[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Handhabung von in
mehreren Aufnahmefächern eines Containers transportierten Zigarettenschragen.
[0002] Container der eingangs bezeichneten Art stellen, wie beispielsweise in der DE-OS
44 04 901 bzw. der entsprechenden US-PS 5 597 219 dargestellt und beschrieben, ein
flexibles Transport- und Speichermittel für leere oder mit Zigaretten gefüllte Schragen
dar, mit deren Hilfe Zigaretten aus dem Herstellungsprozeß entnommen, gegebenenfalls
zwischengelagert und in den Weiterverarbeitungsprozeß, insbesondere zwecks Verpackung,
zurückgeführt werden.
Die Entleerung bzw. Beschickung der Container mit den genannten Schragen erfolgt üblicherweise
an Handlingstationen , welche einerseits mit Containerfördermitteln in Form von Flurfahrzeugen
oder Rollenbahnen im Schragenaustausch stehen und denen andererseits Beschickungs-
und Entnahmemittel für die Schragen zugeordnet sind. Die Handlingstationen selbst
stehen dabei beispielsweise herstellungsseitig sowie weiterverarbeitungsseitig in
übereinanderliegenden Etagen mit Leerschragenstationen und Vollschragenstationen von
Schragenfüllern bzw. Schragenentleerern in Wirkverbindung, wie in der DE-OS 44 04
902 bzw. der entsprechenden US-PS 5 553 988 dargestellt und beschrieben.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die eingangs genannten Verfahren und Vorrichtungen
rationeller zu gestalten.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß jeweils eine Gruppe von mehreren
Zigarettenschragen gemeinsam aus dem Container entnommen bzw. in den Container überführt
wird.
Eine störungsfreie Überführung wird gemäß vorteilhaften Ausgestaltungen dadurch vorbereitet,
daß vor der Überführung jeweils mehrere Zigarettenschragen zu einer Gruppe angesammelt
werden, wobei eine definierte Ausrichtung der Zigarettenschragen relativ zu den Aufnahmefächern
dadurch erreicht wird, daß die Zigarettenschragen innerhalb der Gruppe mit einem definierten
gegenseitigen Abstand vor den Aufnahmefächern des Containers positioniert werden.
[0005] Eine definierte Abstandspositionierung wird nach einem weiteren Vorschlag dadurch
unterstützt, daß die Zigarettenschragen einzeln in die Gruppenformation überführt
werden.
[0006] Die eingangs bezeichnete Vorrichtung weist erfindungsgemäß jeweils eine Gruppe von
Zigarettenschragen aus dem Container entnehmende bzw. in den Container überführende,
gemeinsam entlang einer Schubebene bewegte Stößelelemente auf.
Eine Synchronbewegung der Stößelelemente wird nach einer vorteilhaften Weiterbildung
am einfachsten dadurch erzielt, daß die Stößelelemente an einem gemeinsamen, mit Antriebs-
und Führungsmitteln versehenen Stößelträger angeordnet sind.
Die Handhabung der Schragen wird gemäß einer Ausgestaltung dadurch erleichtert, daß
den die Entnahme bzw. die Überführung der Zigarettenschragen vornehmenden, als Saugstößel
bzw. Schubstößel ausgebildeten Stößelelementen jeweils eine zwischen Transportbändern
angeordnete Hubplattform zugeordnet ist, welche andererseits eine problemlose Anknüpfung
an Schragen zuführende bzw. abführende Transportbänder ermöglicht.
Zweckmäßigenweise ist die den Schubstößeln zugeordnete Hubplattform als Sammelstation
für die Zigarettenschragen ausgebildet.
Auf einfache, effektive Weise lassen sich nach einem weiteren Vorschlag die Zigarettenschragen
mit gleichen gegenseitigen Abständen dadurch positionieren, daß die Hubplattform mit
durch die Zigarettenschragen überfahrbaren, sich selbst steuernden Abstandhaltern
versehen ist, welche gemäß einer besonders einfachen Ausgestaltung als Wippe ausgebildet
sind, welche einen jeweils von einem voreilenden Zigarettenschragen beaufschlagten
Druckhebel und einen jeweils einen nacheilenden Zigarettenschragen sperrenden Anschlag
aufweist.
Eine exakte parallele Ausrichtung der Zigarettenschragen relativ zu den Aufnahmefächern
des Containers ist nach einer Weiterbildung dadurch möglich, daß die Abstandhalter
jeweils paarweise beidseitig der Hubplattform auf einer Welle derart gelagert sind,
daß die Anschläge bei unbeaufschlagten Druckhebeln unterhalb der Förderebene abgesenkt
sind.
[0007] Der mit der Erfindung erzielte Vorteil besteht darin, daß durch eine Verkürzung und
Minimierung von Transportwegen bei der Container- und Schragenhandhabung innerhalb
der Handlingstation eine rationelle Betriebsweise gewährleistet ist.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
[0008] Hierbei zeigen:
- Figur 1
- eine einerseits beispielsweise an einen nicht dargestellten Schragenfüller und andererseits
an Container zuführende bzw. abführende Rollenbahnen angeschlossene Handlingstation
für Zigarettenschragen,
- Figur 2
- eine in vergrößerter Darstellung herausgezogene Schragenstation zum Überführen von
Schragen in Container und
- Figuren 3 und 4
- unterschiedliche Ansichten einer von Transportbändern der Schragenstation bereinigten
Hubplattform.
