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(11) |
EP 0 804 295 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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07.04.1999 Patentblatt 1999/14 |
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Anmeldetag: 13.07.1995 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)6: B07C 3/20 |
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/DE9500/931 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9622/164 (25.07.1996 Gazette 1996/34) |
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CODIERSTATION FÜR EINE BRIEFSORTIERANLAGE
CODING STATION FOR A MAIL SORTING SYSTEM
POSTE DE CODAGE POUR SYSTEME DE TRI POSTAL
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE FR |
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Priorität: |
18.01.1995 DE 19501654
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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05.11.1997 Patentblatt 1997/45 |
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Patentinhaber: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT |
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80333 München (DE) |
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Erfinder: |
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- SCHULZ, Volkmar
D-90592 Schwarzenbruck (DE)
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 121 247 FR-A- 2 372 659
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FR-A- 2 319 162
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- POST OFFICE ELECTRICAL ENGINEER'S JOURNAL, Bd. 71, Nr. 2, Juli 1978 LONDON, GB, Seiten
70-76, EVANS ET AL 'An Easy-View Letter-Coding Desk'
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Codierstation für eine Briefsortieranlage, wobei
ein jeweils zu vereinzelnder Briefstapel im Sichtbereich und im Greifbereich einer
Bedienperson in eine pultartige Anstellung verbracht wird, wobei die Oberseite des
jeweiligen Briefstapels etwa senkrecht zur Betrachtungsrichtung der Beidenperson ausgerichtet
ist und wobei im Greifbereich der anderen Hand auf einem ebenen Tisch vor der Bedienperson
ein Codiergerät zur Durchführung der Codiertätigkeit vorgesehen ist.
[0002] Eine solche Codierstation ist beispielsweise aus dem Prospekt "Universal Sortier
System für Lang- und Großbriefe" Bestell Nr. AEC/M33.7.148/0694 DE der Firma AEG bekannt.
Das zu sortierende Gut, d.h. die Lang- und Großbriefe, wird dabei stapelweise von
rechts einer Bedienperson zugeleitet, die mit der rechten Hand die manuelle Codierung
vornimmt und mit der linken Hand die zu vereinzelnden Briefe weiterleitet. Die Briefstapel
werden dabei über eine waagerecht verlaufende Förderstrecke transportiert. Dies führt
dazu, daß die Bedienperson schräg auf die jeweils zu vereinzelnden Briefe schauen
muß. Ferner ist der Winkel, um den die zu vereinzelnden Briefe geschwenkt werden müssen,
um der weiteren Zuführstrecke des Systems eingespeist werden zu können, relativ groß.
[0003] Ferner ist eine Codierstation der eingangs genannten Art aus der FR-A-23 72 659 bekannt.
Dabei erfolgt das Vereinzeln der Briefe jedoch relativ weit vom Körper des Bedieners
entfernt, während die Tastatureingabe in einer relativ geringen Entfernung, zum Rumpf
des Bedieners erfolgt. Dies ist dadurch bedingt, daß der Bediener mit seiner Körperfront
parallel zum zu vereinzelnden Briefstapel ausgerichtet ist. Diese unsymmetrische Körperbelastung
ist jedoch ergonomisch ausgesprochen schädlich.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Codierstation der eingangs genannten Art so auszubilden,
daß eine ergonomisch äußerst günstige Handhabung ermöglicht ist.
[0005] Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die Briefstapel der Bedienperson
über eine erste Förderstrecke zugeführt werden, daß deren Förderrichtung schräg zur
Kantenrichtung des Tisches angeordnet ist und daß durch die durch diese Raumgeometrie
vorgegebenen gleichen Entfernungen vom Rumpf der Bedienperson zum Ort des Briefgreifens
und zum Ort der Codiertätigkeit beide Hände der Bedienperson gleichermaßen entspannt
positionierbar sind.
[0006] Die leichte Schrägstellung der Bedienperson vor der Förderstrecke sorgt für gleichmäßig
körpernahe Bewegungen der Hände. In diesem Zusammenhang wird gemäß einer ersten vorteilhaften
Ausbildung der Erfindung noch eine Komfortsteigerung der Bedienung dadurch erreicht,
daß die Kante eine Polsterung aufweist.
