[0001] Die Erfindung betrifft einen Dreischichtenstoffauflauf und ein Verfahren zur Aufbringung
einer dreischichtigen Stoffsuspension auf ein Sieb zur Herstellung einer dreischichtigen
Faserbahn, insbesondere eines Papieres.
[0002] Bekannt sind Dreischichtenstoffaufläufe mit feststehenden Lamellen, wie sie beispielsweise
in der EP 0 581 051 A1 beschrieben sind. Hier ergibt sich das Problem, daß Differenzstrahlgeschwindigkeiten
der einzelnen Schichten entweder nicht oder nur teilweise über angebaute Blenden oder
nur über eine Variation der Zufuhrmenge zu den einzelnen Schichten eingestellt werden
können. Die Bauweise dieser Stoffaufläufe ist relativ einfach, jedoch ist ihre Variabilität
auch relativ gering.
[0003] Dem gegenüber ist beispielsweise aus der DE-OS 37 04 462 ein Mehrschichtenstoffauflauf
bekannt, dessen Lamellen zwischen den einzelnen Düsenräumen zur Einstellung unterschiedlicher
Geschwindigkeiten und Drücke der Stoffsuspension in den einzelnen Zwischenräumen um
ihre Längsachse schwenkbar ausgebildet und von außen manuell einzustellen sind. Vorteilhaft
ist hier, daß eine große Variabilität bezüglich der Einstellung der Differenzstrahlgeschwindigkeiten
besteht, jedoch ist es nachteilig, daß die Herstellung solch eines Stoffauflaufes
aufwendig ist, da an jeder Lamelle ein hochgenauer Mechanismus zur Einstellung der
Lamellenposition notwendig ist.
[0004] Wesentliche Gründe für die Notwendigkeit der Geschwindigkeitsbeeinflussung der einzelnen
Stoffsuspensionsschichten sind:
- Die Formation ist auch eine Funktion der Geschwindigkeitsunterschiede der einzelnen
Stoffstrahlen. Die auf diesem Wege mögliche Variation der Scherkräfte zwischen Flüssigkeitsschichten
erzeugt formationsbeeinflussende Turbulenzen, was eine eventuell gewünschte Beeinflussung
der Formation der Papierbahne erlaubt.
- Durch Variation der Strahlgeschwindigkeit einer Außenschicht werden, abhängig von
der Größe des Strahlwinkels und der Strahl/Sieb-Geschwindigkeitsdifferenz, die Ausrichtung
und die Längen der Halbachsen der Reißlängenellipsen der Papierbahn beeinflußt. Diese
korrelieren wiederum mit der Ausrichtung und statistischen Verteilung der Fasern um
die Hauptrichtung in der Außenschicht. Eine Beeinflussung der mechanischen Eigenschaften
der Papierbahn ist somit möglich.
- Eine Papierbahn schrumpft bei Trocknung bevorzugt in der Richtung quer zur Faserlage,
d.h. sie verformt sich bei Feuchteänderungen entsprechend dieser Eigenschaft. Sind
die Faserlage und die Verteilung in den Außenschichten einer Papierbahn unterschiedlich,
so begünstigt dies den sogenannten "Curl" eines Blattes, d.h. die Tendenz eines Papierblattes,
sich bei Feuchteänderungen zu rollen. Die Rollneigung kann durch Geschwindigkeitsänderungen
daher ebenfalls beeinflußt werden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Dreischichtenstoffauflauf aufzuzeigen,
der einerseits die Vorzüge einer großen Variabilität der Einstellung von Differenzgeschwindigkeiten
der Schichten bietet, andererseits jedoch auch möglichst kostengünstig herzustellen
ist.
Außerdem ist es Aufgabe der Erfindung ein Verfahren zur Erzeugung einer dreischichtigen
Faserbahn für den Bereich des Stoffauflaufes darzustellen, das zu besonders guten
Ergebnissen bezüglich der Schichtreinheit, der Abdeckung der Mittelschicht und der
Formation führt.
[0006] Diese Aufgaben werden durch die Merkmale des ersten Vorrichtungsanspruches und des
ersten Verfahrensanspruches gelöst.
[0007] Der Erfinder hat erkannt, daß sich eine wesentliche Verbesserung der Qualität, insbesondere
auch bezüglich der Schichtreinheit, der Abdeckung der Mittelschicht und der Formation,
eines dreischichtigen Papieres erreichen läßt, wenn beim Einschießen der dreischichtigen
Stoffsuspension in den Siebzwickel die von der Formierwalze abgelegenen Strahlschichten
eine höhere Geschwindigkeit aufweisen als die der Formierwalze nahegelegenen Strahlschichten.
Zur Verwirklichung dieser Forderung ist es ausreichend, wenn bei den in einem Dreischichtenstoffauflauf
vorhandenen zwei Trennlamellen eine feststehend ist und die andere mit einem Gelenk
versehen ist. Somit entsteht ein Dreischichtenstoffauflauf, der einerseits den technologischen
Vorteil eine variablen Strahlgeschwindigkeit aufweist, andererseits aber kostengünstiger
herzustellen ist als der bekannte Stoffauflauf, bei dem alle Lamellen beweglich ausgebildet
sind.
[0008] Es ergeben sich hieraus zwei unterschiedliche Ausführungsformen, die zu jeweils unterschiedlichen
Ergebnissen der Geschwindigkeitsverteilung führen.
[0009] Einerseits ein Stoffauflauf, in dem die starre Trennlamelle der Formierwalze benachbart
ist. Hier weisen die Mittelschicht und die Außenschicht eine gleichhohe und gegenüber
der Innnenschicht erhöhte Strahlgeschwindigkeit auf.
