[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zubereiten einer Mischung aus einer Wirksubstanz
und einem Verdünnungsmittel, mit einem Behälter zur Aufnahme des Verdünnungsmittels
und mit einer Kartusche zur Aufnahme der Wirksubstanz in einem aus Wandabschnitten
umschlossenen Innenraum der Kartusche, wobei die Kartusche in den Behälter einsetzbar
und derart ausgebildet ist, daß die Wirksubstanz aus dem Innenraum in den Behälter
entleerbar und dort mit dem Verdünnungsmittel verdünnbar ist, wobei ferner die Kartusche
einen ersten, lösbaren Wandabschnitt aufweist, der zum Entleeren der Kartusche von
einem umgebenden, zweiten Wandabschnitt mindestens teilweise abhebbar ist und der
erste Wandabschnitt ferner über eine Betätigungseinrichtung mit einem dritten Wandabschnitt
in Verbindung steht, der durch den zweiten Wandabschnitt vom ersten Wandabschnitt
getrennt ist.
[0002] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Befüllen einer Kartusche für eine
Vorrichtung zum Zubereiten einer Mischung aus einer Wirksubstanz und einem Verdünnungsmittel,
mit einem Behälter zur Aufnahme des Verdünnungsmittels und mit der Kartusche zur Aufnahme
der Wirksubstanz in einem aus Wandabschnitten umschlossenen Innenraum der Kartusche,
wobei die Kartusche in den Behälter einsetzbar und derart ausgebildet ist, daß die
Wirksubstanz aus dem Innenraum in den Behälter entleerbar und dort mit dem Verdünnungsmittel
verdünnbar ist, wobei ferner die Kartusche einen ersten, lösbaren Wandabschnitt aufweist,
der zum Entleeren der Kartusche von einem umgebenden, zweiten Wandabschnitt mindestens
teilweise abhebbar ist und der erste Wandabschnitt ferner über eine Betätigungseinrichtung
mit einem dritten Wandabschnitt in Verbindung steht, der durch den zweiten Wandabschnitt
vom ersten Wandabschnitt getrennt ist.
[0003] Eine Vorrichtung und ein Verfahren der vorstehend genannten Art sind aus der DE-A1-35
35 986 bekannt.
[0004] Vorrichtungen der eingangs genannten Art werden eingesetzt, um bestimmte Wirksubstanzen,
beispielsweise Reinigungsmittel, Insektizide, Pflanzenschutzmittel und dergleichen
mit einem geeigneten Verdünnungsmittel, insbesondere Wasser, zu verdünnen und die
auf diese Weise hergerichtete Mischung zu verteilen, insbesondere zu verspritzen oder
zu versprühen. Die Wirksubstanz kann eine Flüssigkeit, aber auch ein Pulver oder ein
Granulat sein.
[0005] Bei bestimmten Bauarten derartiger Vorrichtungen werden flaschenartige Behälter verwendet,
die einen Flaschenhals mit Außengewinde aufweisen. Der flaschenartige Behälter wird
zunächst mit einer vorbestimmten Menge eines Verdünnungsmittels, beispielsweise mit
Wasser, befüllt. In den Flaschenhals wird dann eine Kartusche der genannten Art eingesetzt,
und schließlich wird ein Kopf einer Sprühvorrichtung aufgeschraubt, der typischerweise
zugleich eine Pumpe enthält.
[0006] Beim Aufschrauben des Kopfes wird die Kartusche selbsttätig geöffnet, so daß die
in der Kartusche enthaltene Wirksubstanz sich in den Innenraum des Behälters entleert.
Durch Schütteln des Behälters wird nun die Wirksubstanz mit dem Verdünnungsmittel
vermischt. Die so hergerichtete Mischung kann nach Betätigen der Pumpe versprüht werden.
[0007] Es versteht sich, daß das vorstehend genannte Ausführungs- und Anwendungsbeispiel
nur illustrierend zu verstehen ist, und den Rahmen der vorliegenden Erfindung nicht
einschränkt.
