(19)
(11) EP 0 813 908 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
29.12.1997  Patentblatt  1997/52

(21) Anmeldenummer: 97109801.7

(22) Anmeldetag:  17.06.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6B02C 18/30, B02C 18/36
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE

(30) Priorität: 20.06.1996 DE 19624573

(71) Anmelder: Maschinenfabrik Dornhan GmbH
D-72173 Dornhan/Schwarzwald (DE)

(72) Erfinder:
  • Mössmer, Michael
    72291 Betzweiler-Wälde (DE)
  • Haack, Eberhard, Dr.
    06108 Halle (DE)

(74) Vertreter: Leinung, Günter 
Patentanwalt, Olvenstedter Strasse 15
39108 Magdeburg
39108 Magdeburg (DE)

   


(54) Schneid- und/oder Lagersysteme für Lebensmittel-Zerkleinerungsmaschinen, die nach dem Wolfprinzip arbeiten


(57) Die Erfindung bezieht sich auf ein Schneid- und Lagersystem für Fleischwölfe und nach dem Wolfprinzip arbeitende Zerkleinerungsmaschinen, welche insbesondere als Automatenwolf ausgebildet und mit Zuführ- (1) und Arbeitsschnecken (2) ausgerüstet sind. Die vorgeschlagene Lösung ist dadurch charakterisiert, daß zwischen den Zubringerschnecken (1) und der Arbeitsschnecke (2) ein Doppel-Schneid-System angeordnet ist, welches den Rohstoff, der von den parallel gelagerten Zubringerschnecken zugefördert wird, vorzerkleinert, in vorzerkleinerter Form auf die nachgeordnete Arbeitsschnecke übergibt und den Rohstoffrückfluß verhindert. Das Doppel-Schneid-System besteht aus zwei nebeneinander angeordneten Vorschneidern (3), denen jeweils ein vorgelagertes Messer (17) zugeordnet ist. Die beiden nebeneinander angeordneten Doppelvorschneider (3) sind dabei als ein Element, einem sogenannten Doppelvorschneider, ausgeführt.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf Schneid- und/oder Lagersysteme für Lebensmittelzerkleinerungsmaschinen, die nach dem Wolfprinzip arbeiten und mit mehreren Schneckensystemen ausgerüstet sein können, gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.

[0002] Bei den bekannten Fleischwölfen dieser Gattung sind die Zufuhr- und Arbeitsschnecken in verschiedenen Ebenen gelagert und an den Übergangsstellen von Zuführschnecke zur Arbeitsschnecke ist es bereits bekannt, die Schneckenkörper besonders konstruktiv zu gestalten und auszuführen, um einen qualitativen Übergang bzw. Übergabe des Rohstoffes von der Zuführ- zur Arbeitsschnecke zu erreichen.

[0003] So beschreibt die DD 289 220 A5 eine Zuführschnecke in Fleischwölfen, die im Aufnahmebereich des zu wolfenden Rohstoffes ein Förderimpulsstück aufweist, welches aus einem ¼ bis ½ Schneckengang besteht, einfach oder mehrfach ausgebildet ist und dessen Ganghöhe bis zu 20 % gegenüber der Schneckenganghöhe der Zuführschnecke ausgebildet ist.

[0004] Diesen Fleischwölfen haftet der Nachteil an, daß unmittelbar im Bereich des Überganges von Zuführschnecke zur Arbeitsschnecke, der Übergabe des Wolfgutes von der großen Zubringerschnecke zur kleineren Arbeitsschnecke, also von der langsam laufenden Zubringer- zur schnell laufenden Arbeitsschnecke, kein definierter Druckaufbau im Verarbeitungsgut erreicht werden kann, was sich negativ auf die Qualität des Wolfgutes und den Energieverbrauch des Wolfprozesses auswirkt.

[0005] Dieser Nachteil wird durch die DE 44 31 959 C1 dadurch beseitigt, daß unmittelbar im Übergabebereich von Zubringer- und Arbeitsschnecke, in der Wanne oder auch des Einfülltrichters, ein variabler, entnehmbarer sowie einstellbarer Druckraum vorgesehen ist, der den spezifischen Betriebsbedingungen entsprechend in seiner Ausführung, Gestaltung und Anordnung veränderbar ausgebildet ist.

[0006] Dies wird in der Form realisiert, daß in dem Einfülltrichter Einbauelemente über den Zubringerschnecken angeordnet werden, welche somit einen Druckraum bilden.

