[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vorgerbung und Ausgerbung von Leder unter
Verwendung Ethergruppen-haltiger blockierter Polyisocyanate und mineralischer Gerbstoffe
.
[0002] Die Gerbung überführt tierische Häute unter Vernetzung des Kollagens in Leder. Eines
der wichtigsten Merkmale von Leder ist die gegenüber ungegerbten Häuten erhöhte Schrumpfungstemperatur,
d.h. die verbesserte Heißwasserbeständigkeit, und das weiße Aussehen (nicht-transparent,
nichtpigmentartig) nach dem Trocknen.
[0003] Die heute immer noch dominierende Art der Gerbung ist die Chromgerbung, bei der unter
Verwendung von Chrom(III)-verbindungen unter dem Einfluß von OH-Ionen vernetzend wirkende
kovalente Bindungen mit den Carboxylgruppen des Kollagens ausgebildet werden. Die
mit polyfunktionellen Vegetabilgerbstoffen erhältlichen Wasserstoffbrückenbindungen
zu den Amidgruppen des Kollagens sind dagegen viel schwächer, was sich auch in einer
nur mäßig erhöhten Schrumpfungstemperatur auswirkt. Auch aliphatische Aldehyde, wie
z.B. Glutaraldehyd, die zu einer Vernetzung über die primären Aminogruppen des Kollagens
führen, hat man als Gerbstoffe empfohlen (US-PS 2 941 859). Die entstehenden Aldimine
können jedoch in Gegenwart von Wasser reversibel zu Aldehyd und Amin zurückreagieren.
[0004] Die Verwendung von aliphatischen Diisocyanaten wie Hexamethylendiisocyanat (DE-PS
72 981) hat sich aus toxikologischen Gründen nicht durchsetzen können.
[0005] Die in den US-PS 2 923 594 und 4 413 997 empfohlene Verwendung von Bisulfit-blockierten
aliphatischen, cycloaliphatischen oder aromatischen Diisocyanaten wie Hexamethylendiisocyanat,
Isophorondiisocyanat und Toluylendiisocyanat als Gerbstoffe ergibt zwar helle, lichtechte
Leder, die Gerbflotten sind jedoch nicht pH-stabil.
[0006] Die Verwendung der in EP-A 690 135 beschriebenen, Polyethylenoxidgruppenhaltigen
Bisulfit-blockierten Polyisocyanaten hat anwendungstechnische Vorteile, weil man Restflotten
der Gerbung erhält, die frei von Schwermetallionen sind. Die mit diesen Produkten
erreichbaren Schrumpfungstemperaturen der Leder liegen mit mehr als 80°C innerhalb
der für die meisten Lederarten erforderlichen Schrumpfungstemperaturen. Wenn man aber
hochrationell Schuhe herstellen will, so muß man sich des sog. Thermosetting-Verfahrens
bedienen. Dabei werden Schuhschäfte auf Leisten gezogen und durch Hitze ( > 100°C)
und Wasserdampf (> 80% relative Feuchte) fixiert. Dieses Verfahren ermöglicht es,
die Herstellungszeit des Schuhes deutlich zu verkürzen und die teuren Leisten besser
auszunutzen. Wenn man das Thermosettingverfahren einsetzen will, so müssen die dafür
benutzten Materialien diese Verarbeitungsbedingungen aushalten.
[0007] Es hat sich gezeigt, daß für diesen und ähnliche Einsatzzwecke Leder benötigt werden,
deren Schrumpfungstemperaturen (Ts) im trockenen Zustand etwa 100°C betragen. Andererseits
möchte man die ökologischen Vorteile, die mit dem der EP-A 690 135 zugrunde liegenden
Verfahren erreicht werden, nicht aufgeben. Es bestand also Bedarf nach einem Verfahren,
das mineralgerbstoffhaltige Leder liefert und mit möglichst geringen Umweltbelastungen
verknüpft ist.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Gerbung unter Verwendung
[0008]
I. Carbamoylsulfonatgtuppen-haltiger Umsetzungsprodukte aus
A. organischem Polyisocyanat,
B. pro Isocyanatgruppe von A. 0,01 bis 0,4 Äquivalenten Polyetheralkohol mit eingebauten
Polyalkylenoxideinheiten (die Äquivalente beziehen sich auf die Hydroxylgruppen des
Polyetheralkohols), wobei die Polyalkylenoxideinheiten zu 40 bis 100, vorzugsweise
50 bis 100 Mol-% aus Polyethylenoxideinheiten einer Sequenzlänge von 5 bis 70, vorzugsweise
6 bis 60, insbesondere 7 bis 40, bestehen,
C. gegebenenfalls anderen NCO-reaktiven Komponenten, und
D. Ammonium- oder Alkalibisulfiten oder -disulfiten,
und nachfolgend
II. mineralischer Gerbstoffe aus der Reihe Chrom(III), Eisen(II), Eisen(III), Aluminium(III),
Titan(IV) und Zirkon(IV) ohne Pickel bei einem pH-Wert über 4, vorzugsweise über 5.
