[0001] Die Erfindung betrifft wäßrige Alkyldiketen-Dispersionen, die ein C
14- bis C
22-Alkyldiketen und 1 bis 10 Gew.-% eines polymeren Schutzkolloids enthalten und die
Verwendung der wäßrigen Alkyldiketen-Dispersionen als Masseleimungsmittel bei der
Herstellung von Papier, Pappe und Karton sowie zur Hydrophobierung von Cellulosefasern.
[0002] Alkyldiketene werden in Form wäßriger Dispersionen als Masseleimungsmittel für Papier
verwendet. Sie werden in Gegenwart von Emulgatoren oder organischen Verdickungsmitteln
in Wasser emulgiert, vgl. US-A 2 627 477 und US-A 3 130 118. Aus der zuletzt genannten
Literaturstelle ist die Herstellung von wäßrigen Alkyldiketen-Dispersionen mit kationischer
Stärke bekannt. Die darin beschriebenen niedrigkonzentrierten Alkyldiketen-Dispersionen
sind für die Anwendung als Leimungsmittel ausreichend lagerstabil, jedoch werden wäßrige
Alkyldiketen-Dispersionen mit Konzentrationen an Fettalkyldiketenen von mehr als 12
% relativ rasch fest.
[0003] Um wäßrige Dispersionen von Fettalkyldiketenen zu stabilisieren, hat man bereits
verschiedene Stoffe verwendet. So ist beispielsweise aus der US-A-2 901 371 und der
US-A-3 311 532 bekannt, höhere Fettsäuren, ihre Anhydride, Amide, Aldehyde und Säurechloride
zu verwenden. Die Konzentrationen an Fettalkyldiketenen in den wäßrigen Dispersionen
liegt dabei aber immer unter 10 Gew.-%.
[0004] Aus der DE-A-2 514 128 sind wäßrige Dispersionen von Ketendimeren bekannt, die 1
bis 30 Gew.-%, bezogen auf Ketendimere, Polyvinylpyrrolidon und/oder Polyvinylcaprolactam
enthalten. Sie können außerdem einen Emulgator wie Fettalkoholsulfate oder Salze von
Sulfonsäuren, die durch Sulfonierung von ethoxylierten Fettalkoholen erhalten werden
oder kationische Emulgatoren enthalten, die beispielsweise durch Umsetzung von Oleylamin
mit Ethylenoxid und Quaternierung mit Dimethylsulfat hergestellt werden. Um wäßrige
Alkyldiketen-Dispersionen mit besonders hoher Lagerstabilität herzustellen, wird gemäß
den Angaben in dieser Literaturstelle zusätzlich ein inertes Lösemittel wie Toluol
oder Cyclohexan bei der Dispergierung der Alkyldiketene verwendet.
[0005] Gemäß der Lehre der DE-A 3 316 179 erhält man 4 bis 12 %ige wäßrige Alkyldiketen-Dispersionen,
wenn man Alkyldiketene in Gegenwart von kationischer Stärke und einem kationischen
Schutzkolloid in Wasser dispergiert, wobei das Schutzkolloid ein wasserlösliches Kondensationsprodukt
ist, das durch Pfropfen von Polyamidoaminen mit Ethylenimin und Vernetzen der mit
Ethylenimin gepfropften Polyamidoamine mit mindestens difunktionellen Vernetzern erhältlich
ist. Um die Stabilität der wäßrigen Dispersion zu erhöhen, müssen wasserlösliche Dicyandiamid-Formaldehyd-Kondensationsprodukte
zugefügt werden. Gemäß den Angaben in den Beispielen beträgt die Alkyldiketen-Konzentration
in den wäßrigen Dispersionen 6 Gew.-%.
[0006] Aus der EP-B-0 341 509 ist eine Leimungsmittelmischung bekannt, die als wesentliche
Komponenten ein Alkyldiketen und ein hydrophiles Polymerisat enthält, das durch Polymerisieren
mindestens eines hydrophilen Vinylmonomeren in Gegenwart von 0,01 bis 10 Mol-% eines
Alkylmercaptans mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen im Molekül erhältlich ist. Gemäß Beispiel
5 wird ein Copolymerisat aus 97 % Acrylamid und 3 % Dimethylaminoethylmethacrylat
als hydrophiles Vinylpolymer verwendet.
[0007] Aus der EP-B 0 437 764 sind stabilisierte wäßrige Alkyldiketen-Dispersionen bekannt,
die außer einem Alkyldiketen ein Schutzkolloid und einen Ester einer langkettigen
Carbonsäure und einen langkettigen Alkohol enthalten. Als Schutzkolloid kommen bevorzugt
kationische Stärken in Betracht. Daneben können auch Sorbitanester, Seifen, synthetische
Detergentien und Verdickungsmittel wie Polymere von Acrylamid, Vinylpyrrolidon und
N-Vinyl-2-methylimidazolin eingesetzt werden.
[0008] Aus der WO-A 94/12560 sind Kondensationsprodukte von Polyalkylenpolyaminen bekannt,
die erhältlich sind durch
(a) teilweise Amidierung von Polyalkylenpolyaminen mit Monocarbonsäuren und
(b) Kondensation der teilweise amidierten Polyalkylenpolyamine mit mindestens bifunktionellen
Vernetzern, die als funktionelle Gruppe eine Halogenhydrin-, Glycidyl-, Aziridin-
oder Isocyanat-Einheit oder ein Halogenatom aufweisen,
zu vernetzten Polyalkylenpolyaminen, die in 20 gew.-%iger wäßriger Lösung bei 20°C
eine Viskosität von mindestens 100 mPas haben. Die Kondensationsprodukte werden als
Entwässerungs-,
[0009] Flockungs- und Retentionsmittel und als Fixiermittel bei der Herstellung von Papier
verwendet.
