[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Tangentialrollkopf nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
[0002] Tangentialrollköpfe, bei denen Gewinderollen an zwei gabelförmigen Rollkopfarmen
drehbar gelagert sind zur Herstellung eines Gewindes, sind allgemein bekannt. Bei
der Herstellung eines Gewindes im Wege der Kaltverformung wird der Gewinderollkopf
mit den nicht angetriebenen Gewinderollen von der Seite her auf das rotierende Werkstück
gefahren, so daß die Drehbewegung des Werkstücks auf die Gewinderollen übertragen
wird. Die Steigung des herzustellenden Gewindes ergibt sich aus der Steigung des Gewindes
der Gewinderollen. Die Gewinderollen müssen zu Beginn eines Gewinderollvorgangs und
auch während des Gewinderollens in einer bestimmten Stellung zueinander stehen. Sonst
ist nicht gewährleistet, daß die Gewindegänge der einen Gewinderolle in die von der
anderen Gewinderolle am Werkstück erzeugten Gewindegänge eingreifen.
[0003] Um der erwähnten Forderung Rechnung zu tragen, ist bei Tangentialrollköpfen bekanntgeworden,
ein Synchrongetriebe zwischen den Gewinderollen vorzusehen. Aus Firmenschrift "Wagner
Seitenrollwerkzeuge" der Gustav Wagner Maschinenfabrik ist bekanntgeworden, auf der
Achse, auf der die Gewinderolle drehbar gelagert ist, auch ein Ritzel drehbar zu lagern.
Das Ritzel weist an seiner Stirnfläche ein Paar von einander diametral gegenüberliegenden
Klauen auf, die mit komplementären Klauen der Gewinderolle in Eingriff kommen, um
eine Drehbewegung des Ritzels auf die Gewinderolle zu übertragen. Die Montage der
Gewinderollen, die austauschbar sein sollen, erfolgt von der freien Seite her durch
seitliches Einschieben, wobei die Klauen zueinander ausgerichtet sein müssen. Außerdem
müssen die Bohrungen von Gewinderolle und Ritzel zueinander ausgerichtet sein, damit
die Achse hindurchgesteckt werden kann. Diese Montage erfordert einige Geschicklichkeit
und ist mit einem gewissen Aufwand verbunden. Da für die Drehposition der Gewinderolle
zwei einbaufähige Drehlagen möglich sind, muß der Monteur darauf achten, daß die Gewinderolle
in der richtigen Drehlage eingebaut wird.
[0004] Aus DE 29 44 499 oder auch G 81 26 219 ist bekanntgeworden, die Gewinderollen nicht
über ein Getriebe zu koppeln, vielmehr frei drehbar vorzusehen, wobei jedoch Mittel
vorgesehen sind, um die Gewinderollen nach dem Bearbeitungsvorgang in eine Ausgangsposition
zurückzubringen. Die vorliegende Erfindung befaßt sich jedoch mit einem Tangentialrollkopf,
dessen Gewinderollen über ein Getriebe gekoppelt sind.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Tangentialgewinderollkopf zu schaffen,
bei dem der Einbau der Gewinderollen erleichtert und die Gefahr des Einbaus in einer
falschen Drehposition vermieden wird.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Bei dem erfindungsgemäßen Tangentialgewinderollkopf sind die zusammenwirkenden Klauen
von Gewinderolle und Ritzel so ausgebildet, daß die Rolle nur in einer einzigen definierten
Drehlage seitlich eingeschoben werden kann. Dies wird nach einer Ausgestaltung der
Erfindung etwa dadurch verwirklicht, daß die Enden eines Paars einander gegenüberliegender
Klauen an der Gewinderolle jeweils auf dem Schenkel eines spitzen Winkels liegen,
wobei die Klauen des Ritzels komplementär so ausgebildet sind, daß der von diesen
gebildete Winkel nach außen divergiert. Durch eine derartige Ausbildung von Gewinderolle
und Ritzel wird bei bereits eingebautem Ritzel nur bei einer einzigen Drehlage der
Gewinderolle das seitliche Einschieben in den Arm des Rollkopfs möglich. Jede andere
Lage würde das Einschieben blockieren.
