[0001] Die Erfindung betrifft Spielkarten, insbesondere eines Skatspiels.
[0002] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Spielkarten, insbesondere eines Skatspiels,
aber auch eines anderen Kartenspiels, welches darauf beruht, daß den Spielern eine
vorgegebene Anzahl Spielkarten unterschiedlicher Wertigkeit gegeben wird, mit denen
sie das Spiel zu gewinnen versuchen, so zu gestalten, daß die Spielkarten außer als
Träger der üblichen Informationen, d.h. Bildern, Ziffern, Buchstaben und Symbolen
auf der Vorderseite als erweiterte Informationsträger für zusätzliche Informationen
dienen, die für die Spieler unmittelbar gut lesbar sind. Die Spielkarten sollen dergestalt
als Träger zusatzlicher Informationen ausgestaltet werden, daß deren Zusammenhang
mit den üblichen Informationen auf der Vorderseite jedoch nicht ohne weiteres für
die Spieler erkennbar ist.
[0003] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Rückseite jeder Spielkarte
eine spalten- und zeilenweise Anordnung von Markierungsfeldern aufweist.
[0004] Mit dieser Anordnung der Markierungsfelder wird eine raumsparende und sinnfällige
Abspeicherung von Zusatzinformationen ermöglicht, welche eine vorbestimmte Ausgabe
der Spielkarten ermöglichen. Die Rückseite der Spielkarten erhält dadurch eine zusätzliche
technische Funktion als Markierungsträger. Durch die spalten- und zeilenweise Anordnung
ist eine sinnfällige, raumsparende Markierung ermöglicht. Wegen der raumsparenden
Anordnung brauchen die Markierungsfelder nicht die gesamte Rückseite der Spielkarten
einzunehmen, sondern es kann Raum für bisher übliche Gestaltungen der Rückseite, beispielsweise
als Werbeträger, verbleiben.
[0005] Die Markierungen auf der Rückseite erlauben eine reproduzierbare, nicht dem Zufall
unterworfene Kartenzusammenstellung für die einzelnen Spieler. Damit können gleiche
Voraussetzungen für alle Teilnehmer des Spiels geschaffen werden, so daß reale Vergleiche
der Spielstärken der einzelnen Mitspieler ermöglicht werden. In Turnieren hat die
Objektivierbarkeit der Ergebnisse für die einzelnen Spieler den Vorteil, daß die Turniere
über weniger Serien gespielt werden müssen als bisher, um in kürzerer Zeit und mit
höherer Sicherheit das beste Team zu ermitteln. Weiterhin eignet sich diese Gestaltung
der Rückseiten zur Markierung seltener Kartenverteilungen, aber auch zur Darstellung
von Standardsituationen, womit Anfänger systematisch geschult werden können.
[0006] Die Spielkarten mit der erfindungsgemäß gestalteten Rückseite eignen sich besonders
für Skatspiele. Varianten dieser Rückseitengestaltung, die aber generell die Merkmale
des Anspruchs 1 aufweisen, sind auch für andere Kartenspiele, z.B. Bridge, vorgesehen.
[0007] Bevorzugt zeichnen sich die Spielkarten nach Anspruch 2 durch eine deartige Oberflächenbeschaffenheit
der Rückseite aus, daß die Markierungsfelder durch einen Filzstift markierbar sind.
Die Markierungen können also in einfacher Weise, z.B. durch die Spieler selbst erfolgen,
und zwar mit unkomplizierten technischen Mitteln, wenn die Materialauswahl der Rückseite
der Spielkarten entsprechend getroffen ist.
[0008] Im einzelnen ist die spalten- und zeilenweise Anordnung der Markierungsfelder von
Spielkarten von Skatspielen vorzugsweise nach Anspruch 3 so gestaltet, daß die Markierungsfelder
in vier Zeilen und vier Spalten angeordnet sind. Jede Rückseite der Spielkarte hat
also in raumsparender Anordnung 16 Markierungsfelder.
