[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Anfahren eines Durchlaufdampferzeugers
mit einer eine Anzahl von Brennern für einen fossilen Brennstoff aufweisenden Brennkammer,
deren gasdichte Umfassungswand aus mindestens annähernd vertikal verlaufend angeordneten
Verdampferrohren gebildet ist, die mediumseitig von unten nach oben durchsetzt werden.
Sie bezieht sich weiter auf eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Während in einem Naturumlaufdampferzeuger ein im Umlauf geführtes Wasser-Wasserdampf-Gemisch
nur teilweise verdampft, führt bei einem Durchlaufdampferzeuger die Beheizung von
die gasdichten Umfassungswände einer Brennkammer bildenden vertikal angeordneten Verdampferrohren
zu einer vollständigen Verdampfung des Strömungsmediums in den Verdampferrohren in
einem Durchgang.
[0003] Üblicherweise wird dem Durchlauf strom des Verdampfers des Durchlaufdampferzeugers
- und häufig auch einem im Durchlaufdampferzeuger angeordneten rauchgasbeheizten Vorwärmer
oder Economizer - während des Anfahrens ein Umlaufstrom überlagert, um durch entsprechend
hohe Geschwindigkeiten in den Rohren diese sicher zu kühlen. Dabei beträgt der aus
Durchlauf strom und überlagertem Umlaufstrom bestehende Mindeststrom bei vertikal
angeordneten Rohren in den Umfassungswänden der Brennkammer zwischen 25 % und 50 %
des Volllaststroms. Dies bedeutet, daß beim Anfahrvorgang die Dampferzeugerlast erst
auf mindestens 25 % bis 50 % gesteigert werden muß, bevor der wirkungsgradmäßig günstige
Durchlaufbetrieb mit seinen hohen Dampfaustrittstemperaturen erreicht wird.
[0004] Wie aus der europäischen Patentschrift 0 054 601 B1 bekannt ist, wird daher üblicherweise
zum Anfahren und in einem unter einer bestimmten Grenzlast von 50 % der Vollast liegenden
Lastbereich die Menge des von einer Speisepumpe zu fördernden Strömungsmediums vorzugsweise
konstant gehalten. Dabei ist der Förderstrom der Speisepumpe gleich dem Verdampferdurchsatz.
Bei dieser Betriebsweise sind die mit dem Zünden eines ersten Brenners des Durchlaufdampferzeugers
beginnenden und mit Erreichen des Durchlaufbetriebs mit seinen hohen Dampftemperaturen
endenden Anfahrzeiten sehr lang. Dies hat verhältnismäßig hohe Anfahrverluste zur
Folge, da deren Höhe wesentlich von den Anfahrzeiten beeinflußt werden.
[0005] Auch bei dem aus der europäischen Patentanmeldung 0 439 765 bekannten Dampferzeuger
ist beim Anfahren im wesentlichen ein konstanter Speisewasserstrom vorgesehen. Gegen
Ende des Anfahrvorgangs kann bei diesem Dampferzeuger aber auch eine Variation des
Speisewasserstrom vorgesehen sein.
[0006] Im Zusammenhang mit den Bemühungen zur Steigerung des mittleren, auch den Anfahrvorgang
umfassenden Wirkungsgrades einer Kraftwerksanlage, insbesondere durch Realisierung
hoher und höchster Dampfzustände, kommt daher einer Reduzierung der Anfahrverluste
erhöhte Bedeutung zu. Weiterhin ist bei einer derartigen Kraftwerksanlage zu beachten,
daß der für den Anfahrvorgang zu installierende Umwälzkreislauf, der üblicherweise
mindestens eine Umwälzpumpe mit entsprechendem Zubehör oder einen Ablaufwärmetauscher
umfaßt, mit einem hohen technischen Aufwand verbunden ist und daher hohe Investitionskosten
erfordert. Diese Investitionskosten nehmen mit der Realisierung hoher und höchster
Dampfdrücke stark zu.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Betreiben eines Durchlaufdampferzeugers mit niedrigen Anfahrverlusten anzugeben.
Dies soll bei einer zur Durchführung des Verfahrens geeigneten Vorrichtung mit geringem
technischen Aufwand erreicht werden.
