gezeigt, lediglich in unterschiedlichen
Horizontallagen und Ladehebelpositionen. Die Bezugszeichen gelten in gleicher Weise
für alle Figuren. Dabei sind das Waffengehäuse und der Verschlußträger der die gezeigte
Ladehebelanordnung aufweisenden Waffe der Einfachheit halber nicht dargestellt. Die
gezeigte Ladehebelanordnung befindet sich an der Oberseite des Waffengehäuses und
ist von oben her gesehen. Die Schußrichtung der Waffe verläuft in der Zeichnung nach
links.
[0039] In der Zeichnung ist eine Längsleiste 1 gezeigt, die an der Oberseite des Verschlußträgers
ausgebildet oder fest angebracht ist, einen Schlitz im Waffengehäuse durchsetzt und
sich zusammen mit dem Verschlußträger vor- und zurückbewegen kann.
[0040] An der Vorderseite der Längsleiste 1 ist ein vertikaler, bezüglich der Waffen-Längsrichtung
mittiger Lagerzapfen 5 angebracht. Hinter dem Lagerzapfen 5 befindet sich eine horizontale
Führung, in welcher ein Schieber 2 vor- und rückwärts beweglich geführt ist. Der Schieber
2 weist eine nach hinten weisende Federführungsstange auf, auf der eine Druckschraubenfeder
3 sitzt, die sich nach hinten gegen die Endfläche der Führung abstützt.
[0041] Ein länglicher Ladehebel 4 ist vorgesehen, der nahe seinem einen Ende eine Lagerbohrung
6 aufweist. Die Lagerbohrung 6 ist so vom Lagerzapfen 5 durchsetzt, daß der Ladehebel
4 in einer horizontalen Ebene aus der einen Endlage - die in den Fig. 1, 2, 4 und
5 gezeigt ist - und in welcher sich der Ladehebel rechtwinklig zur Waffen-Längsrichtung
nach links erstreckt, über seine - in Fig. 3 und 6 gezeigte - Längslage in eine nicht
gezeigte entgegengesetzte Endlage schwenkbar ist. In dieser entgegengesetzten Endlage
erstreckt sich dann der Ladehebel 4 rechtwinklig nach rechts.
[0042] Der Ladehebel 4 weist beiderseits nahe der Lagerbohrung 6 einen Anschlag auf, der
in der jeweiligen Endlage gegen einen an der Längsleiste 1 ausgebildeten Endanschlag
8, 8' anliegt.
[0043] Auf dem Niveau des Schiebers 2 weist der Ladehebel 4 eine sattelähnliche Ausbildung
7 mit einer mittigen Aussparung auf, während die dem Ladehebel 4 zugewandte Stirnfläche
des Schiebers 2 gabelartig ausgebildet ist.
[0044] In der in Fig. 3 gezeigten Längslage sitzen unter der Druckwirkung der Rückstellfeder
3 die beiden Enden der gabelförmigen Stirnfläche des Schiebers 2 satt auf den beiden
Seiten der sattelförmigen Ausbildung 7 auf, während deren Aussparung und die Längskerbe
der gabelartigen Stirnfläehe des Schiebers 2 die Lagerbohrung 6 flankieren, ohne deren
Kontur zu überschneiden.
[0045] Wird der Ladehebel 4 aus der in Fig. 3 gezeigten Längslage etwa nach links verschwenkt,
dann schiebt die linke Seite der sattelartigen Ausbildung das linke Ende der gabelartigen
Stirnfläche und damit den Schieber 2 gegen die Kraft der Rückstellfeder 3 zurück,
bis die linke Endlage - wie in Fig. 2 gezeigt - erreicht ist. Läßt man nun den Ladehebel
4 los, dann schwenkt er unter der Kraft der Rückstellfeder 3 in Richtung des in Fig.
2 gezeigten, gekrümmten Pfeiles, bis er wieder die Lage der Fig. 3 erreicht hat, wo
er in stabiler Position verbleibt.
