[0001] Die Erfindung betrifft ein aus einem zugeschnittenen Faservlies montiertes Werkzeug
für die mechanische Oberflächenbehandlung eines Gegenstandes durch Reiben, zum Beispiel
zum Bürsten, Polieren, Glänzen, Reinigen, Benetzen oder Abtrocknen der Oberfläche
des Gegenstandes.
[0002] Die mechanische Oberflächenbehandlung findet insbesondere für die Bearbeitung zahlreicher
Erzeugnisse aus Metall, Holz, Stein, Glas, Leder, Kunststoff und dergleichen wie zum
Beispiel von Küchengeräten, Bestecken, Armaturen, Zargen, Profilstäben, Industrieteilen,
Schmuck oder Musikinstrumenten sowie ferner für den Unterhalt und die Pflege von Böden,
Wänden, Glasscheiben, Fliesen und dergleichen Anwendung.
[0003] Die Oberflächenbehandlung erfolgt zum Beispiel beim Polieren in mehreren Schritten
unter abgestufter Verwendung verschiedener Werkzeuge bzw. Werkzeugkonfigurationen,
welche durch ausgewählte Gradierung eine immer feinere Oberfläche erzeugen. Dieser
Werkzeuge bestehen zum Beispiel aus Polierringen oder -scheiben, welche sich aus mehreren
Gewebelagen zusammensetzen und generell auf einer gemeinsamen Drehachse bzw. einem
Spannring angeordnet sind. Für Polierringe wird das zu Bändern geschnittene Gewebe
gefaltet, ringförmig um einen Kern gelegt, welcher aus Pappringen bzw. -flanschen
oder einem Metallspannring besteht, und daran bzw. damit befestigt. Für Polierscheiben
werden zugeschnittene Gewebelagen übereinandergelegt und dabei z. B. um einen Winkel
von 30° verdreht, vernäht und durch aufgeheftete Pappflansche zusammengehalten. Das
zu diesem Zweck verwendete Gewebe ist im allgemeinen, insbesondere aber zum Polieren,
ein Baumwollgewebe. Für die ersten Poliervorgänge kann auch Gewebe aus steiferen Fasern,
z. B. Sisal, verwendet werden. Gewisse Polierringe bzw. - scheiben können auch aus
einer Mischung von Baumwoll- und Sisalgewebe angefertigt sein. Die Polierringe bzw.
-scheiben können ggf. mit einem als Bindemittel dienenden Harz imprägniert sein, um
deren Festigkeit zu erhöhen.
[0004] Seit Jahren muß das aus Baumwolle oder anderen ungemischten oder gemischten Fasermaterialien
bestehende Gewebe vor dem Zuschneiden und Verarbeiten zu Faltenringen noch biaisiert
werden. Darunter wird die Schrägstellung von Kett- und Schußfäden zu einer Schnittkante,
welche schräg zur ursprünglichen Webkante verläuft, verstanden. Für diesen Vorgang
wird eine spezielle Wendemaschine benötigt, welche die Kanten des Gewebes unter Bildung
eines Schlauches zusammennäht. Der Gewebeschlauch wird danach wendelförmig in Bahnen
aufgeschnitten (biaisiert) und zu einem Ballen aufgerollt. An der Peripherie der Faltenringe
bilden die Fäden einen Winkel von 45°, Mittels der Biaisierung soll dem Problem des
Ausfransens der Faltenringe entgegengewirkt werden (vgl. Zeitschrift L'Usine Nouvelle,
März 1961, "Techniques modernes de Bufflage et de Pollisage").
[0005] Durch eine Fältelung der Gewebebänder wird der Polierring während der Rotation automatisch
belüftet; er erhält die nötige Geschmeidigkeit, um das zu polierende Teil besser einzuhüllen,
und bildet an der Peripherie Waben, welche die Polierpasten aufnehmen. Polierpasten
werden wegen ihrer Schleif- und Schmierfähigkeit beim Polieren von Oberflächen stets
benötigt.
[0006] Die konventionellen Polierwerkzeuge weisen indessen sowohl wirtschaftliche als auch
technische Nachteile auf. Diese sind insbesondere folgende:
- erschwerte Warenbeschaffung auf den Weltmärkten durch bürokratische EU-Einfuhrquotenregelungen
bezüglich Baumwollgeweben,
- starke Schwankungen der börsennotierten Weltmarktpreise des Rohstoffs Baumwolle,
- fehlende Herstellungskapazitäten im EU-Inland wegen hoher Lohnkosten,
- schwere Herstellbarkeit von Mischgeweben bedingt durch den Garnherstellungsprozeß,
- technischer Zwang zur Biaisierung als zusätzlicher nicht-automatisierbarer Arbeitsgang
mit störenden Nebeneffekten harter und breiter Biaisiernähte, welche sowohl den Herstellungsprozeß
als auch die Qualität der Oberflächenbehandlung beeinträchtigen,
- beträchtliche nicht aufarbeitbare Gewebeabfälle,
- unregelmäßige Abnutzung der Schleifringe bzw. -scheiben infolge Ausfransens des Gewebes,
- häufiger werkzeugwechsel wegen beschränkter Lebensdauer der Schleifringe bzw. -scheiben.