[0008] Bezüglich des Verfahrens wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der
Verdampferdurchsatz in Abhängigkeit von der dem oder jedem Brenner pro Zeiteinheit
zugeführten Brennstoffmenge eingestellt wird, wobei der Verdampferdurchsatz proportional
zur Feuerwärmeleistung in der Brennkammer eingestellt wird.
[0009] Mit anderen Worten: Da die auf Vollast, d.h. auf 100 % Last, bezogene prozentuale
Feuerungswärmeleistung als Ziel- oder Sollwert (setpoint) für den prozentualen Verdampferdurchsatz
gewählt wird, wird der Verdampferdurchsatz, d.h. die Menge des dem Verdampfer pro
Zeiteinheit zugeführten und diesen durchströmenden Mediums, bei erfindungsgemäßem
Vorgehen innerhalb eines engen Toleranzbandes eingestellt.
[0010] Die Erfindung geht dabei von der Erkenntnis aus, daß ein Durchlaufdampferzeuger auch
mit einer schnell steigenden Feuerleistung angefahren werden kann, da seine verhältnismäßig
dünnwandigen Bauteile große Temperaturänderungsgeschwindigkeiten zulassen. Aufgrund
der geringen Speichermasse des Verdampfers setzt eine rasche Dampfbildung ein, wodurch
zur Überhitzung erzeugten Dampfes vorgesehene Überhitzerheizflächen gut gekühlt werden.
[0011] Den herkömmlichen Anfahr-Verfahren für Durchlaufdampferzeuger lag dabei die Annahme
zugrunde, daß die Verdampferrohre der hochbeheizten Brennkammer nur dann gut gekühlt
werden, wenn die Mediumströmung in den Rohren turbulent ist, was eine entsprechend
hohe Massenstromdichte in den Rohren auch während des Anfahrvorganges voraussetzt.
[0012] Die Erfindung geht nun von der Überlegung aus, daß auch bei sehr niedrigen Massenstromdichten
und zugleich hohen Warmestromdichten ein sehr guter Wärmeübergang von einer Rohrwand
an das Strömungsmedium vorhanden ist, wenn sich eine sogenannte Ringströmung ausbildet.
Neuere Untersuchungen zum inneren Wärmeübergang in vertikalen Rohren haben überraschenderweise
auch bei sehr niedrigen Massenstromdichten die Ausbildung einer derartigen Ringströmung
bestätigt, bei der stets ein großer Wasseranteil im durch ein Wasser-Wasser/ Dampf-Gemisch
gebildeten Strömungsmedium an die Rohrwand transportiert wird. Dies führt auch bei
einem unterhalb von etwa 25 % des Vollaststromes, d.h. des Verdampferdurchsatzes bei
100 % Last, liegenden Mindeststrom zu dem erwähnten guten Wärmeübergang.
[0013] Das beschriebene wärmetechnische Phänomen wird bei dem Verfahren zum Betreiben eines
Durchlaufdampferzeugers während des Anfahrens insbesondere dann besonders günstig
umgesetzt, wenn ausgehend von einem Mindestdurchsatz des Verdampfers von weniger als
15 %, vorzugsweise weniger als 10 %, z.B. 5 % des Vollastdurchsatzes der Verdampferdurchsatz
nur in einer schmalen Bandbreite von der prozentualen, auf Vollast bezogenen Feuerungswärmeleistung
abweicht.
[0014] Zu Beginn des Anfahrvorgangs wird zweckmäßigerweise der Verdampferdurchsatz auf 5
% bis 10 % des Vollast-Durchsatzes begrenzt. Dadurch ist von Anfang an eine gleichmäßige
Aufwärtsströmung in allen Verdampferrohren gewährleistet. Nach dem Zünden des ersten
Brenners wird der Verdampferdurchsatz derart eingestellt, daß der auf den Vollast-Durchsatz
bezogene prozentuale Verdampferdurchsatz innerhalb einer bestimmten Bandbreite gleich
der auf Vollast bezogenen prozentualen Feuerungswärmeleistung ist. Dabei erstreckt
sich die Bandbreite vorzugsweise zwischen 3 bis 8 % oberhalb und zwischen 2 bis 3
% unterhalb der über die Zeit ansteigenden, prozentualen Feuerungswärmeleistung. Diese
Bedingung einer asymmetrischen Bandbreite gilt insbesondere für eine Feuerungswarmeleistung,
bei der eine stabile Verbrennung sichergestellt ist.
