[0001] Die Erfindung betrifft eine Sperrflügelpumpe mit den im Oberbegriff des Anspruchs
1 genannten Merkmalen.
[0002] Sperrflügelpumpen der gattungsgemäßen Art sind bekannt. Sie weisen ein Gehäuse auf,
in dem ein Rotor in Rotation versetzt wird. Die Umfangsfläche des Rotors weist mindestens
eine Steuerfläche auf, die - in Umfangsrichtung gesehen - beidseitig von Trennbereichen
begrenzt wird. Die Steuerfläche und die Trennbereiche wirken mit mindestens einem
Sperrflügel zusammen, der in einer Nut in der Wandung des feststehenden Gehäuses untergebracht
ist und gegen die Steuerfläche gedrückt wird. Durch die Drehbewegung des Rotors werden
von den Sperrflügeln begrenzte Räume mit variablen Volumina voneinander abgegrenzt.
Durch die periodische Änderung der Größe der Volumina wird ein Fluid angesaugt und
an einem Druckanschluß wieder abgegeben. Bei den bekannten Sperrflügelpumpen ist nachteilig,
daß mit dem Ansaugen und Wiederabgeben des Fluids entweder Radialkräfte auftreten,
die durch eine entsprechend aufwendige Lagerung des Rotors abgefangen werden müssen,
oder diese Sperrflügelpumpen, insbesondere bei 2-hubiger Ausführung, eine starke Volumenstrompulsation
aufweisen. Infolge der Drehbewegung des Rotors erfahren die Sperrflügel eine radiale
Bewegung, die von der Kontur der Umfangsfläche des Rotors bestimmt wird. Bei mehrhubigen
Sperrflügelpumpen wird ein Gesamtförderstrom der Sperrflügelpumpe durch eine Überlagerung
der Förderfunktion des jeweils von einer Steuerfläche und einem Flügel gebildeten
Pumpenraumes bestimmt. Durch diese Überlagerung von Teilförderströmen ergibt sich
eine kinematische Volumenstrompulsation, die Förderstromschwankungen aufweist.
[0003] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Sperrflügelpumpe der gattungsgemäßen Art zu schaffen,
bei der das Auftreten von Radialkräften minimiert werden kann und gleichzeitig eine
Verringerung der Volumenstrompulsation erreicht wird.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Sperrflügelpumpe mit den im Anspruch
1 genannten Merkmalen gelöst. Dadurch, daß wenigstens vier Sperrflügel und über die
Umfangsfläche des Rotors eine ein Vielfaches von 2 betragende Anzahl von Steuerflächen
vorgesehen sind, wobei jeweils zwei Steuerflächen gegenüberliegend angeordnet und
identisch ausgebildet sind und die Anzahl der Steuerflächen größer ist als die Anzahl
der Sperrflügel, heben sich die von den gegenüberliegend angeordneten Steuerflächen
in den jeweiligen Druckräumen hervorgerufenen Radialkräfte auf, da diese in entgegengesetzter
Richtung gerichtet sind. Hierdurch wird sehr vorteilhaft erreicht, daß für die Lagerung
des Rotors kein eigenes Lager zum Auffangen der Radialkräfte vorgesehen zu werden
braucht. Der Rotor kann somit sehr vorteilhaft auf einem freien Ende einer Antriebswelle
einer antreibenden Kraftmaschine "fliegend" gelagert sein.
[0005] Darüber hinaus ist sehr vorteilhaft, daß durch die wenigstens vier Sperrflügel und
wenigstens sechs Steuerflächen der gesamte Volumenstrom auf sich überlagernde Teilvolumenströme
aufgeteilt wird, die sich, entsprechend der Rotation des Rotors, zeitlich versetzt
zu dem Gesamtvolumenstrom überlagern. Es wird hierdurch ein gleichmäßiger Volumenstrom
erreicht, dessen Volumenstrompulsation minimiert ist.
[0006] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß über die Umfangsfläche
des Rotors sechs Steuerflächen vorgesehen sind, die vorzugsweise mit insgesamt vier
Sperrflügeln zusammenwirken. Durch einen derartigen Aufbau der Sperrflügelpumpe wird
erreicht, daß eine besonders gute Verteilung der Radialkräfte über den gesamten Umfang
des Rotors möglich ist, wobei die Summe der an der Drehwelle des Rotors angreifenden
Radialkräfte gegen Null geht.
