[0001] Die Erfindung betrifft eine bewegbare Haltevorrichtung für einen Gargutträger in
einem Backofen, mit der der Gargutträger aus der Backofenmuffel herausgezogen und
in diese zurückgeschoben werden kann.
[0002] Ein Gargutträger ist beispielsweise ein Backblech, ein Auflagerost oder ein anderer
Träger, der geeignet ist, ein zu garendes oder zu backendes Gut aufzunehmen. Ohne
Beschränkung der Allgemeinheit wird im folgenden überwiegend auf ein Backblech als
Beispiel eines Gargutträgers Bezug genommen.
[0003] In der Backofenmuffel angeordnete Führungen für übereinanderliegende Backbleche sind
in vielen Ausführungsformen bekannt. Dabei werden sowohl Parallelschienenführungen
mit beidseitig an den vertikalen Innenwandflächen der Backofenmuffel angeordneten
Führungsschienen, als auch mit Hilfe eines wagenförmigen Trägers verfahrbare vorderwandseitige
Halterungen der Backbleche verwendet. Ferner sind Teleskop-Auszugsschienen mit Rollen
bekannt.
[0004] Besonders einfach ist die Führung durch Auflage auf aus den vertikalen Seitenwandflächen
der Backofenmuffel herausgepreßten Sicken, zwischen denen das Backblech unmittelbar
gleitet. Eine solche Lagerung ergibt jedoch meist eine rauhe und schwergängige Führungsbewegung
und erfüllt damit nicht die Ansprüche einer komfortablen Handhabung.
[0005] Bei Backöfen mit nicht zu hohen Betriebstemperaturen (ohne pyrolytische Selbstreinigung)
werden auch bereits Chromschienen verwendet, welche die Gleitfähigkeit der Backbleche
verbessern. Auch hierbei wird jedoch nicht das erwünschte satte Gleiten erreicht.
[0006] Bei den vorbekannten Ausführungen mit Abstützung der Backbleche an horizontalen Führungsschienen
der Innenwandflächen der Backofenmuffel erscheint es außerdem nachteilig, daß das
Backblech nicht weit genug herausgezogen werden kann, ohne daß die Gefahr des Abkippens
besteht. Dies bringt z.B. bei der Kontrolle des Bräunungsgrades von Kleingebäck und
beim Begießen von größeren Bratenstücken erhebliche Nachteile.
[0007] Die Erfindung geht daher von der Aufgabenstellung aus, eine bedarfsweise in die Backofenmuffel
einsetzbare Vorrichtung zum Herausziehen eines Gargutträgers aus der Backofenmuffel
zu schaffen, welche eine satte Gleitfähigkeit mit der Möglichkeit verbindet, einen
Auszug nahezu auf die volle Länge des Gargutträgers aus der Backofenmuffel zu ermöglichen.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch eine Haltevorrichtung, die mindestens ein
Parallelogrammgestänge mit einem gegenüber der Backofenmuffel ortsfest orientierten
Schenkel aufweist. Über in Gelenkpunkten angelenkte Schwenkhebel von gleicher Länge
ist der ortsfest orientierte Schenkel mit einem parallel zu ihm bewegbaren, an einem
Tragestück des Gargutträgers befestigten (vorzugsweise einstückig mit diesem ausgebildeten)
Halteschenkel gelenkig verbunden. Der Abstand der Gelenkpunkte auf dem ortsfest orientierten
Schenkel und der Abstand der Gelenkpunkte auf dem bewegbaren Halteschenkel ist gleich.
Der Gelenkpunkt des (bezogen auf den Backofeninnenraum) hinteren Schwenkhebels ist
etwa im mittleren Drittel der Längsdimension des ortsfest orientierten Schenkels derart
angeordnet, daß die Haltevorrichtung sowohl in der ausgezogenen Stellung als auch
in der eingeschobenen Stellung jeweils eine definierte Endlage einnimmt und der Gargutträger
in der ausgezogenen Stellung aus der Backofenmuffel hervorsteht. Ferner weist der
ortsfest orientierte Schenkel ein rückwärtiges Befestigungsende auf, mit dem die Haltevorrichtung
in dem Backofen mittels eines Fixierungselementes, das formschlüssig mit einem entsprechenden
an der Rückseite der Backofenmuffel vorgesehenen Fixierungsmittel zusammenwirkt, abnehmbar
befestigt wird.