[0010] Die Stabilität der oben beschriebenen wäßrigen Alkyldiketen-Dispersionen läßt noch
zu wünschen übrig.
[0011] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, neue wäßrige Alkyldiketen-Dispersionen
zur Verfügung zu stellen, die über eine gute Lagerstabilität verfügen und die bei
der Anwendung als Masseleimungsmittel geleimte Papier ergeben, bei denen die Leimungswirkung
unmittelbar nach der Papierherstellung bereits weitgehend ausgebildet ist.
[0012] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst mit wäßrigen Alkyldiketen-Dispersionen, die
ein C
14- bis C
22-Alkyldiketen und 1 bis 10 Gew.-% eines polymeren Schutzkolloids enthalten, wenn sie
als Schutzkolloid
(a) Copolymerisate aus
(1) N-Vinylpyrrolidon und
(2) mindestens einem quaternierten N-Vinylimidazol der Formel

in der
- R, R1, R2 =
- H, C1- bis C4-Alkyl oder Phenyl,
- R3 =
- H, C1- bis C18-Alkyl oder Benzyl und
- X⊖
- ein Anion ist,
wobei die Copolymerisate die Monomeren (1) und (2) im Molverhältnis 80 : 20 bis 5
: 95 einpolymerisiert enthalten und einen K-Wert von mindestens 20 (bestimmt nach
H. Fikentscher in 0,5 m wäßriger Kochsalzlösung bei einer Polymerkonzentration von
0,1 Gew.-% und einer Temperatur von 25°C) haben,
(b) Kondensationsprodukte, die durch
(1) teilweise Amidierung von Polyethyleniminen mit Monocarbonsäuren und
(2) Kondensation der teilweise amidierten Polyethylenimine mit mindestens bifunktionellen
Vernetzern, die als funktionelle Gruppe eine Halogenhydrin-, Glycidyl-, Aziridin-
oder Isocyanat-Einheit oder ein Halogenatom aufweisen,
zu vernetzten, amidierten Polyethyleniminen, die in 20 Gew.-%iger wäßriger Lösung
bei 20°C eine Viskosität von mindestens 100 mPas haben, oder Mischungen aus (a) und (b) enthalten.
[0013] Gegenstand der Erfindung ist außerdem die Verwendung der wäßrigen Alkyldiketen-Dispersionen
als Masseleimungsmittel bei der Herstellung von Papier, Pappe und Karton sowie zur
Hydrophobierung von Cellulosefasern.
[0014] Für die Herstellung der wäßrigen Alkyldiketen-Dispersionen kommen beispielsweise
C
14- bis C
22-Alkyldiketene oder Mischungen von solchen Alkyldiketene in Betracht. Alkyldiketene
sind bekannt und im Handel erhältlich. Sie werden beispielsweise aus den entsprechenden
Carbonsäurechloriden durch Abspaltung von Chlorwasserstoff mit tertiären Aminen hergestellt.
Die Fettalkyldiketene können beispielsweise mit Hilfe folgender Formel charakterisiert
werden:

in der R
1, R
2 gleiche oder verschiedene C
14- bis C
22-Alkylgruppen bedeuten.
[0015] Geeignete Fettalkyldiketene sind beispielsweise Tetradecyldiketen, Hexadecyldiketen,
Octadecyldiketen, Eikosyldiketen, Dokosyldiketen, Palmityldiketen, Stearyldiketen
und Behenyldiketen. Beispiele für Verbindungen der Formel II, in der die Substituenten
R
1 und R
2 eine unterschiedliche Bedeutung haben, sind beispielsweise Stearylpalmityldiketen,
Behenylstearyldiketen, Behenyloleyldiketen oder Palmitylbehenyldiketen. Von den Verbindungen
der Formel II verwendet man vorzugsweise Stearyldiketen, Palmityldiketen oder Mischungen
aus Stearyldiketen und Palmityldiketen. Die Diketene sind in Konzentrationen von 5
bis 60, vorzugsweise 10 bis 40 Gew.-% in den wäßrigen Emulsionen enthalten. Besonders
bevorzugt sind solche wäßrigen Alkyldiketenemulsionen, die Konzentrationen in dem
Bereich von 10 bis 20 Gew.-% eines C
14- bis C
22-Alkyldiketens aufweisen.
[0016] Dialkyldiketene werden in Gegenwart der oben angegebenen Schutzkolloide (a) und/oder
(b) in Wasser emulgiert. Als Schutzkolloid (a) kommen Copolymerisate aus N-Vinylpyrrolidon
und mindestens einem quaterniertem N-Vinylimidazol der oben angegebenen Formel I in
Betracht. In der Formel I kann das Anion beispielsweise ein Halogenion, ein Alkylsulfation
oder auch der Rest einer anorganischen oder organischen Säure sein. Beispiele für
quaternierte 1-Vinyl-Imidazole der Formel I sind mit C
1- bis C
18-Alkylhalogeniden quaternisiertes 1-Vinylimidazol, Salze von 1-Imidazol mit Mineralsäuren
wie Schwefelsäure oder Salzsäure mit C
1- bis C
18-Alkylhalogeniden quaternisiertes 2-Methyl-1-vinylimidazol, 3-Methyl-1-vinylimidazoliumchlorid,
3-Benzyl-1-vinylimidazoliumchlorid, 3-Ethyl-1-vinylimidazoliummetholsulfat und 2-Methyl-1-vinylimidazoliummethosulfat.