[0007] Insbesondere ist sehr vorteilhaft, daß durch die erfindungsgemäße Sperrflügelpumpe
der Anlagedruck der Trennbereiche an dem Gehäuse, der infolge der bisher auftretenden
Radialkraftschwankungen ebenfalls variierte, auf minimalem Niveau im wesentlichen
gleichbleibend groß ist, so daß ein Verschleiß des Rotors beziehungsweise des Gehäuses
minimiert werden kann. Hiermit ist eine insgesamt höhere Einsatzdauer der Sperrflügelpumpe
möglich.
[0008] Ferner ist in vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß zu jedem
Zeitpunkt der Rotation des Rotors die Bedingung gilt, daß die Summe der Quadrate der
radialen Positionen eines gerade ausfahrenden Sperrflügels und eines gerade einfahrenden
Sperrflügels konstant und gleich groß der Summe der Quadrate der maximalen und minimalen
radialen Positionen der Sperrflügel ist. Dadurch wird sehr vorteilhaft das gesamte
Förderverhalten der Sperrflügel als Funktion des radialen Hubes der Sperrflügel berücksichtigt.
Durch die spezielle Ausgestaltung der Kontur wird eine quadratische Zunahme der Fördermenge
über dem Flügelhub berücksichtigt, so daß bei der Überlagerung von Teilförderströmen
die kinematische Volumenstrompulsation drastisch reduziert ist.
[0009] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen in
den Unteransprüchen genannten Merkmalen.
[0010] Die Erfindung wird nachfolgend in einem Ausführungsbeispiel anhand der zugehörigen
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Schnittdarstellung einer Sperrflügelpumpe;
- Figur 2 bis Figur 4
- verschiedene Kennlinien der erfindungsgemäßen Sperrflügelpumpe im Vergleich mit bekannten
Sperrflügelpumpen.
[0011] Figur 1 zeigt ausschnittsweise eine Sperrflügelpumpe 10. Die Sperrflügelpumpe 10
besitzt ein Gehäuse 12, das eine kreisrunde Pumpenkammer 14 aufweist. Innerhalb der
Pumpenkammer 14 ist ein Rotor 16, der von einer Antriebswelle 18 angetrieben werden
kann, gelagert. Die Antriebswelle 18 ist über eine nicht dargestellte Antriebseinrichtung,
beispielsweise einen Elektromotor, antreibbar, so daß der Rotor 16 innerhalb der Pumpenkammer
14 in Rotation versetzbar ist. Im gezeigten Beispiel ist der Rotor 16 entgegen den
Uhrzeigersinn antreibbar.
[0012] Der Rotor 16 ist scheibenförmig ausgebildet und besitzt an seiner von einer Kreiskontur
abweichenden Umfangsfläche 20 mehrere, im gezeigten Beispiel sechs, identisch ausgebildete
Steuerflächen 22 und Trennbereiche 24. Die Steuerflächen 22 und Trennbereiche 24 sind
- in Umfangsrichtung gesehen - immer abwechselnd vorgesehen, so daß jede Steuerfläche
22 von zwei Trennbereichen 24 begrenzt ist. Der maximale Durchmesser des Rotors 16
ist so bemessen, daß sein Außendurchmesser im Bereich der Trennbereiche 24 praktisch
dem Innendurchmesser der Umfangswandung 26 der Pumpenkammer 14 entspricht. Der im
Bereich der Trennbereiche 24 gegebene Durchmesser des Rotors 16 ist größer als dessen
Durchmesser im Bereich der Steuerflächen 22, die quasi durch radial eingezogene Bereiche
gebildet werden. Die Steuerflächen 22 und die Trennbereiche 24 bilden somit eine Kontur
der Umfangsfläche 20 aus, auf deren Verlauf anhand der Figuren 2 bis 4 noch näher
eingegangen wird.
