[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Ermittlung der Auswirkung
der Verstellung von Stellgliedern gemäß der Oberbegriffe der Ansprüche 1 und 20 (vgl.
DE-A-4 238 037, US-A-5 400 247).
[0002] Bei der Herstellung von Materialbahnen, beispielsweise von Papier- oder Kartonbahnen,
müssen das Querprofil der Materialbahneigenschaften und der Versatz der Materialbahn
bestimmt werden, um zur Einstellung eines gewünschten Querprofils bestimmte Stellglieder
verstellen zu können, die bei der Herstellung der Materialbahn eingesetzt werden,
über die Bahnbreite verteilt angeordnet sind und die Materialbahneigenschaften beeinflussen.
[0003] Es ist bekannt, Materialbahnabschnitte der Herstellungsmaschine zu entnehmen und
im Labor zu untersuchen, um das Querprofil bestimmter Bahneigenschaften zu ermitteln.
Dieses Verfahren ist sehr aufwendig und zeigt den Nachteil, daß unerwünschte Eigenschaften
erst sehr spät festgestellt werden können. Eine Vermeidung dieser Eigenschaften kann
erst sehr viel später erfolgen, so daß häufig große Teile von Materialbahnen Qualitätsmängel
aufweisen oder als Ausschuß wieder aufgearbeitet werden müssen.
[0004] Es ist außerdem bekannt, zur Ermittlung eines Querschrumpf-Querprofils einer Papierbahn
mit geeigneten Vorrichtungen Markierungen auf die Bahn aufzubringen und diese mit
Hilfe geeigneter Einrichtungen, beispielsweise Sensoren, zu erfassen (DE 40 08 282
A1). Die Papiermaschine muß also so ausgelegt sein, daß sowohl die Markierungseinrichtung
als auch die geeigneten Erfassungseinrichtungen eingebracht werden können. Häufig
ist der dazu erforderliche Bauraum nicht vorhanden oder aus Raumgründen nicht bereitstellbar.
Außerdem erhöhen sich die Kosten für eine derartige Papiermaschine. Das Verfahren
zur Querschrumpfermittlung ist überdies sehr aufwendig, da zusätzliche Markierungsmittel
eingesetzt werden müssen. Zudem ist eine Markierung unerwünscht, da sie die Papierqualität
mindert.
[0005] Es ist schließlich bekannt, zur Ermittlung der örtlichen Zuordnung von Stellgliedpositionen
zu Meßpositionen auf der Papierbahn sogenannte "Bump-Tests" durchzuführen. Es handelt
sich dabei um Testverstellungen einzelner weit genug auseinanderliegender Stellglieder
mit dem Ziel, anhand von Querprofilmessungen die Orte und die geometrische Form der
Auswirkungen dieser Stellglieder auf Papiereigenschaften festzustellen. Derartige
Testverstellungen werden dann automatisch zum Beispiel periodisch oder auf Bedienerwunsch
ausgeführt, um ein geändertes Prozeßverhalten zu erkennen. Die Testverstellungen müssen
so groß gewählt werden, daß sich das Ergebnis der Verstellung im Papier deutlich wiederfindet
und sich nach geeigneter Meßwertfilterung aus dem Prozeßrauschen und Meßrauschen abhebt.
Die Tests stören also den Produktionsprozeß. Während der Bump-Tests und ihrer Auswertung
kann selbstverständlich nicht gleichzeitig mit Hilfe dieser Stellglieder auf den Prozeß
eingewirkt werden, um zum Beispiel aktuelle Prozeßstörungen auszugleichen. Eine eventuelle
Bahneigenschafts-Querprofilregelung muß während des Tests abgeschaltet werden. Die
Genauigkeit mit der die Auswirkungsorte der verstellten Stellglieder bestimmt werden
ist bestimmt durch die Anzahl von Querprofilmeßwerten die zur Verfügung stehen, beziehungsweise
durch den Abstand einzelner Datenwerte. Dieser Abstand beträgt üblicherweise 1 cm
bis 10 cm. In jedem Fall ist die erzielte Genauigkeit nicht ausreichend um aus den
ermittelten Orten ein genaues Querschrumpf-Querprofil zu ermitteln, wie folgende Beispielrechnung
zeigt:
[0006] Die Orte der Stellelemente sind über die Breite der Produktionsmaschine exakt bekannt.
Zwei möglichst weit auseinanderliegende Stellglieder werden verstellt. Der Abstand
x
s dieser Stellglieder ist bekannt. Der Abstand der Profiländerungen x
p kann gemessen werden.
[0007] Der prozentuale Querschrumpf beträgt dann:

[0008] Bei einer Papierbahnbreite von beispielsweise 5000 mm, einem typischen Schrumpf von
5% = 250 mm und einem Meßdatenabstand von 25 mm ist so eine Gesamt-Schrumpfbestimmung
genau genug möglich.
[0009] Die Meßaufgabe lautet jedoch, zum Beispiel die Frage zu klären, an welcher Stelle
der Papierbahn der Schrumpf minimal ist, ob er symmetrisch ist, wie sich die Ränder
der Papierbahn im Vergleich zur Mitte verhalten etc. Der Schrumpf muß also für möglichst
kleine Bereiche auf der Papierbahn möglichst genau gemessen werden, um ein aussagefähiges
Querschrumpf-Querprofil zu erhalten.
[0010] Um beispielsweise in einem 500 mm breiten Bereich den Schrumpf auf 0,5% absolute
Genauigkeit bestimmen zu können, ist eine Meßgenauigkeit im Papier von 500·0,005 mm
= 2,5 mm erforderlich. Bei einem Meßdatenabstand von 25 mm ist das mit einfachen Bump-Tests
bei weitem nicht möglich.
[0011] Bei einem aus der DE-A-42 38 037 bekannten Verfahren zur Elimination von Restfehlern
im Querprofil einer Materialbahn werden für möglichst viele Betriebszustände mittels
statistischer Verfahren mathematische Modelle erstellt. Für einen während des Betriebs
auftretenden jeweiligen Betriebszustand wird aus diesen mathematischen Modellen das
am nächsten kommende ausgewählt. Anhand des ausgewählten Modells wird dann ein Korrekturvektor
ermittelt und in den Produktionsprozeß eingebracht. Die die Auswahl eines geeigneten
mathematischen Modells sowie die Ermittlung eines Korrekturvektors betreffenden Schritte
werden bis zur gewünschten Anpassung wiederholt. Die während des Betriebs gemessenen
Ergebnisse können zur Verbesserung der erstellten mathematischen Modelle herangezogen
werden.
[0012] Bei einem aus der US-A-5 400 247 bekannten Verfahren zur Herstellung einer Papierbahn
werden mehrere über die Bahnbreite verteilte Stellglieder über ein Steuersystem beaufschlagt,
in dem die individuelle Prozeßauswirkung eines jeweiligen Stellglieds von den Prozeßauswirkungen
der anderen Stellglieder getrennt oder entkoppelt ist, so daß eine Prozeßsteuerung
über voneinander unabhängige Kanäle möglich ist. Dabei werden die Stellglieder auf
der Basis eines theoretischen dynamischen Modells der Papiermaschine ohne Kopplungseffekt
angesteuert. Über Sensoren gemessene Ausgangssignale werden mittels eines mathematischen
Entkopplungsmodells in Form einer einstellbaren Entkopplungsmatrix ausgewertet. Die
Ausgangswerte des theoretischen Modells der Papiermaschine ohne Kopplungseffekt werden
mit den Ausgangswerten des einstellbaren Entkopplungsmodels verglichen. Die Entkopplungsmatrix
wird dann im Sinne einer Angleichung dieser Werte kontinuierlich nachgestellt.
[0013] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Einrichtung zur Ermittlung
der Auswirkung einer Verstellung von Stellgliedern zu schaffen, die die genannten
Nachteile nicht aufweisen.
[0014] Diese Aufgabe wird mit Hilfe eines Verfahrens gelöst, das die in Anspruch 1 genannten
Schritte umfaßt und das regelungstechnisch im weiteren Sinne als "Prozeßbeobachter"
bezeichnet werden kann. Der Ort an dem sich die Verstellung eines Stellgliedes auswirkt,
das bei der Herstellung der Materialbahn eingesetzt wird, kann auf einfache Weise
jederzeit bestimmt werden, ohne daß es des Einsatzes besonderer Markierungseinrichtungen
oder zusätzlicher Sensoren bedürfte, die diese Markierungen erfassen. Die Produktion
wird nicht durch Testverstellungen und durch das Abschalten einer eventuell vorhandenen
Querprofilregelung gestört. Durch das iterative Vorgehen und durch die gleichzeitige
Berücksichtigung vieler Stellgliedverstellungen und zugehöriger Profilmessungen ist
eine wesentlich genauere örtliche Zuordnung der Stellgliedpositionen zu Positionen
auf der Materialbahn möglich, so daß eine aussagefähige Schrumpfkurve ermittelt werden
kann.