[0008] Bei der Vorrichtung gemäß der eingangs genannten DE-A1-35 35 981 wird gemäß einem
dort beschriebenen Ausführungsbeispiel eine Kartusche von näherungsweise zylindrischer
Bauart eingesetzt. Die Kartusche umfaßt einen einseitig nach unten offenen, hohlzylindrischen
Topf, dessen obere Deckplatte mit einer kreisförmigen Durchtrittsöffnung versehen
ist. Durch diese Durchtrittsöffnung ist eine Kolbenstange dicht geführt, an deren
freiem unterem Ende sich ein Kolben befindet, der zugleich einen Verschluß für das
ansonsten unten offene Ende des zylindrischen Topfes bildet.
[0009] In einer eingezogenen Stellung der Kolbenstange verschließt der Kolben den Topf nach
unten, so daß ein allseits umschlossener Innenraum in dem Topf entsteht, der in einer
ersten Gebrauchsstellung der Kartusche mit der Wirksubstanz befüllt ist.
[0010] Um die Kartusche zu entleeren, wird die Kolbenstange nach unten verschoben, und zwar
bis der Kolben aus dem unteren offenen Ende des zylindrischen Topfes herausfährt,
so daß ein Ringspalt zwischen der zylindrischen Mantelfläche des Topfes und der Kolbenstange
entsteht. Durch diesen Ringspalt kann sich die Wirksubstanz aus der Kartusche entleeren.
[0011] Zum Befüllen der Kartusche wird diese kopfüber positioniert, so daß der erwähnte
Kolben nach oben gerichtet ist. Durch Verfahren der Kolbenstange kann nun der bereits
erwähnte Ringspalt hergestellt und die Kartusche bei Verwendung einer flüssigen Wirksubstanz
mittels einer geeigneten Füllnadel entsprechend der vorgesehenen Dosis gefüllt werden.
[0012] Bei der bekannten Kartusche ist von Nachteil, daß an zwei Stellen eine Abdichtung
erforderlich ist, nämlich zum einen am Durchgang der Kolbenstange und zum anderen
am Außenumfang des Kolbens. Diese Abdichtung muß zuverlässig hergestellt werden, weil
es sich bei den Wirksubstanzen unter Umständen um aggressive Medien handelt, die vor
dem bestimmungsgemäßen Einsatz nicht nach außen dringen sollten. Darüber hinaus erfordert
die bekannte Kartusche eine aufwendige Herstellung, weil die entsprechenden dichten
Passungen gefertigt werden müssen und es beim Montieren der Kartusche erforderlich
ist, den Kolben mit der Kolbenstange relativ zu dem Topf zu fügen.
[0013] Das bekannte Verfahren hat den Nachteil, daß die Kartusche über einen Ringspalt befüllt
werden muß, was eine aufwendige Führung einer Füllnadel erfordert. Besonders problematisch
ist in diesem Falle die Befüllung mit einem Pulver oder einem Granulat.
[0014] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren der
eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden, daß die vorstehend genannten Nachteile
vermieden werden. Insbesondere soll eine im Aufbau und in der Handhabung einfache
Kartusche zur Verfügung gestellt werden, die auch betriebssicher ist. Schließlich
soll das Verfahren zum Befüllen der Kartusche so vereinfacht werden, daß eine kostengünstige
Massenfertigung möglich ist.
[0015] Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß die Betätigungseinrichtung an einem Befestigungspunkt fest mit
dem dritten Wandabschnitt verbunden ist und daß der dritte Wandabschnitt im Bereich
des Befestigungspunktes flexibel ausgebildet ist.
[0016] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird auf diese Weise vollkommen gelöst.
Durch die genannte Ausbildung wird nämlich das Abdichtungsproblem an der Verbindungsstelle
zwischen Betätigungseinrichtung und drittem Wandabschnitt vermieden. Während beim
Stand der Technik dort der Durchtritt der Kolbenstange durch die Deckplatte der Kartusche
vorhanden ist, wird die Relativbewegung der Betätigungseinrichtung gegenüber den Wandabschnitten
gemäß der vorliegenden Erfindung dadurch erreicht, daß der dritte Wandabschnitt in
dem genannten Bereich flexibel ausgebildet ist. Die Betätigungseinrichtung kann dann
fest mit dem dritten Wandabschnitt verbunden werden und muß nicht mehr in diesem gleitend
angeordnet sein.