[0008] Parallelogrammgestänge bzw. -führungen für Backbleche wurden bereits für verschiedene
Zwecke vorgeschlagen und sind beispielsweise aus den Druckschriften DE-U1-9211953,
DE-A-2611461, DE-U1-8701330 und EP-A-0147815 bekannt. Die bekannten Vorrichtungen
erfüllen nicht die Anforderungen, die an eine konstruktiv einfache, stabile, bedienungsfreundliche
und variabel einsetzbare Haltevorrichtung gestellt werden, so daß sich derartige Parallelogrammführungen
in der Praxis nicht durchgesetzt haben.
[0009] Die erfindungsgemäße Haltevorrichtung ist durch ihre formschlüssige und lösbare Befestigung
als Zubehörteil oder Nachrüstteil je nach Bedarf für bestimmte Anwendungszwecke mit
wenigen Handgriffen in die Backofenmuffel einsetzbar. Die einfache Entnehmbarkeit
der Vorrichtung erleichtert dabei nicht nur die Reinigung der Backofenmuffel. Sie
ist auch Grundvoraussetzung dafür, daß der Backofen für eine Vielzahl von Anwendungszwecken
eingesetzt werden kann, die den nachträglichen, vorübergehenden Einbau von Zubehörteilen
in die Muffel erfordern, beispielsweise Backen mit mehreren Blechen im Umluftbetrieb,
Grillen mit einem Drehspieß oder Backen auf einem Pizzastein.
[0010] Bevorzugt wird das Befestigungsende des ortsfest orientierten Schenkels nicht unmittelbar
an der die thermische Begrenzung bildenden Rückwand der Backofenmuffel, sondern an
einem der Rückwand vorgelagerten Bauteil, insbesondere an einer Zwischenwand, lösbar
befestigt. Dies hat den Vorteil, daß keine Wrasendämpfe aus der Backofenmuffel entweichen
können und thermische Verluste gering gehalten werden, weil die thermische Grenzfläche
der Backofenmuffel nicht durchbrochen wird.
[0011] Durch die aus der erfindungsgemäßen Anordnung der Gelenkpunkte der Schwenkhebel an
dem ortsfest orientierten Schenkel resultierende Geometrie des Parallelogrammgestänges
wird erreicht, daß die Haltevorrichtung allein durch ihr Eigengewicht und ohne zusätzliche
Halteelemente in beiden Endlagen eine definierte feste Position einnimmt.
[0012] Beispielsweise zur Kontrolle des Bräunungsgrades oder zum Übergießen eines Bratens
kann das Tragestück und das mit ihm bewegbare Backblech in stets horizontaler Lage
ohne Abkippgefahr aus der Backofenmuffel herausgezogen werden. Die Ausschwenkbewegung
erfolgt dabei unabhängig von der Betätigung der Backofentür. In der ausgezogenen Endlage
steht das Backblech aus der Backofenmuffel hervor und ist damit gut zugänglich.
[0013] Der Bewegungsvorgang und die Auszuglänge lassen sich durch die Geometrie des Parallelogrammgestänges
den gegebenen Bedingungen anpassen, beispielsweise durch Veränderung der Abmessungen
der Schwenkhebel, der Positionierung der Gelenkpunkte an dem ortsfest orientierten
Schenkel sowie des gegenseitigen Abstandes der Gelenkpunkte auf dem ortsfest orientierten
Schenkel und auf dem bewegbaren Halteschenkel. Vorzugsweise ist die Geometrie derart
gewählt, daß das Backblech mindestens zur Hälfte, bezogen auf seine Tiefe, aus der
Backofenmuffel herausgezogen werden kann. Die Parallelogrammführung kann dabei gleichseitig
(Rhombus) oder ungleichseitig ausgeführt werden, wobei jedenfalls die parallel zueinander
bewegbaren Schwenkhebel bzw. (horizontalen) Schenkel in Horizontalrichtung gleiche
Abstände ihrer Gelenkpunkte aufweisen.
[0014] Zur Begrenzung der Ausfahr- und Einschubbewegung in den Endlagen sind bevorzugt an
der Haltevorrichtung angebrachte Anschlagelemente vorgesehen, die die Bewegung des
Halteschenkels und damit des Tragestücks begrenzen. Sie sind vorteilhafterweise an
dem ortsfest orientierten Schenkel angeordnet.
