Stand der Technik
[0001] Es ist seit langem bekannt, daß pulvermetallurgisch hergestellte Stähle Eigenschaften
besitzen, welche bei identischer chemischer Zusammensetzung den Eigenschaften von
schmelzmetallurgisch hergestellten Stählen überlegen sind. Insbesondere zeichnen sich
pulvermetallurgisch hergestellte Stähle dadurch aus, daß sie in allen Abmessungsbereichen
über ihren gesamten Querschnitt den gleichen Gefügezustand aufweisen. Mithin sind
auch die mechanischen Eigenschaften über den gesamten Querschnitt im wesentlichen
gleich.
[0002] Es ist auch bereits bekannt, den Warmarbeitsstahl X40CrMoV51 pulvermetallurgisch
durch heißisostatisches Pressen herzustellen. Diesbezüglich ist dem Archiv für das
Eisenhüttenwesen 55 (1984), Seiten 169 - 176 zu entnehmen, daß der genannte Warmarbeitsstahl
Kohlenstoff von 0,37 - 0,41 %, Silicium von 1,0 - 1,07 %, Mangan von 0,38 - 0,42 %,
Chrom von 5,3 - 5,5 %, Molybdän von 1,37 - 1,41 %, Vanadium von 1,0 - 1,27 sowie vernachlässigbare
Stickstoff-, Sauerstoff-, Schwefel- und Phosphorgehalte aufweist.
[0003] Ein durch Stickstoffverdüsung aus der Schmelze hergestelltes Pulver der oben angegebenen
Zusammensetzung wird in Stahlkapseln verdichtet, welche vor Verschluß auf einen Unterdruck
von weniger als 10
-4 mbar evakuiert werden. Das Verdichten erfolgt bei Temperaturen von 1075 - 1225 °C.
[0004] Der vorstehend genannte pulvermetallurgisch hergestellte Warmarbeitsstahl verfügt
zwar über eine befriedigende Härte, ist aber wegen seiner unzureichenden Warmhärte,
Anlaßbeständigkeit und seiner Neigung zum Auftreten von Temperaturwechselrissen nicht
für hochbeanspruchte Warmarbeitswerkzeuge geeignet, wie für Preßdorne, Preßmatrizen
und Blockaufnehmer für das Metallrohr- und Strangpressen, ferner nicht für Warmfließpreßwerkzeuge,
Werkzeuge für die Hohlkörperfertigung, Werkzeuge für die Schrauben-, Muttern-, Nieten-
und Bolzenerzeugnisse, Druckgießwerkzeuge, Formteilpreßgesenke, Gesenkeinsätze und
Warmscherenmesser. Kurz gesagt, kann die Standfestigkeit des in Rede stehenden Stahls
bei hochbeanspruchten Warmarbeitswerkzeugen nicht befriedigen.
[0005] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, einen pulvermetallurgisch hergestellten
Warmarbeitsstahl zu schaffen, welcher neben einer ausreichenden Zähigkeit eine hohe
Warmhärte und insbesondere eine gute Beständigkeit gegen das Auftreten von Temperaturwechselrissen
aufweist. Insbesondere ist ein Ziel der Erfindung darin zu sehen, einen pulvermetallurgisch
hergestellten Warmarbeitsstahl zu schaffen, welcher über eine besondere Eignung zur
Verwendung beim Strangpressen, dort insbesondere für Preßdorne, Preßmatrizen und Blockaufnehmer
verfügt und auch zur Verwendung bei Schmiedepressen und Druckgußformen, insbesondere
im Falle großer Abmessungen, geeignet ist.
[0006] Ferner liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung eines
verbesserten pulvermetallurgisch hergestellten Warmarbeitsstahles anzugeben.
[0007] Hinsichtlich des zu schaffenden Stahles wird diese Aufgabe durch den Gegenstand des
Anspruchs 1 gelöst. Hinsichtlich des zu schaffenden Verfahrens wird diese Aufgabe
durch den Gegenstand des Anspruchs 5 gelöst.
[0008] Ferner betrifft die Erfindung die Verwendung des pulvermetallurgisch hergestellten
Warmarbeitsstahles als Werkstoff zur Herstellung von Preßdornen, Preßmatrizen und
Blockaufnehmern für das Strangpressen sowie zur Herstellung von Schmiedepressen und
Druckgußformen.