[0017] Auf diese Weise kann man die erwähnten Leckageprobleme drastisch minimieren. Dies
gilt insbesondere deswegen, weil das Leckageproblem im Bereich des Durchtritts einer
Kolbenstange auch nicht durch eine Abklebung mittels einer Folie oder dergleichen
beseitigt werden kann. Andererseits würde eine aufwendige Dichtung, beispielsweise
eine O-Ring-Dichtung zu deutlich erhöhten Fertigungskosten führen.
[0018] Bei einem Verfahren der eingangs genannten Art wird die zugrundeliegende Aufgabe
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der erste Wandabschnitt lösbar mit der Befestigungseinrichtung
verbunden ist, und daß der in Abwesenheit des ersten Wandabschnitts frei zugängliche
Innenraum mit der Wirksubstanz befüllt und dann mittels des ersten Wandabschnitts
verschlossen wird.
[0019] Die zugrundeliegende Aufgabe wird auf diese Weise ebenfalls gelöst, weil der Innenraum
nunmehr während des Befüllens der Kartusche frei Zugänglich ist, also Befüllungseinrichtungen
unterschiedlichster Art verwendet werden können. Im Gegensatz zum Stand der Technik
ist es nicht mehr erforderlich, den Innenraum durch einen schmalen Ringspalt zu befüllen.
Vielmehr kann die Wirksubstanz in einfachster Weise in den frei zugänglichen Innenraum
eingefüllt, zum Beispiel eingegossen werden. Dies ermöglicht erst eine Befüllung mit
pulver- oder granulatförmigen Wirksubstanzen unter großtechnischen Bedingungen.
[0020] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist der dritte
Wandabschnitt im Bereich des Befestigungspunktes als Balg ausgebildet.
[0021] Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß eine große relative Bewegung der Betätigungseinrichtung
im Vergleich zu den Wandabschnitten der Kartusche möglich ist, ohne daß darunter die
Dichtung im Bereich des Befestigungspunktes leidet.
[0022] Alternativ ist erfindungsgemäß auch möglich, den dritten Wandabschnitt im Bereich
des Befestigungspunktes als dehnbare Membran auszubilden.
[0023] Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß der dritte Wandabschnitt in einfacherer Weise
herstellbar ist.
[0024] Besonders bevorzugt ist dabei, wenn der dritte Wandabschnitt als Schnappmechanismus
ausgebildet ist, der eine stabile Endstellung einnimmt, wenn der erste Wandabschnitt
vom zweiten Wandabschnitt abgehoben ist.
[0025] Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß der erste Wandabschnitt nach Überwindung des
"Druckpunktes" des Schnappmechanismus selbsttätig in eine Endstellung übergeht, die
eine weit abgehobene Stellung des ersten Wandabschnittes ermöglicht. Dann kann die
Wirksubstanz besonders gut ausgespült werden, weil ein besonders großer Ringspalt
zur Verfügung steht. Dies gilt insbesondere dann, wenn pulver- oder granulatförmige
Wirksubstanzen eingesetzt werden.
[0026] Bei weiteren Ausführungsbeispielen der Erfindung sind der dritte Wandabschnitt und
die Betätigungseinrichtung einstückig ausgebildet. Weiterhin können auch der dritte
Wandabschnitt und der zweite Wandabschnitt einstückig ausgebildet sein.
[0027] Diese Maßnahmen haben den Vorteil, daß einfache Kunststoff-Spritztechniken eingesetzt
werden können, um einige der Wandabschnitte oder sämtliche Wandabschnitte der Kartusche
einstückig herzustellen. Auf diese Weise werden die Fertigungskosten vermindert.
[0028] Bei weiteren Ausführungsbeispielen der Erfindung ist die Betätigungseinrichtung als
Rohr ausgebildet, das den ersten Wandabschnitt durchdringt.
[0029] Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß weitere Medien durch die Betätigungseinrichtung
geleitet werden können, beispielsweise Druckluft vom Außenraum des Behälters in dessen
Innenraum oder die verdünnte Mischung auf umgekehrtem Wege.