[0015] Zur Dämpfung des Anschlagstoßes und damit zur Verbesserung der Handhabbarkeit ist
es ferner vorteilhaft, wenn die Begrenzungsanschläge elastisch abgefedert sind. Hierzu
kann vorteilhaft mindestens eine Metallfeder (beispielsweise als Blattfeder oder Drahtfeder)
als Dämpfungselement vorgesehen sein. Die elastische Abfederung ist bevorzugt als
Federunterstützung ausgebildet, d.h. der Federweg ist so lang und die Feder ist so
kräftig, daß das Eigengewicht der beweglichen Bauteile einschließlich Backblech weitgehend
kompensiert wird. Hierzu ist insbesondere eine Spiralfeder geeignet. Vorteilhaft wirkt
die Federunterstützung beidseitig, d.h. sowohl die Einschub- als auch die Auszugsbewegung
sollte federunterstützt sein.
[0016] Zur Stabilisierung des Parallelogrammgestänges und damit der parallel bewegbaren
Halteschenkel kann es ferner vorteilhaft sein, die Schwenkhebel und die Schenkel im
Bereich ihrer Gelenkpunkte mit vergrößerter Gleitfläche als Stabilisierungsfläche
auszubilden. Die Ausbildung der Schwenkhebel kann vorteilhaft auch in der Weise erfolgen,
daß diese mit jeweils einem Gelenkpunkt als Knickhebel gestaltet sind. Dadurch kann
die Auszugslänge vergrößert und/oder die Bauhöhe verringert werden.
[0017] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele des Gegenstandes der Erfindung schematisch
dargestellt; es zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch eine Backofenmuffel mit eingesetzter Haltevorrichtung,
- Fig. 2
- eine Ausschnittsdarstellung einer Vorderansicht der Backofenmuffel mit eingesetzter
Haltevorrichtung,
- Fig. 3
- eine Detaildarstellung der Gelenkführung an einer Haltevorrichtung nach Fig. 1 und
2,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht einer Haltevorrichtung mit einer zusätzlichen Längsführung für
das Backblech und abgewandelten Schwenkhebeln.
[0018] Man erkennt in Fig. 1 und 2 eine Backofenmuffel 1, deren Wärmeisolierung 2, z.B.
aus Steinwolle bestehend, die Backofenmuffel umschließt. Die thermische Begrenzung
wird von der Wand der Backofenmuffel 1 gebildet. Dieser vorgelagert ist ein kastenförmiges
Aufsatzteil 4 mit einer in der heißen Zone des Backofens parallel zu der Backofenmuffel-Rückwand
3a verlaufenden Zwischenwand 4a. Die rückwärtige Backofenwand 3 ist somit teilweise
doppelwandig ausgebildet. In dem Innenraum zwischen der Rückwand 3a der Backofenmuffel
1 und dem kastenförmigen Aufsatzteil 4 ist ein Gebläserad eines Radialgebläses 5 angeordnet,
welches zur Umwälzung der Luft in der Backofenmuffel 1 bei Umluftbetrieb von einem
elektrischen Antriebsmotor 6 angetrieben wird. An dem kastenförmigen Aufsatzteil 4
sind seitlich entsprechende Ein- und Auslaßausnehmungen 7 angeordnet.
