[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Hochtemperatur-Thermistor mit einer Halbleiterkeramik
aus einem Mischkristalloxid der Seltenerdmetalloxide, insbesondere einen Thermistor,
der über den gesamten Temperaturbereich von Raumtemperatur bis 1100°C eingesetzt werden
kann.
[0002] Thermistoren für hohe Temperaturen haben in den letzten Jahren durch neue Anwendungsgebiete
im Immisionsschutz an Bedeutung gewonnen. Sie werden beispielsweise als Temperatursensor
für industrielle Abgastemperaturmessungen oder zur Temperatursteuerung und Übertemperatursicherung
für die katalytische Abgasverbrennung in Autos verwendet. Die typischen Anwendungstemperaturen
in Autos liegen zwischen 600°C und 1100°C, erst bei diesen erhöhten Temperaturen arbeitet
die katalytische Abgasverbrennung optimal. Thermistoren aus oxidischer Halbleiterkeramik
bieten gegenüber Thermoelementen in diesem Temperaturbereich den Vorteil, daß sie
ein wesentlich größeres Ausgangssignal haben, so daß zur Signalverarbeitung eine einfachere
Schaltungstechnik ausreicht.
[0003] Thermistoren werden auch als NTC-Widerstände bezeichnet, weil ihr Widerstand einen
negativen Temperaturkoeffizienten (NTC) aufweist. Der spezifische elektrische Widerstand
der NTC-Widerstände nimmt mit erhöhter Temperatur annähernd exponentiell ab gemäß
der Gleichung

, wobei ρ und ρ
0 die jeweiligen spezifischen Widerstände bei den absoluten Temperaturen T und T
0 sind, B ein thermische Konstante und T die Temperatur in Kelvin ist. Für einen Thermistoren
ist es besonders günstig, wenn die Widerstands- Temperatur- Kennlinie möglichst steil
ist. Diese Steilheit wird durch die Konstante B bestimmt.
[0004] Bekannte technische Lösungen für Thermistoren gehen von oxidischen Halbleiterkeramiken
aus, die auf oxidischen Verbindungen der Übergangsmetallen vom Spinell- oder Perowskit-Typ
basieren. Vielfach gelangen Mehrphasensysteme zur Anwendung, bei denen das Basismaterial
durch weitere Komponenten modifiziert wird. Heutige NTC-Bauelemente bestehen fast
ausschließlich aus Mischkristallen mit Spinellstruktur, die sich aus 2 bis 4 Kationen
der Gruppe Mn, Ni, Co, Fe, Cu und Ti zusammensetzen. Für solche mehrphasigen Systeme
wird der Nennwiderstand R
25 und die für die Temperaturempfindlichkeit maßgebliche B-Konstante durch eine entsprechende
Reaktionsführung bei der Herstellung auf variable Werte eingestellt, so daß bei einem
gegebenen Versatz die Produktion eines bestimmten Sortiments von Thermistoren möglich
ist. Diese Verfahrensweise schließt im allgemeinen eine beträchtliche Streubreite
der Daten der Einzelexemplare und von Charge zu Charge ein, da die den Thermistor
kennzeichnenden elektrischen Parameter je nach dem erreichten Strukturgefüge der Keramik
verschiedene Werte einnehmen. Ein hinreichend eng toleriertes Sortiment von langzeitstabilen
Thermistoren verlangt daher verschiedene Formen thermischer und elektrischer Nachbehandlung
sowie Sortieren und Vereinzeln als gesonderte Arbeitsschritte.
[0005] Die Fertigungsstreuung von NTC-Thermistoren ist durchaus kritisch, weil der Kontaminationsgehalt
im Sinterwerkstoff schwer kontrollierbar ist. Außerdem können sich die bei der Herstellung
bildenden keramischen Verbindungen und deren Kristallstrukturen mit der Zeit verändern,
besonders bei hohen Temperaturen. Bei hohen Temperaturen kann auch eine langsame Reaktion
mit dem Sauerstoff in der Atmosphäre stattfinden, die eine permanente Änderung des
Widerstandswertes und der Temperaturcharakteristik verursacht.
[0006] Daher sind Mischkristalloxide vom Spinell- oder Perowskittyp nur bis etwa 500°C einsatzfähig.
Bei höheren Temperaturen ist ihre Langzeitstabilität zu gering und außerdem ihr spezifischer
Widerstand für viele Anwendungsgebiete zu klein.