[0009] Besonders augenfällig und damit die Markierungsfunktion besonders gut erfüllend ist
eine Gestaltung der Spielkarten nach Anspruch 4, die sich dadurch auszeichnet, daß
die Markierungszentren der Markierungsfelder rund in je einem rechteckigen Umfeld
sind, daß die Umfelder zeilen- und spaltenweise unmittelbar nebeneinander liegen und
daß die Umfelder in jeder Spalte durch einen für die Spalte individuellen Farbton
gegenüber der Umgebung der Rückseite kontrastiert sind. Unter der zeilen- und spaltenweise
unmittelbar nebeneinanderliegenden Anordnung der Umfelder wird verstanden, daß sich
zwischen diesen keine nennenswerte Zwischenräume befinden, ggf. aber relativ schmale
Trennungsstriche.
[0010] Im einzelnen ist die spalten- und zeilenweise Anordnung der Markierungsfelder auf
der Rückseite von Skatspiel-Spielkarten nach Anspruch 5 so getroffen, daß jeder Spalte
eine Sitzposition eines Spielers, nämlich Hinterhand, Vorhand, Mittelhand bzw. Skat
zugeordnet ist und jeder Zeile ein Spiel zugeordnet ist. Bei den somit zeilenweise
markierten Spielen handelt es sich um solche, bei denen die Spieler nach der dritten
Runde wieder dieselbe Sitzposition innehaben.
[0011] Die Spielkarten werden also so oft von den Spielern nach dem Mischen und Ausgeben
markiert, wie Zeilen in der zeilen- und spaltenweise Anordnung der Markierungsfelder
auf den Rückseiten der Spielkarten vorhanden sind. Es ist aber gemäß Anspruch 6 auch
vorteilhaft möglich, die Rückseiten der Spielkarten in den Markierungsfeldern vorzumarkieren,
um vorgegebene Schwierigkeitsstufen des Spiels vorzugeben oder besonders interessante
Spielkartenkombinationen. Das Mischen vor dem Ausgeben entfällt bei letzterer Alternative.
[0012] Bei einer geeigneten Kombination der Rückseitenoberfläche und des zur Markierung
verwendeten (Filz-)Stifts können die Markierungsfelder nach Anspruch 7 mit löschbaren
Markierungen versehen sein. Damit können die Spielkarten mehrmals jeweils anders markiert
werden.
[0013] Insbesondere für Turnierspiele eignen sich verpackte Spielkarten nach Anspruch 8,
wonach drei Skatspiele gegebenenfalls zusammen mit einem Filzstift in einem Umkarton
spielweise geordnet untergebracht sind. Aus diesem Set kann, wie weiter unten erläutert
wird, bei einem Skatspiel mit drei Spielern jeder Spieler in einer bestimmten Spielphase
ein ihm primär zugeordnetes Skatspiel erhalten, welches er mit dem Filzstift in der
anzugebenen Weise auf der Rückseite der Spielkarten markieren kann.
[0014] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden anhand einer Zeichnung mit
sechs Figuren erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1 - 5
- die Rückseiten von insgesamt fünf Spielkarten, die zu einem Skatspiel mit 32 Spielkarten
gehören, wobei die Rückseiten in den Markierungsfeldern bereits markiert sind;
- Fig. 6
- drei in einem Umkarton spielweise geordnet untergebrachte Skatspiele.
[0015] Bezugnehmen auf die Fig. 1 - 5 sind auf der Rückseite jeder Karte, der jeweils eine
Fig. zugeordnet ist, insgesamt 16 runde Markierungsfelder z.B. a, a' in vier Zeilen
untereinander angeordnet, und zwar sind die Zeilen mit A, B, C, D bezeichnet. Außerdem
sind die 16 Markierungsfelder in vier Spalten angeordnet, die V, M, H, S bezeichnet
sind und eingedruckte Symbole für Kreuz, Pik, Herz und Karo aufweisen. Dabei steht
die Bezeichnung V für Vorderhand, M für Mittelhand, H für Hinterhand und S für Skat.