[0015] Die rechnerische Bestimmung der Auswirkung erfolgt unter Heranziehung von Erkenntniswerten
über das Verhalten der Materialbahneigenschaften. Die rechnerische Bestimmung der
Auswirkung wird verglichen mit tatsächlich -vor und nach einer Stellgliedverstellung-
gewonnenen Meßwerten eines Bahneigenschafts-Querprofils, um die Erkenntniswerte so
abzustimmen, daß die Rechenergebnisse möglichst genau mit den gemessenen Ergebnissen
über die Auswirkung übereinstimmen.
[0016] In dem eine Vorhersage über den Auswirkungsort der Stellgliedverstellung getroffen
wird, ist das Verfahren relativ einfach durchführbar und optimierbar.
[0017] Alternativ oder zusätzlich kann eine Vorhersage über die Form der Auswirkung getroffen
werden, beispielsweise über die Weite der Auswirkung am Auswirkungsort oder die Amplitude
der Änderung der Materialbahneigenschaften am Auswirkungsort. Auch dieses Verfahren
ist relativ einfach durchführbar und führt dazu, daß die Vorhersage über den Auswirkungsort
sehr gut optimierbar ist.
[0018] Besonders bevorzugt wird ein Verfahren, bei dem solche Stellglieder berücksichtigt
werden, die ohnehin zur Herstellung der Materialbahn verwendet und zur Einstellung
des Querprofils der Materialbahneigenschaften benötigt werden. Ein derartiges Verfahren
zeichnet sich dadurch aus, daß es keiner zusätzlicher Einrichtungen beziehungsweise
Stellglieder bedarf, die den Bauraum der Einrichtung zur Herstellung der Materialbahn
vergrößern, die Konstruktions- und Produktionskosten erhöhen und gegebenenfalls auch
zusätzlichen Wartungsbedarf erfordern. Außerdem wird die laufende Herstellung der
Materialbahn nicht durch eine Stellgliedverstellung gestört, die ausschließlich Meßzwecken
dient. Die laufende Produktion bleibt also unbeeinträchtigt.
[0019] Besonders bevorzugt wird ein Verfahren, bei dem die Stellglieder nur so viel verstellt
werden, wie während der Produktion zur Korrektur der Prozeß-Störungen durch eine selbsttätige
Querprofilregelung erforderlich ist. Größere Verstellungen würden die Produktion stören
und die Papierqualität mindern.
[0020] Bevorzugt wird ein Verfahren, bei dem die Vorhersagen schrittweise in der Art abgewandelt
werden, daß zunächst eine möglichst allgemeine Aussage über das Verhalten der Materialbahneigenschaften
getroffen wird, die sich insbesondere dadurch auszeichnet, daß sie auch bei einem
schlechten "Rausch zu Nutz-Signal Verhältnis" noch mit guter Genauigkeit schnell getroffen
werden kann.
[0021] Eine einfache Aussage könnte zum Beispiel sein: Die Ränder der Papierbahn sind um
einen gewissen Betrag verschoben gegenüber der Position die sie in der Maschine an
der Meßstelle haben sollten, wenn es keinen Schrumpf und kein seitliches Verlaufen
gäbe. Die beiden Beträge der Verschiebung sind zu bestimmen.
[0022] Eine erste Verfeinerung dieser Aussage wäre beispielsweise: Der Querschrumpf ist
an den Rändern stärker als in der Mitte und das sich ergebende Querschrumpf-Querprofil
hat eine schüsselförmige Kontur, deren Amplitude zu bestimmen ist.
[0023] Es zeigt sich also, daß mit diesem Verfahren Hilfseinrichtungen zur Messung der Position
der Randabschnittseinrichtungen und der Papierränder entfallen können.
[0024] Weiterhin wird ein Verfahren bevorzugt, bei dem die Vorhersage über die Materialbahneigenschaften
eine möglichst genaue Bestimmung des Querschrumpfverhaltens umfaßt.
[0025] Besonders bevorzugt wird schließlich ein Verfahren, bei dem eine Mittelung der Ergebnisse
bei der Bestimmung des Querschrumpf-Querprofils für eine Anzahl von Vorhersagen und/oder
für eine Anzahl von Stellglied-Verstellungen durchgeführt wird. Eine derartige Mittelung
führt dazu, daß der Fehler bei der rechnerischen Bestimmung der Auswirkung auf ein
Minimum reduziert wird.
[0026] Weitere Ausführungsformen des Verfahrens ergeben sich aus den übrigen Unteransprüchen.
[0027] Die oben genannte Aufgabe wird auch durch eine Einrichtung gelöst, die die in Anspruch
20 genannten Merkmale umfaßt. Dadurch, daß die Recheneinheit Vorhersagen beziehungsweise
Erkenntniswerte über das Verhalten der Materialbahneigenschaften bei der Verstellung
eines Stellglieds verarbeitet und anhand dieser Erkenntniswerte und mittels einer
Zuordnungsregel die Auswirkung rechnerisch bestimmt, ist es jederzeit möglich, den
Ort, der der Veränderung eines Stellglieds zuzuordnen ist, on-line vorherzusagen und
ein exaktes Querprofil einer Materialbahneigenschaft zu ermitteln und/oder einen seitlichen
Versatz der Bahn zu bestimmen.
[0028] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- ein schematisches Blockschaltbild einer Einrichtung zur Ermittlung der Auswirkung
von Stellgliedverstellungen;
- Figur 2
- Diagramme zur Erläuterung des Verfahrens zur Ermittlung eines Querprofils;
- Figur 3
- einen schematischen Aufbau einer Papierherstellungsmaschine und
- Figur 4
- einen Zweischichten-Stoffauflauf zur Erzeugung einer Faserstoff-Bahn mit einem schematisch
dargestellten Leitungssystem.
[0029] Bei einer Materialbahn können verschiedene Materialbahneigenschaften erfaßt werden,
beispielsweise das Flächengewicht, die Feuchte, der Querschrumpf, die Faserlage, die
Rauhigkeit, die Festigkeit, die Elastizität, die Opazität, die Glätte, der Füllstoffgehalt,
die Dicke, die Formation. Als Querprofil werden die über die Breite der Bahn erfaßten
Meßwerte bezeichnet.
[0030] Unterstellt wird, daß zur Herstellung einer Materialbahn über einen Stoffauflauf
eine Wasser-Faserstoff-Suspension, die gegebenenfalls auch Füllstoffe umfaßt, in eine
Siebpartie (Former) eingebracht wird und daß die dort gebildete Faserstoff-Bahn -beispielsweise
Papier-Bahn- über eine Pressenpartie Trockenpartie zugeführt wird. Der Stoffauflauf
kann so ausgebildet sein, daß Stellglieder zur Beeinflussung der Materialeigenschaften
vorgesehen sind. Beispielsweise kann der Wasser-Faserstoff-Suspension ein sogenannter
Neben-Stoffstrom zugeleitet werden, der beispielsweise aus Verdünnungswasser oder
aus einer zweiten Papierstoffsorte, jedoch mit anderer, vorzugsweise geringerer Stoffdichte
besteht. Die Querverteilung im Stoffauflauf wird durch mehrere sektionale Zuführleitungen
eingestellt, die jeweils ein als Stellglied bezeichnetes Steuerventil aufweisen. An
der Zusammenführung der Wasser-Faserstoff-Suspension mit dem Neben-Stoffstrom können
wiederum als Stellglieder bezeichnete Mischventile vorgesehen sein. Stellglieder der
hier angesprochenen Art können auch an anderen Stellen der Papiermaschine, beispielsweise
in einem Dampfblaskasten in der Pressen- oder Trockenpartie oder aber in einer Nachbehandlungseinrichtung,
zum Beispiel in einer Streichmaschine, vorgesehen sein.
[0031] In Figur 1 ist eine Einrichtung 1 zur Ermittlung der Auswirkung von Stellgliedverstellungen
dargestellt, die hier zusätzlich zur Ermittlung eines Querschrumpf-Querprofils und
zur Erfassung des seitlichen Bahnverlaufnes dient. Die Materialbahn 3 wird von links
nach rechts durch die Darstellung in Figur 1 geleitet, was durch einen Pfeil angedeutet
ist. Links in Figur 1 ist gestrichelt ein Stoffauflauf 5 eingezeichnet, der zahlreiche
quer über die Materialbahn 3 verteilte Stellglieder 7 aufweist, von denen hier lediglich
eines dargestellt ist. Die anderen liegen außerhalb der Darstellungsebene von Figur
1. Die Stellglieder 7 sind über eine Steuerleitung 9 mit einer Recheneinheit 11 verbunden.
In einem Abstand zum Stoffauflauf 5 ist an einer beliebigen Stelle der Vorrichtung
zur Herstellung der Materialbahn 3 eine Meßeinrichtung 13 zur Ermittlung von Bahneigenschafts-Querprofilen.