Die Copolymerisate des N-Vinylpyrrolidons können auch mehrere verschiedene quaternierte
N-Vinylimidazole einpolymerisiert enthalten, z.B. 1-Vinylimidazoliumchlorid und 2-Methyl-1-vinylimidazoliummethosulfat.
[0017] Vorzugsweise verwendet man Copolymerisate aus N-Vinylpyrrolidon und mit Methylchlorid
quaterniertem Vinylimidazol und Copolymerisate aus N-Vinylpyrrolidon und mit Methylchlorid
quaterniertem 2-Methyl-1-vinylimidazol.
[0018] Die Copolymerisate enthalten vorzugsweise 80 bis 5 Mol-% N-Vinylpyrrolidon und 20
bis 95 Mol-% eines quaternierten Vinylimidazols der Formel I. Der K-Wert der Copolymerisate
beträgt mindestens 20 und liegt vorzugsweise in dem Bereich von 40 bis 80. Die K-Werte
werden nach H. Fikentscher in 0,5 m wäßriger Kochsalzlösung bei einer Polymerkonzentration
von 0,1 Gew.-% und einer Temperatur von 25°C bestimmt.
[0019] Als Schutzkolloid (b) kommen die Kondensationsprodukte in Betracht, die in der eingangs
zitierten WO-A 94/12560 beschrieben sind. Es handelt sich hierbei um amidierte Polyalkylenpolyamine
oder um deren Vernetzungsprodukte. Von den amidierten Polyalkylenpolyaminen werden
amidierte Polyethylenimine bevorzugt. Sie werden beispielsweise durch eine 2-stufige
Umsetzung hergestellt, wobei man in der ersten Stufe der Umsetzung Polyethylenimine
mit Monocarbonsäuren teilweise amidiert. Bei der Amidierung werden beispielsweise
Monocarbonsäuren eingesetzt, die 1 bis 28, vorzugsweise 1 bis 18 Kohlenstoffatome
enthalten. Die Monocarbonsäuren können gesättigt sein oder auch eine oder gegebenenfalls
mehrere ethylenisch ungesättigte nichtkonjugierte Doppelbindungen aufweisen. Geeignete
Carbonsäuren sind beispielsweise Ameisensäure, Essigsäure, Propionsäure, Buttersäure,
Caprinsäure, 2-Ethylhexansäure, Benzoesäure, Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure,
Stearinsäure, Ölsäure, Linolsäure, Arachidinsäure, Erucasäure, Eehensäure, Valeriansäure,
Decansäure, Önanthsäure, Caprylsäure sowie Fettsäuregemische, die beispielsweise aus
in der Natur vorkommenden Fettsäureester gewonnen werden, z.B. aus Kokosfett, Talg,
Sojaöl, Leinöl, Rapsöl und Mischöl, Zur Herstellung der amidierten Polyethylenimine
kann man beispielsweise auch Alkyldiketene einsetzen, z.B. Stearyldiketen, Palmityldiketen,
Lauryldiketen, Oleyldiketen, Behenyldiketen oder Gemische der genannten Diketene.
Die Polyethylenimine werden im Verfahrensschritt (1) teilweise amidiert, so daß beispielsweise
0,1 bis 90, vorzugsweise 1 bis 30 % der amidierbaren Stickstoffatome der Polyethylenimine
als Amidgruppe vorliegen. Bei der Amidierung tritt keine Verknüpfung von Polyethyleniminmolekülen
ein. Eine solche Verknüpfung wird erst bei der gegebenenfalls erfolgenden Umsetzung
der teilweise amidierten Polyethylenimine mit mindestens bifunktionellen Vernetzern
erreicht.