[0030] Eine besonders gute Wirkung wird erzielt, wenn der erste Wandabschnitt lösbar mit
der Befestigungseinrichtung verbunden ist.
[0031] Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß in der bereits erwähnten Weise eine einfachere
Befüllung des Innenraumes möglich ist, indem der Innenraum in Abwesenheit des ersten
Wandabschnitts befüllt und dann der erste Wandabschnitt an der Befestigungseinrichtung
und am zweiten Wandabschnitt befestigt wird.
[0032] Dies gilt insbesondere dann, wenn gemäß einer Weiterbildung dieser Variante der erste
Wandabschnitt auf die Betätigungseinrichtung im Paßsitz aufgesteckt ist.
[0033] Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß die notwendige Dichtwirkung zwischen Betätigungseinrichtung
und erstem Wandabschnitt auf einfache Weise hergestellt werden kann.
[0034] Weiterhin ist erfindungsgemäß bevorzugt, wenn in an sich bekannter Weise der erste
Wandabschnitt im Zweiten Wandabschnitt nach Art eines Kolbens geführt ist.
[0035] Bei weiteren Ausführungsbeispielen der Erfindung ist eine den ersten Wandabschnitt
vollständig überdeckende Folie vorgesehen, die an ihrem umlaufenden Rand fest mit
dem zweiten Wandabschnitt verbunden ist. Der zweite Wandabschnitt kann zu diesem Zweck
verlängert ausgebildet sein.
[0036] Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß im Falle besonders aggressiver Wirksubstanzen
eine vollständige Abdichtung des Innenraumes möglich ist, indem zum Beispiel eine
aluminiumkaschierte Folie an ihrem umlaufenden Rand auf den zweiten Wandabschnitt
aufgeschweißt oder aufgeklebt wird. Die Folie kann beim Aktivieren der Betätigungseinrichtung
dann durch den vorlaufenden Kolben aufgerissen werden.
[0037] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist eine Ausführungsform besonders bevorzugt,
bei der die Kartusche eine im wesentlichen zylindrische Gestalt aufweist, wobei der
erste Wandabschnitt als Bodenplatte, der zweite Wandabschnitt als Zylindermantel und
der dritte Wandabschnitt als Deckplatte ausgebildet sind.
[0038] Die Deckplatte kann an ihrem Umfang mit einem Flansch zur Befestigung an dem Behälter
versehen sein.
[0039] Weitere Vorteile ergeben sich aus der Beschreibung und der beigefügten Zeichnung.
[0040] Es versteht sich, daß die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0041] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird in
der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht, im Schnitt, eines Teils einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung, und zwar in einer ersten Gebrauchsstellung;
- Fig. 2
- die Anordnung gemäß Fig. 1, jedoch in einer zweiten Gebrauchsstellung.
[0042] In den Figuren bezeichnet 10 eine Kartusche, wie sie in Verbindung mit einem Behälter
zum Zubereiten einer Mischung aus einer Wirksubstanz und einem Verdünnungsmittel eingesetzt
wird.
[0043] Die Kartusche 10 ist von im wesentlichen zylindrischer Gestalt. Sie umfaßt eine obere,
im wesentlichen kreisförmige Deckplatte 11. Die Deckplatte 11 umfaßt einen mittleren,
ebenen Abschnitt 12 sowie einen außen umlaufenden Ringflansch 13.
[0044] Der ebene Abschnitt 12 geht an seinem Außenrand einstückig in einen nach unten weisenden
Zylindermantel 14 über, der an einem unteren Ende 15 frei endet.
[0045] Entlang einer Mittelachse 20 der Kartusche 10 erstreckt sich ein Rohr 21. Das Rohr
21 umfaßt ein oberes Ende 22, das nach oben über die Deckplatte 11 übersteht. An das
obere Ende 22 schließt sich ein oberer Abschnitt 23 an, der den ebenen Abschnitt 12
in noch zu beschreibender Weise durchsetzt. Ein mittlerer Abschnitt 24 des Rohrs 21
erstreckt sich achsparallel zum Zylindermantel 14. Ein unteres Ende 25 des Rohrs 21
endet in etwa fluchtend mit dem unteren Ende 15 des Zylindermantels 14. Das untere
Ende 25 kann mit einer äußeren Eindrehung 26 verbunden sein.