Diese kann beispielsweise am Ende einer Papierherstellungsmaschine jenseits der Trockenpartie
angeordnet sein. Es ist jedoch auch möglich, mehrere derartige Meßeinrichtungen innerhalb
der Papierherstellungsmaschine vorzusehen.
[0032] Die Meßeinrichtung 13 ist über eine Meßleitung 15 mit der Recheneinheit 11 verbunden.
Über eine Eingabeleitung 17 können zusätzliche -unten noch eingehender abgehandelte-
Informationen über das Querprofil der Materialbahn 3 in die Recheneinheit 11 eingegeben
werden. Auf einer Ausgabeleitung 19 werden die Rechenergebnisse der Recheneinheit
11 ausgegeben.
[0033] In Figur 1 ist ein schematisches Balkendiagramm 21 eingezeichnet, an Hand dessen
angedeutet werden soll, daß die verschiedenen quer über die der Materialbahn 3 verteilten
Stellglieder 7 unterschiedliche Einstellungen aufweisen.
[0034] Neben der Meßeinrichtung 13 ist schematisch ein Diagramm 23 wiedergegeben, das ein
von der Meßeinrichtung erfaßtes Meßsignal wiedergibt. Entsprechend der verschiedenen
Einstellungen der Stellglieder 7 und weiterer Prozeßparameter ergeben sich unterschiedliche
Meßsignale über die Bahnbreite. Durch die gezackte Linie wird angedeutet, daß das
Meßsignal stark von Meßrauschen und Prozeßstörungen überlagert ist.
[0035] Anhand von Figur 2 soll der Zusammenhang zwischen der Einstellung verschiedener Stellglieder
7 und dem Meßsignal im Diagramm 23 näher erläutert werden.
[0036] Dazu sind in Figur 2 mehrere Diagramme übereinander dargestellt. In dem obersten
Diagramm 1 ist der Abstand x eines Stellglieds 7 zu einer beispielsweise außerhalb
der Papierbahn liegenden, entlang der Papierherstellungsmaschine verlaufenden, gedachten
Bezugslinie 25 angedeutet, die hier gestrichelt eingezeichnet ist. In dem darunterliegenden,
zweiten Diagramm von oben ist eine Anzahl von durch Kreuze angedeuteten Stellgliedern
dargestellt. Ein Stellglied 7/1 befindet sich beispielsweise in einem Abstand x
1 zu dieser Bezugslinie 25 und hat hier eine "positive" Einstellung mit einer entsprechenden
"Breitenwirkung". Ein weiteres Stellglied 7/2 hat einen Abstand x
2 zu der Bezugslinie 25. Es wird hier rein beispielhaft von einer "negativen" Einstellung
mit einer entsprechenden "Breitenwirkung" dieses Stellglieds ausgegangen. Mit "Breitenwirkung"
wird hier die Weite der Auswirkung der Stellgliedverstellung am Auswirkungsort bezeichnet.
[0037] Unterhalb des zweiten Diagramms, in dem die einzelnen Stellglieder durch Kreuze gekennzeichnet
sind, ist die erwartete Reaktion im Querprofil der Materialbahn 3 beziehungsweise
die vorausgesagte Auswirkung in dem als Kurve a gekennzeichneten dritten Diagramm
wiedergegeben. Aufgrund der "positiven" Einstellungen des Stellglieds 7/1 könnte sich
im Querprofil, je nachdem, welche Bahneigenschaft das Stellglied beeinflußt, eine
örtlich erhöhte Feuchtigkeit oder eine örtlich größere Materialstärke einstellen,
die zu einem örtlich erhöhten auch als basis weight bezeichneten Flächengewicht führt.
Entsprechend würde sich aufgrund der "negativen" Einstellung des Stellglieds 7/2 eine
reduzierte Feuchtigkeit beziehungsweise verminderte Materialstärke an einem Ort einstellen,
der diesem zweiten Stellglied zugeordnet ist. In der Kurve a wird im Rahmen einer
ersten auf Erkenntniswerten beruhenden Vorhersage beziehungsweise ersten Hypothese
davon ausgegangen, daß die der Einstellung der Stellglieder 7/1 und 7/2 entsprechenden
Orte x'
1 und x'
2 beziehungsweise Positionen der Antworten beziehungsweise Auswirkungen in der Materialbahn
beziehungsweise Papierbahn exakt den Stellgliedpositionen x
1 und x
2 entsprechen. Die erwarteten Antwort-Positionen beziehungsweise Auswirkungsorte liegen
also im Abstand x'
1 beziehungsweise x'
2 von der Bezugslinie 25. Dies ist hier durch Pfeile angedeutet.
[0038] Durch eine Änderung der Stellglieder 7/1 und 7/2, die sich gemäß dem ersten Diagramm
an den Positionen x
1 und x
2 befinden, ergibt sich eine Änderung des von der in Figur 1 dargestellten Meßeinrichtung
13 erfaßten Querprofils, das in der Kurve b wiedergegeben ist, und das in Figur 1
im Diagramm 23 dargestellt wurde. Auch in Figur 2 ist angedeutet, daß das dem Querprofil
entsprechende Meßsignal durch Meßrauschen und Prozeßstörungen überlagert ist. Eine
örtliche Erhöhung des Querprofils, die auf eine Verstellung des Stellglieds 7/1 zurückzuführen
ist, ist erkennbar, ebenso eine örtliche Erniedrigung des Querprofils, die auf einer
Änderung des Stellglieds 7/2 beruht. Es wird jedoch deutlich, daß zum Beispiel infolge
einer beim Trocknen der Bahn erfolgten Querschrumpfung oder eines seitlichen Verlaufens
der Bahn die Reaktion im Querprofil gegenüber der Bezugslinie 25 -einmal nach rechts
und einmal nach links- verschoben ist. Die Verlagerung der Reaktion ist hier durch
△x
1 und △x
2 angedeutet.
[0039] Es zeigt sich, daß die in der Kurve a wiedergegebene Vorhersage, daß die Reaktion
im Querprofil, also der Auswirkungsort exakt den Stellgliedpositionen entspricht,
nicht genau zutrifft. Es werden daher mehrere auf abgewandelten Erkenntniswerten beruhende
weitere Vorhersage bezüglich der erwarteten Auswirkung im Querprofil getroffen. Die
beste Vorhersage ist in der Kurve c wiedergegeben. Es zeigt sich, daß die Antwort
des Stellglieds 7/1 näherungsweise an der Stelle x"
1 erfolgt und daß die Antwort auf eine Verstellung des Stellglieds 7/2 näherungsweise
an dem Ort x"
2 erfolgt. Die zugrundeliegenden Erkenntniswerte wurden so optimiert, daß die Übereinstimmung
zwischen dem Meßsignal in der Kurve b und dem aufgrund der Vorhersage berechneten
Ort gemäß der Kurve c optimal ist. Zusätzliche Erkenntniswerte beziehungsweise Erkenntniswerte
die zur ersten Vorhersage a führten, können dem Rechner 11, beispielsweise über die
in Figur 1 eingezeichnete Leitung 15, eingegeben werden. Der Rechner kann die Erkenntniswerte
jedoch auch vollständig automatisch generieren und daraus Voraussagen bezüglich der
Auswirkungen berechnen. Für die anfänglichen Erkenntniswerte sowie für die Regeln
zur Abstimmung der Erkenntniswerte sind a priori Kenntnisse verwendbar beziehungsweise
in den Rechner eingebbar.
[0040] Es ist möglich, daß die Erkenntniswerte über die Orte der Auswirkung von Stellgliedverstellung
zunächst nur auf folgenden einfachen Aussagen basieren:
- Es gibt ein seitliches Verlaufen der Bahn, dessen Amplitude zu bestimmen ist.
- Es gibt einen Querschrumpf der Bahn während des Fertigungsprozesses, der zunächst
an allen Orten der Bahn als gleich groß (prozentual) angenommen wird, und dessen Größe
zu bestimmen ist.
[0041] Die Erkenntniswerte können in einem fortgeschrittenem Verfahrensschritt schrittweise
verfeinert werden beispielsweise durch Aussagen:
- Der Querschrumpf ist an den Rändern stärker als in der Mitte und das sich ergebende
Querschrumpf-Querprofil hat eine schüsselförmige Kontur, deren Amplitude zu bestimmen
ist.
