[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Kühlsystem für Brennkraftmaschinen nach dem Oberbegriff
des unabhängigen Anspruchs 1.
[0002] Grossdieselmotoren beispielsweise sind in der Regel mit stehenden Zylindern angeordnet.
Bekannte Kühlsysteme für insbesondere Grossdieselmotoren sind so ausgelegt, dass das
Kühlmittel, von unten nach oben fliesst. Das eintretende, relativ kühle Kühlmittel
kühlt zuerst die Zylinderwand. Es fliesst nach oben in Richtung des oberen Endes der
Zylinderlaufbuchse und von dort zum Zylinderdeckel. Das Kühlmittel fliesst im wesentlichen
und abgesehen von eventuell vorhandenen Strecken wo das Kühlmittel kurz nach unten
fliesst also im wesentlichen von unten nach oben.
[0003] Gründe dafür sind u.a. Überlegungen, dass das sich im Kühlsystem erwarmende Kühlmittel
erwärmt und das erwärmte Kühlmittel selbständig nach oben strömt. Die natürliche Konvektion,
die sich aufgrund der Temperatur- und damit auch der Dichteunterschiede einstellt,
unterstützt die Zirkulation des Kühlmittels.
[0004] Die Kühlung insbesondere der Wände der Zylinderlaufbuchse 1 soll aber nicht völlig
unkontrolliert erfolgen. Bei der Verbrennung von beispielsweise Treibstoffen, die
stark schwefelhaltig sind, bildet sich beispielsweise neben anderen korrosiven Verbrennungsprodukten
schweflige Säure (H
2SO
3), die einen Taupunkt hat, der im Bereich von etwa 130° bis 140° C liegt. Die schweflige
Säure verflüssigt sich also. Bei zu starker Kühlung der Zylinderlaufbuchsen kondensiert
die schweflige Säure im unteren Bereich der Zylinderlaufbuchse. Wenn das relativ kühle
Kühlmittel nun unten zum Zylindermantel geführt wird, besteht eine erhöhte Tendenz
für eine zu tiefe Wand-Temperatur der Zylinderlaufbuchse.
[0005] Das nach oben fliessende Kühlmittel erwärmt sich und gelangt nun, weiter erwärmt,
zum oberen Bereich der Zylinderlaufbuchse und noch weiter oben zum Zylinderdeckel.
Dort sind die Wand-Temperaturen der Zylinderlaufbuchse bedeutend höher und die Gefahr,
dass korrosive Verbrennungsprodukte sich dort verflüssigen könnten, besteht praktisch
nicht. Es ist also gerade im oberen Bereichen der Zylinderlaufbuchse eine besonders
intensive Kühlung, d.h. hohe Kühlleistung erforderlich. Umgekehrt ist im mittleren
und unteren Bereich der Zylinderlaufbuchse nur eine beschränkte Kühlung erwünscht
und es ist zu vermeiden, dass die Abkühlung z.B. so stark ist und bis in Temperaturbereiche
erfolgt, dass beispielsweise korrosive Verbrennungsprodukte auf der Zylinderlauffläche
kondensieren.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, ein verbessertes Kühlsystem für die Zylinderlaufbuchse
von z.B. Grossdieselmotoren zu schaffen. Erfindungsgemäss wird bei einem derartigen
Kühlsystem das Kühlmittel für die Zylinderlaufbuchse mit einer Temperatur in einem
vorgegebenen Temperaturbereich zugeführt, wobei das Temperieren in den vorgegebenen
Temperaturbereich wenigstens teilweise im oberen Bereich der Zylinderlaufbuchse erfolgt.
Weitere vorteilhafte Ausbildungsformen des Kühlsystems zeichnen sich durch die Merkmale
der abhängigen Ansprüche aus.
