[0001] Die Erfindung betrifft ein Ritzwerkzeug für eine Kreissäge, insbesondere für eine
Formatkreissäge, wobei ein Ritzsägeblatt zwischen einem Spannflansch und einem Spindelflansch
vorgesehen ist und der Spindelflansch durch mit der Antriebsspindel verbunden ist.
[0002] Es ist bekannt, Formatkreissägen oder dergleichen mit einem Vorritzaggregat auszustatten.
Dieses Vorritzaggregat, z.B. ein Ritzwerkzeug, bewirkt eine Verbesserung der Schnittkantenqualität
z.B. beim Plattenzuschnitt von Platten mit empfindlich beschichteten Oberflächen.
Es ist bekannt, daß bei dem Trennschnitt die Sägezähne des Kreissägeblattes beim Blattauslauf
auf der Unterseite des Werkstückes an der Deckschicht Splitter oder dergleichen ausreißen.
Die Deckschicht wird somit durch Abplatzungen und Ausrisse beschädigt und es muß eine
Nachbehandlung erfolgen. Hierzu ist es bekannt mit den eingangs beschriebenen Ritzwerkzeugen
bzw. Vorritzaggregaten vor der Trennsäge an der Werkstückunterseite eine Nut von wenigen
Millimeter Tiefe und 0,1 bis 0,2 Millimeter breiter als der Trennsägeschnitt genau
mittig vor dem Trennschnitt zu erzeugen. Dadurch wird erreicht, daß der nach unten
austretende Sägezahn der Trennsäge keinen Einfluß mehr auf die untere Schnittkante
hat. Ausrisse werden somit zuverlässig vermieden. Für ein optimales Schnittergebnis
ist es notwendig, daß die Vorritzsäge bezüglich Seitenlage und der Schnittbreite genau
zum jeweiligen Trennsägeblatt eingestellt wird.
[0003] Eine Vorrichtung für das Einstellen der Ritzbreite ist z.B. aus dem deutschen Gebrauchsmuster
295 04 233.8 bekannt. In dieser Druckschrift wird vorgesehen, daß das Ritzwerkzeug
ein aus zwei Teilblättern zusammengesetztes Ritzsägeblatt ausweist. Die Teilblätter
weisen einen axialen Abstand zueinander auf, wobei jedes Teilblatt an einer Werkzeughälfte
des Flansches befestigt ist und die beiden Werkzeughälften relativ zueinander beweglich
sind. Eine Einstellung wird durch eine Verstelleinrichtung, insbesondere eine Gewindespindel
erreicht.
[0004] Nachteilig bei dieser Ausgestaltung ist es, daß eine Einstellung der Ritzbreite nur
bei abgestellten Ritzwerkzeug erfolgen kann. Die Gewindespindel ist nämlich nur mit
einem Werkzeug bei abgestellten Aggregat zugänglich. Hieraus folgt, daß bei einem
Wechsel des Trennsägeblattes aufwendige Einstellarbeiten für das Ritzwerkzeug nötig
sind und die Standzeiten der Kreissäge bzw. der Formatkreissäge unter Umständen beträchtlich
sind, denn vor jeder Korrektur muß bei dieser bekannten Anordnung das Aggregat zunächst
angehalten werden, mit einem Handwerkzeug die Breite verändert werden, die Maschine
wieder angefahren werden und nach einem Probeschnitt kann erst beurteilt werden, ob
die Einstellung ausreichend ist.
[0005] Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gemacht, ein Ritzwerkzeug wie eingangs beschrieben,
dahingehend zu verbessern, daß eine Einstellbarkeit der Ritzbreite auch bei laufenden
Aggregaten erreicht wird.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe geht die Erfindung aus von einem Ritzwerkzeug wie eingangs
beschrieben und schlägt vor, daß in der axial hohlen Antriebsspindel eine Abstandswelle
geführt ist, die auf den Spannflansch eine axiale Kraft überträgt und eine Veränderung
der Ritzbreite bewirkt.
[0007] Durch eine solche Ausgestaltung ist es möglich auch bei sich drehenden Antriebsspindel
eine axiale Kraft auf den Spannflansch zu übertragen, wodurch eine Verstellung des
Ritzsägeblattes erfolgt. Es ist möglich, daß das Ritzsägeblatt aus zwei Elementen
besteht, wobei diese beiden Elemente gegeneinander verschoben werden oder daß ein
taumelnd gelagertes Ritzsägeblatt vorgesehen ist, dessen Taumellage durch die axiale
Verstellung verändert wird. In jedem Fall ist die Ritzbreite ohne ein Abschalten des
Vorritzaggregates bzw. der ganzen Formatkreissäge einstellbar.
[0008] Es ist günstig, daß das Ritzsägeblatt aus zwei Teilsägeblättern besteht. Hierbei
kann vorgesehen sein, daß ein Teilsägeblatt mit dem Spindelflansch und das andere
Teilsägeblatt mit dem Spannflansch verbunden ist. Die Verbindung zwischen den Teilsägeblättern
und den entsprechenden Flanschen kann z.B. durch eine Verschraubung erfolgen. Es ist
auch möglich, die Flansche mit dem Sägeblatt zu integrieren.
[0009] Im Falle, daß das Ritzwerkzeug zweigeteilt ist, besteht oftmals das Problem eines
zuverlässigen Antriebes der beiden Ritzwerkzeuge. Da axial eine Verschiebbarkeit vorgesehen
sein kann, ist es nicht möglich, einfach durch einen separaten Antrieb beide Flansche
und somit beide Werkzeuge anzutreiben. Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung jedoch
wird ein sicherer und zuverlässiger Antrieb beider Werkzeuge erreicht und ein optimales
Vorritzergebnis realisiert.
[0010] Hierbei werden die Drehmomentkoppler so ausgebildet, daß sie eine axiale Verstellung
der Flansche zulassen, wodurch die Einstellung des Ritzwerkzeuges problemlos möglich
ist.
[0011] Desweiteren ist vorgesehen, daß der Spannflansch mit der Abstandswelle fest verbindbar
ist. Durch die Übertragung der axialen Kraft bzw. einer axialen Versetzung über die
Abstandswelle auf den Spannflansch wird somit direkt die Lage des mit dem Spannflansch
verbundenen Teilsägeblattes verändert. Hieraus resultiert eine Einstellbarkeit der
Ritzbreite. Bei einer solchen Ausgestaltung kann auf Rückstellmittel für das Teilsägeblatt
verzichtet werden wenn die Abstandwelle in eine Grundlage zurückgefahren wird.
[0012] Auch ist es möglich, auf eine feste Verbindung, z.B. eine Einstückigkeit oder eine
Verschraubung zu verzichten. Die Abstandwelle ist z.B. als drehbare in der Antriebsspindel
gelagerte Stange, die eine axiale Versetzung auf den Spannflansch überträgt, ausgebildet.
