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EP 0 802 053 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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07.07.1999 Patentblatt 1999/27 |
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Anmeldetag: 08.03.1997 |
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Bogenleiteinrichtung für einen bogenführenden Druckmaschinenzylinder
Sheet guiding device for a sheet transfer cylinder in a printing machine
Dispositif de guidage de feuilles pour un cylindre de transfert de feuilles d'une
machine d'impression
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE FR GB IT LI NL |
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Priorität: |
19.04.1996 DE 29607087 U
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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22.10.1997 Patentblatt 1997/43 |
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Patentinhaber: MAN Roland Druckmaschinen AG |
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63075 Offenbach (DE) |
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Erfinder: |
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- Haas, Hanns-Otto
63150 Heusenstamm (DE)
- Lindner, Bernd
63150 Heusenstamm (DE)
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Vertreter: Stahl, Dietmar |
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MAN Roland Druckmaschinen AG,
Abteilung FTB/S,
Postfach 101264 63012 Offenbach 63012 Offenbach (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 306 684 DE-U- 9 116 179
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DE-A- 3 608 795
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Bogenleiteinrichtung für einen bogenführenden Druckmaschinenzylinder
nach dem Oberbegriff des Hauptanspruches.
[0002] Eine Bogenleiteinrichtung dieser Art ist aus der EP 0 306 684 B1 bekannt. Die Einrichtung
dient dem flächigen Anpressen eines Bogens auf den Druckzylinder. Nach Durchlaufen
einer Druckzone wird der Bogen im Bereich zwischen Druckzone und dem Übergabebereich
(Tangentenpunkt) einer nachfolgenden Wendetrommel mittels Blasluft auf dem Druckzylinder
geführt.
[0003] Eine weitere Bogenleiteinrichtung ist aus der DE 3 608 795 A1 bekannt. Danach ist
vor und nach einer Druckzone die Anordnung eines über die Breite des Bogens wirkenden
Blasrohres mit Düsen bekannt, die zwischen Bogen und Blasrohr ein Stellelement aufweisen.
[0004] Nachteilig bei diesen Ausführungen ist es, daß die über das Bogenformat hinausreichenden
Austrittsöffnungen sich negativ auf die Bogenführung auswirken, indem abhängig vom
Format der Bogen durch die Austrittsöffnungen, insbesondere an den Seitenkanten, der
Bogen unterblasen wird. Dies führt zu einem unruhigen Bogenlauf und kann zum Abschmieren
führen.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine abschmierfreie Bogenführung zu entwickeln, die
auch das zu verarbeitende Bogenformat berücksichtigt.
[0006] Gelöst wird dies durch die Ausbildungsmerkmale des Hauptanspruches. Weiterbildungen
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0007] Zwischen zwei Seitengestellen erstreckt sich die Bogenleiteinrichtung, die vor und/oder
nach einer Druckzone dem bogenführenden Druckmaschinezylinder zugeordnet ist. Die
einzelnen Leitelemente können dabei dicht nebeneinander angeordnet sein oder auch
in definierten Abständen sich über die Länge des Zylinders erstrecken.
[0008] Erfindungsgemäß werden Leitelemente entsprechend des jeweiligen Bogenformates an
den die Formatbreite überschreitenden Leitelementen ab- oder zugeschaltet. Bei kleineren
Formaten sind die äußeren pneumatisch beaufschlagbaren Leitelemente abgestellt. Für
bestimmte Bedruckstoffe können die Leitelemente auch alternierend zu- bzw. abgeschaltet,
auch über das Format hinaus, werden.
[0009] Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
[0010] Dabei zeigt:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf die Bogenleiteinrichtungen (Ausschnitt),
- Fig. 2
- eine Blaseinheit mit Leitelement in Seitenansicht (Schnitt).
[0011] In einer Bogenrotationsdruckmaschine für Schön- und Schön- und Widerdruck ist zwischen
zwei Druckwerken eine Wendeeinrichtung angeordnet. Das in Bogenlaufrichtung 11 vorgeordnete
Druckwerk wird bei einer Offsetdruckmaschine in bekannter Weise durch einen bogenführenden
Druckmaschinenzylinder, ein Gummituchzylinder und ein Plattenzylinder gebildet. Auf
die Farb- und Feuchtwerksausbildung soll hier nicht weiter eingegangen werden.
