[0001] Die Erfindung betrifft Schalldämpfer mit einem Gehäuse und einem das Gehäuseinnere
durchquerenden gasführenden Rohr gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs.
[0002] Schalldämpfer für Abgasanlagen von Verbrennungsmotoren sind bekannt. Sie haben die
Aufgabe, den mit den Abgasen den Motor verlassenden Lärm auf ein für die Umwelt verträgliches
Maß zu reduzieren. Sie bedienen sich dabei der physikalischen Grundprinzipien Absorption,
Reflexion und Interferenz.
[0003] Es ist das Bestreben jedes Entwicklers von Schalldämpfern, die schalldämpfende Wirkung
mit einem möglichst geringen Aufwand an Material und Raumbedarf zu verwirklichen.
Das größte Problem machen dabei die tieffrequenten Anteile des Lärms, da nach den
Gesetzen der Physik die benötigten Volumina mit abnehmender Frequenz zunehmen.
[0004] Aus der EP-A 0 274 659 ist ein Schalldämpfer bekannt, der ein Gehäuse, ein das Gehäuseinnere
durchquerendes, gasführendes Rohr und in diesem Rohr akustisch wirksame Öffnungen
besitzt. Eine erste Öffnung wird gebildet durch einen Durchbruch für ein Resonatorrohr,
von dem ein kleiner Abschnitt in das Innere des gasführenden Rohrs ragt und ein großer
Abschnitt im wesentlichen über dem Durchbruch befestigt ist. Ein Teil des Gehäuseinneren
ist mit schallabsorbierendem Material gefüllt. Die zweite Öffnung wird gebildet durch
eine Perforation des gasführenden Rohrs im Bereich des schallabsorbierenden Materials.
[0005] Aufgrund dieser Bauform werden in diesem Schalldämpfer lediglich die physikalischen
Prinzipien Absorption und Reflexion schalldämpfend wirksam. Da der Resonator völlig
ungedämpft ist, ist seine Frequenzkurve sehr schmalbandig, was die schalldämpfende
Wirkung auf einen sehr schmalen Frequenzbereich reduziert. Das ist unbefriedigend.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Schalldämpfer
der eingangs genannten Art anzugeben, der bei geringem Material- und Platzbedarf eine
breitbandige Reduzierung des Störschalls ermöglicht.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Schalldämpfer mit den Merkmalen des Patentanspruchs.
[0008] Die überraschend gute Wirksamkeit des erfindungsgemäßen Schalldämpfers beruht darauf,
dass das gesamte Gehäuseinnere das Volumen und das über dem Rohrdurchbruch befestigte
Rohrstück den Hals eines Helmholtz-Resonators bilden, dessen Resonanzfrequenz durch
die Länge des Halses in weiten Grenzen abgestimmt werden kann, ohne dass das Gehäusevolumen
geändert werden müsste. Dank des mit schallabsorbierendem Material gefüllten Gehäuseteils
ist die Resonanzkurve des Helmholtz-Resonators deutlich verbreitert und die schallabsorbierende
Wirkung des Helmholtz-Resonators erstreckt sich über einen entsprechend breiten Frequenzbereich.
[0009] Gleichzeitig bildet das Gehäuseinnere in Verbindung mit der Perforation im gasführenden
Rohr einen Lambda-Viertel-Resonator, der bei höheren Frequenzen schallreduzierend
wirkt. Durch die Positionierung der Perforation im Bereich des schallabsorbierenden
Materials wird ebenfalls eine Verbreiterung der Resonanzkurve bewirkt.
[0010] Ebenfalls schallreduzierend wirkt die Tatsache, dass die akustischen Wellen im Inneren
des Schalldämpfers auf zwei unterschiedlich langen Wegen vom Eingang zum Ausgang gelangen,
nämlich zum einen auf dem direkten Weg durch das gasführende Rohr, zum anderen auf
einem Umweg durch das Gehäuseinnere. Die Frequenzen, bei denen durch Interferenz eine
Reduzierung bzw. Auslöschung des Störschalls stattfindet, werden bei geschickter Dimensionierung
so gelegt, dass der Schalldämpfer insgesamt eine breitbandige Wirkung von den tiefsten
bis zu den hohen Frequenzen aufweist.
[0011] Die Ausgestaltung des den Hals des Helmholtz-Resonators bildenden Rohrstücks als
Halbrohr ergibt bei minimalen Materialaufwand eine maximal stabile Konstruktion. Anhand
der Zeichnung soll die Erfindung in Form eines Ausführungsbeispiels näher erläutert
werden. Es zeigen
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch einen Schalldämpfer als Prinzipdarstellung und
- Fig. 2
- das Durchgangsdämmaß eines Schalldämpfers nach Fig. 1 in Abhängigkeit von der Frequenz.
[0012] Der in Fig. 1 dargestellte Schalldämpfer besteht aus einem Gehäuse 1 herkömmlicher
Bauart. Das Gehäuseinnere 2 durchquert ein gasführendes Rohr 3. Ein Endbereich des
Gehäuseinneren 2 ist mit schallabsorbierendem Material 7 gefüllt, das durch eine perforierte
Wand 8 in Position gehalten wird.
[0013] Das gasführende Rohr 3 ist mit zwei akustisch wirksamen Öffnungen versehen. Die eine
Öffnung ist ein Durchbruch 4, der sich in dem leeren Teil des Gehäuseinneren 2 befindet.