[0009] Die erfindungsgemäß zu verwendenden Umsetzungsprodukte lassen sich aus den aus A,
B und gegebenenfalls C erhältlichen Zwischenprodukten mit NCO-Gehalten von 3 bis 50,
vorzugsweise 5 bis 45, insbesondere 20 bis 45 Gew.-% (bezogen auf Zwischenprodukt)
durch anschließende Blockierung der freien Isocyanatgruppen erhalten. Die erfindungsgemäßen
Produkte enthalten dann - berechnet als Natriumsalz und festkörperbezogen - 9,7 bis
78, vorzugsweise 14 bis 74, insbesondere 46,5 bis 74 Gew.-% Carbamoylsulfonatgruppen.
[0010] Als organische Polyisocyanate A) kommen aliphatische, cycloaliphatische, araliphatische,
aromatische oder heterocyclische Polyisocyanate in Betracht, wie sie z.B. von W. Siefken
in Liebigs Annalen der Chemie
562, Seiten 75 bis 136, beschrieben werden.
[0011] Bevorzugte Polyisocyanate A) sind Verbindungen der Formel Q(NCO)
n mit einem mittleren Molekulargewicht unter 800, worin n eine Zahl von mindestens
2, vorzugsweise von 2 bis 4, Q einen aliphatischen C
4-C
12-Kohlenwasserstoffrest, einen cycloaliphatischen C
6-C
15-Kohlenwasserstoffrest, einen araliphatischen C
7-C
15-Kohlenwasserstoffrest oder einen heterocyclischen C
2-C
12-Rest mit 1 bis 3 Heteroatomen aus der Reihe Sauerstoff, Schwefel, Stickstoff bedeuten,
beispielsweise (i) Diisocyanate wie Ethylendiisocyanat, 1,4-Tetramethylendiisocyanat,
1,6-Hexamethylendiisocyanat, 1,12-Dodecandiisocyanat, Cyclobutan-1,3-diisocyanat,
Cyclohexan-1,3- und -1,4-diisocyanat sowie beliebige Gemische dieser Isomeren, 1-Isocyanato-2-isocyanatomethyl-cyclopentan,
1-Isocyanato-3,3,5-trimethyl-5-isocyanatomethyl-cyclohexan, 2,4- und 2,6-Hexahydrotoluylendiisocyanat
sowie beliebige Gemische dieser Isomeren, Hexahydro-1,3- und/oder -1,4-phenylendiisocyanat,
Perhydro-2,4'- und/oder -4,4'-diphenylmethyl-diisocyanat, 1,3- und 1,4-Phenylen-diisocyanat,
2,4- und 2,6-Toluylendiisocyanat sowie beliebige Gemische dieser Isomeren, Diphenylmethan-2,4'-
und/oder -4,4'-diisocyanat, Naphthalin-1,5-diisocyanat, Uretdiongruppen enthaltende
Polyisocyanate wie z.B. das Bis-(6-isocyanatohexyl)-uretdion oder das die Uretdion-Struktur
enthaltende Dimere des 1-Isocyanato-3,3,5-trimethyl-5-isocyanatomethylcyclohexans
und beliebige Mischungen der vorgenannten Polyisocyanate; (ii) tri- und höherfunktionelle
Polyisocyanate wie die Isomeren der Triisocyanatotriphenylmethanreihe (wie Triphenylmethan-4,4',4''-triisocyanat)
und ihre Gemische; (iii) durch Allophanatisierung, Trimerisierung oder Biuretisierung
aus den Polyisocyanaten (i) und/oder (ii) hergestellte Verbindungen, die mindestens
3 Isocyanatgruppen pro Molekül aufweisen. Beispiele für durch Trimerisierung hergestellte
Polyisocyanate sind das durch Isocyanurat-Bildung erhältliche Trimerisat des 1-Isocyanato-3,3,5-trimethyl-5-isocyanatomethylcyclohexans
und die durch Trimerisierung von Hexamethylendiisocyanat, gegebenenfalls im Gemisch
mit 2,4-Diisocyanatotoluol, erhältlichen Isocyanuratgruppen enthaltenden Polyisocyanate.
Beispiele für durch Biuretisierung hergestellte Polyisocyanate sind Tris-(isocyanatohexyl)-biuret
und dessen Gemische mit seinen höheren Homologen, wie sie z.B. gemäß DE-OS 23 08 015
zugänglich sind.
[0012] Besonders bevorzugte Polyisocyanate A sind solche mit einem Molekulargewicht von
140 bis 400 mit an Aliphaten oder Cycloaliphaten gebundenen NCO-Gruppen, wie z.B.
1,4-Diisocyanatobutan, 1,6-Diisocyanatohexan, 1,5-Diisocyanato-2,2-dimethylpentan,
2,2,4- bzw. 2,4,4-Trimethyl-1,6-diisocyanatohexan, 1,3- und 1,4-Diisocyanatohexan,
1-Isocyanato-3,3,5-trimethyl-5-isocyanatomethyl-cyclohexan, 1-Isocyanato-1-methyl-4-isocyanatomethyl-cyclohexan
und 4,4'-Diisocyanatodicyclohexyl-methan, und beliebige Gemische solcher Diisocyanate.
