[0001] Die Erfindung betrifft einen Schallabsorber gemäss Oberbegriff des Anspruchs 1 und
insbesondere einen Schallabsorber für Fahrzeuge aus mehreren röhrchenförmigen Resonatoren,
vorzugsweise mit unterschiedlicher Länge.
[0002] Es ist das Bestreben der modernen Automobilindustrie, die von den Fahrzeugen erzeugten
Geräusche zu verringern oder ganz zu eliminieren. Zur Schallabsorption werden heute
im wesentlichen Matten aus Faserdämmstoffen oder offenporigen Schäumen verwendet,
die um die Lärmquellen oder in deren unmittelbaren Umgebung montiert werden. Die Verwendung
solcher offenporiger Schallabsorber im Motorraum, wie bspw. in der DE-34'28'157 beschrieben,
erweist sich jedoch als problematisch, weil diese mit Öl, Wasser, Staub und anderen
Verunreinigungen verschmutzen und dadurch in ihrer akustischen Wirkung rasch nachlassen.
[0003] Es ist deshalb bspw. mit der DE-40'11'705, der DE-42'41'518 oder der DE-43'05'281
auch schon vorgeschlagen worden, eine öl- und wasserbeständige Anordnung aus einer
Vielzahl von Helmholtzresonatoren vorzusehen. Diese bekannten Anordnungen bestehen
aus kästchenförmigen Hohlkörpern, welche ein Loch oder einen Hals aufweisen. Das Volumen
der Hohlkörper zusammen mit der Dimension des Loches oder Halses bestimmen die Resonanzfrequenz
des Absorbers. Diese bekannten Anordnungen werden im wesentlichen für einen Frequenzbereich
von 1 bis 2kHz ausgelegt und können an der Motorhaube, im Radkasten oder auf der Bodenwanne
montiert werden.
[0004] Ausserdem beanspruchen diese Anordnungen unerwünscht viel Raum, d.h. können bei knappen
Platzverhältnissen nicht eingesetzt werden.
[0005] Im praktischen Einsatz dieser Art von Absorbern müssen die Wandungen der kästchenförmigen
Hohlkörper leichtgewichtig, d.h. sehr dünn gebaut sein. Diese dünnwandigen Hohlkörper
neigen aber dazu, sich durch die Schalldruckschwankungen zu verformen und damit den
Qualitätsfaktor des Resonators zu beschränken. Da der Qualitätsfaktor den Wirkungsgrad
der Absorber wesentlich mitbestimmt, muss mit der Leichtbauweise immer auch eine Minderung
der akustischen Wirksamkeit dieser Absorber in Kauf genommen werden.
Die akustische Wirksamkeit dieser Absorber ist grundsätzlich begrenzt, weil die Anzahl
der schallaufnehmenden Öffnungen durch die geometrische Ausdehnung der einzelnen Hohlkörper
beschränkt wird. Typischerweise weisen diese Hohlkörper eine Grundfläche von 15x15mm
2 bis 60x60mm
2 auf, bei einer Bauhöhe von 5 bis 25mm und einem Lochdurchmesser von 4 bis llmm. Damit
wird deutlich, dass diese Helmholtzresonatoren nur in beschränktem Masse an das störende
Schallfeld ankoppeln können, da bei deren flächendeckenden Verwendung, die dem Qualitätsfaktor
Q proportionale, schallaufnehmende Öffnungsfläche maximal nur 2.5% bis 4% der beschallten
Gesamtfläche betragen kann.
Ausserdem sind beim Einbau der beschriebenen Helmholzabsorber auf eine Fahrzeug-Bodenwanne
die Öffnungen nach oben gerichtet und können sich deshalb die Hohlräume leicht mit
Feuchtigkeit und Schmutz füllen, was wieder die Schallabsorption beeinträchtigt.
