[0001] Die Erfindung betrifft ein Verstärkungsprofil für Kunststoff-Hohlprofile zur Herstellung
von Fenster, Türen oder dgl., welches in mindestens einer Profilhohlkammer angeordnet
ist.
[0002] Derartige Verstärkungsprofile sind seit mehreren Jahren zur Aussteifung von extrudierten
Kunststoffprofilen bekannt. Um derartigen Profilleisten die hinreichende Stabilität
zu geben, wird in mindestens einer der Kammern beispielsweise eine Metalleinlage in
Form eines Verstärkungsprofils eingeschoben. Eine derartig verstärkende Profilleiste
ist in der DE PS 29 26 487 beschrieben, bei der ein U-förmiges Profil in der innenliegenden
Hohlkammer eines Kunststoffprofils eingelegt ist.
[0003] Jedoch weisen derartige Verstärkungsprofile den Nachteil auf, daß sich Kälte- bzw.
Wärmebrücken bilden, die dazu führen, daß die geforderten Wärmedämmwerte bei derartigen
Kunststoffprofilen nicht erreicht werden, da insbesondere der Wärmestrom über das
eingebrachte Verstärkungsprofil geleitet wird.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verstärkungsprofil für extrudierte
Kunststoffprofile zur Herstellung von Fenster, Türen oder dgl. derart weiterzubilden,
bei dem insbesondere der Wärmedurchgangswert wesentlich herabgesetzt wird.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Verstärkungsprofil aus
Materialien mit unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeiten gebildet ist. Durch die Ausbildung
eines Verstärkungsprofils, welches insbesondere aus Materialien hergestellt wird,
deren Wärmeleitfähigkeiten unterschiedlich ausfallen, kann in vorteilhafter Weise
der Wärmedurchgangswert beeinflußt werden, so daß sich Kälte- oder Wärmebrücken nur
noch vermindert ausbilden können. Hierbei setzt sich erfindungsgemäß das Verstärkungsprofil
aus einem oder mehreren Metallformteilen und einem oder mehreren Kunststofformteilen
zusammen. Hieraus ist ersichtlich, daß insbesondere der Metallbestandteil des Verstärkungsprofils
die hinreichende Stabilität bzw. Versteifung für das extrudierte Kunststoffprofil
gewährleistet, wobei der Bestandteil aus Kunststoff, der die Vervollständigung des
Verstärkungsprofils bildet, dazu beiträgt, den Wärmedurchgangswert des Gesamtprofils
zu beeinflussen. In Folge der Verwendung unterschiedlicher Materialien ergibt sich
ein thermisch getrenntes Verstärkungsprofil, welches einen Trenneffekt hervorruft,
so daß sich in der Profilhohlkammer des Kunststoffprofils Kälte- bzw. Wärmebrücken
nicht bilden, und ein Abstrahlen von Wärme oder Kälte entweder nach außen oder nach
innen beeinflußt wird.
[0006] Dabei sind in vorteilhafter Weise die Metallformteile in der Profilkammer derart
angeordnet, daß sie jeweils an den nach außen weisenden Seiten der Kammer zu liegen
kommen. Aufgrund dieser Ausbildung wird erreicht, daß besonders die Bereiche nach
außen hin jeweils stabilisiert und geschützt sind, so daß zwar die Kälte bzw. Wärme
hier angenommen wird, jedoch nicht zu dem Gegenstück weitergeleitet wird, da in zweckmäßiger
Weise gerade zwischen diesen beiden versteifenden Metallformteilen als verbindendes
Element das als Brückenelement ausgebildete Kunststoffteil angeordnet ist. Die Ausbildung
zeigt, daß hier ein Verstärkungsprofil geschaffen wird, welches für sich hinreichend
Stabilität in das Kunststoffhohlprofil einbringt, wobei jedoch im Hinblick auf die
Wärmedurchgangswerte der Wärmestrom wesentlich beeinflußt wird.
[0007] Nach einer Weiterbildung der Erfindung sind die Metallformteile aus rollgeformten
Blechstreifen gebildet, wobei das Brückenelement stegartig ausgebildet ist. In Folge
dieser Formgebung der Teile können die rollgeformten Blechstreifen mit dem oder den
Brückenelementen während der Produktion fest miteinander verbunden werden, so daß
für die Versteifung das erforderliche Widerstandsmoment erreicht wird und ein seitliches
Verschieben der Kunststoffelemente verhindert wird. Dabei sind die Stahlblechstreifen
derartig rollgeformt, daß sie eine Aufnahme in Form einer Nut für das Brückenelement
bilden. In diese Aufnahme kann dann das stegartig gebildete Brückenelement eingeschoben
werden, so daß eine formschlüssige Verbindung zwischen den Metallformteilen und dem
Brückenelement hergestellt werden kann, um auf diese Weise ein versteifendes Profil
zu bekommen. In Weiterbildung der Erfindung können daher Verstärkungsprofile gebildet
werden, die an jeden beliebig ausgebildeten Hohlkammer-Profilquerschnitt anpaßbar
ist. So können - wie hier nur beispielsweise angeführt -Verstärkungsprofile wie Doppel-T-Träger,
Kasten- oder H-Struktur bzw. C-Struktur ausgeführt werden.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der nachstehenden Figuren 1 bis
3 näher erlhäutert, dabei zeigen:
- Figur 01:
- Eine geschnittene Seitenansicht eines extrudierten Kunststoff-Hohlprofiles mit einem
in einer Kammer angeordneten Verstärkungsprofil gemäß der Erfindung;
- Figur 02:
- Eine Seitenansicht des Verstärkungsprofils gemäß der Figur 1;
- Figur 03:
- Eine weitere Ausführungsform des Verstärkungsprofils gemäß der Figuren 1 und 2.