[0007] Bei diesem neuen Kühlsystem durchströmt das kühle Kühlmittel, zuerst den Zylinderdeckel
und/oder den oberen Bereich der Zylinderlaufbuchse und entnimmt diesen Wärme, erwärmt
sich also. Schon aufgrund der im Vergleich zu bekannten Kühlsystemen grösseren Temperaturdifferenz
zwischen kühlem Kühlmittel und zu kühlenden Bereichen werden damit die besonders stark
zu kühlenden Teile Zylinderdeckel und oberer Bereich der Zylinderlaufbuchse intensiver
gekühlt. Das vorgewärmte Kühlmittel wird dann dem mittleren und unteren Bereich der
Zylinderlaufbuchse zugeführt, wo nicht eine Kühlung sondern eher eine Beheizung erwünscht
ist, um beispielsweise das Kondensieren von stark korrosiven Verbrennungsprodukten
zu vermeiden. Der Wärmeaustausch kann allein schon mit dem vorgewärmten Kühlmittel
aber auch mit dem Verändern der Srömungsverhältnisse, bzw. der Strömungsgeschwindigkeit
und Durchflussmenge beeinflusst werden.
[0008] Die Erfindung und insbesondere die Funktionsweise des Kühlsystems, wird nachstehend
anhand der schematischen Zeichnungen, welche Ausführungbeispiele der erfindungsgemässen
Kühlung von Zylinderlaufbuchsen zeigen, näher erläutert.
[0009] Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Kühlsystem, für eine Zylinderlaufbuchse, die nur im oberen Teil ihrer Länge mit
dem Kühlmittel umflossen ist;
- Fig. 2
- das Kühlsystem von Fig. 1, für eine Zylinderlaufbuchse, die über einen wesentlichen
Teil ihrer Länge, bis hin zu den Spülschlitzen der Zylinderspülung mit dem Kühlmittel
umflossen ist.
[0010] Anhand von Fig. 1 wird nachstehend der Kreislauf des Kühlmittels für die Zylinderlaufbuchse
1 eines Zweitakt-Grossdieselmotors beschrieben. Die Umwälzpumpe 2 fördert das Kühlmittel
mit z.B. konstanter Menge durch die Eintrittsleitung 3 und den Verteilring 4 zum Zylinderdeckel
5 und in diesem durch hier nicht gezeigte Kühlmittelkanäle im Zylinderdeckel 5. Der
Kühlmitteleintritt befindet sich an der Unterkante des Zylinderdeckels 5, am Verteilring
4. Der Kühlmittelaustritt 6 erfolgt an der obersten Stelle des im Zylinderdeckel 5
eingebauten Ventilkorbes 7.
[0011] Das im Zylinderdeckel 5 und im Ventilkorb 7 erwärmte Kühlmittel gelangt über die
Leitungen 8 und 9 sowie den Verteilring 10 in die Kühlmittelkanäle 11 im oberen Bereich
der Zylinderlaufbuchse 1 und erwärmt sich weiter. Das Kühlmittel durchströmt die Kühlbohrungen,
bzw. Kühlmittelkanäle 11 der Laufbuchse 1 und gelangt zum weiter unten liegenden Spaltraum
12.
[0012] Der ringförmige Spaltraum 12 zwischen der Laufbuchse und dem diese umgebenden Stützring
17 ist beispielsweise so dimensioniert, dass eine bestimmte Fliessgeschwindigkeit
des Kühlmittels bei der kleinstmöglichen Durchflussmenge nicht unterschritten wird.
Mit den bisher spezifizierten Durchflussmengen bei bekannten Zweitakt-Grossdieselmotoren
sind für das neue Kühlsystem Spaltgrössen im Bereich von beispielsweise 3 Millimeter
zwischen Laufbuchse 1 und Stützring 17 erforderlich.
[0013] Das Kühlmittel verlässt den Spaltraum 12 am unteren Ende des Stützringes 17 im gezeigten
Beispiel (Fig. 1) über radiale Austrittsbohrungen und wird über einen Sammelring 18
der Rücklaufleitung 19 zugeführt.
[0014] Zwischen der Eintrittsleitung 9 und der Austrittsleitung 19 des Kühlmittels der Zylinderlaufbuchse
1 kann ein geregeltes Drosselventil 13 vorgesehen sein. Das Drosselventil 13 wird
durch die Referenzwandtemperatur 25 der Zylinderlaufbuchse 1 gesteuert bzw. geregelt.