[0015] Bezüglich der Vorrichtung zum Anfahren eines Durchlaufdampferzeugers mit einer eine
Anzahl von Brennern für einen fossilen Brennstoff aufweisenden Brennkammer, deren
gasdichte Umfassungswand aus mindestens annähernd vertikal verlaufend angeordneten
Verdampferrohren gebildet ist, die mediumsseitig von unten nach oben durchströmbar
sind, wird die genannte Aufgabe gelöst durch einen Reglerbaustein zur Einstellung
der Menge des dem Verdampfer pro Zeiteinheit zugeführten Mediums in Abhängigkeit von
der dem oder jedem Brenner pro Zeiteinheit zugeführten Brennstoffmenge. Dabei ist
die durch eine vom Reglerbaustein ermittelte Stellgröße bestimmte Verdampferdurchsatzrate
proportional zur aus der Brennstoffmenge ermittelten Feuerwärmeleistung. Der Reglerbaustein
ist dabei verbunden mit einem in eine in den Verdampfer führende Speisewasserleitung
geschalteten Stellglied und mit einem in eine an den oder jeden Brenner führenden
Brennstoffleitung geschalteten zweiten Durchflußmeßfühler.
[0016] Zwar ist aus der Druckschrift EP-A-0 308 596 eine Einrichtung zur Regelung der Speisewassermenge
einer Naturumlauf-Dampferzeugeranlage bekannt, bei der einem Reglerbaustein ein eine
den Brenner zugefilterte Brennstoffmenge charakterisierender Meßwert zuführbar ist.
Aus dieser Druckschrift geht jedoch nicht hervor, wie ein vom Reglerbaustein ermittelter
Sollwert für die Speisewassermenge von der Feuerwärmeleistung abhängen könnte.
[0017] Die Regelgröße ist zweckmäßigerweise der Verdampferdurchsatz, d.h. die Menge der
den Verdampfer mediumseitig pro Zeiteinheit zugeführten Speisewassers. Vorteilhafterweise
ist der Reglerbaustein mit einem in die Speisewasserleitung geschalteten Durchflußmeßfühler
verbunden.
[0018] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß durch einen
mit der Feuerungswärmeleistung gleichmäßig ansteigenden Verdampferdurchsatz während
eines Anfahrvorgangs eines Durchlaufdampferzeugers die Anfahrverluste sinken, da bereits
bei niedriger Last ein wirkungsgradmäßig günstiger Durchlaufbetrieb erreicht wird.
Dabei können vorteilhafterweise die Umwälzpumpen oder Ablaufwärmetauscher entfallen,
so daß die Investitionskosten reduziert und die Anlagenverfügbarkeit erhöht sind.
[0019] Da auch eine Rückführung von abgeschiedenem Wasser aus einer dem Verdampfer nachgeschalteten
Wasser-Dampf-Trenneinrichtung in eine Stelle zwischen Speisepumpe und Verdampfer entfällt,
ist bei einer Schaltung ohne Umwälzpumpe die Einstellung des Anfahrvorgangs wesentlich
vereinfacht. Dadurch werden Schwankungen der Enthalpie bei Eintritt des Wasserstroms
in den Verdampfer und damit auch Schwankungen des aus dem Verdampfer austretenden
Wasserstroms vermieden.
[0020] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Darin zeigen:
- Figur 1
- schematisch einen Durchlaufdampferzeuger mit vertikalem Gaszug und einer Anfahr-Regelvorrichtung,
und
- Figur 2
- ein Anfahr-Diagramm für einen Verdampferdurchsatz und eine Feuerwärmeleistung.
[0021] Der vertikale Gaszug des Dampferzeugers 1 gemäß Figur 1 mit rechteckigem Querschnitt
ist durch eine Umfassungswand 2 gebildet, die am Unterende des Gaszugs in einen trichterförmigen
Boden 3 übergeht. Verdampferrohre 4 der Umfassungswand 2 sind an ihren Längsseiten
gasdicht miteinander verbunden, z.B. verschweißt. Der Boden 3 umfaßt eine nicht naher
dargestellte Austragsöffnung 3a für Asche.