[0006] Aus der DE-39'13'347 ist auch ein Isolierteil bekannt, welches eine Vielzahl dicht
nebeneinander angeordneter, zellenartiger Hohlräume aufweist, die nach einer Seite
offen sind. Mit diesem Isolierteil wird die Energie des auftreffenden Schallfeldes
im wesentlichen durch irreguläre
Reflexionen, Absorption im Material und Interferenzeffekte dissipiert.
Auch diese Isolierteile eignen sich nur beschränkt für den Einsatz im Automobilbau,
insbesondere weil sie leicht verschmutzen und wegen ihrer mangelnden Eigenstabilität
rasch verschleissen.
[0007] In der Patentschrift GB-2'090'334 wird eine Dämpfungsvorrichtung zur Dämpfung der
in einem Düsenantrieb erzeugten aerodynamischen Vibrationen offenbart, bei welcher
eine Vielzahl röhrchenförmiger Resonatoren verwendet wird. Die Länge dieser röhrchenförmigen
Resonatoren ist so dimensioniert, dass diese einem Viertel der Wellenlänge dieser
Vibrationen entspricht. Dadurch kann eine partielle Aufhebung der Druckschwankungen
im Mündungsbereich dieser Resonatoren erzeugt werden. Bei der in dieser Patentschrift
vorgeschlagenen Dämpfungsvorrichtung wird jedoch nicht beachtet, dass sich die zu
den einzelnen Resonatoröffnungen gehörigen Wechselwirkungszonen gegenseitig beeinflussen,
und insbesondere die beabsichtigte Wirkung durch die vorgeschlagene Anordnung aufgehoben
werden kann.
[0008] Es ist deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung einen Schallabsorber zu schaffen,
der die Nachteile bekannter Absorber überwindet und insbesondere einen raumsparenden
Schallabsorber zu schaffen, der eine verbesserte Schallabsorption aufweist, welche
auch bei einer leichtgewichtigen Bauweise und in einer stark verschmutzenden Umgebung
wirksam bleibt.
[0009] Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe durch einen Schallabsorber mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst, d.h. mit einem Schallabsorber aus mehreren röhrchenförmigen
Resonatoren, vorzugsweise mit unterschiedlicher Länge, deren mindestens eine Schallöffnung
an eine schallreflektierende Fläche angrenzt. Dabei können die röhrchenförmigen Resonatoren
eine beliebige Lage zur schallreflektierenden Fläche einnehmen, insbesondere können
die Resonatoren auch auf dieser Fläche aufliegen.
[0010] Fällt eine Schallwellenfront auf eine schallreflektierende Fläche, bildet sich ein
Schalldruckmaximum direkt vor dieser Fläche. Dieses Schalldruckmaximum entsteht aus
der Überlagerung der einfallenden und reflektierten Welle an dieser Stelle. Bei der
erfindungsgemässen Anordnung wird die Mündung eines Röhrchens, unmittelbar an eine
solche schallreflektierende Fläche gelegt. Damit läuft die einfallende Schallwelle
in das Röhrchen hinein, wird an dessen Ende reflektiert, und läuft zur Mündungsöffnung
zurück. Schallwellen, deren Wellenlänge das 4-fache der Länge des Röhrchens betragen,
erscheinen an der Mündungsöffnung mit einer Phasenverschiebung von einer halben Wellenlänge.
Dies führt zu einer destruktiven Interferenz mit der im Mündungsbereich des Röhrchens
reflektierten Welle gleicher Wellenlänge, da die im Röhrchen erzeugte stehende Welle
ihr Schalldruckminimum an der Mündungsöffnung aufweist, während die im Mündungsbereich
reflektierte Welle dort ihr Schalldruckmaximum aufweist. Damit wird im Mündungsbereich
ein starkes Schalldruckgefälle erzeugt, welches lokal zu hohen Luftströmungsgeschwindigkeiten
und damit zur gewünschten Dissipation akustischer Energie beiträgt.