Die derart zeilen- und spaltenweise angeordneten Markierungsfelder sind lediglich
durch dünne schwarz Striche getrennt. Die Spalten der Markierungsfelder sind sinnfällig
voneinander abgehoben, indem beispielsweise die rechteckförmigen Umfelder der runden
Markierungszentren z. B. a in der Spalte S gelb hinterlegt sind, in der Spalte V grau
hinterlegt sind, in der Spalte M grün hinterlegt sind und in der Spalte H rot hinterlegt
sind. Aus Fig. 6 ist ersichtlich, wie drei Skatspiele, die mit 1, 2, 3 bezeichnet
sind, in einem Umkarton 4 nebeneinander untergebracht sind. Jedes der drei Skatspiele
1, 2, 3 besteht dabei aus einem Satz von 32 Spielkarten, deren Vorderseite in üblicher
Weise gestaltet ist, beispielsweise mit französischem Bild, und deren Rückseite, die
oben anhand der Fig. 1 - 5 besprochenen Markierungsfelder ggf. mit Vormarkierungen
aufweist. Zu jedem Skatspiel mit unmarkierter Rückseite gehört ein nicht dargestelltes
Deckblatt, welches mit einer unverwechselbarer Registrierung versehen wird, z.B.:
Spiel 1 Serie A. Die Deckblätter werden mit dem dazugehörigen Spiel in dem jeweiligen
Fach des Umkartons aufgewahrt. Der Umkarton kann, in der Zeichnung nicht dargestellt,
noch eine Spielanleitung und ggf. einen Filzstift aufnehmen. Die Umkarton 4 ist durch
einen, ebenfalls nicht gezeigten Deckel vervollständigt.
[0016] Ein typischer Spielablauf für drei Spieler mit den drei Kartenspielen 1, 2, 3, welche
die - noch unmarkierten - Markierungsfelder gemäß den Fig. 3 - 5 aufweisen, läuft
folgendermaßen ab:
[0017] Jeder Spieler erhält eines der drei Skatspiele 1, 2, 3. Ein Spieler A mischt sein
Skatspiel und gibt die Karten im Rhythmus 3, Skat, 4, 3 aus. Vor dem Aufnehmen markiert
jeder Spiele in Zeile 2, in der Spalte seiner Sitzposition entsprechend also, V, M,
H seine Karten. Wenn beispielsweise Spiele A der Kartengeber war und somit bei drei
Spielern in der Hinterhandposition ist, markiert er seine zehn Karten in der Zeile
A und der Spalte H. Die beiden Mitspieler markieren analog in Spalte V und M, siehe
Fig. 2 und 3. Der Kartengeber markiert in obiger Weise die Karte gemäß Fig. 1 und
zusätzlich die beiden Skatkarten in Spalte 2, die in Fig. 4 und 5 dargestellt sind.
Nach dem Aufnehmen der Karten wird in üblicher Weise gereizt, gespielt und bewertet.
[0018] Nach dem Spiel sammelt der Spieler A die Karten ein und legt sie in das zugehörige
Fach des Umkartons 4 zurück.
[0019] In der zweiten Runde verteilt der Spiele B sein Skatspiel 2, wobei der Ablauf analog
wie oben beschriebenen ist. Es wird also zunächst auch hier wieder das Spiel A markiert.
[0020] Wenn nach dem eingangs beschriebenen Ablauf das Spiel A auch von dem dritten Spieler
C nach der dritten Runde markiert ist, und zwar in dessen Skatspiel 3, so teilt der
Spieler A seine Karten erneut aus. In dieser zweiten Runde werden die Karten in Zeile
B markiert. Nach diesem Schema erfolgt der Spielablauf bis zum 12. Spiel, bis alle
drei Skatspiele 1, 2, 3 auf jeder Karte vier Markierungen aufweisen, und zwar je eine
in Zeile A, B, C, D, wie in den Fig. 1 - 5 dargestellt.
[0021] Der bisher beschriebene Spielablauf stellt einen Umlauf dar. Bei diesem Umlauf, der
einer Markierungsphase entspricht, werden die Spiele vor dem Ausgeben immer gemischt,
also bis einschl. zum 12. Spiel.
[0022] Nach dem ersten Umlauf reicht jeder Spieler sein Skatspiel zum jeweils linken Mitspieler
weiter, so daß der Spieler B jetzt der erste Kartengeber ist und C die Vorhand wird.
