[0001] Die Erfindung betrifft eine Siebplatte mit Durchtrittsöffnungen zum Sieben körniger
Feststoffe.
[0002] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Siebplatten für hohe abrasive Beanspruchungen
kostengünstig bereitzustellen. Erfindungsgemäß gelingt dies dadurch, daß die Siebplatte
auf der mit den Feststoffen während der Siebung in Kontakt stehenden Seite eine Verschleißschutzschicht
aus einer Hartlegierung auf Nickel- oder Kobaltbasis aufweist, die mit einer Stützschicht
aus Eisenwerkstoff metallurgisch verbunden ist. Siebe dieser Art können z. B. zum
Sieben von Granulat oder Pellets im Bereich der Metallurgie oder für Steine oder Erden
verwendet werden.
[0003] Um die Verschleißschutzschicht noch widerstandsfähiger auszubilden, ist es vorteilhaft,
daß die Nickel- oder Kobalthartlegierung in ihrer Matrix 20 bis 70 Gew% artfremde
Hartstoffe eingebettet enthält. Bei diesen artfremden Hartstoffen handelt es sich
insbesondere um Karbide, wobei den Karbiden von Wolfram und Chrom besondere Bedeutung
zukommt.
[0004] Geeignete Hartlegierungen enthalten 0 bis 52 Gew% Wolfram, 3 bis 30 Gew% Chrom, 1,0
bis 5,0 Gew% Bor, 1,0 bis 5,0 Gew% Silizium, 0,05 bis 2,0 Gew% Kohlenstoff und im
übrigen Nickel und/oder Kobalt. Legierungen dieser Art weisen ein Gefüge mit feinverteilter
arteigener Hartphase boridischer und/oder karbidischer Natur auf. Das Matrixmetall
Nickel und/oder Kobalt bildet mit dem Chrom und mit den Metalloiden Bor und Silizium
zusammen mit Kohlenstoff Hartphasen, die sich im Gefüge als primär oder sekundär erstarrte
Verbindungen oder in Form binärer oder ternärer Eutektika ausscheiden. Diese Hartphasen
weisen eine hohe Härte auf und bestimmen im Verbund mit der zähen Metallmatrix die
Eigenschaften der Hartlegierung hinsichtlich Verschleißfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit.
Letzteres ist ebenfalls wichtig, da gebildete Korrosionsprodukte die Verschleißfestigkeit
von Oberflächen vermindern.
[0005] Wenn man Wolframkarbide und/oder Chromkarbide als artfremde Hartstoffe in die Hartlegierung
einbringt, sorgt man für eine Körnung dieser Karbide zwischen 10 und 500 µm. Die Hartlegierung
dient dann als Matrixlegierung für die eingelagerten Karbide. Der Anteil dieser eingelagerten
Karbide in der Verschleißschutzschicht beträgt im allgemeinen 5 bis 70 Gew% und vorzugsweise
25 bis 50 Gew%, wenn man eine hohe Verschleißfestigkeit erreichen will.
[0006] Es kann zweckmäßig sein, der Hartlegierung neben den oben erwähnten Komponenten noch
3 bis 20 Gew% Eisen und/oder 2 bis 10 Gew% Phosphor zuzugeben. Phosphor erhöht die
Viskosität, verbessert die Benetzung des Eisenwerkstoffs und erniedrigt die Verarbeitungstemperatur
der Legierung. Weitere Komponenten in der Hartlegierung können starke Karbidbildner
wie z. B. Molybdän sein.
[0007] Die Verschleißschutzschicht ist mit der Stützschicht aus Eisenwerkstoff metallurgisch
verbunden. Im allgemeinen stellt man die Stützschicht aus Stahl oder auch Sphäroguß
her. Die Stärke der Verschleißschutzschicht liegt üblicherweise im Bereich von 0,5
bis 10 mm.
[0008] Eine zweckmäßige Weiterbildung der Erfindung besteht darin, die Verschleißschutzschicht
aus einem Pulvergemisch zu bilden, das auf die Stützschicht aufgebracht und durch
Schmelzen mit der Stützschicht verbunden ist. Das Schmelzen erfolgt üblicherweise
in inerter Atmosphäre oder im Vakuum bei Temperaturen von 800 bis 1200°C. Es entsteht
hierdurch eine metallurgische Verbindung zwischen den beiden Schichten, die nicht
mehr trennbar ist. Einzelheiten zu Nickelhartlegierungen und die Beschichtung einer
Stützschicht aus Eisenwerkstoff sind in DE-A 4 007 734 beschrieben, die sich mit der
Ausbildung von Gleitlagerungen befaßt. Dort ist auch die weitere Möglichkeit beschrieben,
daß man das Pulvergemisch durch thermisches Spritzen auf die Stützschicht auftragen
und anschließend einschmelzen kann.
[0009] Weitere Möglichkeiten zum Herstellen der metallurgischen Verbindung zwischen der
Verschleißschutzschicht und der Stützschicht ergeben sich beim Einsatz eines elektrischen
Lichtbogens, wobei das Pulvergemisch der Verschleißschutzschicht in hoch erhitzer
Form auf die Stützschicht trifft. Man wendet hierbei in an sich bekannter Weise das
Plasmaspritzen oder das Plasmaauftragsschweißen an.
[0010] Ausgestaltungsmöglichkeiten der Siebplatte werden mit Hilfe der Zeichnung erläutert.