[0046] Wie man aus den Figuren deutlich erkennt, steht der obere Abschnitt 23 des Rohrs
21 über einen Balg 30 mit dem mittleren, ebenen Abschnitt 12 der Deckplatte 11 in
Verbindung, und zwar vorzugsweise einstückig. Dies bedeutet, daß die Deckplatte 11,
der Zylindermantel 14 und das gesamte Rohr 21 vorzugsweise einstückig ausgebildet
sind, und zwar insbesondere als gemeinsam gespritztes Kunststoffteil.
[0047] Auf das untere Ende 25 des Rohrs 21 ist eine Bodenplatte 34 aufgesteckt. Hierzu dient
vorzugsweise die bereits erwähnte Eindrehung 26, die so bemessen ist, daß die Bodenplatte
34 im Paßsitz auf das untere Ende 25 des Rohrs 21 aufgeschoben werden kann und dort
eine dichte Verbindung besteht.
[0048] Ein Außenumfang 35 der im wesentlichen kreisförmigen Bodenplatte 34 läuft ebenfalls
dicht in einem Innenumfang 36 des Zylindermantels 14.
[0049] Durch die beschriebene Anordnung wird in der ersten Gebrauchsstellung gemäß Fig.
1 eine allseits dichte Anordnung erreicht, in der die Kartusche 10 einen Innenraum
40 aufweist, der mit der Wirksubstanz 41 befüllt werden kann. Die Kartusche 10 wird
dabei wegen des Vorhandenseins des Rohrs 21 von einem in der Achse 20 verlaufenden
Kanal 42 durchsetzt. Durch den Kanal 42 ist ein Steigrohr 43 geführt.
[0050] Die Kartusche 10 kann nun auf einen Behälter 45 aufgesetzt werden, der in Fig. 1
nach Art eines Flaschenhalses abschnittsweise angedeutet ist. Zu diesem Zweck kann
die Kartusche 10 mittels eines nicht dargestellten Außengewindes auf dem Zylindermantel
14 eingeschraubt oder eingesteckt oder mittels eines Bajonettverschlusses verrastet
werden usw. Der Ringflansch 13 dient zur genauen Positionierung der Kartusche 10 auf
dem Behälter 45.
[0051] Auf die Gesamtanordnung kann dann zum Beispiel eine Sprühpistole aufgesetzt werden,
die in Fig. 1 mit 46 angedeutet ist. Die Sprühpistole 46 ist so ausgebildet, daß bei
deren Aufsetzen bzw. Aufschrauben auf den Behälter 45 das Rohr 21 in axialer Richtung
verschoben wird. Die Sprühpistole 46 ist mit dem Steigrohr 43 in an sich bekannter
Weise verbunden.
[0052] Die auf diese Weise hergestellte zweite Gebrauchsstellung ist in Fig. 2 dargestellt.
Gleiche Elemente sind dabei mit gleichen Bezugszeichen versehen, wobei unterschiedliche
Stellungen durch Hinzufügen eines Apostroph gekennzeichnet sind.
[0053] Man erkennt aus Fig. 2 deutlich, daß ein Herunterfahren der Sprühpistole 46 in die
Stellung 46' zugleich eine axiale Verschiebung des Rohrs 21 in eine Stellung 21' bewirkt.
[0054] Bei dieser Bewegung des Rohres 21 nach 21' wird der Balg 30 nach 30' verformt. Die
Abdichtung im Übergang zwischen dem Rohr 21 und der Deckplatte 11 bleibt dadurch unverändert.
[0055] Das sich abwärts bewegende Rohr 21' dient zugleich als Betätigungseinrichtung für
die Bodenplatte 34, die nach 34' in Fig. 2 verschoben wird. Die Bodenplatte 34 wirkt
als Kolben in einem durch den Zylindermantel 14 gebildeten Zylinder. Wenn nun die
Bodenplatte 34 nach 34' verschoben wird, gerät sie an ihrem Umfang außer Eingriff
mit dem Zylindermantel 14, weil sie unter dessen unteres Ende 15 hinausfährt. Auf
diese Weise entsteht ein Ringspalt 48, durch den die Wirksubstanz 41 nach unten ausströmen
kann, wie mit einem Pfeil 49 angedeutet.
