[0001] Die Erfindung betrifft eine Deckenkonstruktion, insbesondere eine großflächige Schalungskonstruktion
für Stahlbetondecken, mit einer Mehrzahl von Deckenelementen, sowie ein Deckenelement
für eine solche Deckenkonstruktion.
[0002] Es sind Verbundschalungsdecken nach EP-0 164 330 bekannt, welche aus tragenden Stahlgitterträgern
mit daran mittels Verbindungsteilen befestigten Schalungsplatten bestehen, welche
gleichzeitig die spätere Deckenoberfläche darstellen. Bei dieser Ausführungsform übernimmt
der Obergurt des Stahlgitterträgers die Druckkräfte, welche im Montagezustand und
während des Betonierens sowie des Aushärtens des Betons auftreten. Nach dem Aushärten
des Betons ist dieser Obergurt samt den schrägen Verbindungsstäben des Stahlgitterträgers
in der Feldbewehrung der Decke statisch überflüssig.
[0003] Die herkömmlichen Verbundkonstruktionen weisen darüber hinaus den Nachteil auf, daß
sie einen erheblichen Raum einnehmen, so daß sie nur mit großem Aufwand als vorgefertigte
Bauelemente transportiert werden können. Ihr Aufbau ist außerdem mit hohem Fertigungsaufwand
verbunden und eher kostspielig.
[0004] Mit der Erfindung wird das Problem gelöst, eine Verbundschalungsdecke sowie Deckenelemente
dafür zu schaffen, deren Stahlbewehrung sowohl während der Deckenherstellung als auch
bei der fertigen Decke tragende Funktionen übernehmen kann, so daß sie baustatisch
anrechenbar ist, und die gleichzeitig kostengünstig herstellbar ist.
[0005] Hinsichtlich der Deckenkonstruktion wird dieses Problem erfindungsgemäß gelöst mit
einer Deckenkonstruktion, insbesondere einer großflächige Schalungskonstruktion für
Stahlbetondecken, mit einer Mehrzahl von Deckenelementen, die mit ihren seitlichen
Stoßrändern stumpf aneinanderstoßen, wobei die Deckenelemente eine Grundplatte, auf
der Grundplatte in Reihe miteinander fluchtend angeordnete U-profilförmige Bügel,
die jeweils einen Steg, zwei Schenkel und an den freien Enden der Schenkel ausgebildete
abgewinkelte Flanschabschnitte aufweisen, wobei die Flanschabschnitte jeweils mit
der Grundplatte verschraubt sind, und Einzellängsstäbe aufweisen, die in den von den
Schenkeln und den Stegen der U-profilförmigen Bügel gebildeten Ecken jeweils mit einer
Schweißverbindung derart befestigt sind, daß sie einen Abstand von der Grundplatte
aufweisen, wobei die Einzellängsstäbe druckübertragend sind und die Grundplatte zugübertragend
ist, solange keine oder eine flüssige Betonschicht auf der Grundplatte aufliegt, d.h.
die Betonschicht noch nicht tragfähig ist, und wobei die Einzellängsstäbe zugübertragend
sind, nachdem die auf der Grundplatte aufliegende Betonschicht, in die die Einzellängsstäbe
eingebettet sind und von der sie um ein geeignetes Maß überdeckt sind, verfestigt
und daher lastabtragend ist.
[0006] Die U-profilförmigen Bügel sind somit derart auf die Grundplatte gesetzt, daß ihr
Steg im Abstand von der Grundplatte angeordnet ist und ihre Schenkel vom Steg zu der
Grundplatte verlaufen. An den an der Grundplatte endenden freien Enden der Schenkel
sind von den Schenkeln nach außen abgewinkelte Flanschabschnitte vorhanden, mit denen
der U-profilförmige Bügel an der Grundplatte angeschraubt ist.
[0007] Durch den Vorschlag, bei einem Deckenelement in einem Abstand von der Grundplatte
verlaufende Einzellängsstäbe derart anzubringen, daß sie bei der Montage und bis zum
Aushärten des Betons als Druckstäbe und nach dem Aushärten des Betons als Zugstäbe
funktionieren, wird eine doppelte Funktion der Deckenkonstruktion erreicht. Die Deckenkonstruktion
kann gleichzeitig als Schalungsdecke und als tragende Bewehrung der fertigen Betondecke
dienen.