[0012] Nach einer durch den Druckmaschinenzylinder und Gummituchzylinder gebildeten Druckzone
und vor dem durch Druckmaschinenzylinder und nachgeordneter Wendetrommel gebildeten
Übergabebereich ist die erfindungsgemäße Bogenleiteinrichtung angeordnet. Für die
jeweilige Betriebsart (Schöndruck/Schön- und Widerdruck) ist die Bogenleiteinrichtung
zum Druckmaschinenzylinder an- und abschwenkbar angeordnet. Die Bogenleiteinrichtung
wird durch eine hohle Blaseinrichtung 3 gebildet, z.B. einem Blasrohr, welche sich
über die Lange des Druckmaschinenzylinders erstreckt.
[0013] Um einen Bogen 1 auf der Oberfläche des Druckmaschinenzylinders mit Blasluft flächig
angepreßt zu führen, besitzt die Blaseinrichtung 3 an die Krümmung des Druckmaschinenzylinders
angepaßte hohle Leitelemente 4. Die Leitelemente 4 sind mehrfach nebeneinander, vorzugsweise
beabstandet, über die Lange des Druckmaschinenzylinders analog zur Blaseirrichtung
3 an dieser angeordnet. Jedes hohle Leitelement 4 weist an der dem Bogen 1 zugewandten
Kontur Austrittsöffnungen 5, z.B. Bohrungen, auf
[0014] Weiterhin sind die Leitelemente 4 mit der Blaseinrichtung 3 gekoppelt, indem jeder
Hohlraum eines Leitelementes 4 durch eine Durchströmöffnung 6 mit dem Hohlraum der
Blaseinheit 3 verbunden ist. Die Blaseinheit 3 weist weiterhin für jedes Leitelement
4 eine ein Verschlußelement 7 tragende Stelleinrichtung 8 auf. Das Verschlußelement
7 ist der Durchströmöffnung 6 zugeordnet. Jede Stelleinrichtung 8 ist mit Signalverbindung
9 versehen, welche mit einer Steuerung 10, z.B. einem Leitstand, gekoppelt ist. Die
Blaseinheit 3 ist mit einer Luftversorgung gekoppelt.
[0015] Die Wirkungsweise ist wie folgt: Die Blaseinheit 3 wird von der Luftversorgung mit
Blasluft beaufschlagt. Diese strömt aus dem Hohlraum der Blaseinheit 3 durch die offenen
Durchströmöffungen 6 in den Hohlraum jedes Leitelementes 4 und tritt durch die Austrittsöffnung
5 strömend auf den Bogen 1 auf. Bei Verarbeitung von Bedruckstoff mit unterschiedlichen
Bogenformaten, insbesondere bei unterschiedlichen Formatbreiten 2, werden die über
die jeweilige Formatbreite 2 hinausreichenden Leitelemente 4 von der Steuerung 10
einzeln verschlossen oder auch geöffnet. Damit wird über die Bogenformatbreite 2 das
Zu- bzw. Abschalten der Blasluft an den Austrittsöffnungen 5 gesteuert. Erhält die
Stelleinrichtung 8 ein entsprechendes Signal zur Aktivierung, so verschließt zwecks
abschalten der Blasluft das Verschlußelement 7 die Durchströmöffnung 6. Soll die Blasluft
zugeschaltet werden, so wird von der Steuerung 10 wiederum die Stelleinrichtung 8
aktiviert. Das Verschlußelement 7 öffnet die Durchströmöffnung 6 und gibt somit den
Weg für die Blasluft frei, welche aus den Austrittsöffnungen 5 auf den Bogen 1 auftreffen
kann. Damit wird die abschmierfreie Bogenführung realisiert. Weiterhin kann das Verschlußelement
7 je nach Positionierung auch die Durchströmöffnung 6 in ihrem Öffnungsgrad variabel
gestalten, so daß die Menge an Blasluft geregelt wird. Das Abschalten der Blasluftzuführ
bei den über die Formatbreite 2 hinausreichenden Leitelementen 4 führt zu einer ruhigen
Bogenführung auf dem Druckmaschinenzylinder, da das Unterblasen der Bogen 1 entfällt
und zum besseren Anpressen des Bogens 1 auf den Druckzylinder durch die Kraftwirkung
der ausströmenden Blasluft.