[0022] Der untere Bereich der Umfassungswand 2 bildet die mit einer Anzahl von Brennern
5 versehene Brennkammer 6 des Durchlaufdampferzeugers 1.
[0023] Die mediumseitig, d.h. von Speisewasser oder einem Wasser/Wasser-Dampf-Gemisch, von
unten nach oben parallel - oder bei Verdampferrohrgruppen hintereinander - durchströmten
Verdampferrohre 4 der Umfassungswand 2 sind mit ihren Eintrittsenden an einen Eintrittssammler
8 und mit ihren Austrittsenden an einen Austrittssammler 10 angeschlossen. Der Eintrittssammler
8 und der Austrittssammler 10 befinden sich außerhalb des Gaszugs und sind z.B. jeweils
durch ein ringförmiges Rohr gebildet.
[0024] Der Eintrittssammler 8 ist über eine Leitung 12 und einen Sammler 14 mit dem Ausgang
eines Hochdruck-Vorwarmers oder Economizers 15 verbunden. Die Heizfläche des Economizers
15 ist in einem oberhalb der Brennkammer 6 liegenden Raum der Umfassungswand 2 angeordnet.
Der Economizer 15 ist eingangsseitig über einen Sammler 16 mit einem Speisewasserbehälter
18 verbunden, der in nicht näher dargestellter Art und Weise über einen Kondensator
mit einer Dampfturbine verbunden und somit in deren Wasser-Dampf-Kreislauf geschaltet
ist.
[0025] Der Austrittssammler 10 ist über ein Wasser-Dampf-Trenngefäß 20 und eine Leitung
22 mit einem Hochdruck-Überhitzer 24 verbunden, der innerhalb der Umfassungswand 2
zwischen dem Economizer 15 und der Brennkammer 5 angeordnet ist. Der Hochdruck-Überhitzer
24 ist während des Betriebs ausgangsseitig über einen Sammler 26 mit einem Hochdruckteil
der Dampfturbine verbunden. Zwischen dem Hochdruck-Überhitzer 24 und dem Economizer
15 ist innerhalb der Umfassungswand 2 ein Zwischenüberhitzer 28 vorgesehen, der über
Sammler 30, 32 zwischen dem Hochdruckteil und einem Mitteldruckteil der Dampfturbine
geschaltet ist.
[0026] In die Speisewasserleitung 17 sind in Strömungsrichtung des Speisewassers S aus dem
Speisewasserbehälter 18 hintereinander eine motorbetriebene Speisewasserpumpe 34 und
ein mittels Dampf D beheizter Wärmetauscher 36 zur Speisewasservorwärmung sowie ein
Ventil 38 und ein Durchflußmeßfühler 40 geschaltet. Der Durchflußmeßfühler 40 dient
zur Ermittlung der pro Zeiteinheit über die Speisewasserleitung 17 geführten Menge
an Speisewasser S. Die pro Zeiteinheit über die Leitung 17 geführte Menge des Speisewassers
S entspricht der dem aus den Verdampferrohren 4 bestehenden Verdampfer zugeführten
Speisewassermenge und somit dem Verdampferdurchsatz.
[0027] Ein weiterer Durchflußmeßfühler 42 ist in eine Brennstoffleitung 44 geschaltet, die
über Teilleitungen 46 in die Brenner 5 mündet. In die Brennstoffleitung 44 ist ein
Ventil 48 zur Einstellung der dem oder jedem Brenner 5 pro Zeiteinheit zugeführten
Menge an Brennstoff B geschaltet.