[0007] Selten werden Polierwerkzeuge aus Vlies verwendet. Die FR-PS 1 426 721 beschreibt
diesbezüglich beispielsweise ein Polier- oder Schleifmaterial aus Vlies, das aus synthetischen,
dauergewellten Filamenten besteht. Dabei wird ein Klebstoff mit oder ohne Schleifpartikel
auf die unter Spannung stehenden Filamente aufgetragen. Wird die Spannung unterbrochen,
verflechten sich die Fasern und werden anschließend thermofixiert. Das dadurch gewonnene
Vlies wird zu einem ringförmigen Polierwerkzeug zugeschnitten und verarbeitet. Die
FR-PS 2 310 838 beschreibt ebenfalls Polierringe, welche aus mehreren Vlieslagen bestehen.
Die ungeordneten Fasern dieses Vlieses sind an ihren Überschneidungspunkten mittels
eines Harzes verbunden.
[0008] Derartige Vlies-Polierringe bzw. -scheiben weisen trotz mancher Verbesserungen gegenüber
Geweberingen und -scheiben jedoch immer noch folgende Nachteile auf:
- hoher Abfallanteil, welcher wegen des Bindemittels nicht wiederverwendet werden kann,
- geringe Vliesdichte, bedingt durch das begrenzte Penetrationsvermögen des Bindemittels
(Filtereffekt),
- daraus sich ergebend eine unzureichende mechanische Festigkeit mit entsprechend niedriger
Lebensdauer,
- beschränkte Einsatzmöglichkeiten, weil die Verteilung der Bindemittel unregelmäßig
ist und es dadurch zu unterschiedlichen, erratischen Ergebnissen kommt,
- unzureichende Wärmebeständigkeit, welche zu unerwünschten Schmiereffekten führt,
- eingeschränkte Herstellungsmöglichkeit von Fasermischungen wegen unterschiedlichen
Haftungs- und Bindungsvermögens der Bindemittel an den verschiedenartigen Fasermaterialien,
und
- unerwünschte Versteifung der Fasern durch das Bindemittel.
[0009] Aus der EP-A-0 178 577 ist ein mit Schleif- oder Polierpaste ausgestatteter Filzkörper,
insbesondere Filzring, für Polier- und Schleifarbeiten bekannt, welcher zur festen
Einbindung der Schleif- bzw. Polierkörner in den Filz zumindest 35% Wolle oder dergleichen
Haarelemente enthält und bei welchem in Hohlräumen des Filgewirrs Schleif- bzw. Polierkörner
einer Korngröße unter 1.000 µm eingeschlossen sind. Der Filzkörper soll mit einer
Steife behandelt werden, wobei der Anteil an Steifungszusätzen des Filzkörpers mindestens
40% beträgt. Als Steifungszusätze dienen zum Beispiel wasserlösliche, thermoplstische
Zusätze mit einem Trockengehalt von 20 bis 50% Polyvinylacetat-Dispersionen. Die hierdurch
erzielte Steifigkeit des Filzkörpers macht ihn für viele Anwendungen ungeeignet.
[0010] Aus der EP-A-0 287 286 ist ein Schleifwerkzeug aus nichtgewebten wendelförmig gekräuselten
Fasern mit einer Flächenmasse von ca. 500 bis 1.200 g/m
2 und einer Dicke von ca. 20 bis 40 mm bekannt, in welche Schleifkorn und ein Binder
zur Verfestigung eingelagert sind.
[0011] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Werkzeug der eingangs genannten Art
zu schaffen, welches unter Vermeidung der zuvor erwähnten Nachteile bei einfacher
Herstellbarkeit und hoher Standzeit eine zuverlässige Einsetzbarkeit, insbesondere
auch für Gegenstände mit unebenen Oberflächen, aufweist.
[0012] Diese Aufgabe wird bei einem Reibwerkzeug der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass das Vlies ein ausschließlich mechanisch verfestigtes flexibles,
unter dem Behandlungsdruck das Eintauchen und wenigstens bereichsweise Umhüllen des
Gegenstandes zulassendes Wirrfaservlies mit einer mechanischen Festigkeit von 150
bis 500 N/500 mm und einer mittleren Bruchdehnung von 50 bis 150% nach DIN 53 857/2
ist.
[0013] Die Herstellung erfolgt also bindemittelfrei, d.h. ohne Anwendung von solchen Mitteln,
welche zu einer die Flexibilität des Vlieses beeinträchtigenden Versteifung der Fasern
führen würde.
[0014] Hierdurch wird ein bedeutender technischer und wirtschaftlicher Fortschritt auf dem
Gebiet der Oberflächenbehandlung durch Reibung erzielt. Erfindungsgemäße Werkzeuge
bringen folgende Vorteile mit sich:
- Unabhängigkeit von einem instabilen Rohstoffpreis, weil das erfindungsgemäße Vlies
auch aus künstlichen oder synthetischen Fasern herstellbar ist,
- wiederverwendbare Abfälle, weil weder eine Gewebestruktur vorliegt noch Bindemittel
vorhanden sind,
- erweiterte Fasermischmöglichkeiten, weil eine Garnherstellung entfällt,
- Wegfall des Arbeitsprozesses des Biaisierens,
- demgemäß bessere Verarbeitbarkeit und Einsatzmöglichkeit wegen Wegfalls von Biaisierungsnähten,
- einfach zu automatisierendes Herstellungsverfahren,
- kein Ausfransen und damit gleichmäßige radiale Abnutzung,
- demzufolge größere Stand- und damit Werkzeugwechselzeiten,
- höhere Laufruhe infolge besseren Rundlaufs,
- weniger und leichter entfernbarer Abrieb und dadurch höhere Sauberkeit und verminderte
Schwelbrandgefahr am Arbeitsplatz, und
- wegen der Flexibilität des bindemittelfreien und daher nicht versteiften Wirrfaservlieses
gutes Eintauchverhalten für unebene Gegenstände, welche beim Eintauchen von dem Vlies
umhüllt werden. Vorzugsweise ist die Flexibilität so beschaffenö, dass eine Eintauchtiefe
von bis zu wenigstens 50 mm erzielbar ist.