Auch araliphatische Polyisocyanate wie die Xylylendiisocyanate der Formeln

können verwendet werden.
[0013] Bevorzugt verwendet werden obige Diisocyanate. Man kann aber auch monofunktionelle
aliphatische Isocyanate wie beispielsweise Butylisocyanat, Hexylisocyanat, Cyclohexylisocyanat,
Stearylisocyanat oder Dodecylisocyanat und/oder Polyisocyanate mit einer durchschnittlichen
Funktionalität von 2,2 bis 4,2 mitverwenden.
[0014] Bevorzugt handelt es sich bei den höherfunktionellen Polyisocyanaten um im wesentlichen
aus trimerem 1,6-Diisocyanatohexan oder 1-Isocyanato-3,3,5-trimethyl-5-isocyanatomethyl-cyclohexan
und gegebenenfalls dimerem 1,6-Diisocyanatohexan oder 1-Isocyanato-3,3,5-trimethyl-5-isocyanatomethyl-cyclohexan
und den entsprechend höheren Homologen bestehenden Isocyanuratgruppen und gegebenenfalls
Uretdiongruppen aufweisenden Polyisocyanatgemischen mit einem NCO-Gehalt von 19 bis
24 Gew.-%, wie sie durch an sich bekannte katalytische Trimerisierung und unter Isocyanurat-Bildung
von 1,6-Diisocyanatohexan oder 1-Isocyanato-3,3,5-trimethyl-5-isocyanatomethyl-cyclohexan
erhalten werden und die vorzugsweise eine (mittlere) NCO-Funktionalität von 3,2 bis
4,2 aufweisen.
[0015] Weitere geeignete Polyisocyanate A sind durch Modifizierung aliphatischer oder cycloaliphatischer
Diisocyanate hergestellte Polyisocyanate mit Uretdion- und/oder Isocyanurat-, Urethan-
und/oder Allophanat-, Biuret- oder Oxadiazinstruktur, wie sie beispielsweise in den
DE-OS 1 670 666, 3 700 209 und 3 900 053 und in den EP 336 205 und 339 396 beispielhaft
beschrieben sind. Geeignete Polyisocyanate sind z.B. auch die estergruppenhaltigen
Polyisocyanate, wie z.B. die durch Umsetzung von Pentaerythrit- oder Trimethylolpropan-silylethern
mit Isocyanatocapronsäurechlorid zugänglichen Tetrakis- bzw. Triisocyanate (vgl. DE-OS
3 743 782). Außerdem ist es auch möglich, Triisocyanate wie z.B. Tris-isocyanatodicyclohexylmethan
zu verwenden.
[0016] Die Verwendung von monofunktionellen und von mehr als difunktionellen Isocyanaten
wird in beiden Fällen vorzugsweise auf Mengen von je maximal 10 Mol-%, bezogen auf
sämtliche Polyisocyanate A, beschränkt.
[0017] Ganz besonders bevorzugt sind jedoch die obengenannten aliphatischen, cycloaliphatischen
und araliphatischen Diisocyanate.
[0018] Die Polyetheralkohole B sind in an sich bekannter Weise durch Alkoxylierung geeigneter
Startermoleküle zugänglich. Zur Herstellung der Polyetheralkohole können beliebige
ein- oder mehrwertige Alkohole des Molekulargewichts 32 bis 250 als Startermoleküle
eingesetzt werden. Bevorzugt werden als Startermoleküle monofunktionelle aliphatische
C
1-C
18-, vorzugsweise C
1-C
4-Alkohole verwendet. Besonders bevorzugt ist die Verwendung von Methanol, Butanol,
Ethylenglykolmonomethylether oder Ethylenglykolmonobutylether als Starter.
[0019] Für die Alkoxylierungsreaktion geeignete Alkylenoxide sind insbesondere Ethylenoxid
und Propylenoxid, die in beliebiger Reihenfolge bei der Alkoxylierungsreaktion eingesetzt
werden können. Auch beliebige andere Epoxide wie beispielsweise Butylenoxid, Dodecenoxid
oder Styroloxid können mitverwendet werden. Reine Polyethylenoxidalkohole sind besonders
bevorzugt.
[0020] Auch estergruppenhaltige Polyalkylenoxidalkohole können mitverwendet werden. Geeignete
estergruppenhaltige Polyalkylenoxidalkohole sind OH-terminierte Polyesterether, die
durch Umsetzung von aliphatischen C
2-C
8-Dicarbonsäuren oder deren Estern oder Säurechloriden mit Polyethern aus der Gruppe
der Polyethylenoxide, Polypropylenoxide, deren Gemische oder Mischpolyether, wobei
pro OH-Äquivalent des Polyethers 0,8 bis 0,99 Äquivalente an Carboxylgruppen oder
deren Derivate eingesetzt werden, erhältlich sind und ein mittleres Molekulargewicht
unter 10 000, vorzugsweise unter 3 000 aufweisen.