[0046] Eine solche Anordnung des Ladehebels 4 ist im Prinzip bekannt.
[0047] Es wird nun auf die Fig. 4, 5 und 6 näher eingegangen, in denen die erfindungsgemäße
Arretiereinrichtung gezeigt ist, mit deren Hilfe der Ladehebel 4 in jeder seiner Endlagen
(Fig. 4) so festgehalten werden kann, als sei er starr mit der Längsleiste 1 verbunden.
[0048] Die Bohrung 6 ist dabei als Langloch ausgebildet, das sich in Längsrichtung des Ladehebeis
4 erstreckt.
[0049] In einem anderen Niveau als dem der Ausbildung 7 weist der Ladehebel 4 eine kreisscheibenförmige
Verlängerung auf, in deren Mitte das vom freien Ende des Ladehebels abgewandte Ende
des Langloches 6 angeordnet ist. Das Ende der Verlängerung ist als ein Vorsprung 10
ausgebildet, der bezüglich der Längsachse des Ladehebels 4 symmetrisch ausgebildet
ist und zwei Seitenflanken 9, 9' aufweist, die kerbenartig die kreisförmige Kontur
der Verlängerung unterbrechen.
[0050] Wenn der Ladehebel 4 sich in seiner Endlage befindet (Fig. 5), dann kann er in seiner
Längsrichtung entgegen der Richtung des geraden Pfeiles in Fig. 4 so weit zur Längsleiste
1 hin verschoben werden, wie dies das Langloch 6 gestattet, und erreicht dann eine
Arretierlage, die in Fig. 4 gezeigt ist.
[0051] In dieser Arretierlage befindet sich zunächst, wie schon oben vermerkt, eine der
Seitenflächen des Ladehebels 4 in Anlage gegen den zugehörigen Endanschlag 8 oder
8'. Durch das vorherige, durch das Langloch 6 ermöglichte Einschieben des Ladehebels
4 hat sich aber dessen entsprechende Seitenflanke 9, 9' vor den anderen Endanschlag
8', 8 geschoben, der nun einen Gegenanschlag bildet.
[0052] Da der Ladehebel 4 beiderseits des Schwenkzapfens 5 gegen einen Anschlag 8, 8' anliegt,
ist er in seiner gerade vorliegenden Endlage nicht nur fixiert, sondern kraftübertragend
abgestützt, so daß der Benutzer nun auf das freie Ende des Ladehebels 4 durch Schlagen,
Drücken usw. so lange einwirken kann, bis der mit dem Ladehebei 4 verbundene Verschlußträger
die gewünschte Lage erreicht hat. Dabei drückt die Rückstellfeder 3 über den Schieber
2 auf der einen Seite des Lagerzapfens 5 gegen die Ausbildung 7, so daß die entsprechende
Seitenflanke (hier: die Seitenflanke 9') gegen den zugehörigen Gegenanschlag (hier:
den Endanschlag 8') angedrückt wird. Somit kann sich der Ladehebel 4 trotz auftretender
Toleranzen nicht aus seiner Arretierlage lösen.
[0053] Um dies zu ereichen, braucht man nur leicht am Ladehebel 4 in Richtung des geraden
Pfeiles in Fig. 2 oder 5 anzuziehen, bis das andere Ende des Langloches 6 gegen den
Lagerzapfen 5 anschlägt. Nun schwenkt der Ladehebel 4 aus seiner Endlage, wobei die
kreisscheibenförmige Kontur des Vorsprunges 10 den Endanschlag 8' passiert und stellt
sicher, daß keinerlei Verhaken mit diesem Endanschlag 8' mehr möglich ist.
[0054] Sollte versehentlich mit der Waffe geschossen werden, während der Ladehebel 4 in
einer Endlage arretiert ist (Fig. 1 und 4), dann wird im Verlauf des Nachladevorganges
die Arretiereinrichtung hohen Beschleunigungs- und Massenkräften unterworfen, die
teilweise der Rückstellfeder 3 entgegenwirken, so daß der Ladehebel 4 nach Abgabe
eines Schusses selbsttätig in seine Längslage zurückgekehrt ist, die in Fig. 3 und
6 gezeigt ist.