[0028] Die Durchflußmeßfühler 40 und 42 sind über Signalleitungen 50 und 52, in die Wandler
51 bzw. 53 geschaltet sind, mit einem Reglerbaustein 54 verbunden. Der Reglerbaustein
54 ist über eine Leitung 56 mit dem Ventil 38 verbunden. Der Reglerbaustein 54 kann
alternativ auch über eine gestrichelt dargestellte Leitung 56' mit der motorbetriebenen
Speisewasserpumpe 34 verbunden sein. Der Reglerbaustein 54 und die Durchflußmeßfühler
40, 42 sowie das zur Einstellung der Menge des Speisewassers S dienende Ventil 38
sind Bestandteil einer Regelvorrichtung 58 zum Anfahren des Durchlaufdampferzeugers
1. Anstelle des Ventils 38 kann auch die Speisewasserpumpe 34 selbst durch Veränderung
ihrer Drehzahl zur Einstellung der Menge des über die Speisewasserleitung 17 geführten
Speisewassers S herangezogen werden.
[0029] Die Regelvorrichtung 58 dient zur Einstellung des Verdampferdurchsatzes in Abhängigkeit
von der dem oder jedem Brenner 5 pro Zeiteinheit zugeführten Brennstoffmenge während
eines Anfahrvorgangs. Dazu wird dem Reglerbaustein 54 über die Signalleitung 50 der
mittels des Durchflußmeßfühlers 40 gemessene aktuelle Wert der Menge des dem Verdampfer,
d.h. den Verdampferrohren 4, pro Zeiteinheit zugeführten Menge des Speisewassers S
zugeführt. Dieser dem Reglerbaustein 54 von dem Durchflußmeßfühler 42 zugeführte Wert
entspricht dem aktuellen Verdampferdurchsatz VD (Figur 2). Außerdem wird dem Reglerbaustein
54 über die Signalleitung 52 der aktuelle Wert der Feuerungswärmeleistung FW (Figur
2) in der Brennkammer 6 zugeführt. Dazu wird mittels des Durchflußmeßfühlers 42 die
Menge des den Brennern 5 über die Brennstoffleitung 44 zum aktuellen Zeitpunkt zugeführten
Brennstoffs B ermittelt. Dieser Brennstoffdurchsatz wird mittels des Wandlers 53 in
die entsprechende Feuerungswärmeleistung FW umgewandelt. Im Reglerbaustein 54 wird
aus einem Vergleich der aktuellen Feuerungswärmeleistung FW und des aktuellen Verdampferdurchsatzes
VD eine Stellgröße SG ermittelt, die über die Leitung 56 oder 56' das Ventil 38 bzw.
die Drehzahl der Speisewasserpumpe 34 steuert. Dabei wird die Menge des über die Speisewasserleitung
17 geführten Speisewassers S und damit der Verdampferdurchsatz VD proportional zur
Feuerungswärmeleistung FW in der Brennkammer 6 eingestellt, wobei der Verdampferdurchsatz
VD als Regelgröße dient.
[0030] Der zeitabhängige Verlauf des Verdampferdurchsatzes VD und der Feuerungswärmeleistung
FW ist in Figur 2 dargestellt.
[0031] Während die Abszisse die Zeitachse darstellt, sind auf der Ordinate Prozentzahlen
aufgetragen, die auf den maximalen Verdampferdurchsatz (Verdampferdurchsatz bei 100
% Last) und auf die maximale Feuerungswärmeleistung (Feuerungswärmeleistung bei 100
% Last) bezogen sind.
[0032] Zum Zeitpunkt t
0, d.h. vor dem Zünden eines ersten Brenners 5, wird vorzugsweise bereits ein Mindestdurchsatz
von weniger als 15 % des Durchsatzes bei 100 % Last (Vollastdurchsatz) eingestellt.
Im Ausführungsbeispiel liegt dieser Mindestdurchsatz innerhalb einer Bandbreite BD
von 5 % bis 10 % des Durchsatzes bei 100 % Last, d.h. des maximalen Verdampferdurchsatzes
VD. Dieser Mindestdurchsatz von 5 % bis 10 % des maximalen Verdampferdurchsatzes VD
wird zu Beginn des Anfahr-vorgangs eingestellt.