- Der Querschrumpf tritt auf der einen Maschinenhälfte stärker auf als auf der anderen.
Die Größe des Unsymmetriefaktors ist zu bestimmen.
[0042] Aus Figur 2 wird also das Grundprinzip des hier angesprochenen Verfahrens zur Ermittlung
eines Querschrumpf-Querprofils deutlich. Zunächst wird also bei einer Verstellung
eines Stellglieds, hier des Stellglieds 7/1 beziehungsweise 7/2, an Hand einer ersten
Vorhersage die erwartete Reaktion im Querprofil berechnet (siehe Kurve a). In der
Kurve a wird beispielsweise die Vorhersage getroffen, daß die Position der Antworten
im Querprofil exakt an den Orten erfolgt, die auch den Stellgliedpositionen entspricht.
Es zeigt sich, daß hier eine Abweichung zwischen dem berechneten Wert der Kurve a
und dem tatsächlichen Meßwert der Kurve b gegeben ist, die durch das Querschrumpfen
oder seitliche Verlaufen der Bahn hervorgerufen wird.
[0043] Es werden daher die Erkenntniswerte beziehungsweise die Vorhersage abgewandelt und
die erwartete Reaktion neu berechnet. Die unter Heranziehung der besten Vorhersage
getroffene Berechnung ist in der Kurve c wiedergegeben. Die hier vorliegende Vorhersage
geht davon aus, daß die Antwort der Verstellung des Stellglieds 7/1 an der Stelle
x"
1 erfolgt und daß die Antwort von dem Stellglied 7/2 an dem Ort x"
2 erfolgt. Dabei wird von folgender Beziehung ausgegangen: x" = x' + △ x. Es zeigt
sich, daß bei der hier gewählten Vorhersage c die Abweichung zwischen dem in Kurve
b gezeigten Meßsignal und dem berechneten Signal der Kurve c sehr gering ist.
[0044] Ein Weg, um zu der dieser Vorhersage entsprechenden Kurve c zu gelangen, wäre es,
viele Hypothesen über die Orte x"
1 und x"
2, die sich nur geringfügig unterscheiden, zu prüfen und die Hypothese mit der besten
Übereinstimmung zu dem in Kurve b dargestellten Meßsignal auszuwählen.
[0045] Eine Verfeinerung der Vorgehensweise besteht darin, a priori Kenntnisse zum Beispiel
über das Schrumpfverhalten und das Bahnverlaufen in die Berechnung der Hypothesen
einfließen zu lassen. Dadurch kann die Anzahl der zu untersuchenden Hypothesen deutlich
reduziert werden.
[0046] Aus dem zu Figur 2 Gesagtem ergibt sich folgendes: Wenn man an der Stelle x"
1 eine Abweichung beispielsweise des örtlichen Flächengewichts von einem geforderten
Maß feststellt, so muß man die aus der Abweichung resultierende Stellgröße demjenigen
Stellglied 7 zuführen, das sich im Abstand x
1 = x"
1 -Δx
1 von der Bezugslinie 25 befindet. Es ist also auf einfache Weise möglich, eine lokale
Materialbahneigenschaft einem Stellglied zuzuordnen und damit ein Querschrumpf oder
auch ein seitliches Verlaufen der Bahn zu berücksichtigen.
[0047] Es ist offensichtlich, daß sich das beschriebene Verfahren auch zu einer on-line
Bestimmung eines seitlichen Verlaufens der Papierbahn eignet.
[0048] Als besonders geeignetes Berechnungsverfahren zur rechnerischen Bestimmung des Grades
der Übereinstimmung der Kurven b und c hat sich das Verfahren der Korrelationsrechnung
erwiesen. Ein anderes Maß wäre die mittlere quadratische Abweichung der beiden Kurven.
[0049] Vorzugsweise werden bei dem hier beschriebenen Verfahren lediglich solche Stellglieder
berücksichtigt, die zur üblichen laufenden Einstellung des Querprofils benötigt werden.
Somit kann es sich hier beispielsweise um Stellglieder handeln, die den Stoffauflauf
beeinflussen. Es kann also als Stellglied ein Steuerventil oder ein Mischventil in
den Zufuhrleitungen des Stoffauflaufs verwendet werden. Denkbar ist aber auch, daß
als Stellglieder Einrichtungen verwendet werden, die beispielsweise die Heizleistung
der Trockenpartie zonenweise über die Bahnbreite unterschiedlich beeinflussen können.
Das hier beschriebene Verfahren beziehungsweise die Einrichtung zur Ermittlung der
Auswirkung einer Stellgliedverstellung sind in allen Fällen auf gleiche Weise einsetzbar.
Nach dem hier Gesagten können also auch Stellglieder verwendet werden, die das Flächengewicht,
die Feuchte, die Dichte oder eine andere Eigenschaft der Material- beziehungsweise
Papierbahn beeinflussen.
[0050] Bei der Wahl der Vorhersagen beziehungsweise Hypothesen zur Bestimmung der verschiedenen
Kurven in Figur 2 wird vorzugsweise schrittweise vorgegangen. Zunächst wird eine Vorhersage
getroffen, bei der einerseits nur wenige Größen zu bestimmen sind und andererseits
sehr viele Stellwerte und Profilmeßwerte zur Verfügung stehen. Dies gilt beispielsweise
für eine Vorhersage über den Gesamt-Querschrumpf der Papierbahn und den -quer zur
Papierbahn gemessenen- Ort im Querprofil, an dem sich die Veränderung eines Stellglieds
zeigt. Bei der Berücksichtigung einer derartigen Vorhersage kann eine zuverlässige
Bestimmung der Orte sehr schnell geschehen, auch wenn die Stellgrößen sehr klein im
Vergleich zum Prozeßrauschen sind.
[0051] Bei einer weiteren Vorhersage kann eine etwas genauere Bestimmung des Schrumpfverhaltens
getroffen werden. Beispiel: Angenommen es stehen bei einer Produktionsmaschine 50
Querprofilstellglieder 150 gemessenen Querprofildatenwerten gegenüber. Bei jedem Eingriff
einer Querprofilregelung werden normalerweise alle Stellglieder um einen kleinen Betrag
verstellt, um die Prozeßstörungen auszugleichen. Nach der Verstellung und nach dem
Vergleich der Querprofile vor und nach der Verstellung stehen also 150 + 50 Informationen
zur Verfügung, die ausgewertet werden können. Soll zum Beispiel nur eine Aussage über
den Gesamtschrumpf und über den Betrag des seitlichen Verlaufens der Bahn eine Aussage
gemacht werden, sind nur zwei Informationen beziehungsweise zwei Zahlenwerte aus den
zur Verfügung stehenden 200 Informationen zu ermitteln. Das ist auch bei einem sehr
großen Prozeß- und Meßrauschen noch gut möglich. Je mehr Aussagen getroffen werden
müssen, zum Beispiel zusätzlich über die Weite der Prozeßantwort auf eine Stellgliedverstellung,
desto ungünstiger wird das "Rausch zu Nutz-Signal Verhältnis", so daß auch die Informationen
beziehungsweise Zahlenwerte die ermittelt werden mit einem Fehler behaftet sind.
[0052] Vorzugsweise wird, um ein möglichst genaues Querschrumpf-Querprofil berechnen zu
können, nach jeder Verstellung eines Stellglieds 7 das Querschrumpf-Querprofil mit
Hilfe der Recheneinheit 11 ermittelt, indem ein Vergleich der vorhergesagten Auswirkung
mit der tatsächlich gemessenen Auswirkung erfolgt und anhand der Abweichungen die
Erkenntniswerte abgewandelt werden, bis sich eine bessere oder möglichst gute Übereinstimmung
zwischen vorhergesagter und berechneter Auswirkung ergibt.
[0053] Um die Genauigkeit des Verfahrens zusätzlich zu erhöhen sind spezielle Verfahren
zur Aufbereitung der Querprofilmessungen vor und nach der Verstellung denkbar. Gängige
Verfahren wären zum Beispiel der Einsatz von Filteralgorithmen um den Rauschanteil
zu reduzieren. Wenn eine Aussage über den zeitlichen Verlauf des Rauschens oder statistischer
Kenngrößen getroffen werden kann, zum Beispiel unter Verwendung gemessener Größen,
die das Rauschen verursachen, oder die nebenbei entstehen, ist es möglich, das gemessene
Querprofil nachträglich teilweise vom bekannten Teil des Rauschens wieder zu befreien,
oder die Filter optimal darauf abzustimmen.
[0054] Aussichtsreich sind auch örtliche Transformationen und Gewichtungen der gemessenen
Profile mit dem Ziel, diejenigen Anteile im gemessenen Profil zu dämpfen, die für
die Ermittlung der Auswirkung der Stellglieder wenig gewinnbringend sind.