Der Spieler B teilt sein vollständig markiertes Spiel entsprechend den Markierungen
in Zeile A an seine Mitspieler entsprechen deren Sitzpositionen aus.
[0023] Alle weiteren Spiele werden also ebenfalls nur nach den Markierungen ausgeteilt und
es wird nicht mehr gemischt. In dieser Weise werden reihum die Spiele von Zeile A
bis Zeile D abgespielt.
[0024] Nach diesem zweiten Umlauf entsprechend dem 24. Spiel werden die Kartenspiele 1,
2, 3 erneut um einen Platz nach links weitergegeben. Dann werden die Spiele 25 bis
36 wie bei dem zweiten Umlauf (Spiel 13 - 24) durchgeführt.
[0025] Es hat sich gezeigt, daß ab dem 13. Spiel, also zu Beginn des zweiten Umlaufs, ein
guter Spieler sich bereits auf die folgende Spielsituationen einstellen kann und die
Spielstärke der Konkurrenten bewerten kann, weil das Zufallsmoment, welches üblicherweise
bei dem Mischen und Ausgeben der Karten herrscht, beseitigt ist.
[0026] Es sei bemerkt, daß mit den drei Skatspielen 1, 2, 3, wobei die Rückseiten der Karten
zunächt unmarkiert sein können, auch vier Spieler in gegenüber der oben beschriebenen
Spielvorbereitung und Spielablauf abgewandelter Weise spielen können. Die Verwendbarkeit
der Skatspiele ist also durch die Markierungsfelder nicht eingeschränkt.
[0027] Weiter ist anzumerken, daß die oben beispielsweise angegebene Einteilung und Beschriftung
der Kartenrückseiten für Kartenspiele der alten Art im Deutschsprachigen zu verwenden
ist. Im Fremdsprachigen wäre die Beschriftung entsprechend Landessprache und Art des
Spiels zu modifizieren. Im Anwendungsfall eines Bridgespiels sind auf den Rückseiten
der Karten in den Spaltenköpfen der Markierungsfelder die Abkürzungen S, E, N und
W (englische Abkürzung der vier Himmelsrichtungen) einzudrucken. Generell kann der
Ablauf der Spiele individuell nach Anzahl Spieler und Spiele erfolgen. Die Gestaltung
der Rückseiten der Karten ermöglicht dabei stets einen objektiven Leistungsvergleich
der beteiligten Spieler.
1. Spielkarten, insbesondere eines Skatspiels, mit einer bedruckten Rückseite,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rückseite jeder Spielkarte eine spalten(V,M,H,S) und zeilenweise (A,B,C,D)
Anordnung von Markierungsfeldern (a, a') aufweist.
2. Spielkarten nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
eine derartige Oberflächenbeschaffenheit der Rückseite zumindest in den Markierungsfeldern
(a, a'), daß diese durch einen Filzstift markierbar sind.
3. Spielkarten von Skatspielen nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Markierungsfelder (a, a') in vier Zeilen (A,B,C,D) und vier Spalten (V,M,H,S)
angeordnet sind.
4. Spielkarten von Skatspielen nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Markierungszentren (a) der Markierungsfelder (a, a') rund in je einem rechteckigen
Umfeld (a') sind, daß die Umfelder spalten- (V,M,H,S) und zeilenweise (A,B,C,D) unmittelbar
nebeneinanderliegen und daß die Umfelder in jeder Spalte durch einen für die Spalte
individuellen Farbton gegenüber der Umgebung der Rückseite kontrastiert sind.
5. Spielkarten von Skatspielen nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß jeder Spalte (V,M,H,S) eine Sitzposition eines Spielers (Hinterhand, Vorhand,
Mittelhand) bzw. Skat zugeordnet ist.
6. Spielkarten nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Markierungsfelder (a, a') vormarkiert sind.
7. Spielkarten nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Markierungsfelder (a, a') mit löschbaren Markierungen versehen sind.
8. Verpackte Spielkarten nach einem der Ansprüche 2 - 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß drei Skatspiele (1,2,3) in einem Umkarton (4) spielweise geordnet untergebracht
sind.