[0007] Eine weitere vorteilhafte Ausbildung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß
im Sichtbereich der Bedienperson ein Display für Rückmeldungen angeordnet ist. Dieses
Display, das vorzugsweise oberhalb der Stapel positioniert ist, kann Mitteilungen
über die eingegebenen Informationen oder Rückmeldungen über Systemzustände optisch
anzeigen.
[0008] Dadurch, daß durch einen insbesondere berührungslosen Sensor das Beenden des Vereinzelns
des jeweils zu vereinzelnden Briefstapels erfaßbar ist, woraufhin von der ersten Förderstrecke
der jeweils nächste zu vereinzelnde Briefstapel nachförderbar ist, kann dieser Fördervorgang
automatisiert werden und die Bedienperson ist von diesbezüglichen Betätigungshandlungen
entlastet. Als Sensoren können berührungslose Näherungsschalter verwendet werden.
[0009] Dadurch, daß die Codierstation auf einem Podest angeordnet ist, welches in seiner
Höhe etwa dem Größenunterschied zwischen einer sitzenden und einer stehenden Person
entspricht, kann über Gänge eine leichte manuelle Beschickung der ersten Förderstrecke
mit Briefstapeln erfolgen.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
folgenden näher erläutert. Dabei zeigen:
FIG 1 eine räumliche Ansicht einer Codierstation,
FIG 2 eine Aufsicht hierzu und
FIG 3 eine diesbezügliche Seitenansicht.
[0011] In der Darstellung gemäß FIG 1 ist in Form einer perspektivischen Darstellung eine
Codierstation für Großbriefe gezeigt, wie sie in einer Briefsortieranlage eingesetzt
werden kann. Um einen freien Ausblick auf die technischen Gerätschaften zu gewährleisten,
ist dabei in dieser Darstellung die Bedienperson und deren Sitzgelegenheit nicht gezeigt.
Die Bedienperson würde vor einem Tisch T sitzen, der an seiner Vorderseite mit einer
Armauflage A versehen ist, auf die sich die Bedienperson mit ihren Unterarmen bzw.
Handgelenken aufstützen kann. Der Fluß der zu codierenden Briefe, insbesondere Großbriefe
erfolgt folgendermaßen. Stapelweise werden die zu codierenden Briefe in der Übersichtlichkeit
halber nicht gezeigter Weise, beispielsweise durch weiteres Bedienpersonal auf eine
erste Förderstrecke, in diesem Fall ein Band B, der Codierstation aufgelegt. Im Ausführungsbeispiel
seien drei Stapel S1, S2 und S3 auf der ersten Förderstrecke aufgelegt. Der im unmittelbaren
Arbeitsfeld vor der Bedienperson befindliche Stapel S3 ist dann jeweils von der Bedienperson
zu vereinzeln, was bedeutet, daß jeweils der oberste Brief im Regelfall um 90° nach
links gekantet wird und über eine Eingabestation ES einer Zuführstrecke Z eingespeist
wird, wobei ferner die jeweilige Adresse des Briefes über eine Codiertastatur CT dem
System mitgeteilt wird. Die Codiertastatur CT wird dabei jeweils mit der rechten Hand
der Bedienperson betätigt, während das Drehen des jeweiligen Briefes und Einspeisen
in die Zuführstrecke Z mit der linken Hand geschieht.
[0012] Rückmeldungen des Systems, seien es unmittelbar Rückmeldungen der eingegebenen Codierung
oder seien es andere Systemmitteilungen erfolgen über ein Display D, das oberhalb
des Bandes B im Sichtbereich der Bedienperson angebracht ist.
[0013] In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß pultartig angestellte Förderstrecken
bei Verteilmaschinen für flache Sendungen, insbesondere Briefgut, aus der Firmendruckschrift
TOP "Verteilmaschine für flache Sendungen" der Firma CEGELEC CGA bekannt sind. Bei
dieser bekannten Verteilmaschine sind jedoch die jeweiligen Zuführrichtungen völlig
anders gewählt als bei der vorliegenden Erfindung.