[0019] Die Haltevorrichtung 8, mit der bevorzugt ein einziges Backblech transportiert wird,
ist so ausgebildet, daß sie durch Einhängen in das kastenförmige Aufsatzteil 4 der
Backofenmuffel 1 formschlüssig und abnehmbar befestigt werden kann. In ihrem Aufbau
weist die Haltevorrichtung 8 ein mit quer zur Auszugsrichtung der Haltevorrichtung
8 verlaufenden Querstreben 9a ausgestattetes Tragestück 9 auf, an dessen Seitenwandflächen
bewegbare Halteschenkel 10 ausgebildet sind. Die Halteschenkel 10 und die ortsfest
orientierten Schenkel 11 bilden zusammen mit den in den Gelenkpunkten 12,13,14,15
angelenkten Schwenkhebeln 16,17 zwei Parallelogrammgestänge. Diese sind jeweils einer
vertikalen Seitenwandfläche der Backofenmuffel 1 benachbart. Die ortsfest orientierten
Schenkel 11 sind durch ein quer zu der Auszugsrichtung verlaufendes, strebenförmiges
Stabilisierungselement 29 (vgl. Fig. 2) verbunden. Durch die Verbindung der bewegbaren
Halteschenkel 10 untereinander über die Querstreben 9a und die Verbindung der ortsfesten
Schenkel 11 untereinander über das Stabilisierungselement 29 wird die seitliche Stabilität
der Parallelogrammgestänge bei der Ausfahr- und Einschubbewegung erhöht. Der Abstand
der Gelenkpunkte 12,13 auf den Halteschenkeln 10 sowie der Gelenkpunkte 14,15 auf
den ortsfest orientierten Schenkeln 11 ist gleich und entspricht im dargestellten
Fall in etwa der Länge der Schwenkhebel 16,17. Die Gelenkpunkte 14 der hinteren Schwenkhebel
16 sind im mittleren Drittel der Längsdimension der ortsfesten Schenkel 11 angeordnet.
[0020] An den beiden ortsfesten Schenkeln 11 sind Füße 18 vorgesehen, welche, im dargestellten
Fall als einstückig angeformte Winkelteile ausgebildet, auf der inneren Bodenfläche
der Backofenmuffel 1 stehen (vgl. Fig. 2). Diese Ausbildung hat den Vorteil, daß die
der Backofentür zugewandten vorderen Enden der ortsfesten Schenkel 11 jeweils einen
definierten Kontaktpunkt auf dem Boden der Backofenmuffel 1 haben. Auf diese Weise
wird ein sicherer Stand der Haltevorrichtung 8 selbst bei einem nicht ebenen Boden
erreicht.
[0021] Die ortsfesten Schenkel 11 weisen jeweils ein nach oben abgewinkeltes Einhängeteil
19 mit einem rückwärtigen Befestigungsende 30 auf. An den Befestigungsenden 30 sind
als Fixierungselemente Haken 31 ausgebildet. Diese greifen in Ausnehmungen 20 ein,
die im gezeigten Fall an der Zwischenwand 4a des kastenförmigen Aufsatzteils 4 vorhanden
sind und die wandseitigen Fixierungsmittel bilden. Ferner weisen die Befestigungsenden
30 jeweils einen Vorsprung 32 auf, der mit einem Gegenelement des Aufsatzteiles 4
(hier der unteren Begrenzung des Aufsatzteiles 4) so zusammenwirkt, daß eine Bewegung
in Aufwärtsrichtung verhindert wird. Auf diese Weise sind die hinteren Enden der ortsfest
orientierten Schenkel 11 durch Formschluß in beide Vertikalrichtungen fixiert. Die
Befestigungsenden 30 bilden somit für die ortsfest orientierten Schenkel 11 jeweils
einen rückwärtigen Kontaktpunkt. Die rückwandseitige Fixierung in beide Vertikalrichtungen
und die im wesentlichen punktförmige Abstützung der vorderen Enden der ortsfesten
Schenkel 11 auf dem Boden der Backofenmuffel 1 bilden somit eine Zweipunkthalterung
für jeden der ortsfest orientierten Schenkel 11.
[0022] Mit der beschriebenen Ausgestaltung der rückwärtigen Befestigungsenden 30 läßt sich
die Haltevorrichtung 8 leicht in die Backofenmuffel 1 einführen und zuverlässig befestigen.
Zur Anschlagbegrenzung der Schwenkbewegung der Halte
[0023] schenkel 10 und damit des Tragestücks 9 sind jeweils im Schwenkbereich der hinteren
Schwenkhebel 16 an den ortsfest orientierten Schenkeln 11 Anschlagstücke 21,22 vorgesehen.
Ein harter Anschlag an den Anschlagstücken 21,22 wird durch eine wellenförmige Dämpfungsfeder
23 vermieden, welche die Anschlagstücke 21,22 und den Gelenkpunkt 14 teilweise umschlingt.
[0024] Ein Backblech 24 ist in das Tragestück 9 eingesetzt und durch Eingriff seiner Randteile
gegenüber diesem fixiert.