[0011] Aus diesem Verständnis wird deutlich, dass die λ/4-Röhrchen in jeder beliebigen Richtung
angeordnet sein können und auch nicht notwendigerweise einen geradlinigen Verlauf
aufweisen müssen. Ebenso kann der Querschnitt dieser Röhrchen eine beliebige Form
haben. Es versteht sich für den Fachmann, die Länge der Röhrchen den gewählten Formen
und Resonanzfrequenzen anzupassen. Einfacherweise wird der Fachmann jedoch Formen
mit im wesentlichen gleichbleibender Querschnittsfläche wählen.
[0012] Wesentlich für die wirksame Funktionsweise der vorliegenden Erfindung ist die Ausbildung
von Bereichen, in denen eine destruktive Interferenz stattfindet. Diese Bereiche werden
im folgenden Wechselwirkungszonen A
w genannt, deren Ausdehnung mit der jeweiligen Schallöffnungsfläche A
o und dem Qualitätsfaktor Q in Zusammenhang gebracht werden kann. Es erweist sich nämlich,
dass das Verhältnis zwischen der Fläche der Wechselwirkungszone A
w und der Schallöffnungsfläche A
o proportional zum Qualitätsfaktor Q ist.

[0013] Es ist also Ziel der erfindungsgemässen Ausführungsformen, darauf zu achten, dass
die einzelnen Wechselwirkungszonen möglichst flächendeckend verteilt sind und gleichzeitig
nicht wesentlich überlappen, da durch eine solche Überlappung das erwähnte Schalldruckgefälle
reduziert und damit die dissipierenden lokalen Luftströmungen vermindert würden. Um
eine möglichst flächendeckende akustisch wirksame Anordnung der Wechselwirkungszonen
A
w zu erreichen, werden die Öffnungen der röhrchenförmigen Resonatoren vorzugsweise
auf die Eckpunkte eines gedachten Netzes aus gleichschenkligen Dreiecken verteilt.
Wenn eine Schallabsorption über einen breiten Frequenzbereich erwünscht ist, können
mehrere Gruppen unterschiedlich abgestimmter Röhrchenabsorber ineinander verschachtelt
werden. Ebenso kann die Kombination der erfindungsgemässen λ/4 Absorber mit herkömmlichen
Absorbern für gewisse Anwendungen durchaus sinnvoll sein.
[0014] Im bevorzugten Anwendungsgebiet sind die einzelnen röhrchenförmigen Resonatoren auf
ein Schallfeld im Bereich von 1 - 2 kHz abgestimmt, d.h. weisen eine der Viertelwellenlänge
entsprechende Länge von ca. 80 - 40 mm auf. In diesen λ/4-Resonatoren können sich
stehende Wellen ausbilden, die gegenüber der im Mündungsbereich reflektierten Wellenfront
gleicher Wellenlänge um λ/2 phasenverschoben sind und mit dieser destruktiv interferieren.
Um ein fahrzeugspezifisches Geräuschspektrum wirksam absorbieren zu können weist der
erfindungsgemässe λ/4-Absorber mindestens eine Gruppe von röhrchenförmigen Resonatoren
unterschiedlicher Länge auf. Dabei spielt es keine wesentliche Rolle, ob die Schallöffnungen
stirnseitig oder mantelseitig angebracht sind.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform sind die einzelnen Resonatoren auf einer Fläche
liegend verteilt. Die Wirksamkeit des aufgezeigten Mechanismus hängt wesentlich auch
von der schallreflektierenden Eigenschaft des den Hohlraum bildenden Materials ab.
Weiche und nachgiebige Materialen führen zu Verlusten bei der Reflexion und beeinträchtigen
den obigen Absorptionsmechanismus. Es versteht sich deshalb, dass für die erfindungsgemässen
Resonatoren nur luftdichte, glatte und schallharte, d.h. gut schallreflektierende
Materialien in Frage kommen.