[0020] Geeignete Vernetzer sind beispielsweise Epihalogenhydrine, insbesondere Epichlorhydrin,
sowie α,ω-Bis-(chlorhydrin)polyalkylenglykolether und die daraus durch Behandlung
mit Basen erhältlichen α,ω-Bis(epoxyde) von Polyalkylenglykolethern. Die Chlorhydrinether
werden beispielsweise dadurch hergestellt, daß man Polyalkylenglykole im Molverhältnis
1 zu mindestens 2 bis 5 mit Epichlorhydrin umsetzt. Geeignete Polyalkylenglykole sind
beispielsweise Polyethylenglykol, Polypropylenglykol und Polybutylenglykole sowie
Blockcopolymerisate von C
2- bis C
4-Alkylenoxyden. Die mittleren Molmassen (M
w) der Polyalkylenglykole betragen z.B. 200 bis 6000 und liegen vorzugsweise in dem
Bereich von 300 bis 2000 g/mol. α,ω-Bis(chlorhydrin)polyalkylenglykolether dieser
Art werden beispielsweise in der zum Stand der Technik angegebenen DE-C-2 434 816
beschrieben. Wie darin ebenfalls angegeben ist, entstehen aus den Dichlorhydrinethern
durch Behandlung mit Basen die entsprechenden Bisglycidylether. Außerdem eignen sich
als Vernetzer α,ω-Dichlorpolyalkylenglykole, die beispielsweise als Vernetzer aus
der EP-B-0 025 515 bekannt sind. Andere geeignete Vernetzer sind α,ω- oder vicinale
Dichloralkane, beispielsweise 1,2-Dichlorethan, 1,2-Dichlorpropan, 1,3-Dichlorpropan,
1,4-Dichlorbutan und 1,6-Dichlorhexan. Beispiele für weitere Vernetzer sind die Umsetzungsprodukte
von mindestens dreiwertigen Alkoholen mit Epichlorhydrin zu Reaktionsprodukten, die
mindestens zwei Chlorhydrin-Einheiten aufweisen, z.B. verwendet man als mehrwertige
Alkohole Glycerin, ethoxilierte oder propoxilierte Glycerine, Polyglycerine mit 2
bis 15 Glycerin-Einheiten im Molekül sowie gegebenenfalls ethoxilierte und/oder propoxilierte
Polyglycerine. Vernetzer dieser Art sind beispielsweise aus der oben angegebenen DE-C-2
916 356 bekannt. Außerdem eignen sich Vernetzer, die blockierte Isocyanat-Gruppen
enthalten, z.B. Trimethylhexamethylendiisocyanat blockiert mit 2,2,3,6-Tetramethylpiperidinon-4.
Solche Vernetzer sind z.B. bekannt aus DE-A-4 028 285 sowie Aziridin-Einheiten enthaltende
Vernetzer auf Basis von Polyethern oder substituierten Kohlenwasserstoffen, z.B. 1,6-Bis-N-aziridinohexan,
vgl. US-A-3 977 923. Es ist selbstverständlich auch möglich, Mischungen aus zwei oder
mehreren Vernetzern zur Molekulargewichtserhöhung der amidierten Polyalkylenpolyamine
zu verwenden.
[0021] Zur Herstellung der bevorzugt als Schutzkolloid (b) zu verwendenden Kondensate setzt
man
(1) die amidierten Polyalkylenpolyamine mit den
(2) mindestens bifunktionellen Vernetzern im Gewichtsverhältnis (a):(b) von 1:0,001
bis 1:10, vorzugsweise 1:0,01 bis 1:3 um.
[0022] Die Vernetzung der unter (1) beschriebenen amidierten Polyalkylenpolyamine mit den
unter (2) angegebenen Vernetzern erfolgt bei Temperaturen von 0 bis 200, vorzugsweise
50 bis 80°C. Die Reaktion kann in Substanz oder bevorzugt in einem Lösemittel vorgenommen
werden. Bevorzugtes Lösemittel ist Wasser. Daneben eignen sich auch Alkohole, z.B.
C
1- bis C
12-Alkohole, wie Methanol, Ethanol, n-Propanol, Isopropanol und Butanole sowie Ether,
z.B. Polyethylenglykoldimethylether, Tetrahydrofuran und Mischungen dieser Lösemittel
mit sich selbst oder (und) Wasser. Die Umsetzung der Komponenten (1) und (2) erfolgt
vorzugsweise in wäßrigem Medium. Der pH-Wert bei der Umsetzung liegt üblicherweise
in dem Bereich von 10 bis 14, vorzugsweise 10 bis 12. Hierzu kann es erforderlich
werden, während der Kondensationsreaktion eine Base oder ein Gemisch von Basen zuzusetzen.
Geeignete Basen sind beispielsweise Natronlauge, Kalilauge, Calciumhydroxid, Bariumhydroxid,
tertiäre Amine, z.B. Triethylamin, Triethanolamin oder Tri-n-propylamin. Vorzugsweise
verwendet man als Base Natriumhydroxid. Die Kondensation kann kontinuierlich oder
diskontinuierlich durchgeführt werden. Um besonders hochmolekulare Kondensationsprodukte
herzustellen, setzt man beispielsweise relativ hochmolekulare Polyethylenimine, z.B.
solche mit mittleren Molmassen (M
w) von 1000 bis 10000 mit Bis-Chlorhydrinethern von Polyalkylenglykolen eines Molekulargewichts
von 300 bis 6000, vorzugsweise 800 bis 1500, um. Sehr hochmolekulare Kondensationsprodukte
entstehen beispielsweise auch bei der Kondensation von partiell amidierten Polyethyleniminen
eines Molekulargewichts von mindestens 500000 mit Epichlorhydrin.
[0023] Besonders bevorzugt sind Kondensationsprodukte, die durch
(1) teilweise Amidierung von Polyethyleniminen mit 10 bis 50000 Ethylenimin-Einheiten
mit Monocarbonsäuren und
(2) Kondensation der teilweise amidierten Polyethylenimine mit Epichlorhydrin, α,ω-Bis(chlorhydrin)polyalkylenglykolethern,
α,ω-Bis(glycidyl)ethern von Polyalkylenglykolen, α,ω-Dichlorpolyalkylenglykolen, α,ω-
oder vicinalen Dichloralkanen oder deren Mischungen
im Gewichtsverhältnis (1) : (2) von 1 : 0,01 bis 1 : 3 erhältlich sind. Für die Amidierung
der Polyethylenimine setzt man vorzugsweise Essigsäure, Propionsäure, Valeriansäure,
Decansäure, Benzoesäure, Önanthsäure, Caprylsäure oder Distearyldiketen ein.
