[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Handetikettiergerät gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
[0002] Ein Handetikettiergerät gattungsgemäßer Art ist beispielsweise aus der DE 2 345 249
C bekannt geworden. Beim Etikettieren wird ein Handhebel betätigt, wobei während eines
Bedienungszyklus zunächst durch die Bewegung eines Dedienungshebels in Richtung auf
einen Handgriff zu eine Feder gespannt wird, deren gespeicherte Energie später die
Mechanik des Handetikettiergeräts antreibt.
[0003] Als nachteilig ist dabei anzusehen, daß die zum Etikettieren aufzubingende Kraft
durch die Federkonstante der Feder festgelegt ist. Derartige Geräte werden jedoch
von unterschiedlichen Personen bedient, die jeweils verschiedene Anforderungen an
die beim Etikettieren aufzubringende Handkraft haben. So können Männer im allgemeinen
höhere Kräfte als Frauen aufbringen, und es ist weiterhin offensichtlich, daß bei
einer Etikettierung in einer größeren Verkaufseinrichtung im Akkordverfahren leichter
Ermüdungserscheinungen im Handgelenk auftreten, als wenn nur gelegentlich einige Artikel
zu etikettieren sind. Weiterhin ist im Stande der Technik die Federkraft unabhängig
von der Stellenzahl und Größe des Druckwerks, da sich aus Gründen der Fertigungskosten
verbietet, unterschiedliche Federkonstanten vorzusehen, so daß bei einigen Geräten
eine relativ hohe Handkraft aufzubringen ist, die an sich nicht nötig wäre. Dieser
Nachteil tritt insbesondere bei Paginiergeräten mit einem Fortschaltzählwerk auf,
die mit einer zum Antreiben der größtmöglichen Stellenzahl ausreichenden Federkraft
ausgestattet werden, auch wenn nur wesentlich weniger Fortschaltstellen vorhanden
sind.
[0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, Handetikettiergeräte gattungsgemäßer
Art dahingehend weiterzubilden, daß ein ergonomisches, der jeweiligen Situation optimal
angepaßtes Arbeiten möglich ist.
[0005] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe bei einem Handetikettiergerät gattungsgemäßer Art
dadurch gelöst, daß Mittel zum Einstellen der Kraft der Feder vorgesehen sind.
[0006] Der Kerngedanke besteht darin, die Kraft der Feder, dh. den Zusammenhang zwischen
Schwenkwinkel des Handgriffs und aufzubringender Handkraft variierbar zu gestalten,
um sie den jeweiligen ergonomischen und gerätetechnischen Anforderungen anpassen zu
können. Die Einstellung kann schrittweise oder stufenlos erfolgen.
[0007] Im konkreten sind verschiedene Möglichkeiten zur Ausgestaltung der Mittel zum Einstellen
der Kraft der Feder denkbar, die im allgemeinen auf dem Grundprinzip der Variation
der Länge der Feder im Ruhezustand beruhen. Anzumerken ist, daß die Erfindung auch
bei einer Torsionsfeder anwendbar ist, bei der dann der Ruhewinkel zu variieren ist.
In einer ersten Ausführungsform der Erfindung findet ein stirnseitig an der Feder
angebrachtes, längenverstellbares Element Verwendung, mit dem die Länge der Feder
- durch eine Veränderung der Lage einer ihrer Stirnseiten - einstellbar ist. Das Element
kann koaxial zu einer (im Regelfall als Schraubenfeder ausgebildeten) Feder angeordnet
und mit einem Gewinde ausgestattet sein, wobei insbesondere eine an der Stirnseite
der Feder anliegende Mutter mit dem Gewinde interagiert. Die Mutter und/oder die Feder
können dann werksseitig oder vom Benutzer den jeweiligen Anforderungen entsprechend
justiert, dh. azimutal verdreht werden.
[0008] In einer anderen Ausgestaltung wird das Prinzip der schiefen Ebene zur Variation
der Federkraft verwendet. Es ist ein Element vorgesehen, das einerseits mit einer
Stirnseite der Feder, andererseits mit einer Einstellschräge in Berührung steht. Wird
nun die Position des Elements relativ zur Einstellschräge variiert, ändert sich ebenfalls
die Länge der Feder und somit die Federkraft. Im speziellen kann eine Schraube zur
Einstellung der Position des Elements und somit der Federkraft dienen. Es wäre selbstverständlich
auch denkbar, die Einstellschräge in der Form eines Keiles zu gestalten und in - an
einer Stirnseite der Feder anliegend - relativ zur Feder verschiebbar anzuordnen.
[0009] Im folgenden werden Ausführungsformen der Erfindung anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Sie zeigen in schematischer Darstellung in
- Figur 1 :
- Ein Handetikettiergerät mit einem längenverstellbaren Element zum Einstellen der Kraft
der Feder;
- Figur 2 :
- Ein Handetikettiergerät mit einem bezüglich einer Einstellschräge verstellbaren Element
zum Einstellen der Kraft der Feder.
[0010] Figur 1 zeigt ein insgesamt mit 1 bezeichnetes Handetikettiergerät, mit dem Etiketten
bedruckt und ausgegeben werden können, so daß sie an einem zu kennzeichnenden Gegenstand
anbringbar sind. Hierfür weist das Handetikettiergerät 1 eine in einem Gehäuse 2 angeordnete
Etiketten-Vorratsrolle 3 auf, von der das Etikett auf einem nicht dargestellten Trägerband
abgezogen und unter einem Druckwerk 4 zu einer Spendkante geführt wird, wo das Etikett
vom Trägerband abgelöst wird. Das Trägerband wird über eine Transporteinrichtung durch
das Handetikettiergerät 1 hindurchbewegt, wobei der Antrieb des Druckwerks 4 zum Bedrucken
des Etiketts und der Transporteinrichtung über einen Handhebel 7 erfolgt. Dieser Handhebel
7 liegt einem Handgriff 6 gegenüber und ist in einem Schwenklager 5 schwenkbar am
Gehäuse 2 befestigt.
