(19)
(11) EP 0 810 033 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
03.12.1997  Patentblatt  1997/49

(21) Anmeldenummer: 97102030.0

(22) Anmeldetag:  08.02.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6B04B 7/18, B04B 3/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT SE

(30) Priorität: 29.05.1996 DE 19621473

(71) Anmelder: Braunschweigische Maschinenbauanstalt AG
38122 Braunschweig (DE)

(72) Erfinder:
  • Matusch, Siegfried
    38108 Braunschweig (DE)
  • Kube, Klaus
    38116 Braunschweig (DE)
  • Nüsse, Detlev
    31275 Lehrte (DE)

(74) Vertreter: Gramm, Werner, Prof. Dipl.-Ing. 
GRAMM, LINS & PARTNER, Theodor-Heuss-Strasse 1
38122 Braunschweig
38122 Braunschweig (DE)

   


(54) Schleudertrommel einer Zuckerzentrifuge


(57) Die Erfindung betrifft eine Schleudertrommel einer Zuckerzentrifuge. Als neu und erfinderisch wird ein mit Abflußlöchern versehener Trommelmantel angesehen, in dem ein einen konischen Siebkorb bildendes feinmaschiges Decksieb (4) festgelegt ist, das aus Edelstahl besteht und sich unmittelbar auf dem Trommelmantel (3) abstützt, der auf seiner dem Decksieb (4) zugewandten Mantelfläche mit jeweils einige Abflußlöcher (2) strömungstechnisch miteinander verbindenden Rillen (5) versehen ist.
Dadurch kann das bisher erforderliche Stützsieb ersatzlos entfallen.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Schleudertrommel einer Zuckerzentrifuge, mit einem mit Abflußlöchern versehenen Trommelmantel.

[0002] Eine derartige Schleudertrommel läßt sich zum Beispiel der DE 27 38 110 C3 entnehmen, die eine pendelnd aufgehängte Flachboden-Zuckerzentrifuge mit einem Stützsieb und einem feinmaschigen Decksieb offenbart. Im Trommelmantel sind nur in der Nähe vom Trommelboden Abflußlöcher für den Sirupablauf vorgesehen.

[0003] Herkömmliche Decksiebe bestehen aus Nickel und sind zum Verschleißschutz auf ihrer Arbeitsseite verchromt. Um den Sirupablauf zwischen Decksieb und Trommelmantel zu gewährleisten, ist zwischen Decksieb und Trommelmantel ein grobmaschiges Stützsieb vorgesehen. Aufgrund der sehr hohen, beim Betrieb der Schleudertrommel auf die Decksieboberfläche einwirkenden Fliehkräfte läßt sich aufgrund der Weichheit des Materials eine Verformung des Decksiebes in die Maschen des Stützsiebes hinein nicht mit ausreichender Sicherheit verhindern. Dies führt einerseits zu einer nachteiligen Veränderung der vorgesehenen und an sich gewünschten planen Auflageebene und zum anderen zu einer Aufweitung der nur etwa 60 µ breiten Schlitze im Decksieb, so daß aufgrund dieser Schlitzverbreiterung die Gefahr besteht, daß feinste Zuckerkristallpartikel durch die Schlitze unmittelbar hindurchtreten. Aufgrund der durch die genannte Belastung eintretenden Verformung des Decksiebes drücken sich die Kreuzungspunkte des Stützsiebes in der Arbeitsfläche des Decksiebes ab, so daß es hier punktweise zu einem erhöhten Verschleiß kommt. Die Lebensdauer derartiger Decksiebe ist daher nur sehr gering.

[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schleudertrommel mit verbesserten Eigenschaften zu entwickeln.

[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Schleudertrommel mit einem mit Abflußlöchern versehenen Trommelmantel, in dem ein einen konischen Siebkorb bildendes feinmaschiges Decksieb festgelegt ist, das aus Edelstahl besteht und sich unmittelbar auf dem Trommelmantel abstützt, der auf seiner dem Decksieb zugewandten Mantelfläche mit jeweils einige Abflußlöcher strömungstechnisch miteinander verbindenden Rillen versehen ist.

