[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur elektronischen Sicherung
eines Artikels gegen Diebstahl.
[0002] Es sind bereits unterschiedlichste Sicherungselemente zur elektronischen Sicherung
von Artikeln gegen Diebstahl bekannt geworden. Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung
eines Sicherungselementes in Form eines "Thin Film"-Etiketts wird in der EP 0 295
028 B1 beschrieben. "Thin Film"-Etiketten bestehen aus einer dünnen, vorzugsweise
im µm-Bereich liegenden Schicht aus weichmagnetischem Material. Die weichmagnetische
Schicht wird vorzugsweise mittels eines physikalischen Abscheideverfahrens unter Vakuumbedingungen
auf ein Trägersubstrat aufgebracht.
[0003] Neben den "Thin Film"-Etiketten werden insbesondere zur Artikelsicherung im Lebensmittelbereich
die sog. "Strip"-Sicherungselemente eingesetzt, die aus einem streifenförmigen, weichmagnetischen
Material bzw. aus einem weichmagnetischen Draht bestehen.
[0004] Weiterhin werden bei der Artikelsicherung Resonanzschwingkreise als Sicherungselemente
eingesetzt. Derartige Sicherungselemente sind z.B. in der EP 285 559 B1 ausführlich
beschrieben. Aus der EP 0 093 281 B1 sind Sicherungselemente bekannt geworden, die
bei Anlegen eines magnetischen Wechselfeldes in mechanische Schwingungen versetzt
werden und ein detektierbares Signal erzeugen.
[0005] Aus der EP 0 494 114 A2 sind darüber hinaus sog. 'intelligente' Transponder bekannt
geworden, die neben der Sicherung der Ware, an der sie befestigt sind, auch die Möglichkeit
eröffnen, die betreffende Ware eindeutig zu identifizieren. In dieser Patentschrift
ist auch der Aufbau eines entsprechenden Detektionssystems beschrieben.
[0006] Zur Detektierung von Sicherungselementen in einer Abfragezone sind eine Vielzahl
unterschiedlicher Verfahren bekannt geworden. So wird in der EP 123 586 B vorgeschlagen,
zusätzlich zu zwei Abfragefelder mit den Frequenzen f1 und f2 im kHz-Bereich ein Feld
mit einer im Hz-Bereich liegenden Frequenz in die Abfragezone zu senden. Die beiden
Abfragefelder mit den Frequenzen f1 und f2 regen ein in der Abfragezone befindliches
Sicherungselement zur Aussendung eines charakteristischen Signals mit den Intermodulationsfrequenzen

(n, m = 0, 1, 2,...) an. Das niederfrequente Abfragefeld bewirkt, daß das Sicherungselement
im Takt dieses Feldes von der Sättigung in eine Richtung zur Sättigung in die andere
Richtung getrieben wird. Das charakteristische Signal tritt daher periodisch mit der
Frequenz des niederfrequenten Feldes auf.
[0007] Als alternative Lösung ist auch bekannt geworden, lediglich ein im kHz-Bereich liegendes
Abfragefeld zur Erregung des Sicherungselementes zu verwenden, wobei das charakteristische
Signal des Sicherungselementes wiederum im Takte eines niederfrequenten Feldes, das
das weichmagnetische Material zwischen den beiden Sättigungen hin- und hertreibt,
auftritt.
[0008] Zur Detektion von Sicherungselementen mit Resonanzschwingkreisen wird ein schmalbandiges
Wechselfeld in die Abfragezone abgestrahlt, das das Sicherungselement zur Aussendung
eines charakteristischen Signals im Bereich seiner Resonanzfrequenz anregt.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung bzw. ein Verfahren vorzuschlagen,
die bzw. das das Entfernen eines Sicherungselementes von einem gesicherten Artikel
erheblich erschwert.
[0010] Die Aufgabe wird hinsichtlich der Vorrichtung dadurch gelöst, daß eine Schutzfolie
vorgesehen ist, die das Sicherungselement vollständig und den Artikel zumindest im
Bereich des Sicherungselementes abdeckt.
[0011] Gemäß vorteilhafter Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung handelt es
sich bei dem Sicherungselement um einen Streifen oder einen Dünnfilm aus einem weichmagnetischen
Material oder um einen Resonanzschwingkreis, der die Kapazität C, den Widerstand R
und die Induktivität L besitzt oder um ein magnetomechanisches Sicherungselement,
das durch ein magnetisches Wechselfeld zu mechanischen Schwingungen angeregt wird.
[0012] Es hat sich als äußerst günstig erwiesen, als Schutzfolie eine sich bei Temperaturänderungen
zusammenziehende Folie (Schrumpffolie) zu verwenden. Derartige Folien sind wohlbekannt
und dienen u.a. dazu, einen Artikel gegen Beschädigungen zu schützen. Eine breite
Anwendung finden sie auch dort, wo es gilt, Produkte vor unbefugtem Öffnen zu schützen.
