(19)
(11) EP 0 804 529 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
15.03.2000  Patentblatt  2000/11

(21) Anmeldenummer: 96900573.5

(22) Anmeldetag:  09.01.1996
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7C11D 3/08, C11D 11/02, C11D 17/06, C11D 17/00
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP9600/063
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 9622/349 (25.07.1996 Gazette  1996/34)

(54)

AMORPHES ALKALISILIKAT-COMPOUND

AMORPHOUS ALKALINE SILICATE COMPOUND

COMPOSE SILICATE ALCALIN AMORPHE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE ES FR GB IT NL PT SE

(30) Priorität: 18.01.1995 DE 19501269

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
05.11.1997  Patentblatt  1997/45

(73) Patentinhaber: Henkel Kommanditgesellschaft auf Aktien
40191 Düsseldorf (DE)

(72) Erfinder:
  • SCHNEPP, Kathrin
    D-40595 Düsseldorf (DE)
  • ARTIGA GONZALEZ, Rene-Andres
    D-40589 Düsseldorf (DE)
  • ERBS, Katrin
    D-40724 Hilden (DE)
  • FREESE, Hubert
    D-40589 Düsseldorf (DE)
  • GREGER, Manfred
    D-40599 Düsseldorf (DE)
  • LARSON, Bernd
    D-41812 Erkelenz (DE)
  • BAUER, Volker
    D-40589 Düsseldorf (DE)
  • SANDKÜHLER, Peter
    D-41812 Erkelenz (DE)
  • RÄHSE, Wilfried
    D-40589 Düsseldorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A-91/02047
DE-A- 2 722 698
US-A- 4 006 110
WO-A-93/23514
DE-A- 2 730 951
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein amorphes Alkalisilikat-Compound mit Sekundärwaschvermögen, das als wasserlösliche Buildersubstanz in Wasch- oder Reinigungsmitteln eingesetzt werden kann, sowie die Verwendung derartiger Alkalisilikat-Compounds in Wasch- oder Reinigungsmitteln, extrudierte Wasch- oder Reinigungsmittel sowie ein Verfahren zu ihrer Herstellung.

    [0002] Moderne, verdichtete Wasch- oder Reinigungsmittel weisen allgemein den Nachteil auf, daß sie aufgrund ihrer kompakten Struktur ein schlechteres Löseverhalten in wäßriger Flotte zeigen als beispielsweise leichtere sprühgetrocknete Wasch- oder Reinigungsmittel des Standes der Technik. Dabei tendieren Wasch- oder Reinigungsmittel im allgemeinen zu einer um so schlechteren Lösegeschwindigkeit in Wasser, je höher ihr Verdichtungsgrad ist. Zeolithe, die in Wasch- oder Reinigungsmitteln als Buildersubstanzen üblicherweise enthalten sind, können aufgrund ihrer Wasserunlöslichkeit zusätzlich zu dem verschlechterten Löseverhalten beitragen.

    [0003] Eine wasserlösliche Alternative für den Zeolith stellen amorphe Alkalisilikate mit Sekundärwaschvermögen dar.

    [0004] Durch Sprüh- oder Walzentrocknung von Wasserglaslösungen lassen sich bekanntermaßen hydratisierte wasserlösliche Silikate in Pulverform erhalten, die noch etwa 20 Gew.-% Wasser enthalten (vgl. Ullmanns Enzyclopädie der technischen Chemie, 4. Auflage 1982, Band 21, Seite 412). Solche Produkte sind für verschiedene Zwecke im Handel. Derartige Pulver weisen aufgrund der Sprühtrocknung eine sehr lockere Struktur auf; ihre Schüttgewichte liegen im allgemeinen deutlich unter 700 g/l.

    [0005] Alkalisilikate in granularer Form mit höheren Schüttgewichten können gemäß der Lehre der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 526 978 erhalten werden, wobei man eine Alkalisilikat-Lösung mit einem Feststoffgehalt zwischen 30 und 53 Gew.-% in eine beheizte Trommel einbringt, in deren Längsachse eine Welle mit einer Vielzahl von nahe an die Innenfläche der Trommel reichenden Armen rotiert, wobei die Trommelwand eine Temperatur zwischen 150 und 200 °C aufweist und der Trockenvorgang durch ein in die Trommel eingespeistes Gas mit einer Temperatur zwischen 175 und etwa 250 °C unterstützt wird. Nach diesem Verfahren wird ein Produkt erhalten, dessen mittlere Teilchengröße im Bereich zwischen 0,2 und 2 mm liegt. Ein bevorzugtes Trocknungsgas ist beheizte Luft.

    [0006] Die europäische Patentanmeldung EP-A-0 542 131 beschreibt ein Verfahren, bei dem man ein in Wasser bei Raumtemperatur vollständig lösliches Produkt mit einem Schüttgewicht zwischen 500 und 1200 g/l erhält. Die Trocknung erfolgt vorzugsweise unter Verwendung von erhitzter Luft. Auch hierbei wird mit einem zylindrischen Trockner mit beheizter Wand (160 bis 200 °C) gearbeitet, in dessen Längsachse ein Rotor mit schaufelförmigen Blättern sich mit einer derartigen Geschwindigkeit dreht, daß aus der Silikatlösung mit einem Feststoffgehalt zwischen 40 und 60 Gew.-% eine pseudoplastische Masse mit einem freien Wassergehalt zwischen 5 und 12 Gew.-% entsteht. Die Trocknung wird durch einen heißen Luftstrom (220 bis 260°C) unterstützt.

    [0007] Die ältere, nicht vorveröffentlichte Anmeldung P 44 19 745.4 beschreibt ebenfalls ein wasserlösliches, amorphes und granulares Alkalisilikat, welches auf ähnliche Weise wie in der EP-A-0 526 978 beschrieben hergestellt wird, jedoch kieselsäurehaltig ist. Mit dem Begriff "amorph" ist "röntgenamorph" gemeint. Dies bedeutet, daß die Alkalisilikate bei Röntgenbeugungsaufnahmen keine scharfen Reflexe liefern, sondern allenfalls eine oder mehrere breite Maxima, deren Breite mehrere Gradeinheiten des Beugungswinkels beträgt. Damit ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß bei Elektronenbeugungsexperimenten Bereiche gefunden werden, die scharfe Elektronenbeugungsreflexe liefern. Dies ist so zu interpretieren, daß die Substanz mikrokristalline Bereiche in einer Größenordnung bis zu ca. 20 nm (max. 50 nm) aufweist.

    [0008] Granulare amorphe Natriumsilikate, welche durch Sprühtrockung wäßriger Wasserglaslösungen, anschließendes Mahlen und nachfolgendes Verdichten und Abrunden unter zusätzlichem Wasserentzug des Mahlgutes erhalten werden, sind Inhalt der US-amerikanischen Patentschriften 3,912,649, 3,956,467, 3,838,193 und 3,879,527. Der Wassergehalt der erhaltenen Produkte liegt bei etwa 18 bis 20 Gew.-% bei Schüttgewichten deutlich oberhalb 500 g/l.

    [0009] Weitere granuläre Alkalisilikate mit Sekundärwaschvermögen sind aus den europäische Patentanmeldungen EP-A-0 561 656 und EP-A-0 488 868 bekannt. Es handelt sich hierbei um Compounds von Alkalisilikaten mit bestimmten Q-Verteilungen und Alkalicarbonaten. Die Produkte werden dadurch hergestellt, daß man pulverförmiges wasserfreies Natriumcarbonat unter Verwendung einer Natriumsilikatlösung (Wasserglaslösung) granuliert und die Produkte derart trocknet, daß sie einen bestimmten an das Silikat gebundenen Restwassergehalt aufweisen.

    [0010] Aus der deutschen Patentanmeldung DE-A-44 06 592 sind saugfähige Alkalisilikat-Compounds bekannt, welche als Mehrkomponentengemisch vorliegen und durch Sprühtrocknung einer wäßrigen Zubereitung des Mehrkomponentengemisches mit überhitztem Wasserdampf hergestellt worden sind. Derartige Compounds können als Träger für flüssige Zubereitungen von insbesondere Tensiden dienen.

    [0011] Aus der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 219 314 sind sprühgetrocknete tensidreiche Granulate bekannt, welche (a) 30 bis 60 Gew.-% einer Mischung aus Alkylbenzolsulfonat und C12-C16-Alkylsulfat im Gewichtsverhältnis 4:1 bis 1:4 sowie (b) Alkalimetallsilikate im Gewichtsverhältnis (a) zu (b) von 1,5:1 bis 6:1 enthalten.

    [0012] Die EP-A-0 651 050 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Agglomeraten, wobei ein Salz, beispielsweise Silikat oder Carbonat, mit einem wäßrigen "Binder", der wenigstens 20 Gew.-% Silikat und wenigstens 30 Gew.-% Aniontensid enthält, verarbeitet wird.

