(19)
(11) EP 0 811 807 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
10.12.1997  Patentblatt  1997/50

(21) Anmeldenummer: 97108996.6

(22) Anmeldetag:  04.06.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6F24C 15/16
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE

(30) Priorität: 05.06.1996 DE 19622608

(71) Anmelder: Gaggenau Hausgeräte GmbH
76571 Gaggenau (DE)

(72) Erfinder:
  • Brunner, Dieter
    76571 Gaggenau (DE)
  • Damrath, Joachim, Dr.
    76571 Gaggenau (DE)
  • Kornberger, Martin, Dr.
    76530 Baden-Baden (DE)

(74) Vertreter: Pfeifer, Hans-Peter, Dr., Dr. H.-P. Pfeifer Dr. P. Jany, Patentanwälte et al
Beiertheimer Allee 19
76137 Karlsruhe
76137 Karlsruhe (DE)

   


(54) Bewegbare Haltevorrichtung für einen Gargutträger


(57) Eine bewegbare Haltevorrichtung für einen Gargutträger in einem Backofen, mit der der Gargutträger aus der Backofenmuffel herausgezogen und in diese zurückgeschoben werden kann, soll hinsichtlich ihrer Gebrauchseigenschaften verbessert werden. Dafür weist die Haltevorrichtung (8) mindestens ein Parallelogrammgestänge (10,11, 16,17) mit einem gegenüber der Backofenmuffel (1) ortsfest orientierten Schenkel (11), in Gelenkpunkten (12,13,14,15) angelenkten Schwenkhebeln (16,17) und einem bewegbaren Halteschenkel (10) eines Tragestücks (9) des Gargutträgers (24) auf. Der Gelenkpunkt (14) des hinteren Schwenkhebels (16) ist etwa im mittleren Drittel der Längsdimension des ortsfest orientierten Schenkels (11) derart angeordnet, daß die Haltevorrichtung (8) sowohl in der ausgezogenen Stellung als auch in der eingeschobenen Stellung jeweils eine definierte Endlage einnimmt und der Gargutträger in der ausgezogenen Stellung aus der Backofenmuffel hervorsteht. Ferner weist der ortsfest orientierte Schenkel (11) ein rückwärtiges Befestigungsende (30) auf, mit dem die Haltevorrichtung (8) an einer rückwärtigen Backofenwand (3) formschlüssig und abnehmbar befestigt wird.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine bewegbare Haltevorrichtung für einen Gargutträger in einem Backofen, mit der der Gargutträger aus der Backofenmuffel herausgezogen und in diese zurückgeschoben werden kann.

[0002] Ein Gargutträger ist beispielsweise ein Backblech, ein Auflagerost oder ein anderer Träger, der geeignet ist, ein zu garendes oder zu backendes Gut aufzunehmen. Ohne Beschränkung der Allgemeinheit wird im folgenden überwiegend auf ein Backblech als Beispiel eines Gargutträgers Bezug genommen.

[0003] In der Backofenmuffel angeordnete Führungen für übereinanderliegende Backbleche sind in vielen Ausführungsformen bekannt. Dabei werden sowohl Parallelschienenführungen mit beidseitig an den vertikalen Innenwandflächen der Backofenmuffel angeordneten Führungsschienen, als auch mit Hilfe eines wagenförmigen Trägers verfahrbare vorderwandseitige Halterungen der Backbleche verwendet. Ferner sind Teleskop-Auszugsschienen mit Rollen bekannt.

[0004] Besonders einfach ist die Führung durch Auflage auf aus den vertikalen Seitenwandflächen der Backofenmuffel herausgepreßten Sicken, zwischen denen das Backblech unmittelbar gleitet. Eine solche Lagerung ergibt jedoch meist eine rauhe und schwergängige Führungsbewegung und erfüllt damit nicht die Ansprüche einer komfortablen Handhabung.