Hierdurch wird insbesondere bei Verpackungen, die hochwertige Produkten enthalten,
sichergestellt, daß kein Austausch oder Vermischen des Orginalproduktes erfolgen kann.
[0013] Erfindungsgemäß erfüllen die Schutzfolien noch die zusätzliche Funktion, das Sicherungselement
mit dem zu sichernden Artikel zu verbinden und jedwede Manipulationen an dem Sicherungselement
auf einfache Weise, aber dennoch äußerst wirkungsvoll zu verhindern. Durch die erfindungsgemäße
Vorrichtung wird durch eine geeignete Plazierung des Sicherungselementes und eine
nachfolgende Sicherung mittels der Schutzfolie erreicht, daß der gesicherte und geschützte
Artikel nicht vor dem Kauf geöffnet wird. Dadurch wird den hohen Anforderungen an
die Hygiene beim Verkauf von Lebensmitteln, aber insbesondere beim Verkauf von kosmetischen
Produkten (Cremedosen, Lippenstifte, usw.) Rechnung getragen. Weiterhin wird dadurch,
daß das Sicherungselement mittels der Schutzfolie an dem Artikel befestigt ist, dessen
unerlaubtes Entfernen von dem Artikel erheblich erschwert.
[0014] Als besonders günstig ist die Ausführungsform anzusehen, bei der die Folie die Form
eines Schlauches aufweist, der über den Artikel und das Sicherungselement aufgezogen
wird. Eine Alternative zu der schlauchförmigen Schutzfolie stellt eine flächige Schutzfolie
dar, die um den Artikel und das Sicherungselement gewickelt wird. Entweder wird die
Folie nach dem Anbringen auf dem Artikel erhitzt oder sie wird schon in erhitztem
Zustand um den Artikel gewickelt. Bei Erkalten schrumpft sie zusammen und paßt sich
der Form des zu schützenden Artikels optimal an.
[0015] Als besonders vorteilhaft ist es anzusehen, wenn die Schutzfolie als Laminat vorliegt,
wobei die Sicherungselemente in dem Laminat eingebettet und vorzugsweise in zueinander
parallel liegenden Bereichen angeordnet sind. Durch Unterteilung des Laminats läßt
sich die Größe der Schutzfolie problemlos auf die Größe des zu sichernden Artikels
abstimmen.
[0016] Die Aufgabe wird hinsichtlich des Verfahrens dadurch gelöst, daß eine Schutzfolie
zumindest im Bereich eines Sicherungselementes mit dem zu sichernden Artikel derart
verbunden ist, daß sie nur durch Zerstörung von dem Artikel lösbar ist.
[0017] Gemäß einer ersten Möglichkeit, wird das Sicherungselement mit dem Artikel verbunden,
z.B. aufgelegt oder aufgeklebt; nachfolgend wird die Schutzfolie zumindest im Bereich
des Sicherungselementes um den Artikel gewickelt oder auf den Artikel aufgezogen.
[0018] Als alternative Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird vorgeschlagen,
das Sicherungselement mit der Schutzfolie zu verbinden; anschließend wird die Schutzfolie
um den Artikel gewickelt oder auf den Artikel aufgezogen, so daß sich auch hier das
Sicherungselement zwischen Artikel und Schutzfolie befindet. Hierbei ist es besonders
günstig, wenn die Schutzfolie mit den integrierten Sicherungselementen als Laminat
hergestellt wird, wobei die Sicherungselemente parallel zueinander angeordnet sind;
nachfolgend wird das Laminat in Abhängigkeit von dem zu sichernden Artikel auf die
benötigte Größe geschnitten.
[0019] Eine dritte vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens schlägt das
Sicherungselement als integralen Bestandteil der Schutzfolie vor. Hierdurch wird das
Anbringen des Sicherungselementes und der Schutzfolie an dem Artikel erheblich erleichtert,
da keine separaten Teile mehr gehandhabt werden müssen.
[0020] Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Figuren näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1: eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung,
Fig. 2a: eine Draufsicht auf ein streifenförmiges Sicherungselement,
Fig. 2b: eine Draufsicht auf ein "Thin Film"-Sicherungselement,
Fig. 2c: eine Explosionsdarstellung eines Sicherungselementes mit einem Resonanzschwingkreis,
Fig. 3a: eine Draufsicht auf eine Schutzfolie,
Fig. 3b: eine perspektivische Ansicht einer schlauchförmigen Schutzfolie und
Fig. 4: eine perspektivische Darstellung einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung.
[0021] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung. Das Sicherungselement 3 - im dargestellten Fall handelt es sich um einen
Streifen 3.1 aus einem weichmagnetischen Material - ist fest zwischen Artikel 1 und
Schutzfolie 2 fixiert.