[0016] In einer besonderen Ausführungsform sind die λ/4-Resonatoren aus einer Blech- oder
Kunststoffolie geformt. Durch die Anordnung der Resonatoren in Gruppen können diese
fliesenartig am Fahrzeug befestigt und derart ausgerichtet werden, dass sich allfällige
Verunreinigungen durch Wasser oder Öl nicht verfangen können, d.h. direkt wieder ausfliessen
können. Die Montage dieser erfindungsgemässen Schallabsorber kann mit bekannten Mitteln
erfolgen. Durch das Aufbringen der schallharten Absorber werden zu Schwingungen und
Vibrationen neigende Fahrzeugteile zusätzlich versteift und gedämpft.
[0017] In einer anderen Ausführungsform sind die Hohlräume direkt in eine schallharte Matrix,
vorzugsweise in eine leichtgewichtige Matrix aus Kunststoff, Metall oder Keramik eingeformt.
[0018] Die Vorteile der erfindungsgemässen Vorrichtung sind dem Fachmann unmittelbar ersichtlich
und liegen insbesondere in der Schaffung eines gezielt abstimmbaren und leichtgewichtigen
Absorbers mit geringer Bauhöhe. Ausserdem lässt sich dieser Absorber in stark verschmutzenden
Umgebungen einsetzen, ist nicht feuchtigkeitsempfindlich und lässt sich kostengünstig
herstellen. Als besonderer Vorteil erweisen sich diese Eigenschaften bei der Fahrzeugmontage.
Dabei können diese Schallabsorber zusammen mit dem Fahrzeugchassis in ein Farbbad
getaucht werden ohne dieses zu verschmutzen und ohne selber Schaden zu nehmen.
[0019] Im folgenden soll die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen und mit Hilfe der
Figuren näher erläutert werden. Dabei zeigen:
- Fig. 1a-d
- erfindungsgemässe Anordnungen zwischen einem röhrchenförmigen Absorber und einer schallreflektierenden
Fläche;
- Fig. 2
- wabenförmige Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung;
- Fig. 3a,b
- flächige Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung;
- Fig. 4a,b
- ziegelartige Ausführungsformen der erfindungsgemässen Vorrichtung;
- Fig. 5
- bevorzugte Verteilung unterschiedlich langer Resonatoren.
Die Figuren 1a bis 1d zeigen die grundsätzliche Anordnung der Resonatoren in Bezug
auf die schallreflektierende Fläche A. In Figur la steht der λ/4-Resonator senkrecht
zur schallreflektierenden Fläche A. Dabei liegt seine Mündungsöffnung A
o in dieser Fläche A. Es lässt sich experimentell nachweisen, dass die Schallabsorption
in dem Masse nachlässt, in dem die Mündungsöffnung A
o die schallreflektierende Fläche A überragt. Erfindungsgemäss kann der Resonator 3
aber auch schräg oder dachziegelartig zur schallreflektierenden Fläche A stehen. Damit
kann die Baudicke des gesamten Resonators reduziert werden. Diese Anordnung bietet
sich insbesondere wegen deren einfachen Herstellungsweise an und eignet sich für die
Verwendung als modulartiger Bausatz. Die Länge der einzelnen Resonatoren 3 und deren
Durchmesser kann den gewünschten Absorptionseigenschaften in einfacher Weise angepasst
werden. Eine bevorzugte Anordnung ist in Figur lc ersichtlich. Hier liegen die Resonatoren
3 parallel auf der schallreflektierenden Fläche A. Diese Anordnung funktioniert erfindungsgemäss,
d.h. erzeugt im Bereich A
w lokal eine starke Luftströmung. Die in Figur ld dargestellte Anordnung entspricht
derjenigen aus Figur lc, ist in der Praxis jedoch einfacher herzustellen. Dabei kann,
wie in Figur lc dargestellt, die Schallöffnung A
o des Resonators 3 an dessen Stirnseite liegen oder kann, wie in Figur ld gezeigt,
im Mantel des röhrchenförmigen Resonators 3 angebracht sein. Es versteht sich, dass
die Querschnittfläche des Resonators 3 jede beliebige Form aufweisen kann und insbesondere
die Resonatoren 3 selbst nicht notwendigerweise einen geradlinigen Verlauf haben müssen,
sondern auch mit einem gekrümmten Verlauf ausgebildet sein können.