[0008] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die Klauen an den Enden mit
einem Winkel so geformt, daß die Achsen von Ritzel und Gewinderolle zusammenfallen,
wenn die Klauen vollständig seitlich eingesteckt sind. Die konische Ausbildung der
Enden der Klauen von Ritzel und Gewinderolle stellen nicht nur die Drehlage sicher,
sondern auch die Endposition. Nach dem vollständigen Einstecken der Gewinderolle ist
daher gleichzeitig eine Ausrichtung der Bohrungen von Gewinderolle und Ritzel gewährleistet,
so daß sofort die Achse problemlos hindurchgeführt werden kann.
[0009] Die Rollkopfarme sind um eine gemeinsame Achse schwenkbar am Rollkopfhalter gelagert.
Außerdem ist ein Einstellmechanismus vorgesehen, um den Abstand der Gewinderollachsen
voneinander einzustellen entsprechend dem Durchmesser des zu formenden Gewindes. Aus
den genannten Druckschriften, beispielsweise G 81 26 319 ist bekannt, in dem dem Halter
zugewandten Arm des zweiarmigen Hebels des Rollkopfarms jeweils eine Stellschraube
anzuordnen, wobei die einander zugekehrten Enden der Stellschrauben gegeneinander
liegen. Durch Verdrehen der beiden Stellschrauben läßt sich der Gewinderollabstand
verändern. Ist die Änderung endgültig eingestellt, wobei zur Vermessung des Abstandes
bekannt ist, eine Lehre zwischen die Gewinderollen einzufügen, erfolgt mit Hilfe einer
weiteren Feststellschraube die Fixierung des eingenommenen Abstands. Ein derartiger
Verstellmechanismus hat einige Nachteile. Der eine besteht darin, daß von zwei unterschiedlichen
Seiten eine Betätigung vorgenommen werden muß. Bei beengten Platzverhältnissen, beispielsweise
an einem Revolverkopf einer Werkzeugmaschine, kann das zu Schwierigkeiten führen.
Die Lagerung der Stellschrauben benötigt Platz. Daher wird die Länge des Tangentialrollkopfs
durch die Anordnung der Stellschrauben vergrößert. In CNC-Revolverdrehmaschinen findet
sich häufig nur wenig Platz, da der Revolverkopf nur einen relativ kleinen Schwingkreisdurchmesser
hat.
[0010] Daher sieht eine weitere Ausgestaltung der Erfindung vor, daß eine einzige Einstellschraube
in einem Rollkopfarm mit einer festen Backe des anderen Rollkopfarms zusammenwirkt
zur Einstellung des Abstands der Gewinderollen. Die einzige Schraube kann platzsparend
so angeordnet werden, daß die Gesamtlänge des Gewinderollkopfes gegenüber herkömmlichen
Konstruktionen deutlich verringert werden kann. In diesem Zusammenhang sieht eine
weitere Ausgestaltung der Erfindung vor, daß die Einstellschraube etwa in Höhe der
gemeinsamen Achse der Rollkopfarme angeordnet ist, und zwar schräg zu einer Mittenebene,
die sich zwischen den Rollkopfarmen durch die gemeinsame Achse der Rollkopfarme erstreckt.
Die mit dem anderen Rollkopfarm verbundene Backe erstreckt sich über die Mittenebene
hinaus in Richtung der Stellschraube. Auf diese Weise wird ein besonders kurzer Rollkopf
erhalten.