[0013] In die Umfangswandung 26 sind hier radial zur Antriebswelle 18 angeordnete Nuten
28 eingebracht, in die Sperrflügel 30 eingesetzt sind. Die senkrecht zur Darstellungsebene
von Figur 1 gemessene Breite der Sperrflügel 30 entspricht in etwa der Dicke des Rotors
16. Die in radialer Richtung gemessene Länge der Sperrflügel 30 ist geringer als die
Tiefe der Nuten 28. Die Dicke der Sperrflügel 30 ist etwas geringer als die Breite
der Nuten 28, so daß die Sperrflügel 30 in radialer Richtung gegen die Kraft eines
elastischen Elementes, beispielsweise einer Druckfeder 32, verschieblich gelagert
und geführt sind. Die Sperrflügel 30 werden von der Druckfeder 32 mit einer Druckkraft
beaufschlagt und gegen die Umfangsfläche 20 des Rotors 16 gedrückt. Die Anlagefläche
der Sperrflügel 30 am Rotor 16 ist abgerundet, vorzugsweise kreisbogenförmig, so daß
sich praktisch eine linienförmige Berührung mit der Umfangsfläche 20 des Rotors 16
ergibt. Die Druckkraft der Druckfedern 32 ist so stark gewählt, daß die Sperrflügel
30 bei allen Antriebsdrehzahlen an die Umfangsfläche 20 des Rotors 16 gedrückt werden.
Bei dem in Figur 1 gezeigten Ausführungsbeispiel sind insgesamt vier Nuten 28 mit
darin beweglich gelagerten Sperrflügeln 30 vorgesehen, die jeweils in einem Winkel
von 90° beabstandet zueinander in der Umfangswandung 26 des Gehäuses 12 angeordnet
sind.
[0014] Die sechs Trennbereiche 24 sind in einem Winkel von 60° über den Umfang des Rotors
16 angeordnet, so daß die zwischen den Trennbereichen 24 liegenden Steuerflächen 22
ebenfalls um einem Winkel von 60° zueinander versetzt angeordnet sind. Die Trennbereiche
24 und die Steuerflächen 22 besitzen alle exakt den gleichen Kurvenverlauf, das heißt
die gleiche Kontur, so daß sich bei einer an einer beliebigen Stelle durch die Antriebswelle
18 gelegten Gerade an dessen beiden Schnittpunkten mit der Umfangsfläche 20 ein gleicher
Abstand zwischen der Umfangsfläche 20 und der Umfangswandung 26 der Pumpenkammer 14
beziehungsweise der Antriebswelle 18 ergibt.
[0015] Die Steuerflächen 22 besitzen einen ersten Konturabschnitt 64 und einen zweiten Konturabschnitt
66, die über einen kreisbogenförmig gekrümmten Abschnitt 68 ineinander übergehen.
In Drehrichtung 38 des Rotors 16 gesehen, liegt der erste Konturabschnitt 64 vor dem
Konturabschnitt 66. Die Konturabschnitte 64 und 66 gehen jeweils von beziehungsweise
zu einem Trennbereich 24 in den kreisförmigen Abschnitt 68 über.
[0016] Jedem Sperrflügel 30 ist ein Druckauslaß 34 sowie ein Saugeinlaß 36 zugeordnet. Der
Druckauslaß 34 ist hierbei in der mit dem Pfeil 38 gekennzeichneten Drehrichtung des
Rotors 16 vor dem Sperrflügel 30 und der Saugeinlaß 36 jeweils nach dem Sperrflügel
30 angeordnet. Der Druckauslaß 34 wird zum Beispiel von einer in der Umfangswandung
26 der Pumpenkammer 14 mündenden Bohrung 40 gebildet, die in einem Druckanschluß 42
mündet. Der Saugeinlaß 36 wird von einem durch das Gehäuse 12 geführten Verbindungskanal
44 gebildet, der in einem Sauganschluß 46 mündet. Die jeweils den Sperrflügeln 30
zugeordneten Druckanschlüsse 42, im gezeigten Beispiel also vier, sind innerhalb eines
in der Figur 1 nicht mehr dargestellten Gehäusebereiches zu einem gemeinsamen Druckanschluß
der Sperrflügelpumpe 10 zusammengeführt. Die jeweils einem Sperrflügel 30 zugeordneten
Sauganschlüsse 46 sind ebenfalls zu einem gemeinsamen Sauganschluß der Sperrflügelpumpe
10 zusammengeführt.
[0017] Die in der Figur 1 gezeigte Sperrflügelpumpe 10 übt folgende Funktion aus, wobei
klar ist, daß der hier gezeigte Abschnitt des Gehäuses 12 innerhalb eines gesamten
Gehäuses der Sperrflügelpumpe 10 druckdicht angeordnet ist. Hierzu können beidseitig
des Rotors 16 Druckplatten vorgesehen sein, die ein druckdichtes Abschließen der Pumpenkammer
14 ermöglichen und die die entsprechenden Durchlässe für die Druckanschlüsse beziehungsweise
Sauganschlüsse aufweisen.