[0007] Mit dieser Lösung wird zwar gesichert, daß im unmittelbaren Übergabebereich von Zubringerschnecke zur Förderschnecke bzw. Arbeitsschnecke ein notwendiger Druck aufgebaut wird, welcher sich positiv auf den unmittelbaren Übergabevorgang auswirkt.
Nachteilig ist jedoch die großstückige Rohstoffübergabe an die Arbeitsschnecke. Dies nimmt die großvolumigen Teile auf und muß sie an der Einzugsstelle in das Druckrohr auseinanderreißen. D. h., die gute Rohstoffübergabe erzeugt Materialanhäufungen im Übergaberaum, die größer sind als das Schneckengangvolumen, was zu Qualitätsminderungen führt.
Das Grundprinzip, daß einer Zubringerschnecke eine Arbeitsschnecke zugeordnet und dieser ein Schneidsatz nachgeordnet ist, bestimmt den Aufbau und die Wirkungsweise der oben beschriebenen Zerkleinerungsmaschinen, die zwar einen Druckaufbau unmittelbar im Übergabebereich von Zubringer- zur Arbeitsschnecke bewirken, aber dieser Druckaufbau wirkt nicht auf den nachfolgenden Zerkleinerungsprozeß.

[0008] Nachteilig bei den Fleischwölfen dieser Gattung ist weiterhin, daß für die Lagerung der Zubringerschnecken ein hoher konstruktiver und fertigungstechnischer Aufwand betrieben werden muß, um die Funktionsfähigkeit derartiger Fleischwölfe zu sichern.
Auch die Ausführung der Lagerung der Zubringerschnecken in Form von fliegend gelagerten Wellen/Schnecken, verringert nicht die Aufwendungen zu ihrer Herstellung, senkt auch nicht die Montage- und Demontagezeiten. Ein großer Abstand zur Trichterwandung oder in der Übergabestelle sind den Wirkungsgrad um 30 bis 50 %.

[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, Schneid- und Lagersysteme für Lebensmittelzerkleinerungsmaschinen und für Maschinen, die nach dem Wolfprinzip arbeiten, zu entwickeln, insbesondere für Fleischwölfe mit mehreren Schneckensystemen, mit dem eine druckfördernde und gleichzeitig zerkleinerungswirkende Übergabe des Wolfgutes von den Zubringerschnecken auf die nachgeschaltete Arbeitsschnecke erfolgt, gleichfalls soll der Verschleiß der einzelnen Bauteile verringert, die Lebensdauer der Maschine erhöht, Energie eingespart und gute Rohstoffübergabebedingungen an den Übergabebereichen erzielt werden.

[0010] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst.

[0011] Die erfindungsgemäße Lösung ist dadurch charakterisiert, daß zwischen den Zubringerschnecken und der Arbeitsschnecke ein Doppel-Schneid-System angeordnet ist, welches den Rohstoff, der von den parallel gelagerten Zubringerschnecken zugefördert wird, vorzerkleinert, in vorzerkleinerter Form auf die nachgeordnete Arbeitsschnecke übergibt, den Rohstoffrückfluß verhindert und den Zerkleinerungs- und Förderprozeß abschließt.

[0012] Die Verspannung des Doppel-Schneidsystems erfolgt durch ein lagegesichertes Füllstück über von außen eingebrachte Spannkräfte.

[0013] Das Doppelschneidsystem besteht aus zwei nebeneinander angeordneten Vorschneidern, denen jeweils ein vorgelagertes Messer zugeordnet ist. Die beiden nebeneinander vorgesehenen Vorschneider sind dabei als ein Element, einem sogenannten Doppelvorschneider, ausgeführt, der unmittelbar am Auslauf der Zubringerschnecken vorgesehen und dem jeweils ein Messer vorgeordnet ist, wobei das jeweilige Messer zum letzten Schneckengang der jeweiligen Zubringerschnecke unter einen bestimmten Winkel positioniert ist.
Der einstufig ausgebildete Doppelvorschneider besitzt zur Aufnahme der Lagerzapfen der Zubringerschnecken Mittenbohrungen, denen Lagerbuchsen zugeordnet sind und weist entsprechende Stege auf, zwischen denen die Durchtrittsöffnungen für den Rohstoff liegen, welche unmittelbar ein Öffnungsmaß besitzen, das dem der Öffnungsweiten der Schneckengänge der Zubringerschnecken und im Übergabebereich dem der Arbeitsschnecke entspricht.

