[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Drucktastenschalter für Haushaltsgeräte, insbesondere
für Waschmaschinen und Wäschetrockner. Derartige Drucktastenschalter werden im allgemeinen
als Paketschalter mit mehreren nebeneinander liegenden Tastenschiebern als Programmwahlschalter
eingesetzt. Die Programme werden dabei nicht direkt über Netzschalter geschaltet,
sondern es wird eine Elektronik vorgesehen, die zum Teil unter Anwendung eines Mikroprozessors
die gewünschten Programme schaltet. Diese Programmschalter schalten Kleinspannungen
zwischen 5 Volt und 12 Volt und Ströme, die im Mikroamperebereich oder im Milliamperebereich
liegen. Da bei den niedrigen Spannungen und den geringen, die Schaltkontakte durchfließenden
Strömen bereits geringfügige Verunreinigungen oder Oxydationen die Kontaktgabe beeinträchtigen
können, müssen besondere Vorkehrungen getroffen werden, um eine zuverlässige Kontaktgabe
ohne wesentlichen Übergangswiderstand auch nach längerem Betrieb zu gewährleisten.
In der Regel werden zur Vermeidung von Oxydationen für die Programmschalter Goldkontakte
eingesetzt, die jedoch auch bei der geringsten Verschmutzung versagen können, was
Störungen im Programmablauf bedingt.
[0002] Durch die DE-A-27 13 237 ist ein Kastenelement zum kontaktlosen Schalten bekannt,
bei dem an einer Seitenwand eines Tastenkörpers eine im wesentlichen nach innen wirkende
Strahlungsquelle und an einer gegenüberliegenden Seite des Tastenkörpers ein auf die
Strahlungsquelle abgestimmtes Detektorelement angeordnet sind, wobei zwischen der
Strahlungsquelle und dem Detektor ein für die betreffende Strahlung nicht oder nur
wenig durchlässiger auf- und abbewegbarer Tastenschaft angeordnet ist.
[0003] Die WO 89/09515 zeigt einen Druckknopfschalter, bei dem durch Tastendruck eine Lichtleitverbindung
zwischen einer Leuchtdiode und einem Empfänger hergestellt wird, wodurch kontaktlos
ein Einschaltvorgang eingeleitet werden kann.
[0004] Ein weiterer Drucktastenschalter mit kontaktloser optischer Auslösevorrichtung ist
in der FR-A-75 20 760 beschrieben.
[0005] Die EP-A-0 570 870 beschreibt einen Drehwahlschalter mit einer elektrisch kontaktierten
Lichtsende-Lichtempfangs-Einrichtung, wobei die Stelleinrichtung als in den Strahlengang
der Einrichtung eingreifendes Kodierelement ausgebildet ist und im Gehäuse oder an
der Stelleinrichtung ein den Lichtweg zwischen Lichtsende- und Lichtempfangs-Einrichtung
beeinflussendes Lichtreflexions- oder Lichtleitelement angeordnet ist.
[0006] Derartige optische Schalteinrichtungen arbeiten kontaktlos und langzeitig zuverlässig
unter der Voraussetzung, daß Lichtsender und Lichtempfänger sowie die Lichtleiter
dazwischen gegen Verschmutzung ausreichend geschützt sind. Sie sind gegenüber Verschmutzung
jedoch nicht so empfindlich wie die galvanischen Schaltkontakte; sie erfordern jedoch
einen nicht unerheblichen zusätzlichen Schaltungsaufwand.
[0007] Es sind als Programmschalter ferner Schaltfolien im Einsatz, deren galvanische Kontakte
durch Randversiegelung geschützt sind. Diese Schaltfolien sind jedoch immer als Tipptastaturen
ausgeführt, so daß an der Schaltfolie die Schaltstellung nicht erkannt werden kann
und immer zusätzlich eine Signalanzeige erforderlich war, die anzeigt, welches Programm
gewählt wurde.
[0008] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen gattungsgemäßen Drucktastenschalter
derart auszubilden, daß er kostengünstig herstellbar ist und eine zuverlässige und
dauerhafte Kontaktierung gewährleistet.
[0009] Gelöst wird die gestellte Aufgabe durch die im Kennzeichnungsteil des Anspruchs 1
angegebenen Merkmale.