[0021] Die gegebenenfalls mitverwendeten NCO-reaktiven Komponenten C umfassen übliche, in
der Polyurethanchemie verwendete mono- bis tetrafunktionelle Bausteine wie Alkohole,
Amine, Aminoalkohole und Mercaptane mit Molekulargewichten unter 6 000, bevorzugt
unter 2 000, wie z.B. Polyester, Polyetherester, Aminopolyether und Polycarbonate,
sofern sie nicht unter die Definition B fallen.
[0022] Bevorzugte Komponenten C sind "fettend" bzw. "nachfettend" wirkende langkettige,
gegebenenfalls verzweigte sogenannte Fettalkohole oder Fettamine mit 12 bis 30 Kohlenstoffatomen
sowie OH-Gruppen tragende Ester natürlicher Fettsäuren wie Stearinsäure, Ölsäure,
Palmitinsäure, Linolsäure, Linolensäure etc.
[0023] Ganz besonders bevorzugte Komponenten C sind OH-Gruppen tragende natürliche Fette
und Öle wie beispielsweise Rizinusöl.
[0024] Die erfindungsgemäß zu verwendenden Umsetzungsprodukte aus den Komponenten A bis
D können bis zu 20 Gew.-% der Komponente C enthalten.
[0025] Bevorzugte Blockierungsmittel D sind die Natriumsalze der schwefligen bzw. dischwefligen
Säure, d.h. Natriumhydrogensulfit (NaHSO
3) bzw. Natriumdisulfit (Na
2S
2O
5).
[0026] Vorteilhaft verwendet werden können auch die anderen Alkali- und Ammoniusalze dieser
Säuren, nämlich Kaliumbisulfit, Kaliumdisulfit, Lithiumbisulfit, Lithiumdisulfit,
Ammoniumbisulfit, Ammoniumdisulfit sowie einfache Tetraalkylammoniumsalze dieser Säuren
wie beispielsweise Tetramethylammonium-bisulfit, Tetraethylammonium-bisulfit usw.
Zur Blockierung werden die Salze bevorzugt als wäßrige Lösungen mit Festkörpergehalten
von 5 bis 40 Gew.-% eingesetzt.
[0027] Die erfindungsgemäß zu verwendenden Umsetzungsprodukte lassen sich beispielsweise
folgendermaßen herstellen:
[0028] In einem ersten Schritt wird das Polyisocyanat mit dem Polyetheralkohol B umgesetzt,
bis sämtliche OH-Gruppen urethanisiert sind. Das so erhaltene NCO-endständige Präpolymer
wird dann in einem zweiten Schritt mit Alkali- oder Ammonium-bisulfit oder -disulfit
blockiert, bis sämtliche NCO-Gruppen umgesetzt sind.
[0029] Das gesamte Verfahren wird besonders bevorzugt lösungsmittelfrei als Eintopfverfahren
durchgeführt. Die Reaktion (1. Schritt) wird im Temperaturbereich bis 130°C, vorzugsweise
im Bereich zwischen 50°C und 120°C, besonders bevorzugt zwischen 80°C und 110°C durchgeführt.
Die Reaktion kann durch Titration des NCO-Gehaltes oder durch Messung der IR-Spektren
und Auswertung der Carbonylbande bei ca. 2 100 cm
-1 verfolgt werden und ist beendet, wenn der Isocyanatgehalt nicht mehr als 0,1 Gew.-%
oberhalb des Wertes liegt, der bei vollständigem Umsatz erreicht werden soll. In der
Regel sind Reaktionszeiten von weniger als 4 Stunden ausreichend.
[0030] Durch die Mirverwendung von Katalysatoren wie Dibutylzinndilaurat, Zinn-(II)-octoat
oder 1,4-Diazabicyclo-[2.2.2]octan in Mengen von 10 bis 1 000 ppm, bezogen auf die
Reaktionskomponenten, kann die Reaktion beschleunigt werden. Die so erhaltenen NCO-Präpolymeren
mit NCO-Gehalten von 5 bis 45 Gew.-% werden nun in einem 2. Schritt bei 0 bis 60°C,
bevorzugt bei 10 bis 40°C, mit wäßrigen Lösungen von Alkali- bzw. Ammoniumsulfiten
und Wasser umgesetzt, bis alle NCO-Gruppen reagiert haben. Dazu sind im allgemeinen
Reaktionszeiten von 1 bis 12, vorzugsweise 3 bis 8 Stunden notwendig. Die Endprodukte
sind optisch klare wäßrige Lösungen, in wenigen Einzelfällen stabile, feinteilige
Emulsionen mit mittleren Teilchendurchmessern unter 8000 Nanometer. Es kann vorteilhaft
sein, die NCO-Präpolymeren zunächst mit 20 bis 50 gew.-%igen wäßrigen Lösungen der
Alkali- oder Ammonium-bisulfite oder -disulfite umzusetzen und nach 5 bis 45 Minuten
das restliche Wasser zuzusetzen, so daß dann ein Festkörpergehalt der wäßrigen Zubereitungen
von 10 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 25 bis 40 Gew.-% resultiert.