[0014] Die unmittelbare Anordnung des Doppelvorschneiders ist so ausgeführt, daß dieser auf die Zapfen der Zubringerschnecken aufgesetzt, im Druckgehäuse umfangsseitig gelagert und mittels eines Füll- und Verschlußstückes verspannt wird.

[0015] Erfinderisch ist auch, daß das Doppelschneidsystem zu den bereits s beschriebenen Schneidsatzteilen, dem Vorschneider und dem zugeordneten Messer, mit weiteren Schneidsatzteilen ausgerüstet werden kann. Dies in der Weise, daß dem Messer eine Lochscheibe und in Folge dann ein weiteres Messer und eine weitere Lochscheibe zugeordnet werden. Somit die Möglichkeit des Einsatzes von Ein- und Mehrfachschneidsätzen gegeben ist.

[0016] Der Antrieb der Messer erfolgt über die jeweiligen Messerzapfen, die in den Zubringerschnecken formschlüssig gelagert sind.

[0017] Die Lageranordnung der Zubringerschnecke zu der angeordneten Arbeitsschnecke ist so gestaltet, daß die Achsen dieser Schnecken in einer Ebene liegen und die Lagerung des Doppelvorschneiders in der Form gestaltet ist, daß das Füll- und Verschlußteil die jeweilige Arbeitsschnecke übergeift und mit einem Gegenstück verspannt wird, welches unmittelbar gegen den Doppelvorschneider drückt.

[0018] Die Verspannung des Füll- und Verschlußstückes erfolgt über einen Bügel, welcher eine Schnellverschlußeinrichtung besitzt und somit unmittelbar die mittelachsige Positionierung der jeweiligen Arbeitsschnecke zu den Zubringerschnecken als auch zu dem vorgesehenen Doppelvorschneider und den weiteren Schneidsatzteilen sichert.

[0019] Die dem Doppelvorschneider vorgeordneten Messer sind dabei um einen bestimmten Winkel zueinander versetzt auf den Schneckenzapfen angeordnet und sichern somit ein ungehindertes Umlaufen und Schneiden der Messer. Die Mitnahme des Messers wird über den letzten Schneckengang der Zubringerschnecke, durch Formschluß zwischen Messerkörper und Einfräsung im letzten Schneckengang oder von Messerzapfen, die formschlüssig in den Mittelbohrungen der Zubringerschnecken gelagert sind, erreicht.

[0020] Ein distanzierendes und verschleißminderndes Umlaufen der Messer zu dem Doppelvorschneider wird dadurch gesichert, daß die Messer an ihren Messerbalken umfangsseitig segmentartig ausgebildete Stützelemente aufweisen, die mit stiftartigen Kunststoffbolzen bestückt sind, welche als Gleithilfe wirken.

[0021] Diese Kunststoffbolzen sind dabei in ihrem Breitenmaß dem der Messer angepaßt und garantieren einen verschleißarmen rotierenden Umlauf der Messer zu dem Doppelvorschneider. Die Messer selbst werden zu den letzten Schneckengängen der Zubringerschnecken unter einem Winkel von vorzugsweise 30 bis 50° versetzt auf den Lagerzapfen angeordnet und laufen so zahnradartig zueinander um.

[0022] Durch die konstruktive Ausgestaltung der Zuordnung des Doppelschneiders zu den Zubringerschnecken und zu der nachlaufenden Arbeitsschnecke sowie die Anordnung der Messer in diesem System wird gesichert, daß ein Wirkzusammenhang zwischen dem Doppelvorschneider, den zugeordneten Messern, den eingesetzten weiteren Schneidsatzteilen und der Arbeitsschnecke gesichert ist.

[0023] Die Lagerung der Messer erfolgt federnd oder auch kraftschlüssig über das Füll- und Verschlußstück. Der Doppelvorschneider mit seinen Lagerbuchsen wird vom Füll- und Verschlußstück formschlüssig getragen und über die Lagerzapfen, die in der jeweiligen Zubringerschnecke mit einer Feder eingbaut sind, zentriert.

[0024] Die Lagerzapfen selbst sind mittig im jeweiligen Messerkörper angeordnet, ein Bund bzw. größerer Durchmesser des jeweiligen Lagerzapfens kann so beim Zusammendrücken der Schrauberfedern gegen die formschlüssig im letzten Schneckengang der Zubringerschnecken untergebrachten Messerkörper eine Scherspannung zwischen dem Doppelvorschneider, dem Messerkörper und eventuell weiteren Teilen, wie Lochscheiben und weiteren Messern, herstellen.