[0008] Die Einzellängsstäbe befinden sich in einem ausreichenden Abstand von der Grundplatte,
so daß sie die Eigenlasten der aufgebauten Deckenkonstruktion und die beim Vergießen
des Betons infolge des Eigengewichts des Betons anfallenden Lasten als Druckstäbe
aufnehmen. Als Zugelement in dieser tragenden Deckenkonstruktion dient die Grundplatte
selbst. Die Übertragung der Scherkräfte zwischen dem Druckelement und dem Zugelement
in dieser Stützkonstruktion ist durch die schubfesten Schweißverbindungen bzw. Schraubenverbindungen
gewährleistet.
[0009] Da die Schalungsdeckenelemente der Deckenkonstruktion auf die Dicke der zu erstellenden
Betondecke derart abgestimmt sind, daß die Einzellängsstäbe im unteren Bereich, insbesondere
im unteren Drittel, der fertigen Betondecke zu liegen kommen, nehmen die Einzellängsstäbe
im fertigen Zustand der Betondecke die Zugkräfte der Stahlbetondecke auf. Im ausgehärteten
Zustand nimmt der Beton dabei die entsprechenden Druckkräfte auf.
[0010] Durch die einfache Konstruktion der Bewehrung der Grundplatte mit einfachen U-profilförmigen
Bügeln, die aus abgekantetem Blech hergestellt sein können, und Schweiß- bzw. Schraubenverbindungen
wird eine sehr einfache und kostengünstige Realisierung dieses doppelfunktionalen
Effekts erzielt.
[0011] Die mit ihren seitlichen Stoßrändern stumpf aneinanderstoßenden Deckenelemente können
an den Stößen mittels Leiste oder Klebeband abgedeckt sein und/oder mit Laschen verschraubt
sein.
[0012] Die Befestigung der Einzellängsstäbe an den U-profilförmigen Bügeln kann erfindungsgemäß
durch vollständiges Verschweißen über die ganze Länge des Bügelelements erfolgen.
Bevorzugt ist jedoch eine Befestigung mit einem Schweißpunkt je Verbindung zwischen
einem Einzellängsstab und einem U-profilförmigen Bügel vorgesehen. Vorteilhaft kann
für die Verbindung mit einem Einzellängsstab auch ein Schweißpunkt an jedem Ende des
U-profilförmigen Bügels vorgesehen sein.
[0013] Die U-profilförmigen Bügel können erfindungsgemäß mit beliebigen Abmessungsverhältnissen
vorgesehen sein, die geeignet sind, die gewünschte Relativstellung zwischen Einzellängsstäben
und Grundplatte zu ermöglichen. Dabei ist es denkbar, sehr kurze Profilelemente zu
verwenden, bei denen die Stegbreite des U-profilförmigen Bügels wesentlich größer
ist als die Länge des U-profilförmigen Bügels. Bevorzugt sind jedoch U-profilförmige
Bügel verwendet, deren Stegbreite erheblich kürzer ist als die Länge des U-profilförmigen
Bügels. Eine solche Konstruktion ermöglicht es in Verbindung mit einer geeigneten
Schweißverbindung nämlich, eine besonders hohe Biegebelastung der Verbunddeckenkonstruktion
zu gewährleisten.
[0014] Die Grundplatten der Deckenelemente der erfindungsgemäßen Deckenkonstruktion können
aus beliebigen geeigneten Materialien hergestellt sein. Bevorzugt sind jedoch zementgebundene
Werkstoffplatten verwendet. Diese sind einfach und kostengünstig herzustellen, und
lassen sich besonders gut mittels Verschraubung mit der Bewehrung verbinden. Außerdem
können solche Platten unproblematisch, ohne die Abmessungen verändern zu müssen, mit
Hilfe von eingebundenen Stahlbewehrungen zum Tragen von bestimmten Lasten verstärkt
sein.