[0031] In der ersten Stufe einer solchen kombinierten Gerbung wird, wie in EP-A 690 135
beschrieben, gegebenenfalls unter Zuhilfename eines Basifizierungsmittels mit 0,1
- 30, vorzugsweise 0,5 - 10, ganz besonders bevorzugt 1 - 7, Gew.-% Carbamoylsulfonat
bei pH 5 - 14, vorzugsweise 7,5 - 9,5 vorgegerbt. Zur Basifizierung sind alle bekannten,
in der Gerberei üblichen Abstumpfmittel geeignet:
Natriumcarbonat und -hydrogencarbonat, Magnesiumoxid, Dolomit, tertiäre Amine usw.
Auch die kontrollierte Zugabe von Natrium- oder Kaliumhydroxid ist generell möglich
(aber ungebräuchlich). Besonders bevorzugt ist Magnesiumoxid.
[0032] Bei der Vorgerbung mit den erfindungsgemäß zu verwendenden Umsetzungsprodukten benötigt
man keinen niedrigen pH-Wert, wie er bei der Mineralgerbung üblich ist. Dadurch kann
man sich den Salzzusatz (Pickel) ersparen. Blöße wird z.B. bis auf einen pH-Wert von
5 bis 8, vorzugsweise um 7, entkälkt, das erfindungsgemäß zu verwendende Umsetzungsprodukt
zugegeben und nach einer Stunde Laufzeit mit der Basifizierung begonnen. (Im Falle
von geglühtem Magnesiumoxid kann sofort mit der Zugabe begonnen werden). Je nach mechanischer
Walkwirkung und Dicke sowie Aufschluß (z.B. enzymatisch) der Blöße kann die Vorgerbung
und vorzugsweise die gleichzeitig stattfindende Basifizierung in 4 bis 6 Stunden abgeschlossen
sein. Im allgemeinen läßt man aber - wie bei der Chromgerbung üblich - nach dem Vorlauf
von 1 Stunde sowie nach Zugabe des Basifizierungsmittels in weiteren 2 Schritten (jeweils
nach 1 Stunde Laufzeit) über Nacht laufen, spült am nächsten Morgen und arbeitet wie
gewöhnlich weiter.
[0033] Von den erfindungsgemäß zu verwendenden Umsetzungsprodukten verwendet man im allgemeinen
Mengen von 1 bis 20, vorzugsweise 3 bis 15 Gew.-% Umsetzungsprodukt, bezogen auf Blößengewicht.
Dabei dienen die mit dem Umsetzungsprodukt gegerbten Leder mit Schrumpfungstemperaturen
von über 70°C, vorzugsweise über 75°C, als Vorstufe (analog wet blue) für die Ausgerbung.
[0034] Dann kann man bei einem pH-Wert über 4, vorzugsweise über 5, mit minimaler Mineralgerbstoffmenge
pickel- und salzfrei ausgerben. Geeignete Mineralgerbstoffe sind Salze des Aluminiums,
Chroms, Eisens, Titans und Zirkons. Die bei Aluminium (Ts= 70 - 80°C) , Eisen (Ts=
70 - 80°C), Titan (Ts= 75 - 85°C) oder Zirkon (Ts= 70 - 80°C) laut J. Kochta et al.,
Das Leder, Aug. 1990, maximal erreichbaren Schrumpfungstemperaturen werden durch diese
kombinierte Gerbung z.T. erhöht. Beim erfindungsgemäßen Verfahren werden 100°C erreicht
und - in Abhängigkeit der Einsatzmenge und Prozeßführung (pH, Temperatur etc.) - deutlich
überschritten.
[0035] Eine besonders bevorzugte Arbeitsmethode besteht in der Verwendung von gerbenden
Chromverbindungen, die bei hohen pH -Werten beständig sind. Solche pH-beständigen
Chromverbindungen werden z.B. in der EP-A 304 677 beschrieben; dort verwendet man
ein in wäßriger Lösung aus basischen Chrom(III)-sulfat und, pro Mol Chromoxid des
basischen Chrom(III)-sulfats, 0,2 bis 0,8 mol aliphatische C
4-C
6-Dicarbonsäure und anschließendes Einstellen der theoretischen Basizität auf 0 bis
50 % hergestelltes Reaktionsprodukt, wobei die Zugabe des Reaktionsprodukts zur Pickelflotte
als wäßrige Lösung mit einem Chromoxidgehalt von mindestens 5 Gew.-% bzw. in pulverisierter
Form in einer Menge von 0,9 bis 1,5 Gew.-% Chromoxid (bezogen auf Blößengewicht) erfolgt,
das Flottenvolumen weniger als 100 Gew.-% (bezogen auf Blößengewicht) beträgt, der
End-pH-Wert über 4,0 liegt und die Endtemperatur über 40°C beträgt. Ob eine Chrom(III)-Verbindung
gerbt oder nicht, wird durch ihre Basizität bestimmt (s. F. Stather, Gerbereichemie
und Gerbereitechnologie, Leipzig, 1967, S. 409, 458-459).