[0025] Die zweite Form der Erzeugung der Schneidspannung erfolgt dadurch, daß die Messer zwischen zwei Lochscheiben vorgesehen sind und durch das Füll- und Verschlußstück über von außen wirkende Kräfte gespannt werden. Die Drehbewegung wird durch die formschlüssigen Messerkörper und Messerzapfen über die Zubringerschnecken erzeugt. Die Spannung zwischen diesen Teilen wird dadurch erreicht, daß das Füll- und Verschlußstück sämtliche Schneidsatzteile, so auch den Doppelvorschneider, auch als Doppelschneidplatte zu bezeichnen, vollständig bis zum Anschlag andruckt und die Federn hinter den Lagerzapfen spannt. Dabei werden die Schneidsatzteile gegen die Doppelvorschneider gepreßt und die Funktionstüchtigkeit dieses Schneidsystems hergestellt.

[0026] Durch entsprechende Nuten im letzten Schneckengang der Zubringerschnecke werden die drehenden Bewegungen der Zubringerschnecken durch Formschluß auf die Messer übertragen und erzeugen somit zu dem feststehenden Doppelvorschneider eine Messerrotation, infolgedessen das zugeführte Wolfgut portioniert zerkleinert wird.
Ein unmittelbar am Ende der Zubringerschnecken, im Bereich der Arbeitsschnecke, vorgesehener Druckraum unterstützt zusätzlich die Zufordereung des Wolfgutes in den Doppelvorschneider und gibt dem zu wolfenden Gut umfangsseitig die entsprechende Stützung.

[0027] Durch die in einer Ebene angeordneten Zubringerschnecken und der dazu angeordneten Arbeitsschnecke wird gesichert, daß der vorzerkleinerte portionierte Rohstoff gleichmäßig über die gesamte Länge der Arbeitsschnecke verteilt, von den jeweiligen Schneckengangkammern der Arbeitsschnecke, bevorzugt 6 Kammern, aufgenommen und in den Druck- und Schneidbereich der Arbeitsschnecke transportiert werden kann.
Die hohe Gleichmäßigkeit des vorzerkleinerten Rohstoffes sichert, daß dieser unter dem notwendigen Druck gleichmäßig auf die der Arbeitsschnecke nachgeschalteten Schneidsysteme geführt wird, was durch einen geringen Energieaufwand, bei geringem Verschleiß und bei einer guten Qualität des Zerkleinerungsgutes gesichert wird.

[0028] Gleichfalls wird durch das eingebaute Doppelschneidsystem zwischen Zubringerschnecken und Arbeitsschnecke gesichert, daß der Rohstoffrückfluß aus dem Arbeitsschneckenbereich verhindert wird, was zusätzlich den Wirkungsgrad der Maschine erhöht.

[0029] Mit nachfolgendem Ausführungsbeispiel soll die Erfindung näher erläutert werden.

[0030] Die dazugehörige Zeichnung zeigt in
Fig. 1:
eine Gesamtansicht der Zuordnung von Zubringerschnecken zur Arbeitsschnecke in schematischer Darstellung
Fig. 2:
die Lagerung einer Zubringerschnecke mit Zuordnung zur Arbeitsschnecke
Fig. 3:
eine Teilansicht nach Figur 2
Fig. 4:
den Doppelvorschneider
Fig. 5:
ein Messer mit dem eingesetzten Kunststoffbolzen
Fig. 6:
zwei zueinander gepaarte Messer
Fig. 7:
die Lagerung eines Messers im Lagerzapfen einer Zubringerschnecke
Fig. 8:
eine Schnittdarstellung des Doppelvorschneiders
Fig. 9:
die Anordnung mehrerer Schneidsatzteile im Übergabebereich
Fig. 10:
eine Ansicht auf zwei mit Schneidsatzteilen bestückte Zubringerschnecken
Fig. 11:
eine Doppellochscheibe.


