[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Antriebseinheit für elektrische Schienenfahrzeuge
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs. Eine solche Antriebseinheit ist durch die
DE-OS 21 06 662 bekannt.
[0002] Besonders bei schnellfahrenden Fahrzeugen sollen die Massen unabgefederter Bauteile
so gering wie möglich gehalten werden, stark zur Schonung des Fahrweges beitragen
und auf das Fahrverhalten Einfluß nehmen. Für Hochgeschwindigkeitsfahrzeuge haben
sich deshalb allgemein vollabgefederte Antriebe durchgesetzt. In der Regel werden
dazu die Fahrmotoren zusammen mit den Zahnradgetrieben in Drehgestellrahmen eingebaut,
und die Drehmomentübertragung zwischen Getriebe und den ungefederten Radsätzen (Welle
mit Rädern) wird so gestaltet, daß Relativbewegungen im Rahmen der Federspiele aufgenommen
werden können.
[0003] Demgegenüber steht der einfach aufgebaute klassische Tatzrollenlagerantrieb, dessen
hervorstechendster Nachteil jedoch durch erhebliche Rückwirkungen des hohen Anteils
unabgefederter Massenkräfte infolge der direkten, starren Abstützung auf der Radsatzwelle
gegeben ist. Diese Rückwirkungen verschlechtern die Fahrdynamik derart, daß Tatzrollenantriebe
für höhere Fahrgeschwindigkeiten wenig geeignet sind. Eine Beweglichkeit quer zur
Fahrtrichtung (y-Beweglichkeit) der Radsatzwelle besteht bei diesen Antrieben nicht.
[0004] Mit der aus der eingangs erwähnten DE-OS 21 06 662 bekannten Antriebseinheit werden
die vollabgefederten Antriebe in Richtung unabgefederter Antriebe vereinfacht und
die Vorteile beider Antriebsarten in einem günstigen Antriebssystem kombiniert, das
durch Quernachgiebigkeit die Massenkräfte bei tatzlagerähnlichen Antrieben reduziert.
[0005] Bei dieser Antriebseinheit nach der DE-OS 21 06 662 stützt sich die Hohlwelle, auf
der das Großrad des Getriebes sitzt und die die Welle des Radsatzes umfaßt, über eine
Gelenkhebelkupplung auf dem Treibrad ab. Eine solche Gelenkhebelkupplung benötigt
jedoch verhältnismäßig viel Platz. Sie läßt zwar über eine Auslenkung der Gelenkhebel
eine axiale Beweglichkeit zu, die sich jedoch nachteilig in Form von federnden Rückstellkräften
bemerkbar macht. Diese Rückstellkräfte wiederum führen zu unerwünschten axialen Schwingungen
der Gelenkhebel und damit der Antriebseinheit.
[0006] Nach der DE 34 38 088 C1 ist zur Kraftübertragung zwischen einer die Treibachse eines
elektrischen Schienenfahrzeuges umfassenden Hohlwelle und einem Treibrad eine gummielastische
Kupplung vorgesehen, die zwischen einer auf der Hohlwelle sitzenden Scheibe und einer
am Treibrad angeschraubten Kupplungsscheibe zwischen zwei Metallringen angeordnet
ist. Dabei ist das Treibrad zu beiden Seiten der Radscheibe ringscheibenartig ausgespart.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Antriebseinheit der eingangs angegebenen
Art derart auszugestalten, daß die als Aufstands- und Gelenkpunkt bei der Verminderung
der Auswirkungen von Massenkräften dienende, zwischen der Nabe des Hohlwellenstummels
und der Flanke eines der Räder des Radsatzes angeordneten Kupplung eine axiale (d.h.
quer zur Fahrtrichtung mögliche) Beweglichkeit ohne störende Rückstell- oder Federkräfte
aufweist, dafür aber in radialer Richtung starr bleibt. Dabei soll die Kupplung eine
leichte Montage ermöglichen und möglichst platzsparend ausführbar sein.
