[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Walzgerüstanordnung für einadriges Walzen, bei
der, unter sich gleiche, jeweils ein Walztragwellenpaar und deren Antriebsgetriebe
aufnehmende Walzgerüstgehäuse hintereinander mit abwechselnd winklig gegen die Walzlinie
geneigt liegenden Walzentragwellen in Blockbauweise auf eine Tragkonstruktion aufgesetzt
sind.
[0002] Walzgerüstanordnungen dieser Gattung werden u.a. als Fertigabschnitte in kontinuierliche,
mit sehr hohen Walzgeschwindigkeiten betriebene Drahtwalzstraßen eingesetzt. Die Tragkonstruktion
der Walzgerüstanordnung muß deshalb eine große Längs- und Quersteifigkeit aufweisen
und in hohem Maße vibrationsfest sein, damit die Qualität des die Walzgerüstanordnung
durchlaufenden Drahtes (Querschnittsabmaße und Oberfläche) sichergestellt sind.
[0003] Bei einer bekannten Walzgerüstanordnung (EP-B1-165 673) besteht die Tragkonstruktion
aus einer einstückigen, verhältnismäßig schweren Stahlplatte, als Grundplatte, auf
der nach Art eines liegenden T-Querschnitts eine weitere Stahlplatte als Stegplatte
stehend aufgeschweißt ist. Auf die Grundplatte ist, vertikal aufstehend eine Mehrzahl
von Plattenstützen-Paaren aufgesetzt, die mit vertikalen Seitenkanten abwechselnd,
an der einen bzw. der anderen der Seitenflächen der Stegplatte anliegend mit dieser
und der Grundplatte verschweißt sind. Die Plattenstützen weisen paarweise parallel
und winklig zur Horizontalen verlaufende Auflageflächen für das Auflegen von, an den
Seiten der Walzgerüstgehäuse angeordneten, mit den Plattenstützen verschraubbaren
Seitenflanschen auf.
[0004] Diese Tragkonstruktion für die Walzgerüstanordnung baut, bei großem Materialaufwand
für Grundplatte und Stegplatte verhältnismäßig schwer.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Tragkonstruktion zu schaffen, die
bei erheblich geringerem Materialaufwand bedeutend leichter baut und für den Walzbetrieb
weitere Vorteile mit sich bringt.
[0006] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß zwischen den Plattenstützen jeweils, mit deren
Seitenflächen und mit der Grundplatte verbundene Versteifungsrippen angeordnet sind.
Die Versteifungsrippen können dabei aus Winkelblechen mit symmetrischem Winkelquerschnitt
bestehen, deren parallele, äußere Randkanten auf der Grundplatte aufliegen und deren
winklige Randkanten an den Seitenflächen der Plattenstützen anliegen. Die Außenflächen
der Winkelbleche verlaufen dabei mit Abstand von den Außenflächen der auf die Plattenstützen
aufgesetzten Walzgerüstgehäuse. Wie die Erfindung weiter vorsieht, können die Auflageflächen
der Plattenstützen in einer, parallel zur horizontalen Walzmittenebene verlaufenden
Ebene liegen, und die Seitenflanschen der Walzgerüstgehäuse jeweils aus zwei, rechtwinklig
zueinander stehenden Seitenflanschabschnitten bestehen. Die Winkelbleche können, wie
die Erfindung schließlich noch vorsieht, mit ihrer Giebeldachkante parallel zur Walzlinie,
unterhalb dieser verlaufend, als Ableitbleche für den Sinterablauf wirksam werden.
[0007] Die Verbindung der Plattenstützen mit den dachförmigen Winkelblechen stellt eine
außerordentlich biege- und verbindungssteife, kompakte, im Vergleich mit der bekannten,
sehr leichte Tragkonstruktion für die Walzgerüstanordnung dar; dies nicht nur, weil
die bei der bekannten Ausbildung notwendige Stegplatte wegfällt, sondern auch die
Grundplatte erheblich leichter ausgebildet werden kann. Hinzu kommt, daß ohne besondere
zusätzliche Einrichtungen eine einwandfreie Ableitung des Sinterabflusses sichergestellt
ist.
[0008] Die Erfindung wird anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. In der Zeichnung zeigen
- Fig. 1
- die Ansicht der Walzgerüstanordnung in Walzrichtung gesehen in schematischer Darstellung
und
- Fig. 2
- eine Teildraufsicht auf die Tragkonstruktion, ebenfalls in schematischer Darstellung.