[0020] Figur 2 zeigt eine einfache Ausführungsform des erfindungsgemässen Schallabsorbers
in Aufsicht. Eine Gruppe von Resonatoren 10 sind als gerade Hohlkörper ausgebildet,
die entweder stirnseitig 13 oder bodenseitig 15 eine Schallöffnung aufweisen. Die
wabenförmige Grundfläche 12 erlaubt eine flächendeckende Beschichtung. Bei dieser
ca. 100 mm breiten Ausführungsform weisen die einzelnen Resonatoren 10 eine Länge
von 43 mm bis 84 mm auf, d.h. sind auf Frequenzen zwischen 1 und 2 kHz abgestimmt.
Diese λ/4-Absorber lassen sich beispielsweise aus hartem und glattem Kunststoff herstellen
oder aus Blechfolien formen.
[0021] Figur 3a zeigt eine schachtelförmige Ausführungsform aus einem extrudierten Kunststoff-Formteil
16. Der Querschnitt der einzelnen Resonatoren 10 ist hier annähernd rechteckig. Die
schallwirksamen Mündungsöffnungen 17 sind mantelseitig angebracht. In dieser Ausführungsform
können die Stirnwände 18 der Resonatoren 10 in gewünschter Weise verschoben werden.
Dies erlaubt eine gezielte Optimierung der akustischen Absorptionswirksamkeit. Es
versteht sich, dass auch diese λ/4-Absorber in mehreren Schichten angeordnet sein
können.
[0022] In Figur 3b ist eine Ausführungsform dargestellt, bei welcher die Resonatoren 16
im wesentlichen aus zwei Formteilen 7, 9 aufgebaut sind. Ein erstes Formteil 7 ist
vorzugsweise aus Aluminium gefertigt und weist parallel zu einander verlaufende Rippen
8 auf. Dieses Formteil 7 kann direkt aus Aluminiumschaum oder aus einem Aluminiumblech
geformt sein. Die Rippen 8 dieses Formteils 7 sind mit einem zweiten Formteil 9, insbesondere
einer Folie oder einem Blech, vorzugsweise aus Aluminium, abgedeckt und bilden gemeinsam
die erfindungsgemässen Hohlkörper 6. Die Öffnungen 5 können aus dem zweiten Formteil
9 ausgestanzt sein. Einfacherweise werden nach dem Zusammenfügen der beiden Formteile
7, 9 Teilbereiche des zweiten Formteils 9 so in die Hohlkörper 6 eingedrückt, dass
Resonatoröffnungen 5 entstehen und gleichzeitig, zwischen den einzelnen Resonatoren
6 Stirnwände 4 gebildet werden. Die Stirnwände 4 können aber auch direkt in das erste
Formteil 7 eingeformt sein. Eine derartige Ausführungsform lässt sich problemlos an
die jeweils gewünschten Konturen anpassen und ist deshalb kostengünstig. Es versteht
sich, dass durch das Einformen von Rippen und Stirnwänden im ersten Formteil 7, dieses
eine hohe mechanische Eigensteifigkeit erhält und damit auch mit relativ dünnem Material
die gewünschte akustische Schallhärte erzielt werden kann.
[0023] Figur 4a zeigt eine weitere modulare Ausführungsform des erfindungsgemässen λ/4-Absorbers.