[0055] Um die auf Meßrauschen und Prozeßstörungen beruhenden Fehler auf ein Minimum reduzieren
zu können, werden die berechneten Ergebnisse x"
n, wie sie beispielsweise in den Kurven a und c in Figur 2 dargestellt sind, unter
Berücksichtigung vieler Stellgliedverstellungen ermittelt. Dadurch, daß eine Anzahl
von Vorhersagen und auch eine Vielzahl von Stellgliedverstellungen berücksichtigt
werden, ist es möglich, die Meßfehler weitestgehend zu eliminieren, auch wenn die
Amplitude der Stellgliedverstellungen sehr klein ist.
[0056] Im Sinne der vorgeschlagenen Abstufung ist es sinnvoll nur jeweils so viele zeitlich
aufeinanderfolgende Stellvorgänge zu benützen, wie nötig sind um für die gewünschte
Aussage eine ausreichende Genauigkeit zu erzielen.
[0057] Beispielsweise sind für die Ermittlung des Gesamtschrumpfes nur wenige oder gar keine
Mittelungen erforderlich. Der Gesamtschrumpf wird also innerhalb weniger Verstellungen
aller Stellglieder sehr genau ermittelt. Eine feinere Auflösung des Querschrumpf-Querprofils
benötigt entsprechend mehr Informationen aus mehr Verstellungen. Die Ermittlung dauert
also entsprechend länger.
[0058] Anstelle von Mittelungen, wie sie hier vorgeschlagen wurden, können natürlich auch
komplexere Filter- oder Schätzalgorithmen eingesetzt werden.
[0059] Die in Figur 1 dargestellte Einrichtung weist nur eine Meßeinrichtung 13 auf. Es
ist jedoch auch möglich, innerhalb einer Herstellungsvorrichtung beziehungsweise Papiermaschine
mehrere Meßstellen -in Förderrichtung der Materialbahn gesehen- hintereinanderliegend
anzuordnen. Es kann dann das Querschrumpf-Querprofil an mehreren Stellen innerhalb
der Maschine berechnet werden, so daß sich Rückschlüsse darauf ableiten lassen, wie
sich der Querschrumpf zwischen verschiedenen Meßstellen verändert hat.
[0060] Eine weitere Anwendung der Erfindung besteht darin, den Einfluß einer speziellen
Behandlung der Materialbahn in einer geeigneten Nachbehandlungseinrichtung, beispielsweise
die Leimung oder Nachbefeuchtung einer Papierbahn, auf den Querschrumpf on-line zu
beobachten. Aus der Schrumpfänderung sind dann weitere Prozeßgrößen, beispielsweise
die Leimaufnahme des Papiers, ableitbar. Diese Prozeßgrößen können dann für die Bestimmung
weiterer Stelleingriffe herangezogen werden.
[0061] Aus der Beschreibung der Figuren 1 und 2 ist ohne weiteres ersichtlich, daß sich
durch das Verfahren zur Ermittlung eines Querschrumpf-Querprofils einer Materialbahneigenschaft
bei der Herstellung einer Faserstoffbahn aus einer Wasser-Faserstoff-Suspension große
Vorteile ergeben: Es ist ohne weiteres möglich, an verschiedenen Punkten einer Papierherstellungsmaschine
über die Breite einer Materialbahn verschiedene Eigenschaften zu erfassen und gezielt
bestimmte Stellglieder der Papierherstellungsmaschine anzusprechen, um die Materialbahneigenschaften
gezielt zu beeinflussen. Auf diese Weise können Querprofile für das Flächengewicht,
die Feuchte, des Querschrumpfs und/oder der Dicke der Bahn genau eingestellt und beeinflusst
werden, beispielsweise kann sogar das Querschrumpf-Querprofil durch örtliches Befeuchten
der Bahn gezielt verändert werden.
[0062] Andere Einflußgrößen auf den Schrumpf, die gezielt verstellt werden könnten sind
beispielsweise Produktions-Prozeßparameter im Bereich des Naßteils, der Presse, der
Trockenpartie. Exemplarisch seien hier genannt: örtliche Temperaturverteilung der
Papierbahn während des Trocknungsprozesses, das Feuchtequerprofil innerhalb des Trocknungsprozesses
oder direkt nach der Presse, die Faserorientierung, örtlich unterschiedlich starke
Behinderung des Schrumpfvorganges durch geeignete unterschiedlich starke Fixierung
der Bahn in Bahn-Querrichtung. Weitere Einflußgrößen sind denkbar. Welche Einflußgrößen
praktisch nutzbar sind, wird sich nach einem längeren Einsatz der vorgestellten Methode
zur on-line Messung des Querschrumpf-Querprofils automatisch herausstellen.
[0063] In modernen Papierherstellungsmaschinen sind die Stellglieder, insbesondere die Steuerventile
zum Einstellen des spezifischen Flächengewichts in großer Anzahl in sehr geringem
Abstand zueinander vorgesehen. Es ist daher überaus wichtig, genau vorhersagen zu
können, welches Stellglied zur Beeinflussung einer lokalen Materialbahneigenschaft
angesprochen werden muß. Gerade dies ist mit dem hier beschriebenen Verfahren und
der im einzelnen dargestellten Einrichtung ohne weiteres möglich.
[0064] Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung werden im folgenden anhand der Figuren 3 und
4 näher erläutert.
[0065] Figur 3 zeigt eine Papierherstellungsmaschine 31 mit einem Stoffauflauf 33, der mit
dem Stoffauflauf 5 gemäß Figur 1 vergleichbar ist. Darüber hinaus weist die Papierherstellungsmaschine
31 eine auch als Former bezeichnete Siebpartie 35, eine Pressenpartie 37 sowie eine
Trockenpartie 39 auf. Diese ist mit mindestens einem zonenweise regulierbaren Dampfblaskasten
41 versehen, mit dessen Hilfe das Querprofil der Materialbahn 43, beispielsweise das
Trockengehalts-Querprofil beeinflußbar ist.
[0066] Die Papierherstellungsmaschine 31 weist außerdem eine Recheneinheit 45 auf, die mit
der in Figur 1 dargestellten Recheneinheit 11 vergleichbar ist. Der Stoffauflauf 33
ist mit der Recheneinheit 45 über Signalleitungen 47 und 49 verbunden, über die einerseits
beispielsweise die Ist-Stellung verschiedener Stellglieder des Stoffauflaufs 33 erfaßt
werden können und die andererseits dazu dienen, Steuersignale an die Stellglieder
weiterzuleiten.
[0067] Die Papierherstellungsmaschine 31 ist außerdem noch mit einer Meßeinrichtung 51 versehen,
die der in Figur 1 dargestellten Meßeinrichtung 13 entspricht und die über eine Signalleitung
53 Meßsignale an die Recheneinheit 45 abgibt. Diese kann mit einem Monitor 55 versehen
sein, auf dem sowohl Meß- als auch Steuersignale darstellbar sind.
[0068] Aus Figur 3 wird deutlich, daß mit Hilfe der Meßeinrichtung 51 Querprofile der Materialbahn
43 erfaßt werden können. Ein besonders wichtiges Anwendungsfeld der Erfindung ist
die sogenannte Flächengewichts-Querprofilregelung, mit deren Hilfe eine möglichst
gleichmäßige flächenbezogene Masseverteilung der Materialbahn eingestellt werden soll.
Wenn also mit Hilfe der Meßeinrichtung 51 Abweichungen im gewünschten Flächengewicht
der Materialbahn, also Abweichungen im Flächengewichts-Querprofil, festgestellt werden,
können über die Recheneinheit 45 bestimmte Stellglieder des Stoffauflaufs 33 so angesteuert
werden, daß sich die gewünschte Dicke der Materialbahn beziehungsweise das gewünschte
Flächengewicht einstellt. Es ist also eine örtliche Beeinflussung der Fasermenge möglich,
die über den Stoffauflauf 33 abgegeben wird.
[0069] Ebenso ist es mit Hilfe der Recheneinheit 45 möglich, den Dampfblaskasten 41 so anzusteuern,
daß einzelne Zonen der Materialbahn 43 mehr oder weniger erwärmt werden. Auf diese
Weise läßt sich ein bestimmtes Feuchtigkeits-Querprofil der Materialbahn 43 einstellen
und damit letztlich auch das Querschrumpf-Querprofil gezielt beeinflussen.
[0070] Es wird nach allem deutlich, daß mit Hilfe der hier beschriebenen Erfindung ein Querprofil
einer Materialbahn gezielt beeinflußbar ist, weil die örtlichen Materialbahneigenschaften
durch eine gezielte Verstellung verschiedener Stellglieder, sei es von Stellgliedern
im Stoffauflauf oder in einem Dampfblaskasten, beeinflußbar sind.