Bei einer solchen Ausgestaltung ist es günstig, wenn Rückstellmittel, z.B. eine Feder,
vorgesehen sind, die den Spannflansch bei zurückgezogener Abstandswelle dieser nachfahren
und das Ritzwerkzeug in eine Stellung mit einer Mindestbreite zurückführen.
[0013] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß zwischen der
Abstandswelle und der Antriebsspindel eine Druckfeder vorgesehen ist, die gegen die
axiale Kraft die beiden Teilsägeblätter aneinander drückt. Die über die Abstandswelle
auf den Spannflansch eingeprägte axiale Kraft wirkt bei der Einstellung der Breite
gegen diese Druckfeder. Eine stabile Gleichgewichtslage wird nun dadurch erreicht,
daß die beiden Kräfte gegeneinander gerichtet sind und somit eine eingestellte Ritzbreite
genau definieren und festhalten.
[0014] Desweiteren ist vorgesehen, daß eine Feder, insbesondere eine Wellfeder die beiden
Teilsägeblätter an die jeweiligen Flansche drückt. Durch eine solche Ausgestaltung
kann auf die Befestigung der Teilsägeblätter mit Schrauben verzichtet werden. Für
eine Übertragung des Drehmomentes auf die Sägeblätter sind z.B. Positionierstifte
oder Kerbstifte vorgesehen.
[0015] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß der Spannflansch
kippbar auf dem Spindelflansch gelagert ist. Durch die axiale Kraft, die über die
Abstandwelle auf den Spannflansch einwirkt, wird der Spannflansch gegenüber dem Spindelflansch
verkippt. Dadurch wird das Ritzsägeblatt in eine definierte Taumellage gebracht, und
eine genau definierte Ritzbreite wird auf der Unterseite des Werkstückes eingebracht.
[0016] Auch ist vorgesehen, daß der Spannflansch über ein Federelement gegen den Spindelflansch
abgestützt ist. Hierdurch wird eine elastische Lagerung des Spannflansches erreicht.
Der Spannflansch besteht zum Beispiel aus zwei oder mehreren Elementen. Für die Befestigung
des Ritzsägeblattes ist als Element des Spannflansches zum Beispiel ein Halter vorgesehen,
der auf den Spannflansch aufsetzbar ist und das Sägeblatt fest mit dem Spannflansch
verbindet. Hierbei wird der Spannflansch mit dem Sägeblatt in eine Taumellage gebracht.
[0017] Desweiteren ist vorgesehen, daß der Spindelkopf quer verlaufende Einschnitte aufweist.
Die quer verlaufenden Einschnitte bewirken eine gewisse Elastizität des Spindelkopfes,
die ausreicht, eine Taumelbewegung des Sägeblattes zu ermöglichen.
[0018] Auch ist es günstig, daß der Spannflansch durch eine federunterstützte Begrenzungsschraube
axial beweglich an dem Spindelflansch gehalten ist. Zwischen dem Spannflansch und
dem Spindelflansch ist ein kleiner Spalt vorgesehen. Dieser Spalt wird durch die Begrenzungsschraube
überbrückt und verbindet den Spannflansch mit dem Spindelflansch. Zwischen dem Kopf
der Schraube und dem Rand des Spannflansches ist die Feder vorgesehen. Der Spannflansch
ist gegen die Kraft dieser Feder axial zur Längsachse der Abstandswelle bzw. der Spindel
bewegbar. Zum Beispiel kann durch ein ungleichmäßiges Drücken gegen die Kraft der
Feder eine Verkippung des Sägeblattes erreicht werden. Die die Schraube führende Bohrung
ist hierbei entsprechend bemessen. Die Elastizität der Feder wird für die Verkippung
genützt. Die Federn bewirken auch eine zuverlässige Rückstellung des Sägeblattes in
eine definierte radiale Lage, wenn über die Abstandswelle keine Kraft eingeprägt wird.
Durch eine solche Ausgestaltung ist es möglich, eine verkippbare Anordnung des Spannflansches
bezüglich des Spindelflansches zu erreichen.
[0019] Desweiteren ist vorgesehen, daß ein Arbeitszylinder die axiale Kraft erzeugt und
über den Drehmomententkoppler auf die Abstandswelle einwirkt. Als Arbeitszylinder
kann z.B. ein Pneumatikzylinder vorgesehen sein. Genauso kann auch ein Spindelrad
vorgesehen sein, welches eine axiale Kraft erzeugt. Bevorzugt wird eine stufenlose
Regulierung der Ritzbreite angestrebt. Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung
kann eine automatische, z.B. eine prozessorüberwachte Steuerung vorgesehen sein, in
die die vorgegebene Ritzbreite eingegeben wird, die dann durch entsprechende Stellglieder
eine entsprechende Ritzbreite bewirkt.
[0020] Auch ist es günstig, wenn der Spannflansch aus einer Spannplatte und einem Spannsockel
besteht und die Abstandswelle auf den Spannsockel wirkt. Das Ritzsägeblatt befindet
sich z.B. zwischen der Spannplatte und dem Spannsockel. Die Spannplatte weist z.B.
ein Befestigungsmittel, z.B. eine Schraube oder eine Mutter auf, um das Ritzsägeblatt
zu befestigen. Es ist aber auch möglich, daß der Spannflansch das Ritzsägeblatt gegen
den Spindelflansch preßt und somit das Ritzsägeblatt befestigt.
[0021] Es ist günstig, wenn der Spannsockel mit einer federunterstützten Begrenzunsschraube
axial beweglich an dem Spindelflansch gehalten ist. Durch eine solche Ausgestaltung
ist es einfach möglich, eine genaue Position des Ritzsägeblattes zu erreichen. Hierzu
ist es notwendig, daß die Lagerung des Ritzsägeblattes in gewissen Grenzen elastisch
bleibt, also die Rotationsachse des Ritzsägeblattes verstellbar ist.
[0022] Es ist günstig, wenn die Abstandswelle eine gekrümmte vordere Begrenzungsfläche aufweist.
Diese vordere Begrenzungsfläche wirkt mit dem Spannflansch bzw. dem Spannsockel des
Spannflansches zusammen. Eine solche gekrümmte Begrenzungsfläche kann z.B. ballig,
sphärisch oder halbschalenförmig ausgebildet sein. Die Gegenfläche an dem Spannsockel
bzw. des Spannflansches findet auf der so ausgestalteten Begrenzungsfläche im Idealfall
nur einen Anlagepunkt. Dieser ist z.B. exzentrisch zur Rotationsachse der Spindel.
Mit einer weiteren Krafteinprägung über die axiale Kraft wird nun der Spannflansch
mit dem daran verbundenen Ritzsägeblatt gegen die Spindelachse verkippt.