[0006] Der wesentliche Vorteil der erfindungsgemäßen Ausbildung ist darin zu sehen, daß das bisher erforderliche Stützsieb ersatzlos entfallen kann. Das Decksieb stützt sich unmittelbar an den zwischen sich die Rillen bildenden Stegen des Trommelmantels ab, wobei die mit den Abflußlöchern strömungstechnisch verbundenen Rillen eine einwandfreie Drainage gewährleisten.

[0007] Um die Festigkeit des Trommelmantels nicht zu beeinträchtigen, ist es vorteilhaft, wenn die Rillen mit dem Rotationsvektor einen Winkel β von jeweils etwa 75° einschließen.

[0008] Zur Herstellung des Siebkorbes ist es zweckmäßig, wenn das Decksieb aus mehreren sich überlappenden Segmenten besteht, deren Überlappungsnaht mit der Mantellinie des kegelstumpfförmigen Siebkorbes einen spitzen Winkel einschließt.

[0009] Aus Fertigkeitsgründen ist es vorteilhaft, wenn der Trommelmantel aus mehreren, einzeln vorbearbeiteten Segmenten besteht. Jedes dieser Mantelsegmente läßt sich einzeln flach liegend hinsichtlich der Einarbeitung der Rillen sowie des Einbringens der Abflußlöcher schnell und präzise bearbeiten.

[0010] Das aus Edelstahl bestehende Decksieb muß nicht mit einer Verschleißschicht versehen werden und weist dennoch eine gegenüber einem herkömmlichen Nickelsieb mehrfach längere Standzeit auf.

[0011] Weitere Merkmale der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche und werden in Verbindung mit weiteren Vorteilen der Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.

[0012] In der Zeichnung ist eine als Beispiel dienende Ausführungsform der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
Figur 1
in schematischer Darstellung einen lotrechten Mittelschnitt durch die Schleudertrommel einer Zuckerzentrifuge;
Figur 2
in vergrößertem Maßstab das Detail A der Figur 1;
Figur 3
in gegenüber Figur 1 ebenfalls vergrößertem Maßstab das Detail B der Figur 1;
Figur 4
in gegenüber Figur 3 nochmals vergrößertem Maßstab einen Querschnitt gemäß der Linie A - B in Figur 1 und
Figur 5
in gegenüber Figur 1 vergrößertem Maßstab den linken unteren Abschnitt der Schleudertrommel gemäß Figur 1.


[0013] Figur 1 zeigt eine Schleudertrommel 1 einer nicht näher dargestellten Zuckerzentrifuge. Gemäß Figur 2 weist diese Schleudertrommel 1 einen mit Abflußlöchern 2 versehenen Trommelmantel 3 auf, in dem ein einen konischen Siebkorb bildendes feinmaschiges Decksieb 4 festgelegt ist. Dieses Decksieb 4 besteht aus Edelstahl, weist eine freie Siebfläche von etwa 8 % auf und stützt sich unmittelbar auf dem Trommelmantel 3 ab, der auf seiner dem Decksieb 4 zugewandten Mantelfläche mit Rillen 5 versehen ist.

[0014] Figur 3 läßt erkennen, daß die Abflußlöcher 2 auf rotationssymmetrischen Kreisen 6 in jeweils gleichem Abstand a voneinander angeordnet sind. Die benachbarten Lochkreise 6 sind jeweils um einen halben Lochabstand a gegeneinander versetzt. Dabei kann sowohl der Kreislochabstand a als auch der Mantellinienabstand b zweier Lochkreise 6 jeweils etwa 25 mm betragen. Der Durchmesser der Abflußlöcher 2 liegt vorzugsweise bei etwa 6 mm. Der Winkel α, den die Schräglochreihen 7 mit dem Rotationsvektor 8 einschließen, beträgt somit vorzugsweise etwa 60°.

[0015] Die Figuren 3 und 4 zeigen ferner, daß die Rillen 5 parallel zueinander verlaufen und mit dem Rotationsvektor 8 einen Winkel β von jeweils etwa 75° einschließen.

[0016] Die Rillen 5 weisen einen konischen Querschnitt auf, wobei die Konizität γ jeder Rille 5 etwa 60° beträgt. Der Rillenabstand c liegt bei etwa 2 mm, während die Rillentiefe t etwa 1,2 mm beträgt.