[0071] Anhand von Figur 4 soll noch einmal auf die besonders wichtige Anwendung der Erfindung
eingegangen werden, nämlich auf die Flächengewichts-Querprofilregelung beziehungsweise
auf die Einstellung eines vorbestimmten Flächengewichts-Querprofils einer Materialbahn
an einem Stoffauflauf.
[0072] Figur 4 zeigt rein beispielhaft einen Zweischichten-Stoffauflauf 33, zusammen mit
einem schematisch dargestellten Leitungssystem zum Zuführen von verschiedenen Faserstoff-Suspensionen.
[0073] Der Stoffauflauf 33 umfaßt eine Düse 57, die in bekannter Weise durch zwei sich über
die Breite der Papierherstellungsmaschine 31 erstreckende Stromführungswände 57a und
57b begrenzt wird. Die Stromführungswände 57a, 57b sind über je einen bekannten Turbulenzgenerator
59 mit einer mittleren stationären Trennwand 61 verbunden. Am auslaufseitigen Ende
der Trennwand 61 ist wiederum mittels eines Gelenks 63 eine Lamelle 65 schwenkbar
befestigt. Abweichend hiervon kann die Lamelle auch starr an der Trennwand 61 befestigt
sein.
[0074] Ein erster Hauptstoffstrom, der aus einer ersten Papierstoffsorte besteht, gelangt
über eine Quer-Verteilleitung 67 und über eine davon abgezweigte Reihe von sektionalen
Zuführleitungen 69 zu einem der beiden Turbulenzgeneratoren 59.
[0075] Abweichend von der in Figur 4 gewählten Darstellung kann in jeder der sektionalen
Zuführleitungen 69 ein als Volumenstromregler ausgebildetes Stellglied vorgesehen
werden.
[0076] Ein zweiter Hauptstoffstrom, bestehend aus einer anderen Papierstoffsorte, gelangt
über eine Quer-Verteilleitung 71 und über eine davon abgezweigte Reihe von sektionalen
Zuführleitungen 73 zu dem anderen Turbulenzgenerator. Damit, falls erforderlich, daß
Flächengewichts-Querprofil der herzustellenden Papier- beziehungsweise Materialbahn
korrigiert werden kann, ist eine dritte Quer-Verteilleitung 75 vorgesehen, über die
ein sogenannter Neben-Stoffstrom zugeführt wird. Dieser besteht zum Beispiel aus Verdünnungswasser
oder aus einer zweiten Papierstoffsorte, jedoch mit anderer, vorzugsweise geringerer
Stoffdichte. Von der Quer-Verteilleitung 75 sind mehrere sektionale Zuführleitungen
77 mit je einem als Steuerventil 79 ausgebildeten Stellglied abgezweigt.
[0077] Jede der Zuführleitungen 77 führt somit einen steuerbaren sektionalen Neben-Stoffstrom
zu einer Mischstelle 81, wo er mit einem der sektionalen Hauptstoffströme vermischt
wird.
[0078] Im Falle eines Dreischicht-Stoffauflaufes wird man das Leitungssystem 71 bis 77 mit
dem Steuerventil 79 und den Mischstellen 81 vorzugsweise der mittleren Schicht zuordnen.
[0079] Abweichend von der Darstellung in Figur 4 könnte zusätzlich noch folgendes vorgesehen
werden: Weitere Zuführleitungen für einzeln steuerbare sektionale Neben-Stoffströme
könnten in die sektionale Zuführleitungen 69 für den ersten Hauptstoffstrom einmünden.
[0080] Bereits aus der in Figur 4 darstellten Prinzipskizze wird deutlich, daß die Stellglieder
in relativ geringem Abstand zueinander angeordnet sein können. Während bei herkömmlichen
Typen eines Stoffauflaufs, deren Blendenverstellung insbesondere mit Stellspindeln
vorgenommen wird, der Einfluß der Verstellung einer Stellspindel auf das Flächengewichts-Querprofil
mehr als den vierfachen Stellgliedabstand entspricht, wirkt sich die Verstellung eines
den Neben-Stoffstrom beeinflussenden Stellglieds auf das Flächengewichts-Querprofil
etwa im Bereich des zweieinhalbfachen Stellgliedabstandes aus.
[0081] Mit Hilfe der Erfindung ist es möglich, trotz des geringen Abstands der Stellglieder,
bei einer örtlichen Abweichung des Querprofils der Materialbahn, genau das Stellglied
anzusprechen, mit dessen Hilfe sich das gewünschte Querprofil einstellen läßt. Dabei
kann aufgrund der relativ hohen Dichte der Stellglieder eine wesentlich verbesserte
Papierqualität erreicht werden.
[0082] Aus der Beschreibung ergibt sich insgesamt, daß das Verfahren zur Ermittlung der
Auswirkung einer Stellgliedverstellung einfach durchführbar ist, und daß dabei der
Prozeß zur Herstellung einer Materialbahn in keiner Weise gestört wird, insbesondere
keine allein auf der Messung beruhenden Nachteile für die Bahneigenschaften eintreten.
Es bedarf lediglich der Vorhersage der erwarteten Auswirkung anhand von Erkenntniswerten.
Durch den Vergleich der theoretisch vorhergesagten Auswirkung mit gemessenen Bahneigenschafts-Querprofil-Werten
kann eine Verbesserung der Erkenntniswerte vorgenommen werden, bis die Vorhersage
mit dem gemessenen Werten weitgehend übereinstimmt.
[0083] Das Verfahren eignet sich zur Vorhersage einerseits über den Auswirkungsort einer
Stellgliedverstellung aber auch andererseits über den Verlauf der Bahneigenschaften
in der Nähe des Auswirkungsortes,also über die Form der Auswirkung. Die Vorhersagen
über die Form der Auswirkung, also über die Weite der Auswirkung am Auswirkungsort
und über die Amplitude der Änderungen der Materialbahneigenschaften am Auswirkungsort,
werden durch Vergleich mit gemessenen Werten schrittweise immer weiter verbessert.
Auf diese Weise kann auch eine Überlagerung der Auswirkung einer Stellgliedverstellung
mit den Auswirkungen benachbarter Stellgliedverstellungen vorhergesagt werden. Es
zeigt sich nämlich, daß die Weite der Auswirkung der Verstellung eines Stellgliedes
oft so breit ist, daß sie sich über mehrere Stellglieder hinweg erstreckt.
[0084] Mit Hilfe des Verfahrens zur Ermittlung der Auswirkung der Stellgliedverstellungen
kann, nach dem Obengesagten, sowohl ein Querschrumpf-Querprofil einer Materialbahn
exakt bestimmt werden als auch das seitliche Verlaufen der Materialbahn innerhalb
der Herstellungsmaschine. Das Querschrumpf-Querprofil ist einerseits als wichtiger
Qualitätsparameter der erzeugten Bahn von Interesse, andererseits ermöglicht es auch
Rückschlüsse auf die Funktion der Produktionsmaschine.
[0085] Es zeigt sich, daß die Auswirkung anhand von Erkenntniswerten zunächst ungefähr vorausgesagt
werden kann und daß bei der Verstellung mehrerer Spindeln und bei der Ermittlung der
Auswirkung der Verstellungen die Vorhersage über die Auswirkung so abgestimmt werden
kann, daß sowohl ein Querschrumpf-Querprofil als auch ein seitliches Verlaufen der
Bahn erfaßt können.
[0086] Insbesondere dadurch, daß nach jeder Verstellung eine Stellgliedes die Auswirkung
vorherbestimmt und durch Messung geprüft wird, erhält man eine Fülle von Meßwerten,
so daß die Erkenntniswerte optimal abgestimmt werden können. Die Vielzahl der Ermittlungen
der Auswirkungen läßt sich am besten durch eine automatische Durchführung des Verfahrens
realisieren, so daß schließlich auch eine on-line Bestimmung der Auswirkungen möglich
ist.
[0087] Aus dem Obengesagten werden die Ziele der beschriebenen Querschrumpfmessung deutlich:
Erstens soll eine Querprofilregelung ermöglicht werden, mit deren Hilfe die Zuordnung
der Stellgliedpositonen zu den Meßgliedpositonen gegeben ist, so daß die für die optimale
Beeinflussung des Querprofils anzusprechenden Stellglieds geortet werden können.
[0088] Außerdem soll eine technologische Prozeßbeurteilung möglich sein, beispielsweise
in der Trockenpartie eine gleichmäßige Trocknung über die Bahnbreite oder in der Naßpartie
eine gleichmäßige Faserorientierung und ein gleichmäßiges Längs- zu Quer-Reißfestigkeits-Verhältnis
über die Bahnbreite oder dergleichen.