[0008] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die im Patentanspruch gekennzeichneten
Merkmale gelöst.
[0009] Vorteilhafterweise läßt die nur halb als Bogenzahnkupplung ausgebildete Kupplung
ein größeres axiales Spiel ohne schädliche Rückstellkräfte zu, während sie radial
steif ist. Dabei bleibt der Vorteil der Reduktion der Auswirkung der Massekräfte der
Antriebseinheit voll gewahrt. Darüberhinaus ist die Kupplung radseitig platzsparend
und leicht an dem naheliegenden, als Scheibenrad ausgebildeten Treibrad montierbar.
Auch ist insgesamt die Montage und Demontage der Antriebseinheit einfach, weil der
vormontierte Radsatz leicht in die Hohlwelle einschiebbar ist.
[0010] Anhand eines schematischen Ausführungsbeispieles wird die Erfindung im nachstehenden
näher erläutert.
[0011] Die Figur der Zeichnung zeigt einen Antrieb mit integriertem Fahrmotor 1, der nur
B-seitig ein komplettes Lagerschild aufweist, dagegen A-seitig in das Getriebe integriert
mit diesem zusammengefaßt gelagert ist. Dazu ist der Rotor 2 mit seiner Rotorwelle
2a über eine axial- und winkelmäßig welche, jedoch radial harte Membrankupplung 3
an eine Ritzelwelle 4 gekuppelt, die in einem starren Getriebegehäuse 5 gelagert ist.
Für die mit der Ritzelwelle 4 gekuppelte Rotorwelle 2a liegt eine Dreipunktlagerung
vor. Das Getriebegehäuse 5 steht in direktem Kraft- und Formschluß (Verschraubung)
mit dem Ständergehäuse des Fahrmotors in exakter Lageposition und schließt auch ein
Großrad 6 mit ein, das von der Ritzelwelle 4 angetrieben wird. Das umlaufende Großrad
6 ist mit einer Nabe 7 verbunden, die im umschließenden starren Getriebegehäuse 5
über außen am Nabenumfang angreifende Rollenlager 8 abgestützt ist und als Hohlwellenstummel
die Welle 9 eines zwei Räder 10 bzw. 10a aufweisenden Radsatzes mit definiert radialem
Spiel umgibt. Die Räder 10, 10a sind zur Massenreduzierung als Scheibenräder ausgeführt.
Die im Getriebegehäuse 5 gelagerte Nabe 7 ist mit dem Rad 10 über eine vorzugsweise
fettgeschmierte Kupplung 11 zentriert verbunden, deren Hälften lla und llb gegeneinander
winkelbeweglich sind und ein ein Drehmoment übertragendes Gelenk ohne Radialversatz,
jedoch axialer Beweglichkeit darzustellen.
[0012] Dazu ist hier die radseitige Kupplungshälfte 11a als Kupplungshülse mit innerer gerader
Verzahnung ausgebildet und über einen Kupplungsträger mit der Innenflanke des Scheibenrades
10 verbunden. Die nabenseitige Kupplungshälfte 11b weist eine bogenzahnförmige Außenverzahnung
auf und ist ebenfalls über einen Kupplungsträger mit der Nabe 7 verbunden. Das Kupplungssystem
dient als Gelenk der Antriebseinheit, wobei über seinen Beugepunkt Y sämtliche Bewegungen
des Radsatzes übernommen werden. Es ist natürlich auch möglich, die Kupplungshälfte
11a mit einer Außenverzahnung und die Kupplungshälfte 11b mit einer Innenverzahnung
zu versehen.
[0013] Mit 12 ist noch ein Lufteintrittsstutzen für eine A-seitige Motorbelüftung bezeichnet.
