[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Übertragung der elektrischen Energie von
einem Ofentransformator zu den von koplanaren Tragarmen gehaltenen Elektroden eines
Drehstrom-Lichtbogenofens.
[0002] Es zählt zum Stand der Technik, eine Hochstromleitung, bestehend aus mindestens einem
in der Regel wassergekühlten Rohr aus Kupfer oder einem anderen gut leitenden Material
zur Symmetrierung innerhalb des Hochstromsystems erhöht auf dem mittleren Tragarm
anzubringen. Ferner ist es bekannt, bei der Verwendung von Strom führenden Tragarmen
die Symmetrierung durch Abknicken des mittleren Tragarms in eine erhöhte Lage oder
durch zusätzliche Montage von Symmetrierungsschleifen auf den Tragarmen bzw. auf der
Transformatorenableitung zu erreichen (EP 0 184 140). In der Mehrzahl der in der Praxis
zum Einsatz gelangten Fälle wird aber der mittlere Tragarm nach oben abgeknickt, wodurch
eine sogenannte triangulierte Anordnung entsteht, mit der eine induktive Symmetrierung
ereichbar ist.
[0003] Mit der triangulierten Anordnung der Tragarme sind jedoch einige erhebliche Nachteile
verbunden. Ein Nachteil ist das hohe Gewicht des mittleren Tragarms im Vergleich zu
dem Gewicht der beiden äußeren Tragarme. Ein weiterer Nachteil ist das in diesem Zusammenhang
sich ergebende erhöhte Gewicht der den mittleren Tragarm unterstützenden Hubsäule
in Relation zu den äußeren Hubsäulen. Aus dieser ungleichen Gewichtsverteilung resultiert
eine extrem unwirtschaftliche Arbeitsweise des Drehstrom-Lichtbogenofens.
[0004] Im Rahmen theoretischer Überlegungen ist es zur Symmetrierung der Reaktanzen von
Drehstrom-Lichtbogenöfen auch bekannt ["elektrowärme international" 49 (1991) B4,
November, Seiten B201 bis B211], die Durchmesser unterschiedlich groß zu gestalten
(modifiziert koplanare Anordnung). Obwohl die Verwendung von koplanaren Stromleitern
in den ersten Jahrzehnten der Verwendung von Drehstrom-Lichtbogenöfen üblich war,
kennt die Praxis jedoch bislang in der genannten Ausführung keine voll symmetrierte
koplanare Leitungsführung im Drehstromsystem.
[0005] Der Erfindung liegt ausgehend vom Stand der Technik die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung
zur Übertragung der elektrischen Energie von einem Ofentransformator zu den von koplanaren
Tragarmen gehaltenen Elektroden eines Drehstrom-Lichtbogenofens zu schaffen, die in
der mittleren Phase ein merklich geringeres Gewicht im Vergleich zu einer triangulierten
Anordnung besitzt.
[0006] Was die Lösung dieser Aufgabe gemäß Anspruch 1 betrifft, so geht diese von dem rechnerisch
nachweisbaren Sachverhalt aus, daß eine koplanare Leitungsführung im Drehstromsystem
voll symmetriert ist, wenn der geometrische Mittelradius des Leiters der mittleren
Stromphase kleiner als der geometrische Mittelradius des Leiters der beiden äußeren
Stromphasen bemessen wird. Aufbauend auf diese Kenntnis wird jetzt der Leiter der
mittleren Stromphase mit einem kleineren geometrischen Durchmesser als der der beiden
Außenphasen versehen und in einem Tragarm isoliert untergebracht, der aus Aluminium
oder aus einem Material mit einer ähnlichen Permeabilität besteht. Diese Maßnahmen
führen bei einem auf die Phasen gleichmäßig verteilten geringen Gewicht für die Tragarme
und die ihnen zugeordneten Hubsäulen zu einer einwandfreien induktiven Symmetrierung
bei koplanarer Anordnung der Tragarme. Auf diese Weise ist es nunmehr möglich, auch
für große Ofenleistungen statt der üblichen dreieckförmigen Leitungsführung zur Reaktanzsymmetrierung
die koplanare Leitungsführung anzuwenden, womit als besonders hervorzuhebende Vorteile
ein geringerer Raumbedarf und durch das verringerte Gewicht eine gleichmäßigere und
schnellere Regelung der Reaktanz der Tragarme erreicht werden.
[0007] Eine vorteilhafte Isolierung für den Leiter der mittleren Stromphase besteht nach
den Merkmalen des Anspruchs 2 darin, daß Isolierstege, z.B. drei oder vier Isolierstege,
den Leiter zum Tragarm distanzieren. Statt der Isolierstege kann auch ein Isolierrohr
zur Anwendung gelangen.
[0008] Mit den Merkmalen des Anspruchs 3 wird eine gleich große Strangreaktanz bei koplanarer
Verlegung erzielt.
[0009] Obwohl der Querschnitt des isoliert gelagerten Leiters der mittleren Stromphase im
Prinzip beliebig, ggf. aus mehreren Einzelteilen bestehend, ausgebildet sein kann,
wird eine vorteilhafte Ausführungsform in den Merkmalen des Anspruchs 4 erblickt.