[0015] Bei der Oberflächenbehandlung kann die Schleif- bzw. Polierpaste je nach Anforderungen
und Verbrauch gesondert zugegeben werden; es enthällt die Notwendigkeit, die Schleif-
bzw. Polierkörner in dem Faservlies zu halten.
[0016] Die Flexibilität und das Eintauchverhalten des Werkzeugs kann dadurch noch weiter
optimiert werden, dass das Vlies ein Fallvermögen, d.h. einen Fallkoeffizienten D
nach DIN 54 306 zwischen etwa 70 und 90% aufweist.
[0017] Die mechanische Vliesbildung erfolgt entweder durch das an sich bekannte Vernadelungsverfahren
oder aber mittels eines Flüssigkeits- und/oder Gasstrahls, wodurch ein überraschend
beständiges und für den erfindungsgemäßen Einsatzzweck besonders geeignetes Wirrfaservlies
entsteht, wleches die Anforderungen an ein Werkzeug für die mechanische Oberflächenbehandlung
durch Reiben bei großer Standzeit besonders gut gefällt. Als Flüssigkeit kann dabei
vorzugsweise Wasser und/oder als Gas vorzugsweise Luft verwendet werden. Beide Methoden
führen - wie bei der Nadeltechnik - zu einem bindemittelfreien Faserverbund, wobei
Wasser als Flüssigkeit den Vorteil hat, dass es beim Trocknen vollständig entweicht.
[0018] Die das Vlies bildenden Fasern können natürlicher, künstlicher oder synthetischer
Art sein und in dem Vlies unvermischt oder vermischt vorliegen. Als natürliche pflanzliche
Fasern bieten sich beispielsweise Baumwolle, Leinen, Hanf oder Sisal, als natürliche
tierische Fasern Wolle, Mohair und Seide, als künstliche Fasern Viskose, Mineral-,
Keramik-, Kohle- und Metallfasern, und als synthetische Fasern solche aus Polyester,
Polyamid, Polypropylen, Polyimid, Acryl und Aramid an. Es können mit Vorteil auch
Fasern eingesetzt werden, welche mit mineralischen Stoffen gefüllt sind. Dadurch kann
der Materialabtrag verbessert werden. Durch die abrasive Wirkung derartiger Fasern
wird der Poliereffekt des Vlieses positiv beeinflußt.
[0019] Wenn gemäß einem weiteren Erfindungsmerkmal das Vlies einen Anteil an Bindefasern
enthält, welche unter Hitzeeinwirkung an ihren Kreuzungspunkten verbunden worden sind,
kann eine weitere mechanische Verfestigung des Fasergebildes erzielt werden, ohne
dass ein flüssiges, härtbares Bindemittel eingesetzt werden muss, welches zu einer
unerwünschten Versteifung der Fasern führen würde. Durch eine solche Thermofixierung
wird die Flexibilität der einzelnen Fasern nicht beeinträchtigt. Die Bindefasern haben
einen niedrigeren Schmelzpunkt als die übrigen Fasern.
[0020] Bei Verwendung eines Anteils an Schrumpffasern, welche sich unter Hitzeeinwirkung
zusammenziehen und in diesem Zustand auch nach Abkühlung verharren, kann eine zusätzliche
Verdichtung des Fasergebildes und eine damit einhergehende Erhöhung der mechanischen
Festigkeit erreicht werden.
[0021] Eingesetzt werden vorzugsweise abgelängte Fasern, deren Länge zwischen etwa 10 und
100 mm und deren Titer zwischen etwa 0,02 und 150 dtex liegen.
[0022] Die Dichte und Dicke des Vlieses kann bei der Vliesbildung mittels Flüssigkeitsstrahl
durch einen zwischen etwa 5 und 230 bar regulierbaren Druck der verwendeten Flüssigkeit
bestimmt werden. Dabei haben die die für die Vliesherstellung eingesetzten Flüssigkeitsstrahlen
erzeugenden Düsen vorzugsweise einen Durchmesser zwischen etwa 80 udn 140 x 10
-6 m.
[0023] Das Vlies weist ferner vorzugsweise eine Flächenmasse zwischen etwa 50 und 500 g/m
2 und eine Dicke zwischen etwa 0,3 und 5 mm auf.
[0024] Das Vlies kann beispielsweise als Faltenring, Flachscheibe, Bausch, Rolle, Walze,
Band oder Bürste ausgebildet sein, um bestimmten Anwendungsbedingungen gerecht zu
werden.
[0025] Als Faltenring kann das Vlies die Form eines Ringes haben, der ausmindestens einem
aus mindestens einer Vlieslage zugeschnittenen Band besteht, das gefaltet, radial
um einen festen Kern gelegt und dort befestigt ist.