[0009] Der mit Hilfe der Erfindung erzielbare technische Fortschritt ergibt sich in erster
Linie dadurch, daß als Folge der erfindungsgemäßen kobalthaltigen Zusammensetzung,
synergistisch verstärkt durch die erfindungsgemäße spezielle Verdichtung, ein pulvermetallurgisch
hergestellter Warmarbeitsstahl zur Verfügung gestellt wird, welcher im wesentlichen
ebenso gute Warmzähigkeitseigenschaften aufweist wie ein bekannter kobaltfreier Warmarbeitsstahl,
aber zusätzlich über hohe Warmhärte-, Anlaß- und Warmbrandrißbeständigkeitswerte verfügt.
[0010] In der Fachwelt bestehen lebhafte Bedenken gegen das Einbeziehen von Kobalt in einen
Warmarbeitsstahl. Insbesondere herrscht in der Fachwelt die Vorstellung, daß sich
durch Zulegieren von Kobalt keinesfalls die Zähigkeitseigenschaften, insbesondere
die Warmzähigkeitseigenschaften, eines pulvermetallurgisch hergestellten Warmarbeitsstahles
erhalten oder gar verbessern lassen.
[0011] Bevorzugte Ausführungsformen und weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen angegeben.
[0012] Sowohl bei der herkömmlichen pulvermetallurgischen Herstellung als auch bei der erfindungsgemäßen
Herstellung wird als Rohstoff von Edelschrott und Ferrolegierungen ausgegangen. Während
der Stand der Technik jedoch Kobalt in pulvermetallurgisch hergestellten Warmarbeitsstählen
vermeidet, sind erfindungsgemäß Kobaltgehalte vorgesehen. Sowohl nach dem Stand der
Technik als auch nach der Erfindung findet das Erschmelzen der Ausgangslegierungen
vorzugsweise im Induktionsofen statt.
[0013] Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Stähle wird Induktionswärme und eine genaue
Temperaturführung benutzt, bis der Schlackengehalt stimmt. Anschließend wird unter
einer Schutzgasatmosphäre (vorzugsweise hochreiner Stickstoff) verdüst. Hierzu hat
sich das APM-Calidus-System als besonders geeignet herausgestellt, da mit seiner Hilfe
Einschlüsse im hergestellten Pulver vermieden werden.
[0014] Im Stand der Technik sind Bemühungen bekanntgeworden, einen hohen Reinheitsgrad der
Schmelze dadurch zu erreichen, daß man die Schmelze durch einen Schlackendeckel mit
Hilfe von Elektroden erwärmt.
[0015] Beim herkömmlichen Verfahren wird die Schmelze direkt in die zu verdichtende Kapsel
verdüst, was die Gefahr von unerwünschten Einschlüssen vergrößert.
[0016] Bei der Herstellung des erfindungsgemäßen Stahles wird das gewonnene legierte Pulver
in Kapseln eingefüllt, welche so gestaltet sind, daß das Endprodukt seine beabsichtigte
Form bei größtmöglicher Materialausbeute erhält. Mithin werden erfindungsgemäß Kapseln
verwendet, die dem herzustellenden Produkt die gewünschte Form zumindest weitgehend
geben sollen.
[0017] Nach dem Befüllen werden die Kapseln gerüttelt, um eine größtmögliche Fülldichte
zu erzielen. Anschließend werden die so gefüllten Kapseln luftleer gepumpt und danach
gasdicht verschlossen.
[0018] Beim herkömmlichen Verfahren wird, wie bereits erwähnt, direkt in Kapseln verdüst,
welche sodann gasdicht verschweißt werden. Der Stand der Technik kennt im Grunde nur
eine einzige Standard-Kapselgröße mit einem Durchmesser von 465 mm und einer Länge
von 1600 mm.
[0019] Beim herkömmlichen Verfahren wird die, wie vorstehend erwähnt, vorbehandelte Kapsel
bei einem Druck von etwa 3,5 Kbar kaltisostatisch gepreßt, um auf diese Weise die
Wärmeleitfähigkeit der in der Kapsel enthaltenen Pulvercharge zu verbessern.
[0020] Für die Herstellung des erfindungsgemäßen Warmarbeitsstahls ist ein derartiges Kaltpressen
nicht erforderlich, da die Pulvercharge als Folge des Rüttelns schon eine so hohe
Fülldichte aufweist, daß die gewünschten Wärmeleitfähigkeitseigenschaften in der Pulvercharge
gegeben sind.