[0036] In Beispiel 1 der EP-A 304 677 wird ein Produkt beschrieben, das pro Mol Cr
2O
3 0,2 mol Glutarsäure bei einer Basizität von 30 hat. Dieses Produkt kann salz- und
pickelfrei in kurzer Flotte von bis zu pH 9, vorzugsweise 5 - 8, dem zu gerbenden
Material zugegeben werden, ohne daß es spontan zu Ausfällungen kommt. Die Gerbung
verläuft, ohne daß basifiziert werden muß. Bereits mit Mengen von 1,25 Gew.-% Cr
2O
3 (bezogen auf Falzgewicht) werden Schrumpfungstemperaturen von ca. 100°C erzielt.
Ein besonderer Vorteil einer solchen kombinierten Arbeitsweise ist die hohe Auszehrung
an Chrom-III-salz aus der Restflotte der Gerbung: Bei einer Flottenlänge von beispielsweise
50 Gew.-% bei 40°C wird nach 2 - 3 Stunden ein auf ca. 1 mm gefalztes Leder durchgegerbt
(mit einem Cr
2O
3-Gehalt im Leder von ca. 3 Gew.-%) und in der Restflotte dieser Gerbung ein Cr
2O
3-Gehalt von 0,4 g pro Liter bei einem End-pH (der pH-Wert sinkt infolge des zugesetzten
Gerbstoffes) von 4,1 gefunden.
[0037] Rein rechnerisch ergibt sich z.B. gegenüber dem Beispiel 12 der EP-A 304 677, das
ein im Hinblick auf Auszehrung optimiertes Verfahren darstellt, folgendes Bild:
| Vergleich: Materialbilanz konventionell gegen Carbamoylsulfonat |
| |
hochauszehrende Gerbung gemäß EP-A 304 677 |
Carbamoylsulfonat gemäß EP-A 690 135 |
| Salzgewicht |
430 kg |
430 kg |
| Spaltgewicht (Blöße) |
142 kg |
|
| Falzgewicht |
|
67 kg |
| Flotte |
72 kg |
34 kg |
| NaCl |
7,2 kg |
0 |
| Schwefelsäure |
1,5 kg |
0 |
| Cr2O3/l Restflotte |
0,3 g |
0,4 g |
| Cr in Gesamtflotte |
14,4 g |
9,2 g |
| Vergleich / erfindungsgemäß |
| |
Rohhaut |
Beispiel 12 der EP-A 304 677 |
Beispiel Carbamoylsulfonat/Chrom |
| Einsatz gesalzen |
1000 kg |
430 kg |
430 kg |
| Gesamtabwasser |
18000 kg |
7740 kg |
7740 kg |
| Cr-haltige Falzspäne |
145 kg |
65 kg |
0 |
| Cr-freie Falzspäne |
0 |
0 |
23 kg |
| Cr im Gesamt-Abwasser |
0 |
2 ppm |
1,2 ppm |
[0038] In EP-A 690 135 wird im Beispiel A 66 eine Gerbung beschrieben, bei der nach einer
Vorgerbung mit Carbamoylsulfonat Ameisensäure und dann ein handelsüblicher, selbstabstumpfender
Chromgerbstoff zugefügt wurde. Diese Art der Gerbung liefert bereits Leder hoher Schrumpfungstemperatur
und Restflotten ausreichend guter Chromauszehrung. Setzt man aber einen formiat- oder
dicarboxylatstabilisierten Chromgerbstoff gemäß EP-A 304 677 ein, ergibt sich eine
weitere Erniedrigung des Gehalts an Chrom-3+-ionen der Restflotte.
[0039] Sofern man also einen stabilisierten selbstabstumpfenden Chromgerbstoff verwendet,
kann man nach der Vorgerbung, gegebenenfalls nach dem Falzen, ohne pH-Wert-Erniedrigung
und ohne Pickel bei einem pH-Wert von mindestens 4 gerben und anschließend in gewohnter
Weise nachgerben.
[0040] Die Nachgerbung kann, wie üblich, mit synthetischen organischen Polymeren (incl.
Harzgerbstoffen) oder mit Vegetabilgerbstoffen erfolgen.
[0041] Die in dieser Anmeldung genannten mittleren Molekulargewichte sind als Zahlenmittel
bestimmte Molekulargewichte.
[0042] Die Prozentangaben der nachfolgenden Beispiele beziehen sich jeweils auf das Gewicht
und auf Blöße/Leder.