[0011] Wie erwähnt, erfordert die genaue Einstellung des Achsabstands der Gewinderollen
eine präzise Vermessung. In diesem Zusammenhang sieht eine Ausgestaltung der Erfindung
vor, daß an der Außenseite der Rollkopfarme Meßpunkte, vorzugsweise Meßkugeln, angeordnet
sind zur Bestimmung des Achsabstands der Gewinderollen. Bei herkömmlichen Tangentialrollköpfen
wird für jedes Gewinde eine eigene Lehre eingesetzt. Dies erhöht den Aufwand für den
Betreiber. Durch die erfindungsgemäße Lösung kann ein einziges herkömmliches Meßinstrument
verwendet werden, beispielsweise eine Mikrometerschraube oder dergleichen, um den
Achsabstand der Gewinderollen präzise zu bestimmen. Eine spezifische Einstellehre
kann entfallen.
[0012] Bei dem Formen eines Gewindes treten erhebliche Kräfte auf, die zur Durchbiegung
der Achse der Gewinderollen führen können, womit ein Bruch des Ritzels verbunden sein
kann. Es ist daher bei bekannten Tangentialrollköpfen auch vorgesehen, die Stahlachsen
exzentrisch zu formen, um eine Durchbiegung zu kompensieren. Eine Ausgestaltung der
Erfindung sieht in diesem Zusammenhang vor, daß die Achsen für die Gewinderollen aus
Hartmetall geformt sind. Hartmetall reduziert die Durchbiegung drastisch und verhindert
somit einen Ritzelbruch. Außerdem sind die Laufeigenschaften von Gewinderolle und
Achse verbessert.
[0013] Erfolgt eine Verstellung des Achsabstands der Gewinderollen in der oben beschriebenen
Art und Weise für die Einstellung auf ein anderes Gewinde, ergibt sich eine unterschiedliche
Lage der Gewinderollen zur durch die gemeinsame Achse der Rollkopfarme gehenden Mittenebene.
Es ist daher erforderlich, nach der Einstellung des Achsabstands die Mittigkeit wieder
herzustellen. In diesem Zusammenhang sieht eine Ausgestaltung der Erfindung vor, daß
mindestens ein Rollkopfarm als doppelarmiger Hebel ausgeführt ist und an dem dem Halter
zugeordneten Arm ein Ansatz vorgesehen ist, der mit einem Verstellmechanismus zur
Verstellung des Ansatzes am Halter zusammenwirkt. Zur Verwirklichung des Gedankens
kann nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung der Ansatz mit einer Mutter zusammenwirken,
die auf einer Gewindespindel sitzt und die drehfest geführt ist. Die Lagerung der
Gewindespindel im Halter führt bei einer Drehung der Gewindespindel zu einer Linearverstellung
der Mutter auf der Gewindespindel und damit zu einem Verschwenken des zugeordneten
Rollkopfarmes. Da die Rollkopfarme, wie an sich bekannt, über mindestens eine Feder
gegeneinander vorgespannt sind, führt die Verschwenkung des einen Rollkopfarms zum
Mitverschwenken des anderen Arms. Dadurch kann der Rollkopf im Hinblick auf die Mittenebene
ausgerichtet werden. Die Spindel ist nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung
vorzugsweise von beiden Enden zugänglich, so daß sich die Bedienungsperson das jeweils
günstigere Ende aussuchen kann, um die Mitteneinstellung zu bewerkstelligen.
[0014] Stöße bei einem Schalten des Revolverkopfes von Werkzeugmaschinen können zu einem
Bruch des Ansatzes oder auch der Spindel führen. Um dieser Gefahr zu begegnen, ist
nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß die Spindel an entgegengesetzten
Enden mit einer Druckfeder beaufschlagt ist.
[0015] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß der Verstellmechanismus
symmetrisch am Halter angebracht ist. Hierdurch kann der Rollkopf am Halter um 180°
verdreht eingebaut werden, ohne daß der Verstellmechanismus umgebaut werden muß.
[0016] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß an einem Arm
des zweiarmigen Hebels für den Rollkopfarm eine Skala angebracht ist, die mit einer
Markierung an der gemeinsamen Achse zusammenwirkt. Mit Hilfe einer derartigen Skala
kann der Achsabstand der Gewinderollen grob eingestellt werden.