[0024] Die Schutzkolloide (a) und (b) werden beispielsweise in Mengen von 1 bis 20 Gew.-%,
bezogen auf Alkyldiketen eingesetzt. Die Herstellung der wäßrigen Alkyldiketendispersionen
erfolgt in an sich bekannter Weise in den dafür gebräuchlichen Apparaturen durch Emulgieren
der hydrophoben Bestandteile in einer wäßrigen Lösung der Schutzkolloide. Geeignete
Apparaturen sind beispielsweise Homogenisatoren, die nach dem Hochdruckentspannungsprinzip
arbeiten, z.B. LAB 100 der Firma APV Gaulin.
[0025] Im allgemeinen verfährt man dabei so, daß man das feste Alkyldiketen aufschmilzt,
zu einer auf 80 bis 85°C erwärmten wäßrigen Lösung der Schutzkolloide (a) und/oder
(b) zugefügt und die Mischung unter Einwirkung von Scherkräften homogenisiert. Die
wäßrige Lösung der Schutzkolloide wird vorzugsweise auf einen pH-Wert unterhalb von
7, z.B. auf pH 3,5 eingestellt. Nach dem Homogenisieren wird die erhaltene Emulsion
auf Umgebungstemperatur abgekühlt, so daß feste Teilchen von Alkyldiketen in Form
einer Dispersion in Wasser vorliegen. Der pH-Wert der Alkyldiketen-Dispersionen liegt
danach beispielsweise in dem Bereich von 2 bis 4,5. Die wäßrigen Alkyldiketen-Dispersionen
enthalten beispielsweise 6 bis 30, vorzugsweise 10 bis 20 eines C
14- bis C
22-Alkyldiketens und 1 bis 10, vorzugsweise 1 bis 3 eines Schutzkolloids (a) und/oder
(b).
[0026] Bei der Herstellung der Alkyldiketen-Dispersion können die üblicherweise bei der
Herstellung solcher Dispersionen eingesetzte Hilfsstoffe mitverwendet werden, z.B.
gebräuchliche Schutzkolloide wie kationische Stärke, Sorbitanester, anionische oder
nichtionische Emulgiermittel, Naphthalin-Formaldehyd-Sulfonsäure-Kondensate und Carbonsäuren.
Diese Hilfsstoffe, die üblicherweise in Alkyldiketen-Dispersionen anwesend sind, werden
in den erfindungsgemäßen Dispersionen lediglich in solchen Mengen eingesetzt, daß
die Stabilität der Dispersion dadurch nicht nachteilig beeinflußt wird.
[0027] Die erfindungsgemäßen wäßrigen Alkyldiketen-Dispersionen besitzen gegenüber den bekannten
stärkehaltigen Alkyldiketen-Dispersionen besondere Vorteile bezüglich der Lagerstabilität
und Scherstabilität. Sie haben außerdem den Vorteil, daß die mit den erfindungsgemäßen
Alkyldiketendispersionen geleimten Papiere unmittelbar nach der Herstellung schon
fast die volle Leimungswirkung aufweisen und praktisch keine Reifezeit mehr benötigen,
wie es bei den bekannten Alkyldiketendispersionen der Fall ist. Eine schnelle Leimungsentwicklung
ist vor allem für Papiermaschinen mit integriertem Streichaggregat wichtig, weil vor
dem Auftrag der Papierstreichmasse eine Sofortleimung des Papiers notwendig ist. Die
erfindungsgemäßen wäßrigen Alkyldiketen-Dispersionen werden als Masseleimungsmittel
bei der Herstellung von Papier, Pappe und Karton sowie zur Hydrophobierung von Cellulosefasern
verwendet. Gegenüber den bekannten Alkyldiketen-Dispersionen weisen die erfindungsgemäßen
wäßrigen Alkyldiketen-Dispersionen eine fast quantitative Retention an den Papierfasern
auf. Sie besitzen außerdem eine hervorragende Leimungswirkung auch in solchen Papierstoffen,
die erhebliche Anteile an Störstoffen enthalten. Solche Störstoffe stammen zum Teil
aus wiederverwendetem Altpapier.
[0028] Die erfindungsgemäßen Alkyldiketen-Dispersionen können zur Herstellung sämtlicher
Papier-, Pappe- und Kartonqualitaten eingesetzt werden, z.B. Liner, Papiere für den
Hochdruck/Offset-Druck, sogenannte mittelfeine Schreib- und Druckpapiere, Naturtiefdruckpapiere
und auch leichtgewichtige Streichrohpapiere. Zur Herstellung solcher Papiere wendet
man als Hauptrohstoffkomponente Sulfit- und Sulfatzellstoff, die jeweils kurz- bzw.