[0033] Während des Vorgangs wird zu einem Zeitpunkt t
1 der erste Brenner 5 gezündet, wobei die Feuerungswarmeleistung FW zunächst sprunghaft
ansteigt. Durch Zünden eines zweiten Brenners 5 zum Zeitpunkt t
2 und eines dritten Brenners 5 zum Zeitpunkt t
3 steigt die Feuerungswärmeleistung FW zunächst stufenweise an. Ab einer Feuerungswärmeleistung
FW von etwa 6 % der maximalen Feuerungswärmeleistung steigt die Feuerungswärmeleistung
FW kontinuierlich über die Zeit t an. Mit dem kontinuierlichen Anstieg der Feuerungswärmeleistung
FW wird auch der Verdampferdurchsatz VD kontinuierlich erhöht. Dabei wird der Verdampferdurchsatz
VD vorzugsweise derart eingestellt, daß der auf den Durchsatz bei Vollast bezogene
prozentuale Verdampferdurchsatz VD innerhalb der Bandbreite BD von 5 % bis 10 % des
Durchsatzes bei Vollast gleich der auf Vollast, d.h. auf 100 % Last, bezogenen prozentualen
Feuerungswärmeleistung FW ist. Die Bandbreite BD, innerhalb der der Verdampferdurchsatz
VD mit der Feuerungswärmeleistung FW über die Zeit ansteigt, ist nach oben begrenzt
durch eine obere Grenzlinie OG und nach unten durch eine untere Grenzlinie UG.
[0034] Vorzugsweise wird der Verdampferdurchsatz VD während des Anfahrvorgangs gleichmäßig
mit der Feuerungswärmeleistung FW zeitlich ansteigend eingestellt. Dabei ist die Bandbreite
BD - wie aus der Figur 2 ersichtlich - asymmetrisch, wobei eine Abweichung des prozentualen
Verdampferdurchsatzes VD von der prozentualen Feuerungswärmeleistung nach oben um
3 % bis 8 % und nach unten um 2 % bis 3 % des Durchsatzes bei 100 % Last zulässig
ist. Die Bandbreite BD beträgt im Ausführungsbeispiel 5 %, so daß eine Abweichung
A
o von der Feuerungswärmeleistung FW nach oben um 3 % und eine Abweichung A
u von der Feuerungswärmeleistung FW nach unten um 2 % zulässig ist.
[0035] Mittels der Regelvorrichtung 58 wird daher die Menge des dem Verdampfer 4 pro Zeiteinheit
zugeführten Speisewassers S derart eingestellt, daß der Verdampferdurchsatz nur in
einer schmalen Bandbreite von vorzugsweise 5 % bis 10 % von der prozentualen Feuerungswärmeleistung
FW abweicht. Schon bei einem Mindestdurchsatz von weniger als 15 %, d.h. auch bei
einer Begrenzung des Verdampferdurchsatzes VD zu Beginn des Anfahrvorgangs auf vorzugsweise
5 % bis 10 % des Durchsatzes bei Vollast wird eine gleichmäßige Aufwärtsströmung in
allen Verdampferrohren 4 gewährleistet. Durch ein solches Anfahrverhalten werden Anfahrverluste
besonders gering gehalten, da bereits bei niedriger Last der wirkungsgradmäßig günstige
Durchlaufbetrieb erreicht wird.
[0036] Bisher üblicherweise eingesetzte Umwälzpumpen oder Ablaufwärmetauscher können bei
diesem Anfahr-Verfahren entfallen. In dem in Figur 1 dargestellten Wasser-Dampf-Trenngefäß
20 abgetrenntes Wasser kann ohne zusätzliche Pumpen direkt über eine Rückführleitung
62, in die ein Ventil 63 geschaltet ist, in den Speisewasserbehälter 18 und damit
in den Wasser-Dampf-Kreislauf zurückgeführt werden. Da somit auch eine Rückführung
des Speisewassers S aus dem Wasser-Dampf-Trenngefäß 20 in Strömungsrichtung des Speisewassers
S vor den Verdampfer 4 oder vor den Economizer 15 und damit hinter den Speisewasserbehälter
18 entfallen kann, wird eine besonders einfache Regelung des Anfahr-Vorgangs erreicht.