[0017] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist zwischen Halter und einem Rollkopfarm
eine weitere Skala angebracht zur Anzeige der Mittenlage des Rollkopfes für den jeweils
eingestellten Achsabstand der Gewinderollen. Zu jeder Gewindegröße gehört eine bestimmte
Größe auf der Skala, so daß die Mittigkeit mit Hilfe der erwähnten Skala voreingestellt
werden kann.
[0018] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt perspektivisch einen Tangentialgewinderollkopf nach der Erfindung.
- Fig. 2
- zeigt eine Seitenansicht einer Gewinderolle des Rollkopfs nach Fig. 1.
- Fig. 3
- zeigt einen Schnitt durch die Darstellung nach Fig. 2 entlang der Linie 3-3.
- Fig. 4
- zeigt die Seitenansicht des Gewinderollkopfs nach Fig. 1 ohne Aufspannkörper.
- Fig. 5
- zeigt die Draufsicht auf die Darstellung nach Fig. 4 entlang dem Richtungspfeil 5.
- Fig. 6
- zeigt eine ähnliche Darstellung wie Fig. 4, jedoch bei Weglassung eines Arms des gabelartigen
Rollkopfhalters und mit Schnitt durch ein Verstellmittel für die Verschwenkung des
Rollkopfs.
- Fig. 7
- zeigt eine ähnliche Darstellung wie Fig. 6, jedoch in einer anderen Schwenkposition
der Rollkopfarme.
[0019] In Fig. 1 ist ein Aufspannkörper 10 für einen Gewinderollkopf 12 dargestellt, der
einen L-förmigen Abschnitt 14 aufweist, an dessen einem Steg an der Außenseite ein
Einspannzapfen 16 angebracht ist. In der rechteckigen Ausnehmung des L-förmigen Abschnitts
14 ist ein Rollkopfhalter 18 angebracht. Dieser besteht aus einem plattenförmigen
Teil 20 und zwei Gabelarmen, von denen nur einer bei 22 zu erkennen ist. Der plattenförmige
Abschnitt 20 wird mit Hilfe geeigneter Befestigungsmittel auf einem gezeigten Absatz
des L-förmigen Abschnitts 14 aufsitzend am Aufspannkörper 10 befestigt.
[0020] Der Rollkopf 12 weist zwei gabelförmige Rollkopfarme 28, 30 auf, die als zweiarmige
Hebel ausgeführt sind und die von den Armen 22 des Halters 18 um eine gemeinsame Achse
drehbar gelagert sind (siehe hierzu weitere Figuren). Zwischen den Gabelarmen der
Arme 28, 30 sind Gewinderollen 32, 36 drehbar gelagert, und zwar auf einer Achse 38
bzw. 40 aus Hartmetall. Wie erkennbar, ist der in Fig. 1 rechte Gabelarm breiter als
der linke. Dies beruht darauf, daß in dem breiteren Gabelarm ein Zahnradgetriebe angeordnet
ist, wobei ein mittleres Zahnrad des Getriebes, das beide Gewinderollen 32, 36 miteinander
koppelt, auf der gemeinsamen Achse angeordnet ist. Jeweils ein Ritzel (nicht gezeigt)
des Getriebes sitzt auf der Achse 38, 40 und wirkt drehfest mit der Gewinderolle 32,
36 zusammen.
