[0001] Die Erfindung betrifft eine Kaltstartvorrichtung bei einem Dieselmotor, insbesondere
einem Einzylinder-Dieselmotor mit Direkteinspritzung, bei welcher dem Schmiermittelkreislauf
entnommenes Öl in einem oberhalb dem Ansaugkanal angeordneten Ölgefäß gesammelt und
daraus über eine Verbindungsleitung dem Ansaugkanal zugeführt wird.
[0002] Bei einer derartigen bekannten Kaltstartvorrichtung (EP 0342270 B1) ist das Ölgefäß
unmittelbar an eine Ölbohrung des Schmierkreises des Motors angeschlossen. Zum Regulieren
seiner Füllmenge ist ein Überlauf in dem Kipphebelraum vorgesehen. Mittels eines Chokes
kann das Ölgefäß auch nur vorübergehend mit dem Schmierkreis verbunden sein. Eine
Zuführbohrung im Zylinderkopf verbindet das Ölgefäß direkt mit dem Ansaugkanal. Diese
Zuführbohrung ist normalerweise durch Verschlußventilmittel verschlossen; sie kann
vorübergehend, nämlich im Falle eines Kaltstarts, geöffnet werden, so daß der Inhalt
des Ölgefäßes durch die Schwerkraft in den Ansaugkanal fließt.
[0003] Die bekannte Kaltstartvorrichtung erfordert zu ihrer Versorgung entsprechende Schmierölbohrungen
im Bereich des Zylinderkopfes und des Zylinderkopfdeckels; wegen des im Ölgefäß anstehenden
Öldrucks muß das Ölgefäß sicher nach außen abgedichtet sein, was wegen der durch eine
Bohrung eines Gewindedeckels nach außen geführten Betätigungsstange der Verschlußventilmittel
problematisch ist. Die Verschlußventilmittel müssen regelmäßig auf Dichtheit überprüft
werden, da andernfalls mit ständigen Ölverlusten in den Ansaugkanal zu rechnen ist.
Schließlich ermöglicht die bekannte Kaltstartvorrichtung keine dosierte Ölzufuhr als
Kaltstarthilfe. Eine ähnlich aufgebaute Kaltstarteinrichtung wird in der DD-PS 97714
beschrieben.
[0004] Demgegenüber liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine sich während
des Motorbetriebs von selbst befüllende Kaltstartvorrichtung zu schaffen, welche von
Druckschwankungen im Schmierölkreislauf unbeeinflußt ist, die Zufuhr einer dosierten
Ölmenge aus dem Ölgefäß in den Ansaugkanal ermöglicht und bei der eine ungewollte
Einspeisung von Lecköl in den Ansaugkanal auszuschließen ist.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Bei der erfindungsgemäßen Kaltstartvorrichtung ist das Ölgefäß nicht an eine Öldruckleitung
der Motorschmierung angeschlossen, sondern im Bereich des Zylinderkopfs derart angeordnet,
daß sich dort Spritzöl bevorzugt aus dem Kipphebelraum sammelt. Das Ölgefäß ist also
zum Auffangen von Spritzöl entsprechend offen ausgebildet, so daß sich ein besonderer
Überlauf erübrigt.
[0007] Zum Dosieren und Fördern einer bestimmten Ölmenge aus dem Ölgefäß in den Ansaugkanal
sind nach der erfindungsgemäßen Lösung gesonderte Verschlußventilmittel nicht erforderlich.
Stattdessen ist vorgesehen, daß das Ölgefäß zumindest teilweise im Zylinderkopf angeordnet
ist und eine einseitig offene Pumpenbohrung zur Aufnahme eines Pumpenkolbens umfaßt,
der gegenüber der Pumpenbohrung mittels einer Ringdichtung abgedichtet ist. Dadurch,
daß der Pumpenkolben vollständig aus der Pumpenbohrung ausziehbar ist, kann das Spritzöl
aus dem Ölgefäß in die Pumpenbohrung einströmen, um von dort bei gegenläufiger Bewegung
des Pumpenkolbens durch die Verbindungsleitung in den Ansaugkanal gefördert zu werden.