[0031] Aus den Figuren 1 und 2 ergeben sich die Lagerung und Anordnung der Zubringerschnecken 1 zur Arbeitsschnecke 2, und es wird gleichzeitig gezeigt, daß im Übergabebereich 11 von Zuführschnecken 1 zur Arbeitsschnecke 2 ein Doppelvorschneider 3 angeordnet ist. Die Zubringerschnecken 1 sind zueinander parallel gelagert, greifen mit ihren Schneckengängen unmittelbar in die Freiräume der jeweils gegenüberliegenden Zubringerschnecke 1 und transportieren durch die gegenläufige Drehbewegung das Wolfgut zum Übergabebereich 11. Neben dem druckfördernden Zubringen des Wolfgutes zum Übergabebereich 11 erhält das Wolfgut eine zusätzliche umfangsseitige Stützung durch den Druckraum 4, der durch entsprechende Einbauelemente vor dem Übergabebereich bzw. über den letzten Schneckengängen der Zubringerschnecken 1 vorgesehen ist.

[0032] Unmittelbar am Ende der Zubringerschnecken 1 ist der Doppelvorschneider 3 angeordnet, welcher über seine Lagerbuchsen 26 die Achszapfen der Zubringerschnecken 1 aufnimmt. Die Abstützung und Lagerung des Doppelvorschneiders 3, als auch der dem Doppelvorschneider 3 vorgeordneten Messer 17, erfolgt über das bzw. die Füll- und Verschlußstücke 5.
Aus den Darstellungen geht eindeutig hervor, daß durch den geschaffenen Übergaberaum 11 zwischen den Zubringerschnecken 1 zur Arbeitsschnecke 2 ein großvolumiger Raum vorhanden ist, welcher vollflächig das vorzerkleinerte Wolfgut auf die Arbeitsschnecke 2 übergibt und welches von dieser dann durch das Druckgehäuse zum Endschneidsatz gefördert wird.

[0033] Die unmittelbare Anordnung und Ausgestaltung der Lagerung der Zubringerschnecken 1 wird speziell in der Figur 2 gezeigt, wobei einzelne Details der linken Lagerung der Zubringerschnecken 1 und auch der Antrieb nur schematisch dargestellt sind.
Deutlich wird aus dieser Figur, daß das zu wolfende Gut über den Einfülltrichter 7 in einen sehr großen Bereich auf die Zubringerschnecken 1 gegeben wird, wobei die Zubringerschnecken 1 anfangsseitig, d. h. auf der linken Seite, Schneckengänge aufweisen, die mit einer größeren Steigerung ausgebildet sind als die Schneckengänge auslaufseitig, im Übergabebereich 11 zur Arbeitsschnecke 1. Diese Verringerung der Schneckengänge bewirkt eine gewisse Pressung des Rohstoffes, dies wirkt sich positiv auf den erforderlichen Druckaufbau des Rohstoffes aus, welcher durch den Druckraum 4 noch positiv unterstützt und beeinflußt wird.

[0034] Auch in dieser Darstellung wird deutlich, daß die Zubringerschnecken 1 mit ihren Achsen in der Ebene der Arbeitsschnecke 1 liegen, so daß eine Lagerung von den Zubringerschnecken 1 zur Arbeitsschnecke 2 in einer Ebene gesichert ist, was durch das Füll- und Verschlußstück 5 unterstützt bzw. lagerungsmäßig garantiert wird.
Dieses Füll- und Verschlußstück 5 wird über einen Bügel 9 mittels eines Schnellverschlusses 8 derart verspannt, daß dieses Füll- und Verschlußstück 5 über die Arbeitsschnecke 2 hinweggreift und gleichzeitig auf den Doppelvorschneider 3 wirkt und diesen verspannt. In der jeweiligen Lagerstelle 6 sind die Zubringerschnecken 1 mit ihren Achszapfen abgestützt und werden gleichfalls über das Füll- und Verschlußstück 5 gelagert und positioniert. Diese besondere Ausgestaltung der Lagerung und des Vorhandenseins des Übergaberaumes 11 sichern, daß sowohl ein schnelles Demontieren als auch Montieren der Arbeitsschnecke 2, des Doppelvorschneiders 3 und der Messer 17 ermöglicht wird.