[0021] Fig. 2 zeigt zum Beispiel die Seitenansicht der Gewinderolle 32. Man erkennt, daß
an der Stirnseite zwei bogensegmentförmige Klauen 42, 44 vorgesehen sind, die auf
beiden Seiten einer durchgehenden Bohrung 46 einander gegenüberliegen. Die Bogenlänge
der Klauen 42, 44 ist zwar gleich, die Klauen sind relativ zueinander in Umfangsrichtung
verschoben, so daß sich auf der einen Seite ein Abstand a und auf der anderen Seite
ein Abstand b zwischen den Enden gegenüberliegender Klauen 42, 44 bildet. Die Enden
sind so geformt, daß sie auf den Schenkeln eines Winkels c liegen. Die Klauen der
nicht gezeigten Ritzel auf den Achsen 38, 40 sind komplementär geformt. Durch seitliches
Einschieben der Rollen 32, 36 können diese in den Armen 28, 30 eingebaut werden, wobei
nur eine einzige Drehlage der Gewinderollen 32, 36 den Einbau ermöglicht. Eine um
180° verdrehte Lage würde dazu führen, daß zum Beispiel der engere Abstand a gegen
den engeren Abstand der Klauen der Ritzel stoßen würde. Nur bei einer umgekehrten
Drehposition der Rollen können die Klauen ineinandergeführt werden. Außerdem sind
die Klauen so ausgebildet, daß bei einer satten Anlage der Enden der zusammenwirkenden
Klauen die Bohrungen 46 der Rollen 32, 36 mit den Bohrungen der eingebauten Ritzel
ausgerichtet sind, so daß die Achsen 38, 40 nach dem Einsetzen der Rollen 32, 36 ohne
weiteres eingesteckt werden können. Ein genaues Ausrichten der Rollen ist hierzu nicht
mehr erforderlich.
[0022] In Fign. 4 und 5 ist der aus dem Einspannkörper 10 ausgebaute Tangentialrollkopf
in Seitenansicht zu erkennen. Die Scheiben 50, 52 lagern Achsen 54, 56 der Zahnräder
des Getriebes, die mit den Ritzeln auf den Achsen 38, 40 kämmen. Die Scheibe 58 lagert
die gemeinsame Achse 60, um die die Arme 28, 30 am Halter 18 schwenkbar sind. Außerdem
befindet sich dahinter entweder ein einziges großes Zahnrad oder eine Anordnung von
drei Zahnrädern, wobei das mittlere auf der Achse 60 sitzt. In diesem Fall findet
ein Eingriff mit den Zahnrädern auf den Achsen 54, 56 statt, so daß die Drehung der
Gewinderollen 32, 36 gekoppelt ist.
[0023] Zwischen den dem Halter 18 zugewandten Armen der Rollkopfarme 28, 30 sind zwei Federn
62, 64 gespannt, welche die entsprechenden Arme aufeinander zu vorspannen. In Fign.
6 und 7 sind die entsprechenden Löcher 66, 68, mit denen die Federn 62, 64 zusammenwirken,
zu erkennen.
[0024] In Fign. 6 und 7 ist ferner zu erkennen, daß die Arme 28, 30 nicht gleich aufgebaut
sind, vielmehr ist der Rollkopfarm 28 verhältnismäßig kurz, wahrend der andere Rollkopfarm
30 einen sich zum kurzen Abschnitt erstreckenden Backenabschnitt 70 aufweist. Der
Backenabschnitt 70 erstreckt sich über die Mittenebene, die sich zwischen den Rollen
32, 36 durch die gemeinsame Achse 60 erstreckt, hinaus. Oberhalb der gemeinsamen Achse
60 ist schräg zur beschriebenen Mittenebene eine Stellschraube 72 im oberen Rollkopfarm
28 in einer entsprechenden Gewindebohrung gelagert. Durch Verdrehung der Schraube
32 können die Arme 28, 30 relativ zueinander um die gemeinsame Achse 60 verschwenkt
werden, wie aus den verschiedenen Positionen in Fign. 6 und 7 gezeigt. Dadurch läßt
sich der Abstand der Rollen, die in Fig. 6 und 7 nur strichpunktiert angedeutet sind,
verstellen. An dem unteren Arm 30 ist eine Skala 74 vorgesehen, die mit einer Markierung
76 auf der fest mit der Achse 60 und mit dem Arm 28 verbundenen Platte 58 zusammenwirkt,
so daß die Markierung auf der Skala 74 anzeigt, welchen Abstand die Achsen der Rollen
32, 36 voneinander haben. Diese Einstellung ist jedoch relativ grob.