[0014] Die Sitzgelegenheit der Bedienperson der Codierstation befindet sich auf einem Podest
P, das in seiner Höhe so gestaltet ist, daß es in etwa den Größenunterschied zwischen
einer sitzenden und einer stehenden Person berücksichtigt. Dadurch kann in der Codierstation
in sitzender Haltung gearbeitet werden, während das Auflegen von Briefstapeln auf
das Band B durch gehendes Personal möglich ist.
[0015] In der Darstellung gemäß FIG 2 ist eine Aufsicht auf die Codierstation gezeigt, wobei
hier auch die Bedienperson BP angedeutet ist und wobei in dieser Darstellung besonders
gut die leichte Schrägstellung zur Vorderkante des Tisches T gegenüber der Zuführrichtung
des Bandes B ersichtlich ist. Diese Schrägstellung ermöglicht es, daß die über den
linken Unterarm der Bedienperson BP auf dem Tisch T entlastete linke Hand relativ
nahe links vom zu vereinzelnden Briefstapel S3 entspannt positionierbar ist, während
die über den rechten Unterarm oder mindestens den rechten Handballen entlastbare rechte
Hand nahe der Codiertastatur CT auf dem Tisch T vor dem Band B entspannt positionierbar
ist. Die auszuführenden Bewegungen können dann in ergonomisch günstiger Weise vonstatten
gehen.
[0016] In der Darstellung gemäß FIG 3 ist eine seitliche Ansicht der Codierstation gezeigt,
bei der gleiche Elemente wie in den vor geschilderten Figurern selbstverständlich
mit gleichen Bezugszeichen versehen sind. Dieser Darstellung ist besonders gut entnehmbar,
daß der Kniebereich der Bedienperson BP durch eine Seitenwand SW geschützt ist. Dabei
ist das Material dieser Seitenwand SW so ausgebildet, daß es keine unangenehme Kalteableitung
vom Körper bewirkt. Die Seitenansicht des Bandes B zeigt, daß dieses Fördermittel
für die Stapel S1 bis S3 L-förmige Hauptabmessungen aufweist, wobei je nach konstruktiver
Ausgestaltung das Band B den einen und/oder anderen Schenkel des "L" überspannen möge.
Selbstverständlich können auf dem Band B insbesondere dann, wenn jeweils nur einer
Schenkel des "L" überspannt ist, gesonderte Träger als Stützen oder Schalen für die
Stapel S1 bis S3 angebracht sein.
[0017] Da von der Bedienperson BP jeweils ein Brief vom Stapel S3 entnommen und mit Codierung
für die Codiertastatur CT versehen wird und dann definiert über die Eingabestation
ES in die Zuführstrecke Z mit ihren definierten Fächern eingegeben wird, ist stets
die Konkordanz zwischen Gut und Codierung für den folgenden Sortiervorgang gewährleistet.
[0018] Im dargestellten Ausführungsbeispiel wurden die Briefstapel S1 bis S3 dem Arbeitsfeld
der Bedienperson von rechts zugeführt. Das hat den Vorteil, daß der Blick auf die
nächste Sendung nicht durch die linke Hand bzw. den linken Arm verdeckt wird, wenn
die aktuelle Sendung durch die linke Hand auf die weitere Förderstrecke geschoben
wird. Somit kann die Bedienperson ungestört das Adreßfeld der nachfolgenden Sendung
fokussieren. Die Erfindung kommt aber auch bereits dann zum tragen, wenn die Förderrichtung
von links nach rechts verläuft.
1. Codierstation für eine Briefsortieranlage, wobei ein jeweils zu vereinzelnder Briefstapel
im Sichtbereich und im Greifbereich einer Bedienperson in eine pultartige Anstellung
verbracht wird, wobei die Oberseite des jeweiligen Briefstapels etwa senkrecht zur
Betrachtungsrichtung der Bedienperson ausgerichtet ist und wobei im Greifbereich der
anderen Hand auf einem ebenen Tisch vor der Bedienperson ein Codiergerät zur Durchführung
der Codiertätigkeit vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Briefstapel (S1,S2,S3) der Bedienperson über eine erste Förderstrecke (B)
zugeführt werden, daß deren Förderrichtung schräg zur Kantenrichtung des Tisches (T)
angeordnet ist und daß durch die durch diese Raumgeometrie vorgegebenen gleichen Entfernungen
vom Rumpf der Bedienperson zum Ort des Briefgreifens und zum Ort der Codiertätigkeit
beide Hände der Bedienperson (BP) gleichermaßen entspannt positionierbar sind.
