Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft einen Sicherheitsschuh, umfassend eine biegsame Sohle (1)
und eine daran festgelegte Zehenkappe (2) aus Metall.
Stand der Technik
[0002] Ein solcher Sicherheitsschuh ist bekannt aus dem deutschen Gebrauchsmuster 7 903
438. Die Zehenkappe berührt die Sohle dabei unter einem rechten Winkel. Es wird auf
diese Weise zwar ein ausgezeichneter Zehenschutz erzielt, der Tragekomfort eines entsprechend
ausgestatteten Sicherheitsschuhs ist jedoch wenig befriedigend.
Darstellung der Erfindung
[0003] Die Aufgabe der Erfindung wird darin gesehen, einen Sicherheitsschuh der eingangs
genannten Art derart weiterzuentwickeln, daß sich bei Gewährleistung eines guten Zehenschutzes
ein verbesserter Tragekomfort ergibt.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Sicherheitsschuh der eingangs genannten
Art mit den kennzeichnenden Merkmalen von Anspruch 1 gelöst. Auf vorteilhafte Ausgestaltungen
nehmen die Unteransprüche Bezug.
[0005] Bei dem erfindungsgemäßen Sicherheitsschuh ist es Vorgesehen, daß die Zehenkappe
die Sohle an ihrem rückwärtigen Ende unter einem spitzen Winkel berührt. Der relativ
verformbare Bereich der Sohle wird dadurch im Bereich des Fußballens wesentlich vergrößert,
was die zur Beugung der Sohle erforderlichen Kräfte reduziert und die Beugung auf
einen relativ vergrößerten Bereich der Sohle verteilt. Die beim Prozeß des Gehens
zur Beugung der Sohle aufzuwenden Kräfte werden dadurch vermindert, was das Gehen
erleichtert und eine Verbesserung des Tragekomforts bedingt. Zusätzlich ergibt sich
eine Verminderung der spezifischen Maximalbelastung der Sohle, weil sich die Biegebeanspruchung
auf eine vergleichsweise größere Zone der Sohle verteilt und als Folge hiervon eine
wesentlich verbesserte Dauerhaltbarkeit. Überraschenderweise muß dennoch keinerlei
Beeinträchtigung des Zehenschutzes in Kauf genommen werden. Die von der Zehenkappe
aufzunehmenden Kräfte werden vielmehr im Normalfall schräg nach unten und vorn in
diese eingeleitet und auf die Sohle übertragen, was die Entstehung eines nach hinten
gerichteten Kippmomentes weitestgehend ausschließt. Diese überraschende Erkenntnis
war bisher noch nicht vorhanden.
[0006] Die Zehenkappe kann an ihrem rückwärtigen Ende in zumindest einem Teilbereich durch
eine konvex ausgebildete Fläche begrenzt sein. Ihre harmonische Einfügung in den Vorderschaft
eines Schuhs wird dadurch erleichtert.
[0007] Nach einer anderen Ausgestaltung ist es vorgesehen, daß die Zehenkappe am rückwärtigen
Ende durch eine untere Fläche begrenzt ist, die mit der Sohle einen spitzen Winkel
anschließt und durch eine obere Fläche, die mit der Sohle im wesentlichen einen rechten
Winkel einschließt. Beide Flächen können dabei abgerundet ineinander und gegebenenfalls
zusätzlich in die Grundfläche der Zehenkappe übergehen.
Ausführung der Erfindung
[0008] In der beiliegenden Zeichnung ist ein beispielhafter Sicherheitsschuh in teilweise
aufgeschnittener Darstellung wiedergegeben. In den Sicherheitsschuh ist im vorderen
Teil eine Zehenkappe 2 eingefügt, die unlösbar mit der Sohle verbunden ist, beispielsweise
durch unmittelbares Anspritzen einer aus Kunststoff bestehenden Laufsohle 5 an eine
Zehenkappe 2 oder eine Vernietung oder Verklebung der Zehenkappe 2 mit einer Brandsohle
5, welche ihrerseits mit einer Laufsohle 5 verbunden ist. Eine darüber hinausgehende
Verbesserung der Festlegung der Zehenkappe 2 in dem gebrauchsfertigen Schuh läßt sich
erzielen durch das Einfügen der Zehenkappe in die Zwischenzone zwischen dem Obermaterial
des Schuhs und dessen Innenfutter. Das Obermaterial und das Innenfutter sind in den
sich unmittelbar an die Zehenkappe anschließenden Bereichen direkt miteinander verbunden,
beispielsweise durch gegenseitiges Vernähen und/oder Verkleben. Sie bestehen beide
aus einem reißfesten Material und verleihen der Zehenkappe dadurch einen zusätzlich
verbesserten Halt. Hinsichtlich des Innenfutters gelangt häufig ein Material mit polsternden
und thermisch isolierenden Eigenschaften zur Anwendung. Es hilft verhindern, daß sich
im Bereich des Fußes Scheuerstellen bilden und steigert den allgemeinen Tagekomfort.