[0005] Bei Backöfen mit nicht zu hohen Betriebstemperaturen (ohne pyrolytische Selbstreinigung) werden auch bereits Chromschienen verwendet, welche die Gleitfähigkeit der Backbleche verbessern. Auch hierbei wird jedoch nicht das erwünschte satte Gleiten erreicht.

[0006] Bei den vorbekannten Ausführungen mit Abstützung der Backbleche an horizontalen Führungsschienen der Innenwandflächen der Backofenmuffel erscheint es außerdem nachteilig, daß das Backblech nicht weit genug herausgezogen werden kann, ohne daß die Gefahr des Abkippens besteht. Dies bringt z.B. bei der Kontrolle des Bräunungsgrades von Kleingebäck und beim Begießen von größeren Bratenstücken erhebliche Nachteile.

[0007] Die Erfindung geht daher von der Aufgabenstellung aus, eine bedarfsweise in die Backofenmuffel einsetzbare Vorrichtung zum Herausziehen eines Gargutträgers aus der Backofenmuffel zu schaffen, welche eine satte Gleitfähigkeit mit der Möglichkeit verbindet, einen Auszug nahezu auf die volle Länge des Gargutträgers aus der Backofenmuffel zu ermöglichen. Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch eine Haltevorrichtung, die mindestens ein Parallelogrammgestänge mit einem gegenüber der Backofenmuffel ortsfest orientierten Schenkel aufweist. Über in Gelenkpunkten angelenkte Schwenkhebel von gleicher Länge ist der ortsfest orientierte Schenkel mit einem parallel zu ihm bewegbaren, an einem Tragestück des Gargutträgers befestigten (vorzugsweise einstückig mit diesem ausgebildeten) Halteschenkel gelenkig verbunden. Der Abstand der Gelenkpunkte auf dem ortsfest orientierten Schenkel und der Abstand der Gelenkpunkte auf dem bewegbaren Halteschenkel ist gleich. Der Gelenkpunkt des (bezogen auf den Backofeninnenraum) hinteren Schwenkhebels ist etwa im mittleren Drittel der Längsdimension des ortsfest orientierten Schenkels derart angeordnet, daß die Haltevorrichtung sowohl in der ausgezogenen Stellung als auch in der eingeschobenen Stellung jeweils eine definierte Endlage einnimmt und der Gargutträger in der ausgezogenen Stellung aus der Backofenmuffel hervorsteht. Ferner weist der ortsfest orientierte Schenkel ein rückwärtiges Befestigungsende auf, mit dem die Haltevorrichtung in dem Backofen mittels eines Fixierungselementes, das formschlüssig mit einem entsprechenden an der Rückseite der Backofenmuffel vorgesehenen Fixierungsmittel zusammenwirkt, abnehmbar befestigt wird.

[0008] Parallelogrammgestänge bzw. -führungen für Backbleche wurden bereits für verschiedene Zwecke vorgeschlagen und sind beispielsweise aus den Druckschriften DE-U1-9211953, DE-A-2611461, DE-U1-8701330 und EP-A-0147815 bekannt. Die bekannten Vorrichtungen erfüllen nicht die Anforderungen, die an eine konstruktiv einfache, stabile, bedienungsfreundliche und variabel einsetzbare Haltevorrichtung gestellt werden, so daß sich derartige Parallelogrammführungen in der Praxis nicht durchgesetzt haben.

[0009] Die erfindungsgemäße Haltevorrichtung ist durch ihre formschlüssige und lösbare Befestigung als Zubehörteil oder Nachrüstteil je nach Bedarf für bestimmte Anwendungszwecke mit wenigen Handgriffen in die Backofenmuffel einsetzbar. Die einfache Entnehmbarkeit der Vorrichtung erleichtert dabei nicht nur die Reinigung der Backofenmuffel. Sie ist auch Grundvoraussetzung dafür, daß der Backofen für eine Vielzahl von Anwendungszwecken eingesetzt werden kann, die den nachträglichen, vorübergehenden Einbau von Zubehörteilen in die Muffel erfordern, beispielsweise Backen mit mehreren Blechen im Umluftbetrieb, Grillen mit einem Drehspieß oder Backen auf einem Pizzastein.