[0023] Es hat sich als günstig herausgestellt, wenn der Spindelkopf eine, einen Einschnitt
überbrückende, federunterstützende Begrenzungsschraube aufweist. Die Begrenzungsschraube
sorgt für eine genaue Radiallage bei Entlastung. Zusätzlich können Federelemente vorgesehen
sein, die für eine zuverlässige Rückstellung im unbelasteten Grundzustand sorgen.
Die Feder ist zum Beispiel zwischen dem Schraubenkopf und dem Rand des Spindelkopfes
vor dem Einschnitt angeordnet. Durch die Verwendung der Feder wird keine starre, sondern
elastische Verbindung erreicht. Diese Elastizität wird für das Verkippen des Sägeblattes
mitausgenützt.
[0024] Desweiteren ist es günstig, wenn die Abstandswelle in dem Spindelkopf endet. Der
Spindelkopf weist hierzu z.B. Einschnitte auf um eine gewisse Elastizität zu erreichen
und eine Verstellung der Rotationsachse des Ritzsägeblattes zu ermöglichen. Die Abstandswelle
wirkt dann durch den Spindelkopf auf den Spannflansch und bewirkt eine Veränderung
der Lage des Ritzsägeblattes und somit eine Schnittbreiteneinstellung.
[0025] Aus dem vorerwähnten Gebrauchsmuster 295 04 233.8 ist auch ersichtlich, daß ein exzentrisch
angeordneter Bolzen beide Flansche durchdringt und diese antreibt, um eine gleiche
Rotation der Ritzblätter zu bewirken.
[0026] Der in dem vorgenannten Gebrauchsmuster gewählte Antrieb für das Ritzwerkzeug ist
nicht sehr bedienungsfreundlich. Wenn das Ritzwerkzeug demontiert wird, muß bei der
Montage die Nabe wieder auf die Achse aufgesetzt werden und gleichzeitig der exzentrisch
angeordnete Bolzen in die entsprechende Bohrung eingebracht werden.
[0027] Hierbei ist es günstig, daß der Spann- oder Spindelflansch durch einen Drehmomentkoppler
das Drehmoment in die Welle oder Spindel einprägt und der andere Flansch, der Spindel-
oder Spannflansch von der so angetriebenen Welle oder Spindel das Drehmoment durch
einen weiteren Drehmomentkoppler ableitet.
[0028] Hierdurch entfällt das aufwendige und umständliche Einfädeln des Antriebs, insbesondere
für den außen liegenden Flansch. Es reicht dabei aus, daß der innen liegende Flansch,
hier z.B. der Spindelflansch in geeigneter Weise angetrieben ist. Der Spindelflansch
kann hierbei z.B. das Ende der Antriebsspindel sein.
[0029] Insbesondere, wenn die Nabe und die Flansche aus mehreren voneinander unabhängig
herstellbaren Baugruppen besteht, wird durch solche eine Ausgestaltung eine sichere
Mitnahme beider Flansche erreicht, wobei auf eine Übertragung des Drehmomentes durch
das Ritzsägeblatt, wie sonst üblich, verzichtet werden kann.
[0030] Es ist hiebei günstig, daß die Welle oder Spindel eine axiale Längsnut aufweist,
in die ein oder mehrere Element/e, die mit dem Flansch verbunden sind, eingreift/eingreifen
und so einen Drehmomentkoppler bilden. Als Elemente können hierbei zum Beispiel ein
Stift oder ein Bolzen vorgesehen werden. Unabhängig davon, welches Element- Welle
oder Spindel- angetrieben ist, wird durch diese Ausgestaltung erreicht, daß das Drehmoment
auf beide Flansche, den Spindelflansch und den Spannflansch übertragen wird, wobei
beide Flansche dann die gleiche Winkelgeschwindigkeit aufweisen und die mit den Flanschen
verbundenen Teilsägeblättern ebenfalls mit gleicher Rotationsgeschwindigkeit drehen.
Hierbei ist zu beachten, daß diese Ausgestaltung unabhängig von der axialen Stellung
der Flansche zueinander bzw. der daraus resultierenden Ritzbreite ist.
[0031] Es ist auch möglich, daß zwischen den beiden Flanschen, dem Spindel- und dem Spannflansch
ein Drehmomentkoppler wirkt. Dieser kann zum Beispiel als ein Stift, Kerbstift, Bolzen,
Schraube oder dergleichen ausgebildet sein. Dieser ist zum Beispiel im wesentlichen
parallel zur Spindelachse ausgerichtet und in beiden Flanschen eingebettet und nimmt
diese mit.
[0032] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß der Drehmomentkoppler
formschlüssig mit dem Ritzsägeblatt bzw. den Teilsägeblättern zusammenwirkt. Zum Beispiel
ist in dem Ritzsägeblatt oder dem Teilsägeblatt eine Bohrung oder Einkerbung vorgesehen,
die dazu dient, einen Bolzen oder Stift auf- und mitzunehmen, wobei der Stift dann
in dem angetriebenen Flansch gelagert ist und so das Drehmoment, das über diesen Flansch
anliegt, auf das Ritzsägeblatt überträgt. Einfachheitshalber wird von einem Ritzsägeblatt
gesprochen, ohne die Anwendbarkeit auf dieses zu beschränken. In gleicher Weise sind
die hier aufgeführten Ausgestaltungen auch auf mehrteilige Ritzsägeblätter, also zum
Beispiel Teilsägeblätter anwendbar.
[0033] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß an einem Flansch
ein federgelagerter Druckpilz vorgesehen ist, der auf das an diesem Flansch nicht
anliegenden Teilsägeblatt einwirkt und dieses Teilsägeblatt an dem anderen Flansch
drückt. Hierdurch wird eine im zusammengebauten Zustand ohne Schrauben effektiv und
zuverlässig funktionierende feste Verbindung zwischen dem Teilsägeblatt und dem dazugehörigen
Flansch erreicht.
[0034] In einer Verbesserung der Erfindung ist vorgesehen, daß der Druckpilz auch als Drehmomentkoppler
dient. Der Druckpilz ist hierbei bereits zwischen den Teilsägeblättern vorgesehen
und überträgt eine axiale Kraft auf das entsprechende Teilsägeblatt, um dieses an
dem Flansch festzudrücken. Wirkt nun der Druckpilz, der zum Beispiel stiftartig ausgebildet
ist mit einer Einsenkung oder dergleichen an dem anzudrückenden Teilsägeblatt zusammen,
so resultiert eine förmschlüssige Mitnahme des so angedrückten Teilsägeblattes durch
den Druckpilz und der Druckpilz wirkt gleichzeitig als Drehmomentkoppler. Dies kann
zum Beispiel auch durch weitere Nut- und Federverbindungen oder dergleichen unterstützt
werden.
