[0001] Die Erfindung betrifft eine Schleudertrommel einer Zuckerzentrifuge, mit einem mit
Abflußlöchern versehenen Trommelmantel.
[0002] Eine derartige Schleudertrommel läßt sich zum Beispiel der DE 27 38 110 C3 entnehmen,
die eine pendelnd aufgehängte Flachboden-Zuckerzentrifuge mit einem Stützsieb und
einem feinmaschigen Decksieb offenbart. Im Trommelmantel sind nur in der Nähe vom
Trommelboden Abflußlöcher für den Sirupablauf vorgesehen.
[0003] Herkömmliche Decksiebe bestehen aus Nickel und sind zum Verschleißschutz auf ihrer
Arbeitsseite verchromt. Um den Sirupablauf zwischen Decksieb und Trommelmantel zu
gewährleisten, ist zwischen Decksieb und Trommelmantel ein grobmaschiges Stützsieb
vorgesehen. Aufgrund der sehr hohen, beim Betrieb der Schleudertrommel auf die Decksieboberfläche
einwirkenden Fliehkräfte läßt sich aufgrund der Weichheit des Materials eine Verformung
des Decksiebes in die Maschen des Stützsiebes hinein nicht mit ausreichender Sicherheit
verhindern. Dies führt einerseits zu einer nachteiligen Veränderung der vorgesehenen
und an sich gewünschten planen Auflageebene und zum anderen zu einer Aufweitung der
nur etwa 60 µ breiten Schlitze im Decksieb, so daß aufgrund dieser Schlitzverbreiterung
die Gefahr besteht, daß feinste Zuckerkristallpartikel durch die Schlitze unmittelbar
hindurchtreten. Aufgrund der durch die genannte Belastung eintretenden Verformung
des Decksiebes drücken sich die Kreuzungspunkte des Stützsiebes in der Arbeitsfläche
des Decksiebes ab, so daß es hier punktweise zu einem erhöhten Verschleiß kommt. Die
Lebensdauer derartiger Decksiebe ist daher nur sehr gering.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schleudertrommel mit verbesserten
Eigenschaften zu entwickeln.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Schleudertrommel mit einem mit
Abflußlöchern versehenen Trommelmantel, in dem ein einen konischen Siebkorb bildendes
feinmaschiges Decksieb festgelegt ist, das aus Edelstahl besteht und sich unmittelbar
auf dem Trommelmantel abstützt, der auf seiner dem Decksieb zugewandten Mantelfläche
mit jeweils einige Abflußlöcher strömungstechnisch miteinander verbindenden Rillen
versehen ist.
[0006] Der wesentliche Vorteil der erfindungsgemäßen Ausbildung ist darin zu sehen, daß
das bisher erforderliche Stützsieb ersatzlos entfallen kann. Das Decksieb stützt sich
unmittelbar an den zwischen sich die Rillen bildenden Stegen des Trommelmantels ab,
wobei die mit den Abflußlöchern strömungstechnisch verbundenen Rillen eine einwandfreie
Drainage gewährleisten.
[0007] Um die Festigkeit des Trommelmantels nicht zu beeinträchtigen, ist es vorteilhaft,
wenn die Rillen mit dem Rotationsvektor einen Winkel β von jeweils etwa 75° einschließen.
[0008] Zur Herstellung des Siebkorbes ist es zweckmäßig, wenn das Decksieb aus mehreren
sich überlappenden Segmenten besteht, deren Überlappungsnaht mit der Mantellinie des
kegelstumpfförmigen Siebkorbes einen spitzen Winkel einschließt.
[0009] Aus Fertigkeitsgründen ist es vorteilhaft, wenn der Trommelmantel aus mehreren, einzeln
vorbearbeiteten Segmenten besteht. Jedes dieser Mantelsegmente läßt sich einzeln flach
liegend hinsichtlich der Einarbeitung der Rillen sowie des Einbringens der Abflußlöcher
schnell und präzise bearbeiten.
[0010] Das aus Edelstahl bestehende Decksieb muß nicht mit einer Verschleißschicht versehen
werden und weist dennoch eine gegenüber einem herkömmlichen Nickelsieb mehrfach längere
Standzeit auf.
[0011] Weitere Merkmale der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche und werden in Verbindung
mit weiteren Vorteilen der Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.
[0012] In der Zeichnung ist eine als Beispiel dienende Ausführungsform der Erfindung dargestellt.
Es zeigen:
- Figur 1
- in schematischer Darstellung einen lotrechten Mittelschnitt durch die Schleudertrommel
einer Zuckerzentrifuge;
- Figur 2
- in vergrößertem Maßstab das Detail A der Figur 1;
- Figur 3
- in gegenüber Figur 1 ebenfalls vergrößertem Maßstab das Detail B der Figur 1;
- Figur 4
- in gegenüber Figur 3 nochmals vergrößertem Maßstab einen Querschnitt gemäß der Linie
A - B in Figur 1 und
- Figur 5
- in gegenüber Figur 1 vergrößertem Maßstab den linken unteren Abschnitt der Schleudertrommel
gemäß Figur 1.
[0013] Figur 1 zeigt eine Schleudertrommel 1 einer nicht näher dargestellten Zuckerzentrifuge.
Gemäß Figur 2 weist diese Schleudertrommel 1 einen mit Abflußlöchern 2 versehenen
Trommelmantel 3 auf, in dem ein einen konischen Siebkorb bildendes feinmaschiges Decksieb
4 festgelegt ist. Dieses Decksieb 4 besteht aus Edelstahl, weist eine freie Siebfläche
von etwa 8 % auf und stützt sich unmittelbar auf dem Trommelmantel 3 ab, der auf seiner
dem Decksieb 4 zugewandten Mantelfläche mit Rillen 5 versehen ist.