[0008] Die Förderung erfolgt dabei vorteilhaft durch eine bodennahe Wandöffnung der Pumpenbohrung,
die über eine Steigbohrung mit einer Zuführbohrung in den Ansaugkanal verbunden ist.
Dabei wird die durch den Förderhub des Kolbens aus der Pumpenbohrung verdrängte Ölmenge
erst über die Steigbohrung angehoben, bevor sie durch Schwerkraft über die Zuführbohrung
in den Ansaugkanal gelangt. Die Ausgangsstellung des Pumpenkolbens spielt dabei keine
Rolle. Ein Ölfluß durch die Zuführbohrung kann nur während des Förderhubs des Pumpenkolbens
zustandekommen, so daß sich gesonderte Ventilmittel, die ein ungewolltes Abströmen
von Öl in den Ansaugkanal verhindern, erübrigen.
[0009] Nach einer zweckmäßigen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß der Pumpenkolben
mittels eines von außen zugänglichen Betätigungsknopfs, der am Ende einer Kolbenverlängerung
angeordnet ist, handbetätigbar ist. Der Betätigungsknopf kann dabei in der eingefahrenen
Lage des Pumpenkolbens von außen auf dem Zylinderkopfdeckel aufliegen, z.B. gegen
einen Sitz im Zylinderkopfdeckel anschlagen.
[0010] Vorteilhaft ist vorgesehen, daß die Kolbenverlängerung in einer Führungsbohrung im
Zylinderkopfdeckel geführt und mittels einer Ringdichtung gegenüber dieser abgedichtet
ist.
[0011] Um sicherzustellen, daß der Pumpenkolben über die Pumpenbohrung angehoben wird, so
daß deren gesamtes Volumen als Dosage zur Verfügung steht, ist vorgesehen, daß die
Kolbenverlängerung mit radialen Vorsprüngen versehen ist, welche zusammen mit gehäuseseitigen
Anschlägen den maximalen Kolbenhub begrenzen. Erst bei nachfolgendem nach unten Drücken
des Pumpenkolbens tritt dieser wieder in die Pumpenbohrung ein; erst mit Erreichen
dieser Dichtposition beginnt der eigentliche Förderhub, welcher mit dem Anschlagen
des Betätigungsknopfs auf seinem Sitz im Zylinderkopfdeckel beendet ist. Das dabei
aus der Pumpenbohrung verdrängte Öl gelangt somit in genau dosierter Menge vor das
Einlaßventil im Ansaugkanal.
[0012] Um die Befüllung der Pumpenbohrung mit Spritzöl sicherzustellen, ist erfindungsgemäß
ferner vorgesehen, daß das Ölgefäß oberhalb der Pumpenbohrung einen gegenüber dieser
trichterförmig erweiterten Sammelraum umfaßt, der über der Pumpenbohrung zum Kipphebelraum
hin mit einem niedrigen Randsteg endet, und daß eine Spritzwand des Zylinderkopfdeckels
oberhalb des Sammelraums und innerhalb des Randstegs angeordnet ist, von wo aus Spritzöl
in den Sammelraum geleitet wird. Von dort gelangt es dann in die Pumpenbohrung, wo
es sich entweder über dem darin eingefahrenen Pumpenkolben ansammelt oder, wenn dieser
nach oben aus der Pumpenbohrung herausgezogen ist, die Pumpenbohrung füllt.
[0013] Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung erläutert.
Es zeigt
- Fig. 1
- einen Teilschnitt durch Zylinderkopf und Zylinderkopfdeckel im Bereich der Kaltstartvorrichtung
beim eingefahrenem Pumpenkolben und
- Fig. 2
- einen weiteren, gegenüber Fig. 1 verlagerten Teilschnitt durch Zylinderkopf und Zylinderkopfdeckel
im Bereich der Kaltstartvorrichtung mit ausgezogenem Pumpenkolben.