[0035] Auch ist vorgesehen, an dem Spann- bzw. Spindelflansch Befestigungs-und Haltemittel
für das Ritzsägeblatt bzw. die Teilsägeblätter, insbesondere einen Haltemagnet vorzusehen.
Für eine schnelle Montage ist es günstig, zum Beispiel auf Schraubverbindungen zu
verzichten. Schraubverbindungen jedoch sind günstig, da diese schon bei einer Vormontage
das Teilsägeblatt mit dem dazugehörigen Flansch fest verbinden. Durch den Haltemagnet
wird jedoch eine praktikable und schnelle Vormontage erreicht, das heißt die beiden
zusammengehörenden Elemente, Flansch und Teilsägeblatt, werden zusammengehalten und
die Montage der mehreren Einzelteile erhebliche erleichtert. Im Endeffekt resultiert
hieraus eine große Zeitersparnis beim Wechseln dieser Werkzeuge. Die Komfortabilität
einer solchen Anordnung steigt.
[0036] In einer weiteren Variante der Erfindung ist vorgesehen, daß zwischen dem Spannflansch
und dem Spindelflansch ein Hebel vorgesehen ist, der unter Einprägung der axialen
Kraft um einen Drehpunkt schwenkt, der exzentrisch zur Spindelachse angeordnet ist.
Diese Hebelanordnung wirkt als Kraftverstärker. Der Hebel ist zum Beispiel am vorderen
Ende der Abstandswelle vorgesehen und wird durch die axiale Kraft um einen Drehpunkt
bewegt. Der Drehpunkt befindet sich hierbei an dem der Abstandswelle gegenüberliegenden
Ende des Hebels. Durch die axiale Kraft wird der Hebel zwischen dem Spannflansch und
dem Spindelflansch verkippt, wodruch eine Spreizung zwischen dem Spannflansch und
dem Spindelflansch entsteht. Diese Spreizung erfolgt exzentrisch gegen die Kraft der
bekannten Haltefedern, die rückseitig den Spannflansch an dem Spindelflansch abstützen.
Durch diese exzentrische Einprägung der axialen Kraft, die hierbei verstärkt wird,
erfolgt eine Verkippung des Sägeblattes.
[0037] Hierbei ist es günstig, wenn der Hebel mit der Spindelachse der Antriebsspindel einen
im wesentlichen rechten Winkel einschließt. Bei einer solchen Ausgestaltung erreicht
man eine optimale Kraftübertragung der axialen Kraft.
[0038] Auch ist es möglich, daß die axiale Kraft exzentrisch bezüglich der Spindelachse
auf den Spannflansch einwirkt. Der fiktive Mittelpunkt, bzw. der Schwerpunkt des Spannflansches
mit dem Sägeblatt befindet sich auf der Drehachse der Antriebsspindel. Dadurch wird
eine Unwucht vermieden. Greift nun die axiale Kraft exzentrisch an, so wirkt auf den
Spannflansch ein Kippmoment, welches das Ritzblatt in die Taumellage bringt.
[0039] In der Zeichnung ist die Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1
- in einem senkrechten Schnitt ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Ritzwerkzeuges
mit einem zweigeteilten Ritzsägeblatt,
- Fig. 2
- in einem senkrechten Schnitt eine Variante des erfindungsgemäßen Ritzwerkzeuges nach
Fig. 1,
- Fig. 3
- in einem senkrechten Schnitt ein weiteres Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Ritzwerkzeuges mit einem einteiligen Ritzsägeblatt,
- Fig. 4,5,6
- weitere Varianten des erfindungsgemäßen Ritzwerkzeuges in einem senkrechten Schnitt
mit einem einteiligen Ritzsägeblatt und
- Fig. 7,8,9
- weitere Varianten des erfindungsgemäßen Ritzwerkzeuges, jeweils in einem senkrechten
Schnitt mit einem zweiteiligen Ritzsägeblatt.
[0040] In Fig. 1 ist das Ritzwerkzeug schematisch dargestellt. Das Ritzwerkzeug befindet
sich z.B. auf der Unterseite des Maschinentisches in Förderrichtung vor der eigentlichen
Kreissäge, die den Trennschnitt durchführt. Das Ritzwerkzeug bzw. das Vorritzaggregat
bringt auf der bezüglich dem Werkstück gegenüberliegenden Seite der Kreissäge (der
Werkstückunterseite) eine Nut ein, um das Ausreißen von Material durch die Trennsäge
zu verhindern. Das Ritzwerkzeug ist mit seinem Gehäuse 90 mit dem Maschinengestell
9 verbunden. In dem Gehäuse 90 ist die Antriebsspindel 3 in zwei Lagern 30 gelagert.
Für den Antrieb der Antriebsspindel 3 ist ein Antriebsrad 31 vorgesehen, an dem z.B.
ein nicht dargestellter Keilriemen oder dergleichen angreift und die Antriebsspindel
in Rotation versetzt.
[0041] An dem, dem Antrieb 31 gegenüberliegenden Ende der Antriebspindel 3, ist der Spindelflansch
4 vorgesehen. Zwischen dem Spindelflansch 4 und dem Spannflansch 2 befindet sich das
Ritzsägeblatt 1. Der Spannflansch 2 deckt in diesem Ausführungsbeispiel den Spindelflansch
4 ab. Bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsvariante besteht das Ritzsägeblatt 1
aus zwei Teilblättern 11,12. Das Teilblatt 12 ist mit Befestigungsmitteln 14 mit dem
Spindelflansch 4 verbunden, das andere Teilblatt 11 mit Befestigungsmittel 13 mit
dem Spannflansch 2.
[0042] Als Befestigungsmittel 13,14 sind z.B. Schrauben oder Nieten vorgesehen.
[0043] Für den Spannflansch 2 ist eine kopfseitige Befestigungsschraube 20 vorgesehen, durch
die der Spannflansch 2 mit der Abstandswelle 5 verbindbar ist.
[0044] Für eine optimale Übertragung des von dem Antrieb 31 in die Antriebspindel 3 eingeprägten
Drehmomentes sind zwischen dem Spannflansch 2 und dem Spindelflansch 4 Stifte 40 vorgesehen,
die entweder in dem Spindelflansch 4 oder in dem Spannflansch 2 befestigbar sind.
Diese Stifte wirken als Drehmomentkoppler. Die Rotation der Spindel 3 ist durch den
Pfeil 42 angedeutet.
[0045] Desweiteren ist im Bereich des Antriebflansches 31 zwischen der Antriebsspindel 3
und der Abstandswelle 5 ein Verbindungsstift 58 vorgesehen. Dieser Verbindungsstift
58 dient zur Übernahme des Drehmoments von der Antriebsspindel 3 auf die Abstandswelle
5. Für eine axiale Verschiebbarkeit der Abstandswelle 5 in der Antriebsspindel 3 weist
die Abstandswelle ein Langloch 59 auf.