    [0013] Aus dem europäischen Patent EP 486 592 ist ein Verfahren zur Herstellung von Extrudaten mit hoher Dichte bekannt, wobei ein festes und rieselfähiges Vorgemisch unter Druck strangförmig verpreßt wird. Das feste und rieselfähige Vorgemisch enthält ein Plastifizier- und/oder Gleitmittel, welches bewirkt, daß das Vorgemisch unter dem Druck bzw. dem Eintrag spezifischer Arbeit plastisch erweicht und damit extrudierbar wird. Nach dem Austritt aus der Lochform wirken auf das System keine Scherkräfte mehr ein und die Viskosität des Systems steigt dadurch derart an, daß der extrudierte Strang auf vorherbestimmbare Extrudatdimensionen geschnitten werden kann. Aus der internationalen Patentanmeldung WO-A-94/09111 ist nun bekannt, daß in dem zu extrudierenden Vorgemisch sowohl Bestandteile, welche ein strukturviskoses Verhalten aufweisen, als auch Bestandteile, welche dilatante Eigenschaften besitzen, enthalten sein müssen. Lägen nur strukturviskos wirkende Bestandteile in dem Vorgemisch vor, so würde es aufgrund des starken Schergefälles derart erweichen, ja nahezu flüssig werden, daß der Strang nach dem Austritt aus der Lochform nicht mehr schneidfähig wäre. Es werden daher auch dilatant wirkende Bestandteile eingesetzt, welche bei steigendem Schergefälle eine steigende Plastizität aufweisen und dadurch die Schneidfähigkeit des extrudierten Stranges sicherstellen. Die meisten Inhaltsstoffe von Wasch- oder Reinigungsmitteln zeigen ein strukturviskoses Verhalten. Ein dilatantes Verhalten stellt eher die Ausnahme dar. Ein üblicher Bestandteil von herkömmlichen Wasch- oder Reinigungsmittel besitzt jedoch dilatante Eigenschaften; es sind die als Buildersubstanz und Phosphatersatz eingesetzten wasserunlöslichen Alumosilikate wie Zeolith. Aus der internationalen Patentanmeldung WO-A-94/09111 sind zwar extrudierte Wasch- oder Reinigungsmittel bekannt, welche 19 Gew.-% Zeolith (bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanz) sowie 12,5 Gew.-% Natriumcarbonat und 2,2 Gew.-% amorphes Natriumsilikat enthalten; es war jedoch nicht bekannt, daß Zeolith aus verfahrenstechnischer Sicht teilweise oder sogar ganz durch wasserlösliche anorganische Buildersubstanzen wie amorphe Alkalisilikate ersetzt werden kann, wenn diese in bestimmter Form eingesetzt werden. Dabei hat es sich allerdings gezeigt, daß manche Alkalisilikat-Compounds mit Sekundärwaschvermögen dieses bei der Verarbeitung unter Einwirkung von Wasser, hohen Scherkräften und/oder (leicht) erhöhten Temperaturen teilweise verlieren.

    [0014] Eine Aufgabe der Erfindung bestand darin, wasserlösliche Buildersubstanzen für den teilweisen oder vollständigen Ersatz von Zeolith in Wasch- oder Reinigungsmitteln bereitzustellen, wodurch das Löseverhalten insbesondere von schweren Wasch- oder Reinigungsmitteln verbessert werden sollte. Zusätzlich sollten diese wasserlöslichen Buildersubstanzen auch eine Aufnahmekapazität für bei der Verarbeitungstemperatur flüssige bis wachsartige Inhaltsstoffe von Wasch- oder Reinigungsmitteln besitzen. Ebenso sollten Buildersubstanzen bereitgestellt werden, die auch bei der Verarbeitung das Sekundärwaschvermögen nicht verlieren. Eine weitere Aufgabe der Erfindung bestand darin, extrudierte Wasch- oder Reinigungsmittel sowie ein Verfahren zu ihrer Herstellung bereitzustellen, welche die wasserlöslichen Buildersubstanzen in dem Maße enthalten, daß auf Zeolith nicht nur aus anwendungstechnischer sondern auch aus verfahrenstechnischer Sicht teilweise oder ganz verzichtet werden kann.

    [0015] Gegenstand der Erfindung ist dementsprechend in einer ersten Ausführungsform ein sprühgetrocknetes amorphes Alkalisilikat-Compound mit Sekundärwaschvermögen und einem Molverhältnis M2O : SiO2 (M = Alkalimetall) zwischen 1:1,5 und 1:3,3, welches anionische Tenside in Mengen von 0,5 bis weniger als 30 Gew.-% enthält, ein Aufnahmevermögen für Flüssigkomponenten aufweist, das um mindestens 20 % höher ist als das der mengengleichen Alkalisilikat-Compounds ohne Aniontenside und mit Flüssigkomponenten, die Inhaltsstoffe von Wasch- oder Reinigungsmitteln, insbesondere nichtionische Tenside, sind, nachbehandelt wurde.

    [0016] Bevorzugte amorphe Alkalisilikate weisen ein Molverhältnis M2O : SiO2 (M = Alkalimetall) zwischen 1:1,9 und 1:3, insbesondere bis 1:2,5 auf. Hierbei kommen insbesondere Natrium- und/oder Kaliumsilikat in Betracht. Aus ökonomischen Gründen sind die Natriumsilikate bevorzugt. Legt man aus anwendungstechnischen Gründen jedoch auf eine besonders hohe Lösegeschwindigkeit in Wasser Wert, so empfiehlt es sich, Natrium mindestens anteilsweise durch Kalium zu ersetzen. Beispielsweise kann die Zusammensetzung des Alkalisilikats so gewählt werden, daß das Silikat einen KaliumGehalt, berechnet als K2O, von bis zu 5 Gew.-% aufweist. Bevorzugte Alkalisilikate liegen als Compound mit Alkalicarbonat, vorzugsweise Natrium- und/oder Kaliumcarbonat, vor. Der Wassergehalt dieser bevorzugten amorphen Alkalisilikat-Compounds, liegt vorteilhafterweise zwischen 10 und 22 Gew.-%, insbesondere zwischen 12 und 20 Gew.-%. Dabei können Wassergehalte von 14 bis 19 Gew.-% besonders bevorzugt sein.

    [0017] Die erfindungsgemäßen Compounds werden durch Sprühtrocknung einer wäßrigen Aufschlämmung, enthaltend Alkalisilikate und Aniontenside, erhalten, wobei insbesondere Alkalisilikat-Compounds mit Wassergehalten von 14 bis 19 Gew.-% entstehen. Insbesondere werden wäßrige Aufschlämmungen versprüht, die zusätzlich Alkalicarbonate, vorteilhafterweise Natriumcarbonat- und/oder Kaliumcarbonat, aufweisen.

    [0018] Als Aniontenside, die in den Alkalisilikat-Compounds eingesetzt werden, kommen vor allem Tenside des Sulfonat- und/oder Sulfat-Typs in Betracht. Als Tenside vom Sulfonat-Typ kommen vorzugsweise C9-C13-Alkylbenzolsulfonate, Olefinsulfonate, d.h. Gemische aus Alken- und Hydroxyalkansulfonaten sowie Disulfonaten, wie man sie beispielsweise aus C12-C18-Monoolefinen mit end- oder innenständiger Doppelbindung durch Sulfonieren mit gasförmigem Schwefeltrioxid und anschließende alkalische oder saure Hydrolyse der Sulfonierungsprodukte erhält, in Betracht. Geeignet sind auch Alkansulfonate, die aus C12-C18-Alkanen beispielsweise durch Sulfochlorierung oder Sulfoxidation mit anschließender Hydrolyse bzw. Neutralisation gewonnen werden. Geeignete Tenside vom Sulfat-Typ sind die Schwefelsäuremonoester aus primären Alkoholen natürlichen und synthetischen Ursprungs. Als Alk(en)ylsulfate werden die Alkali- und insbesondere die Natriumsalze der Schwefelsäurehalbester der C12-C18-Fettalkohole beispielsweise aus Kokosfettalkohol, Talgfettalkohol, Lauryl-, Myristyl-, Cetyl- oder Stearylalkohol oder der C10-C20-Oxoalkohole und diejenigen Halbester sekundärer Alkohole dieser Kettenlänge bevorzugt. Weiterhin bevorzugt sind Alk(en)ylsulfate der genannten Kettenlänge, welche einen synthetischen, auf petrochemischer Basis hergestellten geradkettigen Alkylrest enthalten, die ein analoges Abbauverhalten besitzen wie die adäquaten Verbindungen auf der Basis von fettchemischen Rohstoffen. Aus waschtechnischem Interesse sind C16-C18-Alk(en)ylsulfate insbesondere bevorzugt. Dabei kann es auch von besonderem Vorteil und insbesondere für maschinelle Waschmittel von Vorteil sein, C16-C18-Alk(en)ylsulfate in Kombination mit niedriger schmelzenden Aniontensiden und insbesondere mit solchen Aniontensiden, die einen niedrigeren Krafft-Punkt aufweisen und bei relativ niedrigen Waschtemperaturen von beispielsweise Raumtemperatur bis 40 °C eine geringe Kristallisationsneigung zeigen, einzusetzen. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthalten die Compounds daher Mischungen aus kurzkettigen und langkettigen Fettalkylsulfaten, vorzugsweise Mischungen aus C12C14-Fettalkylsulfaten oder C12-C18-Fettalkylsulfaten mit C16-C18-Fettalkylsulfaten und insbesondere C12-C16-Fettalkylsulfaten mit C16-C18-Fettalkylsulfaten. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden jedoch nicht nur gesättigte Alkylsulfate, sondern auch ungesättigte Alkenylsulfate mit einer Alkenylkettenlänge von vorzugsweise C16 bis C22 eingesetzt. Dabei sind insbesondere Mischungen aus gesättigten, überwiegend aus C16 bestehenden sulfierten Fettalkoholen und ungesättigten, überwiegend aus C18 bestehenden sulfierten Fettalkoholen bevorzugt, beispielsweise solche, die sich von festen oder flüssigen Fettalkoholmischungen des Typs HD-Ocenol (R) (Handelsprodukt des Anmelders) ableiten. Dabei sind Gewichtsverhältnisse von Alkylsulfaten zu Alkenylsulfaten von 10:1 bis 1:2 und insbesondere von etwa 5:1 bis 1:1 bevorzugt.

    [0019] Auch 2,3-Alkylsulfate, welche beispielsweise gemäß den US-Patentschriften 3,234,258 oder 5,075,041 hergestellt werden und als Handelsprodukte der Shell Oil Company unter dem Namen DAN (R) erhalten werden können, sind geeignete Aniontenside.

    [0020] Auch die Schwefelsäuremonoester der mit 1 bis 6 Mol Ethylenoxid ethoxylierten geradkettigen oder verzweigten C7-C21-Alkohole, wie 2-Methyl-verzweigte C9-C11-Alkohole mit im Durchschnitt 3,5 Mol Ethylenoxid (E0) oder C12-C18-Fettalkohole mit 1 bis 4 E0, sind geeignet. Sie werden in Waschmitteln aufgrund ihres hohen Schaumverhaltens nur in relativ geringen Mengen, beispielsweise in Mengen von 1 bis 5 Gew.-%, eingesetzt.