[0025] In Fig. 1 sind drei Stellungen der Haltevorrichtung 8 mit aufgelegtem Backblech 24
gezeigt, und zwar:
eine innere Endlage (dick ausgezogen),
eine Zwischenposition mit maximaler Höhe der Haltevorrichtung (gestrichelt dargestellt),
und die Auszugsendlage (ebenfalls gestrichelt dargestellt).
[0026] Zu erkennen ist, daß die definierten Endlagen der Haltevorrichtung 8 symmetrisch
zu der Zwischenposition liegen. Die Vertikalposition das Tragestücks 9 ist in jeder
der Endlagen mindestens um so viel niedriger als in der Zwischenposition, daß das
Tragestück 9 allein durch sein Eigengewicht ohne zusätzliche Haltemittel sicher in
der jeweiligen Endlage bleibt. In der Praxis sollte der Höhenunterschied dH zwischen
der Zwischenposition und jeder Endlage mindestens 20 %, bevorzugt mindestens 30 %
der Maximalhöhe H betragen.
[0027] Die alternative Ausbildung nach Fig. 3 zeigt im Bereich eines Gelenkpunktes 15 eine
vergrößerte, stabilisierend wirkende Auflagefläche 25 des Schwenkhebels 17, wobei
auch die zugehörige Auflagefläche am Schenkel 11 angepaßt und vergrößert ist. Eine
solche Ausbildung, welche an mehreren, bevorzugt an allen Gelenkpunkten, vorgenommen
werden kann, verbessert die Stabilität der Parallelogrammgestänge und damit der Haltevorrichtung,
so daß diese auch in engem Abstand von den vertikalen Innenwandflächen der Backofenmuffel
ohne Berührungs- und Schleifgefahr verschwenkt werden kann.
[0028] Bei der in Figur 4 dargestellten, bevorzugten Ausführungsform befindet sich die Haltevorrichtung
8 in ihrer Auszugsendlage. Um das Backblech 24 in dieser Stellung noch weiter aus
der Backofenmuffel herausziehen zu können, hat die Haltevorrichtung 8 zusätzliche,
die Auszugslänge des Backbleches 24 vergrößernde Konstruktionsmerkmale.
[0029] Zum einen weist das Tragestück 9 eine zusätzliche Längsführung 26 für das Backblech
24 auf. Dadurch kann das Backblech 24 relativ zu dem Tragestück 9 horizontal verschoben
und damit noch weiter aus der Backofenmuffel herausgezogen werden. Im dargestellten
Fall weist die Längsführung 26 eine Längsausnehmung 27 in dem Halteschenkel 10 und
eine hierzu korrespondierende Nase 28 an dem Backblech 24 auf, wodurch zugleich eine
definierte Begrenzung des Horizontal-Verschiebeweges erreicht wird.
[0030] Zum anderen sind die Schwenkhebel 16,17 als Knickhebel mit jeweils einem weiteren
Gelenkpunkt 33,34 ausgebildet. Dadurch wird erreicht, daß das Tragestück 9 und damit
das Backblech 24 in der Auszugsendlage noch weiter aus der Backofenmuffel hervorsteht.
Zur beidseitigen Begrenzung der Knickbewegung der Schwenkhebel 16,17 ist bevorzugt
an beiden Schwenkhebeln 16,17 jeweils ein vorderes Knickhebelanschlagsstück 35 und
ein hinteres Knickhebelanschlagsstück 36 vorgesehen. Optional kann ein nicht dargestellter
Rastmechanismus vorgesehen sein, um die Knickhebel in einer Position des Schwenkbereiches
der Gelenkpunkte 33,34 vorübergehend zu fixieren.
[0031] Die Länge der Schwenkhebel 16,17 beträgt vorzugsweise weniger als 25 cm, bevorzugt
weniger als 20 cm. Bei einer Haltevorrichtung 8 mit einer zusätzlichen Längsführung
26 kann die Länge der Schwenkhebel 16,17 verringert werden. Relativ kurze Schwenkhebel
16,17 erhöhen die Stabilität der Haltevorrichtung 8 beim Schwenkvorgang. Außerdem
ist die maximale Höhe der Haltevorrichtung 8 in ihrer Zwischenposition geringer, so
daß auch hohes Gargut mit ihr bewegt werden kann, ohne daß die Gefahr des Anstoßens
an die Decke der Backofenmuffel 1 besteht.