[0009] Die in Figur 1 dargestellte Handlingstation 1 für Zigarettenschragen 2 gemäß Figur
2 weist eine mittels eines Hubantriebsmittels 3 in der Höhe verfahrbare Aufnahmeplattform
4 für Schragencontainer 6 auf, welche beispielsweise durch ein nicht dargestelltes
Rollenbahn- oder Hängebahnfördermittel zugeführt oder abgeführt werden.
Anstelle der Aufnahmeplattform kann auch das Rollenbahnfördermittel selbst mit einem
auf- und abbewegbaren Rollenbahnabschnitt versehen sein.
Alternativ kann zum Beispiel auch ein doppelstöckiges Flurförderfahrzeug mit Schragencontainern
zur Abgabe von Leerschragen bzw. zur Aufnahme von Vollschragen an die Handlingstation
1 andocken.
Die Schragencontainer 6 sind zum Zwecke der Aufnahme, des Transportes und gegebenenfalls
der klimadichten Zwischenlagerung von Zigarettenschragen 2 durch Trennwände 7 in mehrere
Aufnahmefächer 8 unterteilt.
Die im Ausführungsbeispiel an einen nicht dargestellten Schragenfüller angeschlossene
Handlingstation 1 ist darüber hinaus mit einer oberen Schragenstation 9 für aus dem
Container 6 entnommene Zigarettenschragen 2, im vorliegenden Beispiel Leerschragen
und einer unteren Schragenstation 11 für in den Container 6 überführte Zigarettenschragen
2, im vorliegenden Beispiel Vollschragen, versehen, die in der Förderrichtung (Pfeil
12) bzw. in der Gegenförderrichtung (Pfeil 13) mit entsprechenden Leerschragen- bzw.
Vollschragenstationen des Schragenfüllers in Wirkverbindung stehen und zwischen denen
die Aufnahmeplattform 4 für die Container 6 hin- und herfahrbar ist.
Zur gemeinsamen bzw. en bloc-Entnahme und Überführung von Zigarettenschragen 2 aus
dem Schragencontainer 6 auf die Schragenstation 9 sind als Saugstößel ausgebildete
Stößelelemente 14 vorgesehen, die an einem gemeinsamen Strößelträger 16 angeordnet
sind, welcher mit Hilfe von Antriebsmitteln 17 und Führungsmitteln 18 in Richtung
des Doppelpfeils 19 hin- und herfahrbar ist. Zur Aufnahme der Zigarettenschragen 2
auf der Schragenstation 9 ist diese mit einer zwischen zwei von einem Motor 20 antreibbaren
Transportbändern 21 angeordneten Hubplattform 22 versehen.
Zur gemeinsamen bzw. en bloc-Überführung von Zigarettenschragen 2 von der Schragenstation
11 in den Schragencontainer 6 sind als Schubstößel ausgebildete Strößelelemente 23
vorgesehen, die an einem gemeinsamen Stößelträger 24 angeordnet sind, welcher mit
Hilfe von Antriebsmitteln 26 und Führungsmitteln 27 in Richtung des Doppelpfeils 28
hinund herfahrbar ist.
Zur Aufnahme der Zigarettenschragen 2 auf der Schragenstation 11 ist diese ebenfalls
mit einer zwischen zwei, von einem Motor 29 antreibbaren Transportbändern 30 angeordneten
Hubplattform 31 versehen, welche als Sammelstation für in Pfeilrichtung 13 zugeführte
Zigarettenschragen 2 ausgebildet ist.
Die in den Figuren 2 bis 4 näher dargestellte Hubplattform 31 ist ebenso wie die Hubplattform
22 mittels eines Stellzylinders 32 und eines parallelen Kniehebelsystems 33 auf die
Transportebene der Transportbänder 30 bzw. 21 anhebbar bzw. unter diese Ebene absenkbar.
Zu diesem Zweck greift eine Schubstange 34 des Stellzylinders 32 an einer Querstange
36 des an zwei Wellen 37 eines ortsfesten Gestellrahmens 38 gelagerten Kniehebelsystems
an, welches andererseits die Hubplattform 31 trägt.
Beide Hubplattformen 22, 31 sind an einem Ende mit einem Schragenanschlag 39 versehen.
Die als Sammelstation für eine Gruppe von Zigarettenschragen 2 ausgebildete untere
Hubplattform 31 weist darüber hinaus beidseitig eine Reihe hintereinanderliegender
Abstandhalter 41 auf, die als auf einer Welle 42 gelagerte Wippe in der Form ausgebildet
sind, daß sie einerseits einen Druckhebel 43 und andererseits einen Anschlag 44 aufweisen,
deren Wirkungsweise nachfolgend beschrieben wird.