Über den Durchbruch 4 ist ein Rohrstück 5 in Form eines Halbrohrs auf dem gasführenden
Rohr 3 liegend befestigt. Das Rohrstück 5 wirkt als Hals, das Gehäuseinnere 2 als
Volumen eines Helmholtz-Resonators, wobei das schallabsorbierende Material 7 eine
Verbreiterung der Resonanzkurve bewirkt.
[0014] In dem mit schallabsorbierendem Material 7 gefüllten Bereich des Gehäuseinneren 2
befindet sich die zweite akustisch wirksame Öffnung in Form einer Perforation 6. Das
Gehäuseinnere 2 in Verbindung mit der Perforation 6 bildet einen Lambda-Viertel-Resonator,
dessen Resonanzfrequenz durch die Länge des Gehäuses 1 bestimmt ist. Die Resonanzkurve
des Lambda-Viertel-Resonators wird wiederum durch das schallabsorbierende Material
7 bedämpft und in gewünschter Weise verbreitert. Dank der Anordnung des schallabsorbierenden
Materials 7 direkt über der Perforation 6, d. h. am Ort der größten Schallschnelle,
ist die Verbreiterung der Resonanzkurve maximal.
[0015] Des weiteren erreicht - vom Eingang des Schalldämpfers kommend - der Störschall auf
zwei unterschiedlichen Wegen den Ausgang des Schalldämpfers. Ein Teil des Störschalls
nimmt den direkten Weg durch das gasführende Rohr 3, ein anderer Teil nimmt den Umweg
vom Durchbruch 4 durch das Gehäuseinnere 2 zur Perforation 6. Es kommt daher zu Interferenzen,
deren Frequenzen durch die Wegedifferenz definiert sind. Auch hierbei bewirkt das
schallabsorbierende Material 7 eine Verbreiterung der Interferenzkurve.
[0016] Fig. 2 zeigt das Durchgangsdämmaß A in Abhängigkeit von der Frequenz f für einen
Schalldämpfer gemäß Fig. 1, dessen Volumen ca. 9 l betrug, wobei etwa 20 % des Gehäuseinneren
mit schallabsorbierendem Material gefüllt waren. Die schalldämpfende Wirkung beginnt
schon bei wenigen Hertz und erstreckt sich von wenigen Resonanzeinbrüchen abgesehen
bis über 600 Hz. Damit ist der gesamte für die tieffrequente Akustik wichtige Bereich
abgedeckt. In Fahrzeugversuchen wurde die außerordentliche Wirkungsweise des Systems
mit einer Verbesserung gegenüber einfachen Absorptionsschalldämpfern von bis zu 10
dB(A) bewiesen.
1. Schalldämpfer mit einem Gehäuse (1), einem das Gehäuseinnere (2) durchquerenden, gasführenden
Rohr (3) und mit akustisch wirksamen Öffnungen (4, 6) im Rohr (3), wobei die erste
Öffnung ein Durchbruch (4) ist, über dem ein Rohrstück (5) befestigt ist, wobei ein
Teil des Gehäuseinneren (2) mit schallabsorbierendem Material (7) gefüllt ist und
wobei im Bereich des schallabsorbierenden Materials (7) als zweite Öffnung eine Perforation
(6) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohrstück (5) als Halbrohr ausgebildet
und auf dem Gasrohr (3) liegend befestigt ist, dass das schallabsorbierende Material
(7) durch eine perforierte Wand (8) gehalten ist, dass das Gehäuseinnere (2) akustisch
aus zwei durch die perforierte Wand (8) verbundenen Teilen besteht und dass die beiden
akustisch wirksamen Öffnungen (4, 6) jeweils einem Teil zugeordnet sind.
1. A silencer with a housing (1), with a gas-conveying pipe (3) passing through the housing
interior (2) and with acoustically acting apertures (4,6) in the pipe (3), wherein
the first aperture is an opening (4) over which a length of pipe (5) is secured, wherein
one portion of the housing interior (2) is filled with sound-absorbing material (7)
and wherein a perforation (6) is provided in the vicinity of the sound-absorbing material
(7) as the second aperture, characterised in that the length of pipe (5) is of semitubular
form and is secured horizontally on the gas pipe (3), in that the sound-absorbing
material (7) is retained by a perforated wall (8), in that acoustically the housing
interior (2) comprises two parts joined by the perforated wall (8) and in that the
two acoustically acting apertures (4,6) are each associated with one part.
1. Amortisseur de bruit muni d'un boîtier (1), d'un conduit de gaz (3) traversant l'intérieur
du boîtier (2) et comportant des ouvertures (4, 6) efficaces d'un point de vue acoustique
ménagées dans le conduit (3), dans lequel la première ouverture est un percement (4)
sur lequel est fixé un tronçon de conduit (5), dans lequel une partie de l'intérieur
du boîtier (2) est remplie de matériau absorbant les bruits (7) et dans lequel dans
la région du matériau absorbant les bruits (7) est ménagée une perforation (6) faisant
office de deuxième ouverture, caractérisé en ce que le tronçon de conduit (5) est
conçu comme un demi-conduit et est fixé à l'horizontale sur le conduit de gaz (3),
en ce que le matériau absorbant les bruits (7) est maintenu au moyen d'une paroi perforée
(8), en ce que l'intérieur du boîtier (2) se compose d'un point de vue acoustique
de deux parties reliées par la paroi perforée (8) et en ce que les deux ouvertures
(4, 6) efficaces d'un point de vue acoustique sont associées respectivement à une
seule partie.