Beispiele
Verwendete Hilfsmittel
[0043]
- ®BAYCHROM A
- selbstabstumpfender Chromgerbstoff der Bayer AG mit 21 % Chromoxid
- ®BAYKANOL TF-2N
- Färbereihilfsmittel auf Basis aromatischer Sulfonsäure der Bayer AG
- ®BAYGENAL Braun CGG
- Acid Brown 83 der Bayer AG
- ®BAYMOL FD fl.
- 80 %ige wäßrige Lösung eines nichtionischen Emulgators der Bayer AG
- ®BLANCOROL ZB 33
- 0 % basisches Zirkonsulfat mit 33 % Zirkonoxid der Bayer AG
- ®BLANCOROL ZBE
- 50 % basisches Zirkonsulfat mit 31 % Zirkonoxid der Bayer AG
- ®TANIGAN BN
- Organisch synthetischer Austauschgerbstoff der Bayer AG auf Basis Dioxy-diphenyl-sulfon
und Naphthalinsulfosäure; Säurezahl 85
- ®TANIGAN LF
- Synthetischer Austausch- und Weißgerbstoff der Bayer AG
- ®TANIGAN PAK-N
- Neutralisationsgerbstoff auf Basis aromatischer, Sulfonsäure der Bayer AG
- ®TANIGAN OS
- analog TANIGAN BN aufgebauter Austauschgerbstoff der Bayer AG der Säurezahl 32
- ®RETINGAN R7
- anionischer Harzgerbstoff der Bayer AG mit selektiver Füllwirkung auf Basis Dicyandiamid
- Quebracho, Mimosa, Kastanie:
- handelsübliche Vegetabilgerbstoffe
- ®CUTAPOL TIS-MF
- sulfitiertes Fischöl, 65 % WS von Dr.Th.Böhme
- ®CORIPOL MK
- Mischung aus sulfitierten, natürlichen Ölen und synthetischen Sulfoestern von Stockhausen
& Cie.
- ®LUTAN BN
- basisches Aluminiumchlorid der BASF AG
- ®TETRAPOL SAF
- weichmachendes Stabilisierungsmittel auf Grundlage von Fettalkoholen von Stockhausen
& Cie.
- ®POLYZIM 202
- proteolytisches Beizmittel auf Basis Pankreas der Fa. Diamalt
- Magnesiumoxid
- Magnesia 322 der Fa. Magnesia GmbH, Lüneburg
Beispiel 1
[0044] Betriebsüblich geäscherte Blöße wird auf 2 mm gespalten. Dann wird die Blöße in ein
übliches Gerbfaß gegeben und einmal mit 200 % (%-Angaben beziehen sich hier und im
folgenden auf Spaltgewicht) Wasser von 35°C 15 Minuten lang gewaschen. Dann läßt man
die Flotte ab. In der anschließenden Entkälkung wird 30 % Wasser von 35°C, 2% Ammoniumsulfat
und 0,2 % Natrium-meta-bisulfit zugegeben und 10 Minuten bewegt. Danach gibt man 0,2
% Ameisensäure (1:10 verdünnt) und 0,2 % BAYMOL FD flüssig und laßt 20 Minuten laufen.
Mit 0,5 % Polyzim 202 wird 30 Minuten in der gleichen Flotte gebeizt. Es resultiert
ein pH-Wert von 7,9 (Schnitt der Blöße mit Phenolphthalein farblos). Dann läßt man
die Flotte ab.
[0045] Man wäscht 2 mal mit 150 % Wasser (von Raumtemperatur) und die Flotte wird abgelassen.
[0046] In der jetzt beginnenden Gerbung wird 30 % Wasser von 30°C eingefüllt und 0,35 %
Magnesiumoxid (Magnesia 322) und nach 60 Minuten 7,5 % (bezogen auf Wirksubstanz)
eines Produktes, das nach Beispiel 1 der EP-A 690 135 hergestellt worden war, zugegeben.
Nach einer Laufzeit von 6 Stunden stellt sich ein pH-Wert von 7,1 ein; man fügt weitere
0,35 % Magnesiumoxid (Magnesia 322) zu und läßt über Nacht laufen (End-pH-Wert 6,8).
Am nächsten Morgen hat das entstandene Leder eine Schrumpfungstemperatur von 78°C.
[0047] Die Flotte wird abgelassen, die Leder werden 10 Minuten bei Raumtemperatur gespült,
dann werden sie abgewelkt und auf 1 mm Stärke gefalzt.
Man gibt die gefalzten Leder in ein Faß und wäscht sie 10 Minuten lang mit 200 % (bezogen
auf Falzgewicht) Wasser (von Raumtemperatur). Man läßt die Flotte ab.
[0048] Die anschließende Mineralgerbung wird durch 50 % Wasser von 35°C (der pH-Wert hat
sich auf 6,8 eingestellt) sowie von 5 % eines Produktes, das nach Beispiel 1 der EP-A
304677 hergestellt wurde, eingeleitet. Nach 150 Minuten Bewegung stellt sich ein pH-Wert
4,1 ein.