1. Verfahren zum Anfahren eines Durchlaufdampferzeugers mit einer eine Anzahl von Brennern
(5) für einen fossilen Brennstoff (B) aufweisenden Brennkammer (6), deren gasdichte
Umfassungswand (2) aus mindestens annähernd vertikal verlaufend angeordneten Verdampferrohren
(4) gebildet ist, die mediumsseitig von unten nach oben durchsetzt werden,
dadurch gekennzeichnet, daß der Verdampferdurchsatz (VD) in Abhängigkeit von der dem oder jedem Brenner
(5) pro Zeiteinheit zugeführten Brennstoffmenge eingestellt wird, wobei der Verdampferdurchsatz
(VD) proportional zur Feuerwärmeleistung (FW) in der Brennkammer (6) eingestellt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß zu Beginn des Anfahrvorgangs ein Mindestdurchsatz des Verdampfers (4) von weniger
als 15 %, vorzugsweise weniger als 10 %, des Durchsatzes bei 100 % Last (Vollast-Durchsatz)
eingestellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Verdampferdurchsatz (VD) gleichmäßig mit der Feuerungswärmeleistung (FW)
zeitlich ansteigend eingestellt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3
dadurch gekennzeichnet, daß der Verdampferdurchsatz (VD) derart eingestellt wird, daß der auf den Vollast-Durchsatz
bezogene prozentuale Verdampferdurchsatz (VD) innerhalb einer Bandbreite (BD) gleich
der auf Vollast bezogenen prozentualen Feuerungswärmeleistung (FW) ist.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Bandbreite (BD) asymmetrisch ist, wobei eine Abweichung (Ao, Au) des prozentualen Verdampferdurchsatzes (VD) von der prozentualen Feuerwärmeleistung
(FW) nach oben um 3 % bis 8 % und nach unten um 2 % bis 3 % des Vollast-Durchsatzes
zulässig ist.
6. Vorrichtung zum Anfahren eines Durchlaufdampferzeugers mit einer eine Anzahl von Brennern
(5) für einen fossilen Brennstoff (B) aufweisenden Brennkammer (6), deren gasdichte
Umfassungswand (2) aus mindestens annähernd vertikal verlaufend angeordneten Verdampferrohren
(4) gebildet ist, mit einem Reglerbaustein (54) zur Ermittlung einer den Verdampferdurchsatz
(VD) bestimmenden Stellgröße (SG), wobei der durch die Stellgröße (SG) bestimmte Verdampferdurchsatz
(VD) proportional zur aus der Menge des dem oder jedem Brenner (5) pro Zeiteinheit
zugeführten Brennstoffs (B) ermittelten Feuerwärmeleistung (FW) ist, und wobei der
Reglerbaustein (54) verbunden ist mit einem in eine in den Verdampfer (4) führenden
Speisewasserleitung (17) geschalteten Stellglied (34, 38) und mit einem in eine an
den oder jeden Brenner führenden Brennstoffleitung (44) geschalteten Durchflußmeßfühler
(42).
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der Reglerbaustein (54) verbunden ist mit einem in die Speisewasserleitung (17)
geschalteten Durchflußmeßfühler (40).
1. Method for starting up a continuous-flow steam generator having a combustion chamber
(6) which possesses a number of burners (5) for a fossil fuel (B) and the gas-tight
containing wall (2) of which is formed from at least approximately vertically arranged
evaporator tubes (4), through which the medium passes from the bottom upwards, characterized
in that the evaporator throughput (VD) is set in dependence on the fuel quantity supplied
to the or each burner (5) per unit time, the evaporator throughput (VD) being set
in proportion to the firing heat capacity (FW) in the combustion chamber (6).
2. Method according to Claim 1, characterized in that, at the commencement of the starting-up
operation, a minimum throughput of the evaporator (4) of less than 15%, preferably
less than 10%, of the throughput under 100% load (full-load throughput) is set.
3. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that the evaporator throughput
(VD) is set so as to rise uniformly with the firing heat capacity (FW) in time.
4. Method according to one of Claims 1 to 3, characterized in that the evaporator throughput
(VD) is set in such a way that the percentage evaporator throughput (VD) related to
the full-load throughput, within a bandwidth (BD), is equal to the percentage firing
heat capacity (FW) related to full load.
5. Method according to Claim 4, characterized in that the bandwidth (BD) is asymmetric,
a deviation (Ao, Au) of the percentage evaporator throughput (VD) from the percentage firing heat capacity
(FW) upwards by 3% to 8% and downwards by 2% to 3% of the full-load throughput being
permissible.