Zwischen der Aufnahmeplattform 4 und den Transportbändern 21 sowie 30 ist auf jeder
Schragenstation 9 bzw. 11 zusätzlich ein ortsfestes Bodenblech 46 bzw. 47 vorgesehen.
[0010] Die Wirkungsweise ist wie folgt:
Ausgehend von dem gemäß Figur 1 auf der Aufnahmeplattform 4 in Höhe der Schragenstation
9 bereitstehenden, mit Leerschragen gefüllten Container 6 wird die Hubplattform 22
auf die Transportebene der Transportbänder 21 angehoben. Der Stößelträger 16 fährt
auf den Container 6 zu, wobei die Saugstößel 14 alle im Container 6 befindlichen Zigarettenschragen
erfassen und mit dem Rückhub des Stößelträgers 16 aus dem Container herausziehen und
auf die Hubplattform 22 überführen. Durch anschließendes Absenken der Hubplattform
22 ruhen die Leerschragen nur noch auf den Transportbändern 21, durch deren Inbetriebnahme
sie in Richtung des Pfeils 12 zur Leerschragenstation des Schragenfüllers abgefördert
werden.
[0011] Währenddessen wird die Aufnahmeplattform 4 mit dem leeren Container 6 bis zur unteren
Schragenstation 11 abgesenkt. Auf deren angehobener Hubplattform 31 wird eine Gruppe
von im Schragenfüller mit Zigaretten bestückten Vollschragen angesammelt, welche einzeln
in Förderrichtung 13 gemäß Figur 2 auf den Transportbändern 30 zugeführt werden. Hierbei
überfährt der erste ankommende Vollschragen alle Abstandhalter 41 bis zur Anlage am
Schragenanschlag 39 der Hubplattform 31, wobei er die Druckhebel 43 der unmittelbar
vor dem Schragenanschlag 39 befindlichen Abstandhalter 41 belastet und abwärts drückt,
so daß deren Anschläge 44 aufwärts in die Förderbahn einschwenken und den nächstfolgenden
Schragen aufhalten. Der gleiche Vorgang wiederholt sich bei den weiteren zugeführten
Schragen, so daß alle aufgereihten Schragen mit einem gegenseitigen Abstand und fluchtend
zu den Aufnahmefächern 8 des Schragencontainers 6 angesammelt werden.
[0012] Die derart gebildete Gruppe von Vollschragen wird anschließend durch die vorfahrenden
Stößelelemente 23 in den Schragencontainer 6 überführt, welcher entweder in ein Zwischenlager
oder direkt zu Weiterverarbeitungseinrichtungen abtransportiert wird.
1. Verfahren zur Handhabung von in mehreren Aufnahmefächern eines Containers transportierten
Zigarettenschragen, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils eine Gruppe von mehreren Zigarettenschragen
gemeinsam aus einem Container entnommen bzw. in den Container überführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vor der Überführung jeweils
mehrere Zigarettenschragen zu einer Gruppe angesammelt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zigarettenschragen
innerhalb der Gruppe mit einem definierten gegenseitigen Abstand vor den Aufnahmefächern
des Containers positioniert werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zigarettenschragen
einzeln in die Gruppenformation überführt werden.
5. Vorrichtung zur Handhabung von in mehreren Aufnahmefächern eines Containers transportierten
Zigarettenschragen, gekennzeichnet durch jeweils eine Gruppe von Zigarettenschragen
(2) aus dem Container (6) entnehmende bzw. in den Container überführende, gemeinsam
entlang einer Schubebene bewegte Stößelelemente (14 bzw. 23).
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Stößelelemente (14 bzw.
23) an einem gemeinsamen, mit Antriebs- und Führungsmitteln (17, 18 bzw. 26, 27) versehenen
Stößelträger (16 bzw. 24) angeordnet sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß den die Entnahme bzw.
die Überführung der Zigarettenschragen (2) vornehmenden, als Saugstößel bzw. Schubstößel
ausgebildeten Stößelelementen (14 bzw. 23) jeweils eine zwischen Transportbändern
(21 bzw. 30) angeordnete Hubplattform (22 bzw. 31) zugeordnet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die den Schubstößeln (23)
zugeordnete Hubplattform (31) als Sammelstation für die Zigarettenschragen (2) ausgebildet
ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Hubplattform (31) mit
durch die Zigarettenschragen überfahrbaren, sich selbst steuernden Abstandhaltern
(41) versehen ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstandhalter (41) als
Wippe ausgebildet sind, welche einen jeweils von einem voreilenden Zigarettenschragen
(2) beaufschlagten Druckhebel (43) und einen jeweils einen nacheilenden Zigarettenschragen
sperrenden Anschlag (44) aufweist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstandhalter (41) jeweils
paarweise beidseitig der Hubplattform (31) auf einer Welle (42) derart gelagert sind,
daß die Anschläge (44) bei unbeaufschlagten Druckhebeln (43) unterhalb der Förderebene
abgesenkt sind.