[0026] Es ist auch möglich, dass das Vlies in Form eines Ringes aus mindestens einem aus
mindestens einer Vlieslage zugeschnittenen Band besteht, welches wellenförmig gefaltet,
um einen festen Kern gelegt und dort befestigt ist.
[0027] Eine andere Alternative besteht darin, dass das Vlies in Form eines Ringes aus mindestens
einem aus mindestens einer Vlieslage zugeschnittenen Band besteht, welches gefaltet
und/oder gerafft durch einen zentralen Spannring zusammengehalten ist.
[0028] Ferner ist es beispielsweise auch möglich, dass das Vlies in Form eines Ringes aus
mindestens zwei aus mindestens einer Vlieslage zugeschnittenen und übereinandergelegten
Scheiben besteht, welche durch Mittelstücke und/oder Steppnähte zusammengehalten sind.
[0029] Dort wo der Einsatz von scheiben- oder ringförmigen Werkzeugen weniger geeignet ist,
kann es von Vorteil sein, dass das zum Beispiel gefaltete Vlies auf einem riemenförmigen
endlosen Träger befestigt ist, welcher gleich einem Antriebsriemen von einer oder
mehreren Riemenscheiben bewegbar ist.
[0030] Dabei kann das Vlies in Form einzelner zu Lamellen geformter ein- oder mehrlagiger
Bandabschnitte auf einem riemenförmigen endlosen Träger befestigt sein.
[0031] Um das Werkzeug an verschiedenen Einsatzzwecken anzupassen, wird ferner vorgeschlagen,
dass das fertige und ggf. bereits montierte Vlies nachträglich zum Zwecke der Minderung
des Verschleisses oder der Entflammbarkeit oder zum Zwecke der Verbesserung der Pastenhaftung,
des abrasiven Verhaltens, des Oberflächenangriffs, der Standzeit, der Flüssigkeitsabsorption,
des Flüssigkeitsabstoßvermögens, der antistatischen Wirkung oder dergleichen mit entsprechend
ausgewählten Substanzen auszurüsten.
[0032] Weitere Ziele, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung ergeben sich aus
der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnungen.
[0033] Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch ein Ausführungsbeispiel des Her stellungsverfahrens für ein Vlies,
- Fig. 2a bis 2d
- Schrägansichten von verschiedenen Ausführungsformen von Polierringen und -scheiben,
- Fig. 2e
- Schrägansicht eines Polierringes mit Lamellen,
- Fig. 2f und 2g
- Schrägansicht von riemenförmigen Werkzeugen,
- Fig. 3a und 3b
- Ansichten von zwei gebrauchten Polierringen, wobei der eine herkömmlicher Art (Fig.
3a) und der andere eine Ausführung der Erfindung (Fig. 3b) ist, und
- Fig. 4a und 4b
- analog zu Fig. 3a und 3b Ansichten von anderen scheibenförmigen Werkzeugen.
[0034] Gemäß Fig. 1 umfaßt eine Produktionslinie 10 für ein durch Flüssigkeitsstrahl erfindungsgemäßes
bindemittelfrei hergestelltes Vlies 11 z. B. folgende wesentlichen Vorrichtungen:
Öffner mit Mischkammer 20 für Faserballen zur Herstellung einer losen homogenen Schüttung,
Wiegedosiereinrichtung 30, Karde 40, Ausbreitmaschine 50, Strahlanlage 60 für das
mechanische Binden der Fasern zu einem Wirrfaservlies 11, Trockenofen 70 und Wickler
80. Bei einer nach dem Vernadelungsverfahren arbeitenden Produktionslinie wird anstelle
der Strahlanlage 60 eine Nadelmaschine eingesetzt.
[0035] In dem Öffner 20 werden die Faserballen geöffnet. Es handelt sich vorzugsweise um
abgelängte Fasern natürlicher, künstlicher oder synthetischer Art mit einer Länge
zwischen etwa 10 und 100 mm und einem Titer zwischen etwa 0,02 und 150 dtex. Der Öffner
20 kann mit seiner angeschlossenen Mischkammer Fasern gleicher oder unterschiedlicher
Art verarbeiten. In der Mischkammer können gleichartige Fasern homogenisiert bzw.
Mischungen aus unterschiedlichen Faserarten hergestellt werden. Dementsprechend werden
ein oder mehrere gleichartige Ballen oder mehrere ungleichartige Ballen eingesetzt.
[0036] Die Wiegedosiereinrichtung 30 versorgt die Karde 40, welche die losen Fasern in einen
Faserflor umwandelt, in welchem die Fasern gleichgerichtet worden sind. Die Flächenmasse
des Faserflors wird durch die Menge der durch die Wiegedosiereinrichtung 30 angelieferten
Fasern vorgegeben und geregelt. Dieser Wert kann z. B. zwischen etwa 5 und 10 g/m
2 variieren. Der Faserflor wird danach mittels der Ausbreitmaschine 50 auf einem Förderband
in Lagen geschichtet, welche zusammen ein Faservlies 51 ergeben. Die Flächenmasse
des Faservlieses 51 beträgt zwischen etwa 50 und 500 g/m
2. Das Faservlies 51 läuft anschliessend durch die Strahlanlage 60 oder alternativ
die Nadelmaschine für die Herstellung eines bindemittelfreien Wirrfaservlieses 11.