[0046] Die Antriebsspindel 3 ist als Hohlspindel 35 ausgebildet. In der Hohlspindel 35 ist
die Abstandswelle 5 geführt. An ihrem werkzeugseitigen Ende weist die Abstandswelle
5 eine zur Spindelachse 34 konzentrische Bohrung 54 mit Gewinde auf, in die die Befestigungsschraube
20 eingreift.
[0047] Am werkzeugseitig abgeneigten Ende der Abstandswelle 5 ist auf der Abstandswelle
5 eine Druckfeder 50 aufgesetzt, die durch zwei Muttern 55,56 gekontert und gehalten
ist.
[0048] Die Druckfeder 50 stützt sich auf der einen Seite auf der Mutter 55 und somit auf
der Abstandswelle 5 ab und auf der anderen Seite an dem hülsenartigen Ende 36 der
Antriebsspindel 3.
[0049] Die Kraftwirkung der Druckfeder 50 ist durch den Pfeil 53 angedeutet, der nach rechts
zeigt. Die Feder spreizt das Ende 36 der Antriebsspindel 3 und die Mutter 55 auseinander.
Diese von der Druckfeder 50 erzeugte Kraft wird über die Abstandswelle 5 auf den Spannflansch
2 geleitet, der somit gegen den Spindelflansch 4 gedrückt wird. In der so gezeigten
Grundstellung ist die minimale Ritzbreite des Ritzsägeblattes 1 dargestellt.
[0050] Um die Ritzbreite nun zu vergrößern wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß eine
axiale Kraft 6 auf den Spannflansch 2 wirkt und so eine Verbreiterung des wirksamen
Ritzsägeblattes 1 erreicht. Die axiale Verstellung 6 wird über einen Kraftgeber 64
auf das hintere Ende 52 der Abstandswelle 5 eingeprägt. Die axiale Kraft 6, die parallel
zur Achse 34 ist, ist zunächst gegen die Kraft 53 der Druckfeder 50 gerichtet. Die
axiale Kraft 6 wirkt nach links und versetzt über die in der Hohlspindel 35 geführten
Abstandswelle 5 den Spannflansch 2 nach links. An dem Spannflansch 2 ist das Teilblatt
11 des Ritzsägeblattes 1 befestigt. Dieses Teilblatt 11 wird ebenfalls nach links
versetzt. Die effektive Nutbreite wird somit vergrößert bzw. es entstehen unter Umständen
zwei Nuten, die so angeordnet sind, daß die jeweiligen Schnittkanten des Kreissägeblattes
in der Nut verläuft. Die Endstellung des Teilblattes 1 ist in Fig. 1 mit 11' angedeutet.
[0051] Der Kraftgeber 64 bewirkt eine axiale Kraft 6. Dies wird z.B. von außerhalb des Gehäuse
90 durch eine Einstellspindel oder einen Arbeitszylinder, der z.B. pneumatisch, hydraulisch
oder elektromechanisch ausgebildet ist, bewirkt. Die resultierende Kraft wird über
die Schubstange 62 in den Drehmomententkoppler 60 eingeleitet. Der Drehmomententkoppler
60 besteht aus einem auf dem Ende der Schubstange 62 aufgesetztem Kugellager 61, das
von einem Joch 63 übergriffen wird. Das Joch 63 wirkt auf das hintere Ende 52 der
Abstandswelle 5 ein. Aufgrund der hohen Übertragungskräfte kann nicht ausgeschlossen
werden, daß kein Drehmoment des Antriebes 31 über die punktartige Lagerung der Abstandswelle
5 auf das Joch 63 übertragen wird. Durch den Drehmomentententkoppler 60 wird diese
Drehmoment wirksam von der Schubstange 62 getrennt.
[0052] In Fig. 2 ist eine Abwandlung zu dem Ausführungsbeispiel in Fig. 1 gezeigt. Zwischen
den beiden Teilblättern 11,12 ist eine Wellfeder 15, bzw. eine Kugellagerausgleichsscheibe
vorgesehen, die die beiden Teilblätter 11,12 auseinanderdrückt. Dadurch entfällt die
Notwendigkeit die beiden Teilblätter 11,12 mit den betreffenden Flanschen zu verschrauben
oder sonst zu befestigen.
[0053] In Fig. 3 ist eine weitere erfindungsgemäße Lösung gezeigt. Hierbei wird ein einteiliges
Sägeblatt 10 durch eine besondere Befestigung an der Spindel in eine einstellbare
Taumellage 10' gebracht und somit eine bestimmbare Ritzbreite erzeugt. Dies gelingt
dadurch, daß der Spannflansch 2, bzw. die Rotationsachse des Sägeblattes 10 kippbar
auf dem Spindelrand 37 gelagert ist.
[0054] Es kann hierbei vorgesehen werden, daß der Spannflansch 2 aus zwei Elementen, nämlich
der Spannplatte 26 und dem Spannsockel 27 besteht. Die Abstandswelle 5 wirkt hierbei
z.B. auf den Spannsockel 27. Damit eine Auslenkung der Rotationsachse des Ritzwerkzeuges
erfolgt, ist vorgesehen, daß das vordere Ende der Abstandswelle 5, das auf den Spannflansch
2, bzw. den Spannsockel 27 wirkt, als gekrümmte Begrenzungsfläche 51 ausgebildet ist,
bzw. der Berührungspunkt 57 zwischen der Begrenzungsfläche 51 und dem Spannflansch
2 bezüglich der Spindelachse 34 exzentrisch angeordnet ist.
[0055] Der Spannsockel 27 übergreift den Spindelkopf 32 und stützt sich rückseitig durch
ein Federelement 21, das z.B. als Tellerfeder ausgebildet ist an dem Spindelkopf 32
ab. Hierzu weist der Spindelkopf einen Kragen 39 auf, der zum einen die Bohrung 43
für den Stift 38 aufnimmt und zum anderen als Abstützung für das Federelement 21 dient.
[0056] Der Spannsockel 27 weist hinter dem Kragen 39 einen Sprengring 44 auf, an dem sich
die Feder 21 abstützt und diese sichert.
[0057] Die durch den Kraftgeber 64 auf die Abstandswelle 5 eingeprägte axiale Kraft 6 wirkt
nun gegen die Kraft des Federelementes 21. Durch die z.B. ballige Ausgestaltung der
Begrenzungsfläche 51 erfolgt eine Verkippung der Rotationsachse des einstückigen Ritzblattes
10. Die dadurch entstehende Taumellage des Ritzblattes ist als Stellung 10' angedeutet.
Das Gegenspiel der Kräfte des Federelementes 21 und der axialen Kraft 6 ergibt eine
genau definierte Taumellage des Ritzblattes 10 und dadurch eine Einsteilbarkeit der
Ritzbreite.