2. Codierstation nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kante des Tisches (T) eine Polsterung (A) aufweist.
3. Codierstation nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Sichtbereich der Bedienperson (BP) ein Display (D) für Rückmeldungen angeordnet
ist.
4. Codierstation nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß durch einen insbesondere berührungslosen Sensor das Beenden des Vereinzelns des
jeweils zu vereinzelnden Briefstapels (S3) erfaßbar ist, woraufhin von der ersten
Förderstrecke (B) der jeweils nächst zu vereinzelnde Briefstapel (S2) nachförderbar
ist.
5. Codierstation nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß diese auf einem Podest (P) angeordnet ist, welches in seiner Höhe etwa dem Größenunterschied
zwischen einer sitzenden und einer stehenden Person entspricht.
1. Coding station for a mail sorting system, it being the case that a letter stack which
is to be separated in each case is positioned in a lectern-like arrangement within
the view and reach of an operator, it being the case that the top side of the respective
letter stack is aligned approximately perpendicularly with respect to the viewing
direction of the operator, and it being the case that a coding unit for carrying out
the coding operation is provided on a level table in front of the operator, within
reach of his/her other hand, characterized in that the letter stacks (S1, S2, S3)
are fed to the operator via a first conveying section (B), in that the conveying direction
thereof is arranged obliquely with respect to the direction of the edge of the table
(T), and in that the equal distances, predetermined by this spatial geometry, from
the operator's body to the location where he/she grasps the letters and to the location
where the coding operation is carried out mean that both hands of the operator (BP)can
be placed in an equally relaxed position.
2. Coding station according to Claim 1, characterized in that the edge of the table (T)
is provided with padding (A).
3. Coding station according to one of the preceding claims, characterized in that a display
(D) for acknowledgement messages is arranged within the view of the operator (BP).
4. Coding station according to one of the preceding claims, characterized in that an,
in particular, contactless sensor can sense the completion of the operation for separating
the letter stack (S3) which is to be separated in each case, whereupon the letter
stack (S2) which is next to be separated in each case can be conveyed up by the first
conveying section (B).
5. Coding station according to one of the preceding claims, characterized in that this
coding station is arranged on a platform (P), of which the height corresponds approximately
to the difference in height between a seated individual and a standing individual.
1. Poste de codage pour une installation de tri postal, une pile de lettres à déliasser
étant passée dans le champ de vision et à portée de main d'un opérateur dans une disposition
du genre pupitre, le côté supérieur de la pile de lettres étant dirigé à peu près
perpendiculairement à la direction dans laquelle l'opérateur regarde, et un appareil
de codage pour accomplir l'activité de codage étant prévu sur une table plane devant
l'opérateur, à portée de l'autre main, caractérisé en ce que la pile (S1, S2, S3) de lettres est apportée à l'opérateur au moyen d'une
première voie (B) de transport, en ce que la direction de transport de cette première
voie de transport est disposée en étant inclinée vers le bord de la table (T), et
en ce que, grâce à la distance identique, prescrite par cette géométrie spatiale,
entre le torse de l'opérateur d'une part, et le lieu de saisie des lettres ainsi que
le lieu de l'activité de codage d'autre part, les deux mains de l'opérateur (BP) peuvent
être mises en position tout en étant pareillement détendues.
2. Poste de codage suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le bord de la table (T) comporte un rembourrage (A).
3. Poste de codage suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un dispositif (D) d'affichage pour des informations en retour est disposé
dans le champ de vision de l'opérateur (BP).
4. Poste de codage suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un capteur, notamment sans contact, permet de détecter l'achèvement du déliassage
de la pile (S3) de lettres à déliasser, à la suite de quoi la pile (S2) consécutive
respective de lettres à déliasser peut être apportée par la première voie (B) de transport.
5. Poste de codage suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que ce poste est disposé sur une estrade (P) dont la hauteur correspond approximativement
à la différence de taille entre une personne assise et une personne debout.