Dieser besteht aus blockartigen Bauteilen 25, in welchen die röhrchenförmigen Resonatoren
27 liegen. Diese können nachträglich ausgebohrt oder mit einem entsprechenden Spritzgussverfahren
direkt ausgeformt werden. In einer bevorzugten Form verlaufen die Hohlräume der Resonatoren
27 parallel zur Blockgeometrie und werden diese Blöcke 25 bei der Montage dachziegelartig
aufeinander gelegt und fixiert. Es versteht sich, dass die optimale Dimensionierung
der röhrchenförmigen Resonatoren 23 im Bereich des fachmännischen Könnens liegt. Ebenso
können für die Herstellung dieser λ/4-Absorberblöcke verschiedene schallharte Materialien
verwendet werden. So kommen für den Fahrzeugbau vorerst nur leichtgewichtige Materialien,
wie harte Kunststoffe, offen- oder geschlossenporige Schäume, insbesondere Aluminiumschaum,
beschichtete Papiere oder Folien, insbesondere Aluminiumfolien in Betracht. Für andere
Anwendungen, z.B. im Gebäude- oder Strassenbau, können selbstverständlich die dort
üblichen Materialien eingesetzt werden, so lange auf eine glatte und schallharte Oberfläche
innerhalb der Resonatoren geachtet wird.
[0024] In einer Variante dieser Ausführungsform gemäss Figur 4b verlaufen die Resonatoren
27 schräg zur Blockgeometrie. Dabei kann selbstverständlich die Winkelstellung der
einzelnen Resonatoren zueinander verschieden sein.
[0025] Figur 5 zeigt eine schematische Darstellung zur Verteilung der verschieden langen
Resonatoren. Dabei liegen die Schallöffnungen 21, 22, 23, 24 der einzelnen Resonatoren
jeweils auf dem Knotenpunkt eines Netzes, welches im wesentlichen auf gleichschenkligen
Dreiecken aufgespannt ist. Aus der Figur 5 wird deutlich, dass bei dieser Konfiguration
die Wechselwirkungszone A
w der für eine bestimmte Wellenlänge angelegten λ/4-Absorber nicht wesentlich überlappen
und eine flächendeckende Anordnung der wellenlängenabhängigen Wechselwirkungszonen
A
w erreicht wird.
[0026] Es versteht sich, dass aus der Beschreibung der Wirkungsweise vom Fachmann viele
verschiedene Ausführungsformen und Anwendungsgebiete in Betracht gezogen werden. So
stellt die Minderung von Fahrzeuglärm nach Aussen eine wichtige Aufgabe dar, für welche
der Fachmann Schallabsorber in die unmittelbare Nähe der schallerzeugenden Aggregate,
insbesondere um den Motor und das Getriebe anordnet. Die höchsten und damit störendsten
Schalldrücke werden von diesen Aggregaten im Frequenzbereich von 1-2 kHz erzeugt.
Wenn man für die Schallfortpflanzungsgeschwindigkeit einen Wert von 340 m/s einsetzt,
ergibt dies λ/4-Resonatoren mit einer Länge von 85-42,5 mm. Resonatorengruppen in
diesem Längenbereich und mit einer Querschnittsfläche von 0,25 bis 2 cm
2 können kostengünstig hergestellt werden, indem eine Kunststoff- oder Metallfolie
derart verformt wird, dass sich halbröhrchenförmige Senken bilden und diese geformte
Folie gegen eine Trägerschicht- oder Trägerplatte montiert resp. aufgeklebt wird.
Derartig geformte Resonatoren sind auch noch bei Verwendung dünner Folien wegen der
inhärenten Steifigkeit gekrümmter Flächen schallhart und weisen als Resonatoren einen
hohen Qualitätsfaktor auf.
[0027] Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet im Bereich der Fahrzeugakustik besteht in
der Minderung des in der Fahrzeugzelle erzeugten Innenlärms. Dazu können die erfindungsgemässen
Resonatoren resp. die oben genannten mit röhrchenförmigen Senken versehenen Folien
auf die Innenfläche der Wände oder des Daches von bspw. Kastenwagen geklebt werden.
Dabei wirken die λ/4-Resonatorfolien zusätzlich versteifend und erzeugen bei geeigneter
Wahl des Klebers auch eine schwingungsdämpfende Wirkung.