[0018] Über die Antriebswelle 18 wird der Rotor 16 in Rotation versetzt. Die Sperrflügel
30 werden durch die Druckfedern 32 gegen die Umfangsfläche 20 des Rotors 16 gedrückt.
Durch die Ausbildung der Trennbereiche 24 und der Steuerflächen 22 erfahren die Sperrflügel
30 während der Rotation des Rotors 16 eine radiale Bewegung (Hub). Im Bereich der
Trennbereiche 24, deren Außenumfang praktisch dem Innenumfang der Umfangswandung 26
entspricht, befinden sich die Sperrflügel 30 in ihrer radial äußersten Stellung. Bei
Passieren einer Steuerfläche 22 werden die Sperrflügel 30 durch die Federkraft der
Druckfeder 32 entsprechend der Kontur der Steuerfläche 22 radial nach innen gedrückt.
Durch die Kontur der Steuerflächen 22 ergeben sich im Bereich jeder Steuerfläche 22
Kammern 48, die ein bestimmtes Volumen aufweisen. Alle Kammern 48 besitzen gleich
große Volumina.
[0019] Befindet sich eine Steuerfläche 22 im Bereich eines Sperrflügels 30, wird die Kammer
48 durch den Sperrflügel 30, der mit seiner abgerundeten Kante dichtend an der Umfangsfläche
20 anliegt, in zwei Bereiche 50 und 52 aufgeteilt. Entsprechend der Drehrichtung 38
des Rotors 16 verändern die Bereiche 50 und 52 ihre Volumina. Der in Drehrichtung
vor dem Sperrflügel liegende Bereich 50 verändert sein Volumen von einem Maximum,
das dem gesamten Volumen der Kammer 48 entspricht, zu einem Minimum, das idealerweise
dem Wert Null entspricht. Die Abnahme des Volumens über der Zeit wird hierbei durch
den Verlauf der Konturabschnitte 64, 66 und 68 der Steuerfläche 22, wie anhand der
Figuren 2 bis 4 noch näher erläutert wird, bestimmt. Der nach dem Sperrflügel 30 gelegene
Bereich 52 verändert sein Volumen von einem Minimum, das idealerweise dem Wert Null
entspricht, zu einem Maximum, das dem Volumen der Kammer 48 entspricht. Durch diese
variablen Volumina wird innerhalb des Bereiches 52 aus dem Saugeinlaß 36 ein zu förderndes
Fluid durch die Vergrößerung des Bereiches 52 bis zum Gesamtvolumen der Kammer 48
angesaugt. Innerhalb der Kammer 48 wird das Fluid in Richtung des nächstliegenden
Druckauslasses 34 bewegt und dort unter Druck ausgetrieben. Dies geschieht durch das
sich in dem Bereich 50 verkleinernde Volumen, so daß das Fluid unter Druck in Richtung
des Pfeils 54 aus den Druckanschlüssen 42 gepreßt wird.
[0020] Im gezeigten Beispiel weisen die dort unten beziehungsweise oben dargestellten Kammern
48 einen sich verkleinernden Bereich 50 und einen sich vergrößernden Bereich 52 auf.
Über den Bereich 50 erfolgt ein Auspressen des Fluids (schraffiert dargestellt) in
den Druckauslaß 34, während gleichzeitig in den Bereich 52 über den Saugeinlaß 36
ein Fluid angesaugt wird. Die in der Darstellung links beziehungsweise rechts dargestellten
Kammern 48 erreichen gerade die Sperrflügel 30, so daß in der gezeigten "Momentaufnahme"
diese Kammern 48 beginnnen, sich über den Druckauslaß 34 zu entleeren.