[0007] Aus A.J. Moulson und J.M. Herbert, "Electroceramics", Chapman and Hall, London, S.141
(1990) ist es bereits bekannt, für Thermistoren für sehr hohe Temperaturen Mischungen
von Seltenerdmetalloxiden, d.h. eine Mischung aus 70 cat. % Sm und 30 cat% Tb zu verwenden.
Diese Mischung kann bis zu Temperaturen von 1000°C eingesetzt werden, weil sie keine
Tendenz zeigt, mit dem Sauerstoff der Atmosphäre zu reagieren.
[0008] Bei sehr hohen Temperaturen oberhalb 1000°C treten jedoch auch bei diesem Hochtemperaturthermistormaterial
Instabilitäten im Widerstandswert auf.
[0009] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Hochtemperaturthermistor
zu schaffen, der enge Toleranzen aufweist und auch bei sehr hohen Temperaturen langzeitstabil
ist.
[0010] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe gelöst, indem man einen Thermistor mit einer Halbleiterkeramik
aus einem Mischkristalloxid der Seltenerdmetalle der Zusammensetzung [Y
aGd
bSm
cTb
d]
2O
3 mit 0 ≤ a ≤ 0,995; 0 ≤ b ≤ 0,995; 0 ≤ c ≤ 0,995; 0,01 ≤ d ≤ 0,995 und a > 0, wenn
b = 0 oder b > 0, wenn a = 0 zur Verfügung stellt. Ein derartiger Thermistor ist als
Temperatursensor für Temperaturen bis 1100°C geeignet. Er zeichnet sich durch eine
besondere Stabilität bei sehr hohen Betriebstemperaturen oberhalb von 1000°C aus.
Er eignet sich daher besonders als Sensor im Heißbereich der katalytischen Abgasreinigung
oder zur Temperaturregelung für die Motorsteuerung.
[0011] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es besonders bevorzugt, daß das Mischkristalloxid
eine kubische Kristallstruktur vom C-M
2O
3 -Typ hat. Thermistoren mit einer Halbleiterkeramik aus derartigen Mischkristalloxiden
zeichnen sich durch eine besondere Hochtemperaturstabilität aus.
[0012] Es kann auch bevorzugt sein, daß das Mischkristalloxid als weitere Dotierungen ein
Element aus der Gruppe Neodym,Europium, Gadolinium, Dysprosium, Holmium, Erbium, Thulium,
Ytterbium und Lutetium enthält.
[0013] Es ist bevorzugt, daß 0,5 ≤ a ≤ 0,99; b = 0, c = 0 und 0,01 ≤ d ≤ 0,5 ist.
Es ist weiterhin bevorzugt, daß 0,65 ≤ a ≤ 0,75, b = 0, c = 0, 0,25 ≤ d ≤ 0,35 ist.
Es ist besonders bevorzugt, daß a = 0 und 0,1 ≤ b ≤ 0,7, c = 0 und 0,3 ≤ d ≤ 0,9 ist.
Es ist auch bevorzugt, daß 0 ≤ a ≤ 0,30, b = 0 und 0,2 ≤ c ≤ 0,5 und 0,2 ≤ d ≤ 0,6
ist.
[0014] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Halbleiterkeramik aus einem Mischkristalloxid
der Zusammensetzung [Y
aGd
bSm
cTb
d]
2O
3 mit 0 ≤ a ≤ 0,995; 0 ≤ b ≤ 0,995; 0 ≤ c ≤ 0,995; 0,01 ≤ d ≤ 0,995 und a > 0, wenn
b = 0 oder b > 0, wenn a = 0.
Besonders bevorzugt ist eine Halbleiterkeramik, die dadurch gekennzeichnet ist, daß
das Mischkristalloxid eine kubische Kristallstruktur vom C-M
2O
3 -Typ hat.
[0015] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Beispielen und drei Figuren weiter erläutert.
Fig. 1: Arrhenius-Kurve für Halbleiterkeramik aus Yttrium-Terbium-Oxid-Mischkristallen
Fig. 2: Arrhenius-Kurve für Halbleiterkeramik aus Yttrium-Samarium-Terbium-Oxid-Mischkristallen
Fig. 3: Arrhenius-Kurve für Halbleiterkeramik aus Gadolinium-Terbium-Oxid-Mischkristallen
im Vergleich mit Arrhenius-Kurven gemäß Fig. 1 und 2.
[0016] Die Halbleiterkeramik mit einem Mischkristalloxid der Seltenerdmetalle gemäß der
Erfindung enthält binäre, ternäre, quaternäre usw. allgemein multiple Mischkristalloxide,
deren wesentlicher Bestandteil Terbium und mindestens ein weiteres Seltenerdmetalloxid
aus der Gruppe Yttrium, Samarium, Gadolinium ist. Als weitere Dotierungen kann das
Mischkristalloxid noch Neodym, Europium, Dyspprosium, Holmium, Erbium, Thulium, Ytterbium
oder Lutetium enthalten.