    [0021] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthalten die Compounds 15 bis 80 Gew.-% Alkalisilikate, 1 bis 25 Gew.-% Aniontenside, vorzugsweise bis 20 Gew.-% Aniontenside und 10 bis 22 Gew.-%, vorzugsweise 12 bis 19 Gew-% und inbesondere 14 bis 19 Gew.-% Wasser. Es hat sich gezeigt, daß Mengen oberhalb von 25 Gew.-% an Aniontensiden, manchmal auch schon oberhalb von 20 Gew.-% an Aniontensiden in den Compounds wieder zu einer Verschlechterung des Sekundärwaschvermögens der gesamten Waschmittel führen können. Der Anmelder vermutet - ohne sich auf diese Theorie beschränken zu wollen- , daß die Compounds mit höheren Aniontensidmengen so schnell löslich sind, daß es zu negativen Wechselwirkungen zwischen den Aniontensiden und den Härtebildnern des Wassers kommt, bevor letztere vom Silikat eliminiert werden können.

    [0022] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung enthalten die sprühgetrockneten, amorphen Alkalisilikat-Compounds mit Sekundärwaschvermögen und einem Molverhältnis M2O : SiO2 (M = Alkalimetall) zwischen 1 : 1,5 und 1 : 3,3 15 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 20 bis 40 Gew.-% Alkalisilikate, 30 bis 70 Gew.-%, vorzugsweise 40 bis 65 Gew.-% Alkalicarbonate, 1,5 bis 15 Gew.-% und insbesondere 2 bis 12 Gew.-% Aniontenside, vorteilhafterweise Alkylbenzolsulfonate und/oder Alk(en)ylsulfate, und 12 bis 19 Gew.-% Wasser.

    [0023] Die Alkalisilikat-Compounds können zusätzlich noch weitere Inhaltsstoffe von Wasch- oder Reinigungsmitteln, vorzugsweise in Mengen bis 10 Gew.-% und insbesondere in Mengen nicht oberhalb 5 Gew.-% enthalten. Hierzu zählen beispielsweise Neutralsalze wie Natrium - oder Kaliumsulfate, aber auch Vergrauungsinhibitoren oder nichtionische Tenside wie Alkylpolyglykoside.

    [0024] Die erfindungsgemäßen Alkalisilikat-Compounds besitzen ein signifikantes Aufnahmevermögen für bei den üblichen Verarbeitungstemperaturen flüssigen bis wachsartigen Inhaltsstoffen von Wasch- oder Reinigungsmitteln. Zwar können auch Alkalisilikat-Compounds ohne Aniontensid-Zusatz gewisse Mengen an Flüssigkomponenten aufnehmen; es hat sich jedoch gezeigt, daß durch den Zusatz von Aniontensiden die Aufnahmekapazität der Alkalisilikat-Compounds erhöht und das Rieselverhalten verbessert wird. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weisen die erfindungsgemäßen aniontensidhaltigen Alkalisilikat-Compounds ein Aufnahmevermögen für Flüssigkomponenten auf, das um mindestens 20 % höher ist als das der mengengleichen Alkalisilikat-Compounds ohne Aniontenside. Insbesondere sind dabei Compounds bevorzugt, deren Aufnahmevermögen für Flüssigkomponenten sogar um mindestens 30 % und vorteilhafterweise sogar um mindestens 50 %, jeweils bezogen auf das Aufnahmevermögen der mengengleichen entsprechenden Alkalisilikat-Compounds ohne Aniontenside, gesteigert wurde.

    [0025] Die sprühgetrockneten Alkalisilikat-Compounds werden in einer bevorzugten Ausführungsform mit Flüssigkomponenten, zu denen im Rahmen dieser Erfindung bei der Verarbeitungstemperatur flüssige bis wachsartige Inhaltsstoffe von Wasch- oder Reinigungsmitteln gezählt werden, nachbehandelt. Geeignete Flüssigkomponenten, die von den erfindungsgemäßen Alkalisilikat-Compounds aufgenommen werden können, sind beispielsweise nichtionische Tenside, Kationtenside und/oder Schauminhibitoren wie Silikonöle und Paraffinöle. Insbesondere bevorzugt sind jedoch nichtionische Tenside, beispielsweise alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte und/oder ethoxylierte und propoxylierte aliphatische C8-C22-Alkohole. Hierzu zählen insbesondere primäre Alkohole mit vorzugsweise 8 bis 18 C-Atomen und durchschnittlich 1 bis 12 Mol Ethylenoxid (EO) pro Mol Alkohol, in denen der Alkoholrest linear oder bevorzugt in 2-Stellung methylverzweigt sein kann bzw. lineare und methylverzweigte Reste im Gemisch enthalten kann, so wie sie üblicherweise in Oxoalkoholresten vorliegen. Ebenso sind jedoch Alkoholethoxylate mit linearen Resten aus Alkoholen nativen Ursprungs mit 12 bis 18 C-Atomen, z.B. aus Kokos-, Palm-, Talgfett- oder Oleylalkohol, und durchschnittlich 2 bis 8 EO pro Mol Alkohol bevorzugt. Zu den bevorzugten ethoxylierten Alkoholen gehören beispielsweise C12-C14-Alkohole mit 3 EO oder 4 EO, C9-C11-Alkohol mit 7 EO, C13-C15-Alkohole mit 3 EO, 5 EO, 7 EO oder 8 EO, C12-C18-Alkohole mit 3 EO, 5 EO oder 7 EO und Mischungen aus diesen, wie Mischungen aus C12-C14-Alkohol mit 3 EO und C12-C18-Alkohol mit 5 EO. Die angegebenen Ethoxylierungsgrade stellen statistische Mittelwerte dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können. Bevorzugte Alkoholethoxylate weisen eine eingeengte Homologenverteilung auf (narrow range ethoxylates, NRE). Zusätzlich zu diesen nichtionischen Tensiden können auch Fettalkohole mit mehr als 12 EO eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind Talgfettalkohol mit 14 E0, 25 E0, 30 EO oder 40 E0.

    [0026] Eine weitere Klasse bevorzugt eingesetzter nichtionischer Tenside, die entweder als alleiniges nichtionisches Tensid oder in Kombination mit den genannten anderen nichtionischen Tensiden eingesetzt werden, sind alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder ethoxylierte und propoxylierte Fettsäurealkylester, vorzugsweise mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette, insbesondere Fettsäuremethylester, wie sie beispielsweise in der japanischen Patentanmeldung JP 58/217598 beschrieben sind oder die vorzugsweise nach dem in der internationalen Patentanmeldung WO-A-90/13533 beschriebenen Verfahren hergestellt werden.

    [0027] Bereits die primären sprühgetrockneten erfindungsgemäßen Compounds weisen ein stabilisiertes Sekundärwaschvermögen bei ihrer Verarbeitung zu Waschmitteln im Vergleich mit aniontensidfreien Alkalisilikat-Compounds auf. Insbesondere zeigen jedoch solche erfindungsgemäßen Compounds ein stabiles Sekundärwaschvermögen auf, deren Oberfläche nachträglich hydrophobiert, vorteilhafterweise mit nichtionischen Tensiden beaufschlagt wurde.

    [0028] Die erfindungsgemäßen Alkalisilikat-Compounds werden durch Sprühtrocknung hergestellt. Insbesondere ist dabei ein Verfahren bevorzugt, bei dem die Alkalisilikat-Compounds durch Sprühtrocknung einer wäßrigen Aufschlämmung, welche sämtliche Bestandteile (mit Ausnahme der Flüssigkomponenten, mit denen die Compounds nachbehandelt sein können) der Alkalisilikat-Compounds enthält, hergestellt werden.

    [0029] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Compounds durch Sprühtrocknung einer wäßrigen Zubereitung des Mehrkomponentengemisches gemäß der verfahrenstechnischen Lehre der deutschen Patentanmeldung DE-A-44 06 592 mit überhitztem Wasserdampf hergestellt.

    [0030] Nachträglich können die so hergestellten Alkalisilikat-Compounds mit Inhaltsstoffen von Wasch- oder Reinigungsmitteln behandelt werden. Dies kann auf herkömmliche Weise durchgeführt werden, beispielsweise durch Mischen oder durch Aufsprühen in einem Mischer/Granulator gegebenenfalls mit anschließender Wärmebehandlung.

    [0031] Die amorphen Alkalisilikat-Compounds mit Sekundärwaschvermögen können als Zumischkomponente zu pulverförmigen bis granularen Wasch- oder Reinigungsmitteln oder als Bestandteil bei der Herstellung der granularen Wasch- oder Reinigungsmittel, vorzugsweise bei der Granulierung und/oder Kompaktierung, verwendet werden. Je nach der Art ihrer Herstellung können die Schüttgewichte der Alkalisilikat-Compounds zwischen 50 und beispielsweise 850 g/l variieren. Die erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmittel können hingegen ein Schüttgewicht zwischen 300 und 1200 g/l, vorzugsweise von 500 bis 10G,: g/l, aufweisen und enthalten die erfindungsgemäßen Alkalisilikat-Compounds vorzugsweise in Mengen von 5 bis 50 Gew.-%, insbesondere in Mengen von 10 bis 40 Gew.-%. Ihre Herstellung kann nach jedem der bekannten Verfahren wie Mischen, Sprühtrocknen, Granulieren, Kompaktieren wie Walzenkompaktierung und Extrusion erfolgen. Geeignet sind insbesondere solche Verfahren, in denen mehrere Teilkomponenten, beispielsweise sprühgetrocknete Komponenten und granulierte und/oder extrudierte Komponenten miteinander vermischt werden. Dabei ist es auch möglich, daß sprühgetrocknete oder granulierte Komponenten nachträglich in der Aufbereitung beispielsweise mit nichtionischen Tensiden, insbesondere ethoxylierten Fettalkoholen, nach den üblichen Verfahren beaufschlagt werden. Insbesondere in Granulations- und Extrusionsverfahren ist es bevorzugt, die gegebenenfalls vorhandenen weiteren Aniontenside in Form eines sprühgetrockneten, granulierten oder extrudierten Compounds entweder als Zumischkomponente in dem Verfahren oder als Additiv nachträglich zu anderen Granulaten einzusetzen. Ebenso ist es möglich und kann in Abhängigkeit von der Rezeptur von Vorteil sein, wenn weitere einzelne Bestandteile des Mittels, beispielsweise Carbonate, Citrat bzw. Citronensäure oder andere Polycarboxylate bzw. Polycarbonsäuren, polymere Polycarboxylate, Zeolith und/oder Schichtsilikate, beispielsweise schichtförmige kristalline Disilikate, nachträglich zu sprühgetrockneten, granulierten und/oder extrudierten Komponenten, die gegebenenfalls mit nichtionischen Tensiden und/oder anderen bei der Verarbeitungstemperatur flüssigen bis wachsartigen Inhaltsstoffen beaufschlagt sind, hinzugemischt werden. Bevorzugt ist dabei ein Verfahren, bei dem die Oberfläche von Teilkomponenten des Mittels oder des gesamten Mittels zur Reduzierung der Klebrigkeit der Granulate und/oder zu ihrer verbesserten Löslichkeit nachträglich behandelt wird. Geeignete Oberflächenmodifizierer sind dabei aus dem Stand der Technik bekannt. Neben weiteren geeigneten sind dabei feinteilige Zeolithe, Kieselsäuren, amorphe Silikate, Fettsäuren oder Fettsäuresalze, beispielsweise Calciumstearat, vor allem jedoch Mischungen aus Zeolith und Kieselsäure, insbesondere im Gewichtsverhältnis Zeolith zu Kieselsäure von mindestens 1:1, oder Zeolith und Calciumstearat besonders bevorzugt.