[0014] Fig. 1 zeigt einen Teilschnitt durch einen Einzylinder-Dieselmotor im Bereich des
Zylinderkopfs 1 mit Zylinderkopfdeckel 2, zwischen denen eine Zylinderkofpdeckeldichtung
3 angeordnet ist. Im Kippehebelraum 4 des Zylinderkopfdeckels 2 ist der Kipphebel
5 dargestellt, dessen rechtes Ende auf einer Ventilstange 6 aufsitzt, die in einer
Ventilführungsbuchse 7 geführt und mittels einer Ventilfeder 8 abgestützt ist. Der
Kipphebel 5 ist im Bereich des oberen Endes eines Zugankers 9 gelagert. Im Zylinderkopf
1 ist ein Sammelraum 10 ausgebildet, dessen Boden 11 trichterförmig zu einer zentralen
Pumpenbohrung 12 verläuft, in welche ein mit Ringdichtung 13 versehen Pumpenkolben
14 eingreift. Der Pumpenkolben 14 besitzt eine Kolbenverlängerung 15, welche im Bereich
ihres oberen Endes einen Betätigungsknopf 16 trägt. Ein Halsteil 17 der Kolbenverlängerung
15 ist in einer Führungsbohrung 18 des Zylinderkopfdeckels 2 geführt und mittels einer
Ringdichtung 19 gegen deren Wand abgedichtet. Die Kolbenverlängerung 15 besitzt radiale
Vorsprünge 20, welche zusammen mit gehäuseseitigen Anschlägen 21 den maximalen Ausfahrhub
des Pumpenkolbens begrenzen, wie in Fig. 2 dargestellt.
[0015] Ein Spritzölstrahl 22 wird versorgt aus der Bohrung 23 für den Zuganker 9, von wo
er über Düsenbohrungen 24 in einer Beilagscheibe 25 gegen die Innenseite des Zylinderkopfdeckels
2 gelangt und von dort in Richtung des Pfeils P gegen eine Spritzwand 26 des Zylinderkopfdeckels
2 reflektiert wird. Von dort gelangt das Spritzöl hinter den Randsteg 27 in den Sammelraum
10 des Ölgefäßes 28. Im Ölgefäß 28 sammelt sich Spritzöl an, bis ein maximaler Ölstand
erreicht wird, welcher durch den Randsteg 27 vorgegeben ist. Den Randsteg 27 überflutendes
Öl gelangt aus dem Kipphebelraum des Zylinderkopfs 1 wieder nach unten in den Kurbelraum
des Motors.
[0016] In der Normalstellung befindet sich der Pumpenkolben in der in Fig. 1 gezeichneten
eingeschobenen Lage, d.h. das Spritzöl sammelt sich über dem Pumpenkolben 14 an. Zum
Dosieren einer Kaltstart-Ölmenge wird der Pumpenkolben wie in Fig. 2 dargestellt ausgezogen,
bis zu der gezeigten Anschlagposition. Sobald der Pumpenkolben 14 aus der Pumpenbohrung
12 ausgetreten ist, strömt das Öl, welches sich über dem Pumpenkolben 14 angesammelt
hat, um den Pumpenkolben herum gemäß Pfeil F und füllt die Pumpenbohrung 12 bis zum
Rand und darüber an. Wird danach der Pumpenkolben 14 wieder nach unten gefahren, so
verdrängt er das Öl aus der Pumpenbohrung 12 durch eine bodennahe Wandöffnung 29,
eine Steigbohrung 30, eine Querbohrung 31 in eine Zuführbohrung 32, durch welche das
zunächst über die Steigbohrung 30 nach oben geförderte Öl nach unten in den Ansaugkanal
33 abfließt, wo es für die Verbrennung beim Kaltstart oberhalb des Einlaßventils 34
zur Verfügung steht.
[0017] Während gemäß Fig.2 die Schnittebene durch das Einlaßventil 34 verläuft, so daß man
die Verbindungsleitung zwischen der Pumpenbohrung 12 und dem Ansaugkanal 33 erkennen
kann, ist gemäß Fig. 1 ein demgegenüber versetzter Schnitt durch das Auslaßventil
dargestellt, von welchem die Ventilstange 6 sichtbar ist.