[0058] Eine weitere Variante zu der in Fig. 3 dargestellten Lösung ist in Fig. 4 und Fig.
5 gezeigt.
[0059] Durch Einschnitte 33 (siehe Fig. 4), die in dem Spindelkopf 32 vorgesehen sind, wird
eine gewisse Elastizität des Spindelkopfes erreicht. Die gekrümmte Begrenzungsfläche
51 wirkt hierbei z.B. auf eine entsprechende Fläche 41 in den Spindelkopf 32 und erreicht
eine Verkippung der Rotationsachse.
[0060] Die Verkippung der Rotationsachse erfolgt zum Beispiel aufgrund einer exzentrischen
Lage des Auflagepunktes 57 der Abstandswelle 5 auf entweder den Spannsockel 27, den
Spannflansch 2 oder der Fläche 41 im Spindelkopf 32, bezüglich der Drehachse 34 der
Antriebsspindel 3.
[0061] Eine weitere Möglichkeit, die Verkippung zu realisieren, besteht darin, daß die Federn
21 eine radial unterschiedliche Spannkraft aufweisen und der Auflagepunkt 57 hierbei
zum Beispiel auf der Achse 34 angeordnet ist. Die Feder 21 kann z. B. radiale Einschnitte
aufweisen, die die Spannkraft verändern. Die unterschiedlichen Zugkräfte der Feder
bewirken so eine Verkippung des Sägeblattes. Dies ist zum Beispiel in Fig. 3 gezeigt.
[0062] Es ist eine Begrenzungsschraube 241 vorgesehen, die in den Spindelkopf 32 eingedreht
ist und einen Einschnitt 33 überbrückt. Der Kopf der Begrenzungsschraube stützt sich
über eine Feder 232 in dem Spindelkopf 32, vor dem Einschnitt 33, ab. Diese federnunterstützte
Begrenzungsschraube sorgt für eine genaue Radiallage bei Entlastung.
[0063] Die durch die Feder 231 erzeugte Kraft ist mit dem Pfeil 232 gekennzeichnet. Der
etwas links von dem Einschnitt 33 liegende Teil des Spindelkopfes 32 wird durch diese
Kraft gegen die Abstandswelle 5 gedrückt. Die Kraft 232 ist der axialen Kraft 6 des
Kraftgebers 64 entgegengerichtet. Der Spindelkopf 32 weist aufgrund der eingebrachten
Einschnitte 33 eine gewisse Elastizität auf. Diese Elastizität wird auch durch die
Verwendung der Begrenzungsschraube 241 mit der kopfseitigen Feder 231 erreicht. Die
Elastizität, die im Bereich der schmalen Verbindungsbrücke 321 am Ende des Einschnittes
33 im Spindelkopf 32 besteht, ist von der Kraft 232 unterschiedlich. Auch dies bewirkt
letztendlich wieder unterschniedliche radiale Kräfte durch die eine Verkippung entsteht,
wenn die Abstandswelle 5 zum Beispiel zentrisch zur Rotationsachse auf dem Spindelkopf
32 drückt.
[0064] Das Ritzblatt 10 wird z.B. zwischen dem Spannflansch 2 bzw. der Spannplatte 26 und
dem Spindelkopf 32 (siehe Fig. 4) oder zwischen der Spannplatte 26 und dem Spannsockel
27 (siehe Fig. 5) mit Hilfe der Befestigungsmutter 28 festgehalten.
[0065] Eine weitere Möglichkeit der elastischen Lagerung der Werkzeugachse ist in Fig. 5
angedeutet. Hierbei ist vorgesehen, daß der Spannflansch aus zwei Elementen, dem Spannsockel
27 und der Spannplatte 26, besteht. Der Spannsockel 27 ist durch mehrere Begrenzungsschrauben
22 mit dem Spindelkopf 32 verbunden. Wiederum sind die Begrenzungsschrauben mit Federn
23 auf der Seite des Spannsockels 27 unterlegt, wodurch eine genaue radiale Ausrichtung
14 im unbelasteten Zustand erreicht wird. Gleichzeitig dient diese Ausgestaltung dazu,
daß der Spannsockel 27 eine gewisse axiale Beweglichkeit behält. Konzentrisch zur
Spindelachse 34 ist eine Innensechskantschraube 29 vorgesehen, die mit dem vorderen
Ende 51 der Abstandswelle 5 zusammenwirkt.
[0066] Die Wirkung der Feder 23 ist durch den Pfeil 233 angedeutet. Der Spannsockel 27 wird
durch die Federn 23, die den Spannsockel 27 gegen die Begrenzungsschrauben 22 abstützen
gegen das vordere Ende 300 der Antriebsspindel 3 gedrückt. Die Kraft 233 ist hierbei
wiederum der Axialkraft 6 entgegengerichtet. Hierdurch wird eine Verkippung des Sägeblattes
10 erreicht.
[0067] Die verwendeten Begrenzungsschrauben 22,24 sind z.B. als Innensechskantschrauben
ausgebildet.
[0068] Eine Verkippung des Sägeblattes 10 erfolgt durch eine leicht exzentrische Lage des
Ansatzpunktes der Abstandswelle 5 an der Schraube 29 oder aber durch eine ungleichgemäße
Ausgestaltung der Zugkräfte der Federn 23. Hierbei sind mehrere Begrenzungsschrauben
23 vorgesehen, die den Spannsockel 27 mit dem Spindelkopf 32 verbinden. Diese Begrenzungsschrauben
22 weisen einen gleichbleibenden radialen Abstand auf. Die Begrenzungsschrauben 22,24
besitzen hierbei zwei Aufgaben, nämlich eine gewisse elastische Halterung und eine
Befestigung des Spannflansches an dem Spindelkopf.
[0069] In Fig. 6 ist eine weitere erfindungsgemäße Ausgestaltung des Ritzwerkzeuges gezeigt.
Hierbei ist vorgesehen, daß die Abstandswelle 5 an ihrem spindelkopfseitigen Ende
auf einen Hebel 7 einwirkt. Dieser Hebel 7 bildet mit der Spindelachse 34, bzw. der
parallel hierzu verlaufenden Abstandswelle 5 einen im wesentlichen rechten Winkel.