Der Schuh wird im unteren Bereich durch die Laufsohle 5 sowie durch einen Absatz 6
begrenzt und im oberen Bereich durch einen Schaft 7. Der Schaft und die Laufsohle
können beliebig gestaltet sein.
[0009] Die Zehenkappe 2 besteht im allgemeinen aus kaltverformtem Blech, beispielsweise
aus einem tiefgezogenen Stahl- oder Aluminiumblech. Abweichend erzeugte und zusammengesetzte
Ausführungen können problemlos verwendet werden.
[0010] Die Zehenkappe wird am rückwärtigen Ende durch eine untere Fläche 3 begrenzt, die
die Brandsohle 1 unter einem spitzen Winkel α berührt sowie durch eine obere Fläche
4, die mit der Brandsohle 1 in dem entsprechenden Bereich im wesentlichen einen rechten
Winkel einschließt. Die Laufsohle erstreckt sich in diesem Bereich parallel zu der
Brandsohle.
[0011] Der spitze Winkel α, unter dem die untere Fläche 3 der Zehenkappe 2 die Sohle 1 berührt,
beträgt vorzugsweise 30 bis 60°, insbesondere etwa 45°. Zumindest die Flächen 3 und
4 können abgerundet in einander übergehen, eventuell zusätzlich die untere, an der
Sohle anliegende Begrenzungsfläche der Zehenkappe 2 in die die untere Fläche 3 der
Zehenkappe 2. Der Radius, unter dem die einzelnen Flächen bei solchen Ausführungen
in einander übergehen beträgt im allgemeinen 8 bis 20 mm, vorteilhaft 12 mm. Neben
einer weiteren Verbesserung des Tragekomforts resultiert aus dem Vorhandensein der
Radien eine weitere Verbesserung der Gebrauchsdauer des Schuhs durch Vermeidung scharfer
Knickstellen.
[0012] Der durch das Vorhandensein der unteren Fläche 3 fehlende Abschnitt der Zehenkappe
2 am unteren, rückwärtigen Ende hat in Längsrichtung des Schuhs eine Größe C von 10
bis 20 mm, vorzugsweise von etwa 15 mm bei einer mit diesem Wert im wesentlichen übereinstimmenden
Höhe in senkrechter Richtung. Die frei verfügbare Biegelänge der Brand- und Laufsohle
1, 5 ist hierdurch im kritischen Bereich des Fußballens wesentlich vergrößert. Der
erfindungsgemäße Sicherheitsschuh läßt sich dadurch nahezu genau so komfortabel benutzen
wie ein ganz normaler Sportschuh ohne eine Zehenkappe. Dennoch ist ein hervorragender
und den Sicherheitsbestimmungen genügender Zehenschutz gewährleistet.
[0013] Die Erfindung läßt sich ausgezeichnet bei der Herstellung von Sicherheits- Schutz-
und Berufsschuhen verwenden. Ihre gewerbliche Anwendbarkeit erfordert keine Vorkehrungen,
die über das durchschnittliche Können eines Fachmanns hinausgeht. Eine breite Einführung
der Erfindung in die Schuhindustrie ist daher problemlos möglich. Der erfindungsgemäße
Einsatz ist auch für den modischen Schuhbereich nicht ausgeschlossen.
1. Sicherheitsschuh, umfassend eine biegsame Sohle (1) und eine darin festgelegte Zehenkappe
(2) aus Metall, dadurch gekennzeichnet, daß die Zehenkappe (2) die Sohle (1) an ihrem rückwärtigen Ende unter einem spitzen
Winkel α berührt.
2. Sicherheitsschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zehenkappe (2) am
rückwärtigen Ende in zumindest einem Teilbereich durch eine konvex ausgebildete Fläche
begrenzt ist.
3. Sicherheitsschuh nach Anspruch 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zehenkappe
(2) am rückwärtigen Ende durch eine untere Fläche (3) begrenzt ist, die die Sohle
unter einem spitzen Winkel berührt sowie durch eine obere Fläche (4), die mit der
Sohle im wesentlichen einen rechten Winkel einschließt.
4. Sicherheitsschuh nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die untere und die obere
Fläche (3, 4) abgerundet ineinander übergehen.