6. Apparatus for starting up a continuous-flow steam generator having a combustion chamber
(6) which possesses a number of burners (5) for a fossil fuel (B) and the gas-tight
containing wall (2) of which is formed from at least approximately vertically arranged
evaporator tubes (4), having a controller module (54) for establishing a regulating
variable (SG) determining the evaporator throughput (VD), the evaporator throughput
(VD) determined by the regulating variable (SG) being proportional to the firing heat
capacity (FW) established from the quantity of fuel (B) fed to the or each burner
(5) per unit time, and the controller module (54) being connected to a regulating
element (34, 38) connected into a feedwater conduit (17) leading to the evaporator
(4) and to a throughflow-measuring sensor (42), connected into a fuel conduit (44)
leading to the or each burner.
7. Apparatus according to Claim 6, characterized in that the controller module (54) is
connected to a throughflow-measuring sensor (40) connected into the feed-water conduit
(17).
1. Procédé pour la mise en marche d'un générateur de vapeur à circulation ouverte, comprenant
une chambre de combustion (6) qui comporte un certain nombre de brûleurs (5) pour
un combustible fossile (B) et dont la paroi de pourtour (2) étanche aux gaz est formée
de tubes d'évaporation (4) qui sont disposés au moins sensiblement verticalement et
dans lesquels le fluide passe de bas en haut,
caractérisé par le fait que l'on règle le débit d'évaporateur (VD) en fonction
de la quantité de combustible envoyée par unité de temps au brûleur (5) ou à chaque
brûleur (5), le débit d'évaporateur (VD) étant réglé proportionnellement à la puissance
calorifique de foyer (FW) dans la chambre de combustion (6).
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé par le fait que, au début de l'opération de mise en marche, on règle
un débit minimal de l'évaporateur (4) représentant moins de 15 %, de préférence moins
de 10 %, du débit à 100 % de charge (débit en pleine charge).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé par le fait que l'on règle le débit de l'évaporateur (VD) régulièrement
croissant avec la puissance calorifique de foyer (FW) en fonction du temps.
4. Procédé selon l'une des revendications i à 3,
caractérisé par le fait que l'on règle le débit de l'évaporateur (VD) de telle
sorte que le débit de l'évaporateur (VD) en pourcentage rapporté au débit en pleine
charge est égal, dans les limites d'une plage (BD), à la puissance calorifique de
foyer (FW) en pourcentage rapporté à la pleine charge.
5. Procédé selon la revendication 4,
caractérisé par le fait que la plage (BD) est dissymétrique, l'écart autorisé (Ao, Au) du débit de l'évaporateur en pourcentage (VD) par rapport à la puissance calorifique
de foyer en pourcentage (FW) représentant vers le haut de 3 % à 8 % et vers le bas
de 2 % à 3 % du débit en pleine charge.
6. Dispositif pour la mise en marche d'un générateur de vapeur à circulation ouverte,
comprend une chambre de combustion (6), qui comporte un certain nombre de brûleurs
(5) pour un combustible fossile (B) et dont la paroi de pourtour (2) étanche aux gaz
est formée de tubes d'évaporation (4) qui sont disposés au moins sensiblement verticalement,
et un élément régulateur (54) pour fixer une grandeur réglante (SG) déterminant le
débit de l'évaporateur (VD), dans lequel le débit de l'évaporateur (VD) déterminé
par la grandeur réglante (SG) est proportionnel à la puissance calorifique de foyer
(FW) déterminée à partir de la quantité de combustible (B) envoyée par unité de temps
au brûleur (5) ou à chaque brûleur (5), et dans lequel l'élément régulateur (54) est
relié à un actionneur (34, 38) branché dans une conduite d'eau d'alimentation (17)
conduisant dans l'évaporateur (4) et à un capteur de débit (42) branché dans une conduite
de combustible (44) conduisant au brûleur ou à chaque brûleur.
7. Dispositif selon la revendication 6,
caractérisé par le fait que l'élément régulateur (54) est relié à un capteur de
débit (40) branché dans la conduite d'eau d'alimentation (17).