[0015] Eine solche zementgebundene Werkstoffplatte kann aus verschiedensten Ausgangsmaterialien
hergestellt sein. Bevorzugt wird jedoch eine Holzzementplatte verwendet, da Holz ein
Material ist, das für ein angenehmes Raumklima, insbesondere einen geregelten Feuchtigkeitshaushalt,
sorgt.
[0016] Hinsichtlich des Deckenelements wird das Problem erfindungsgemäß gelöst mit einem
Deckenelement für eine Deckenkonstruktion mit einer Grundplatte, auf der Grundplatte
in Reihe miteinander fluchtend angeordneten U-profilförmige Bügeln, die jeweils einen
Steg, zwei Schenkel und an den freien Enden der Schenkel ausgebildete abgewinkelte
Flanschabschnitte aufweisen, wobei die Flanschabschnitte jeweils mit der Grundplatte
verschraubt sind und Einzellängsstäben, die in den von den Schenkeln und den Stegen
der U-profilförmigen Bügel gebildeten Ecken jeweils mit einer Schweißverbindung derart
befestigt sind, daß sie einen Abstand von der Grundplatte aufweisen.
[0017] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung wird in Verbindung mit der Zeichnung
näher beschrieben. In der Zeichnung zeigt:
Fig. 1 eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Deckenkonstruktion mit zwei erfindungsgemäßen
Deckenelementen von der Seite, auf der die Bewehrung angebracht ist;
Fig. 2 einen an der Grundplatte befestigten U-profilförmigen Bügel mit Einzellängsstäben
im Profilquerschnitt;
Fig. 3 die vergrößerte Darstellung eines U-profilförmigen Bügels der Bewehrung mit
Abschnitten der daran befestigten Einzellängsstäbe in Draufsicht;
Fig. 4 ein zum Vergießen des Betons angeordnetes Deckenelement bzw. eine mit Beton
versehene Deckenkonstruktion in Seitenansicht.
[0018] Aus der Fig. 1 ist eine erfindungsgemäße Deckenkonstruktion mit zwei nebeneinander
liegenden Deckenelementen ersichtlich, die in Draufsicht gezeigt ist. Die Grundplatten
1 sind rechteckig. Auf jeder Grundplatte 1 sind in Längsrichtung parallele Reihen
von U-profilförmigen Bügeln 2 angebracht. An jeder Reihe von fluchtenden U-profilförmigen
Bügeln 2 sind zwei Einzellängsstäbe 3 befestigt, die sich über die beiden Querränder
1a der Grundplatten 1 hinaus erstrecken. Die überstehenden Enden 3a der Einzellängsstäbe
sind an den die Decke tragenden Wänden 7 befestigt (vgl. Figur 4), so daß die Einzellängsstäbe
3 für die fertige Stahlbetondecke tragende Funktion haben. Die nebeneinander angeordneten
Grundplatten 1 der beiden Deckenelemente sind mit Verbindungselementen 6 untereinander
verbunden.
[0019] Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, weist der U-profilförmige Bügel 2 einen Steg 2b,
Schenkel 2c und von den Schenkeln 2c des U-profilförmigen Bügels 2 abgewinkelte Flanschabschnitte
2d auf. An diesen Flanschabschnitten 2d ist der U-profilförmige Bügel 2 mittels Schrauben
4 an der Grundplatte 1 befestigt.
[0020] Aus Fig. 3 ist ersichtlich, daß jeweils vier Schrauben 4 zur Befestigung eines U-profilförmigen
Bügels 2 an der Grundplatte 1 vorgesehen sind. Die Einzellängsstäbe 3 sind jeweils
mit zwei Schweißpunkten 5 an den Längsenden 2a der U-profilförmigen Bügel 2 befestigt.
Die U-profilförmigen Bügel 2 haben eine erheblich größere Länge als die Breite des
Stegs 2b des U-profilförmigen Bügels 2, sie sind etwa doppelt so lang.