[0018] Weder in der in Fig. 1 gezeigten abgesenkten Stellung des Pumpenkolbens 14 noch in
der in Fig. 2 dargestellten angehobenen Stellung des Pumpenkolbens 14 kann Öl aus
dem Ölgefäß 28 über die Zuführbohrung 32 in den Ansaugkanal 33 abfließen. Erst durch
das Betätigen des angehobenen Pumpenkolbens 14, indem letzterer durch Eindrücken des
Betätigungsknopfs 16 nach unten bewegt wird, kommt es zur Förderung einer durch die
Größe der Pumpenbohrung 12 definierten Ölmenge, welche über die Steigbohrung 30 in
die Zuführbohrung 33 überströmen kann. Das Ölgefäß 28 bzw. die Pumpenbohrung 12 sind
derart dimensioniert, daß ein Pumpenhub in der Regel für einen Startvorgang reicht
und daß insgesamt vier bis fünf Startvorgänge hintereinander möglich sind. Ist das
Ölgefäß 28 leergepumpt, so kann Motoröl von außen mittels einer Ölkanne nachgefüllt
werden. Zu diesem Zweck wird der Pumpenkolben 14 ausgefahren und es wird Öl in radial
und nach unten offene Ausnehmungen 35 der Kolbenverlängerung 15 nachgefüllt.
1. Kaltstartvorrichtung bei einem Dieselmotor, insbesondere einem Einzylinder-Dieselmotor
mit Direkteinspritzung, bei welcher dem Schmiermittelkreislauf entnommenes, aus dem
Kipphebelraum aufgefangenes Spritzöl in einem oberhalb des Ansaugkanals (33) angeordneten
Ölgefäß (28) gesammelt und daraus über eine Verbindungsleitung dem Ansaugkanal (33)
zugeführt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Vorrichtung zum Dosieren und Fördern einer bestimmten Ölmenge aus dem Ölgefäß
(28) vorgesehen ist und daß die Vorrichtung über eine einen Teil der Verbindungsleitung
bildende Steigbohrung (30) mit dem Ansaugkanal (33) verbunden ist.
2. Kaltstartvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Ölgefäß (28) zumindest teilweise im Zylinderkopf angeordnet ist und eine einseitig
offene Pumpenbohrung (12) zur Aufnahme eines Pumpenkolbens (14) umfaßt, der gegenüber
der Pumpenbohrung (12) mittels einer Ringdichtung (13) abgedichtet ist.
3. Kaltstartvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Pumpenkolben (14) vollständig aus der Pumpenbohrung (12) ausziehbar ist, so
daß das Spritzöl aus dem Ölgefäß (28) in die Pumpenbohrung (12) einströmen kann, um
von dort bei gegenläufiger Bewegung des Pumpenkolbens (14) in einer dem Pumpenhub
entsprechend dosierten Menge durch die Verbindungsleitung in den Ansaugkanal (33)
gefördert zu werden.
4. Kaltstartvorrichtung nach Anspruch 3,
wobei die Verbindungsleitung durch eine bodennahe Wandöffnung (29) der Pumpenbohrung
(12), die über die Steigbohrung (30) mit einer Zuführbohrung in den Ansaugkanal (33)
verbunden ist, gebildet ist.
5. Kaltstartvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Pumpenkolben (14) mittels eines von außen zugänglichen Betätigungsknopfs (16),
der am Ende einer Kolbenverlängerung (15) angeordnet ist, handbetätigbar ist.
6. Kaltstartvorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kolbenverlängerung (15) in einer Führungsbohrung (18) im Zylinderkopfdeckel
(2) geführt und mittels einer Ringdichtung (19) gegenüber dieser abgedichtet ist.
7. Kaltstartvorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kolbenverlängerung (15) mit radialen Vorsprüngen (20) versehen ist, welche
zusammen mit gehäuseseitigen Anschlägen (21) den maximalen Hub des Pumpenkolbens (14)
begrenzen.
8. Kaltstartvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Ölgefäß (28) oberhalb der Pumpenbohrung (12) einen gegenüber dieser trichterförmig
erweiterten Sammelraum (10) umfaßt, der über der Pumpenbohrung (12) zum Kipphebelraum
(4) hin mit einem niedrigen Randsteg (27) endet und daß eine Spritzwand (26) des Zylinderkopfdeckels
(2) oberhalb des Sammelraums (10) und innerhalb des Randstegs (27) angeordnet ist,
von wo aus Spritzöl in den Sammelraum (10) geleitet wird.