[0001] Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung zum Erzeugen eines Widerstandsverhaltens
mit einstellbarem positiven Temperaturkoeffizienten sowie die Verwendung dieser Schaltungsanordnung
in einer Stromspiegelschaltung.
[0002] Eine Temperaturkompensationsschaltung mit festem Kompensationsverhalten ist beispielsweise
aus Tietze/Schenk, Halbleiter-Schaltungstechnik, Springer-Verlag, 7. Auflage, Kapitel
4.6.3 bekannt. Dabei wird in den Eingangsstrompfad eines einfachen Stromspiegels eine
Diode geschaltet, die den Temperatureffekt beim Transistor im Ausgangsstrompfad kompensiert.
Die Kompensation ist jedoch durch die Wahl der Diode festgelegt.
[0003] Eine Vielzahl von elektrischen und elektronischen Bauelementen wie beispielsweise
Leuchtdioden, Laserdioden, Sensoren, Anzeigeelemente, Regler etc. zeigt im Betrieb
eine unterwünschte Temperaturabhängigkeit mit negativem Koeffizienten. Zur Erzielung
eines gleichbleibenden Verhaltens über einen großen Temperaturbereich werden bei derartigen
Bauelementen häufig Korrekturschaltungen mit positiven Temperaturkoeffizienten vorgesehen.
Da diese Temperaturkoeffizienten je nach zu kompensierendem Bauelement unterschiedliche
Werte annehmen sollen, müssen abhängig vom jeweiligen Bauelement unterschiedliche
Kompensationsschaltungen oder Kompensationselemente verwendet werden. Eine Anpassung
an das Temperaturverhalten des jeweiligen Bauelementes gestaltet sich daher in der
Regel aufwendig.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, Kompensationsmittel mit veränderbarem positiven Temperaturkoeffizienten
anzugeben.
[0005] Die Aufgabe wird durch eine Schaltungsanordnung mit den Merkmalen von Patentanspruch
1 gelöst. Eine Stromspiegelschaltung, bei der eine erfindungsgemäße Schaltung eingesetzt
wird, ist in Patentanspruch 2 angegeben.
[0006] Vorzugsweise weist die erfindungsgemäße Schaltungsanordnung eine Reihenschaltung
aus einem ersten ohmschen Widerstandselement und einem Diodenelement auf, der ein
zweites ohmsches Widerstandselement parallel geschaltet ist, wobei der Wert des zweiten
ohmschen Widerstandselements entsprechend dem gewünschten Temperaturkoeffizienten
eingestellt wird.
[0007] Eine bevorzugte Stromspiegelschaltung weist in ihrem Eingangsstrompfad eine aus einem
erstem und einem zweitem ohmschen Widerstandselement sowie aus einem Diodenelement
bestehende Schaltungsanordnung auf. Dabei wird die Schaltungsanordnung durch einen
Eingangsstrom gespeist und die an ihr abfallende Spannung der Basis-Emitter-Strecke
eines Transistors zugeführt. In die Emitterleitung des Transistors ist ein Emitterwiderstandselement,
das den gleichen Wert aufweist wie das erste ohmsche Widerstandselement der Schaltungsanordnung,
eingefügt. Der Ausgangsstrom der Stromspiegelschaltung ist am Kollektor des Transistors
abgreifbar.
[0008] Die Erfindung wird nachfolgend anhand des in der einzigen Figur der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert.
[0009] Beim Ausführungsbeispiel besteht die erfindungsgemäße Schaltungsanordnung aus einem
ohmschen Widerstand 1 und einer dazu in Reihe geschalteten Diode 3 in Durchlaßrichtung.