[0010] Bevorzugt wird das Befestigungsende des ortsfest orientierten Schenkels nicht unmittelbar an der die thermische Begrenzung bildenden Rückwand der Backofenmuffel, sondern an einem der Rückwand vorgelagerten Bauteil, insbesondere an einer Zwischenwand, lösbar befestigt. Dies hat den Vorteil, daß keine Wrasendämpfe aus der Backofenmuffel entweichen können und thermische Verluste gering gehalten werden, weil die thermische Grenzfläche der Backofenmuffel nicht durchbrochen wird.

[0011] Durch die aus der erfindungsgemäßen Anordnung der Gelenkpunkte der Schwenkhebel an dem ortsfest orientierten Schenkel resultierende Geometrie des Parallelogrammgestänges wird erreicht, daß die Haltevorrichtung allein durch ihr Eigengewicht und ohne zusätzliche Halteelemente in beiden Endlagen eine definierte feste Position einnimmt.

[0012] Beispielsweise zur Kontrolle des Bräunungsgrades oder zum Übergießen eines Bratens kann das Tragestück und das mit ihm bewegbare Backblech in stets horizontaler Lage ohne Abkippgefahr aus der Backofenmuffel herausgezogen werden. Die Ausschwenkbewegung erfolgt dabei unabhängig von der Betätigung der Backofentür. In der ausgezogenen Endlage steht das Backblech aus der Backofenmuffel hervor und ist damit gut zugänglich.

[0013] Der Bewegungsvorgang und die Auszuglänge lassen sich durch die Geometrie des Parallelogrammgestänges den gegebenen Bedingungen anpassen, beispielsweise durch Veränderung der Abmessungen der Schwenkhebel, der Positionierung der Gelenkpunkte an dem ortsfest orientierten Schenkel sowie des gegenseitigen Abstandes der Gelenkpunkte auf dem ortsfest orientierten Schenkel und auf dem bewegbaren Halteschenkel. Vorzugsweise ist die Geometrie derart gewählt, daß das Backblech mindestens zur Hälfte, bezogen auf seine Tiefe, aus der Backofenmuffel herausgezogen werden kann. Die Parallelogrammführung kann dabei gleichseitig (Rhombus) oder ungleichseitig ausgeführt werden, wobei jedenfalls die parallel zueinander bewegbaren Schwenkhebel bzw. (horizontalen) Schenkel in Horizontalrichtung gleiche Abstände ihrer Gelenkpunkte aufweisen.

[0014] Zur Begrenzung der Ausfahr- und Einschubbewegung in den Endlagen sind bevorzugt an der Haltevorrichtung angebrachte Anschlagelemente vorgesehen, die die Bewegung des Halteschenkels und damit des Tragestücks begrenzen. Sie sind vorteilhafterweise an dem ortsfest orientierten Schenkel angeordnet.

[0015] Zur Dämpfung des Anschlagstoßes und damit zur Verbesserung der Handhabbarkeit ist es ferner vorteilhaft, wenn die Begrenzungsanschläge elastisch abgefedert sind. Hierzu kann vorteilhaft mindestens eine Metallfeder (beispielsweise als Blattfeder oder Drahtfeder) als Dämpfungselement vorgesehen sein. Die elastische Abfederung ist bevorzugt als Federunterstützung ausgebildet, d.h. der Federweg ist so lang und die Feder ist so kräftig, daß das Eigengewicht der beweglichen Bauteile einschließlich Backblech weitgehend kompensiert wird. Hierzu ist insbesondere eine Spiralfeder geeignet. Vorteilhaft wirkt die Federunterstützung beidseitig, d.h. sowohl die Einschub- als auch die Auszugsbewegung sollte federunterstützt sein.