Bezugszeichenliste
[0016]
- 1
- Bogen
- 2
- Formatbreite
- 3
- Blaseinheit
- 4
- Leitelement
- 5
- Austrittsöffnung
- 6
- Durchströmöffnung
- 7
- Verschlußelement
- 8
- Stelleinrichtung
- 9
- Signalverbindung
- 10
- Steuerung
- 11
- Bogenlaufrichtung
1. Bogenleiteinrichtung für einen bogenführenden Druckmaschinenzylinder unter Verwendung
einer hohlen Blaseinheit (3) mit mehreren der Krümmung der Druckmaschinenzylinders
angepaßten und mit Austrittsöffnungen (5) zum Anpressen des Bogens (1) über die Länge
des Druckmaschinenzylinders durch die Kraftwirkung strömender Luft versehenen benachbarten
Leitelementen (4),
dadurch gekennzeichnet,
daß jedem Leitelement (4) an der Blaseinheit (3) eine Stelleinrichtung (8) zum Zu-und
Abschalten der Blasluft zugeordnet ist,
daß jede Stelleinrichtung (8) ein Verschlußelement (7) aufweist, welches einer zwischen
jedem Leitelement (4) und Blaseinheit (3) angeordneten Durchströmöffnung (6) zugeordnet
ist.
2. Bogenleiteinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß jede Stelleinrichtung (8) über eine Signalverbindung (9) mit einer Steuerung (10)
gekoppelt ist.
3. Bogenleiteinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die über ein Bogenformat (2) hinaus sich erstreckenden Leitelemente (4) abschaltbar
sind.
4. Bogenleiteinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die über das Bogenformat (2) hinaus sich erstreckenden Leitelemente alternierend
abschaltbar sind.
1. Sheet guiding device for a sheet feeding printing press cylinder using a hollow blowing
unit (3) with several neighbouring guide elements (4) matched to the curvature of
the printing press cylinder and provided with outlet openings (5) for pressing the
sheet (1) across the length of the printing press cylinder through the force action
of flowing air,
characterised in that to each guide element (4) on the blowing unit (3) is fixed an
adjusting device (8) for switching the blown air on and off, that each adjusting device
(8) has a closure element (7) which is fitted to a throughflow opening (6) arranged
between each guide element (4) and blowing unit (3).
2. Sheet guiding device according to Claim 1,
characterised in that each adjusting device (8) is linked via a signal connection
(9) with a control (10).
3. Sheet guiding device according to Claim 1,
characterised in that the guide elements (4) extending past a sheet format (2) can
be switched off.
4. Sheet guiding device according to Claim 1,
characterised in that the guide elements extending past the sheet format (2) can be
alternately switched off.
1. Dispositif de guidage de feuilles pour un cylindre de machine d'impression guidant
des feuilles, en utilisant une unité de soufflage creuse (3), comportant plusieurs
éléments de guidage voisins (4) adaptés à la courbure du cylindre de machine d'impression
et munis d'ouvertures de sortie (5) pour presser la feuille (1) sur la longueur du
cylindre de machine d'impression par l'action de la force de l'air qui s'en écoule,
caractérisé en ce que, à chaque élément de guidage (4) sur l'unité de soufflage (3),
il est associé un dispositif de réglage (8) pour mettre en oeuvre ou couper l'air
de soufflage, en ce que chaque dispositif de régage (8) présente un élément de fermeture
(7), qui est associé à une ouverture de passage (6) agencée entre chaque élément de
guidage (4) et l'unité de soufflage (3).
2. Dispositif de guidage de feuilles selon la revendication 1,
caractérisé en ce que chaque dispositif de réglage (8) est coupé à une commande (10)
par l'intermédiaire d'une liaison à signaux (9).
3. Dispositif de guidage de feuilles selon la revendication 1,
caractérisé en ce que les éléments de guidage (4) s'étendant au-delà d'un format de
feuille (2) peuvent être coupés.
4. Dispositif de guidage de feuilles selon la revendication 1,
caractérisé en ce que les éléments de guidage s'étendant au-delà du format de feuille
(2) peuvent être coupés de façon alternante.