Etwa bis zu einer Flächenmasse von 150 g/m
2 ist das Flüssigkeitsstrahlverfahren kostengünstiger, darüber das Nadelverfahren.
Das Vliesherstellungsverfahren durch Flüssigkeitsstrahl ist z. B. aus der FR-PS 1
460 513 an sich bekannt. Die Strahlanlage 60 besteht aus zwei Reihen Einspritzdüsen
61, welche die Vorderseite resp. die Rückseite des Faservlieses 51 zur Erzeugung des
Wirrfaservlieses mit hohem Druck beaufschlagen. Je nach gewünschter Bindungsfestigkeit
genügt eine einzige Düsenreihe. Die Öffnungen der Einspritzdüsen 61 können einen Durchmesser
von etwa 80 bis 140 x 10
-6 m aufweisen und werden mit Wasser, dessen Druck zwischen etwa 5 und 230 bar beträgt,
gespeist. Sie sind senkrecht zu dem auf einem Metallsieb 62 liegenden Faservlies 51
angeordnet. Um überflüssiges Wasser von dem Faservlies 51 abzuführen, sind unter dem
Metallsieb 62 jeweils gegenüber den Einspritzdüsen 61 Absauger 63 angebracht. Die
Wasserstrahlen durchdringen das Faservlies 51 und verflechten die Fasern untereinander
zu einem festen Flächengebilde. Bei diesem Vorgang wird das z. B. 2 cm dicke Gelege
zu einem 1 mm dicken Vlies 11 verdichtet. Die Dicke kann bei dem Wirrfaservliesbildungsprozeß
in einem Verhältnis von etwa 10:1 bis 50:1 vermindert werden. Die möglichen Dicken
eines im Rahmen der vorliegenden Erfindung verwendbaren Vlieses 11 liegen beispielsweise
zwischen etwa 0,3 und 5 mm. Die starke Verminderung der Dicke führt zu einer deutlichen
Erhöhung der Dichte des Vlieses 11, die dann beispielsweise zwischen etwa 0,1 und
0,5 g/cm
3 liegt. Die Dichte wird abgesehen von der Ausgangsflächenmasse des Fasermaterials
wesentlich durch den Strahldruck bestimmt. Das Vlies 11 passiert anschließend den
Trockner 70, in welchem Feuchtigkeitsreste entfernt werden. Bei dem Trockner 70 kann
es sich beispielsweise um einen Warmluftgebläse-, Trommel-, Hochfrequenz- oder Mikrowellentrockner
handeln. Nach dem Trocknen wird das Vlies 11 mit dem Wickler 80 aufgerollt.
[0037] Als Beispiel werden nachfolgend Prozeßparameter für die Herstellung eines Vlieses
11 für erfindungsgemäße Werkzeuge bestehend aus 100 % Viskose mit einer Flächenmasse
von 200 g/m
2 und aus 1,7 dtex-Fasern im einzelnen angegeben:
- Kardieren: Herstellen von drei Faserfloren zu 140 + 120 + 90 g/m2 und
- Strahlbinden:
- erste Seite: Druck mit 70 bar
- zweite Seite: Druck mit 110 bar
[0038] Das so gefertigte Vlies 11 weist sehr gute mechanische Eigenschaften und eine verfahrensbedingt
hohe mechanische Faserkohäsion, die auf Wasserstoffbrückenbindung beruht, auf. Das
Vlies 11 läßt sich wie ein herkömmliches Gewebe verarbeiten.
[0039] Die den Gegenstand dieser Erfindung bildenden Werkzeuge werden unter Verwendung des
neuartigen Vliesmaterials hergestellt. Der Herstellungsprozeß wird u. a. dadurch vereinfacht,
daß das Biaisieren wegfällt. Es entstehen Werkzeuge hoher Qualität, da das erfindungsgemäß
hergestellte und ver-wendete Wirrfaservlies ein gutes Schleifpastenaufnahmevermögen
und ein dauerhaftes Schleifpastenhaftvermögen aufweist. Die mit ihnen erzielbare Oberflächenqualität
ist verbessert, weil harte Biaisierungsnähte fehlen. Aufgrund gleichmäßiger geringer
Abnutzung ist die Standzeit erhöht.
[0040] Figur 2a bis g zeigen verschiedene Werkzeuge in Faltenringform (Fig. 2a bis c) in
Flachscheibenform (Fig. 2d), in Lamellenscheibenform (Fig. 2e) und in Bandform (Fig.
2f und 2g). Ein Ring 101 (Fig. 2a) besteht beispielsweise aus einem gefalteten Vliesband
102, das flach in mehreren Lagen um einen Kern gelegt und mit zwei aufgehefteten Pappflanschen
103 befestigt wird. Diese Machart zeichnet sich durch eine große Anpassungsfähigkeit
an verschiedene Bearbeitungskonturen, eine wirksame Eigenbelüftung bei Rotation, einen
guten Oberflächenangriff und eine optimale Umhüllung aus. Der in Fig. 2b dargestellte
Faltenring 110 wird aus mehreren übereinanderliegenden, wellenförmig gefalteten Vliesbändern
111 angefertigt, welche um einen Kern gelegt und zwischen zwei aufgehefteten Pappringen
112 befestigt werden. Diese Machart weist eine gute Formbeständigkeit und eine hohe
Festigkeit auf. Der in Fig. 2c dargestellte Faltenring 120 besteht aus einem Vliesband
121, welches mehrlagig aufgewickelt und durch Einschnürung gerafft sowie durch einen
Spannring mit Metallhaken 123 fixiert wird. Diese Machart weist eine gute Eigenbelüftung,
eine hohe Formbeständigkeit und einen wirksamen Oberflächenangriff auf. Die in Fig.