Bei geschlossenem Drosselventil 13 fliesst die gesamte Kühlmittelmenge durch die Kühlbohrungen
11 und den Spaltraum 12 der Zylinderlaufbuchse 1. Der Wärmeaustausch zwischen dem
oberen Teil der Zylinderlaufbuchse 1 und dem weiter unten liegenden Spaltraum 11 ist
damit am intensivsten.
[0015] Bei offenem Drosselventil 13 werden die Kühlbohrungen 11 der Zylinderlaufbuchse 1
und der untenliegende Spaltraum 12 nur noch von einem Teil des Kühlmittels durchflossen.
Der Wärmeaustausch innerhalb der Laufbuchse 1 findet nur noch abgeschwächt statt.
Die Mindestmenge des Kühlmittels durch die Zylinderlaufbuchse 1 wird durch die Bemessung
der Blende 14 nach dem Drosselventil 13, bei vollständig geöffnetem Drosselventil
13 bestimmt. Ein Teil des Kühlmittels gelangt über das gesteuerte Drosselventil 13,
die Blende 14 und das Temperatur-Regelventil 15 in den Kühler 16, mischt sich mit
der Bypassmenge und fliesst zur Umwälzpumpe 2 zurück.
[0016] Die Kühlmittelmenge wird mit Vorteil so geregelt, dass die Kühlmitteltemperatur am
Austritt 6 des Ventilkorbes 7 konstant gehalten bleibt. Die Differenztemperatur zwischen
der Eintrittsleitung 3 und der Austrittsleitung 8 richtet sich nach der Wärmemenge,
welche in der Gesamtheit aus dem Zylinderdeckel 5, dem Ventilkorb 7 und der Zylinderlaufbuchse
1 abgeführt werden muss. Die Eintrittstemperatur des Kühlmittels am Zylinderdeckel
5 ist bei Nennleistung des Motors am niedrigsten und steigt mit abnehmender Motorleistung
an.
[0017] Die Kühlmitteltemperatur am Eintritt der Zylinderlaufbuchse 1, der Leitung 9 und
im Verteilring 10 ist gleich der Temperatur des Kühlmittels am Austritt 6 des Ventilkorbes
7 (Leitung 8), ist also in diesem Bereich weitgehend konstant.
[0018] Der Wärmeaustausch innerhalb der Zylinderlaufbuchse 1 wird bestimmt durch die Bohrungsgeometrie
im oberen Kragen und durch die Fliessgeschwindigkeit des Kühlmittels im Spaltraum
12. Die Wandtemperatur 25 der Zylinderlaufbuchse 1, und damit die Referenztemperatur
für die Steuerung des Drosselventils 13 bzw. der Kühlmittelmenge ist abhängig von
der Auslegung, d.h. der Dimensionierung und der Anordnung der Kühlbohrungen 11 und
des Spaltraums 12 für das Kühlmittel.
[0019] Es können Regelungen für die Zylinderlaufbuchsen-Wandtemperaturen 25 gesamthaft für
alle Zylinder des Motors, für Zylindergruppen oder für jeden Zylinder einzeln installiert
werden. Die Regelung der Wandtemperaturen 25 sämtlicher Zylinder des ganzen Motors
verlangt die Installation nur eines einzigen Drosselventils 13 (Fig. 1 und 2). Die
individuelle Wandtemperatur-Regelung der einzelnen Zylinder verlangt in der Regel
ein Drosselventil 13 für jeden Zylinder. Bei der Wandtemperatur-Regelung für einzelne
Gruppen von Zylindern, ist mit Vorteil je ein Drosselventil 13 für jede Zylindergruppe
vorzusehen.
[0020] Es ist allerdings auch denkbar, auf Drosselventile 13 zur Regelung der Kühlmittelmenge
durch die Zylinderlaufbuchsen 1 ganz zu verzichten und den Kühlmittelfluss durch die
Zylinderlaufbuchse 1 allein durch Dimensionierung der Blende 14 zu bestimmen. Dies
ist dann möglich, wenn die Unterschiede in den Wandtemperaturen der Zylinderlaufbuchse
1 über den ganzen, praktisch nutzbaren Leistungsbereich so gering sind, dass sich
die Regelung erübrigt. Ebenso wäre es denkbar, die Kühlmittelmenge und damit die Kühlleistung
durch Regelung der Fördermenge der Kühlmittelpumpe 2 den jeweiligen Erfordernissen
anzupassen.