Durch das Einbringen der axialen Kraft 6, die hier die Abstandswelle 5 nach links
versetzt, wird auch der untere Bereich des Hebels 7 nach links bewegt. Der Hebel 7
ist zwischen dem Spannflansch 2 und dem Spindelflansch 4 in einer bohrungähnlichen
Ausnehmung dieser beiden Flansche angeordnet. Der Hebel 7 weist eine gewisse Beweglichkeit
auf. Insbesondere ist er um einen Drehpunkt 70, der sich am oberen Ende des Hebels
7, am Rand des Spindelflansches 4 befindet, dehbar. Die Länge des Hebels 7 zwischen
dem Drehpunkt 70 und dem Punkt, an dem die axiale Kraft 6 in diesen Hebel 7 eingreift
ergibt einen wirksamen mechanischen Hebel der bei Beaufschlagung durch die axiale
Kraft 6 den Spannflansch 2 von dem Spindelflansch 4 wegdrückt. Diese Bewegung erfolgt
gegen die Bewegung des Federelementes 21. Die Kraft des Federelementes 21 ist der
axialen Kraft 6 entgegengerichtet und richtet im Falle, daß die axiale Kraft 6 nicht
auf letztendlich des Sägeblattes 10 einwirkt, dieses wieder in einem Grundzustand
mit minimaler Nutbreite aus. Hierbei befindet sich zum Beispiel das Sägeblatt 10 in
einem rechten Winkel zur Spindelachse 34.
[0070] Wird nun eine axiale Kraft 6 auf den Hebel 7 eingeprägt, so wird der Hebel 7 um den
Drehpunkt 70 im Uhrzeigersinn geschwenkt. Der Hebel 7 wird nun in der Ausnehmung 71
verkippt, die Mantelflächen des stiftartigen Hebels 7 drücken auf die Begrenzungsfläche
72 des Spannflansches 2 und pressen den Spannflansch 2 nach links, gegen die Kraft
des Federelementes 21. Das Einprägen der axialen Kraft 6, umgelenkt durch diese Hebelanordnung
7 erfolgt nun exzentrisch zur Drehachse 34 der Spindel 3. Hieraus resultiert ein Verkippen
des Spannflansches 2 und damit auch ein Verkippen des Ritzsägeblattes 10.
[0071] Bei dieser Ausgestaltung ist vorgesehen, daß an dem rückseitigen Ende der Abstandswelle
5 eine Kugel 500 vorgesehen ist, die in einer Ausnehmung der Abstandswelle 5 eingebettet
ist und auf die die axiale Kraft 6 des Kraftgebers 64 einwirkt. Auch die Verwendung
dieser Kugel bewirkt eine Drehmomententkopplung.
[0072] Für eine Verbesserung der Lagerung der Antriebsspindel 3 ist vorgesehen, daß sich
das dem Sägeblatt zugewandte Lager 30 über eine Feder 300 an einem Flansch 91 des
Gehäuses 90 abstützt. Durch eine solche Ausgestaltung ist eine axiale Beweglichkeit
der Antriebsspindel 3 möglich, die zum Beispiel für die Absorption von Längsstößen
dient.
[0073] Erfindungsgemäß wird hierbei vorgeschlagen, daß eine Verkippung dadurch erfolgt,
daß die axiale Kraft direkt auf den Spannflansch einwirkt, oder aber mittelbar über
den Spindelflansch auf den Spannflansch einwirkt.
[0074] In Fig. 7 ist eine weitere Ausgestaltung der Erfindung gezeigt. Mit Hilfe der Abstandswelle
5 kann der Spannflansch 2 in Achsrichtung (entsprechend Achse 34) verschoben werden.
Für eine sichere Übertragung des Drehmomentes, angedeutet mit dem Pfeil 42, ist vorgesehen,
daß das Drehmoment, welches auf die Antriebsspindel 3 eingeprägt ist und dadurch auch
den Spindelflansch 4 antreibt, durch Drehmomentkoppler 100 auf die Abstandswelle 5
eingeprägt wird. Dadurch dreht sich die Abstandswelle 5 mit der gleichen Geschwindigkeit
wie die Antriebswelle 34.
[0075] Die Drehmomentkoppler 100 werden hierbei gebildet durch bezüglich der Achse 34 radial
im Spannflansch 2 angeordnete Schrauben oder Bolzen 104, die in einer entsprechenden
Bohrung 101 mit einem Gewinde gelagert sind und über den inneren Rand des Spannflansches
2 vorstehen. Die in der Antriebsspindel bzw. den Spannflansch 2 geführte Abstandswelle
5 weist in dem vorderen Bereich eine axiale Längsnut 102 auf, die entweder einteilig
ist oder wie hier gezeigt aus mehreren Segmenten besteht. Günstigerweise wird die
Längsnut 102 einstückig ausgebildet, wodurch die Herstellung vereinfacht wird. Der
Überstand der Schrauben bzw. Bolzen 104 ragt in diese Nut 102.
[0076] Der Spannflansch 2 weist in ähnlicher Weise wie der Spindelflansch 4 einen Drehmomentkoppler
100 auf, welcher das in die Abstandswelle 5 eingeprägte Drehmoment 42 auf den Spannflansch
2 überträgt. Auch dieser Drehmomentkoppler ist als Schraube oder Drehbolzen 104 ausgeführt,
der in eine Nut 102 vorsteht.
[0077] Es ist hierbei möglich, daß in ein und derselben Nut 102 Drehmomentkoppler sowohl
des Spindelflansches 4 als auch des Spannflansches 2 eingreifen. Die erfindungsgemäße
Ausgestaltung ist sowohl in Verbindung mit einer axialen Verstelleinrichtung als auch
ohne eine solche realisierbar.
[0078] In Fig. 8 ist eine weitere Ausgestaltung der Erfindung gezeigt. Bei diesem Ausführungsbeispiel
werden die Teilsägeblätter 11,12 durch Druckpilze 120, 121 gehalten. Der Druckpilz
120, 121 ist hierbei in einem der beiden Flansche 2,4 angeordnet und im wesentlichen
parallel zur Achse 34 gegen eine Feder 122 beweglich.
[0079] Der Druckpilz 121 ist hierbei so angeordnet, daß er durch eine Bohrung oder Öffnung
in dem Teilsägeblatt 11 hindurchragt und an dem Teilsägeblatt 12 anliegt. Die Federkraft
wirkt nun so, daß der Druckpilz 121 das Teilsägeblatt 12 gegen den Spindelflansch
4 drückt. Der Druckpilz 121 ist hierbei von einer oder mehreren Federn 122 unterstützt.
Dies ist günstig, da auch wenn eine Feder zum Beispiel brechen sollte oder unbrauchbar
ist die andere Feder noch genügend Kraft entwickelt, um ein sicheres Andrücken des
Teilsägeblattes an dem entsprechenden Flansch zu ermöglichen.