[0022] In Fig. 2a ist das streifenförmige Sicherungselement 3.1 gesondert dargestellt. Die
Figuren Fig. 2b und Fig. 2c zeigen ein "Thin Film"-Etikett 3.2 und ein Etikett 3.3
mit einem Resonanzschwingkreis. Wie aus der Explosionsdarstellung der Fig. 2c ersichtlich
ist, besteht das Sicherungselement 3.3 mit Resonanzschwingkreis aus einem spiralförmigen
Leiterelement 4 (--> Induktivität L und Widerstand R) und einem Kondensator 4 (-->
Kapazität C), wobei die beiden Kondensatorplatten 4 durch eine dielektrische Schicht
6 voneinander beabstandet sind.
[0023] Fig. 3a zeigt eine Draufsicht auf ein flächiges Stück einer Schutzfolie 2, die um
einen Artikel 1 gewickelt wird, so daß das Sicherungselement 3 zwischen Artikel 1
und Schutzfolie 2 fixiert wird. Eine besonders günstige Ausgestaltung der Schutzfolie
2 als Schlauch ist in der Fig. 3b zu sehen.
[0024] Fig. 4 zeigt eine perspektivische Darstellung einer vorteilhaften Weiterbildung der
erfindungsgemäßen Vorrichtung. Die Schutzfolie 2 mit Sicherungselementen 3.1 hat hier
die Form eines Laminats 7. Die Sicherungselemente 3.1 sind in parallel zueinander
liegenden Bereichen angeordnet. Je nach Größe des zu sichernden Artikels wird das
Laminat 7 in Bereiche B unterschiedlicher Größe unterteilt.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 1
- Artikel
- 2
- Schutzfolie
- 3.1
- streifenförmiges Sicherungselement
- 3.2
- "Thin Film"-Sicherungselement
- 3.3
- Sicherungselement mit Resonanzschwingkreis
- 4
- spiralförmiges Leiterelement
- 5
- Kondensatorplatte
- 6
- dielektrische Schicht
- 7
- Laminat
- B
- Bereich
- C
- Kapazität
- L
- Induktivität
- R
- Widerstand
1. Vorrichtung zur elektronischen Artikelüberwachung, bestehend aus einem Sicherungselement,
das mit einem zu sichernden Artikel verbunden ist und durch ein innerhalb einer Abfragezone
erzeugtes magnetisches Wechselfeld zur Aussendung eines charakteristischen Signals
angeregt wird, wodurch ein Alarm ausgelöst wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Schutzfolie (2) vorgesehen ist, die das Sicherungselement (3) vollständig
und den Artikel (1) zumindest im Bereich des Sicherungselementes (3) abdeckt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß es sich bei dem Sicherungselement (3) um ein streifenförmiges Element (3.1) aus
einem weichmagnetischen Material handelt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß es sich bei dem Sicherungselement (3) um einen Dünnfilm (3.2) aus einem weichmagnetischen
Material handelt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß es sich bei dem Sicherungselement (3) um einen Resonanzschwingkreis (3.3) handelt,
der eine Kapazität C, einen Widerstand R und eine Induktivität L besitzt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, 2, 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß es sich bei der Schutzfolie (2) um eine sich bei Temperaturänderung zusammenziehende
Folie (Schrumpffolie) handelt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schutzfolie (2) die Form eines Schlauches aufweist, der über den Artikel (1)
mit Sicherungselement (3) aufgezogen wird.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß es sich bei der Schutzfolie (2) um ein flächiges Gebilde handelt, das um den Artikel
(1) inklusive Sicherungselement (3) gewickelt ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schutzfolie (2) als Laminat (7) vorliegt, wobei die Sicherungselemente (3)
in dem Laminat (7) eingebettet und vorzugsweise in zueinander parallel liegenden Bereichen
angeordnet sind.
9. Verfahren zur elektronischen Artikelsicherung, wobei ein Sicherungselement verwendet
wird, das mit einem zu sichernden Artikel verbunden ist und durch ein innerhalb einer
Abfragezone erzeugtes magnetisches Wechselfeld zur Aussendung eines charakteristischen
Signals angeregt wird, wodurch ein Alarm ausgelöst wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Schutzfolie (2) zumindest im Bereich eines Sicherungselementes (3) mit dem
zu sichernden Artikel (1) derart verbunden wird, daß sie nur durch Zerstörung von
dem Artikel (1) lösbar ist.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Sicherungselement (3) mit dem Artikel (1) verbunden wird und daß nachfolgend
die Schutzfolie (2) zumindest im Bereich des Sicherungselementes (3) auf den Artikel
(1) gewickelt oder aufgezogen wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Sicherungselement (3) mit der Schutzfolie (2) verbunden wird und daß nachfolgend
die Schutzfolie (2) auf den Artikel (1) gewickelt oder aufgezogen wird, so daß sich
das Sicherungselement (3) zwischen Artikel (1) und Schutzfolie (2) befindet.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Sicherungselement (3) als integraler Bestandteil der Schutzfolie (2) hergestellt
wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schutzfolie (2) als Laminat (7) hergestellt wird, wobei die Sicherungselemente
(3) parallel zueinander angeordnet sind, und daß das Laminat (7) in Abhängigkeit von
dem zu sichernden Artikel (1) auf die benötigte Größe geschnitten wird.