[0021] Anhand der Darstellung wird deutlich, daß genau gegenüberliegende Kammern 48 beziehungsweise
Bereiche 50 und 52 der Kammern 48 zu jedem Zeitpunkt, während der Rotation des Rotors
16, immer die gleiche Größe aufweisen. Hierdurch erfolgt in den sich gegenüberliegenden
Kammern 48 beziehungsweise Bereichen 50 und 52 der Kammern 48 ein gleicher Druckaufbau
beziehungsweise Druckabbau. Die von diesen sich ändernden Druckverhältnissen ausgehenden
Radialkräfte sind in sich genau gegenüberliegenden Kammern 48 beziehungsweise deren
Bereichen 50 und 52 immer gleich groß und besitzen einen immer genau entgegengesetzt
gerichteten Richtungsvektor, so daß diese sich gegenseitig aufheben. Auf den Rotor
16 und dessen Antriebswelle 18 wirken somit keine Querkräfte. Hiermit ist auch keine
spezielle Lagerung zum Ableiten dieser Querkräfte des Rotors 16 beziehungsweise der
Antriebswelle 18 notwendig. Der Rotor 16 kann somit sehr vorteilhaft auf einem freien
Ende einer aus einer Antriebseinrichtung herausgeführten Antriebswelle drehfest angeordnet
sein. Die Lagerung der Antriebswelle 18 erfolgt hierbei ausschließlich durch deren
Lagerung innerhalb der Antriebseinrichtung, beispielsweise einem Elektromotor.
[0022] Durch die querkraftfreie Lagerung des Rotors 16 ist eine optimale Führung des Rotors
16 über die Trennbereiche 24 an der Umfangswandung 26 der Pumpenkammer 14 gegeben.
Die Trennbereiche 24 besitzen somit eine gleichbleibende Dichtwirkung zwischen zwei
benachbarten Kammern 48. Ferner wird die Materialbelastung des Rotors 16 und des Gehäuses
12 während des Betriebes verringert. Das Gehäuse 12 bleibt somit während der Rotation
des Rotors 16 weitgehend frei von mechanischen Spannungen.
[0023] Durch die Ausbildung von insgesamt sechs Kammern 48, die mit vier Sperrflügeln 30
zusammenwirken, wird eine sehr niedrige Pulsation des Volumenstroms erreicht, da sich
die von den vier Druckanschlüssen 42 bereitgestellten Teilvolumenströme zu einem Gesamtvolumenstrom
überlagern. Somit tritt gegenüber den bekannten, beispielsweise zweihubigen Sperrflügelpumpen
eine wesentliche Verbesserung der Volumenstrompulsation auf.
[0024] Durch die Rotation des Rotors 16 erfolgt quasi eine Überlagerung der von jeder der
Kammern 48 geförderten Fördervolumina zu einem Gesamtförderstrom. Durch die Anordnung
der vier Sperrflügel 30 und der sechs Steuerflächen 22 kommt es zu einer Überlagerung
von Teilvolumenströmen, die entsprechend der momentanen Stellung des Rotors 16 unterschiedlich
groß sind und sich am Druckanschluß der Sperrflügelpumpe 10 zu einem gemeinsamen Volumenstrom
vereinigen.
[0025] Anhand der Figur 2 wird der Hub eines Sperrflügels 30 über eine halbe Umdrehung des
Rotors 16 verdeutlicht. Zur Verdeutlichung ist in Figur 1 auf dem Rotor 16 ein fester
Punkt A eingezeichnet, der einem aktuellen Winkel von 0° gegenüber einem Sperrflügel
30 definiert. Der Punkt A liegt bei der hier beispielhaften Erläuterung genau in der
Mitte eines Trennbereiches 24.
[0026] In Figur 2 ist die radiale Position h eines Sperrflügels 30 über einen halben Umlauf
des Rotors 16 dargestellt, wobei klar ist, daß sich bei der in Figur 1 gezeigten 6-hubigen
Sperrflügelpumpe der Ablauf nochmal wiederholt. Die radiale Position ist hier jeweils
über den gerade aktuellen Winkel, also von 0 bis 180°, aufgetragen. Zum Verdeutlichen
der Erfindung sind insgesamt drei Kennlinien eingezeichnet, wobei die durchgezogene
Linie und die gestrichelte Linie für sinusförmige Konturen gemäß Sperrflügelpumpen
nach dem Stand der Technik stehen. Die Kennlinie der erfindungsgemäßen Sperrflügelpumpe
10 ist mit einer Strich-Punkt-Linie dargestellt. Es wird deutlich, daß die radiale
Position h der Sperrflügel 10 im Bereich der Trennbereiche 24 auf einem Maximum und
im Bereich der Konturabschnitte 68 der Steuerflächen 22 auf einem Minimum verharrt.