[0016] Zur Stabilisierung des Parallelogrammgestänges und damit der parallel bewegbaren Halteschenkel kann es ferner vorteilhaft sein, die Schwenkhebel und die Schenkel im Bereich ihrer Gelenkpunkte mit vergrößerter Gleitfläche als Stabilisierungsfläche auszubilden. Die Ausbildung der Schwenkhebel kann vorteilhaft auch in der Weise erfolgen, daß diese mit jeweils einem Gelenkpunkt als Knickhebel gestaltet sind. Dadurch kann die Auszugslänge vergrößert und/oder die Bauhöhe verringert werden.

[0017] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele des Gegenstandes der Erfindung schematisch dargestellt; es zeigen:
Fig. 1
einen Längsschnitt durch eine Backofenmuffel mit eingesetzter Haltevorrichtung,
Fig. 2
eine Ausschnittsdarstellung einer Vorderansicht der Backofenmuffel mit eingesetzter Haltevorrichtung,
Fig. 3
eine Detaildarstellung der Gelenkführung an einer Haltevorrichtung nach Fig. 1 und 2,
Fig. 4
eine Seitenansicht einer Haltevorrichtung mit einer zusätzlichen Längsführung für das Backblech und abgewandelten Schwenkhebeln.


[0018] Man erkennt in Fig. 1 und 2 eine Backofenmuffel 1, deren Wärmeisolierung 2, z.B. aus Steinwolle bestehend, die Backofenmuffel umschließt. Die thermische Begrenzung wird von der Wand der Backofenmuffel 1 gebildet. Dieser vorgelagert ist ein kastenförmiges Aufsatzteil 4 mit einer in der heißen Zone des Backofens parallel zu der Backofenmuffel-Rückwand 3a verlaufenden Zwischenwand 4a. Die rückwärtige Backofenwand 3 ist somit teilweise doppelwandig ausgebildet. In dem Innenraum zwischen der Rückwand 3a der Backofenmuffel 1 und dem kastenförmigen Aufsatzteil 4 ist ein Gebläserad eines Radialgebläses 5 angeordnet, welches zur Umwälzung der Luft in der Backofenmuffel 1 bei Umluftbetrieb von einem elektrischen Antriebsmotor 6 angetrieben wird. An dem kastenförmigen Aufsatzteil 4 sind seitlich entsprechende Ein- und Auslaßausnehmungen 7 angeordnet.

[0019] Die Haltevorrichtung 8, mit der bevorzugt ein einziges Backblech transportiert wird, ist so ausgebildet, daß sie durch Einhängen in das kastenförmige Aufsatzteil 4 der Backofenmuffel 1 formschlüssig und abnehmbar befestigt werden kann. In ihrem Aufbau weist die Haltevorrichtung 8 ein mit quer zur Auszugsrichtung der Haltevorrichtung 8 verlaufenden Querstreben 9a ausgestattetes Tragestück 9 auf, an dessen Seitenwandflächen bewegbare Halteschenkel 10 ausgebildet sind. Die Halteschenkel 10 und die ortsfest orientierten Schenkel 11 bilden zusammen mit den in den Gelenkpunkten 12,13,14,15 angelenkten Schwenkhebeln 16,17 zwei Parallelogrammgestänge. Diese sind jeweils einer vertikalen Seitenwandfläche der Backofenmuffel 1 benachbart. Die ortsfest orientierten Schenkel 11 sind durch ein quer zu der Auszugsrichtung verlaufendes, strebenförmiges Stabilisierungselement 29 (vgl. Fig. 2) verbunden. Durch die Verbindung der bewegbaren Halteschenkel 10 untereinander über die Querstreben 9a und die Verbindung der ortsfesten Schenkel 11 untereinander über das Stabilisierungselement 29 wird die seitliche Stabilität der Parallelogrammgestänge bei der Ausfahr- und Einschubbewegung erhöht. Der Abstand der Gelenkpunkte 12,13 auf den Halteschenkeln 10 sowie der Gelenkpunkte 14,15 auf den ortsfest orientierten Schenkeln 11 ist gleich und entspricht im dargestellten Fall in etwa der Länge der Schwenkhebel 16,17. Die Gelenkpunkte 14 der hinteren Schwenkhebel 16 sind im mittleren Drittel der Längsdimension der ortsfesten Schenkel 11 angeordnet.