[0056] Wenn der Balg 30 als Schnappmechanismus ausgebildet ist, kann die Öffnungsbewegung
des als Betätigungseinrichtung dienenden Rohres 21 mit der Bodenplatte 34 noch vergrößert
werden. Bei handelsüblichen Sprühpistolen für den hier interessierenden Einsatz beträgt
der axiale Weg beim Aufschrauben der Sprühpistole bspw. nur 2 mm. Überträgt man diesen
Weg direkt auf die Bewegung der Bodenplatte 34, so bedeutet dies, daß auch die Bodenplatte
34 in Richtung der Achse 20 nur einen Weg von 2 mm ausführen kann. Dies begrenzt zugleich
bei bestimmter Dicke der Bodenplatte 34 die Breite des Ringspaltes 48. Wenn man den
Balg 30 hingegen als Schnappmechanismus ausbildet, so kann die verhältnismäßig kleine
axiale Bewegung der Sprühpistole bei deren Aufschrauben eingesetzt werden, um gerade
den "Druckpunkt" des Schnappmechanismus zu überwinden, d.h. den neutralen Punkt zwischen
den beiden Schnapp-Endstellungen.
[0057] Wenn auf diese Weise der Druckpunkt überwunden wird, schnappt das Rohr 21 mit der
Bodenplatte 34 weiter nach unten, wobei es gleichzeitig mit seinem oberen Ende 22
von der Sprühpistole 46 abhebt. Der Arbeitsweg des Rohres 21 mit der Bodenplatte 34
wird dann um diese Schnappbewegung vom Druckpunkt bis zur zweiten, unteren und stabilen
Endstellung des Balgs 30 vergrößert.
[0058] In Fig. 1 ist noch in gestrichelten Linien dargestellt, daß bei einer Variante des
dort dargestellten Ausführungsbeispiels das untere Ende 15 des Zylindermantels 14
über die Position der Bodenplatte 34 hinaus verlängert sein kann, wie mit 50 angedeutet.
Auch das untere Ende 25 des Rohrs 21 ist entsprechend verlängert.
[0059] Auf die vorzugsweise verlängerten Enden 50 des Zylindermantels 14 und des Rohrs 21
kann eine Schutzfolie 51 aufgelegt und dort jeweils umfänglich verschweißt werden.
Dies bewirkt, daß die Bodenplatte 34 vollkommen abgedichtet wird, so daß auch bei
sehr aggressiven Wirksubstanzen 41 ein Austritt derselben durch eine Leckage zwischen
Bodenplatte 34 und Zylinderwand 14 bzw. Rohr 21 vermieden wird. Die Schutzfolie 51
ist in der Achse 20 mit einer Öffnung versehen, durch die das Steigrohr 43 hindurchragt.
[0060] Beim Übergang von der ersten Gebrauchsstellung gemäß Fig. 1 in die zweite Gebrauchsstellung
gemäß Fig. 2 wird die Schutzfolie 51 durch die vorlaufende Bodenplatte 34 selbsttätig
aufgerissen.
[0061] Um die Dichtwirkung am Außenumfang 35 der Bodenplatte 34 zu verbessern, kann ergänzend
noch vorgesehen sein, dort eine Ringdichtung 55 anzubringen, die in Fig. 2 angedeutet
ist.