[0014] Figur 3 läßt erkennen, daß die Abflußlöcher 2 auf rotationssymmetrischen Kreisen
6 in jeweils gleichem Abstand a voneinander angeordnet sind. Die benachbarten Lochkreise
6 sind jeweils um einen halben Lochabstand a gegeneinander versetzt. Dabei kann sowohl
der Kreislochabstand a als auch der Mantellinienabstand b zweier Lochkreise 6 jeweils
etwa 25 mm betragen. Der Durchmesser der Abflußlöcher 2 liegt vorzugsweise bei etwa
6 mm. Der Winkel α, den die Schräglochreihen 7 mit dem Rotationsvektor 8 einschließen,
beträgt somit vorzugsweise etwa 60°.
[0015] Die Figuren 3 und 4 zeigen ferner, daß die Rillen 5 parallel zueinander verlaufen
und mit dem Rotationsvektor 8 einen Winkel β von jeweils etwa 75° einschließen.
[0016] Die Rillen 5 weisen einen konischen Querschnitt auf, wobei die Konizität γ jeder
Rille 5 etwa 60° beträgt. Der Rillenabstand c liegt bei etwa 2 mm, während die Rillentiefe
t etwa 1,2 mm beträgt.
[0017] Figur 4 läßt erkennen, daß die jeweils zwei Rillen 5 voneinander trennenden Stege
eine abgeplattete Auflagefläche für das Decksieb 4 bilden. Jede Rille 5 verbindet
einige Abflußlöcher 2 strömungstechnisch miteinander und sichert so eine einwandfreie
Drainage.
[0018] Der in Figur 3 eingezeichnete Pfeil U gibt die Drehrichtung des Trommelmantels 3
an. Dabei ist der Verlauf der Schräglochreihen 7 gegenüber dem der Rillen 5 so gewählt,
daß in den Rillen 5 befindlicher Ablauf auf kürzestem Wege ein Abflußloch 2 erreicht.
[0019] Das Decksieb 4 ist im Bereich des Trommelbodens 9 formschlüssig festgelegt. Hierfür
sind Stifte 10 vorgesehen, die aus dem unteren Randbereich des Trommelmantels 3 herausragen
und in entsprechend ausgebildete Stecklöcher des Decksiebes 4 eingreifen, das zu seiner
Festlegung einfach auf diese Stifte 10 aufgeschoben wird. Zur Sicherung des Decksiebes
4 in dieser aufgeschobenen Stellung ist ein Klemmring 11 vorgesehen, der mit seiner
äußeren Mantelfläche der Konizität des Siebkorbes angepaßt ist und mit in den Trommelboden
9 eingeschraubte Spannschrauben 12 festgelegt wird.
1. Schleudertrommel einer Zuckerzentrifuge, mit einem mit Abflußlöchern (2) versehenen
Trommelmantel (3), in dem ein einen konischen Siebkorb bildendes feinmaschiges Decksieb
(4) festgelegt ist, das aus Edelstahl besteht und sich unmittelbar auf dem Trommelmantel
(3) abstützt, der auf seiner dem Decksieb (4) zugewandten Mantelfläche mit jeweils
einige Abflußlöcher (2) strömungstechnisch miteinander verbindenden Rillen (5) versehen
ist.
2. Schleudertrommel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abflußlöcher (2) auf rotationssymmetrischen Kreisen (6) in jeweils gleichem Abstand
(a) voneinander angeordnet sind.
3. Schleudertrommel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die benachbarten Lochkreise (6) um einen halben Lochabstand (a) gegeneinander versetzt
sind.
4. Schleudertrommel nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Kreislochabstand (a) etwa 25 mm beträgt.
5. Schleudertrommel nach Anspruch 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantellinienabstand (b) zweier Lochkreise (6) etwa 25 mm beträgt.
6. Schleudertrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser der Abflußlöcher (2) etwa 6 mm beträgt.
7. Schleudertrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Rillen (5) parallel zueinander verlaufen.
8. Schleudertrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Rillen (5) mit dem Rotationsvektor (8) einen Winkel (β) von jeweils etwa 75°
einschließen.
9. Schleudertrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Rillen (5) einen konischen Querschnitt aufweisen.
10. Schleudertrommel nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Konizität (γ) jeder Rille (5) etwa 60° beträgt.
11. Schleudertrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Rillenabstand (c) etwa 2 mm beträgt.
12. Schleudertrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Rillentiefe (t) etwa 1,2 mm beträgt.
13. Schleudertrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die freie Siebfläche des Decksiebes (4) etwa 8 % beträgt.
14. Schleudertrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Decksieb (4) im Bereich des Trommelbodens (9) formschlüssig festgelegt ist.
15. Schleudertrommel nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Formschluß durch aus dem Trommelmantel (3) ragende Stifte (10) gebildet ist,
die durch entsprechende Stecklöcher des Decksiebes (4) ragen.
16. Schleudertrommel nach Anspruch 14 oder 15, gekennzeichnet durch einen mit seiner äußeren Mantelfläche der Konizität des Siebkorbes angepaßten Klemmring
(11), der durch in den Trommelboden (9) schraubbare Spannschrauben (12) festlegbar
ist.
17. Schleudertrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Decksieb (4) aus mehreren sich überlappenden Segmenten besteht, deren Überlappungsnaht
mit der Mantellinie des kegelstumpfförmigen Siebkorbes einen spitzen Winkel einschließt.
18. Schleudertrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Trommelmantel (3) aus mehreren, einzeln vorbearbeiteten Segmenten besteht.