[0021] Die konstruktive Ausgestaltung des Zylinderdeckels 5 erfährt durch das neue Kühlsystem
bekannter Grossdieselmotoren praktisch keine Änderung. Lediglich der Verteilring 4
am Eintritt des Deckels 5 muss angepasst werden. Dies gilt auch für den Verteilring
10 am oberen Ende der Zylinderlaufbuchse 1.
[0022] Die konstruktive Ausgestaltung d.h. die Dimensionierung des Spaltraumes 12 basiert
auf der Abstimmung des Innendurchmessers des Stützringes 17 auf die Wandstärke der
Zylindelaufbuchse 1. Der Aussendurchmesser des Stützringes 17 muss gegenüber den bisherigen,
bestehenden Abmessungen nicht zwingend verändert werden.
[0023] Bei sehr langhubigen Motoren könnte das Kühlmittel unterhalb des Stützringes 17 in
einem nachgelagerten verlängerten Spaltraum 12a bis über die Spülluftschlitze 20 geführt
werden wie dies in Fig. 2 gezeigt ist.
[0024] Als langhubig bezeichnet man in der Regel einen Grossdieselmotor, wenn das Verhältnis
vom Hub des Kolbens zur Bohrung des Zylinders zwei oder grösser ist (

).
[0025] Die Empfindlichkeit des Kühlsystems gegen eingeschlossene bzw. gefangene Gas-, Luft-
und insbesondere Dampfblasen ist gering, wenn dafür gesorgt ist, dass in allen vom
Kühlmittel durchströmten Räumen eine Mindestgeschwindigkeit des Kühlmittels eingehalten
wird. Weiter können Kühlbohrungen und Spalträume so dimensioniert sein, dass eventuell
sich bildende Luft-, Dampf- und Gasblasen vom strömenden Kühlmittel mitgerissen werden.
[0026] Als wirksame Entlüftung und Entgasung des Kühlmittels kann im Kühlmittelkreislauf
ein Zyklonabscheider vorgesehen sein. Gase können aber auch über die automatisch wirkende
Entlüftung 21 aus dem Kühlsystem geführt werden. Vom Kühlsystem verlorenes Kühlmittel
kann mit der Speisepumpe 23 aus dem Kühlmitteltank 22 nachgefüllt werden. Das beschriebene
Kühlsystem eignet sich gleich gut für den Betrieb mit Hochtank oder mit geschlossenem
Druckspeicher 24. In einem zur Atmosphäre offenen Hochtank ist die Kühlmitteltemperatur
begrenzt durch die Siedetemperatur des Kühlmittels, dies im Gegensatz zu einem geschlossenen
Druckspeicher wo die Siedetemperatur des Kühlmittels unter Druck höher liegt.
[0027] Bei bekannten Kühlsystemen liegt die Kühlmitteltemperatur am Austritt 6 aus dem Ventilkorb
7 zwischen 80°C und 90°C. Für bekannte Gross-Dieselmotoren ist beispielsweise eine
Temperaturdifferenz zwischen Austrittstemperatur und Eintrittstemperatur des Zylinderkühlmittels
von 10°C bis 30°C üblich. Das Kühlmittel muss in diesem Beispiel also beim Eintritt
in den Zylindermantel eine Temperatur von etwa 70°C aufweisen und gelangt so relativ
kühl in die mittlere Partie der Zylinderlaufbuchse 1. Dies kann dazu führen, dass
die Wandtemperatur der Zylinderlaufbuchse 1 so tief ist, dass Verbrennungsprodukte
an der Wand der Zylinderlaufbuchse 1 kondensieren und sich die weiter oben beschriebenen,
für den Motor schädlichen, korrosiven Bedingungen einstellen.