[0035] Die Ausgestaltung dieses Übergabebereiches 11 wird durch eine Detailansicht nach Figur 2 nochmals in der Figur 3 dargestellt und aus dieser Figur geht unmittelbar die An- und Zuordnung der einzelnen Teile hervor, wobei hier unmittelbar der Übergabebereich 11 als auch der Arbeitsraum 10 der Arbeitsschnecke 2 dargestellt und verdeutlicht wird.
Der Doppelvorschneider 3 ist in seiner Gesamtheit in der Figur 4 gezeigt, und es ist ersichtlich, daß der Doppelvorschneider 3 als eine sogenannte Schneidplatte 13 gestaltet ist, welche in bevorzugter Weise eine rechteckige Flächenform besitzt, aus der der Doppelvorschneider 3 hergestellt wurde. Dabei besitzt der Doppelvorschneider 3 Messerbalken/Stützbalken 15;27 mit den angearbeiteten Schneidkanten 12 und weist die erforderlichen Druchtrittsöffnungen 16 auf, welche größen- und flächenmäßig zu den Drehschiebern der Zubringerschnecken 1 ausgeführt sind. Der Doppelvorschneider 3 ist in vorteilhafter Weise mit je drei Messerbalken/Stützbalken 15;27 ausgebildet, wobei die zueinander gerichteten Stützbalken 27 in erweiterter Form, also eine größere Fläche besitzend, ausgeführt sind und somit der Schneidplatte 13 die erforderliche Stützung und Stabilität innerhalb dieses Bereiches verleihen.
Weiterhin weist die Stützplatte 13 Mittelbohrungen 14 auf, die mit gesonderten Lagerbuchsen 26 bestückt werden, um den Zubringerschnecken 1 nicht nur eine ausreichende Stützung, sondern auch eine gute Laufeigenschaft in diesem Bereich zu geben und gleichfalls eine Stützwirkung der dem Doppelvorschneider 3 vorgeordneten Messer 17 verleihen.

[0036] Die Messer 17 sind besonders gestaltet, wie aus Figur 5 ersichtlich.
In üblicher Weise besitzt dieses Messer 17 Messerbalken 18 mit zugeordneten Schneiden 28, wobei diese Messerbalken 18 zum Umfang besonders ausgestaltet sind, indem sie dort einen segmentartig ausgebildeten Stützring 19 ergeben. Die Messerbalken 18 verlaufen von der Mitte nach außen in konvexer Weise und bilden mit dem Außendurchmesser des Messers 17 eine auslaufende Spitze.
Der so segmentartig ausgebildete Stützring 19 besitzt an seinem Umfang und auf diesem Flächenbereich Sackbohrungen, in die stiftartige Kunststoffbolzen 20 eingesetzt sind.
Die Anordnung bzw. der Einbau der Messer 17 zum Doppelvorschneider 3 geschieht in der Weise, daß diese Kunststoffbolzen 20 an der Stirnfläche des Doppelvorschneiders 3 zum Anliegen kommen und infolge ihrer stofflichen Beschaffenheit ein verschleißarmes Umlaufen der Messer 17 am Doppelvorschneider 3 gewährleisten.
Die unmittelbare Zuordnung und Einbauweise von zwei Messern 17 wird in der Figur 6 gezeigt, aus der deutlich wird, daß im Einsatzfall die Messer 17 gleichfalls in einer Achse angeordnet, aber zueinander um bestimmte Winkel versetzt, gelagert sind. Infolge der gegenläufigen Drehrichtung der Messer 17 und der druckfordernden Übergabe des Wolfgutes von den Zubringerschnecken 1 über den Doppelvorschneider 3 zu den Messern 17 ergibt sich unmittelbar, daß ein Messer 17 unter einem Winkel von ϑ 70° zur Senkrechten gelagert und das zweite Messer 17 unter einem Winkel β von 40° zur Senkrechten angeordnet ist, wobei im Einbauzustand die Mittelachsen der Messerbolzen 18 einen Einschlußwinkel α 25 bilden, welcher ein Maß von α ∼ 30 bis 50° aufweist, wobei vorteilhafterweise dieser Winkelversatz bei 30° liegen sollte.
Die schraffierte Fläche in der Darstellung des linken Messers 17 ist mit 24 bezeichnet und soll gleichzeitig den Drehschieber der davor angeordneten Zubringerschnecke 1 wiedergeben. Auf die unmittelbare Zuordnung von Zubringerschnecken 1 zum Doppelvorschneider 3 und den vorgeordneten Messern 17, speziell der Zuordnung des Auslaufteiles, des Drehschiebers 24 der jeweiligen Zubringerschnecke 1, wurde bereits oben hingewiesen.