langfaserig sein können, Holzschliff, thermomechanischen Stoff (TMP), chemo-thermomechanischen
Stoff (CTMP) und Druckschliff (PGW). Man kann auch verschiedene Altpapierqualitäten
einsetzen, und zwar allein oder in Mischung mit einer oder mehreren der vorstehend
genannten Rohstoffkomponenten. Als Rohstoffe für die Herstellung der Pulpe kommt auch
Zellstoff und Holzstoff in Betracht, der in den sogenannten integrierten Fabriken
in mehr oder weniger feuchter Form direkt ohne vorherige Eindickung bzw. Trocknung
weiter zu Papier verarbeitet wird und aufgrund der nicht vollständig entfernten Verunreinigungen
vom Aufschluß her noch Stoffe enthält, die den üblichen Papierherstellprozeß stark
stören. Die wäßrigen Alkyldiketen-Dispersionen können als Masseleimungsmittel sowohl
bei der Herstellung von füllstofffreien als auch von füllstoffhaltigen Papieren eingesetzt
werden. Der Füllstoffgehalt im Papier kann bis zu max. 30 Gew.-% betragen und liegt,
falls füllstoffhaltige Papiere hergestellt werden, vorzugsweise in dem Bereich von
5 bis 25 Gew.-% Füllstoff. Geeignete Füllstoffe sind beispielsweise Clay, Kaolin,
Kreide, Talkum, Titandioxid, Kalziumsulfat, Bariumsulfat, Aluminiumoxid, Satinweiß
oder Mischungen der genannten Füllstoffe.
[0029] Die Prozentangaben in den Beispielen sind Gew.-%, die Teile bedeuten Gewichtsteile.
Die K-Werte der Polymerisate wurden H. Fikentscher, Cellulose-Chemie, Band 13, 58-64
und 71-74 (1932) in 0,5 m wäßriger Kochsalzlösung bei einer Polymerkonzentration von
0,1 Gew.-% und einer Temperatur von 25°C bestimmt.
Beispiel 1
[0030] 215 g eines wasserfreien Polyethylenimins, das 460 Ethylenimineinheiten enthält,
wird mit 6,1 g Benzoesäure bei Temperaturen in dem Bereich von 150 bis 180°C innerhalb
von 10 Stunden zur Reaktion gebracht. Danach wird das Reaktionsgemisch abgekühlt und
in Wasser aufgenommen. Man stellt eine 2 %ige wäßrige Lösung des mit Benzoesäure amidierten
Polyethylenimins her, erhitzt die Lösung auf 80°C und stellt durch Zugabe von Essigsäure
den pH-Wert auf 4 ein. Zu dieser Lösung gibt man eine Stearyldiketenschmelze, so daß
der Stearyldiketengehalt der fertigen Dispersion 10 % beträgt und homogenisiert die
Mischung durch Einwirkung hoher Scherkräfte in einem Homogenisator. Als Homogenisator
wurde ein Gerät der Firma APV Gaulin verwendet. Nach 2 Durchlaufen wird die erhaltene
wäßrige Stearyldiketendispersion innerhalb von ca. 2 Minuten auf Raumtemperatur abgekühlt.
Beispiel 2
[0031] 172 g eines wasserfreien Polyethylenimins, das 500 Ethylenimineinheiten enthält,
wird mit 48,2 g Decansäure gemischt und 10 Stunden auf eine Temperatur in dem Bereich
von 150 bis 180°C erhitzt. Man erhält ein mit Decansäure partiell amidiertes Polyethylenimin.
Man stellt daraus eine 2 %ige wäßrige Lösung her. 1275 g der 2 %igen Lösung des mit
Decansäure partiell amidierten Polyethylenimins werden auf eine Temperatur auf 80°C
erwärmt. Man gibt anschließend soviel Essigsäure zu, bis der pH-Wert der Lösung 4
beträgt. Man gibt dann soviel einer Stearyldiketen-Schmelze zu der Lösung, daß der
Stearyldiketen-Gehalt der Mischung 15 % beträgt. Die heiße Mischung wird in dem in
Beispiel 1 beschriebenen Homogenisator durch Einwirkung hoher Scherkräfte zu einer
Stearyldiketen-Dispersion verarbeitet. Nach 2 Durchläufen wird die Stearyldiketen-Dispersion
innerhalb von 1 Minute auf Raumtemperatur abgekühlt.
Beispiel 3
[0032] 220 g eines wasserfreien Polyethylenimins, das 35 Ethylenimineinheiten enthält, wird
mit 38 g Propionsäure bei Temperaturen in dem Bereich von 150 bis 180°C innerhalb
von 24 Stunden partiell amidiert. Danach kühlt man das Reaktionsgemisch ab, nimmt
es in Wasser auf und verarbeitet es so zu einer Lösung mit einem Feststoffgehalt von
25 %.
[0033] 1350 g einer 2,5 %igen wäßrigen Lösung des mit Propionsäure partiell amidierten Polyethylenimins
werden auf eine Temperatur von 80°C erwärmt. Man gibt soviel Essigsäure zu, bis der
pH-Wert der Lösung 4 beträgt. Anschließend fügt man soviel einer Stearyldiketen-Schmelze,
die eine Temperatur von 85°C hat, zu der wäßrigen Lösung, daß der Gehalt der Mischung
an Stearyldiketen 10 % beträgt. Diese Mischung wird durch Einwirkung hoher Scherkräfte
in der in Beispiel 1 beschriebenen Apparatur zu einer wäßrigen Stearyldiketen-Emulsion
verarbeitet. Nach zwei Durchläufen kühlt man die erhaltene Emulsion innerhalb von
5 Minuten auf Raumtemperatur ab. Man erhält eine stabile, wäßrige Stearyldiketen-Dispersion.
Beispiel 4
[0034] 172 g eines wasserfreien Polyethylenimins, das 500 Ethylenimineinheiten einpolymerisiert
enthält, wird mit 34,2 g Benzoesäure bei Temperaturen in dem Bereich von 150 bis 180°C
innerhalb von 8 Stunden umgewälzt. Das Reaktionsgemisch wird danach abgekühlt, in
Wasser aufgenommen und auf einen Feststoffgehalt von 24,1 % eingestellt. Man fügt
dann 81 ml einer 22%igen wäßrigen Lösung des Bis(chlorhydrin)polyethylenoxids mit
10 Ethylenoxideinheiten zu und erhitzt das Reaktionsgemisch unter fortwährender Kontrolle
der Viskosität auf eine Temperatur von 70°C. Sobald das Reaktionsgemisch eine Viskosität
von 416 mPas (bestimmt bei 20°C und einer Konzentration von 19,1 %) hat, wird die
Vernetzungsreaktion abgebrochen. Das vernetzte, amidierte Polyethylenimin wird anschließend
zu einer 2 %igen wäßrigen Lösung verarbeitet.