    [0032] Besonders bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind extrudierte Wasch- oder Reinigungsmittel mit einem Schüttgewicht oberhalb 600 g/l, welche anionische sowie gegebenenfalls nichtionische Tenside sowie ein amorphes Alkalisilikat-Compound der angegebenen Art im Extrudat enthalten. Zur Herstellung dieser extrudierten Wasch- oder Reinigungsmittel wird auf die bekannten Verfahren zur Extrusion, insbesondere auf das europäische Patent EP-B-0 486 592 verwiesen. Dabei werden ein festes und rieselfähiges Vorgemisch bei Drucken bis 200 bar strangförmig verpreßt, der Strang nach dem Austritt aus der Lochform mittels einer Schneidevorrichtung auf die vorbestimmte Granulatdimension zugeschnitten sowie das plastische und gegebenenfalls noch feuchte Rohextrudat einem weiteren formgebenden Verarbeitungsschritt zugeführt und anschließend getrocknet, wobei die erfindungsgemäßen Alkalisilikat-Compounds in dem Vorgemisch eingesetzt werden.

    [0033] Insbesondere bei der Herstellung von extrudierten Wasch- oder Reinigungsmitteln weisen die aniontensidhaltigen Alkalisilikat-Compounds überraschenderweise nicht nur aus anwendungstechnischer Sicht sondern auch aus verfahrenstechnischer Sicht Vorteile gegenüber den aniontensidfreien Al-kalisilikat-Compound-Alternativen auf. Es hat sich gezeigt, daß Extrusionsprozesse, in denen insbesondere aniontensidfreie Alkalisilikat-Carbonat-Compounds eingesetzt wurden, nicht unterbrochen werden durften, da das Extrusionsgemisch in der Ruhephase seine Plastizität und Gleitfähigkeit derartig schnell verlor, daß ein erneutes Anfahren der Anlage sicherheitstechnische Probleme mit sich brachte. Dieses Problem wurde durch den Ersatz der aniontensidfreien durch aniontensidhaltige AlkalisilikatCompounds, insbesondere durch aniontensid- und carbonathaltige Alkalisilikat-Compounds gelöst.

    [0034] Die fertigen Wasch- oder Reinigungsmittel können zusätzlich die nun folgenden Inhaltsstoffe enthalten.

    [0035] Zu diesen zählen insbesondere Tenside, vor allem Aniontenside sowie gegebenenfalls nichtionische Tenside, aber auch kationische, amphotere oder zwitterionische Tenside.

    [0036] Als Aniontenside vom Sulfonat-Typ kommen einmal die bereits obengenannten Alkylbenzolsulfonate, Olefinsulfonate und Alkansulfonate in Betracht. Geeignet sind aber auch die Ester von α-Sulfofettsäuren (Estersulfonate), z.B. die α-sulfonierten Methylester der hydrierten Kokos-, Palmkern- oder Talgfettsäuren. Weitere geeignete Aniontenside sind die durch Esterspaltung der α-Sulfofettsäurealkylester erhältlichen α-Sulfofettsäuren bzw. ihre Di-Salze. Die Mono-Salze der α-Sulfofettsäurealkylester fallen schon bei ihrer großtechnischen Herstellung als wäßrige Mischung mit begrenzten Mengen an Di-Salzen an. Der Disalz-Gehalt solcher Tenside liegt üblicherweise unter 50 Gew.-% des Aniontensidgemisches, beispielsweise bis etwa 30 Gew.-%.

    [0037] Weitere geeignete Aniontenside sind sulfierte Fettsäureglycerinester, welche Mono-, Di- und Triester sowie deren Gemische darstellen, wie sie bei der Herstellung durch Veresterung durch ein Monoglycerin mit 1 bis 3 Mol Fettsäure oder bei der Umesterung von Triglyceriden mit 0,3 bis 2 Mol Glycerin erhalten werden.

    [0038] Geeignete Tenside vom Sulfat-Typ sind die genannten Schwefelsäuremonoester aus primären Alkoholen natürlichen und synthetischen Ursprungs, 2,3-Alkylsulfate sowie gegebenenfalls alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte Derivate der Schwefelsäuremonoester. Bevorzugte Aniontenside sind auch die Salze der Alkylsulfobernsteinsäure, die auch als Sulfosuccinate oder als Sulfobernsteinsäureester bezeichnet werden und die Monoester und/oder Diester der Sulfobernsteinsäure mit Alkoholen, vorzugsweise Fettalkoholen und insbesondere ethoxylierten Fettalkoholen darstellen. Bevorzugte Sulfosuccinate enthalten C8- bis C18-Fettalkoholreste oder Mischungen aus diesen. Insbesondere bevorzugte Sulfosuccinate enthalten einen Fettalkoholrest, der sich von ethoxylierten Fettalkoholen ableitet, die für sich betrachtet nichtionische Tenside darstellen. Dabei sind wiederum Sulfosuccinate, deren Fettalkohol-Reste sich von ethoxylierten Fettalkoholen mit eingeengter Homologenverteilung ableiten, besonders bevorzugt. Ebenso ist es auch möglich, Alk(en)ylbernsteinsäure mit vorzugsweise 8 bis 18 Kohlenstoffatomen in der Alk(en)ylkette oder deren Salze einzusetzen.

    [0039] Zusätzlich zu den anionischen Tensiden können die Mittel auch Seifen, vorzugsweise in Mengen von 0,2 bis 5 Gew.-%, enthalten. Geeignet sind gesättigte Fettsäureseifen, wie die Salze der Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure, hydrierte Erucasäure und Behensäure sowie insbesondere aus natürlichen Fettsäuren, z.B. Kokos-, Palmkern- oder Talgfettsäuren, abgeleitete Seifengemische.

    [0040] Die anionischen Tenside und Seifen können in Form ihrer Natrium-, Kalium- oder Ammoniumsalze sowie als lösliche Salze organischer Basen, wie Mono-, Di- oder Triethanolamin, vorliegen. Vorzugsweise liegen die anionischen Tenside in Form ihrer Natrium- oder Kaliumsalze, insbesondere in Form der Natriumsalze vor.

    [0041] In einer Ausführungsform der Erfindung werden Wasch- oder Reinigungsmittel, insbesondere extrudierte Wasch- oder Reinigungsmittel bevorzugt, welche 10 bis 30 Gew.-% anionische Tenside enthalten. Vorteilhafterweise sind davon vorzugsweise mindestens 3 Gew.-% und insbesondere mindestens 5 Gew.-% sulfatische Tenside. In einer vorteilhaften Ausführungsform sind in den Mitteln - bezogen auf die anionischen Tenside insgesamt - mindestens 15 Gew.-%, insbesondere 20 bis 100 Gew.-% sulfatische Tenside enthalten.

    [0042] Als nichtionische Tenside werden vorzugsweise die bereits oben beschriebenen alkoxylierten, vorteilhafterweise ethoxylierten Alkohole mit vorzugsweise 8 bis 18 C-Atomen und durchschnittlich 1 bis 12 Mol Ethylenoxid (E0) pro Mol Alkohol eingesetzt.

    [0043] Ebenso können auch die bereits oben genannten alkoxylierten Fettsäurealkylester eingesetzt werden.

    [0044] Außerdem können als weitere nichtionische Tenside auch Alkylglykoside der allgemeinen Formel R0(G)x eingesetzt werden, in der R einen primären geradkettigen oder methylverzweigten, insbesondere in 2-Stellung methylverzweigten aliphatischen Rest mit 8 bis 22, vorzugsweise 12 bis 18 C-Atomen bedeutet und G das Symbol ist, das für eine Glykoseeinheit mit 5 oder 6 C-Atomen, vorzugsweise für Glucose, steht. Der Oligomerisierungsgrad x, der die Verteilung von Monoglykosiden und Oligoglykosiden angibt, ist eine beliebige Zahl zwischen 1 und 10.

    [0045] Auch nichtionische Tenside vom Typ der Aminoxide, beispielsweise N-Kokosalkyl-N,N-dimethylaminoxid und N-Talgalkyl-N,N-dihydroxyethylaminoxid, und der Fettsäurealkanolamide können geeignet sein. Die Menge dieser nichtionischen Tenside beträgt vorzugsweise nicht mehr als die der ethoxylierten Fettalkohole, insbesondere nicht mehr als die Hälfte davon.