[0089] Bei der technologischen Prozeßbeurteilung ist die exakte Kurvenform des Querschrumpf-Querprofils
bedeutsam. Bei der Realisierung einer Querprofilregelung muß der Fehler an jeder Stellgliedposition
kleiner als der 0,5-fache Stellgliedabstand sein, damit eine Regelung möglich ist.
Bei einem Fehler, der kleiner als der 0,2-fache Stellgliedabstand ist, kann eine sinnvolle
Regelung realisiert werden.
1. Verfahren zur Ermittlung der Auswirkung einer Verstellung von bei der Herstellung
einer Materialbahn (3) eingesetzten, über die Bahnbreite verteilt angeordneten, die
Materialbahneigenschaften beeinflussenden Stellgliedern (7), wobei bei der Verstellung
mindestens eins Stellgliedes (7) eine aus Erkenntniswerten über das Verhalten des
Bahneigenschafts-Querprofils bei der Veränderung von Stellgliedern (7) abgeleitete
Vorhersage über die Auswirkung der Stellgliedverstellung getroffen wird, mindestens
ein Bahneigenschafts-Querprofil vor und nach der Verstellung der Stellglieder (7)
gemessen wird, die Vorhersage über die Auswirkung der Stellgliedverstellungen mit
der gemessenen Auswirkung verglichen wird und die bestehenden Erkenntniswerte abgewandelt
werden, bis sich eine bessere Übereinstimmung zwischen vorhergesagter und gemessener
Auswirkung ergibt,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Vorhersage über die Auswirkungsorte von Stellgliedverstellungen und/oder
eine Vorhersage über die geometrische Form der Auswirkungen getroffen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Vorhersage über die geometrische Form der Auswirkungen getroffen und die
Weite der Auswirkung am jeweiligen Auswirkungsort vorhergesagt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Vorhersage über die geometrische Form der Auswirkungen getroffen und die
Amplitude der Änderung der Materialbahneigenschaften im jeweiligen Auswirkungsort
vorhergesagt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Querschrumpf-Querprofil aus den Auswirkungsorten ermittelt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das seitliche Verlaufen der Materialbahn (3) aus den Auswirkungsorten ermittelt
wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß nur die Verstellung der Stellglieder (7) berücksichtigt wird, die zur laufenden
Einstellung der Bahneigenschafts-Querprofile benötigt werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verstellung der Stellglieder (7) nur so gewählt wird, wie es zur laufenden
Einstellung der Bahneigenschafts-Querprofile notwendig ist.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verstellung der Stellglieder (7) durch eine automatische Bahneigenschafts-Querprofilregelung
erfolgt.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verfahren durch einen Steuerungsrechner (11) automatisch durchgeführt wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verfahren on-line durchgeführt wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verstellung der Stellglieder (7) zur Beeinflussung von Flächengewicht, Feuchte
und/oder Dichte der Materialbahn (3) berücksichtigt wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Erkenntniswerte über das Verhalten der Materialbahneigenschaften zunächst
aufgrund allgemeiner, einfacher Aussagen über das Verhalten der Materialbahneigenschaften
gewonnen werden.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Erkenntniswerte schrittweise abgewandelt werden, wobei zunächst eine möglichst
allgemeine, einfache Aussage über das Verhalten der Materialbahneigenschaften getroffen
wird und schließlich eine Voraussage, die das tatsächliche Querprofil der Materialbahn
(3) möglichst genau wiedergibt.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß nach jeder Verstellung der Stellglieder (7) das Verfahren nach einem der Ansprüche
1 bis 13 durchgeführt wird.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Mitteilung oder Filterung der Ergebnisse bei der Bestimmung der Auswirkung
für eine Anzahl von Vorhersagen und/oder für eine Anzahl von zeitlich nacheinanderliegenden
Stellgliedverstellungen und/oder für eine Anzahl einzelner Querprofilmessungen durchgeführt
wird.
16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Grad der Übereinstimmung von Messung und Vorhersage rechnerisch bestimmt wird,
vorzugsweise mit mittels einer Korrelationsrechnung oder durch Auswertung der mittleren
quadratischen Abweichung.
17. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die ermittelten Auswirkungen von Stellgliedverstellungen bei der Herstellung einer
Materialbahn (3) wie insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn aus einer Wasser-Faserstoff-Suspension
berücksichtigt werden, bei der eine Anzahl von über die Bahnbreite verteilt angeordneten
und wenigstens eine der Bahn-Eigenschaften (beispielsweise das spezifische Flächengewicht)
beeinflussenden Stellgliedern (7) eingesetzt wird, und bei der man mittels einer Meßeinrichtung
(13) das Querprofil der genannten Bahneigenschaften mißt und aus den Meßwerten Stellgrößen
gewinnt, die auf die Stellglieder (7) derart wirken, daß sich das gewünschte Bahneigenschafts-Querprofil
einstellt.
18. Verfahren nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß das ermittelte Querschrumpf-Querprofil die Grundlage für eine on-line Überwachung
und Beeinflussung des Querschrumpf-Querprofils selbst ist.
19. Verfahren nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Flächengewichts-Querprofil durch eine sektional einstellbare Faserstoffmenge
in einem Stoffauflauf (5) geregelt wird.
20. Einrichtung (1) zur Ermittlung der Auswirkung der Verstellung von bei der Herstellung
einer Materialbahn (3) eingesetzten, über die Bahnbreite verteilt angeordneten, die
Materialbahneigenschaften beeinflussenden Stellgliedern (7), insbesondere zur Durchführung
eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 18, mit einer Meßeinrichtung (13)
zur Erfassung des Querprofils einer Materialbahneigenschaft, mit Stellgliedern (7)
zur Beeinflussung des Querprofils der Materialbahneigenschaft und mit einer Recheneinheit
(11) zur Bestimmung der Auswirkung einer Stellgliedverstellung,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Recheneinheit (11) Erkenntniswerte über das Verhalten der Materialbahneigenschaften
bei der Verstellung eines Stellgliedes (7) verarbeitet werden, um eine Vorhersage
über die Auswirkungsorte von Stellgliedverstellungen und/oder eine Vorhersage über
die geometrische Form der Auswirkungen zu treffen.
21. Einrichtung nach Anspruch 20,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Recheneinheit (11) die Auswirkung anhand der Erkenntniswerte on-line bestimmt.
22. Einrichtung nach Anspruch 20,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere in Laufrichtung der Materialbahn hintereinanderliegende Meßeinrichtungen
(13) vorgesehen sind.
23. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stellglieder (7) zur Herstellung einer Materialbahn (3) wie insbesondere einer
Papier- oder Kartonbahn vorgesehen sind.
1. Process for determining the effect of an adjustment to final control elements (7)
which are employed in the production of a material web (3), are arranged distributed
over the web width and influence the properties of the material web, where, during
the adjustment of at least one final control element (7), a prediction is made about
the effect of the adjustment to the final control element, derived from empirical
values relating to the behaviour of the web property transverse profile in the case
of a change to final control elements (7), at least one web property transverse profile
is measured before and after the adjustment to the final control elements (7), the
prediction relating to the effect of the adjustments to the final control elements
is compared with the measured effect and the existing empirical values are modified
until the result is better agreement between predicted and measured effects, characterized
in that a prediction is made about the effect locations of adjustments to final control
elements and/or a prediction is made about the geometric shape of the effects.
2. Process according to Claim 1, characterized in that a prediction is made about the
geometric shape of the effects, and the width of the effect at the respective effect
location is predicted.
3. Process according to Claim 1 or 2, characterized in that a prediction is made about
the geometric shape of the effects, and the amplitude of the change in the material
web properties at the respective effect location is predicted.
4. Process according to one of the preceding claims, characterized in that the transverse
shrinkage transverse profile is determined from the effect locations.
5. Process according to one of the preceding claims, characterized in that the lateral
course of the material web (3) from the effect locations is determined.
6. Process according to one of the preceding claims, characterized in that account is
taken only of the adjustment to the final control elements (7) which are needed for
the continuous setting of the web property transverse profiles.
7. Process according to one of the preceding claims, characterized in that the adjustment
to the final control elements (7) is selected only in the manner which is needed for
the continuous setting of the web property transverse profiles.
8. Process according to one of the preceding claims, characterized in that the final
control elements (7) are adjusted by means of an automatic web property transverse
profile control system.
9. Process according to one of the preceding claims, characterized in that the process
is carried out automatically by a control computer (11).
10. Process according to one of the preceding claims, characterized in that the process
is carried out online.