[0028] Ein besonderes technisches Problem im Fahrzeugbau bilden Hohlräume, die durch den
besonderen Aufbau des Chassis entstehen. Dabei muss insbesondere den Hohlräumen in
Türen zwischen Blech und Verkleidung besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Auch
in diesem Bereich kann die erfindungsgemässe λ/4-Absorberfolie sowohl auf das Türblech
als auch auf die Türverkleidung aufgebracht werden. Beim Verkleben mit dem Türblech
kann wiederum von der versteifenden und schwingungsdämpfenden Wirkung profitiert werden.
[0029] Die erfindungsgemässen Absorber sind, ihrer Konzeption entsprechend, in erster Linie
für Anwendungen geeignet, in welchen der störende und zu absorbierende Lärm in einem
beschränkten Frequenzbereich auftritt. Insbesondere erzeugen Getriebe oder Zahnriemen,
welche bei konstanter Geschwindigkeit laufen, Gebläse von Ventilatoren, elektrische
Motoren oder Propellermotoren bei Flugzeugen, Lärmquellen mit einem genau definierten
schmalen Frequenzbereich.
[0030] Die Verwendung der erfindungsgemässen Absorber an schallisolierenden Wänden, wie
sie manchmal seitlich von Autobahnen aufgestellt werden, soll hier nur am Rand erwähnt
werden. Dazu würden sich die Ausführungsformen mit der extrudierten Platte oder den
modularen Ziegeln besonders eignen. Ein analoger Einsatz der erfindungsgemässen Absorber
ist auch für schallabsorbierende Auskleidungen von Verkehrstunnels denkbar. Es versteht
sich, dass die Verwendung der erfindungsgemässen Absorber nicht auf den Fahrzeugbereich
eingeschränkt werden soll. So ist deren Einsatz auch in Schwimm- oder Sporthallen
oder in Fabriken als Wand- oder Deckenverkleidung denkbar.
1. Schallabsorber bestehend aus mehreren röhrchenförmigen, mindestens eine Schallöffnung
(13) aufweisende Resonatoren (10), und mit einer schallreflektierenden Fläche (A),
wobei die Schallöffnungen (13) an die schallreflektierende Fläche (A) angrenzen, dadurch
gekennzeichnet, dass zur Bildung von Bereichen, in denen eine destruktive Interferenz
zwischen einer an der schallreflektierenden Fläche (A) reflektierten Welle und einer
im röhrchenförmigen Resonator (10) phasenverschobenen Welle stattfinden kann, die
jeweiligen Schallöffnungen (13) um mindestens den Radius der dazugehörigen Wechselwirkungszone
(Aw) voneinander beabstandet sind, also die Wechselwirkungszonen (Aw) nicht wesentlich überlappen, und dass diese Wechselwirkungszonen (Aw) möglichst flächendeckend über die schallreflektierende Fläche (A) verteilt sind.
2. Schallabsorber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die röhrchenförmigen
Resonatoren (10) unterschiedliche Länge aufweisen.
3. Schallabsorber nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schallöffnungen
stirnseitig der röhrchenförmigen Resonatoren angebracht sind.
4. Schallabsorber nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schallöffnungen
mantelseitig der röhrchenförmigen Resonatoren angebracht sind.
5. Schallabsorber nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die
Schallöffnungen verschieden gross sind.
6. Schallabsorber nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die
Resonatoren (10) im montierten Zustand nach unten offen sind.
7. Schallabsorber nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die
Resonatoren zur Fläche (A) parallel angeordnet sind.
8. Schallabsorber nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die
Resonatoren in eine schallharte Matrix (16,25) oder in schallharte Formteile (7,9)
eingeformt sind.
9. Schallabsorber nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die schallharte Matrix
oder jedes der Formteile aus Kunststoff oder einem Leichtmetall besteht.
10. Schallabsorber nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens
die Innenseite der röhrchenförmigen Resonatoren (10) eine glatte Oberfläche aufweist.