    [0046] Weitere geeignete Tenside sind Polyhydroxyfettsäureamide der Formel (I),

    in der R2C0 für einen aliphatischen Acylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, R3 für Wasserstoff, einen Alkyl- oder Hydroxyalkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen und [Z] für einen linearen oder verzweigten Polyhydroxyalkylrest mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen und 3 bis 10 Hydroxylgruppen steht. Bei den Polyhydroxyfettsäureamiden handelt es sich um bekannte Stoffe, die üblicherweise durch reduktive Aminierung eines reduzierenden Zuckers mit Ammoniak, einem Alkylamin oder einem Alkanolamin und nachfolgende Acylierung mit einer Fettsäure, einem Fettsäurealkylester oder einem Fettsäurechlorid erhalten werden können.

    [0047] Nichtionische Tenside sind in den erfindungsgemäßen Mitteln vorzugsweise in Mengen von 0,5 bis 15 Gew.-%, insbesondere in Mengen von 2 bis 10 Gew.-% enthalten.

    [0048] Neben den amorphen Alkalisilikat-Compounds mit Sekundärwaschvermögen können die Mittel auch noch weitere, zusätzliche Buildersubstanzen und Cobuilder enthalten. Beispielsweise können übliche Buildersubstanzen wie Phosphate, Zeolithe und kristalline Schichtsilikate in den Mitteln enthalten sein. Der eingesetzte, synthetische Zeolith ist vorzugsweise feinkristallin und enthält gebundenes Wasser. Geeignet sind beispielsweise Zeolith A, jedoch auch Zeolith X und Zeolith P sowie Mischungen aus A, X und/oder P. Der Zeolith kann als sprühgetrocknetes Pulver oder auch als ungetrocknete, von ihrer Herstellung noch feuchte, stabilisierte Suspension zum Einsatz kommen. Für den Fall, daß der Zeolith als Suspension eingesetzt wird, kann diese geringe Zusätze an nichtionischen Tensiden als Stabilisatoren enthalten, beispielsweise 1 bis 3 Gew.-%, bezogen auf Zeolith, an ethoxylierten C12-C18-Fettalkoholen mit 2 bis 5 Ethylenoxidgruppen, C12-C14-Fettalkoholen mit 4 bis 5 Ethylenoxidgruppen oder ethoxylierten Isotridecanolen. Ebenso ist es auch möglich, Zeolith-Suspensionen und Zeolith-Pulver einzusetzen. Geeignete Zeolith-Pulver weisen eine mittlere Teilchengröße von weniger als 10 µm (Volumenverteilung; Meßmethode: Coulter Counter) auf und enthalten vorzugsweise 18 bis 22 Gew.-%, insbesondere 20 bis 22 Gew.-% an gebundenem Wasser. Zeolith kann in den Wasch- oder Reinigungsmitteln in Mengen bis etwa 40 Gew.-% (bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanzen) enthalten sein.

    [0049] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthalten Wasch- oder Reinigungsmittel jedoch 10 bis 16 Gew.-% Zeolith (bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanz) und 10 bis 30 Gew.-% eines erfindungsgemäßen Alkalisilikat-Compounds.

    [0050] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthalten die Wasch- oder Reinigungsmittel jedoch 0 bis 5 Gew.-% Zeolith (bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanz) und 15 bis 40 Gew.-% eines erfindungsgemäßen Alkalisilikat-Compounds. Dabei ist es möglich, daß der Zeolith nicht nur coextrudiert wird, sondern daß der Zeolith teilweise oder ganz nachträglich, also nach dem Extrusionsschritt in das Wasch- oder Reinigungsmittel eingebracht wird. Besonders bevorzugt sind hierbei Wasch- oder Reinigungsmittel, welche ein Extrudat enthalten, das im Inneren des Extrudatkorns frei von Zeolith ist.

    [0051] Als Ersatzstoffe für den Zeolith können auch kristalline Schichtsilikate und/oder herkömmliche Phosphate eingesetzt werden. Dabei ist es jedoch bevorzugt, daß Phosphate nur in geringen Mengen, insbesondere bis maximal 10 Gew.-%, in den Wasch- oder Reinigungsmitteln enthalten sind.

    [0052] Als kristalline Schichtsilikate sind insbesondere kristalline, schichtförmige Natriumsilikate der allgemeinen Formel NaMSix02x+1·yH20, wobei M Natrium oder Wasserstoff bedeutet, x eine Zahl von 1,9 bis 4 und y eine Zahl von 0 bis 20 ist und bevorzugte Werte für x 2, 3 oder 4 sind, geeignet. Derartige kristalline Schichtsilikate werden beispielsweise in der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 164 514 beschrieben. Bevorzugte kristalline Schichtsilikate der angegebenen Formel sind solche, in denen M für Natrium steht und x die Werte 2 oder 3 annimmt. Insbesondere sind sowohl β- als auch δ-Natriumdisilikate Na2Si205·yH20 bevorzugt. Diese kristallinen Schichtsilikate sind jedoch in den erfindungsgemäßen Extrudaten vorzugsweise lediglich in Mengen von nicht mehr als 10 Gew.-%, insbesondere von weniger als 8 Gew.-%, vorteilhafterweise von maximal 5 Gew.-% enthalten.

    [0053] Als Cobuilder können beispielsweise polymere Polycarboxylate eingesetzt werden. Geeignete polymere Polycarboxylate sind beispielsweise die Natriumsalze der Polyacrylsäure oder der Polymethacrylsäure, beispielsweise solche mit einer relativen Molekülmasse von 800 bis 150000 (auf Säure bezogen). Geeignete copolymere Polycarboxylate sind insbesondere solche der Acrylsäure mit Methacrylsäure und der Acrylsäure oder Methacrylsäure mit Maleinsäure. Als besonders geeignet haben sich Copolymere der Acrylsäure mit Maleinsäure erwiesen, die 50 bis 90 Gew.-% Acrylsäure und 50 bis 10 Gew.-% Maleinsäure enthalten. Ihre relative Molekülmasse, bezogen auf freie Säuren, beträgt im allgemeinen 5000 bis 200000, vorzugsweise 10000 bis 120000 und insbesondere 50000 bis 100000. Insbesondere bevorzugt sind auch Terpolymere, beispielsweise solche, die gemäß der DE-A-43 00 772 als Monomere Salze Acrylsäure und der Maleinsäure sowie Vinylalkohol bzw. Vinylalkohol-Derivate oder gemäß der DE-C-42 21 381 als Monomere Salze der Acrylsäure und der 2-Alkylallylsulfonsäure sowie Zucker - Derivate enthalten. Weitere bevorzugte Copolymere sind solche, die in den deutschen Patentanmeldungen DE-A-43 03 320 und P 44 17 734.8 beschrieben werden und als Monomere vorzugsweise Acrolein und Acrylsäure/Acrylsäuresalze bzw. Acrolein und Vinylacetat aufweisen.

    [0054] Weitere brauchbare organische Cobuilder sind die bevorzugt in Form ihrer Natriumsalze eingesetzten Polycarbonsäuren, wie Citronensäure, Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Weinsäure, Zuckersäuren, Aminocarbonsäuren, Nitrilotriessigsäure (NTA), sofern ein derartiger Einsatz aus ökologischen Gründen nicht zu beanstanden ist, sowie Mischungen aus diesen. Bevorzugte Salze sind die Salze der Polycarbonsäuren wie Citronensäure, Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Weinsäure, Zuckersäuren und Mischungen aus diesen.

    [0055] Weitere geeignete Buildersysteme sind Oxidationsprodukte von carboxylgruppenhaltigen Polyglucosanen und/oder deren wasserlöslichen Salzen, wie sie beispielsweise in der internationalen Patentanmeldung WO-A-93/08251 beschrieben werden oder deren Herstellung beispielsweise in der internationalen Patentanmeldung WO-A-93/16110 beschrieben wird.

    [0056] Ebenso sind als weitere bevorzugte Buildersubstanzen auch die bekannten Polyasparaginsäuren bzw. deren Salze und Derivate zu nennen.

    [0057] Weitere geeignete Buildersubstanzen sind Polyacetale, welche durch Umsetzung von Dialdehyden mit Polyolcarbonsäuren, welche 5 bis 7 C-Atome und mindestens 3 Hydroxylgruppen aufweisen, beispielsweise wie in der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 280 223 beschrieben erhalten werden können. Bevorzugte Polyacetale werden aus Dialdehyden wie Glyoxal, Glutaraldehyd, Terephthalaldehyd sowie deren Gemischen und aus Polyolcarbonsäuren wie Gluconsäure und/oder Glucoheptonsäure erhalten.

    [0058] Diese Cobuilder können in Mengen von beispielsweise 0,5 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise von 2 bis 15 Gew.-% in den fertigen Wasch- oder Reinigungsmitteln enthalten sein.

    [0059] Zusätzlich können die Mittel auch Komponenten enthalten, welche die Ölund Fettauswaschbarkeit aus Textilien positiv beeinflussen. Dieser Effekt wird besonders deutlich, wenn ein Textil verschmutzt wird, das bereits vorher mehrfach mit einem erfindungsgemäßen Waschmittel, das diese öl- und fettlösende Komponente enthält, gewaschen wird. Zu den bevorzugten öl- und fettlösenden Komponenten zählen beispielsweise nichtionische Celluloseether wie Methylcellulose und Methylhydroxypropylcellulose mit einem Anteil an Methoxyl-Gruppen von 15 bis 30 Gew.-% und an Hydroxypropoxyl-Gruppen von 1 bis 15 Gew.-%, jeweils bezogen auf den nichtionischen Celluloseether, sowie die aus dem Stand der Technik bekannten Polymere der Phthalsäure und/oder der Terephthalsäure bzw. von deren Derivaten, insbesondere Polymere aus Ethylenterephthalaten und/oder Polyethylenglykolterephthalaten oder anionisch und/oder nichtionische modifizierten Derivaten von diesen.