[0017] Durch den Terbiumanteil in der Struktur enthält die Halbleiterkeramik bewegliche
Elektronen, die den wesentlichen Beitrag zu der Leitfähigkeit der Halbleiterkeramik
leisten.
[0018] Die Zusammensetzung des Mischkristalloxides wird bevorzugt so gewählt, daß man eine
Kristallstruktur vom kubischen C-M
2O
3 -Typ erhält. Voraussetzung hierfür ist es, daß der mittlere Ionerradius der Kationen
nach den von R.D. Shannon, Acta Cryst. A32(1976) 751 angegebenen Werten Kleiner als
1.06 Angström ist. Diese Halbleiterkeramiken sind monomorph, d.h. sie verändern ihre
Kristallstruktur bei höheren Temperaturen nicht.
[0019] Mischkristalloxide der Seltenerdmetalle mit einem größeren mittleren Ionenradius,
wie reines Terbiumsesquioxid, kristallisieren in dem weniger symmetrischen A-M
2O
3-Typ oder B-M
2O
3-Typ. Sie sind polymorph, bei mittleren und hohen Temperaturen wandelt sich ihre Kristallstruktur
in den C-M
2O
3-Typ um (vgl. A.F. Wells, Structural Inorganic Chemistry 4th. Edition, Clarendon Press,
Oxford, S.450ff.(1975). Terbiumsesquioxid selbst wandelt sich bei etwa 1000°C in diese
kubische C-M
2O
3-Struktur um. Überraschenderweise wurde gefunden, daß die im C-M
2O
3-Typ kristallisierenden, erfindungsgemäßen Mischkristalloxide eine hervorragend verbesserte
Stabilität bei sehr hohen Temperaturen haben, weil in den erfindungsgemäßen Mischkristalloxiden
mit Kationen gemäß der angegebenen Definition sich die Kristallstruktur nicht bei
höheren Temperaturen verändert.
[0020] Die Herstellung der Halbleiterkeramik erfolgt nach den üblichen keramischen Fertigungsmethoden.
Als Ausgangsverbindungen werden die binären Oxide der genannten Seltenerdmetalle oder
auch beispielsweise deren Oxalate, Carbonate, Hydroxide o.ä. verwendet. Die Ausgangsmischungen
werden abgewogen, dann trocken oder naß gemischt und gemahlen. Daran schließt sich
vorzugsweise zur besseren chemischen Homogenisierung und zur besseren Verdichtung
ein Kalzinierungsprozeß bei 1000°C an. Nach einem weiteren Mahlvorgang folgt der Formgebungsprozeß
zum grünen Körper durch Pressen, Folienziehen, Siebdrucken o.ä. Die geformten grünen
Körper durchlaufen einen Binderausbrand und werden anschließend bei 1250°C bis 1400°C
gesintert. Der Sinterprozeß ist wenig anfällig für Störungen und weder von der Gasatmosphäre
oder der Abkühlkurve abhängig.
[0021] Die Anschlußelektroden, vorzugsweise aus Platin, können als Drahtelektroden während
des Sinterns eingebrannt werden. Es kann aber auch Platinpaste im Siebdruckverfahren
aufgebracht und eingebrannt werden. Möglich sind auch andere Verfahren, wie das Aufbringen
in Vakuum-Aufdampftechnik.
[0022] Zur Prüfung der Thermistoren wurden der Widerstand und dessen Temperaturabhängigkeit
im Temperaturbereich von 200°C bis 1100°C bestimmt. Weiterhin wurde die Thermobeständigkeit
der Thermistoren bei hohen Temperaturen gemessen.
BEISPIEL 1
[0023] Es werden Mischkristalloxide hergestellt, die Y
2O
3 und jeweils 3, 10 und 30 at% Terbium enthalten. Die Ausgangsverbindungen Y
2O
3 und Tb
4O
7 werden im entsprechenden Mischungsverhältnis gemischt und 16 Stunden mit Zirkon-Mahlkugeln
gemahlen. Dies vorgemischte Pulver wird mit einer konventionellen Bindemittelzubereitung
granuliert. Aus dem Granulat werden Tabletten mit einem Durchmesser von 6 mm und einer
Dicke von 1 mm gepreßt. Diese Tabletten werden sechs Stunden bei 1350°C an der Luft
gesintert. Röntgenbeugungsaufnahmen zeigen, daß die so erhaltene Halbleiterkeramik
aus Mischkristalloxiden ein einphasiges Material mit C-M
2O
3 - Struktur ist. Der mittlere Ionenradius der Mischkristalloxide beträgt jeweils 1,016
Å, 1,018Å und 1,023 Å. Die relative Dichte der Mischkristalloxide ist größer als 94
% der theoretischen Dichte.