[0035] 1320 g der 2 %igen wäßrigen Lösung des amidierten, vernetzten Polyethylenimins werden
auf 80°C erwärmt und durch Zugabe von Essigsäure auf einen pH-Wert von 4 eingestellt.
Man gibt dann soviel einer auf 85°C erwärmten Alkyldiketen-Schmelze hinzu, daß eine
Mischung mit einem Gehalt von 12 % Alkyldiketen entsteht. Diese Mischung wird durch
Einwirkung hoher Scherkräfte zu einer Dispersion verarbeitet. Nach zwei Durchläufen
wird die so erhaltene Dispersion innerhalb von 4 Minuten auf Raumtemperatur abgekühlt.
Beispiel 5
[0036] 1350 g einer 2,5 %igen wäßrigen Lösung eines Copolymerisats aus 70 % Vinylpyrrolidon
und 30 % mit Methylchlorid quaterniertem Vinylimidazol werden auf eine Temperatur
von 80°C erwärmt und durch Zugabe von Essigsäure auf einen pH-Wert von 4 eingestellt.
Das Copolymerisat hat einen K-Wert von 45 und eine Ladungsdichte von ca. 2 meq/g.
Man gibt anschließend soviel einer auf 85°C erwärmten Alkyldiketen-Schmelze zu, daß
eine Mischung entsteht, die 10 % Alkyldiketen enthält. Diese Mischung wird anschließend
durch Einwirkung hoher Scherkräfte zu einer homogenen Dispersion verarbeitet, indem
man sie zweimal durch einen Homogenisator laufen läßt und nach dem letzten Durchlauf
innerhalb von 3 Minuten auf Raumtemperatur abkühlt.
Beispiel 6
[0037] 1320 g einer 2 %igen wäßrigen Lösung eines Copolymerisats aus 55 % N-Vinylpyrrolidon
und 45 % von mit Methylchlorid quaterniertem Vinylimidazol werden auf eine Temperatur
von 80°C erwärmt und durch Zugabe von Essigsäure auf einen pH-Wert von 4 eingestellt.
Das Copolymerisat hat einen K-Wert von 75 und eine Ladungsdichte von ca. 3 meq/g.
Zu der wäßrigen Lösung fügt man anschließend soviel einer auf 85°C erwärmten Alkyldiketen-Schmelze,
daß eine Mischung entsteht, die 12 % Alkyldiketen enthält. Diese Mischung wird anschließend
durch Einwirkung hoher Scherkräfte homogenisiert, indem man sie zweimal durch einen
Homogenisator laufen läßt. Nach dem zweiten Durchlauf wird die so erhaltene feinteilige
Dispersion innerhalb von 5 Minuten auf Raumtemperatur abgekühlt.
Beispiel 7
[0038] 258 g eines wasserfreien Polyethylenimins, das 420 Ethylenimineinheiten enthält,
wird mit 43,7 g Valeriansäure gemischt und 8 Stunden auf Temperaturen von 150 bis
180°C erhitzt, wobei man fortlaufend Wasser aus dem Reaktionsgemisch abdestilliert.
Nach dem Abkühlen wird das Reaktionsprodukt in Wasser aufgenommen und der Feststoffgehalt
der Lösung auf 25 % eingestellt. Man gibt dann 75 g einer 22%igen wäßrigen Lösung
eines Bis(chlorhydrin)polyethylenoxids mit 10 Ethylenoxideinheiten zu und erhitzt
das Reaktionsgemisch so lange, bis die Viskosität (gemessen bei 20°C und 21,6 % Konzentration)
790 mPas beträgt.
[0039] Eine 2%ige wäßrige Lösung des oben beschriebenen vernetzten Kondensationsprodukts
wird auf 80°C erwärmt und durch Zugabe von Essigsäure auf einen pH-Wert von 4 eingestellt.
Man gibt dann soviel einer Stearyldiketen-Schmelze zu der wäßrigen Lösung, daß der
Stearyldiketen-Gehalt der Mischung 12 % beträgt. Die Mischung wird dann, wie im Beispiel
1 beschrieben, durch Einwirkung hoher Scherkräfte homogenisiert und innerhalb von
2 Minuten abgekühlt.
[0040] Die Wirksamkeit der erfindungsgemäßen Alkyldiketen-Dispersionen als Masseleimungsmittel
wurde in den Beispielen 8 und 9 an 2 verschiedenen Stoffmodellen getestet. Man bestimmte
die Wasseraufnahme nach Cobb gemäß DIN 53 132 und die Tintenschwimmdauer (Minuten)
nach DIN 53 126.