Der Reihenschaltung von Widerstand 1 und Diode 3 ist ein ohmscher Widerstand 2 parallel
geschaltet, wobei der Widerstand 2 abgleichbar ist. Ein in die erfindungsgemäße Schaltungsanordnung
eingespeister Strom I erzeugt eine Spannung U über der Schaltungsanordnung. Insgesamt
ergibt sich demnach ein Widerstandsverhalten der gesamten Schaltungsanordnung, wobei
der Widerstandswert mit positivem
Koeffizienten von der Temperatur abhängig ist. Die von dem Strom I und der Temperatur
abhängige Spannung I kann beispielsweise zur weiteren Ansteuerung beispielsweise einer
Treiberschaltung dienen, die ihrerseits ein zu versorgendes Bauelement wie beispielsweise
Leuchtdioden etc. versorgt.
[0010] Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel wird die erfindungsgemäße Schaltungsanordnung
bei einer Stromspiegelschaltung verwendet, bei der die erfindungsgemäße Schaltungsanordnung
mit den Widerständen 1 und 2 sowie der Diode 3 den Eingangskreis der Stromspiegelschaltung
bildet, während ein Transistor 5 in Verbindung mit einem Emitterwiderstand 4 den Ausgangskreis
darstellt. Die Basis des Transistors 5 ist dabei mit dem Knotenpunkt von erstem und
zweiten Widerstand verbunden, während der Emitter des Transistors 5 unter Zwischenschaltung
des Emitterwiderstandes 4 mit dem Knotenpunkt von Diode 3 und Widerstand 2 verbunden
ist. Der Leitungstyp des Transistors 5 ist entsprechend der Polung der Diode 3 gewählt.
An seinem Kollektor ist ein Ausgangsstrom Q abgreifbar, der gegenüber dem Strom I
einen mittels des Widerstandes 2 einstellbaren Temperaturkoeffizienten aufweist. Schließlich
kann der Knotenpunkt aus Diode 3, Widerstand 2 und Emitterwiderstand 4 an ein Bezugspotential
M angeschlossen sein, um definierte Potentialverhältnisse zu erzielen.
[0011] Der Widerstandswert R von erstem Widerstand 1 und Emitterwiderstand 4 werden dabei
gleich groß gewählt. Der Wert des Widerstandes 2 kann beispielsweise zwischen unendlich
und dem vierfachen Wert des Widerstandes 1 gewählt werden. Für den Wert unendlich
ergibt sich ein Temperaturkoeffizient von 0,3 %/K, während sich für den vierfachen
Widerstandswert des Widerstandes 1 ein Temperaturkoeffizient von 1 %/K ergibt. Allgemein
können Temperaturgänge realisiert werden, die einen Koeffizienten von größer 100 %/TW
aufweisen, wobei T für die absolute Temperatur und W für ... steht.
[0012] Die Vorteile der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung liegen in einem minimalen
Bauelementebedarf, einer leichten Einstellbarkeit des Temperaturkoeffizienten, der
hohen Integrationsfähigkeit, einer minimalen Alterung sowie großen Kompensations-,
Spannungs- und Temperaturbereichen.
1. Schaltungsanordnung zum Erzeugen eines Widerstandsverhaltens mit einstellbarem positiven
Temperaturkoeffizienten, mit einer Reihenschaltung aus einem ersten ohmschen Widerstandselement
(1) und einem Diodenelement (3),
dadurch gekennzeichnet, daß
der Reihenschaltung ein zweites ohmsches Widerstandselement (2) parallel geschaltet
ist, wobei der Wert des zweiten ohmschen Widerstandselements (2) entsprechend dem
gewünschten Temperaturkoeffizienten einstellbar ist.
2. Stromspiegelschaltung, bei der ein Eingangsstrom (I) eine Schaltungsanordnung nach
Patentanspruch 1 speist, die an ihr abfallende Spannung (U) der Basis-Emitter-Strecke
eines Transistors (5) zugeführt wird, der Ausgangsstrom (Q) am Kollektor des Transistors
(5) abgreifbar ist und ein Emitterwiderstandselement (4) am Emitter-Anschluß des Transistor
(5) den gleichen Wert (R) aufweist wie das erste ohmsche Widerstandselement (1) der
Schaltungsanordnung.