BEISPIEL 2
[0024] Es werden quaternäre Mischkristalloxide von Yttriumoxid, Samariumoxid und Terbiumoxid
der Zusammensetzung Y
0.5Sm
0.9Tb
0.6O
3 und Y
0.5Sm
0.5Tb
1.0O
3 nach dem gleichen Verfahren wie in Beispiel 1 hergestellt. Röntgenbeugungsaufnahmen
zeigen, daß das Material einphasig ist und im C-M
2O
3 - Typ kristallisiert. Der mittlere Ionenradius der Mischkristalloxide beträgt jeweils
1,056 Å und 1,046 Å. Die relative Dichte ist größer als 95% der theoretischen Dichte.
BEISPIEL 3
[0025] Es wird ein ternäres Mischkristalloxid der Zusammensetzung Gd
1.4Tb
0.6O
3 nach dem gleichen Verfahren wie in Beispiel 1 hergestellt. Röntgenbeugungsaufnahmen
zeigen, daß das Material einphasig ist und im C-M
2O
3 - Typ kristallisiert. Der mittlere Ionenradius des Mischkristalloxides beträgt 1,054
Å. Die Dichte ist größer als 95% der theoretischen Dichte.
TESTERGEBNISSSE
Temperatur-Widerstandscharakteristika
[0026] Zur Testung der erfindungsgemäßen Thermistoren werden deren Temperatur-Widerstandscharakteristiken
gemessen.
[0027] Dazu werden Tabletten aus der erfindungsgemäßen Halbleiterkeramik zur Kontaktierung
auf beiden Seiten mit Platinpaste beschichtet. Es wird der spezifische Widerstand
gemessen, während die Temperatur variiert wird. Man trägt die reziproke Temperatur
gegen den Logarithmus der spezifischen Leitfähigkeit σ auf. Man erhält so die Arrhenius-Kurve,
aus deren Steigung sich der Koeffizient des Wärmewiderstandes B nach der Formel

berechnet. Für Thermistoren wird gefordert, daß zwischen Temperatur und elektrischer
Ausgangsgröße ein linearer Zusammenhang besteht. Für den Temperaturbereich, in dem
die Arrhenius-Kurve linear oder angenähert linear ist, kann die Halbleiterkeramik
als Theremistor verwendet werden.
[0028] Fig. 1 zeigt die Arrheniuskurven für drei Yttrium-Terbium-Mischkristalloxide. Die
drei Kurven verlaufen im ganzenTemperaturbereich von etwa 200°C bis 1100°C angenähert
linear. In diesem Temperaturbereich können die Halbleiterkeramiken als Thermistoren
verwendet werden. Besonders günstige Eigenschaften haben Yttrium-Terbium-Mischkristalloxide
mit einem Terbium-Gehalt von mehr als 10 at%. Sie können bis zu Temperaturen von 1100°C
eingesetzt werden.
[0029] Fig.2 zeigt die Arrhenius-Kurve für Y
0.5Sm
0.9Tb
0.6O
3 (untere Kurve) und Y
0.5Sm
0.5Tb
1.0O
3 (obere Kurve). Wegen des niedrigeren Widerstandes und der Nichtlinearität der Arrhenius-Kurven
oberhalb von 600°C können dies Mischkristalloxide bei Temperaturen von 20°C bis 600°C
als Sensor eingesetzt werden.
[0030] Fig.3 zeigt die Arrheniuskurven für Gd
1.4Tb
0.6O
3 zusammen mit den Arrheniuskurven aus Fig. 1 und Fig. 2 zum Vergleich. Auch diese
Material kann von Temperaturen von 200°C bis 1100°C eingesetzt werden.
[0031] In Tab. 1 sind die Werte für die spezifischen elektrischen Leitfähigkeiten und für
die thermischen Konstanten B der Mischkristalloxide aus Ausführungsbeispiel 1 bis
3 zusammengestellt.