[0009] Die Figur 1 zeigt einen Querschnitt durch ein insbesondere für einen Fenster-Blendrahmen
vorgesehenes Kunststoffprofil 1. Das Kunststoffprofil 1 besteht aus zwei im Abstand
voneinander verlaufenden parallelen Seitenwänden 2 und 3, sowie einer zum Mauerwerk
hinweisenden Stirnwand 4, die mit Verankerungsstegen versehen ist, sowie einer in
der Zeichnung nicht dargestellten Flügelrahmen weisenden Anschlußwand 6. Die beiden
Seitenwände 2 und 3 bilden zusammen mit der äußeren Stirnwand 4 sowie der inneren
Anschlußwand 6 im wesentlichen ein Rechteckprofil. An die Anschlußwandung 6 schließt
sich in Verlängerung der Seitenwand 2 ein kastenförmiger Anschlag 7 an, der auf einer
zum Flügelrahmen weisenden Seite mit einer Aufnahmenut 8 zur Aufnahme einer Dichtungsleiste
versehen ist. Der sich rechtwinklig gestaltende Innenraum des Kunststoffprofils 1
weist zusätzlich stabilisierende Wände 9 und 10 auf, wobei besonders in der innenliegenden
Kammer 11 das erfindungsgemäße Verstärkungsprofil 12 angeordnet ist.
[0010] Das Verstärkungsprofil 12 wird dabei - wie aus der geschnittenen Seitenansicht ersichtlich
- aus Materialien mit unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeiten gebildet. Hierbei setzt
sich das Verstärkungsprofil 12 aus Metallformteilen 13 und 14 und einem Kunststofformteil
15 zusammen. Wie aus der Darstellung ersichtlich, sind die Metallformteile 13 und
14 in der Kammer 11 derart angeordnet, daß sie jeweils an den nach außen liegenden
Seiten der Kammer 11 zu liegen kommen. Demnach liegt das Metallformteil 13 zur nach
außen weisenden Seite des Profilrahmens, wobei entsprechend das Metallformteil 14
zur Innenseite, also zur Raumseite hin, angeordnet ist. Zwischen diesen beiden Metallformteilen
13 und 14 ist als verbindendes Brückenelement das Kunststofformteil 15 angeordnet.
[0011] Wie aus den Einzeldarstellungen der Figuren 1 und 2 ersichtlich, sind insbesondere
die Metallformteile 13 und 14 gefaltete Stahlblechstreifen, die derart zu einem Streifen
gefaltet sind, daß sie in Richtung zum Kunststofformteil 15 eine einfassende Nut 16
bilden, wie es in der Figur 2 dargestellt ist. Hingegen zeigt die Figur 3 eine weitere
Ausführungsform eines Verstärkungsprofils 12, bei dem zwei parallel angeordnete Kunststofformteile
15.1 und 15.2 angeordnet sind. Dabei sind die Metallformteile 13 und 14 derart gefaltet,
daß sie zwei Nuten 16.1 und 16.2 zur Aufnahme der stegartigen Kunststofformteile bilden.
Das Metall-Formteil 13 bzw.14 weist dabei in seinem Mittelbereich eine Einformung
17 auf, an deren Rücken jeweils die als Brückenelemente ausgebildeten Kunststoffteile
15.1 und 15.2 anliegen. Zur sicheren Halterung der Kunststofformteile ist der Blechstreifen
derart geformt, daß er um das Brückenelement herumgreift und sich mit seinem freien
Schenkel von außen an das Brückenelement anlegt. Auf diese Weise wird ein kastenförmiges
Verstärkungsprofil gebildet, welches insbesondere den Wärme- bzw. Kältedurchgang durch
ein extrudiertes Kunststoff-Hohlprofil unterbindet.
1. Verstärkungsprofil für Kunststoff-Hohlprofile zur Herstellung von Fenster, Türen oder
dgl., welches in mindestens einer Profilhohlkammer angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Verstärkungsprofil (12) aus Materialien mit unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeiten
gebildet ist.
2. Verstärkungsprofil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verstärkungsprofil (12) sich aus einem oder mehreren Metall-Formteilen (13,
14) und einem oder mehreren Kunststofformteilen (15) zusammensetzt.
3. Verstärkungsprofil nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Metall-Formteile (13) und (14) in der Profilkammer (11) derart angeordnet
sind, daß sie jeweils an den nach außen weisenden Seiten (2) und (3) der Kammer (11)
zu liegen kommen.
4. Verstärkungsprofil nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Metall-Formteilen (13) und (14) als verbindendes Brückenelement
das Kunststofformteil (15) angeordnet ist.
5. Verstärkungsprofil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Metall-Formteile (13, 14) aus rollgeformten Stahlblechstreifen gebildet
sind.
6. Verstärkungsprofil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Kunststofformteil (15) als stegartiges Brückenelement ausgebildet ist.
7. Verstärkungsprofil nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Stahlblechstreifen derart ausgebildet sind, daß sie eine Aufnahme (16) für
das Brückenelement bilden.
8. Verstärkungsprofil nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß das Verstärkungsprofil (12) an jeden beliebigen Hohlkammer-Profilquerschnitt
anpaßbar ist.