[0037] Die unmittelbare Anordnung und Ausgestaltung des Lagerbereiches vom Doppelvorschneider 3 sowie der Messer 17 mit der jeweiligen Zubringerschnecke 1, ergibt sich aus der Figur 7. Es wird gezeigt, daß im Schneckenkern 22 der Zubringerschnecke 1 ein Druckstück 23 eingesetzt ist, welches über entsprechende Spannfedern 21 federnd gelagert ist. Die unmittelbare Verspannung des Doppelvorschneiders 3, der Messer 17 mit derjeweiligen Zubringerschnecke 1 erfolgt dann über das einzusetzende Füll- und Verschlußstück 5, wie in den Figuren 2 und 3 gezeigt, wobei eine formschlüssige Verbindung der Messer 17 zu den Zubringerschnecken 1 über eine Nut 29 gegeben ist.

[0038] Einen Querschnitt durch den Doppelschneider 3 in Schnittdarstellung zeigt die Figur 8, aus der ersichtlich ist, wie die Lagerbuchsen 26 im Doppelvorschneider 3 angeordnet sind.

[0039] Zur Verfahrensweise sei noch ausgeführt, daß die Beschickung des Zerkleinerungsgutes über den Einfülltrichter 7 auf die Zubringerschnecken 1 eine Längsverteilung ist, welche gleichzeitig eine Mehrkammerverteilung sichert, wodurch eine gleichmäßige Belastung der gesamten Maschine gegeben ist.
Durch die besondere Ausbildung der Lagerung der Zubringerschnecken 1 mit dem jeweils zugeordneten federgelagerten Messer 17 wird der Wirkzusammenhang zwischen der Schneidplatte 13, dem Doppelvorschneider 3, mit dem Füll- und Verschlußstück 5 gesichert. Die unter den genannten Winkeln angeordneten Messer 17 folgen im Betriebszustand den Drehschiebern 24 der Zubringerschnecken 1 und sichern ein qualitätsgerechtes Schneiden, was eben auch durch die federnde Lagerung auf den Lagerzapfen gesichert wird. Beim Zusammendrücken der Spannfedern 21 gegen die formschlüssig im letzten Schneckengang der Zubringerschnecken 1 angeordneten Messer 17 wird eine Spannung erzeugt, die als Scherkraft zwischen dem Doppelvorschneider 3 und den Messern 17 wirkt, die dadurch erreicht wird, daß das Füll- und Verschlußstück 5 den Doppelvorschneider 3 vollständig auf Anschlag preßt und die Federn 21 hinter dem Druckstück 23 spannt, wodurch gleichfalls die Messer 17 gegen den Doppelvorschneider 3 gepreßt werden. Bei der Endlagestellung des Füll- und Verschlußstückes 5 sind die Messer 17 vollständig in den Mitnahmenuten 28 der letzten Schneckengänge der Zubringerschnecken 1 aufgenommen und übertragen somit die drehenden Bewegungen dieser beiden Zubringerschnecken 1 und bewirken zum stehenden Doppelvorschneider 3 die Messerrotation.
Durch das Drehen der beiden Zubringerschnecken 1 zueinander wird der Rohstoff mittig mit den parallel verlaufenden Drehschiebern 24 in die Durchtrittsöffnungen 16 des Doppelvorschneiders 3 gepreßt und von den zugeordneten Messern 17 abgeschnitten. Dadurch entstehen relativ gleichmäßige Rohstoffteile, die problemlos von den jeweiligen Schneckenkammern der Arbeitsschnecke 1 aufgenommen werden können, in denen der Rohstoff zum nachfolgenden Schneidsatz transportiert wird, um dort einer Endzerkleinerung unterzogen zu werden.

[0040] Mit den Darstellungen gemäß der Figuren 9 und 10 wird verdeutlicht, daß mit dem erfindungsgemäßen Schneid- und/oder Lagersystem für Zubringerschnecken 1 eine Lösung geschaffen wurde, Lebensmittelzerkleinerungsmaschinen, Fleischwölfe und Maschinen, die nach dem Wolfprinzip arbeiten, mit einfachen und mehrteiligen Schneidsätzen auszurüsten und verschiedene Arbeitsebenen in Übereinstimmung zu bringen. Dies zeigt insbesondere die Figur 9, in der im Übergabe-bereich die Anordnung eines Doppelvorschneiders 3, eines Messers 17 und einer Lochscheibe 30 dargestellt sind. Die Ausbildung einer Doppellochscheibe 30 ist in der Figur 11 dargestellt. Ein weiterer wesentlicher Vorteil der neuen Lösung liegt darin, daß sie untereinander kombiniert werden kann. Dies bedeutet, die Lösung gestattet die Ausbildung eines Schneid- und Lagersystems, aber auch nur die Ausbildung als Lagersystem.