[0021] Beim herkömmlichen Verfahren werden die wie vorstehend beschriebenen Kapseln in einem
Vorwärmofen ohne Überdruck auf die Temperatur des isostatischen Heißpressens (HIP-Temperatur)
erwärmt und sodann in die Heißpreßanlage transportiert. Da auch nach dem herkömmlichen
Kaltpressen die Wärmeleitfähigkeit der Pulvercharge nur niedrig ist, entsteht zu Beginn
der Vorwärmbehandlung ein steiler Temperaturgradient in der Pulvercharge, welcher
zu Seigerungen von Sauerstoff, Schwefel und Kohlenstoff führt. Diese Seigerungen haben
ein beträchtliches Ausmaß, was sich durch Tiefätzungen oder chemische Analyse nachweisen
läßt. Ferner führt der steile Temperaturgradient zu einem gewissen Carbidwachstum.
[0022] Bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Warmarbeitsstähle erfolgt kein Vorwärmen
der Kapseln und - wie bereits erwähnt - auch kein Kaltpressen.
[0023] Bei der erfindungsgemäßen Herstellung werden die Kapseln unter gleichzeitiger Druckbeaufschlagung
aufgeheizt. Insbesondere erfolgt in einem ersten Schritt eine Druckbeaufschlagung
mit etwa 200 bar mit Hilfe von komprimiertem Argon. Anschließend erfolgt das Aufheizen
in der HIP-Anlage, wobei der Druck der das komprimierte Argon liefernden Kompressoren
im wesentlichen konstant gehalten wird. Mit steigernder Temperatur wächst der Druck
fortlaufend an, ohne daß der Druck der Argonkompressoren gesteigert werden müßte.
Das Verdichten der Pulvercharge erfolgt unter Druck bei relativ niedriger Temperatur,
noch bevor Sauerstoff-, Schwefel- und Kohlenstofftransport eintritt. Folglich ist
der erfindungsgemäße Warmarbeitsstahl frei von Seigerungen.
[0024] Ist der vorgesehene HIP-Druck erreicht, so wird durch geeignete Regel- und Steuerungsmaßnahmen
eine weitere Druck- und Temperatursteigerung verhindert.
[0025] Die HIP-Temperatur beträgt 1000 bis 1230 °C, wobei eine Temperatur von 1150 °C bevorzugt
ist. Der HIP-Druck beträgt 0,8 bis 3,5 kbar, wobei sich derzeit ein HIP-Druck von
1 kbar als äußerst vorteilhaft erwiesen hat. Bei Drücken von weniger als 0,8 Kbar
ergibt sich keine hinreichende Verdichtung des Materials und insbesondere das Risiko,
daß Gaseinschlüsse in Restporen erhalten bleiben. HIP-Drücke von mehr als 3,5 kbar
sind mit modernen HIP-Anlagen möglich, führen aber nicht zu einer den Aufwand rechtfertigenden
Qualitätssteigerung.
[0026] Bei der erfindungsgemäßen Stahlherstellung beträgt die Haltezeit auf der angestrebten
HIP-Temperatur und bei dem angestrebten HIP-Druck mindestens 3 h. Diese Zeitdauer
gilt für kleine zu fertigende Abmessungen. Größere zu fertigende Abmessungen brauchen
längere Verdichtungsdauern. Konventionelle Verfahren arbeiten in der Regel mit Haltezeiten
von lediglich einer einzigen Stunde. Da beim erfindungsgemäßen Verfahren die gefüllten
Kapseln gleichzeitig hohen Temperaturen und hohen Drücken ausgesetzt werden, wird
als Ergebnis ein homogenes Material hoher Dichte erzielt.
[0027] Der auf herkömmliche Weise pulvermetallurgisch hergestellte Warmarbeitsstahl erfordert
abschließende Schmiede- oder Walzbehandlungen. Solche Verarbeitungsmaßnahmen, die
in der Wärme durchgeführt werden, führen zu einem unerwünschten Carbidwachstum und
zudem zu einer unerwünschten Abrundung der Carbide.
[0028] Im Gegensatz zum Stand der Technik wird der erfindungsgemäß zusammengesetzte und
der erfindungsgemäß hergestellte Warmarbeitsstahl im gehipten Zustand verwendet, d.h.
in dem Zustand, in welchem er nach dem Verpressen aus der Kapsel befreit worden ist.
Aus wirtschaftlichen Gründen wird jedoch erfindungsgemäßes Rundmaterial mit Durchmessern
von weniger als 60 mm und Flachmaterial mit einem Querschnittsverhältnis flach gewalzt
oder geschmiedet.
[0029] Was die Qualitätskontrolle angeht, so sei erwähnt, daß beim konventionellen Verfahren
eine Kontrolle, beispielsweise auf Einschlüsse, erst nach Entnehmen der Pulvercharge
aus der verformten Kapsel erfolgt. Demgegenüber wird das erfindungsgemäße Stahlmaterial
schon im Pulverzustand einer kritischen Qualitätskontrolle unterzogen.