1. Sound absorber comprising several tubular resonators (10) having at least one sound
aperture (13), and with a sound-reflecting surface (A), whereby the sound apertures
(13) are adjacent to the sound-reflecting surface (A),
characterized in that, for forming areas in which a destructive interference can occur
between a wave reflected off the sound-reflecting surface (A) and a wave being phase-shifted
in the tubular-resonator (10), the respective sound apertures (13) are spaced from
each other at least by the radius of the corresponding interaction region (Aw), that is they do not substantially overlap the interaction regions (Aw), and that these interaction zones (Aw) are distributed so as to cover the largest surface possible of the sound reflecting
surface (A).
2. Sound absorber according to claim 1, characterized in that the tubular resonators
(1) are of different lengths.
3. Sound absorber according to claim 1 or 2, characterized in that the sound apertures
are located in the end surface of the tubular resonators.
4. Sound absorber according to claim 1 or 2, characterized in that the sound apertures
are located in the lateral surface of the tubular resonators.
5. Sound absorber according to any of claims 1 to 4, characterized in that the sound
apertures are of different sizes.
6. Sound absorber according to any of claims 1 to 5, characterized in that the resonators
(10) in the mounted state are open at the bottom.
7. Sound absorber according to any of claims 1 to 6, characterized in that the resonators
are arranged parallel to the surface (A).
8. Sound absorber according to any of claims 1 to 7, characterized in that the resonators
are formed in an acoustically hard matrix (16, 25) or in acoustically hard shaped
parts (7, 9).
9. Sound absorber according to claim 8, characterized in that the acoustically hard matrix
or each of the shaped parts consists of plastic or a light metal.
10. Sound absorber according to any of claims 1 to 9, characterized in that at least the
inside of the tubular resonators (19) has a smooth surface.
1. Amortisseur de bruit constitué par plusieurs résonateurs (10) en forme de petits tubes,
possédant au moins une ouverture (13) de passage du son, et une surface de réflexion
acoustique (A), les ouvertures (13) de passage du son jouxtant la surface de réflexion
acoustique (A), caractérisé en ce que pour la formation de zones, dans lesquelles
une interférence destructrice peut se produire entre une onde réfléchie sur la surface
de réflexion acoustique (A) et une onde déphasée dans le résonateur en forme de petit
tube (10), les ouvertures respectives (13) de passage du son sont séparées l'une de
l'autre par au moins le rayon de la zone d'interaction (Aw) qui y est associée, c'est-à-dire ne chevauchent pas de façon conséquente les zones
d'interaction (Aw), et que ces zones d'interaction (Aw) sont réparties autant que possible avec recouvrement au-dessus de la surface de
réflexion acoustique (A).
2. Amortisseur de bruit selon la revendication 1, caractérisé en ce que les résonateurs
en forme de petits tubes (10) possèdent des longueurs différentes.
3. Amortisseur de bruit selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les ouvertures
acoustiques sont disposées sur le côté frontal des résonateurs en forme de petits
tubes.
4. Amortisseur de bruit selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les ouvertures
de passage du son sont formées dans l'enveloppe des résonateurs en forme de petits
tubes.
5. Amortisseur de bruit selon les revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les ouvertures
pour le passage du son ont des tailles différentes.
6. Amortisseur de bruit selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que les
résonateurs (10) sont ouverts vers le bas à l'état monté.
7. Amortisseur de bruit selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que les
résonateurs sont disposés parallèlement à la surface (A).
8. Amortisseur de bruit selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que les
résonateurs sont formés dans une matrice réverbérante (16, 25) ou dans des pièces
moulées réverbérantes (7, 9).
9. Amortisseur de bruit selon la revendication 8, caractérisé en ce que la matrice réverbérante
ou chacune des pièces moulées est réalisée en matière plastique ou en un métal léger.
10. Amortisseur de bruit selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce qu'au
moins le côté intérieur des résonateurs en forme de petits tubes (10) possède une
surface lisse.