[0020] An den beiden ortsfesten Schenkeln 11 sind Füße 18 vorgesehen, welche, im dargestellten Fall als einstückig angeformte Winkelteile ausgebildet, auf der inneren Bodenfläche der Backofenmuffel 1 stehen (vgl. Fig. 2). Diese Ausbildung hat den Vorteil, daß die der Backofentür zugewandten vorderen Enden der ortsfesten Schenkel 11 jeweils einen definierten Kontaktpunkt auf dem Boden der Backofenmuffel 1 haben. Auf diese Weise wird ein sicherer Stand der Haltevorrichtung 8 selbst bei einem nicht ebenen Boden erreicht.

[0021] Die ortsfesten Schenkel 11 weisen jeweils ein nach oben abgewinkeltes Einhängeteil 19 mit einem rückwärtigen Befestigungsende 30 auf. An den Befestigungsenden 30 sind als Fixierungselemente Haken 31 ausgebildet. Diese greifen in Ausnehmungen 20 ein, die im gezeigten Fall an der Zwischenwand 4a des kastenförmigen Aufsatzteils 4 vorhanden sind und die wandseitigen Fixierungsmittel bilden. Ferner weisen die Befestigungsenden 30 jeweils einen Vorsprung 32 auf, der mit einem Gegenelement des Aufsatzteiles 4 (hier der unteren Begrenzung des Aufsatzteiles 4) so zusammenwirkt, daß eine Bewegung in Aufwärtsrichtung verhindert wird. Auf diese Weise sind die hinteren Enden der ortsfest orientierten Schenkel 11 durch Formschluß in beide Vertikalrichtungen fixiert. Die Befestigungsenden 30 bilden somit für die ortsfest orientierten Schenkel 11 jeweils einen rückwärtigen Kontaktpunkt. Die rückwandseitige Fixierung in beide Vertikalrichtungen und die im wesentlichen punktförmige Abstützung der vorderen Enden der ortsfesten Schenkel 11 auf dem Boden der Backofenmuffel 1 bilden somit eine Zweipunkthalterung für jeden der ortsfest orientierten Schenkel 11.

[0022] Mit der beschriebenen Ausgestaltung der rückwärtigen Befestigungsenden 30 läßt sich die Haltevorrichtung 8 leicht in die Backofenmuffel 1 einführen und zuverlässig befestigen. Zur Anschlagbegrenzung der Schwenkbewegung der Halte

[0023] schenkel 10 und damit des Tragestücks 9 sind jeweils im Schwenkbereich der hinteren Schwenkhebel 16 an den ortsfest orientierten Schenkeln 11 Anschlagstücke 21,22 vorgesehen. Ein harter Anschlag an den Anschlagstücken 21,22 wird durch eine wellenförmige Dämpfungsfeder 23 vermieden, welche die Anschlagstücke 21,22 und den Gelenkpunkt 14 teilweise umschlingt.

[0024] Ein Backblech 24 ist in das Tragestück 9 eingesetzt und durch Eingriff seiner Randteile gegenüber diesem fixiert.

[0025] In Fig. 1 sind drei Stellungen der Haltevorrichtung 8 mit aufgelegtem Backblech 24 gezeigt, und zwar:

eine innere Endlage (dick ausgezogen),

eine Zwischenposition mit maximaler Höhe der Haltevorrichtung (gestrichelt dargestellt),

und die Auszugsendlage (ebenfalls gestrichelt dargestellt).