[0021] Aus Figur 2 ist ersichtlich, daß die Einzellängsstäbe 3 mit Kreisquerschnitt in die
vom Steg 2b und von den Schenkeln 2c des U-profilförmigen Bügels 2 gebildete Ecke
geschmiegt angeordnet und auf der Seite des Stegs 2b mit Schweißpunkten 5 an dem U-profilförmigen
Bügel 2 befestigt sind. Die Schrauben 4, mit denen die U-profilförmigen Bügel 2 an
der Grundplatte 1 befestigt sind, durchdringen die Grundplatte 1 nicht vollständig.
[0022] Wie aus Figur 4 ersichtlich sind die Deckenelemente vor dem Vergießen des Betons
mit den tragenden Wänden 7 verbunden und mit wenigen Stützelementen 8 abgestützt.
Die anschließend auf das Deckenelement gegossene Betonschicht ist mit einer strichpunktierten
Linie eingezeichnet. Die aufgegossene Betonschicht ist so dick, daß die Bewehrung
mit den U-profilförmigen Bügeln 2 und den Einzellängsstäben 3 sich im unteren Drittel
der Betonschicht befindet.
1. Deckenkonstruktion, insbesondere eine großflächige Schalungskonstruktion für Stahlbetondecken,
mit einer Mehrzahl von Deckenelementen, die mit ihren seitlichen Stoßrändern stumpf
aneinanderstoßen, wobei die Deckenelemente aufweisen:
- eine Grundplatte (1),
- auf der Grundplatte (1) in Reihe miteinander fluchtend angeordnete U-profilförmige
Bügel (2), die jeweils einen Steg (2b), zwei Schenkel (2c) und an den freien Enden
der Schenkel (2c) ausgebildete abgewinkelte Flanschabschnitte (2d) aufweisen, wobei
die Flanschabschnitte (2d) jeweils mit der Grundplatte (1) verschraubt sind,
- Einzellängsstäbe (3), die in den von den Schenkeln (2c) und den Stegen (2b) der
U-profilförmigen Bügel (2) gebildeten Ecken jeweils mit einer Schweißverbindung (5)
derart befestigt sind, daß sie einen Abstand von der Grundplatte (1) aufweisen;
wobei die Einzellängsstäbe (3) druckübertragend sind und die Grundplatte (1) zugübertragend
ist, solange keine oder eine flüssige Betonschicht auf der Grundplatte (1) aufliegt,
d.h. die Betonschicht noch nicht tragfähig ist;
und wobei die Einzellängsstäbe (3) zugübertragend sind, nachdem die auf der Grundplatte
(1) aufliegende Betonschicht, in die die Einzellängsstäbe (3) eingebettet sind und
von der sie um ein geeignetes Maß überdeckt sind, verfestigt und daher lastabtragend
ist.
2. Deckenkonstruktion nach Anspruch 1, wobei die Schweißverbindung (5) zwischen den Einzellängsstäben
(3) und den U-profilförmigen Bügeln (2) jeweils mindestens einen Schweißpunkt aufweist.
3. Deckenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei die Stegbreite der U-profilförmigen
Bügel (2) erheblich geringer ist als die Länge der U-profilförmigen Bügel (2).
4. Deckenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Grundplatte (1) eine
zementgebundene Werkstoffplatte ist.
5. Deckenkonstruktion nach Anspruch 4, wobei die Grundplatte (1) eine Holzzementplatte
ist.
6. Deckenelement für eine Deckenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 5 mit
- einer Grundplatte (1),
- auf der Grundplatte (1) in Reihe miteinander fluchtend angeordneten U-profilförmige
Bügeln (2), die jeweils einen Steg (2b), zwei Schenkel (2c) und an den freien Enden
der Schenkel (2c) ausgebildete abgewinkelte Flanschabschnitte (2d) aufweisen, wobei
die Flanschabschnitte (2d) jeweils mit der Grundplatte (1) verschraubt sind,
- Einzellängsstäben (3), die in den von den Schenkeln (2c) und den Stegen (2b) der
U-profilförmigen Bügel (2) gebildeten Ecken jeweils mit einer Schweißverbindung (5)
derart befestigt sind, daß sie einen Abstand von der Grundplatte (1) aufweisen.