    [0060] Die Mittel können außerdem Bestandteile enthalten, welche die Löslichkeit insbesondere der schweren Granulate noch weiter verbessern. Derartige Bestandteile und das Einbringen derartiger Bestandteile werden beispielsweise in der internationalen Patentanmeldung WO-A-93/02176 und in der deutschen Patentanmeldung DE-A-42 03 031 beschrieben. Zu den bevorzugt eingesetzten Bestandteilen gehören insbesondere Fettalkohole mit 20 bis 80 Mol Ethylenoxid pro Mol Fettalkohol, beispielsweise Talgfettalkohol mit 30 EO und Talgfettalkohol mit 40 E0, aber auch Fettalkohole mit 14 EO sowie Polyethylenglykole mit einer relativen Molekülmasse zwischen 200 und 2000. Unter den als Bleichmittel dienenden, in Wasser H202 liefernden Verbindungen hat das Natriumperboratmonohydrat besondere Bedeutung. Weitere brauchbare Bleichmittel sind beispielsweise Natriumperborattetrahydrat, Natriumpercarbonat, Peroxypyrophosphate, Citratperhydrate sowie H202 liefernde persaure Salze oder Persäuren, wie Perbenzoate, Peroxophthalate, Diperazelainsäure oder Diperdodecandisäure. Der Gehalt der Mittel an Bleichmitteln beträgt vorzugsweise 5 bis 25 Gew.-% und insbesondere 10 bis 20 Gew.-%, wobei vorteilhafterweise Perboratmonohydrat eingesetzt wird. Percarbonat ist als Bestandteil ebenfalls bevorzugt. Jedoch wird Percarbonat vorzugsweise nicht coextrudiert, sondern gegebenenfalls nachträglich zugemischt.

    [0061] Um beim Waschen bei Temperaturen von 60 °C und darunter eine verbesserte Bleichwirkung zu erreichen, können Bleichaktivatoren in die Präparate eingearbeitet werden. Beispiele hierfür sind mit H202 organische Persäuren bildende N-Acyl- bzw. 0-Acyl-Verbindungen, vorzugsweise N,N'-tetraacylierte Diamine, p-(Alkanoyloxy)benzolsulfonate, ferner Carbonsäureanhydride und Ester von Polyolen wie Glucosepentaacetat. Weitere bekannte Bleichaktivatoren sind acetylierte Mischungen aus Sorbitol und Mannitol, wie sie beispielsweise in der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 525 239 beschrieben werden. Der Gehalt der bleichmittelhaltigen Mittel an Bleichaktivatoren liegt in dem üblichen Bereich, vorzugsweise zwischen 1 und 10 Gew.-% und insbesondere zwischen 3 und 8 Gew.-%. Besonders bevorzugte Bleichaktivatoren sind N,N,N',N'-Tetraacetylethylendiamin (TAED), 1,5-Diacetyl-2,4-dioxo-hexahydro-1,3,5-triazin (DADHT) und acetylierte Sorbitol-Mannitol-Mischungen (SORMAN).

    [0062] Es kann von Vorteil sein, den Mitteln übliche Schauminhibitoren zuzusetzen. Als Schauminhibitoren eignen sich beispielsweise Seifen natürlicher oder synthetischer Herkunft, die einen hohen Anteil an C18-C24-Fettsäuren aufweisen. Geeignete nichttensidartige Schauminhibitoren sind beispielsweise Organopolysiloxane und deren Gemische mit mikrofeiner, ggf. silanierter Kieselsäure sowie Paraffine, Wachse, Mikrokristallinwachse und deren Gemische mit silanierter Kieselsäure oder Bistearylethylendiamid. Mit Vorteilen werden auch Gemische aus verschiedenen Schauminhibitoren verwendet, z.B. solche aus Silikonen, Paraffinen oder Wachsen. Vorzugsweise sind die Schauminhibitoren, insbesondere Silikon- und/oder Paraffinhaltige Schauminhibitoren, an eine granuläre, in Wasser lösliche bzw. dispergierbare Trägersubstanz gebunden. Insbesondere sind dabei Mischungen aus,Paraffinen und Bistearylethylendiamiden bevorzugt.

    [0063] Als Enzyme kommen solche aus der Klasse der Proteasen, Lipasen, Amylasen, Cellulasen bzw. deren Gemische in Frage. Besonders gut geeignet sind aus Bakterienstämmen oder Pilzen, wie Bacillus subtilis, Bacillus licheniformis, Streptomyces griseus und Humicola insolens gewonnene enzymatische Wirkstoffe. Vorzugsweise werden Proteasen vom Subtilisin-Typ und insbesondere Proteasen, die aus Bacillus lentus gewonnen werden, eingesetzt. Dabei sind Enzymmischungen, beispielsweise aus Protease und Amylase oder Protease und Lipase oder Protease und Cellulase oder aus Cellulase und Lipase oder aus Protease, Amylase und Lipase oder Protease, Lipase und Cellulase, insbesondere jedoch Protease- und/oder Lipase-haltige Mischungen von besonderem Interesse. Auch Peroxidasen oder Oxidasen haben sich in einigen Fällen als geeignet erwiesen. Die Enzyme können an Trägerstoffen adsorbiert und/oder in Hüllsubstanzen eingebettet sein, um sie gegen vorzeitige Zersetzung zu schützen. Der Anteil der Enzyme, Enzymmischungen oder Enzymgranulate kann beispielsweise etwa 0,1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,1 bis etwa 2 Gew.-% betragen.

    [0064] Als Stabilisatoren insbesondere für Perverbindungen und Enzyme kommen die Salze von Polyphosphonsäuren, insbesondere 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure (HEDP), Diethylentriaminpentamethylenphosphonsäure (DETPMP) oder Ethylendiamintetramethylenphosphonsäure in Betracht.

    [0065] Die Mittel können auch weitere Enzymstabilisatoren enthalten. Beispielsweise können 0,5 bis 1 Gew.-% Natriumformiat eingesetzt werden. Möglich ist auch der Einsatz von Proteasen, die mit löslichen Calciumsalzen und einem Calciumgehalt von vorzugsweise etwa 1,2-Gew.-%, bezogen auf das Enzym, stabilisiert sind. Besonders vorteilhaft ist jedoch der Einsatz von Borverbindungen, beispielsweise von Borsäure, Boroxid, Borax und anderen Alkalimetallboraten wie den Salzen der Orthoborsäure (H3B03), der Metaborsäure (HB02) und der Pyroborsäure (Tetraborsäure H2B407).

    [0066] Vergrauungsinhibitoren haben die Aufgabe, den von der Faser abgelösten Schmutz in der Flotte suspendiert zu halten und so das Vergrauen zu verhindern. Hierzu sind wasserlösliche Kolloide meist organischer Natur geeignet, beispielsweise die wasserlöslichen Salze polymerer Carbonsäuren, Leim, Gelatine, Salze von Ethercarbonsäuren oder Ethersulfonsäuren der Stärke oder der Cellulose oder Salze von sauren Schwefelsäureestern der Cellulose oder der Stärke. Auch wasserlösliche, saure Gruppen enthaltende Polyamide sind für diesen Zweck geeignet. Weiterhin lassen sich lösliche Stärkepräparate und andere als die obengenannten Stärkeprodukte verwenden, z.B. abgebaute Stärke, Aldehydstärken usw.. Auch Polyvinylpyrrolidon ist brauchbar. Bevorzugt werden jedoch Celluloseether, wie Carboxymethylcellulose (Na-Salz), Methylcellulose, Hydroxyalkylcellulose und Mischether, wie Methylhydroxyethylcellulose, Methylhydroxypropylcellulose, Methylcarboxymethylcellulose und deren Gemische, sowie Polyvinylpyrrolidon beispielsweise in Mengen von 0,1 bis 5 Gew.-%, bezogen auf die Mittel, eingesetzt.

    [0067] Die Mittel können als optische Aufheller Derivate der Diaminostilbendisulfonsäure bzw. deren Alkalimetallsalze enthalten. Geeignet sind z.B. Salze der 4,4'-Bis(2-anilino-4-morpholino-1,3,5-triazinyl-6-amino)stilben-2,2'-disulfonsäure oder gleichartig aufgebaute Verbindungen, die anstelle der Morpholino-Gruppe eine Diethanolaminogruppe, eine Methylaminogruppe, eine Anilinogruppe oder eine 2-Methoxyethylaminogruppe tragen.

    [0068] Weiterhin können Aufheller vom Typ der substituierten Diphenylstyryle anwesend sein, z.B. die Alkalisalze des 4,4'-Bis(2-sulfostyryl)-diphenyls, 4,4'-Bis(4-chlor-3-sulfostyryl)-diphenyls, oder 4-(4-Chlorstyryl)-4'-(2-sulfostyryl)-diphenyls. Auch Gemische der vorgenannten Aufheller können verwendet werden.

    [0069] Zusätzlich zu den Alkalisilikat-Compounds, die in einer bevorzugten Ausführungsform auch Alkalicarbonate enthalten, können die Mittel weitere anorganische Salze, auch weitere amorphe Alkalisilikate der oben beschriebenen Art und Alkalicarbonate der oben beschriebenen Art enthalten. Weitere anorganische Salze, welche als Inhaltsstoffe in Betracht kommen, sind Neutralsalze wie Sulfate und ggf. auch Chloride in Form ihrer Natrium- und/oder Kaliumsalze.

    [0070] Selbstverständlich können auch die üblicherweise in Wasch- oder Reinigungsmitteln enthaltenen Farb- und Duftstoffe enthalten sein.