1. Vorrichtung zum Zubereiten einer Mischung aus einer Wirksubstanz und einem Verdünnungsmittel,
mit einem Behälder (45) zur Aufnahme des Verdünnungmittels und mit einer Kartusche
(10) zur Aufnahme der Wirksubstanz (41) in einem aus Wandabschnitten (12, 14, 34)
umschlossenen Innenraum (40) der Kartusche (10), wobei die Kartusche (10) in den Behälter
(45) einsetzbar und derart ausgebildet ist, daß die Wirksubstanz (41) aus dem Innenraum
(40) in den Behälter (45) entleerbar und dort mit dem Verdünnungsmittel verdünnbar
ist, wobei ferner die Kartusche (10) einen ersten, lösbaren Wandabschnitt aufweist,
der zum Entleeren der Kartusche (10) von einem umgebenden, zweiten Wandabschnitt mindestens
teilweise abhebbar ist und der erste Wandabschnitt ferner über eine Betätigungseinrichtung
mit einem dritten Wandabschnitt in Verbindung steht, der durch den zweiten Wandabschnitt
vom ersten Wandabschnitt getrennt ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungseinrichtung
an einem Befestigungspunkt fest mit dem dritten Wandabschnitt verbunden ist und daß
der dritte Wandabschnitt im Bereich des Befestigungspunktes flexibel ausgebildet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der dritte Wandabschnitt
im Bereich des Befestigungspunktes als Balg (30) ausgebildet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der dritte Wandabschnitt
im Bereich des Befestigungspunktes als dehnbare Membran ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der dritte Wandabschnitt als Schnappmechanismus ausgebildet ist, der eine stabile
Endstellung einnimmt, wenn der erste Wandabschnitt vom zweiten Wandabschnitt abgehoben
ist.
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der dritte Wandabschnitt und die Betätigungseinrichtung einstückig ausgebildet
sind.
6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß der dritte Wandabschnitt und der zweite Wandabschnitt einstückig ausgebildet sind.
7. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Betätigungseinrichtung als Rohr (21) ausgebildet ist, das den ersten Wandabschnitt
durchdringt.
8. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß der erste Wandabschnitt lösbar mit der Betätigungseinrichtung verbunden ist.
9. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der erste Wandabschnitt auf die Betätigungseinrichtung im Paßsitz (25, 26) aufgesteckt
ist.
10. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß der erste Wandabschnitt im zweiten Wandabschnitt nach Art eines Kolbens geführt
ist.
11. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß eine den ersten Wandabschnitt vollständig überdeckende Folie (51) vorgesehen ist,
die an ihrem umlaufenden Rand fest mit dem zweiten Wandabschnitt verbunden ist.
12. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kartusche (10) im wesentlichen eine zylindrische Gestalt aufweist, wobei der
erste Wandabschnitt als Bodenplatte (34), der zweite Wandabschnitt als Zylindermantel
(14) und der dritte Wandabschnitt als Deckplatte (11) ausgebildet sind.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Deckplatte (11) an ihrem
Umfang mit einem Flansch (13) zur Befestigung an dem Behälter (45) versehen ist.
14. Verfahren zum Befüllen einer Kartusche (10) für eine Vorrichtung zum Zubereiten einer
Mischung aus einer Wirksubstanz und einem Verdünnungsmittel, mit einem Behälter (45)
zur Aufnahme des Verdünnungsmittels und mit der Kartusche (10) zur Aufnahme der Wirksubstanz
(41) in einem aus Wandabschnitten (12, 14, 34) umschlossenen Innenraum (40) der Kartusche,
wobei die Kartusche (10) in den Behälter (45) einsetzbar und derart ausgebildet ist,
daß die Wirksubstanz (41) aus dem Innenraum (40) in den Behälter (45) entleerbar und
dort mit dem Verdünnungsmittel verdünnbar ist, wobei ferner die Kartusche (10) einen
ersten, lösbaren Wandabschnitt aufweist, der zum Entleeren der Kartusche (10) von
dem umgebenden, zweiten Wandabschnitt mindestens teilweise abhebbar ist und der erste
Wandabschnitt ferner über eine Betätigungseinrichtung mit einem dritten Wandabschnitt
in Verbindung steht, der durch den zweiten Wandabschnitt vom ersten Wandabschnitt
getrennt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Wandabschnitt lösbar mit der Betätigungseinrichtung
verbunden ist, und daß der in Abwesenheit des ersten Wandabschnitts frei zugängliche
Innenraum (40) mit der Wirksubstanz (41) befüllt und dann mittels des ersten Wandabschnitts
verschlossen wird.