2d dargestellte Flachscheibe 130 besteht aus zugeschnittenen Einzelscheiben 131, welche
übereinandergelegt und mittels konzentrischer Steppnähte 132 miteinander verbunden
sind. Die Mitte wird durch aufgenähte oder aufgeheftete Pappflansche 133 verstärkt.
[0041] Das in Fig. 2e dargestellte Werkzeug 140 besteht aus einzelnen Vlieslamellen 141,
die an einer Seite an einem runden zylindrischen, kegel- oder tellerförmigen Kern
142 vorzugsweise durch Klebung aber auch durch Steppung oder Nietung einzeln oder
in Paketen 143, die auch U-förmig gefaltet 144 und mit oder ohne Abstand 145 angeordnet
sein können, befestigt sind.
[0042] Die in den Fig. 2f und 2g dargestellten Werkzeuge 150 und 160 bestehen aus einem
riemenförmigen endlosen Träger 151 bzw. 161, auf dem ein in mehreren Lagen gefaltetes
Vliesband 152 (Fig. 2f) oder einzelne Vlieslamellen 162 oder -lamellenpakete 163,
welche auch U-förmig 164 gefaltet sein können, durch Steppung 165 und/oder Klebung
und/oder Nietung (Fig. 2g) befestigt sind.
[0043] Die Fig. 3a und 3b zeigen zwei Polierringe nach Gebrauch. Beide Ringe weisen die
Konfiguration von Fig. 2c auf, wobei der erste (Fig. 3a) auf herkömmliche Art aus
einem Baumwoll-, gewebe und der zweite (Fig. 3b) in Ausführung des Erfindung aus einem
Baumwollvlies hergestellt ist. Auffällig ist die gleichmäßig radiale Abnutzung des
zweiten Ringes im Vergleich zum ersten. Bei einem mittels Vernadelung oder Flüssigkeitsstrahl
hergestellten Wirrfaservlies ist die radiale Abnutzung im Gegensatz zu einem gewobenen
Material regelmäßig. Dank dieser Eigenschaft kann der zweite Ring länger gebraucht
werden als der erste, dessen unregelmäßig ausgefranste Kontur die Polierqualität beeinträchtigt.
[0044] Diese unterschiedlichen Eigenschaften gehen auch aus den Darstellungen der Fig. 4a
und 4b hervor, welche zwei gebrauchte Lagen einer mehrlagigen Flachscheibe gemäß Fig.
2d zeigen.
[0045] Die erste Lage (Fig. 4a) ist auf herkömmliche Weise aus Baumwollgewebe und die zweite
Lage (Fig. 4b) in einer Ausführung der Erfindung aus einem Baumwollvlies hergestellt
worden. Esist ersichtlich, dass die erste Lage (Fig. 4a) deutliche Abnutzungserscheinungen
in Form einer starken Zerfaserung aufweist, die zu einer völligen Veränderung der
Geometrie führt, während die zweite Lage (Fig. 4b) lediglich eine leichte regelmäßige
Zerfaserung zeigt.
1. Aus einem zugeschnittenen Faservlies montiertes Werkzeug für die mechanische Oberflächenbehandlung
eines Gegenstandes durch Reiben, zum Beispiel zum Bürsten, Polieren, Glänzen, Reinigen,
Benetzen oder Abtrocknen der Oberfläche des Gegenstandes, dadurch gekennzeichnet, dass das Vlies (11) ein ausschließlich mechanisch verfestigtes bindemittelfreies
flexibles, unter dem Behandlungsdruck das Eintauchen und wenigstens bereichsweise
Umhüllen des Gegenstandes zulassendes Wirrfaservlies mit einer mechanischen Festigkeit
von 150 bis 500 N/50 mm und einer mittleren Bruchdehnung von 50 bis 150% nach DIN
53 857/2 ist.
2. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Vlies (11) ein Fallvermögen, d.h. einen Fallkoeffizienten D nach DIN 54
306, zwischen etwa 70 und 90% aufweist.
3. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Vlies (11) natürliche, künstliche oder synthetische und/oder solche Fasern,
welche mit mineralischen Stoffen gefüllt sind, aufweist, welche in dem Vlies (11)
unvermischt oder vermischt vorliegen.
4. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Vlies (11) einen Anteil an Bindefasern enthält, welche unter Hitzeeinwirkung
an ihren Kreuzungspunkten verbunden worden sind.
5. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Vlies einen Anteil an Schrumpffasern enthält, welche sich unter Hitzeeinwirkung
zusammenziehen und nach dem Abkühlen in dem geschrumpften Zustand verharren.
6. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die das Vlies (11) bildenden Fasern abgelängte Faser sind, deren Länge zwischen
etwa 10 und 100 mm und deren Titer zwischen 0,02 und 150 dtex betragen.
7. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Vlies (11) eine Flächenmasse zwischen etwa 50 und 500 g/m2 aufweist bzw. die Dichte des Vlieses (11) zwischen etwa 0,1 und 0,5 g/cm3 beträgt.
8. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke des Vlieses (11) zwischen etwa 0,3 und 5,0 mm beträgt.
9. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Vlies (11) ein- oder mehrlagig als Faltenring, Flachscheibe, Bausch, Rolle,
Walze, Band oder Bürste ausgebildet ist.
10. Werkzeug nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Vlies (11) die Form eines Ringes (101) aus mindestens einem aus mindestens
einer Vlieslage zugeschnittenen Band (102) hat, das gefaltet, radial um einen festen
Kern gelegt und dort befestigt ist (Fig. 2a) bzw. dass das Vlies (11) in Form eines
Ringes (110) aus mindestens einem aus mindestens einer Vlieslage zugeschnittenen Rand
(111) besteht, welches wellenförmig gefaltet, um einen festen Kern gelegt und dort
befestigt ist (Fig. 2b) bzw. dass das Vlies (11) in Form eines Ringes (120) aus mindestens
einem aus mindestens einer Vlieslage zugeschnittenen Band (121) besteht, welches gefaltet
und/oder gerafft und durch einen Spannring zusammengehalten ist (Fig. 2c) bzw. dass
das Vlies (11) in Form eines Ringes (130) aus mindestens zwei aus mindestens einer
Vlieslage zugeschnittenen und übereinandergelegten Scheiben besteht, welche durch
Mittelstücke (133) und/oder Steppnähte (132) zusammengehalten sind (Fig. 2d) bzw.
dass das Vlies (11) in Form einzelner zu Lamellen (141) geformter ein- oder mehrlagiger
Bandabschnitte auf einem runden zylindrischen, kegel- oder tellerförmigen Kern (142)
befestigt ist (Fig. 2e) bzw. dass das zum Beispiel gefaltete Vlies (11) auf einem
riemenförmigen Antriebsriemen von Riemenscheiben antreibbar ist (Fig. 2f und 2g) bzw.
dass das Vlies (11) in Form eines in mehreren Lagen gefalteten Bandes (152) oder einzelner
zu Lamellen (162) geformter ein- oder mehrlagiger Bandabschnitte auf einem riemenförmigen
endlosen Träger (161) befestigt ist (Fig. 2f und 2g).
11. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Vlies (11) zum Zwecke der Minderung des Verschleißes oder der Entflammbarkeit
oder zum Zwecke der Verbesserung der Pastenhaftung, des abrasiven Verhaltens, des
Oberflächenangriffs, der Standzeit, der Flüssigkeitsabsorption, des Flüssigkeitsabstoßvermögens,
der antistatischen Wirkung oder dergleichen ausgerüstet ist.
1. Tool assembled from a cut-to-size fleece for the mechanical surface treatment of an
object by friction, for example for brushing, polishing, shining, cleaning, wetting
or drying of the surface of the object, characterized in that the fleece (11) is an exclusively mechanically solidified binding agent-free flexible
random-fiber fleece permitting at the treatment pressure immersion and, at least in
parts, envelopment of the object, with a mechanical strength of 150 - 500 N/50 mm,
and a mean elongation at rupture of 50 - 150%, according to DIN 53 857/2.
2. Tool according to claim 1, characterized in that the fleece (11) has a drop capability, i.e. a drop coefficient D according to DIN
54 306 between approximately 70 and 90%.
3. Tool according to one of the preceding claims, characterized in that the fleece (11) comprises natural, artificial or synthetic fibres and/or such fibres
which are filled with mineral substances which are present in the fleece (11) mixed
or non-mixed.
4. Tool according to one of the preceding claims, characterized in that the fleece (11) comprises a fraction of bond fibres which under the influence of
heat have been connected at their cross-over points.
5. Tool according to one of the preceding claims, characterized in that the fleece (11) comprises a fraction of shrink fibres which contract under the influence
of heat and remain in the shrunken state after cooling.
6. Tool according to one of the preceding claims, characterized in that the fleece (11) are cross-cut fibres whose length is between approximately 10 and
100 mm and whose titer between 0.02 and 150 dtex.
7. Tool according to one of the preceding claims, characterized in that the fleece (11) has a GSM between approximately 50 and 500 g/m2 or the density of the fleece (11) is between approximately 0.1 and 0.5 g/cm3.
8. Tool according to one of the preceding claims, characterized in that the thickness of the fleece (11) is between approximately 0.3 and 5.0 mm.
9. Tool according to one of the preceding claims, characterized in that the fleece (11) is implemented in single or multiple layers as folding ring, flat
disk, pad, roll, cylinder, tape or brush.
10. Tool according to claim 9, characterized in that the fleece (11) has the form of a ring (101) comprising at least one strip (102)
cut-to-size from at least one layer of fleece, which is folded, placed radially about
a solid core and secured there (Fig. 2a) respectively that the fleece (11) in the
form of a ring (110) comprises at least one strip (111) cut to size from at least
one layer of fleece, which is folded in the form of waves and/or gathered and held
together by a clamping ring (Fig. 2c) or respectively that the fleece (11) in the
form of a ring (130) comprises at least two disks cut-to-size from at least one fleece
layer and placed one on top of the other held together by center pieces (133) and/or
quilted seams (132) (Fig. 2d) or respectively that the fleece (11) in the form of
individual strip segments of single or multiple layers formed into leaves (141) is
fastened on a round, cylindrical, conical or plate-form core (142) (Fig. 2e) or respectively
that the, for example, folded fleece (11) is fastened on a belt-form continuous support
(151, 161) which, similar to a driving belt, can be driven by pulleys (Fig. 2f and
2g) or respectively that the fleece (11) in the form of a strip (152) folded in several
layers or individual single or multi-layered strip segments formed into leaves (162)
is fastened on a belt-form continuous support (161) (Fig. 2f and 2g).