[0028] Im vorgeschlagenen Kühlsystem ist die Kühlmitteltemperatur am Eintritt in die Zylinderlaufbuchse
1 höher, weil das Kühlmittel zuerst durch den Zylinderdeckel 5 und den Ventilkorb
7 geführt wird und dort quasi vorgewärmt d.h. temperiert wird. Die Temperatur des
Kühlmittels beim Austritt aus dem Ventilkorb 7 kann also beispielsweise 85°C sein.
Beim Durchfliessen der Kühlbohrungen 11 im oberen Zylinderlaufbuchsenkragen erwärmt
sich das Kühlmittel weiter, beispielsweise etwa 3°C bis 7°C. Die mittlere Partie der
Zylinderlaufbuchse 1 wird demnach mit Kühlmittel, das eine Temperatur von z.B. von
88°C bis 92°C hat, gekühlt. Diese Temperatur liegt im Vergleich zu derjenigen in bekannten
Kühlsystemen um etwa 20°C höher. Durch das Kühlen mit wärmerem Kühlmittel ist es möglich,
die innere Wandtemperatur der Zylinderlaufbuchse 1 so hoch zu halten, dass sie über
der Taupunkt-Temperatur der schädlichen, korrosiven Verbrennungsprodukte liegt.
[0029] Das Kühlmittel, insbesondere in den beschriebenen Beispielen ist Wasser, darin beigemischt
sind eventuell Korrosionschutz-Zusätzen. Es ist allerdings auch denkbar, dass als
Kühlmittel Öl, z.B. das Motoren-Schmieröl selbst oder ein separates Kühlöl in einem
vom Schmieröl getrennten Kreislauf verwendet wird. Es kann sein, dass aufgrund der
unterschiedlichen spezifischen Wärme verschiedener Kühlmittel, Anpassungen in der
Dimensionierung der Kühlmittelwege und/oder der Strömungsgeschwindigkeit des Kühlmittels
erforderlich werden. Um die Schmierung des Kolbens 1' in der Zylinderlaufbuchse 1
ist es zudem günstig die Temperatur Innenwand der Zylinderlaufbuchse relativ hoch
zu. Denkbar sind Temperaturen bis gegen 200°C und höher.
[0030] Es wäre aber auch ein Kühlsystem denkbar, bei welchem gewisse Bereiche, z.B. der
Zylinderdeckel 5 mit einem ersten Kühlmittel, beispielsweise Wasser, gekühlt wird
und ein anderer Bereich, z.B. die Zylinderlaufbuchse 1, 11, 12 mit einem zweiten Kühlmittel,
beispielsweise Öl gekühlt wird. Zwischen den beiden Teilsystemen könnten Wärmetauscher
vorgesehen sein um die Wärme zu übertragen, und die erforderlichen Kühlmitteltemperaturen
zu erreichen.
[0031] Eine Kühlung bzw. ein Kühlsystem im Sinne der vorliegenden Schrift kann durchaus
Bereiche einschliessen, in denen Teile des Motors, insbesondere der Zylinderlaufbuchsen
1 vom Kühlmittel erwärmt werden, wobei natürlich, für den gesamten Motor betrachtet,
mit dem Kühlmittel Wärme weggeführt wird.
[0032] Im Sinne dieser Patentschrift bedeutet "oben" im Zylinderraum jenen Bereich der beim
oberen Umkehrpunkt des Kolbens, der also von der Kurbelwelle abgekehrt liegt. Entsprechend
bedeutet "unten" im Zylinderraum den Bereich, beim unteren Umkehrpunkt des Kolbens
1', der also zur Kurbelwelle hin liegt, Die Ausdrücke "unten" und "oben" im Zylinderraum
sind also unabhängig von der Lage eines Zylinders zu verstehen. Wenn in der vorliegenden
Schrift der Ausdruck Zylinderlaufbuchse verwendet wird, ist damit ganz allgemein der
Zylindermantel gemeint, unabhängig davon, ob der Zylinder wirklich eine Zylinderlaufbuchse
aufweist oder eine andere Zylinderkonstruktion vorliegt.