[0030] Der erfindungsgemäße pulvermetallurgisch hergestellte Warmarbeitsstahl hat die folgende
Zusammensetzung (in Gew.-%):
- Kohlenstoff:
- 0,25 - 0,45
- Chrom:
- 2,40 - 4,25
- Molybdän:
- 2,50 - 4,40
- Vanadium:
- 0,20 - 0,95
- Kobalt:
- 2,10 - 3,90
- Silicium:
- 0,10 - 0,80
- Mangan:
- 0,15 - 0,65
[0031] Rest Eisen und gegebenenfalls herstellungsbedingte Verunreinigungen. Ein Reinheitsgrad
K 1 < 10 µm ist bevorzugt.
[0032] Für den erfindungsgemäßen Stahl beträgt die Warmformgebungstemperatur 900 bis 1100°C,
beträgt die Weichglühtemperatur 750 bis 800 °C, beträgt die Spannungsarmglühtemperatur
600 bis 650 °C und die Härtetemperatur 1000 bis 1070 °C. Als Härtemittel wird vorzugsweise
Öl im Warmbad (500 bis 550 °C) verwendet. Nach dem Weichglühen beträgt die Härte HB
maximal 229. Nach dem Härten beläuft sich die Rockwell-Härte auf 52 bis 56 HRC.
[0033] Der erfindungsgemäße PM-Warmarbeitsstahl verfügt über die im folgenden zusammengestellten
überraschend guten Werte bei erhöhten Temperaturen (Richtwerte).
1. Warmfestigkeit
[0034]
| Vergütefestigkeit 1600 N/mm2 |
| Zugfestigkeit N/mm2 |
0,2-Grenze N/mm2 |
| 400 °C |
500 °C |
600 °C |
650 °C |
400 °C |
500 °C |
600 °C |
650 °C |
| 1380 |
1210 |
950 |
760 |
1150 |
1000 |
750 |
630 |
2. Warmhärte
[0035]
| Arbeitshärte 46 HRc; 30 min auf Prüftemperatur gehalten |
| 500 °C |
600 °C |
700 °C |
| 390 HV |
330 HV |
170 HV |
3. Härte (HRc) nach dem Anlassen bei verschiedenen Temperaturen
[0036]
| Anlaßtemperatur in °C |
100 |
200 |
300 |
400 |
500 |
550 |
600 |
650 |
700 |
| Rockwellhärte HRc |
54 |
53 |
50 |
52 |
52 |
53 |
52 |
47 |
46 |
4. Widerstand gegen Ermüden durch Temperaturwechsel
[0037] Die Beständigkeit des erfindungsgemäßen Werkstoffes gegen das Auftreten von Rissen
als Folge von vielfach wiederholten Temperaturwechseln wurde auf übliche Weise im
Labor bestimmt. Dabei wird der Werkstoff zyklisch auf eine Prüftemperatur erwärmt
und in einer Emulsion wieder abgekühlt. Anschließend werden auf einer vorgegebenen
Meßlänge die aufgetretenen Risse gezählt. Die auf diese Weise ermittelte Brandrißzahl
gestattet Aussagen über das Verhalten des untersuchten Werkstoffes im Vergleich mit
dem Verhalten eines Vergleichswerkstoffes.
[0038] Fig. 1 zeigt die Ergebnisse von solchen Brandrißzahl-Ermittlungen, welche
a) bei einer Prüftemperatur von 700 °C und 103-Temperaturwechseln,
b) bei einer Prüftemperatur von 700 °C und 104-Temperaturwechseln und
c) bei einer Prüftemperatur von 750 °C bei 103-Temperaturwechseln
am erfindungsgemäßen Werkstoff sowie an sechs Vergleichswerkstoffen ermittelt wurden.
Die untersuchten Werkstoffe besaßen nach dem Anlassen eine Festigkeit von 47 HRc.
[0039] Die Vergleichswerkstoffe sind mit ihren Werkstoffnummern "Stahlschlüssel" bezeichnet.
Es handelt es sich bei diesen Vergleichswerkstoffen um schmelzmetallurgisch hergestellte
Stähle. Für den erfindungsgemäßen Warmarbeitsstahl ergeben sich für alle Prüfbedingungen
a) bis c) die günstigsten, d.h. die niedrigsten Brandrißzahlen. Der kobalthaltige
Vergleichsstahl mit der Werkstoffnummer 1.2365+Co weist bei allen drei Prüfbedingungen
a) bis c) deutlich höhere Brandrißzahlen auf. Für die Prüfbedingung a) liegen die
am Vergleichswerkstoff 1.2365+Co ermittelten Werte sogar um nahezu 100 % höher.