[0025] Eine Feineinstellung erfolgt mit Hilfe von Meßkugeln 78, 80 auf der Außenseite der
Arme 28, 30, deren Abstand durch ein geeignetes Präzisionsmeßinstrument gemessen werden
kann.
[0026] Mit dem Backenabschnitt 70 ist auch ein Federabschnitt 82 verbunden, der durch einen
Schlitz 84 im Halteabschnitt 20 in diesen hineingeführt ist. Der Halteabschnitt weist
eine Bohrung 86 auf, die eine Gewindespindel 88 lagert. Die Gewindespindel ist auf
der einen Seite bei 88 und auch auf der gegenüberliegenden Seite bei 90 durch eine
Druckfeder beaufschlagt. Die Gewindespindel 88 weist einen Gewindeabschnitt 92 auf,
auf dem ein mutternartiger Schieber 94 sitzt, mit dem der Ansatz 82 zusammenwirkt.
Der Schieber 94 ist durch den Schlitz 84 drehfest geführt, so daß er sich bei einer
Verdrehung der Spindel 88 in Fign. 6 und 7 nach unten bzw. nach oben bewegt. Mit Hilfe
dieses Einstellmechanismus kann der untere Arm 30 in gewünschter Weise verschwenkt
werden. Da die Arme 28, 30 über Federn miteinander verspannt sind, wird gleichzeitig
auch der obere Arm 28 mit verschwenkt. Dadurch ist es möglich, eine Mittigstellung
des Rollkopfes zu erreichen, nachdem, wie zum Beispiel in Fig. 7 dargestellt, die
Gewinderollen 32, 36 einen vorgegebenen Abstand voneinander erhalten haben.
[0027] Der Abschnitt 20 ist durch eine Platte 24 an der Oberseite abgedeckt, die mit Schrauben
26 befestigt ist. Eine weitere Platte 96 befindet sich an der Unterseite und ist in
gleicher Weise befestigt. Beide Platten 24, 96 weisen eine Öffnung 98, 100 auf für
die Hindurchführung eines Werkzeugs zur Verdrehung der Spindel 88.
[0028] Wie in Fig. 4 zu erkennen, weist der Arm 22 des Halters 18 eine Skala 102 auf, die
mit einer Skala 104 an der Scheibe 58 zusammenwirkt. Die Scheibe 58 bewegt sich gemeinsam
mit dem Arm 28, so daß mit Hilfe der Skala 102 die Mitteneinstellung des Rollkopfes
eingestellt werden kann. Zu jedem Skalenstrich beider Skalen gehört ein bestimmter
Achsabstand der Gewinderollen. Beträgt dieser z.B. 36, dann müssen die mit 36 bezeichneten
Striche beider Skalen 102, 104 zueinander ausgerichtet sein, damit die Mitteneinstellung
vorliegt.
[0029] Es versteht sich, daß auch auf den gegenüberliegenden Seiten des Rollkopfes Skalen
vorgesehen sind entsprechend den Skalen 74 bzw. 102 und 104.
1. Tangentialgewinderollkopf mit zwei gabelförmigen Rollkopfarmen, in denen mittels paralleler
Achsen Gewinderollen drehbar gelagert sind, wobei die Gewinderollen seitlich mit einem
auf den Achsen sitzenden Ritzel eines beide Gewinderollen koppelnden Getriebes in
Eingriff stehen und Gewinderollen und Ritzel so ausgebildet sind, daß die Rollen vor
dem Einbau der Achsen seitlich einschiebbar sind, einem Rollkopfhalter, an dem die
Rollkopfarme um eine gemeinsame, parallel zu den Rollenachsen verlaufende Achse schwenkbar
gelagert sind, Gewindemitteln zur Einstellung des Abstands der Gewinderollachsen voneinander
und Einstellmitteln für die Schwenklage des Rollkopfs zum Rollkopfhalter, dadurch
gekennzeichnet, daß zusammenwirkende Klauen (42, 44) von Gewinderolle (32, 36) und
Ritzel so ausgebildet sind, daß die Rolle (32, 36) nur in einer einzigen definierten
Drehlage seitlich eingeschoben werden kann.
2. Gewinderollkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden der Klauen
(42, 44) eines Paars einander gegenüberliegender Klauen an der Gewinderolle (32) jeweils
auf dem Schenkel eines spitzen Winkels (c) liegen, wobei die Klauen des Ritzels komplementär
so ausgebildet sind, daß der von diesen gebildete Winkel nach außen divergiert.
3. Gewinderollkopf nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Klauen (42, 44) so
geformt sind, daß die Achsen von Ritzel und Gewinderolle (32) zusammenfallen, wenn
die Klauen (42, 44) vollständig seitlich ineinandergesteckt sind.
4. Gewinderollkopf, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß eine einzige Einstellschraube (72) in einem Rollkopfarm (28) mit einer festen
Backe (70) des anderen Rollkopfarms zusammenwirkt zur Einstellung des Abstands der
Gewinderollen (32, 36) voneinander.
5. Gewinderollkopf nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Einstellschraube
(72) etwa in Höhe der gemeinsamen Achse (60) der Rollkopfarme (28, 30) angeordnet
sich schräg zur zwischen den Rollkopfarmen (28, 30) und die gemeinsame Achse (60)
erstreckenden Mittenebene erstreckt und die feste Backe (70) sich über die Mittenebene
hinaus in Richtung zugeordnetem Ende der Einstellschraube (72) hin erstreckt.
6. Gewinderollkopf, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß an der Außenseite der Rollkopfarme (28, 30) Meßpunkte, vorzugsweise Meßkugeln
(78, 80) angeordnet sind zur Bestimmung des Achsabstands der Gewinderollen (32, 36).
7. Gewinderollkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
beiden Achsen (38, 40) für die Gewinderollen (32, 36) aus Hartmetall geformt sind.
8. Gewinderollkopf, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens ein Rollkopfarm (30) als doppelarmiger Hebel ausgebildet ist und an
dem dem Halter (18) zugeordneten Arm (70) ein Ansatz (82) vorgesehen ist, der mit
einem Verstellmechanismus zur Verstellung des Ansatzes am Halter (18) zusammenwirkt.
9. Gewinderollkopf nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Ansatz mit einer
Mutter (94) zusammenwirkt, die auf einer Gewindespindel (88) sitzt und die drehfest
geführt ist.
10. Gewinderollkopf nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Spindel (88) drehbar,
jedoch axial fest in einer Bohrung (86) des Halters (18) angeordnet ist.
11. Gewinderollkopf nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Spindel (88)
an entgegengesetzten Enden mit einer Druckfeder (88, 90) beaufschlagt ist.
12. Gewinderollkopf nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die
Spindel (88) von beiden Enden zugänglich ist.
13. Gewinderollkopf nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der
Verstellmechanismus symmetrisch am Halter (18) angebracht ist.
14. Gewinderollkopf nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der
Ansatz (82) von einem Federstück gebildet ist, das am zugeordneten Arm angebracht
ist.
15. Gewinderollkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß an
einem Ende der gemeinsamen Achse (60) der Rollkopfarme (28, 30) eine Skala (74) angebracht
ist zur Anzeige des Achsabstands der Gewinderollen (32, 36).
16. Gewinderollkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß am
Halter (18) und einem Rollkopfarm (30) jeweils eine Skala (102, 104) angebracht ist
zur Anzeige der Mittenlage des Rollkopfes für den jeweils eingestellten Achsabstand
der Gewinderollen (32, 36).