1. Bewegbare Haltevorrichtung für einen Gargutträger (24) in einem Backofen, mit der
der Gargutträger (24) aus der Backofenmuffel (1) herausgezogen und in diese zurückgeschoben
werden kann, wobei
die Haltevorrichtung (8) ein Parallelogrammgestänge (10,11,16,17) mit einem gegenüber
der Backofenmuffel (1) ortsfest orientierten Schenkel (11) aufweist, welcher über
in Gelenkpunkten (12,13,14,15) angelenkte Schwenkhebel (16,17) von gleicher Länge
mit einem zu dem ortsfest orientierten Schenkel (11) parallel bewegbaren Halteschenkel
(10) eines Tragestücks (9) des Gargutträgers (24) gelenkig verbunden ist,
der Abstand der Gelenkpunkte (14,15) auf dem ortsfest orientierten Schenkel (11) und
der Abstand der Gelenkpunkte (12,13) auf dem bewegbaren Halteschenkel (10) gleich
ist,
der Gelenkpunkt (14) des hinteren Schwenkhebels (16) etwa im mittleren Drittel der
Längsdimension des ortsfest orientierten Schenkels (11) derart angeordnet ist, daß
die Haltevorrichtung (8) sowohl in der ausgezogenen Stellung als auch in der eingeschobenen
Stellung jeweils eine definierte Endlage einnimmt und der Gargutträger (24) in der
ausgezogenen Stellung aus der Backofenmuffel hervorsteht, und
der ortsfest orientierte Schenkel (11) ein rückwärtiges Befestigungsende (30) aufweist,
mit dem die Haltevorrichtung (8) an einer rückwärtigen Backofenwand (3) formschlüssig
und abnehmbar befestigbar ist.
2. Haltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie zwei Parallelogrammgestänge (10,11,16,17) aufweist.
3. Haltevorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die ortsfest orientierten Schenkel (11) der zwei Parallelogrammgestänge (10,11,16,17)
über ein Stabilisierungselement (29) miteinander verbunden sind.
4. Haltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der ortsfest orientierte Schenkel (11) an seinem der Backofentür zugewandten
Vorderende einen Fuß (18) aufweist, der auf der inneren Bodenfläche der Backofenmuffel
(1) aufliegt, so daß der Fuß (18) und das rückwärtige Befestigungsende (30) jeweils
eine definierte Kontaktstelle des ortsfest orientierten Schenkels (11) in der Backofenmuffel
(1) bilden.
5. Haltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Befestigungsende (30) zum Einhängen in eine an der rückwärtigen Backofenwand
(3) vorgesehene Ausnehmung (20) einen hakenförmigen Fortsatz (31) aufweist.
6. Haltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Befestigungsende (30) einen Vorsprung (32) aufweist, der so ausgebildet
ist, daß er formschlüssig mit einem an der rückwärtigen Backofenwand (3) vorgesehenen
Gegenelement zusammenwirkt, um das Befestigungsende (30) in Aufwärtsrichtung zu fixieren.
7. Haltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie an einem Bauteil (4) innerhalb der Backofenmuffel (1), das der die thermische
Begrenzung der Backofenmuffel (1) bildenden Backofenmuffel-Rückwand (3a) vorgelagert
ist, befestigbar ist.
8. Haltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie elastisch abgefederte Anschlagelemente (21,22) aufweist, die die Bewegung
des Halteschenkels (10) und damit des Tragestücks (9) begrenzen.
9. Haltevorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die elastische Abfederung der Begrenzungsanschläge (21,22) so ausgebildet ist,
daß sie eine Federunterstützung für das Bewegen des Halteschenkels (10) bildet.
10. Haltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Schwenkhebel (16,17) im Bereich seiner Gelenkpunkte (12,13,14,15)
eine vergrößerte Gleitfläche (25) als Stabilisierungsfläche aufweist.
11. Haltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkhebel (16,17) mit einem weiteren Gelenkpunkt (33,34) als Knickhebel
ausgebildet sind.
12. Haltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Tragestück (9) eine zusätzliche Längsführung (26) für den Gargutträger (24)
aufweist, um eine Horizontalverschiebung des Gargutträgers (24) relativ zu dem Tragestück
(9) zu ermöglichen.