[0055] Der besseren Darstellung halber ist in der Zeichnung am Ladehebel 4 das Niveau der
Arretiereinrichtung mit dem Vorsprung 10 unter dem Niveau des Schiebers 2 gezeigt.
Erfindungsgemäß leicht realisierbar ist jedoch auch die umgekehrte Anordnung, in der
die kreisscheibenförmige Verlängerung über dem Schieber 2 liegt und gewissermaßen
einen Staubdeckel bildet.
1. Ladehebelanordnung für eine Handfeuerwaffe mit einem Verschluß oder Verschlußträger,
der in einem Waffengehäuse in Längsrichtung der Waffe beweglich angeordnet ist, mit
den folgenden Merkmalen:
- eine mit dem Verschluß oder Verschlußträger form- oder kraftschlüssig verbundene
Ausbildung (1), die einen an der Oberseite des Waffengehäuses ausgebildeten Längsschlitz
nach oben durchsetzt,
- ein länglicher Ladehebel (4), der aus einer Längslage, in der der Ladehebel (4)
sich in Längsrichtung der Waffe erstreckt, nach beiden Seiten schwenkbar mit seinem
einen Ende an der Ausbildung (1) angebracht ist,
- je ein Endanschlag (8, 8') zur Begrenzung der Schwenkbewegung nach jeder der beiden
Seiten bis zu je einer Endlage, in der sich der Ladehebel (4) im wesentlichen quer
zur Längsrichtung der Waffe erstreckt, und
- ein Rückstellelement (3) zum Zurückführen des geschwenkten Ladehebels (4) in seine
Längslage,
gekennzeichnet durch eine Arretiereinrichtung (8, 8', 9, 9')zum Arretieren des Ladehebels
(4) in jeder seiner Endlagen.
2. Ladehebelanordnung nach Anspruch 1, mit
- einem Lagerzapfen (5), der am Ladehebel (4) oder an der Anordnung, insbesondere
einer Längsleiste (1) angebracht ist und nach oben absteht, und
- einer Lagerbohrung in der Längsleiste (1) oder im Ladehebel (4), die vom Lagerzapfen
(5) durchsetzt ist.
3. Ladehebelanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerbohrung
als Langloch (6) ausgebildet ist, das sich zumindest dann, wenn sich der Ladehebel
(4) in jeder seiner Endlagen befindet, in dessen Längsrichtung erstreckt, so daß der
Ladehebei (4) in seiner Endlage zwischen einem arretierten Zustand und einem nicht-arretierten
Zustand in seiner Längsrichtung und damit in Querrichtung der Waffe verschieblich
ist.
4. Ladehebelanordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Ladehebel (4) über sein an der Längsleiste (1) angelenktes Ende hinaus um
einen Vorsprung (10) verlängert ist, der zwei Seitenflanken (9, 9') aufweist, daß
beiderseits der Anlenkung des Ladehebeis (4) an der Längsleiste (1)je ein Gegenanschlag
(8, 8') ausgebildet ist, und daß bei Längsverschiebung des Ladehebels (4) je eine
der Seitenflanken (9, 9') in Anlage mit dem zugehörigen Gegenanschlag (8, 8') bringbar
ist.
5. Ladehebelanordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Gegenanschläge (8, 8') auch die Endanschläge für den Ladehebel (4) bilden.
6. Ladehebelanordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine
Nockenanordnung aus einer Ausbildung (7) am Ladehebel (4) und einem in der Längsleiste
(1) geführten Schieber (2), auf den die Rückstellfeder (3) einwirkt.
7. Ladehebelanordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Führung beiderseits
von den Endanschlägen (8, 8') begrenzt ist.
8. Ladehebelanordnung nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die Ausbildung (7) am Ladehebei (4) unter dem Vorsprung (10) angeordnet ist.