Diese Bereiche sind so gestaltet, daß hier keine radiale Bewegung der Sperrflügel
30 erfolgt. Der Konturverlauf zwischen den Trennbereichen 24 und den Konturabschnitten
68 ist so gewählt, daß bei einer beliebigen Stellung des Rotors 16 die Summe der Quadrate
der radialen Position h der Sperrflügel 30 eines gerade radial ausgefahrenen Sperrflügels
30 im Bereich eines Konturabschnittes 64 der Steuerflächen 22 und eines gerade radial
einfahrenden Sperrflügels 30 im Bereich eines Konturabschnittes 66 einer Steuerfläche
22 immer konstant sind. Diese Summe der Quadrate der radialen Positionen eines aus-
und eines einfahrenden Sperrflügels 30 sind darüber hinaus gleich der Summe der Quadrate
der minimalen und der maximalen radialen Position h.
[0027] Für ein konkretes, beliebig herausgegriffenes Beispiel, bedeutet dies, daß, wenn
ein Sperrflügel 30 die Winkelposition 12,5° hat, dieser eine radiale Position h
1 einnimmt und gerade ausfährt, ein zweiter, nachfolgender Sperrflügel 30 besitzt dann
die Winkelposition 102,5° und weist eine radiale Position von h
2 auf und fährt gerade ein. Die Summe der Quadrate von h
1 und h
2 ist hierbei über den gesamten Konturverlauf der Umfangsfläche 20 gleich groß. Das
heißt, bei einer Drehung des Rotors 16 verschieben sich die Winkelpositionen der Sperrflügel
30 um exakt gleiche Winkelschritte. Der erste Sperrflügel 30 befindet sich in seiner
ausfahrenden und der zweite Sperrflügel 30 in seiner einfahrenden Phase. Die Summe
der Quadrate der radialen Positionen h
1 und h
2 ist darüber hinaus gleich der Summe der Quadrate der minimalen radialen Position
h
min und der maximalen radialen Position h
max.
[0028] Gemäß dem in Figur 1 gezeigten Ausführungsbeispiel sind vier Sperrflügel 30 vorgesehen,
wobei für die in Figur 2 nicht betrachteten zwei weiteren Sperrflügel 30 die gleiche
Beziehung gilt.
[0029] In der Figur 3 sind die radialen Beschleunigungskurven der Sperrflügel 30 aufgetragen.
Es sind wiederum die mit einer durchgehenden Linie und die mit einer gestrichelten
Linie den Stand der Technik verkörpernden Beschleunigungsverläufe mit dem mit einer
Strich-Punkt-Linie gekennzeichneten Beschleunigungsverlauf entsprechend der erfindungsgemäßen
Kontur der Umfangsfläche 20 gegenübergestellt. Beim Durchfahren des Konturabschnittes
64 erfährt der Sperrflügel 30 eine negative Beschleunigung bis zu einem Minimalwert,
von dem aus die Beschleunigung über den Nullpunkt hinaus kontinuierlich bis zu einem
Maximalwert ansteigt, um von dort wieder kontinuierlich mit Erreichen des Konturabschnittes
68 auf den Wert Null abzusinken. Während des Durchfahrens des Konturabschnittes 68,
der der minimalen radialen Position h
min entspricht, erfährt der Sperrflügel 30 keine radiale Beschleunigung. Es wird deutlich,
daß entsprechend der Rotation des Rotors 16 die Beschleunigung in den Konturabschnitten
66 bis auf einen Maximalwert kontinuierlich ansteigt, anschließend von diesem Maximalwert
kontinuierlich über den Nullpunkt in eine negative Beschleunigung bis zu einem Minimalwert
erfährt, um von diesem wiederum kontinuierlich mit Erreichen des Trennbereiches 24
auf den Nullwert anzusteigen. Beim Durchfahren des Trennbereiches 24 besitzt der Sperrflügel
30 seine maximale radiale Position h
max und erfährt dort keine radiale Beschleunigung. Beim Vergleich der Beschleunigungskurven
der erfindungsgemäßen Kontur mit den Konturen zum Stand der Technik wird deutlich,
daß keine abrupten Beschleunigungssprünge vorhanden sind, sondern der Beschleunigungsverlauf
im wesentlichen kontinuierlich ansteigt beziehungsweise abfällt.