[0010] Der Erfindung liegt demgemäß die Erkenntnis zugrunde, daß eine an sich bekannte Schaltfolie
auch für eine Dauerkontaktierung (während des jeweiligen Programmablaufs) vorgesehen
werden kann, wenn verschiedene Bedingungen erfüllt sind. Die Verschmutzung der Kontakte
wird durch die Verklebung der Schaltfolie mit Sicherheit verhindert, weil die Kontakte
gegen Luftzutritt geschützt sind. Es ist sogar möglich, den ringsum versiegelten Raum
mit einem inerten Schutzgas zu füllen.
[0011] Da die üblichen Drucktastenschalter mit Herzkurven-Rastmechanismus oder einem ähnlichen
Mechanismus aus der gedrückten Stellung etwas zurückfedern, muß dafür gesorgt werden,
daß die auf die Kontaktfläche der Schaltfolie einwirkenden Teile der Taste derart
federnd abgestützt sind, daß in der verrasteten Stellung ein genügend hoher mechanischer
Druck erhalten bleibt.
[0012] Gemäß einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung ist zwischen der Kontaktfolie
und der Leiterplatte eine Distanzfolie angeordnet, die eine Rückführung der Kontaktflächen
der Kontaktfolie bei Wegfall des Tastendrucks gewährleistet.
[0013] Da die Leiterplatte mit der Distanzfolie und der Kontaktfolie verklebt ist, sind
die Kontaktflächen gegen Korrosion und Verschmutzung geschützt, und die Funktion des
Schalters ist auch bei kleinsten Strömen gewährleistet.
[0014] Die Distanzfolie ist an den Stellen, an denen die Kontakte liegen, ausgestanzt. Die
einzelnen ausgestanzten Kontaktfelder sind durch Schlitze miteinander verbunden, welche
bewirken, daß die Luft oder das Schutzgas zwischen den Kontaktflächen ausweichen kann.
Dies ist wichtig, weil ohne diese Ausgleichsschlitze eine wesentlich größere Kraft
benötigt würde, um die Kontaktfolie auf die Kontaktflächen der Leiterplatten zu drücken.
Außerdem wird hierdurch die Rückfederung der Kontaktfolie verbessert.
[0015] Die Erfindung ist insbesondere geeignet für Drucktasterschalterpakete, bei denen
wenigstens ein Teil der Drucktasten für Programmschaltzwecke eingesetzt ist, wobei
jedoch auch eine Taste als Netzschalter ausgebildet sein kann und eine andere Taste
zur mechanischen Ver- bzw. Entriegelung einer Tür dienen kann.
[0016] Der Drucktastenschalter nach der Erfindung kann jedoch auch als Einzeldrucktaste
vielseitig dort angewandt werden, wo kleine und kleinste Ströme sicher zu schalten
sind und eine optische Anzeige durch die Lage des Tastenkopfes erkennbar ist.
[0017] Nachstehend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung beschrieben.
In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 ist eine Seitenansicht eines Schalterpaketes mit mehreren in Reihe nebeneinander
angeordneten Drucktastenschaltern;
Fig. 2 ist eine Draufsicht auf das Schalterpaket gemäß Fig. 1;
Fig. 3 zeigt einen Schnitt einer Einzeltaste in der Ausschalt-Stellung;
Fig. 4 zeigt einen Schnitt einer Einzeltaste gemäß Fig. 3 in der Einschalt-Stellung;
Fig. 5 zeigt eine dem Schalterpaket gemäß Fig. 1 und 2 zugeordnete Leiterplatte mit
den Kontaktflächen und den Leiterbahnen;
Fig. 6 zeigt eine der Leiterplatte gemäß Fig. 5 zugeordnete Kontaktfolie;
Fig. 7 zeigt eine der Kontaktfole gemäß Fig. 6 zugeordnete Distanzfolie, die im fertigen
Zustand zwischen der Kontaktfolie und der Leiterplatte zu liegen kommt;
Fig. 8 zeigt eine Ansicht der mit der Distanzfolie verklebten Kontaktfolie.