Bei diesem Antrieb sind weiterhin bewährte Konstruktionselemente, wie eine Ölschmierung
der Großradlagerung (8) und berührungslose Labyrinthdichtungen (13) zwischen Nabe
7 und Getriebegehäuse 5 vorgesehen. Das starre ungeteilte Getriebegehäuse 5 weist
weiterhin eine untere, hier nicht sichtbar, angeflanschte Ölwanne auf, die nach Abbau
eine Gehäuseöffnung freigibt, die für Montagearbeiten am Großrad 6 und/oder eines
Zwischenrades (z.B. für einen Bremsscheibeneinsatz) dient.
[0014] Den geeigneten Aufhängepunkt X für den Fahrmotor 1 am Drehgestellrahmen erhält man
aus einer Verlängerung einer Verbindungsgeraden zwischen zwei Festpunkten, von denen
der eine durch den zentralen Beugepunkt Y in der Kupplung 11 festliegt und der andere
Festpunkt der Gesamtschwerpunkt Z des Antriebssystems, einschließlich Fahrmotor 1,
ist. Noch freie Massenkräfte können über die Steifigkeit der Drehgestellaufhängung
und/oder eine zusätzliche Wankstütze aufgefangen werden.
[0015] Dadurch, daß sich die Radsatzwelle 9 in y-Richtung (d.h. quer zur Fahrrichtung) in
bestimmter Größe verschieben kann (axiale Beweglichkeit der Kupplung), werden Rückwirkungen
der Fahrmotormasse auf die Führungskräfte des Rades ausgeschaltet. Ebenso werden Querbeschleunigungen
des Rades bei Bogenfahrt oder Sinuslauf im Gleis nur noch bis zur Kupplungshälfte
11a weitergegeben, was Spurkranz- und Schienenverschleiß mindert. Als unabgefederte
Masse verbleibt bei Querbewegungen nur noch der Radsatz mit der anteiligen Kupplungshälfte
11a. Bei Vertikalfederungen der Räder kommt eine verringerte Mitnahme der Motormasse
positiv hinzu. Beim linken Rad 10 ergibt sich eine definierte Schwenkbewegung um den
Beugepunkt Y, ohne jegliche Belastung durch die Motormasse. Beim rechten Rad 10a reduziert
sich der Anteil der Motormasse durch den langen Hebelarm der Radsatzwelle 9.
[0016] Weitere Vorteile ergeben sich bei der Montage des Radsatzes 10/10a. Einerseits ist
die Radsatzwelle 9 mit dem Rad 10 einschließlich vormontierter Kupplungshulse (Kupplungshälfte
11ä) durch die Getriebe-Hohlwelle, d.h. durch die Nabe 7 zu fädeln. Andererseits ist
nur noch das Scheibenrad 10a aufzuziehen bis die Verzahnungen beider Kupplungshälften
11a und 11b in Eingriff kommen. Es entfallen zusätzliche aufwendige Montagen, wie
z.B. das Aufpressen von Großrad, Lagern und anderen Bauteilen.
[0017] Die Nabe 7 als Getriebehauptwelle kann auch leicht mit einem Bremsscheibenträger
gekoppelt werden. Bei einer Ausführung mit Bremsscheiben kommt ein Zwischenradgetriebe
zur Anwendung. Ein wesentlicher Vorteil bei einer Ausgestaltung des Antriebes mit
Bremsscheiben besteht darin, daß zum Ersatz verschlissener Bremsscheiben nicht der
Ausbau des Getriebes erforderlich wird, sondern daß es lediglich der wenig aufwendigen
Demontage des Radsatzes und der Bremsscheibe vom Bremsscheibenträger bedarf.
