[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Erosionsschutz- und Pflanzmatte gemäß den Merkmalen
des Oberbegriffes des Patentanspruches 1.
[0002] Eine Erosionsschutz- und Pflanzmatte dieser Art ist aus der EP 0 450 346 B1 vorbekannt.
Dabei sind Gewebe und Vlies mittels Fäden oder Garnen fest verbunden, die aus einem
Material bestehen, das unter Einwirkung von Feuchtigkeit und Nässe seine Festigkeit
verliert und sich auflöst. Wenn diese Matte feuchten Witterungsbedingungen ausgesetzt
ist, lösen sich die das Gewebe und das Vlies zusammenhaltenden Verbindungsmittel allmählich
auf, und das die Pflanzensamen beinhaltende Vlies sinkt ab und legt sich unmittelbar
auf den zu schützenden Boden. Nachteilig hierbei ist der große Aufwand zur Verbindung
von Gewebe und Vlies mittels der Fäden und Garne als Verbindungsmittel.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Erosionsschutz- und Pflanzmatte in
der Herstellung zu vereinfachen.
[0004] Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruches
1. Das Gewebe und das auf dessen Unterseite angeordnete Vlies sind erfindungsgemäß
durch Vernadelung miteinander verbunden, wobei die Verbindungsmittel einzelne Fasern
des auf der Unterseite des Gewebes angeordneten Vlieses sind, die bei der Vernadelung
mit Hilfe spezieller Maschinen und Nadeln mit Widerhaken in die Fäden des Gewebes
eingestochen und dort festgehalten werden. Somit werden die Fasern des Vlieses als
Verbindungsmittel genutzt, so daß keine zusätzlichen Verbindungsmittel erforderlich
sind und die Herstellung der Matte somit wesentlich vereinfacht wird. Die Zahl der
das Gewebe mit dem Vlies zusammenhaltenden Fasern ist so gering, daß bei eintretender
Nässe (Regen) und entsprechender Gewichtszunahme des Vlieses durch die Wasseraufnahme
die einzelnen Verbindungs-Fasern des Vlieses unter Einwirkung von Feuchtigkeit und
Nässe und der damit einhergehenden Gewichtszunahme des Vlieses reißen bzw. aus dem
Gewebe herausreißen. Damit wird die Verbindung zwischen Gewebe und Vlies unterbrochen,
und von dem unter den Witterungseinflüssen stark schrumpfenden und sich dadurch verkürzenden
Gewebe, das z.B. zwischen zwei benachbarten Auflagern, wie z.B. Steinen, angehoben
wird, löst sich das mit Samen und evtl. Dünger durchsetzte Vlies und sinkt zu bzw.
verbleibt am Boden, und die keimenden Samen bzw. deren Wurzeln finden die für ihre
Entwicklung notwendigen Bedingungen vor. Dabei ist die Verbindung aus Gewebe und Vlies
homogen über die textilen Flächengebilde verteilt angeordnet.
[0005] Es ist zwar aus der gattungsfremden DE-OS 2158914 vorbekannt, zwei zur Bepflanzung
dienende gleiche Vliesstoffe durch Vernadelung fest miteinander zu verbinden. Auch
aus der DE-OS 3400696 ist ein Verbundstoff aus zwei materialgleichen Schichten aus
Faserwalztorf bekannt, die durch Fasern oder Fäden miteinander verbunden sind. Hierbei
treten die der Erfindung zugrunde liegenden Probleme aber nicht auf, da der Verbundstoff
jeweils aus zwei gleichen Stoffen besteht, die sich unter Witterungsbedingungen gleich
verhalten.
[0006] Die erfindungsgemäße Erosionsschutz- und Pflanzmatte ist nach-folgend anhand eines
Ausführungsbeispieles der Erfindung und einer Matte herkömmlichen Aufbaus näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch eine Matte in schematischer Darstellung;
- Fig. 2
- die Matte nach Fig. 1 auf einem mit großen Steinen übersäten, zu zu befestigenden
Boden verlegt;
- Fig. 3
- entspricht der Darstellung nach Fig. 2, jedoch nach Witterungseinflüssen mit hohem
Feuchtigkeitsgehalt;
- Fig. 4
- ist eine Darstellung entsprechend der Fig. 3, jedoch ist hier das Verhalten einer
Matte herkömmlichen Autbaues gezeigt.