Danach ist der Leiter der mittleren Stromphase insbesondere als Hochstromrohr mit
einem runden Querschnitt gestaltet.
[0010] Entsprechend den Merkmalen des Anspruchs 5 bestehen die Tragarme aus einem Rechteckprofil
übereinstimmenden Querschnitts. Als Rechteckprofil kann ein gezogenes quadratisches
Profil zur Anwendung gelangen. Bevorzugt wird jedoch das Rechteckprofil aus Einzelblechen
zusammengeschweißt.
[0011] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann es gemäß den Merkmalen des Anspruchs
6 bei Bedarf sinnvoll sein, eine Wasserkühlung nur für den Leiter der mittleren Stromphase
vorzusehen.
[0012] Der Leiter der äußeren Stromphasen, das heißt die Tragarme können entsprechend Anspruch
7 mit Wasser oder Luft gekühlt oder unter eine Zwangsbelüftung gestellt werden.
[0013] Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- in schematischer Seitenansicht einen Ofentransformator mit Transformatorableitung
und Hochstromkabel;
- Figur 2
- in vergrößerter Darstellung im vertikalen Längsschnitt einen Tragarm mit Elektrode,
Hubsäule und Hochstromkabel und
- Figur 3
- drei koplanar angeordnete Tragarme mit abschnittsweise dargestellten Elektroden.
[0014] Mit 1 ist in der Figur 1 ein Ofentransformator für einen ansonsten nicht näher dargestellten
Drehstrom-Lichtbogenofen bezeichnet. Die Transformatorableitung 2 ist durch eine Wand
3 geführt. Am Ende der Transformatorableitung 2 sind drei hängend verlegte Hochstromkabel
4 angeschlossen, die, wie die Figuren 2 und 3 zu erkennen geben, zu den koplanar angeordneten
Tragarmen 5, 6 und 7 für die Elektroden 8, 9, 10 aus Graphit führen.
[0015] Die von Hubsäulen 11 getragenen Tragarme 5, 6, 7 bestehen aus Aluminium und weisen
einen quadratischen Querschnitt auf. Endseitig der Tragarme 5, 6, 7 sind mittels Kupferkontaktbacken
12 und Spannbügel 13 die Elektroden 8, 9, 10 gelagert.
[0016] Während die mit Wasser oder Luft kühlbaren bzw. zwangsbelüfteten Tragarme 5, 7 den
Leiter der beiden äußeren Stromphasen bilden, ist aus den Figuren 2 und 3 erkennbar,
daß in den mittleren Tragarm 6 ein rundes Hochstromrohr aus Kupfer als Leiter 14 zentrisch
eingegliedert und durch Isolierstege 15 gegenüber dem Tragarm 6 distanziert ist. Der
Leiter 14 der mittleren Stromphase hat einen um den Faktor 4 kleineren geometrischen
Durchmesser als der Leiter 5, 7 der beiden äußeren Stromphasen.
[0017] Der Leiter 14 der mittleren Stromphase kann mit Wasser gekühlt werden.
Bezugszeichenaufstellung
[0018]
- 1
- - Ofentransformator
- 2
- - Transformatorableitung
- 3
- - Wand
- 4
- - Hochstromkabel
- 5
- - Tragarm
- 6
- - Tragarm
- 7
- - Tragarm
- 8
- - Elektrode
- 9
- - Elektrode
- 10
- - Elektrode
- 11
- - Hubsäule
- 12
- - Kupferkontaktbacke
- 13
- - Spannbügel
- 14
- - Leiter
- 15
- - Isolierstege
1. Anordnung zur Übertragung der elektrischen Energie von einem Ofentransformator (1)
zu den von koplanaren Tragarmen (5, 6, 7) gehaltenen Elektroden (8, 9, 10) eines Drehstrom-Lichtbogenofens,
bei welcher der Tragarm (6) für die mittlere Stromphase aus Aluminium oder aus einem
Material ähnlicher Permeabilität gebildet ist und der aus mindestens einem Hochstromrohr
aus elektrisch gut leitendem Material bestehende, in diesem Tragarm (6) isoliert gelagerte
Leiter (14) der mittleren Stromphase einen kleineren geometrischen Durchmesser als
der durch die beiden anderen Tragarme (5, 7) gebildete Leiter der äußeren Stromphasen
aufweist.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Leiter (14) der mittleren Stromphase durch Isolierstege (15) zum Tragarm
(6) distanziert ist.
3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der geometrische Durchmesser des Leiters (14) der mittleren Stromphase um etwa
den Faktor 4 kleiner als der geometrische Durchmesser des Leiters (5, 7) der äußeren
Stromphasen bemessen ist.
4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Leiter (14) der mittleren Stromphase einen runden Querschnitt aufweist.
5. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragarme (5, 6, 7) aus einem Rechteckprofil übereinstimmenden Querschnitts
bestehen.
6. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Leiter (14) der mittleren Stromphase durch Wasser gekühlt ist.
7. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Leiter (5, 7) der äußeren Stromphasen durch Wasser oder Luft gekühlt bzw.
zwangsbelüftet ist.