5. Warmzähigkeit
[0040] Die ausgezeichneten Warmzähigkeitswerte des erfindungsgemäßen Werkstoffes sind in
Fig. 2 graphisch den an den angegebenen Vergleichwerkstoffen ermittelten Werten gegenübergestellt.
Im untersuchten Temperaturbereich von etwa 600 bis etwa 800 °C verfügt der erfindungsgemäße
Werkstoff über ausgezeichnete Einschnürungsergebnisse. Der gleichfalls kobalthaltige
Vergleichswerkstoff mit der Werkstoffnummer 1.2365+Co erweist sich hinsichtlich Warmzähigkeit
als deutlich unterlegen.
1. Pulvermetallurgisch hergestellter Warmarbeitsstahl, bestehend aus (in Gew.-%):
Kohlenstoff: 0,25 - 0,45
Chrom: 2,40 - 4,25
Molybdän: 2,50 - 4,40
Vanadium: 0,20 - 0,95
Kobalt: 2,10 - 3,90
Silicium: 0,10 - 0,80
Mangan: 0,15 - 0,65
Rest Eisen und gegebenenfalls herstellungsbedingte Verunreinigungen.
2. PM-Warmarbeitsstahl nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Reinheitsgrad K1 von weniger als 10 µm.
3. PM-Warmarbeitsstahl nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, herstellbar durch die folgenden
Schritte:
- Herstellen einer Stahlschmelze mit der angestrebten chemischen Zusammensetzung,
- Verdüsen der Schmelze unter einer hochreinen Stickstoffatmosphäre,
- Einfüllen des gewonnenen Pulvers in Kapseln, welche so gestaltet sind, daß das Endprodukt
seine beabsichtigte Form bei größtmöglicher Materialausbeute erhält,
- Rütteln der gefüllten Kapseln zwecks Erreichens einer höchstmöglichen Fülldichte,
- Evakuieren der gefüllten Kapseln und gasdichtes Verschließen derselben,
- Einbringen der Kapseln in eine Heißisostatpresse und gleichzeitiges Beaufschlagen
der Kapseln mit Druck und Temperatur bis zum Erreichen eines Druckes von 0,8 bis 3,5
kbar und einer Temperatur von 1 000 bis 1230 °C und
- Halten von Druck und Temperatur für einen Zeitraum von wenigstens 3 h.
4. PM-Warmarbeitsstahl nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Pulvercharge in der Heißisostatpresse mit einem Druck von 1 kbar beaufschlagt
worden ist.
5. Verfahren zur pulvermetallurgischen Herstellung eines Warmarbeitsstahles, umfassend
die folgenden Schritte:
- Herstellen einer Stahlschmelze mit
| 0,25 bis 0,45 % Kohlenstoff, |
2,40 bis 4,25 % Chrom, |
| 2,50 bis 4,40 % Molybdän, |
0,20 bis 0,95 % Vanadium, |
| 2,10 bis 3,90 % Kobalt, |
0,10 bis 0,80 % Silicium, |
| 0,15 bis 0,65 % Mangan, |
Rest Eisen und unvermeidliche Begleitelemente, |
- Verdüsen der Schmelze unter einer hochreinen Stickstoffatmosphäre,
- Einfüllen des gewonnenen Pulvers in Kapseln, welche so gestaltet sind, daß das Endprodukt
seine beabsichtigte Form bei größtmöglicher Materialausbeute erhält,
- Rütteln der gefüllten Kapseln zwecks Erreichens einer höchstmöglichen Fülldichte,
- Evakuieren der gefüllten Kapseln und gasdichtes Verschließen derselben,
- Einbringen der Kapseln in eine Heißisostatpresse und Aufheizen der Kapseln unter
gleichzeitiger Druckbeaufschlagung auf eine Temperatur von 1000 bis 1230 °C und einen
Druck von 0,8 bis 3,5 kbar, vorteilhafterweise 1 kbar, und
- Halten der Charge auf der gewählten Temperatur und dem gewählten Druck für einen
Zeitraum von wenigstens 3 h.
6. Verwendung eines Stahles nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4 bzw. hergestellt
gemäß Anspruch 5 zur Herstellung von Preßdornen, Preßmatrizen und Blockaufnehmern
für das Strangpressen, wie auch zur Herstellung von Schmiedepressen und Druckgußformen.