[0026] Zu erkennen ist, daß die definierten Endlagen der Haltevorrichtung 8 symmetrisch zu der Zwischenposition liegen. Die Vertikalposition das Tragestücks 9 ist in jeder der Endlagen mindestens um so viel niedriger als in der Zwischenposition, daß das Tragestück 9 allein durch sein Eigengewicht ohne zusätzliche Haltemittel sicher in der jeweiligen Endlage bleibt. In der Praxis sollte der Höhenunterschied dH zwischen der Zwischenposition und jeder Endlage mindestens 20 %, bevorzugt mindestens 30 % der Maximalhöhe H betragen.

[0027] Die alternative Ausbildung nach Fig. 3 zeigt im Bereich eines Gelenkpunktes 15 eine vergrößerte, stabilisierend wirkende Auflagefläche 25 des Schwenkhebels 17, wobei auch die zugehörige Auflagefläche am Schenkel 11 angepaßt und vergrößert ist. Eine solche Ausbildung, welche an mehreren, bevorzugt an allen Gelenkpunkten, vorgenommen werden kann, verbessert die Stabilität der Parallelogrammgestänge und damit der Haltevorrichtung, so daß diese auch in engem Abstand von den vertikalen Innenwandflächen der Backofenmuffel ohne Berührungs- und Schleifgefahr verschwenkt werden kann.

[0028] Bei der in Figur 4 dargestellten, bevorzugten Ausführungsform befindet sich die Haltevorrichtung 8 in ihrer Auszugsendlage. Um das Backblech 24 in dieser Stellung noch weiter aus der Backofenmuffel herausziehen zu können, hat die Haltevorrichtung 8 zusätzliche, die Auszugslänge des Backbleches 24 vergrößernde Konstruktionsmerkmale.

[0029] Zum einen weist das Tragestück 9 eine zusätzliche Längsführung 26 für das Backblech 24 auf. Dadurch kann das Backblech 24 relativ zu dem Tragestück 9 horizontal verschoben und damit noch weiter aus der Backofenmuffel herausgezogen werden. Im dargestellten Fall weist die Längsführung 26 eine Längsausnehmung 27 in dem Halteschenkel 10 und eine hierzu korrespondierende Nase 28 an dem Backblech 24 auf, wodurch zugleich eine definierte Begrenzung des Horizontal-Verschiebeweges erreicht wird.

[0030] Zum anderen sind die Schwenkhebel 16,17 als Knickhebel mit jeweils einem weiteren Gelenkpunkt 33,34 ausgebildet. Dadurch wird erreicht, daß das Tragestück 9 und damit das Backblech 24 in der Auszugsendlage noch weiter aus der Backofenmuffel hervorsteht. Zur beidseitigen Begrenzung der Knickbewegung der Schwenkhebel 16,17 ist bevorzugt an beiden Schwenkhebeln 16,17 jeweils ein vorderes Knickhebelanschlagsstück 35 und ein hinteres Knickhebelanschlagsstück 36 vorgesehen. Optional kann ein nicht dargestellter Rastmechanismus vorgesehen sein, um die Knickhebel in einer Position des Schwenkbereiches der Gelenkpunkte 33,34 vorübergehend zu fixieren.

[0031] Die Länge der Schwenkhebel 16,17 beträgt vorzugsweise weniger als 25 cm, bevorzugt weniger als 20 cm. Bei einer Haltevorrichtung 8 mit einer zusätzlichen Längsführung 26 kann die Länge der Schwenkhebel 16,17 verringert werden. Relativ kurze Schwenkhebel 16,17 erhöhen die Stabilität der Haltevorrichtung 8 beim Schwenkvorgang. Außerdem ist die maximale Höhe der Haltevorrichtung 8 in ihrer Zwischenposition geringer, so daß auch hohes Gargut mit ihr bewegt werden kann, ohne daß die Gefahr des Anstoßens an die Decke der Backofenmuffel 1 besteht.