[0010] Andererseits kann die schwenkbar gelagerte Trennlamelle benachbart zur Formierwalze
angeordnet sein. In diesem Fall wird ausschließlich die Außenschicht mit einer gegenüber
der Innenschicht und der Mittelschicht erhöhten Strahlgeschwindigkeit betrieben. Wird
die Lage der Trennlamelle zwangsgesteuert, so kann hierdurch auch eine Abstufung aller
drei Geschwindigkeiten der Stoffsuspension erreicht werden.
[0011] Die Erfindung ist anhand der nachfolgenden Figuren näher beschrieben:
- Fig. 1:
- Erfindungsgemäßer Stoffauflauf mit einer starren und einer schwenkbaren Trennlamelle;
- Fig. 2:
- Erfindungsgemäßer Stoffauflauf mit schwenkbarer, der Formierwalze benachbarter Trennlamelle;
- Fig. 3:
- Erfindungsgemäßer Stoffauflauf mit starrer, der Formierwalze benachbarter Trennlamelle.
[0012] Figur 1 zeigt einen schematisch dargestellten Stoffauflauf im Schnitt, der beispielhaft
über drei Verteilrohre 1 mit unterschiedlichen Stoffsuspensionsströmen versorgt wird.
Die Stoffsuspension tritt durch die Turbulenzeinsätze 2 jeweils in die Düse ein, die
aus den Außenwänden 3 und den innenliegenden Trennlamellen 4, 5 gebildet wird. Die
eine der Trennlamellen 4 ist erfindungsgemäß starr ausgebildet, während die andere
Trennlamelle 5 über ein Gelenk 6 schwenkbar ausgeführt ist. Es entstehen auf diese
weise drei getrennte Stoffströme (Außenschicht 7, Mittelschicht 8 und Innenschicht
9), die durch die variabl einstellbare, schwenkbare Trennlamelle 5 in ihrer Relativgeschwindigkeit
zueinander einstellbar sind.
[0013] Figur 2 zeigt den erfindungsgemäßen Stoffauflauf in sehr vereinfachter Form in Zusammenhang
mit einer zugehörigen Formierwalze 10, über die ein Sieb 11 läuft. In dieser Ausführung
ist gemäß Anspruch 3 die schwenkbare Trennlamelle 5 der Formierwalze zugeordnet, so
daß erfindungsgemäß ausschließlich die Außenschicht 7 mit einer gegenüber den beiden
Suspensionsströmen 8 und 9 erhöhten Strahlgeschwindigkeit betrieben wird.
[0014] Dem gegenüber zeigt die Figur 3 die umgekehrte Situation, in der gemäß Anspruch 2
die starre Trennlamelle 4 der Formierwalze benachbart ist. Mit dieser Ausführung können
erfindungsgemäß die Mittelschicht 8 und die Außenschicht 7 eine gleichhohe und gegenüber
der Innenschicht 9 erhöhte Strahlgeschwindigkeit aufweisen.
1. Dreischichtenstoffauflauf zur Herstellung einer mehrschichtigen Faserstoffbahn mit
zwei Trennlamellen, dadurch gekennzeichnet, daß eine der beiden Trennlamellen (4)
starr ausgebildet ist und die andere Trennlamelle (5) mit einem Gelenk (6) versehen
ist.
2. Dreischichtenstoffauflauf gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in Laufrichtung
gesehen auf einer Seite des Stoffauflaufes ein über eine Formierwalze (10) laufendes
Sieb (11) vorgesehen ist, wobei die starr ausgebildete Trennlamelle (4) der Formierwalze
(10) benachbart angeordnet ist.
3. Dreischichtenstoffauflauf gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in Laufrichtung
gesehen auf einer Seite des Stoffauflaufes ein über eine Formierwalze (10) laufendes
Sieb (11) vorgesehen ist, wobei die schwenkbar ausgebildete Trennlamelle (5) der Formierwalze
(10) benachbart angeordnet ist.
4. Dreischichtenstoffauflauf gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die schwenkbare
Lamelle (5) so eingestellt ist, daß die Strahlgeschwindigkeit der Mittel- und Außenschicht,höher
als die der Innenschicht ist.
5. Dreischichtenstoffauflauf gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Strahlgeschwindigkeit
der Außenschicht höher als die der Mittelschicht ist.
6. Dreischichtenstoffauflauf gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß schwenkbare
Trennlamelle (5) so eingestellt ist, daß die Strahlgeschwindigkeit der Außenschicht
höher als die der Mittel- und Innenschicht ist.
7. Verfahren zur Aufbringung einer dreischichtigen Stoffsuspension auf ein Sieb mit den
folgenden Merkmalen:
7.1 es werden über die Maschinenbreite hinweg mit Hilfe eines Dreischichtenstoffauflaufes
drei unterschiedliche Suspensionsströme (7,8,9) erzeugt;
7.2 die drei Suspensionsströme werden unmittelbar vor oder beim Auftreffen auf das
Sieb zusammengeführt;
7.2 die Geschwindigkeiten der Suspensionsströme werden so eingestellt, daß die Geschwindigkeit
des Suspensionsstromes der Außenschicht größer ist als die der Innenschicht.
8. Verfahren gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Geschwindigkeit der Mittelschicht
größer als die Geschwindigkeit der Innenschicht und gleich der Geschwindigkeit der
Außenschicht ist.
9. Verfahren gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Geschwindigkeit der Mittelschicht
größer als die Geschwindigkeit der Innenschicht und kleiner als die Geschwindigkeit
der Außenschicht ist.
10. Verfahren gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Geschwindigkeit der Mittelschicht
gleich der Geschwindigkeit der Innenschicht ist.