11. Tool according to one of the preceding claims, characterized in that the fleece (11) is equipped with means for the purpose of reducing the wear or the
flammability or for the purpose of improving the paste adhesion, the abrasive behaviour,
the surface attack, the service life, the liquid absorption, the liquid repelling
capability, the antistatic effect or the like.
1. Outil monté constitué d'une nappe fibreuse découpée pour le traitement mécanique de
surfaces d'un objet par frottement, par exemple pour le brossage, le polissage, le
lustrage, le nettoyage, le mouillage ou le séchage de la surface de l'objet, caractérisé en ce que la nappe (11) est une nappe fibreuse embrouillée souple fabriquée de façon exclusivement
mécanique sans agent tant et permettant l'enfoncement dans et l'enrobage de l'objet
au moins en partie sous la pression de traitement, avec une résistance mécanique de
150 à 500 N/50 mm et un allongement à la rupture en moyenne de 50 à 150% selon la
norme DIN 53 857/2.
2. Outil selon la revendication 1, caractérisé en ce que la nappe fibreuse (11) présente une capacité de chute, c.à.d un coefficient de chute
D selon la norme DIN 54 306, entre environ 70 et 90%.
3. Outil selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la nappe fibreuse (11) présente des fibres naturelles, artificielles ou synthétiques
et/ou des fibres remplies de substances minérales lesquelles sont mélangées ou non
à la nappe (11).
4. Outil selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la nappe fibreuse (11) contient une proportion de fibres liantes qui ont été reliées
à leurs points de croisement sous l'effet de la chaleur.
5. Outil selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la nappe fibreuse (11) contient une proportion de fibres rétractiles qui se contractent
sous l'effet de la chaleur et qui restent à l'état contracté après refroidissement.
6. Outil selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les fibres formant la nappe fibreuse (11) sont des fibres coupées dont la longueur
est d'environ 10 à 100 mm et dont le titre se situe entre 0,02 et 150 dtex.
7. Outil selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la nappe fibreuse (11) présente une masse surfacique entre environ 50 et 500 g/m2 et/ou que la densité de la nappe (11) se situe entre environ 0,1 et 0,5 g/cm3.
8. Outil selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'épaisseur de la nappe fibreuse (11) se situe entre environ 0,3 et 5,0 mm.
9. Outil selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la nappe fibreuse (11) est formée d'une ou de plusieurs couches comme un anneau plissé,
un disque plat, un godage, un rouleau, un cylindre, une bande ou une brosse.
10. Outil selon la revendication 9, caractérisé en ce que la nappe fibreuse (11) a la forme d'un anneau (101) composé d'au moins une bande
(102) coupée à partir d'au moins une couche de nappe fibreuse, cette bande étant plissée
et placée radialement autour d'un noyau fixe et qu'elle y est fixée (figure 2a) et/ou
en ce que la nappe fibreuse (11) en forme d'anneau (110) est composée d'au moins une bande
(111) coupée à partir d'au moins une couche de nappe fibreuse, laquelle est pliée
de façon ondulée, placée autour d'un noyau fixe et qu'elle y est fixée (figure 2b)
et/ou en ce que la nappe fibreuse (11) en forme d'anneau (120) est composée d'au moins une bande
(121) coupée à partir d'au moins une couche de nappe fibreuse, laquelle est plissée
et/ou froncée et maintenue par un anneau tendeur (figure 2c) et/ou en ce que la nappe fibreuse (11) en forme d'anneau (130) est composée d'au moins deux disques
coupés à partir d'au moins une couche de nappe fibreuse et superposés, lesquels sont
maintenus ensemble par des pièces intermédiaires (133) et/ou des coutures piquées
(132) (figure 2d) et/ou en ce que la nappe fibreuse (11) en forme de découpes de bandes d'une ou plusieurs couches
formées en lamelles (141) est fixée sur un noyau rond (142) cylindrique, en forme
de cône ou d'assiette (figure 2e) et/ou en ce que la nappe fibreuse (11) par exemple plissée peut être entraînée sur une courroie d'entraînement
de poules en forme de courroie (figures 2f et 2g) et/ou en ce que la nappe fibreuse (11) en forme de bande (152) plissée en une ou plusieurs couches
ou en forme de découpe de bandes d'une ou plusieurs couches formées en lamelles (162)
est fixée sur un support (161) sans fin en forme de courroie (figures 2f et 2g).
11. Outil selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la nappe fibreuse (11) est munie de l'effet antistatique ou d'un effet similaire
afin de réduire l'usure ou l'inflammabilité ou afin d'améliorer l'adhérence de la
pâte, le comportement abrasif, la prise de surface, la durée de service, l'absorption
des liquides, la capacité de répulsion du liquide.