[0011] Die Figur 1 zeigt die Ruhelage des Handhebels 7, in die er aufgrund der Kraft einer
Feder 8 gedrängt wird. Durch Verschwenkung des Handhebels 7 um das Schwenklager 5,
d.h. in der Richtung des Uhrzeigersinns, in Richtung auf den Handgriff 6 zu, werden
sowohl das Druckwerk 4 als auch die Transporteinrichtung angetrieben. Die Verschwenkung
des Handhebels 7 wird durch eine Greifbewegung einer das Handetikettiergerät 1 am
Handgriff 6 und Handhebel 7 haltenden Hand herbeigeführt. Beim Einschwenken des Handhebels
7 wird die Feder 8 zunächst gespannt. Während der Rückbewegung des Handhebels 7 drückt
die Feder 8 den Druckwerkhebel mit dem Druckwerk 4 gegen den Drucktisch und gleichzeitig
wird der Transport des Etikettenbandes durchgeführt. Die in der Feder gespeicherte
Energie treibt in an sich bekannter Weise die Mechanik des Handetikettiergeräts an.
[0012] Um die Federkraft der Feder 8 an die jeweiligen gerätetechnischen und ergonomischen
Anforderungen anpassen zu können, sind Mittel zum Einstellen vorgesehen, die ein längenverstellbares
Element 9,10 umfassen. Letzteres besteht aus einer Schraube 9 mit einer kegelförmigen
Spitze, die an einem dem Schwenklager 5 benachbarten Bereich des Handhebels 7 anliegt,
und deren der Spitze gegenüberliegendes Gewinde mit einer Mutter 9 beaufschlagt ist,
die ihrerseits an einer Stirnseite der als Schraubenfeder ausgebildeten Feder 8 anliegt.
Die gegenüberliegende Stirnseite der Feder 8 liegt in an sich bekannter Weise am Handgriff
6 an. Durch Verstellen des azimutalen Winkels der Schraube 9 relativ zur Mutter 10
(bzw. umgekehrt) kann nun die Länge der Feder 8 in ihrer Ruheposition und somit der
Zusammenhang zwischen Schwenkwinkel des Handhebels 7 und Kraft der Feder 8 nach dem
Hooke'schen Gesetz variiert werden. Die Verstellung kann durch Drehen der Schraube
9 beispielsweise mittels eines Inbusschlüssels durch eine Öffnung im Handgriff 6,
wobei die Mutter 10 drehfest mit der Feder 8 verbunden ist, oder durch Drehen der
Mutter 10 mittels eines Schraubenschlüssels erfolgen, wenn die Schraube 9 azimutal
arretiert ist.
[0013] In Figur 2 ist eine andere Ausführungsform der Erfindung dargestellt. Die Feder 8
liegt an ihrer dem Handhebel 7 benachbarten Stirnseite an einem Element 9' an, das
anderen Endes mit einer kegelförmigen Spitze an einem dem Schwenklager 5 benachbarten
Bereich 12 des Handhebels 7 anliegt. Durch Verschieben der Spitze über den als Einstellschräge
dienenden Bereich 12 (in der Zeichnung von links nach rechts) in Richtung auf das
äußere Ende des Handhebels 7 zu ist die Entfernung zwischen der Spitze und dem dem
Handgriff 6 zugeordneten Ende der Feder 8 variierbar. Um das Herausspringen der Spitze
des Elements 9' aus dem Bereich 12 zu verhindern, ist der Bereich 12 vorzugsweise
ausgenutet. Die Position des Elements 9' relativ zum Handhebel 7 wird mittels einer
- mit einem entsprechenden Gewinde des Elements 9' interagierenden - Schraube 11 eingestellt,
die stirnseitig an einer rechtwinklig nach oben, orthogonal zum Griffbereich des Handhebels
7 verlaufenden Wand des Handhebels 7 anliegt. Aufgrund der Kraft der Feder 8 wird
die Schraube 11 gegen diese Wand gedrückt. In dieser Ausführungsform der Erfindung
kann die Position des Elements 9' und die Kraft der Feder 8 unschwer von der Bedienungsseite
des Handetikettiergeräts 1 her durch Rotieren der Schraube 11 justiert werden.
1. Handetikettiergerät (1) mit verstellbarer Federkraft, mit einem Handgriff (6) und
einem Bedienungshebel (7), der aus einer Ruhestellung gegen den Widerstand einer Feder
(8) in eine Arbeitsposition verschwenkbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß Mittel zum Einstellen der Kraft der Feder (8) vorgesehen sind.
2. Handetikettiergerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zum Einstellen der Kraft der Feder (8) ein an einem Ende der Feder
(8) angebrachtes, längenverstellbares Element umfassen.
3. Handetikettiergerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das längenverstellbare Element koaxial zur Achse der als Schraubenfeder ausgebildeten
Feder (8) angeordnet und mit einem Gewinde ausgestattet ist.
4. Handetikettiergerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewinde mit einer am Ende der Feder (8) anliegenden Mutter (10) wechselwirkt,
wobei die Mutter (10) und/oder das Gewinde azimutal verstellbar sind/ist.
5. Handetikettiergerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zum Einstellen der Kraft der Feder ein Element (9') umfassen, dessen
Position relativ zu einer Einstellschräge (12) variierbar ist.
6. Handetikettiergerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Position des Elements (9') mittels einer Schraube (11) variierbar ist.