[0033] Bei der Kühlung für Zylinderlaufbuchsen 1, insbesondere solchen von Grossdieselmotoren,
wird das Kühlmittel vorerst durch den Zylinderdeckel 5 geführt und dort vorgewärmt.
Dann wird das vorgewärmte Kühlmittel mit einer vorgegebenen Temperatur in die Kühlkanäle
11 und den Spaltraum 12 der Zylinderlaufbuchse 1 zugeführt. Das Vorwärmen in den vorgegebenen
Temperaturbereich erfolgt mit Wärme, die wenigstens teilweise im Bereich der Zylinderlaufbuchse
1 (Kühlkanäle 11), erzeugt wird. Mit der Zufuhr von temperiertem Kühlmittel kann vermieden
werden, dass Bereiche der Innenwand der Zylinderlaufbuchse 1 so sehr abgekühlt werden,
dass hoch korrosive Verbrennungsprodukte, wie etwa schweflige Säure, an der Innenwand
der Zylinderlaufbuchse 1 kondensieren.
1. Kühlung für den Zylinder einer Brennkraftmaschine, insbesondere Flüssigkeitskühlung
für die Zylinderlaufbuchse (1) eines Grossdieselmotors, dadurch gekennzeichnet, dass
das Kühlmittel der Zylinderlaufbuchse (1) mit einer Temperatur in einem vorgegebenen
Temperaturbereich zugeführt wird wobei das Vorwärmen des Kühlmittels in den vorgegebenen
Temperaturbereich wenigstens teilweise im Bereich (5, 7) des Zylinders, erfolgt.
2. Kühlung nach Anspruch 1, bei welcher die Wärme für das Vorwärmen des Kühlmittels zum
Kühlen des mittleren und/oder unteren Bereichs der Zylinderlaufbuchse (1) in den vorgesehenen
Temperaturbereich, im Bereich des Zylinderdeckels (5, 7) und/oder in den Kühlmittelkanälen
(11) des oberen Bereichs der Zylinderlaufbuchse (1) erfolgt.
3. Kühlung nach Anspruch 1 oder 2, bei welcher das Kühlmittel durch den Zylinderdeckel
(5, 7) und/oder durch den Bereich (11) des oberen Umkehrpunktes des Kolbens (1') in
der Zylinderlaufbuchse (1) geführt ist und dort vorgewärmt wird.
4. Kühlung nach Anspruch 1, 2 oder 3, bei welcher das Kühlmittel in der Zylinderlaufbuchse
(1) allgemein in Richtung vom Bereich des oberen Umkehrpunktes des Kolbens (1') zum
unteren Umkehrpunkt des Kolbens (1') geführt ist.
5. Kühlung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei welcher die vorgewählte Temperatur des
Kühlmittels so gewählt ist, dass die Temperatur der Innenwand der Zylinderlaufbuchse
(1) über dem Taupunkt von korrosiven Verbrennungsprodukten/-abgasen im Verbrennungsraum
des Zylinders liegt.
6. Kühlung nach Anspruch 5 bei welcher die Temperatur des Kühlmittels so gewählt ist,
dass die Innenwand wenigstens im mittleren Bereich der Zylinderlaufbuchse (1) im Verbrennungsraum
eine Temperatur von wenigstens 130°C, vorzugsweise eine Temperatur von höher als 135°C
hat.
7. Kühlung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei welcher das Kühlmittel wenigstens im
Bereich eines Teils der Zylinderlaufbuchse (1) turbulent strömt.
8. Grossdieselmotor bei welchem Zylinderlaufbuchsen 1 mit einer Kühlung nach einem der
Ansprüche 1 bis 7 gekühlt sind, wobei die Zylinder einzeln oder in Gruppen oder gesamthaft
zusammen mit Kühlmittel versorgt werden.
9. Grossdieselmotor nach Anspruch 8, bei welchem je die Versorgung mit Kühlmittel aller
Zylinder gemeinsam oder jedes einzelnen Zylinders oder jeder einzelnen Gruppen von
Zylindern für sich geregelt ist.
10. Grossdieselmotor nach Anspruch 8 oder 9, mit stehend angeordneten Zylindern.