1. Antriebseinheit für elektrische Schienenfahrzeuge mit einem elektrischen Motor, einem
mechanischen Getriebe bestehend aus Ritzelwelle und Großrad und mit einem Radsatzantrieb,
bei der
- die Nabe des vom Fahrmotor über die Ritzelwelle angetriebenen Großrades eine auf
die Größe eines Hohlwellenstummels reduzierte Getriebe-Hohlwelle bildet, die auf einer
Seite der Welle des Radsatzes angeordnet ist und diese Welle mit definiertem Abstand
(Spiel) umgreift und
- von der Nabe unter Zwischenschaltung einer als Aufstands- und Gelenkpunkt dienenden
Kupplung, die - radial starr - Quer- und Winkelbewegungen zuläßt, eine übertragung
des Motordrehmoments über die Flanke eines der Räder des Radsatzes erfolgt,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Kupplung (11) Verwendung findet, von der die nabenseitige Kupplungshälfte
(11b) mit einer bogenzahnförmigen Außenverzahnung in die radseitige mit einer geraden
Innenverzahnung versehene und als Kupplungshülse ausgebildete Kupplungshälfte (11a)
eingreift,
und daß unter Verwendung von Scheibenrädern (10, 10a) für den Radsatz die radseitige
Kupplungshälfte (Kupplungshülse 11a) mit der Innenflanke des der Kupplung (11) naheliegenden
Scheibenrades (10) sowie die nabenseitige Kupplungshälfte (11b) mit der Nabe (7) jeweils
fest, aber lösbar über Kupplungsträger verbunden sind.
1. Drive unit for electric rail vehicles with an electric motor, a mechanical transmission
consisting of pinion shaft and greater wheel and with a wheelset drive, in which
- the hub of the greater wheel which is driven by the travel motor by way of the pinion
shaft, forms a transmission hollow shaft, which is reduced to the size of a quill
stub shaft and which is arranged at one side of the shaft of the wheelset and engages
around this shaft with a defined spacing (play) and
- a transmission of the motor torque takes place by way of the flank of one of the
wheels of the wheelset from the hub with interposition of a coupling which serves
as a stand-up and articulation point and which permits transverse and angular movements
which are radially non-yielding,
characterised thereby
that a coupling (11) finds use, of which the coupling half (11b) at the hub side engages
by a curved-tooth outer toothing in the coupling half (11a), which is at the wheel
side and is provided with a straight inner toothing and constructed as a coupling
sleeve,
and that in the case of use of disc wheels (10, 10a) for the wheelset the coupling
half (coupling sleeve 11a) at the wheel side and the coupling half (11b) at the hub
side are connected firmly, but detachably, by way of coupling supports respectively
with the inner flank of the disc wheel (10) adjacent to the coupling (11) and with
the hub (7).
1. Unité d'entraînement pour véhicules électriques sur rails, comportant un moteur électrique,
une transmission mécanique composée par un arbre de pignon et par une grande roue,
et comportant un entraînement d'essieu monté, dans laquelle :
- le moyeu de la grande roue, entraîné par le moteur au moyen de l'arbre du pignon,
forme un arbre creux de transmission réduit à la taille d'un bout d'arbre creux qui
est agencé d'un côté de l'arbre de l'essieu et qui entoure cet arbre avec un écartement
défini (jeu), et
- depuis le moyeu, en intercalant un accouplement servant de point de contact et d'articulation,
lequel - rigide en direction radiale - permet des mouvements transversaux et angulaires,
une transmission du couple du moteur est produite par l'intermédiaire du flanc de
l'une des roues de l'essieu,
caractérisée en ce que l'on utilise un accouplement (11) dont la moitié d'accouplement
(11b) située côté moyeu s'engage avec une denture extérieure en forme de denture arquée
dans la moitié d'accouplement (11a) située côté roue, réalisée sous forme de manchon
d'accouplement et pourvue d'une denture intérieure rectiligne,
et en ce qu'en utilisant des roues pleines (10, 10a) pour l'essieu, la moitié d'accouplement
(manchon d'accouplement 11a) située côté roue est reliée solidaire, mais détachable,
au flanc intérieur de la roue pleine (10) voisine de l'accouplement (11) et en ce
que la moitié d'accouplement (11b) côté moyeu est reliée solidaire, mais détachable,
au moyeu (7), au moyen de supports d'accouplement respectifs.