    Beispiele


    Beispiel 1: Herstellung von Alkalisilikat-Compounds



    [0071] Die erfindungsgemäßen Alkalisilikat-Compounds C1 bis C4 sowie das Vergleichscompound VC wurden durch herkömmliche Sprühtrocknung einer wäßrigen Aufschlämmung erhalten. Die Zusammensetzung der Compounds (in Gew.-% ) war wie folgt:
      C1 C2 C3 C4 VC
    amorphes Natriumdisilikat 28,1 28,1 27,3 24,65 29,0
    Natriumcarbonat 53,4 53,4 51,7 46,75 55,0
    C12-C18-Alkylsulfat (Natriumsalz) 3,0 ---- ---- ----- ----
    C12-Alkylbenzolsulfonat (Natriumsalz) ---- 3,0 6,0 15,0 ----
    Wasser 15,5 15,5 15,0 13,6 16,0

    Beispiel 2: Aufnahmevermögen der Alkalisilikat-Compounds (Rieseltest)



    [0072] Es wurde das Aufnahmevermögen der erfindungsgemäßen Alkalisilikat-Compounds C1 bis C4 gegenüber dem mengengleich eingesetzten Vergleichscompound VC anhand eines nichtionischen Tensids, das zu 80 Gew.-% aus C12-C18-Fettalkohol mit 5 EO und zu 20 Gew.-% aus C12-C14-Fettalkohol mit 3 E0 bestand, getestet. Das Niotensid-Aufnahmevermögen wurde entsprechend der DIN ISO 787 bestimmt, wobei anstelle des dort angegebenen Leinöls das vorstehend genannte Niotensid verwendet wurde. Für diese Bestimmung wird eine abgewogene Probenmenge auf eine Platte gegeben. Aus einer Bürette werden langsam 4 oder 5 Tropfen auf einmal an Niotensid zugegeben. Nach jeder Zugabe wird das Niotensid mit einem Spatel in das Pulver eingerieben. Die Zugabe des Niotensids wird entsprechend fortgesetzt, bis sich Zusammenballungen von Niotensid und Pulver gebildet haben. Von diesem Punkt an wird jeweils ein Tropfen Niotensid zugegeben und mit dem Spatel verrieben. Die Niotensidzugabe wird beendet, wenn eine weiche Paste entstanden ist.

    [0073] Diese Paste sollte sich gerade noch ohne zu reißen oder krümeln verteilen lassen und gerade noch auf der Platte haften. An der Bürette wird die zugegebene Menge Niotensid abgelesen und auf ml Niotensid pro 100 g Probe umgerechnet. Dabei wurden folgende Ergebnisse erhalten:
      ml Niotensid pro 100 g Träger
    C1 97
    C2 110
    C3 128
    C4 130
    VC 57

    Beispiel 3: Extrusionsfähigkeit



    [0074] Gemäß der Lehre der internationalen Patentanmeldung WO-A-94/02047 wurden die folgenden erfindungsgemäßen Extrudate E1 bis E4 sowie das Vergleichsextrudat VE hergestellt. Die Extrusionsmischungen der Mittel E1 bis E4 ließen sich ohne verfahrenstechnische Probleme extrudieren. Das Vergleichsprodukt VE war nur herstellbar, solange der Produktionsprozeß nicht länger als 60 min. unterbrochen wurde. Die Zusammensetzungen der Extrudate waren wie in Tabelle 1 aufgeführt. Das Schüttgewicht der Extrudate lag zwischen 750 und 780 g/l. Sowohl die erfindungsgemäßen Extrudate als auch das Vergleichsextrudat zeigten ein gutes Löseverhalten: es wurden nur geringe Rückstände beim Einspülverhalten und beim Löslichkeitstest erhalten.
    Tabelle 1:
    Zusammensetzungen von E1 bis E4 sowie VE (in Gew.-%):
      E1 E2 E3 E4 VE
    C9-C13-Alkylbenzolsulfonat 11,5 11,5 11,5 11,5 11,5
    C12-C18-Alkylsulfat 10,5 10,5 10,5 10,5 10,5
    C12-C18-Alkohol mit 7 EO 4,0 4,0 4,0 4,0 4,0
    C12-C18-Fettsäureseife 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0
    Polyethylenglykol mit einer relativen Molekülmasse von 400 1,5 1,5 1,5 1,5 1,5
     
    Zeolith (wasserfreie Aktivsubstanz) 19,0 19,0 19,0 19,0 19,0
    Acrylsäure-Maleinsäure-Copolymer (Natriumsalz) 6,0 6,0 6,0 6,0 6,0
     
    Alkalisilikat-Compound C1 14,0 ---- ---- ---- ----
    Alkalisilikat-Compound C2 ---- 14,0 ---- ---- ----
    Alkalisilikat-Compound C3 ---- ---- 14,0 ---- ----
    Alkalisilikat-Compound C4 ---- ---- ---- 14,0 ----
    Alkalisilikat-Compound VC ---- ---- ---- ---- 14,0
     
    Perboratmonohydrat 21,0 21,0 21,0 21,0 21,0
    Phosphonat 0,7 0,7 0,7 0,7 0,7
    Natriumsulfat 1,5 1,5 1,5 1,5 1,5
    Wasser und Salze aus Lösungen Rest Rest Rest Rest Rest



    Ansprüche

    1. Sprühgetrocknetes, amorphes Alkalisilikat-Compound mit Sekundärwaschvermögen und einem Molverhältnis M2O : SiO2 (M = Alkalimetall) zwischen 1:1,5 und 1:3,3 dadurch gekennzeichnet, daß es anionische Tenside in Mengen von 0,5 bis weniger als 30 Gew.-% enthält, ein Aufnahmevermögen für Flüssigkomponenten aufweist, das um mindestens 20 % höher ist als das der mengengleichen Alkalisilikat-Compounds ohne Aniontenside und mit Flüssigkomponenten, die Inhaltsstoffe von Wasch- oder Reinigungsmitteln, insbesondere nichtionische Tenside, sind, nachbehandelt wurde.
     
    2. Alkalisilikat-Compound nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es 15 bis 80 Gew.-% Alkalisilikate, 1 bis 25 Gew.-% Aniontenside, vorzugsweise bis 20 Gew.-% Aniontenside, und 10 bis 22 Gew.-% Wasser enthält.
     
    3. Sprühgetrocknetes, amorphes Alkalisilikat-Compound mit Sekundärwaschvermögen und einem Molverhältnis M2O : SiO2 (M = Alkalimetall) zwischen 1 : 1,5 und 1 : 3,3, dadurch gekennzeichnet, daß es 15 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 20 bis 40 Gew.-% Alkalisilikate, 30 bis 70 Gew.-%, vorzugsweise 40 bis 65 Gew.-% Alkalicarbonate, 1,5 bis 15 Gew.-% und insbesondere 2 bis 12 Gew.-% Aniontenside, vorteilhafterweise Alkylbenzolsulfonate und/oder Alk(en)ylsulfate, und 12 bis 19 Gew.-% Wasser enthält.
     
    4. Alkalisilikat-Compound nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß es ein Aufnahmevermögen für Flüssigkomponenten aufweist, das um mindestens 20 %, vorzugsweise mindestens 30 % und insbesondere um mindestens 50 % höher ist als das der mengengleichen Alkalisilikat-Compounds ohne Aniontenside.
     
    5. Alkalisilikat-Compound nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß es mit Flüssigkomponenten, die Inhaltsstoffe von Wasch- oder Reinigungsmitteln, insbesondere nichtionische Tenside, sind, nachbehandelt wurde.
     
    6. Verfahren zur Herstellung eines amorphen Alkalisilikat-Compounds mit Sekundärwaschvermögen gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Compound durch Sprühtrocknung einer wäßrigen Aufschlämmung, welche sämtliche Bestandteile des Alkalisilikat-Compounds enthält, hergestellt werden.
     
    7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Compound durch Sprühtrocknung einer wäßrigen Zubereitung des Mehrkomponentengemisches mit überhitztem Wasserdampf hergestellt wird.
     
    8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß das sprühgetrocknete Alkalisilikat-Compound nachträglich mit flüssigen Inhaltsstoffen von Wasch- oder Reinigungsmitteln, insbesondere mit nichtionischen Tensiden behandelt wird.
     
    9. Verwendung eines Alkalisilikat-Compounds mit Sekundärwaschvermögen gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5 in Wasch- oder Reinigungsmitteln, wobei letztere durch Sprühtrocknung, Granulierung, Kompaktierung wie Walzenkompaktierung oder Extrusion oder durch Mischverfahren hergestellt werden.
     
    10. Wasch- oder Reinigungsmittel, enthaltend 10 bis 16 Gew.-% Zeolith (bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanz) und 10 bis 30 Gew.-% eines sprühgetrockneten, amorphen Alkalisilikat-Compounds mit Sekundärwaschvermögen und einem Molverhältnis M2O : SiO2 (M = Alkalimetall) zwischen 1:1,5 und 1:3,3, welches anionische Tenside in Mengen von 0,5 bis wenger als 30 Gew.-% enthält, vorzugsweise eines Alkalisilikat-Compounds gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5.
     
    11. Wasch- oder Reinigungsmittel, enthaltend 0 bis 5 Gew.-% Zeolith (bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanz) und 15 bis 40 Gew.-% eines Alkalisilikat-Compounds gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5.
     
    12. Extrudiertes Wasch- oder Reinigungsmittel mit einem Schüttgewicht oberhalb 600 g/l, enthaltend anionische und gegebenenfalls nichtionische Tenside sowie ein amorphes Alkalisilikat, dadurch gekennzeichnet, daß es ein sprühgetrocknetes, amorphes Alkalisilikat-Compound mit Sekundärwaschvermögen und einem Molverhältnis M2O:SiO2 (M = Alkalimetall) zwischen 1:1,5 und 1:3,3, welches anionische Tenside in Mengen von 0,5 bis weniger als 30 Gew.-% enthält, und vorzugsweise ein Alkalisilikat-Compound gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5 enthält.
     
    13. Verfahren zur Herstellung eines Wasch- oder Reinigungsmittels, wobei ein festes und rieselfähiges Vorgemisch bei Drucken bis 200 bar strangförmig verpreßt, der Strang nach Austritt aus der Lochform mittels einer Schneidevorrichtung auf die vorbestimmte Granulatdimension zugeschnitten sowie das plastische, gegebenenfalls feuchte Rohextrudat einem weiteren formgebenden Verarbeitungsschritt zugeführt und anschließend getrocknet wird, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Vorgemisch ein sprühgetrocknetes, amorphes Alkalisilikat-Compound mit Sekundärwaschvermögen und einem Molverhältnis M2O:SiO2 (M = Alkalimetall) zwischen 1:1,5 und 1:3,3, welches anionische Tenside in Mengen von 0,5 bis weniger als 30 Gew.-% enthält, und vorzugsweise ein Alkalisilikat-Compound gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5 eingesetzt wird.
     