Stoffmodell I
[0041] Auf 100 Teile eines holzfreien Birkensulfatzellstoffs verwendete man 40 Teile Kreide.
Die Konzentration an Birkensulfatzellstoff im Papierstoff betrug 1,0 %, bezogen auf
trockenen Faserstoff. Der pH-Wert der Stoffsuspension wurde auf 7,0 eingestellt. Die
Stoffmischung wurde auf einen Mahlgrad von 35°SR (Schopper-Riegler) gemahlen und mit
0,025 %, bezogen auf trockenen Faserstoff, eines handelsüblichen Retentionsmittels
auf Basis eines hochmolekularen Polyacrylamids versetzt.
Stoffmodell II
[0042] Altpapierstoff aus einer Mischung von 50 Teilen Zeitungen und 50 Teilen Kartonabfällen.
Der Altpapierstoff wurde lediglich aufgeschlagen, jedoch nicht gemahlen. Die Stoffkonzentration
betrug 1,0 %, bezogen auf trockenen Faserstoff. Der pH-Wert des Papierstoffs war 7,0.
Man gab 0,025 %, bezogen auf trockenen Faserstoff, eines handelsüblichen Retentionsmittels
auf Basis eines hochmolekularen Polyacrylamids zur Stoffsuspension.
Beispiel 8
[0043] Auf einem Rapid-Köthen-Blattbildner stellte man jeweils unter Verwendung der in Tabelle
1 angegebenen Mengen an Stearyldiketen-Dispersion, die nach Beispiel 3 erhalten wurde,
Blätter eines Flächengewichts von 80 g/m
2 her.
[0044] Die Leimungswirkung wurde nach dem Klimatisieren der Blätter bei 23°C und 50 % relativer
Luftfeuchtigkeit 24 Stunden nach der Herstellung gemessen. Die Ergebnisse sind in
Tabelle 1 angegeben.
[0045] Zum Vergleich wurden Blätter mit einer Flächenmasse von 80 g/m
2 hergestellt, wobei man die beiden Stoffsuspension I und II einer handelsüblichen
Stearyldiketen-Dispersion, die 2 % kationische Stärke als Schutzkolloid enthielt,
in den in Tabelle 1 angegebenen Mengen versetzte. Die Blätter wurden anschließend
wie oben beschrieben klimatisiert und geprüft. Die gefundenen Leimungswerte sind in
Tabelle 1 angegeben.
Tabelle 1
| Bsp. 8 |
eingesetztes Stoffmodell |
Stearyldiketen, bez. auf trockenen Faserstoff [%] |
Papier geleimt mit Stearyldiketen-Dispersion gemäß |
| |
|
|
Beisp. 3 |
Vergl. |
Beisp. 3 |
Vergl. |
| |
|
|
Cobb-Werte |
[g/m2] |
Tintenschwimmdauer [min] |
| a) |
I |
0,07 |
31 |
29 |
6 |
2 |
| b) |
I |
0,085 |
30 |
27 |
26 |
11 |
| c) |
I |
0,1 |
27 |
27 |
60 |
60 |
| d) |
II |
0,1 |
104 |
112 |
0 |
0 |
| e) |
II |
0,15 |
34 |
58 |
23 |
19 |
| f) |
II |
0,2 |
27 |
25 |
47 |
37 |
Beispiel 9
[0046] Auf einer Versuchspapiermaschine mit einer Arbeitsbreite von 75 cm wurde bei einer
Geschwindigkeit von 80 m/min Papier mit einem Flächengewicht von 80 g/m
2 hergestellt. Die Stoffzusammensetzung betrug 40 Teile TMP, 30 Teile gebleichter Birkensulfatzellstoff,
30 Teile gebleichter Kiefernsulfatzellstoff, 15 Teile Kreide, 0,8 % kaltwasserlösliche
Stärke und 0,02 %, bezogen auf trockenen Faserstoff, eines handelsüblichen hochmolekularen
Polyacrylamids. Zu dem Papierstoff fügte man die in Tabelle 2 angegebenen steigenden
Mengen an 12%iger Stearyldiketen-Dispersion, die nach Beispiel 7 erhalten wurde.
[0047] Die Beispiele a) bis g) wurden zum Vergleich mit einer handelsüblichen 12%igen Stearyldiketen-Dispersion
wiederholt, die 3 % kationische Stärke als Schutzkolloid enthielt. Proben der Papiere
wurden direkt nach der Herstellung und nach 24stündiger Klimatisierung unter den in
Beispiel 8 angegebenen Bedingungen geprüft. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 angegeben.
Tabelle 2
| Bsp. 9 |
12%ige-Stearyldiketen-Dispersion, bez. auf trockenen Faserstoff [%] |
Cobb-Werte [g/m2] |
| |
|
direkt |
24 h |
| |
|
nach Herstellung des Papiers mit Stearylketen-Dispersion gemäß |
| |
|
Beisp. 7 |
Vergl. |
Beisp. 7 |
Vergl. |
| a) |
0,5 |
53 |
122 |
29 |
95 |
| b) |
0,75 |
33 |
116 |
23 |
41 |
| c) |
1,0 |
32 |
103 |
22 |
25 |
| d) |
1,25 |
27 |
103 |
21 |
23 |
| e) |
1,5 |
25 |
102 |
20 |
23 |
| f) |
1,75 |
24 |
90 |
20 |
22 |
| g) |
2,0 |
26 |
73 |
21 |
21 |