Ansprüche

1. Bewegbare Haltevorrichtung für einen Gargutträger (24) in einem Backofen, mit der der Gargutträger (24) aus der Backofenmuffel (1) herausgezogen und in diese zurückgeschoben werden kann, wobei

die Haltevorrichtung (8) ein Parallelogrammgestänge (10,11,16,17) mit einem gegenüber der Backofenmuffel (1) ortsfest orientierten Schenkel (11) aufweist, welcher über in Gelenkpunkten (12,13,14,15) angelenkte Schwenkhebel (16,17) von gleicher Länge mit einem zu dem ortsfest orientierten Schenkel (11) parallel bewegbaren Halteschenkel (10) eines Tragestücks (9) des Gargutträgers (24) gelenkig verbunden ist,

der Abstand der Gelenkpunkte (14,15) auf dem ortsfest orientierten Schenkel (11) und der Abstand der Gelenkpunkte (12,13) auf dem bewegbaren Halteschenkel (10) gleich ist,

der Gelenkpunkt (14) des hinteren Schwenkhebels (16) etwa im mittleren Drittel der Längsdimension des ortsfest orientierten Schenkels (11) derart angeordnet ist, daß die Haltevorrichtung (8) sowohl in der ausgezogenen Stellung als auch in der eingeschobenen Stellung jeweils eine definierte Endlage einnimmt und der Gargutträger (24) in der ausgezogenen Stellung aus der Backofenmuffel hervorsteht, und

der ortsfest orientierte Schenkel (11) ein rückwärtiges Befestigungsende (30) aufweist, mit dem die Haltevorrichtung (8) an einer rückwärtigen Backofenwand (3) formschlüssig und abnehmbar befestigbar ist.


 
2. Haltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie zwei Parallelogrammgestänge (10,11,16,17) aufweist.
 
3. Haltevorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die ortsfest orientierten Schenkel (11) der zwei Parallelogrammgestänge (10,11,16,17) über ein Stabilisierungselement (29) miteinander verbunden sind.
 
4. Haltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der ortsfest orientierte Schenkel (11) an seinem der Backofentür zugewandten Vorderende einen Fuß (18) aufweist, der auf der inneren Bodenfläche der Backofenmuffel (1) aufliegt, so daß der Fuß (18) und das rückwärtige Befestigungsende (30) jeweils eine definierte Kontaktstelle des ortsfest orientierten Schenkels (11) in der Backofenmuffel (1) bilden.
 
5. Haltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Befestigungsende (30) zum Einhängen in eine an der rückwärtigen Backofenwand (3) vorgesehene Ausnehmung (20) einen hakenförmigen Fortsatz (31) aufweist.
 
6. Haltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Befestigungsende (30) einen Vorsprung (32) aufweist, der so ausgebildet ist, daß er formschlüssig mit einem an der rückwärtigen Backofenwand (3) vorgesehenen Gegenelement zusammenwirkt, um das Befestigungsende (30) in Aufwärtsrichtung zu fixieren.
 
7. Haltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie an einem Bauteil (4) innerhalb der Backofenmuffel (1), das der die thermische Begrenzung der Backofenmuffel (1) bildenden Backofenmuffel-Rückwand (3a) vorgelagert ist, befestigbar ist.
 
8. Haltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie elastisch abgefederte Anschlagelemente (21,22) aufweist, die die Bewegung des Halteschenkels (10) und damit des Tragestücks (9) begrenzen.
 
9. Haltevorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die elastische Abfederung der Begrenzungsanschläge (21,22) so ausgebildet ist, daß sie eine Federunterstützung für das Bewegen des Halteschenkels (10) bildet.
 
10. Haltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Schwenkhebel (16,17) im Bereich seiner Gelenkpunkte (12,13,14,15) eine vergrößerte Gleitfläche (25) als Stabilisierungsfläche aufweist.
 
11. Haltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkhebel (16,17) mit einem weiteren Gelenkpunkt (33,34) als Knickhebel ausgebildet sind.
 
12. Haltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Tragestück (9) eine zusätzliche Längsführung (26) für den Gargutträger (24) aufweist, um eine Horizontalverschiebung des Gargutträgers (24) relativ zu dem Tragestück (9) zu ermöglichen.
 




Zeichnung