Ansprüche

1. Schneid- und/oder Lagersysteme für Lebensmittelzerkleinerungsmaschinen, die nach dem Wolfprinzip arbeiten, insbesondere für Automatenwölfe, mit Zubringer- und Arbeitsschnecken, die hintereinander und in mehreren Achsen gelagert und angetrieben sind, wobei die Zubringerschnecken parallel zueinander liegen und gegenläufig umlaufen, gekennzeichnet dadurch, daß

zwischen den Zubringerschnecken (1) und einer angeordneten Arbeitsschnecke (2), alle in einer Ebene liegend, ein Übergabebereich (11) vorgesehen ist, in dem ein Schneidsystem, bestehend aus einem Doppelvorschneider (3) mit zugeordneten Messern (17) und Lochscheiben (30), angeordnet ist, welches über ein die Arbeitsschnecke (2) übergreifendes Füll- und Verschlußstück (5) verspannt wird und dem Füll- und Verschlußstück (5) ein Schnellverschluß (8) zugeordnet ist.


 
2. Schneid- und/oder Lagersysteme nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß

der Doppelvorschneider (3) und die Doppellochscheibe (30) je aus einer Schneidplatte (13) bestehen und in dieser Schneidplatte (13) des Doppelvorschneiders (3) die in einer Ebene gelagerten Vorschneider, den Doppelvorschneider (3) und gleich ausgebildete Messer- und Stützbalken (15; 27) besitzt, daß die Messerbalken (15) Schneidkanten aufweisen, die Messer- und Stützbalken (15; 27) unter einem Winkel von 120° in der Schneidplatte (13) vorgesehen sind und die beiden sich unmittelbar gegenüberliegenden Stützbalken (27) zum Außenbund in auslaufender Form ausgestaltet sind.


 
3. Schneid- und/oder Lagersysteme nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß

die Messer (17) zwei oder mehrere Messerbalken (18) aufweisen, an die zu ihrem Umfang hin segmentartig ausgebildete Stützringe (19) angeformt sind, deren schneidseitige Flächen mit in Sackbohrungen angeordneten stiftartigen Kunststoffbolzen (20) versehen sind, welche gleichzeitig als Gleithilfen fungieren.


 
4. Schneid- und/oder Lagersysteme nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß

die Messer (17) auf den Lagerzapfen der Zubringerschnecken (1) und zum Doppelvorschneider (3) unter je einem Winkel zur Senkrechten von ϑ = 70° und β = 40° angeordnet sind und deren Messerbalkenachsen (18) im eingebauten Zustand einen Winkel (25) bilden, dessen Winkelmaß bei α = 30 bis 50° oder bei 30° liegt.


 
5. Schneid- und/oder Lagersysteme nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß

in den Schneckenkernen (22) der Zubringerschnecken (1) über Spannfedern (21) gelagerte Druckstücke (23), den Doppelvorschneider (3) und die vorgeordneten Messer (17), diese zu den Zubringerschnecken (1) verspannend, federnd angeordnet sind.


 
6. Schneid- und/oder Lagersysteme nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß

der Schnellverschluß (8) über einen Bügel (9) das die Arbeitsschnecke übergreifende Füll- und Verschlußstück (5) verspannt und zwischen dem Füll- und Verschlußstück (5) der Arbeitsschnecke (2) ein Arbeitsraum (10) vorgesehen ist.


 
7. Schneid- und/oder Lagersysteme nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß

dem Vorschneider (3) in seinen Mittelbohrungen (14) je eine Lagerbuchse (26) zugeordnet ist.


 
8. Schneid- und/oder Lagersysteme nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß

die Messer (17) zu Drehschiebern (24) der Zubringerschnecken (1) unter einem Nachlaufwinkel von 70° oder 40° angeordnet sind und die federnd gelagerten Messer (17) mit dem Doppelvorschneider (3), dem Füll- und Verschlußstück (5) und den Zubringerschnecken (1) in Wirkzusammenhang stehen.


 
9. Schneid- und/oder Lagersysteme nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß

die Messer (17) zueinander versetzt angeordnet sind und ähnlich zweier Zahnräder ineinandergreifend umlaufen.


 
10. Schneid- und Lagersysteme nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß

das Schneidsystem als ein mehrteiliger Schneidsatz ausgebildet ist und dabei dem Doppelvorschneider (3) sowie den Messern (17) ein oder mehrere Lochscheiben (30) und Messer (17) zugeordnet sind.


 




Zeichnung





































Recherchenbericht