[0018] Das Schalterpaket gemäß Fig. 1 und 2 weist sechs Programmtasten 10 auf, die in einem
Gehäuse 12 nebeneinander angeordnet sind, und die auf die Kontakte einer Leiterplatte
26 einwirken. Jede Programmtaste 10 weist einen im Gehäuse 12 gelagerten Schieber
16 auf, der über einen in der Zeichnung nicht dargestellten Rastmechanismus, beispielsweise
in Form einer Herzkurze in zwei Stellungen, nämlich der Aus-Stellung gemäß Fig. 3
und der Ein-Stellung gemäß Fig. 4, verschiebbar und in den beiden Stellungen fixierbar
ist. Der Schieber weist an seinem unteren Ende einen Stößel 18 auf, der in einer Ausnehmung
des Tastenschiebers axial beweglich und durch eine Druckschraubenfeder 20 abgefedert
ist. Der Stößel 18 ist mit Widerhaken 22 versehen und in der Ausnehmung des Schiebers
16 eingeschnappt. Dieser abgefederte Stößel 18 wirkt über die Schaltfolie 24 auf die
Leiterplatte 26 ein. Durch die Ausgleichsfeder 20 wird gewährleistet, daß der durch
den Rastmechanismus bedingte Rückhub der Betätigungstaste 10 aufgenommen wird und
in der Ein-Stellung gemäß Fig. 4 der Stößel ständig die Schaltfolie kontaktiert.
[0019] Auf der Leiterplatte sind in üblicher Weise durch Ätzen die Kontaktflächen 28 und
die Leiterbahnen 30 hergestellt. Die Kontaktflächen und die Leiterbahnen können auch
mit einem Karbonlack aufgedruckt sein. Die Kontaktflächen 28 greifen kammartig ineinander,
und sie werden durch die einzelnen Kontaktflächen der Schaltfolie 24 im gedrückten
Zustand überbrückt. Die Kontaktflächen 32 der Schaltfolie 24 sind durch Silberleitlack
oder Karbondruck aufgebracht. Zwischen der Leiterplatte 26 und der Schaltfolie 24
ist eine Distanzfolie 34 gefügt. Diese Distanzfolie ist an jenen Stellen, an denen
die Kontakte liegen, mit Ausstanzlöchern 36 versehen, die im Durchmesser etwas größer
sind als die Kontaktflächen 32 der Schaltfolie und die Kontaktflächen 28 der Leiterplatte.
Die einzelnen Ausstanzlöcher 36 sind durch Schlitze 38 in der Distanzfolie miteinander
verbunden.
[0020] Die Schaltfolie 24 ist in der aus Fig. 8 ersichtlichen Weise mit der Kontaktfolie
vollflächig (mit Ausnahme der Löcher 36 und Schlitze 38) verklebt. Auf die Leiterplatte
26 wird die Distanzfolie 34 mit der von ihr getragenen Schaltfolie 24 derart aufgeklebt,
daß die Kontaktflächen 32 der Schaltfolie 24 über den Schaltkontaktflächen 28 der
Leiterplatte mit Abstand zu liegen kommen. Diese drei Schichten 24, 26, 34 bilden
ein in sich abgeschlossenes, nach außen abgedichtetes Laminat mit einem Freiraum,
der durch die Stanzlöcher 36 und die Schlitze 38 bestimmt ist. Dieser Freiraum ist
mit Luft oder einem Inertgas gefüllt. Durch die Schlitze 38 wird bewirkt, daß das
Gas in den Schlitzen 38 zwischen den Kontaktflächen ausweichen kann. Dies ist wichtig,
weil sonst eine wesentlich größere Kraft benötigt würde, um das Gas in den Stanzlöchern
zu komprimieren und die Kontaktfolie auf die Kontaktflächen der Leiterplatte zu drücken.
Durch diese Schlitze wird auch eine günstige Rückfederung erreicht. Es kann auch kein
Vakuum entstehen, das ein Rückfedern beeinträchtigen und die Kontakte dauerhaft geschlossen
halten könnte. Diese Luftschlitze, die für die einwandfreie Funktion des Schalters
erforderlich sind, stellen zweckmäßigerweise, wie aus der Zeichnung ersichtlich, eine
Verbindung zwischen den Stanzlöchern her. Gemäß Fig. 8 sind jeweils drei Stanzlöcher
durch zwei Schlitze verbunden. Diese Ausführung hat sich in der Praxis als zweckmäßig
erwiesen. Anstelle der die Stanzlöcher verbindenden Schlitze könnten in der Distanzfolie
auch anders ausgebildete Druckausgleichskammern angeordnet sein, die jeweils mit einem
oder mehreren Stanzlöchern verbunden sind. Die bevorzugte Ausführung ist jedoch die
Ausbildung mit Verbindungsschlitzen.