[0007] Ein grobmaschiges Gewebe 1 aus Sisal- oder Kokosfasern trägt an seiner Unterseite
ein Vlies 2, das vorzugsweise aus dunklen oder dunkel gefärbten Fasern'aufgebaut ist.
Unter grobmaschigem Gewebe im Sinne der gegenständlichen Erfindung wird ein solches
verstanden, das relativ große Porenvolumina zwischen den Fäden hat, ein sogenanntes
undichtes Gewebe. In dem erwähnten Vlies 2 sind Pflanzensamen 3 eingebettet, und zweckmäßigerweise
kann hier auch ein Dünger miteingeschlossen sein. Gewebe 1 und Vlies 2 sind fabriksseitig
miteinander verbunden durch einzelne Fasern, welche aus dem Vlies kommend, im Gewebe
festgehalten werden. Diese Verbindungsfasern reißen unter Gewichtsbelastung in dem
Moment als das Vlies, durch Regenwasser beschwert, sein Gewicht vervielfacht und auf
den zu schützenden Boden sinkt.
[0008] Fig. 2 veranschaulicht nun, wie die aus Fig. 1 ersichtliche, fabriksseitig gefertigte
Matte auf einem zu befestigenden Boden 6 verlegt ist, wobei dieser Boden von relativ
großen Steinen 7 übersät ist. Die Matte ist so verlegt, daß sie zwischen benachbarten
Steinen 7 durchhängt und auf dem zu befestigenden Boden aufliegt. Um die Lage der
Matte zu fixieren, vor allem dann, wenn es sich um geneigte Bodenflächen handelt,
können an verschiedenen Stellen Anker im Boden befestigt sein, mit welchen die Matte
dann unlösbar verbunden wird.
[0009] Ist die Matte nassen Witterungseinflüssen ausgesetzt, so reißen unter dem Gewicht
des regendurchtränkten Vlieses die Verbindungsfasern und damit wird die Verbindung
zwischen Vlies 2 und Gewebe 1 unterbrochen, sodaß das unter den genannten Witterungseinflüssen
stark schrumpfende und sich dadurch verkürzende Gewebe in der Folge zwischen zwei
benachbarten Auflagern, hier zwischen den Steinen 7, angehoben wird, wobei jedoch
das mit Samen und event. Dünger durchsetzte Vlies 2 nunmehr am Boden 6 verbleibt und
die keimenden Samen bzw. deren Wurzeln die für ihre Entwicklung notwendigen Bedingungen
vorfinden.
[0010] Demgegenüber zeigt eine Matte, bei welcher Vlies und Gewebe mit Fäden oder Garnen
herkömmlicher Art verbunden sind, jenes Bild, das schematisch in Fig. 4 veranschaulicht
ist: Die zwischen zwei benachbarten Auflagern (Steine 7) in Folge der Schrumpfung
anhebende Matte zieht zwangsläufig das mit ihr verbundene Vlies 2 mit, hebt es damit
vom Boden 6 ab, und die Wurzeln 8 der keimenden Samen hängen frei in der Luft, wobei
sie in Bälde verdorren. Da der erwähnte Schrumpfungsprozeß irreversibel ist, können
sich die keimenden Samen in diesem Fall nicht entwickeln, der Samen kann seine ihm
zugedachte Funktion nicht erfüllen.
1. Erosionsschutz- und Pflanzmatte, mit mindestens einem aus strapazierfähigen, verrottbaren
organischen Fasern, vorzugsweise aus Sisal- und oder Kokosfasern, gefertigtem grobmaschigem
Gewebe, mit einem mit dessen Unterseite verbundenen, vorzugsweise zum überwiegenden
Teil aus verrottbaren Fasern bestehenden Vlies mit darin eingebetteten Pflanzensamen
und mit das Gewebe und das Vlies zusammenhaltenden Verbindungsmitteln,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gewebe (1) und das Vlies (2) durch Vernadelung miteinander verbunden und die
Verbindungsmittel einzelne Fasern (5) des auf der Unterseite des Gewebes (1) angeordneten
Vlieses (2) sind.
2. Erosionsschutz- und Pflanzmatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungs-Fasern
(5) nicht wasserlöslich sind.