[0017] Figur 4 läßt erkennen, daß die jeweils zwei Rillen 5 voneinander trennenden Stege eine abgeplattete Auflagefläche für das Decksieb 4 bilden. Jede Rille 5 verbindet einige Abflußlöcher 2 strömungstechnisch miteinander und sichert so eine einwandfreie Drainage.

[0018] Der in Figur 3 eingezeichnete Pfeil U gibt die Drehrichtung des Trommelmantels 3 an. Dabei ist der Verlauf der Schräglochreihen 7 gegenüber dem der Rillen 5 so gewählt, daß in den Rillen 5 befindlicher Ablauf auf kürzestem Wege ein Abflußloch 2 erreicht.

[0019] Das Decksieb 4 ist im Bereich des Trommelbodens 9 formschlüssig festgelegt. Hierfür sind Stifte 10 vorgesehen, die aus dem unteren Randbereich des Trommelmantels 3 herausragen und in entsprechend ausgebildete Stecklöcher des Decksiebes 4 eingreifen, das zu seiner Festlegung einfach auf diese Stifte 10 aufgeschoben wird. Zur Sicherung des Decksiebes 4 in dieser aufgeschobenen Stellung ist ein Klemmring 11 vorgesehen, der mit seiner äußeren Mantelfläche der Konizität des Siebkorbes angepaßt ist und mit in den Trommelboden 9 eingeschraubte Spannschrauben 12 festgelegt wird.


Ansprüche

1. Schleudertrommel einer Zuckerzentrifuge, mit einem mit Abflußlöchern (2) versehenen Trommelmantel (3), in dem ein einen konischen Siebkorb bildendes feinmaschiges Decksieb (4) festgelegt ist, das aus Edelstahl besteht und sich unmittelbar auf dem Trommelmantel (3) abstützt, der auf seiner dem Decksieb (4) zugewandten Mantelfläche mit jeweils einige Abflußlöcher (2) strömungstechnisch miteinander verbindenden Rillen (5) versehen ist.
 
2. Schleudertrommel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abflußlöcher (2) auf rotationssymmetrischen Kreisen (6) in jeweils gleichem Abstand (a) voneinander angeordnet sind.
 
3. Schleudertrommel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die benachbarten Lochkreise (6) um einen halben Lochabstand (a) gegeneinander versetzt sind.
 
4. Schleudertrommel nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Kreislochabstand (a) etwa 25 mm beträgt.
 
5. Schleudertrommel nach Anspruch 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantellinienabstand (b) zweier Lochkreise (6) etwa 25 mm beträgt.
 
6. Schleudertrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser der Abflußlöcher (2) etwa 6 mm beträgt.
 
7. Schleudertrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Rillen (5) parallel zueinander verlaufen.
 
8. Schleudertrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Rillen (5) mit dem Rotationsvektor (8) einen Winkel (β) von jeweils etwa 75° einschließen.
 
9. Schleudertrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Rillen (5) einen konischen Querschnitt aufweisen.
 
10. Schleudertrommel nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Konizität (γ) jeder Rille (5) etwa 60° beträgt.
 
11. Schleudertrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Rillenabstand (c) etwa 2 mm beträgt.
 
12. Schleudertrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Rillentiefe (t) etwa 1,2 mm beträgt.
 
13. Schleudertrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die freie Siebfläche des Decksiebes (4) etwa 8 % beträgt.
 
14. Schleudertrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Decksieb (4) im Bereich des Trommelbodens (9) formschlüssig festgelegt ist.
 
15. Schleudertrommel nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Formschluß durch aus dem Trommelmantel (3) ragende Stifte (10) gebildet ist, die durch entsprechende Stecklöcher des Decksiebes (4) ragen.
 
16. Schleudertrommel nach Anspruch 14 oder 15, gekennzeichnet durch einen mit seiner äußeren Mantelfläche der Konizität des Siebkorbes angepaßten Klemmring (11), der durch in den Trommelboden (9) schraubbare Spannschrauben (12) festlegbar ist.
 
17. Schleudertrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Decksieb (4) aus mehreren sich überlappenden Segmenten besteht, deren Überlappungsnaht mit der Mantellinie des kegelstumpfförmigen Siebkorbes einen spitzen Winkel einschließt.
 
18. Schleudertrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Trommelmantel (3) aus mehreren, einzeln vorbearbeiteten Segmenten besteht.
 




Zeichnung