[0021] Wenn eine Betätigungstaste 10 im Sinne einer Einschaltbewegung eingedrückt wird,
dann drückt der abgefederte Stößel 18 im Schieber 16 auf die durch die Folie 24 abgedeckte
Kontaktfläche 32 und drückt diese nieder, bis sie auf den kammartig ineinandergreifenden
Kontaktflächen 28 der Leiterplatte 26 auftrifft und dieser überbrückt. Die Distanzfolie
24 bewirkt, daß in der Ausschalt-Stellung die Kontaktflächen 28 auf der Leiterplatte
26 und die Kontaktflächen 32 der Kontaktfolie auseinandergehalten werden.
[0022] Da die Leiterplatte mit der Distanzfolie und der Kontaktfolie verklebt ist, sind
die Kontaktflächen gegen Korrosion und Verschmutzung geschützt, und die Funktion des
Schalters ist auch bei kleinsten Strömen gewährleistet.
Bezugszeichenliste
[0023]
- 10
- Programmtasten
- 12
- Gehäuse
- 16
- Schieber
- 18
- Stößel
- 20
- Druckschraubenfeder
- 22
- Widerhaken
- 24
- Schaltfolie
- 26
- Leiterplatte
- 28
- Kontaktflächen
- 30
- Leiterbahnen
- 32
- Kontaktflächen
- 34
- Distanzfolie
- 36
- Ausstanzlöcher
- 38
- Schlitze
1. Drucktastenschalter für Haushaltsgeräte, dessen Schalterstößel (16, 18) in gedrückter
Stellung einrastbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß der Schalterstößel (16, 18) auf die Kontaktfläche (32)
einer Schaltfolie (24) einwirkt und diese Kontaktfläche in gedrückter Stellung dauerhaft
auf Kontaktflächen (28) einer Leiterplatte (26) hält, und daß Leiterplatte (26) und
Schaltfolie (24) mit ihren dazwischen-liegenden Kontaktflächen (32, 28) luftdicht
versiegelt sind.
2. Drucktastenschalter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Leiterplatte (26) und Schaltfolie (24) eine Distanzfolie
(34) eingefügt ist, die im Bereich der Kontaktflächen (32, 28) Stanzlöcher (36) aufweist.
3. Drucktastenschalter nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Distanzfolie (34) mit der Leiterplatte (26) und der
Schaltfolie (24) vollflächig (bis auf den Bereich der Kontaktflächen) verklebt ist.
4. Drucktastenschalter nach den Ansprüchen 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Distanzfolie (34) mit den Stanzlöchern (36) in Verbindung
stehende Druckausgleichskammern (38) aufweist.
5. Drucktastenschalter nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Druckausgleichskammern von Schlitzen (38) gebildet
sind, die jeweils zwei Stanzlöcher (36) der Distanzfolie (34) miteinander verbinden.
6. Drucktastenschalter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Tastenschieber (16) einen abgefederten Stößel (18)
zum Ausgleich der Rückhubbewegung des Rastmechanismus aufweist.
7. Drucktastenschalter nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der Stößel (18) topfartig ausgebildet ist und eine Druckschraubenfeder
(20) umschließt, die axial am Schieber (16) abgestützt ist.
8. Drucktastenschalter nach den Ansprüchen 6 und 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der abgefederte Stößel (18) mit Widerhaken (22) in einer
Schieberausnehmung axial begrenzt beweglich ist.
9. Drucktasten-Paketschalter,
dadurch gekennzeichnet, daß er nebeneinander Drucktasten-Programm-Schalter gemäß einem
der Ansprüche 1 bis 8 aufweist.
10. Drucktasten-Paketschalter nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß er außer den Programmschaltern eine Drucktaste für einen
Netzschalter und/oder eine Türverriegelung enthält.