[0030] In Figur 4 schließlich ist der Volumenstrom über dem aktuellen Winkel des Rotors
16 aufgetragen. Zum Vergleich sind wiederum die durchgezogene und gestrichelte Linie
gemäß dem Stand der Technik der Strich-Punkt-Linie gemäß der erfindungsgemäßen Kontur
gegenübergestellt. Es wird deutlich, daß durch die erfindungsgemäße Kontur die durch
den Konturverlauf der Umfangsfläche 20 bestimmte kinematische Volumenstrompulsation
äußerst gering ist. Die kinematische Volumenstrompulsation kann Werte von kleiner
0,3 % annehmen. Somit läßt sich mit der Sperrflügelpumpe mit der erfindungsgemäßen
Kontur ein im wesentlichen gleichförmiges Förderverhalten einstellen, das frei von
- den hier deutlich zu erkennenden Schwankungen des Volumenstroms beim Stand der Technik
- ist.
[0031] Nach allem wird deutlich, daß bei Einsatz einer Kontur der Umfangsfläche 20, wie
dies anhand der radialen Position h der Sperrflügel 30 in Figur 2 verdeutlicht ist,
das Förderverhalten der Sperrflügelpumpe 10 als Funktion des Flügelhubes berücksichtigt
werden kann. Insbesondere ist die Berücksichtigung der quadratischen Zunahme der Fördermenge
über den Flügelhub bei der Schaffung der Kontur der Umfangsfläche 20 für das Erreichen
einer minimalen kinematischen Volumenstrompulsation entscheidend.
[0032] Die Erfindung beschränkt sich nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel mit
vier Sperrflügeln 30 und sechs Steuerflächen 22, sondern ist bei jeder Sperrflügelpumpe
10 anwendbar, bei der durch eine mehrhubige Kontur eine Überlagerung von Teilförderströmen
zu einem Gesamtförderstrom erfolgt.
[0033] Die Sperrflügelpumpe 10 kann vorzugsweise in Kraftfahrzeugen als Getriebe- oder Lenkhilfpumpe
beziehungsweise als Kraftstoffdruckpumpe eingesetzt werden. Entsprechend der Drehzahl
des Rotors 16 läßt sich ein gleichmäßiges Förderverhalten, das heißt im wesentlichen
von Pulsationen freies Förderverhalten, in einem weiten Förderstrombereich einstellen.
1. Sperrflügelpumpe, mit einem einen Rotor aufnehmenden Gehäuse, in dessen Wandung jeweils
einen Sperrflügel aufnehmende Nuten eingebracht sind, die durch eine Feder gegen eine
durch Trennbereiche voneinander getrennte Steuerflächen aufweisende Umfangsfläche
des Rotors angedrückt werden, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens vier Sperrflügel (30) und über die Umfangsfläche (20) des Rotors
(16) eine ein Vielfaches von 2 betragende Anzahl von Steuerflächen (22) vorgesehen
sind, wobei jeweils zwei Steuerflächen (22) gegenüberliegend angeordnet und identisch
ausgebildet sind und die Anzahl der Steuerflächen (22) größer ist als die Anzahl der
Sperrflügel (30).
2. Sperrflügelpumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Rotor (16) sechs Steuerflächen (22) aufweist und daß vier Sperrflügel (30)
vorgesehen sind.
3. Sperrflügelpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Sperrflügel (30) um 90° zueinander versetzt angeordnet sind.
4. Sperrflügelpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerflächen (22) um einen Winkel von 60° über den Umfang des Rotors (16)
zueinander versetzt angeordnet sind.
5. Sperrflügelpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß alle Steuerflächen (22) eine identische Kontur besitzen.
6. Sperrflügelpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Steuerflächen (22) zwischen der Umfangsfläche (20) des Rotors
(16) und der Umfangswandung (26) des Gehäuses (12) gebildete Kammern (48) ein gleich
großes Volumen aufweisen.
7. Sperrflügelpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die den Sperrflügeln (30) zugeordneten Druckauslässe (34, 42) zu einem gemeinsamen
Druckanschluß der Sperrflügelpumpe (10) zusammengeführt sind.
8. Sperrflügelpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die den Sperrflügeln (30) zugeordneten Sauganschlüsse (36, 46) zu einem gemeinsamen
Sauganschluß der Sperrflügelpumpe (10) zusammengeführt sind.
9. Sperrflügelpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontur der Umfangsfläche so ausgelegt ist, daß zu jedem Zeitpunkt der Rotation
des Rotors (16) die Bedingung gilt, daß die Summe der Quadrate der radialen Positionen
(h) eines gerade ausfahrenden Sperrflügels (30) und eines gerade einfahrenden Sperrflügels
(30) konstant und gleich groß der Summe der Quadrate der maximalen (hmax) und minimalen (hmin) radialen Positionen der Sperrflügel (30) ist.