    Claims

    1. A spray-dried amorphous alkali metal silicate compound with multiple-cycle washing performance and a molar ratio of M2O to SiO2 (M = alkali metal) of 1:1.5 to 1:3.3, characterized in that it contains anionic surfactants in quantities of 0.5 to less than 30% by weight, has an absorption capacity for liquid components which is at least 20% higher than that of the same quantity of alkali metal silicate compounds free from anionic surfactants and has been aftertreated with liquid components which are ingredients of detergents, more particularly nonionic surfactants.
     
    2. An alkali metal silicate compound as claimed in claim 1, characterized in that it contains 15 to 80% by weight of alkali metal silicates, 1 to 25% by weight of anionic surfactants, preferably up to 20% by weight of anionic surfactants, and 10 to 22% by weight of water.
     
    3. A spray-dried amorphous alkali metal silicate compound with multiple-cycle washing performance and a molar ratio of M2O to SiO2 (M = alkali metal) of 1:1.15 to 1:3.3, characterized in that it contains 15 to 50% by weight and preferably 20 to 40% by weight of alkali metal silicates, 30 to 70% by weight and preferably 40 to 65% by weight of alkali metal carbonates, 1.5 to 15% by weight and, more particularly, 2 to 12% by weight of anionic surfactants, advantageously alkyl benzene sulfonates and/or alk(en)yl sulfates, and 12 to 19% by weight of water.
     
    4. An alkali metal silicate compound as claimed in claim 3, characterized in that it has an absorption capacity for liquid components which is higher by at least 20%, preferably at least 30% and, more preferably, at least 50% than that of the same quantity of alkali metal silicate compounds without anionic surfactants.
     
    5. An alkali metal silicate compound as claimed in claim 3 or 4, characterized in that it has been aftertreated with liquid components which are ingredients of detergents or cleaning formulations, more particularly nonionic surfactants.
     
    6. A process for the production of the amorphous alkali metal silicate compound with multiple-cycle washing performance claimed in any of claims 1 to 5, characterized in that the compound is produced by spray drying of an aqueous slurry containing all the constituents of the alkali metal silicate compound.
     
    7. A process as claimed in claim 6, characterized in that the compound is produced by spray drying of an aqueous preparation of the multiple component mixture with superheated steam.
     
    8. A process as claimed in claim 6 or 7, characterized in that the spray-dried alkali metal silicate compound is subsequently treated with liquid ingredients of detergents or cleaning formulations, more particularly with nonionic surfactants.
     
    9. The use of the alkali metal silicate compound with multiple-cycle washing performance claimed in any of claims 1 to 5 in detergents or cleaning formulations, the detergents or cleaning formulations being produced by spray drying, granulation, compacting, such as roll compacting, or extrusion or by mixing processes.
     
    10. A detergent or cleaning formulation containing 10 to 16% by weight of zeolite (based on water-free active substance) and 10 to 30% by weight of a spray-dried amorphous alkali metal silicate compound with multiple-cycle washing performance and a molar ratio of M2O to SiO2 (M = alkali metal) of 1:1.5 to 1:3.3 which contains anionic surfactants in quantities of 0.5 to less than 30% by weight, preferably the alkali metal silicate compound claimed in any of claims 1 to 5.
     
    11. A detergent or cleaning formulation containing 0 to 5% by weight of zeolite (based on water-free active substance) and 15 to 40% by weight of the alkali metal silicate compound claimed in any of claims 1 to 5.
     
    12. An extruded detergent or cleaning formulation with an apparent density above 600 g/l containing anionic and optionally nonionic surfactants and an amorphous alkali metal silicate, characterized in that it contains a spray-dried amorphous alkali metal silicate compound with multiple-cycle washing performance and a molar ratio of M2O to SiO2 (M = alkali metal) of 1:1.5 to 1:3.3, which contains anionic surfactants in quantities of 0.5 to less than 30% by weight, and preferably the alkali metal silicate compound claimed in any of claims 1 to 5.
     
    13. A process for the production of a detergent or cleaning formulation in which a solid free-flowing premix is extruded under pressures of up to 200 bar to form a strand, the strand is cut to a predetermined granule size by means of a cutting unit after leaving the extrusion die and the plastic and optionally still moist crude extrudate is subjected to another shaping or forming step and is subsequently dried, characterized in that the premix contains contains a spray-dried amorphous alkali metal silicate compound with multiple-cycle washing performance and a molar ratio of M2O to SiO2 (M = alkali metal) of 1:1.5 to 1:3.3, which contains anionic surfactants in quantities of 0.5 to less than 30% by weight, and preferably the alkali metal silicate compound claimed in any of claims 1 to 5.
     


    Revendications

    1. Compound de silicate de métal alcalin amorphe séché par pulvérisation possédant un pouvoir lavant secondaire et présentant un rapport molaire M2O:SiO2 (M = métal alcalin) compris entre 1:1,5 et 1:3,3, caractérisé en ce qu'il renferme des tensioactifs anioniques en proportions de 0,5 à moins de 30 % en poids, possède un pouvoir d'absorption vis-à-vis des composants liquides qui est au moins 20 % supérieur à celui des compounds de silicates de métaux alcalins sans surfactifs anioniques en proportions équivalentes et qui a été traité postérieurement par des composants liquides, qui sont des ingrédients de produits de lavage ou de nettoyage, en particulier des tensioactifs non ioniques.
     
    2. Compound de silicate de métal alcalin selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il renferme 15 à 80 % en poids de silicates de métaux alcalins, 1 à 25 % en poids, de préférence jusqu'à 20 % en poids de surfactifs anioniques, et 10 à 22 % en poids d'eau.
     
    3. Compound de silicate de métal alcalin amorphe séché par pulvérisation possédant un pouvoir lavant secondaire et présentant un rapport molaire M2O:SiO2 (M = métal alcalin) compris entre 1:1,5 et 1:3,3, caractérisé en ce qu'il renferme 15 à 50 % en poids, de préférence 20 à 40 % en poids de silicates de métaux alcalins, 30 à 70 % en poids, de préférence 40 à 65 % en poids de carbonates de métaux alcalins, 1,5 à 15 % en poids et en particulier 2 à 12 % en poids de surfactifs anioniques, de préférence des alkylbenzènesulfonates et/ou des alkyl(alcényl)sulfates, et 12 à 19 % en poids d'eau.
     
    4. Compound de silicate de métal alcalin selon la revendication 3, caractérisé en ce qu'il présente un pouvoir d'absorption pour les composants liquides, qui est au moins 20 %, de préférence au moins 30 % et en particulier, au moins 50 % supérieur à celui des compounds de silicate de métal alcalin sans surfactifs anioniques en proportions équivalentes.
     
    5. Compound de silicate de métal alcalin selon les revendications 3 ou 4, caractérisé en ce qu'il a été traité par des composants liquides, qui sont des ingrédients de produits de lavage ou de nettoyage, en particulier des tensioactifs non ioniques.
     
    6. Procédé de production d'un silicate de métal alcalin amorphe possédant un pouvoir lavant secondaire selon une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le compound a été produit par séchage par pulvérisation d'une suspension aqueuse, qui renferme tous les constituants des compounds de silicates de métaux alcalins.
     
    7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que le compound est produit par séchage par pulvérisation d'une préparation aqueuse du mélange à plusieurs composants avec de la vapeur d'eau surchauffée.
     
    8. Procédé selon la revendication 6 ou 7, caractérisé en ce que le compound de silicate de métal alcalin séché par pulvérisation est traité par la suite par des constituants liquides de produits de lavage ou de nettoyage, en particulier par des tensioactifs non ioniques.
     
    9. Utilisation d'un compound de silicate de métal alcalin possédant un pouvoir lavant secondaire selon une des revendications 1 à 5 dans des produits de lavage ou de nettoyage, dans lequel ces derniers sont produits par séchage par pulvérisation, granulation, compactage tel que compactage au rouleau ou extrusion, ou par un procédé de mélangeage.
     
    10. Produit de lavage ou de nettoyage renfermant 10 à 16 % en poids de zéolithe (par rapport à la substance active anhydre) et 10 à 30 % en poids d'un compound de silicate de métal alcalin amorphe séché par pulvérisation, possédant un pouvoir lavant secondaire et présentant un rapport molaire M2O:SiO2 (M = métal alcalin) compris entre 1:1,5 et 1:3,3, qui renferme des tensioactifs anioniques en proportions de 0,5 à moins de 30 % en poids, de préférence un compound de silicate de métal alcalin selon une des revendications 1 à 5.
     
    11. Produit de lavage ou de nettoyage renfermant 0 à 5 % en poids de zéolithe (par rapport à la substance active anhydre) et 15 à 40 % en poids d'un compound de silicate de métal alcalin selon une des revendications 1 à 5.
     
    12. Produit de lavage ou de nettoyage extrudé possédant une densité en vrac supérieure à 600 g/l, renfermant des tensioactifs anioniques et le cas échéant non ioniques, ainsi qu'un silicate de métal alcalin amorphe, caractérisé en ce qu'il contient un compound de silicate de métal alcalin amorphe séché par pulvérisation, possédant un pouvoir lavant secondaire et présentant un rapport molaire M2O:SiO2 (M = métal alcalin) compris entre 1:1,5 et 1:3,3, qui renferme des tensioactifs anioniques en proportions de 0,5 à moins de 30 % en poids, et de préférence un compound de silicate de métal alcalin selon une des revendications 1 à 5.
     
    13. Procédé de production d'un produit de lavage ou de nettoyage, dans lequel un prémélange solide et coulant est pressé en boudins à des pressions allant jusqu'à 200 bars, le boudin est coupé à la dimension de granulé prédéterminée à l'aide d'un dispositif de coupe après la sortie du moule perforé, et le produit d'extrusion brut plastique, éventuellement encore humide est acheminé à une étape ultérieure de façonnage et ensuite séché, caractérisé en ce que l'on met en oeuvre dans le prémélange, un compound de silicate de métal alcalin amorphe séché par pulvérisation possédant un pouvoir lavant secondaire et présentant un rapport molaire M2O:SiO2 (M = métal alcalin) compris entre 1:1,5 et 1:3,3, qui renferme des tensioactifs anioniques en proportions de 0,5 à moins de 30 % en poids, et de préférence un compound de silicate de métal alcalin selon une des revendications 1 à 5.