[0049] Die Flotte wird abgelassen, die Leder haben eine Ts von 100°C. Nach einer Wäsche
mit 300 % Wasser von 40°C (10 Minuten) wird die Flotte abgelassen. In der jetzt einsetzenden
Neutralisation wird 200 % Wasser (40°C), 3 % TANIGAN PAK-N 1 Stunde (pH-Wert 4,7),
dann 4 % CUTAPOL TIS-MF (1:4 verdünnt) 30 Minuten einwirken lassen. Dann wird abgelassen
und 10 Minuten mit 200 % Wasser (35°C) gewaschen. Mit 150 % Wasser (40°C) wird die
Nachgerbung angefangen: 3 % TANIGAN BN und 2 % TANIGAN LF 20 Minuten, sodann eine
Lösung aus 3 % BAYGENAL Braun CGG und 2 % BAYKANOL TF-2N (1:20 in 60°C warmem Wasser)
zugefügt. Nach 60 Minuten wird 100 % Wasser (70°C) zugefügt, nach weiteren 10 Minuten
2 % Ameisensäure (1:5 verdünnt) zugesetzt und 30 Minuten laufen lassen (pH-Wert 3,4).
Nach Ablassen der Flotte wird in 200 % Wasser (50°C) mit einer Mischung aus 8 % CORIPOL
MK, 6 % CUTAPOL TIS-MF und 1 % TETRAPOL SAF (1:4 mit 60°C Wasser verdünnt) 90 Minuten
gefettet. Danach kommt 1,5 % Ameisensäure (1:5 verdünnt) für 45 Minuten dazu (pH-Wert
3.1); die Flotte wird klar. Nach Ablassen der Flotte wird zweimal mit 200 % Wasser
von Raumtemperatur jeweils 10 Minuten gewaschen. Die Leder kommen auf Bock, werden
naß gespannt, klimatisiert, gestollt, gemillt, gespannt und beurteilt.
Beispiel 2
[0050] In Anlehnung an Beispiel A 1 der EP-A 690 135 wurden 12 Stücke von 100 g Rindblöße
in 40 % Flotte mit 0,35 % Magnesiumoxid 1 Stunde in einem Versuchsfäßchen der Firma
Dose vorlaufen lassen (pH-Wert 7,4), dann 7,5 % (Wirksubstanz) eines Produktes gemäß
Beispiel 1 der EP-A 690 135 zugegeben, nach 3 Stunden weitere 0,35 % Magnesiumoxid
(pH-Wert 6,6) und dann über Nacht laufen lassen. Das resultierende Leder hatte eine
Ts von 77°C. 5 dieser Leder wurden in 100 % Flotte mit 0,05 % Ameisensäure und 0,08
% Schwefelsäure auf einen pH-Wert von 3, weitere 3 mit 0,08 % Schwefelsäure auf einen
pH-Wert von 4, und je eines mit 0,03 % Ameisensäure auf pH von 5, eines bei 6,6 (vorliegend
belassen) und eines mit 0,04 % 42 %iger wäßriger Natronlauge auf 8,2 eingestellt.
Alle diese Leder wurden nun mineralisch nachgegerbt.
| Leder |
Anfangs pH |
Gegerbt mit |
% |
End pH |
Additive |
% |
Ts °C |
| 1 |
6,6 |
- |
- |
6,6 |
- |
- |
77 |
| 2 |
5 |
Chrom des Beispiels 1 |
5 |
3,7 |
- |
- |
100 |
| 3 |
6,5 |
" |
5 |
3,9 |
- |
- |
100 |
| 4 |
8,2 |
" |
6 |
3.7 |
- |
- |
100 |
| 5 |
3 |
LUTAN BN |
6 |
3 |
- |
- |
80 |
| 6 |
4 |
" |
6 |
4,1 |
- |
- |
79 |
| 7 |
3 |
BLANCOROL ZB 33 |
4 |
3 |
- |
- |
74 |
| 8 |
4 |
" |
4 |
4 |
- |
- |
75 |
| 9 |
3 |
BLANCOROL ZBE |
4 |
3 |
- |
- |
74 |
| 10 |
3 |
Ammonium-titanyl-sulfat (22%TiO2) |
6 |
4,2 |
Zitronensäure |
1 |
82 |
| |
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
Beispiele 3 bis 6
[0051] Das in EP-A 690 135 unter A 66 aufgeführte Beispiel wurde nachgearbeitet (Beispiele
3 bis 5) und mit dem erfindungsgemäßen Verfahren verglichen (Beispiel 6). Die erhaltenen
Leder wurden auf Schrumpfungstemperatur untersucht und die Chromgehalte der Leder
und der Restflotten ermittelt.

[0052] Um mit der Gerbmethode der EP-A 690 135 zu Ledern hoher Schrumpfungstemperatur zu
kommen, sollte man - um Ausfallungen zu verhindern - pickeln. Wenn man aber auf das
Pickeln verzichten will, sind Gerbstoffen analog denen der EP-A 304 677 zu empfehlen,
wenn man gleichzeitig Wert auf hohe Auszehrung aus den Restflotten der Gerbung legt.