11. Process according to one of the preceding claims, characterized in that account is
taken of the adjustment to the final control elements (7) in order to influence grammage,
moisture content and/or density of the material web (3).
12. Process according to one of the preceding claims, characterized in that the empirical
values relating to the behaviour of the material web properties are initially obtained
on the basis of general, simple statements about the behaviour of the material web
properties.
13. Process according to one of the preceding claims, characterized in that the empirical
values are modified step by step, first of all the most general, simple statement
about the behaviour of the material web properties being made and subsequently a prediction
being made which reproduces the actual transverse profile of the material web (3)
as accurately as possible.
14. Process according to one of the preceding claims, characterized in that following
each adjustment to the final control elements (7), the process according to one of
Claims 1 to 13 is carried out.
15. Process according to one of the preceding claims, characterized in that averaging
or filtering of the results is carried out when determining the effect for a number
of predictions and/or for a number of chronologically successive adjustments to final
control elements and/or for a number of individual transverse profile measurements.
16. Process according to one of the preceding claims, characterized in that the degree
of agreement of measurement and prediction is determined by computation, preferably
by means of a correlation calculation or by evaluating the mean square deviation.
17. Process according to one of the preceding claims, characterized in that the determined
effects of adjustments to final control elements are taken into account during the
production of a material web (3), such as in particular a paper or board web, from
a water/fibrous material suspension, in which a number of final control elements (7)
which are arranged distributed over the web width and influence at least one of the
web properties (for example the specific grammage) are employed, and in which, by
means of a measuring device (13), the transverse profile of the aforementioned web
properties is measured and the measured values are used to obtain final control variables
which act on the final control elements (7) in such a way that the desired web property
transverse profile is established.
18. Process according to Claim 17, characterized in that the determined transverse shrinkage
transverse profile is the basis for online monitoring and influencing the transverse
shrinkage transverse profile itself.
19. Process according to Claim 17, characterized in that the transverse grammage profile
is regulated by means of a sectionally adjustable quantity of fibrous material in
a headbox (5).
20. Device (1) for determining the effect of the adjustment to final control elements
(7) which are employed in the production of a material web (3), are arranged distributed
over the web width and influence the properties of the material web, in particular
for carrying out a process according to one of Claims 1 to 18, having a measuring
device (13) for registering the transverse profile of a material web property, having
final control elements (7) for influencing the transverse profile of the material
web property, and having a computing unit (11) for determining the effect of an adjustment
to a final control element, characterized in that, in the computing unit (11), empirical
values relating to the behaviour of the material web properties during adjustment
of a final control element (7) are processed in order to make a prediction about the
effect locations of adjustments to final control elements and/or to make a prediction
about the geometric shape of the effects.
21. Device according to Claim 20, characterized in that the computing unit (11) determines
the effect online by using the empirical values.
22. Device according to Claim 20, characterized in that a number of measuring devices
(13) are provided one behind another in the running direction of the material web.
23. Device according to one of the preceding claims, characterized in that the final control
elements (7) are provided for the production of a material web (3) such as, in particular,
a paper or board web.
1. Procédé de détermination de l'effet d'un réglage d'actionneurs (7) utilisés dans la
fabrication d'une bande de matériau (3), répartis sur la largeur de la bande et agissant
sur les caractéristiques de la bande de matériau, une prévision de l'effet du réglage
des actionneurs étant effectuée lors du réglage d'au moins un actionneur (7) à partir
des valeurs connues du comportement du profil transversal des caractéristiques de
la bande lors de la modification d'actionneurs (7), au moins un profil transversal
des caractéristiques de la bande étant mesuré avant et après le réglage des actionneurs
(7), la prévision de l'effet des réglages des actionneurs étant comparée à l'effet
mesuré et les valeurs connues existantes étant modifiées, jusqu'à ce que l'on obtienne
une meilleure concordance entre l'effet prévisible et l'effet mesuré, caractérisé
en ce qu'une prévision des endroits d'effet des réglages des actionneurs et/ou une
prévision de la forme géométrique des effets est effectuée.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une prévision de la forme géométrique
des effets est effectuée et que l'ampleur de l'effet est prévisible pour chaque endroit
d'effet respectif.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'une prévision de la forme
géométrique des effets est effectuée et que l'amplitude de la modification des caractéristiques
de la bande de matériau est prévisible dans chaque endroit d'effet respectif.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
le profil transversal du retrait transversal est déterminé à partir des endroits d'effet.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
l'allure latérale de la bande de matériau (3) est déterminée à partir des endroits
d'effet.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
seul est pris en compte le réglage des actionneurs (7) qui sont nécessaires pour l'ajustement
continu des profils transversaux des caractéristiques de la bande.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
le réglage des actionneurs (7) n'est choisi que dans la mesure où il est nécessaire
à l'ajustement continu des profils transversaux des caractéristiques de la bande.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
le réglage des actionneurs (7) s'effectue par une régulation automatique des profils
transversaux des caractéristiques de la bande.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
le procédé est réalisé automatiquement par un ordinateur de commande (11) .
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
le procédé est réalisé en ligne.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
le réglage des actionneurs (7) est pris en compte pour agir sur le grammage, l'humidité
et/ou la densité de la bande de matériau (3).
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
les valeurs connues du comportement des caractéristiques de la bande de matériau sont
obtenues tout d'abord sur la base d'informations simples et générales sur le comportement
des caractéristiques de la bande de matériau.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
les valeurs connues sont modifiées par incréments, une information si possible simple
et générale sur le comportement des caractéristiques de la bande de matériau étant
donnée tout d'abord avant une prévision restituant le profil transversal effectif
de la bande de matériau (3) aussi précisément que possible.
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
l'on réalise le procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 13 après chaque
réglage des actionneurs (7).
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une
communication ou un filtrage des résultats est réalisé lors de la détermination de
l'effet pour un certain nombre de prévisions et/ou pour un certain nombre de réglages
des actionneurs se suivant successivement dans le temps et/ou pour un certain nombre
de mesures de profil transversal individuelles.
16. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
le degré de concordance entre la mesure et la prévision est déterminé par le calcul,
de préférence au moyen d'un calcul de corrélation ou par une évaluation de l'écart
quadratique moyen.
17. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
l'on prend en compte les effets mesurés de réglages des actionneurs lors de la fabrication
d'une bande de matériau (3) comme en particulier une bande de papier ou de carton
à partir d'une suspension d'eau et de matière fibreuse, dans laquelle on utilise une
pluralité d'actionneurs (7) répartis sur la largeur de la bande et agissant au moins
sur l'une des caractéristiques de la bande (par exemple le grammage spécifique), et
dans laquelle on mesure au moyen d'un dispositif de mesure (13) le profil transversal
desdites caractéristiques de la bande et l'on obtient des grandeurs de réglage à partir
des valeurs de mesure qui agissent de telle sorte sur les actionneurs (7) que le profil
transversal souhaité des caractéristiques de la bande s'ajuste.
18. Procédé selon la revendication 17, caractérisé en ce que le profil transversal du
retrait transversal déterminé constitue la base d'une surveillance et d'une action
en ligne sur le profil transversal du retrait transversal lui-même.
19. Procédé selon la revendication 17, caractérisé en ce que le profil transversal du
grammage est régulé par une quantité de matière fibreuse ajustable de manière sectionnelle
dans une caisse de tête (5).
20. Dispositif (1) pour déterminer l'effet du réglage d'actionneurs (7) utilisés dans
la fabrication d'une bande de matériau (3), répartis sur la largeur de la bande et
agissant sur les caractéristiques de la bande de matériau, en particulier pour réaliser
un procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 18, comprenant un dispositif
de mesure (13) pour détecter le profil transversal d'une caractéristique de la bande
de matériau, comprenant des actionneurs (7) pour agir sur le profil transversal de
la caractéristique de la bande de matériau et comprenant une unité de calcul (11)
pour déterminer l'effet d'un réglage des actionneurs, caractérisé en ce que dans l'unité
de calcul (11) sont traitées des valeurs connues du comportement des caractéristiques
de la bande de matériau lors du réglage d'un actionneur (7), afin d'effectuer une
prévision des endroits d'effet de réglages des actionneurs et/ou une prévision de
la forme géométrique des effets.
21. Dispositif selon la revendication 20, caractérisé en ce que l'unité de calcul (11)
détermine l'effet en ligne au moyen des valeurs connues.
22. Dispositif selon la revendication 20, caractérisé en ce que plusieurs dispositifs
de mesure (13) disposés les uns derrière les autres dans la direction d'avance de
la bande de matériau sont prévus.
23. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce
qu'il est prévu des actionneurs (7) pour la fabrication d'une bande de matériau (3),
en particulier une bande de papier ou de carton.