[0009] Wie aus Fig. 1 in Verbindung mit Fig. 2 zu ersehen, sind die Stützplattenpaare 1,1
bzw. 2,2 in der Walzline W um ein bestimmtes Maß gegeneinander versetzt, abwechselnd
jeweils auf der einen bzw. der anderen Seite, A; B der Walzlinie auf der Grundplatte
3 angeordnet und mit dieser durch Bolzen und Schrauben 4 verbunden. Zwischen den Plattenstützenpaaren
1 bzw. 2 sind, hier aus einem Stück gebogene Winkelbleche 5 mit symmetrischem Winkelquerschnitt
angeordnet, deren äußere Randkanten auf der Grundplatte 3 aufliegen und hier mit dieser
verschweißt sind. Die Winkelrandkanten 5b der Winkelbleche 5 liegen an den Seitenflächen
der Plattenstützen 1 an und sind hier mit diesen ebenfalls verschweißt.
[0010] An den Seiten der Walzgerüstgehäuse 6 bzw. 7 (Fig. 1) sind jeweils zwei rechtwinklig
zueinander stehende Seitenflanschabschnitte 8a, 8b bzw. 9a, 9b vorgesehen, die wechselweise
auf den Auflageflächen 1a bzw. 2a der Plattenstützen 1 bzw. 2 aufliegen und mit diesen
durch Schrauben 10 bzw. 11 verbunden sind. Wie ersichtlich verlaufen die Außenflächen
der Winkelbleche 5 im Abstand von den Außenflächen der auf die Plattenstützen 1 bzw.
2 aufgesetzten Walzgerüstgehäuse 6 bzw. 7 und die Giebeldachkante 5c der Winkelbleche
5 verläuft unterhalb der Walzlinie W mit der Wirkung, daß der dort gebildete Sinter
auf die Außenfläche des Winkelblechs 5 auftrifft und von dieser nach beiden Seiten
abgeleitet wird.
[0011] Das Winkelblech 5 kann auch auf nicht dargestellte Weise aus einzelnen mit ihren
Randkanten entsprechend zusammengeschweißten Platten bestehen.
[0012] Die von den Winkelflächen 5, der Grundplatte 3 und den Plattenstützen 1, 2 gebildeten
Hohlräume können ggfs. mit einer erstarrenden Masse bspw. Hartbeton, ausgegossen werden.
Mit dieser Maßnahme läßt sich nicht nur die Stabilität der Tragkonstruktion verstärken;
es werden auch möglich Vibrationen gedämpft und Dröhneffekte vermieden werden.
1. Walzgerüstanordnung für einadriges Walzen, bei der unter sich gleiche, jeweils ein
Walzentragwellenpaar und das Antriebsgetriebe aufnehmende Walzgerüstgehäuse hintereinander
mit abwechselnd winklig gegen die Walzlinie geneigt liegenden Tragwellen in Blockbauweise
auf eine Tragkonstruktion aufgesetzt sind, die eine Grundplatte und eine Mehrzahl
von mit Abstand, vertikal auf dieser aufstehende Plattenstützenpaare mit Auflageflächen
aufweist, auf die die Walzgerüstgehäuse jeweils mit beidseitig an diesen angeordneten
Seitenflanschen aufsetz- und verschraubbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen den Plattenstützen (1; 2) jeweils mit deren Seitenflächen und mit der
Grundplatte (3) verbundene Versteifungsrippen (5) angeordnet sind.
2. Walzgerüstanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Versteifungsrippen (5) aus Winkelblechen mit symmetrischem Winkelquerschnitt
bestehen, deren äußere, parallele Randkanten (5a) auf der Grundplatte (3) aufliegen
und deren winklige Randkanten (5b) an den Seitenflächen der Plattenstützen (1; 2)
anliegen.
3. Walzgerüstanordnung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Außenflächen der Winkelbleche (5) mit Abstand von den Außenflächen der auf
die Plattenstützen (1; 2) aufgesetzten Walzgerüstgehäuse (6; 7) verlaufen.
4. Walzgerüstanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Auflageflächen (1a; 2a) der Plattenstützen (1; 2) in einer parallel zur horizontalen
Walzmittenebene verlaufenden Ebene liegen und die Seitenflanschen der Walzgerüstgehäuse
(6; 7) jeweils aus zwei, rechtwinklig zueinander stehenden Flanschabschnitten (8a,
8b; 9a, 9b) bestehen.
5. Walzgerüstanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Winkelbleche (5) mit ihrer Giebeldachkante (5c) parallel zur Walzlinie (W),
unterhalb dieser verlaufend, als Ableitblech für den Sinterablauf wirksam werden.
6. Walzgerüstanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die von den Winkelblechen (5), der Grundplatte (3) und den Plattenstützen (1,
2) gebildeten Hohlräume mit einer erstarrenden Gußmasse (Beton) ausgefüllt werden.
7. Walzgerüstanordnung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gußmasse durch, mit den Innenflächen der Winkelbleche (5), der Grundplatte
(3) bzw. der Plattenstützen (1, 2) verbundene Bewehrungen verstärkt wird.