[0080] In gleicher Weise, wie am oberen Druckpilz 121 beschrieben, wirkt auch der im unteren
Bereich der Fig. 8 angeordnete Druckpilz 120. Der Druckpilz 120 durchdringt dabei
das innenliegende Teilsägeblatt 12, zum Beispiel durch eine Bohrung 123 und drückt
gegen das außen angeordnete Teilsägeblatt 11. Dadurch wird das Teilsägeblatt 11 gegen
den Spannflansch 2 gedrückt. Es ist auch vorgesehen, daß die Teilsägeblätter 11,12
im Bereich wo der Druckpilz 121,122 angreift, eine kleine Furche, Ausnehmung oder
Eintiefung aufweist, in die der Druckpilz 120, 121 hineinragt und so bezüglich der
Rotation 42 eine Drehmomentkopplung bewirkt. Neben einem sicheren Halt des entsprechenden
Teilsägeblattes wird hierdurch auch eine zuverlässige Drehmomentübertragung erreicht.
Insbesondere wird auf die verhältnismäßig aufwendige Montage der Teilsägeblätter 11,12
an den jeweiligen Flanschen 2,4 durch Schrauben oder dergleichen verzichtet, wodurch
die Montagezeiten verkürzt werden.
[0081] Mit Hilfe von Fig. 9 wird ein weitere Montage- bzw. Handlingshilfe beschrieben. Es
ist vorgesehen, daß der Flansch 2,4 ein Halte- oder Befestigungsmittel trägt, der
zum Beispiel mit einem Magnet 130 ausgestattet ist, der mit dem magnetisierbaren Teilsägeblatt
11,12 haltend zusammenwirkt. Der Magnet kann hierbei an einer oder mehreren Stellen
des Flansches oder radial als Ringmagnet angeordnet sein. In gleicher Weise kann natürlich
auch das Teilsägeblatt mit einem entsprechenden Magneten versehen sein. Es ist klar,
daß die verwendeten Materialen entsprechend magnetisch wirksam und beeinflussbar sein
müssen.
[0082] Als weitere Haft- und Befestigungsmittel, insbesondere um die Montage zu erleichtern
können zum Beispiel Bajonett- oder Schnellverschlüsse, Schrauben, Muttern, Klettverbindungen
und dergleichen vorgesehen werden. Es ist dabei zu beachten, daß durch diese Hilfsmittel
die Montage der doch zahlreichen Einzelteile erheblich erleichtert wird.
[0083] Die jetzt mit der Anmeldung und später eingereichten Ansprüche sind Versuche zur
Formulierung ohne Präjudiz für die Erzielung weitergehenden Schutzes.
[0084] Die in den abhängigen Ansprüchen angeführten Rückbeziehungen weisen auf die weitere
Ausbildung des Gegenstandes des Hauptanspruches durch die Merkmale des jeweiligen
Unteranspruches hin. Jedoch sind diese nicht als ein Verzicht auf die Erzielung eines
selbständigen, gegenständlichen Schutzes für die Merkmale der rückbezogenen Unteransprüche
zu verstehen.
[0085] Merkmale, die bislang nur in der Beschreibung offenbart wurden, können im Laufe des
Verfahrens als von erfindungswesentlicher Bedeutung, zum Beispiel zur Abgrenzung vom
Stand der Technik beansprucht werden.
1. Ritzwerkzeug für eine Kreissäge, insbesondere für eine Formatkreissäge, wobei ein
Ritzsägeblatt zwischen einem Spannflansch und einem Spindelflansch vorgesehen ist,
und der Spindelflansch mit der Antriebsspindel verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß in der axial hohlen Antriebsspindel (3) eine Abstandswelle (5) geführt ist, die auf
den Spannflansch (2) eine axiale Kraft (6) überträgt und eine Veränderung der Ritzbreite
bewirkt.
2. Ritzwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ritzsägeblatt (1) aus zwei Teilsägeblättern (11,12) besteht und ein Teilsägeblatt
(12) mit dem Spindelflansch (4) und das andere Teilsägeblatt (11) mit dem Spannflansch
(2) verbunden ist, wobei der Spannflansch (2) mit der Abstandswelle (5) fest verbindbar
ist.
3. Ritzwerkzeug nach einem oder beiden der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Abstandswelle (5) und der Antriebsspindel (3) eine Druckfeder (50) vorgesehen
ist, die gegen die axiale Kraft (6) die beiden Teilsägeblätter (11,12) aneinander
drückt.
4. Ritzwerkzeug nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Feder, insbesondere eine Wellfeder (15), die beiden Teilsägeblätter (11,12)
an die jeweiligen Flansche (2,4) drückt.
5. Ritzwerkzeug nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die axiale Kraft (6) gegen die Kraft eines Federelementes (21) den Spannflansch (2)
bezüglich der Spindel (3) verkippt und das insbesonders einteilig ausgeführte Ritzsägeblatt
(1,10) in eine definierte Taumellage (10') bringt.
6. Ritzwerkzeug nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Arbeitszylinder die axiale Kraft (6) erzeugt und über einen Drehmomententkoppler
(60) auf die Abstandswelle (5) einwirkt.
7. Ritzwerkzeug nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Spann- (2) oder Spindelflansch (4) durch einen Drehmomentkoppler (100) das Drehmoment
(42) in die Welle (5) oder Spindel (3) einprägt und der andere Flansch, der Spindel-
(4) oder Spannflansch (2) von der so angetriebenen Welle (5) oder Spindel (3) das
Drehmoment (42) durch einen weiteren Drehmomentkoppler (100) ableitet.
8. Ritzwerkzeug nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Welle (5) oder Spindel (3) eine axiale Längsnut (102) aufweist, in die ein oder
mehrere Elemtent/e (104), das/die mit dem Flansch (2,4) verbunden ist/sind, eingreift/en
und so einen Drehmomentkoppler (100) bildet/n.
9. Ritzwerkzeug nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den beiden Flanschen, dem Spindel- (4) und dem Spannflansch (2) und/oder
der Antriebsspindel (3) und der Abstandswelle (5) ein Drehmomentkoppler (58,40) wirkt.
10. Ritzwerkzeug nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehmomentkoppler formschlüssig mit dem Ritzsägeblatt (1) bzw. den Teilsägeblättern
(11,12) zusammenwirkt.
11. Ritzwerkzeug nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an einem Flansch (2,4) ein federgelagerter Druckpilz (120) vorgesehen ist, der auf
das an diesem Flansch (2,4) nicht anliegenden Teilsägeblatt (12,11) einwirkt und dieses
Teilsägeblatt (12,11) an den anderen Flansch (4,2) drückt.
12. Ritzwerkzeug nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckpilz (120,121) auch als Drehmomentkoppler dient.
13. Ritzwerkzeug nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Spann- (2) bzw. Spindelflansch (3) Befestigungs- und Haltemittel für das Ritzsägeblatt
(1) bzw. die Teilsägeblätter (11,12), insbesondere einen Haltemagnet (130), vorgesehen
ist.