Tab. 1
| Spezifische elektrische Leitfähigkeiten und B-Konstanten |
| Composition |
log σ (300 °C) (Ω-1.cm-1) |
log σ (600 °C) (Ω-1.cm-1) |
log σ (900 °C) (Ω-1.cm-1) |
B300/600 (K) |
B600/900 (K) |
| 97%Y2O3:3%Tb |
-9.333 |
-7.386 |
- |
7472 |
- |
| 90%Y2O3:10%Tb |
-7.225 |
-5.445 |
-4.483 |
6831 |
7570 |
| 70%Y2O3:30%Tb |
-5.310 |
-3.553 |
-2.487 |
6743 |
6252 |
| 70%Gd2O3:30%Tb |
-5.082 |
-3.215 |
-2.487 |
7165 |
5729 |
| 45%Sm2O3:30%Tb: 25%Y |
-3.771 |
-2.262 |
- |
5791 |
- |
| 25%Sm2O3:50%Tb: 25%Y |
-2.587 |
-1.430 |
- |
4440 |
- |
Alterung
[0032] Die Temperatur-Widerstands-charakteristik muß auch bei hohenTemperaturen zuverlässig
reproduzierbar sein. Insbesondere für Anwendungen im Kraftfahrzeugbau soll die Abweichungen
in der Temperatur Δ T bei 600°C bis 1000°C +/- 2%, i.e 20°C bei 1000°C nicht übersteigen.
[0033] Für diese Messungen werden jeweils zwei gleiche Thermistoren ausgesucht. Jeweils
ein Thermistor wird 100 h auf 1000°C erhitzt. Danach werden die WiderstandsTemperatur-Charakeristiken
von beiden Thermistoren gemessen. Wenn der Widerstand als Funktion der Temperatur
für beide Thermistoeren aufgetragen wird, erhält man zwei parallele Kurven, die um
Δt gegeneinander verschoben sind. Das Ergebnis der Messungen ist in Tabelle 4.5 dagestellt.
Die Ergebnisse zeigen, daß Mischkristalloxide auf der Basis von Yttriumoxid die besten
Ergebnisse zeigten. Bei 70%at%Y
2O
3 mit 30 at% Terbiumoxid wurde keinerlei Alterungseffekt beobachtet.
Tab. 2
| Hochtemperaturzuverlässigkeit |
| Composition |
ΔT (°C) |
| 70%Sm2O3:30%Tb |
13 |
| 65%Sm2O3:30%Tb:5%Nd |
10 |
| 90%Y2O3:10%Tb |
4 |
| 70%Y2O3:30%Tb |
0 |
1. Thermistor mit einer Halbleiterkeramik aus einem Mischkristalloxid der Seltenerdmetalle
der Zusammensetzung
[Y
aGd
bSm
cTb
d]
2O
3
mit
0 ≤ a ≤ 0,995
0 ≤ b ≤ 0,995
0 ≤ c ≤ 0,995
0,01 ≤ d ≤ 0,995 und
a > 0, wenn b = 0 oder
b > 0, wenn a = 0.
2. Thermistor gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Mischkristalloxid eine kubische Kristallstruktur vom C-M2O3 -Typ hat.
3. Thermistor gemäß Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Mischkristalloxid als weitere Dotierungen ein Element aus der Gruppe Neodym,Europium,
Gadolinium, Dysprosium, Holmium, Erbium, Thulium, Ytterbium und Lutetium enthält.
4. Thermistor gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
0,5 ≤ a ≤ 0,99
b = 0
c = 0
0,01 ≤ d ≤ 0,5 ist.
5. Thermistor gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß
0,65 ≤ a ≤ 0,75
b = 0
c = 0
0,25 ≤ d ≤ 0,35
6. Thermistor gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß
a = 0
0,1 ≤ b ≤ 0,7
c = 0
0,3 ≤ d ≤ 0,9
7. Thermistor gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß
0 ≤ a ≤ 0,30
b = 0
0,3 ≤ c ≤ 0,5
0,2 ≤ d ≤ 0,60
8. Halbleiterkeramik aus einem Mischkristalloxid der Zusammensetzung
[Y
aGd
bSm
cTb
d]
2O
3
mit
0 ≤ a ≤ 0,995
0 ≤ b ≤ 0,995
0 ≤ c ≤ 0,995
0,01 ≤ d ≤ 0,995 und
a > 0, wenn b = 0 oder
b > 0, wenn a = 0.
9. Halbleiterkeramik gemäß Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Mischkristalloxid eine kubische Kristallstruktur vom C-M2O3 -Typ hat.
10. Halbleiterkeramik gemäß Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Mischkristalloxid als weitere Dotierungen ein Element aus der Gruppe Neodym,Europium,
Gadolinium, Dysprosium, Holmium, Erbium, Thulium, Ytterbium und Lutetium enthält.