Es zeigt:
Figur 1 eine erste Variante der Siebplatte in Draufsicht,
Figur 2 eine zweite Variante der Siebplatte in Draufsicht,
Figur 3 einen Querschnitt durch eine Verbundplatte zum Herstellen einer Siebplatte,
Figur 4 die Herstellung von Gitterstäben aus einer Verbundplatte,
Figur 5 drei Varianten von Gitterstäben im Querschnitt und
Figur 6 eine weitere Herstellungsvariante für Gitterstäbe.
[0011] Gemäß Figur 1 besteht die Siebplatte (1) aus zahlreichen parallelen Gitterstäben
(3), die auf Tragstäben (4) aufgeschweißt sind. Die für die Siebung notwendigen Durchtrittsöffnungen
sind die Zwischenräume (5) zwischen den Gitterstäben (3). Die Siebplatte (2) der Figur
2 weist zahlreiche Durchtrittsöffnungen (5) in Form von Langlöshern auf.
[0012] Figur 3 zeigt im Querschnitt eine Verbundplatte mit oberer Verschleißschutzschicht
(8), die mit der Stützschicht (9) aus Eisenwerkstoff verbunden ist. Um zu verhindern,
daß während des Betriebs Feststoffkörner häufig in den Durchlaßöffnungen festgeklemmt
werden, weisen die Gitterstäbe der Siebplatte (1) im Querschnitt eine Keilform oder
eine annähernde Keilform auf, wie es Figur 5 in drei Varianten zeigt. Dadurch erweitern
sich die Durchlaßöffnungen (5) von oben nach unten, wodurch das Festklemmen von Körnern
ganz oder weitgehend vermieden wird. In analoger Weise sind die Durchlaßöffnungen
(5) der Siebplatte (2) gemäß Figur 2 von oben nach unten erweitert ausgebildet.
[0013] Zur Herstellung von Gitterstäben (3) mit T-Profil, wie es Figur 5 (a) zeigt, geht
man z.B. von einer plattenförmigen Stützschicht (9) mit aufgebrachter Verschleißschutzschicht
(8) aus, wie das Figur 3 zeigt. In einem ersten Bearbeitungsschritt, vergl. Figur
4, fräst man parallele Rinnen (10) in die Stützschicht und trennt anschließend die
Stäbe durch Schneiden entlang der gestrichelten Linien (11). Die Rinnen (10) verringern
die Dicke der Stützschicht und erleichtern das Schneiden entlang der Linien (11).
Die Rinnen (10) können z. B. auch beim Guß der Stützschicht (9) geformt oder aber
durch Schmieden ausgebildet sein.
[0014] Zum Trennen der harten Verschleißschutzschicht eignen sich verschiedene Verfahren,
wie z.B. das autogene Brennschneiden, das Plasma-Brennschneiden, das Plasma-Feinstrahl-Brennschneiden,
das Laser-Schneiden und auch das Wasserstrahl-Schneiden. Diese Trennverfahren sind
an sich bekannt.
[0015] Um Gitterstäbe mit dem Profil gemäß Figur 5 (c) herzustellen, geht man in der Darstellung
der Figur 6 von einer Eisenwerkstoff-Platte aus, die für die Stützschicht (9) vorgesehen
ist und parallele Rinnen (12) in der Oberfläche aufweist. Die Rinnen (12) werden mit
dem Pulvergemisch der Verschleißschutzschicht gefüllt und die Verbindung wird durch
den Einschmelzvorgang bei Temperaturen im Bereich von 800 bis 1200°C hergestellt.
Gegebenenfalls nach oberflächlichem Schleifen der mit dem Verschleißschutz versehenen
Platte erfolgt eine Trennung entlang der gestrichelten Linien (13), so daß sich das
Keilprofil gemäß Figur 5 (c) ergibt. Der Trennschnitt kann hierbei von oben nach unten
oder aber in umgekehrter Richtung geführt werden. Ersichtlich wird bei dieser Herstellung
von Gitterstäben nur relativ wenig Material für die Verschleißschutzschicht gebraucht.
Beim fertigen Stabprofil ist die Verschleißschutzschicht (8) durch das weichere Material
der Stützschicht an den Seiten eingefaßt, wobei man dafür sorgt, daß dieser Rand nur
sehr schmal ist, da er während des Betriebs zumindest teilweise abgetragen wird.
1. Siebplatte mit Durchtrittsöffnungen zum Sieben körniger Feststoffe, dadurch gekennzeichnet,
daß die Siebplatte auf der mit den Feststoffen während der Siebung im Kontakt stehenden
Seite eine Verschleißschutzschicht aus einer Hartlegierung auf Nickel- oder Kobaltbasis
aufweist, die mit einer Stützschicht aus Eisenwerkstoff metallurgisch verbunden ist.
2. Siebplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hartlegierung in ihrer
Matrix 5 bis 70 Gew% artfremde Hartstoffe eingebettet enthält.
3. Siebplatte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hartlegierung aus
0 bis 52 Gew% Wolfram,
3 bis 30 Gew% Chrom,
1,0 bis 5,0 Gew% Bor,
1,0 bis 5,0 Gew% Silizium,
0,05 bis 2,0 Gew% Kohlenstoff
Rest Nickel und/oder Kobalt besteht.
4. Siebplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschleißschutzschicht
aus einem Pulvergemisch gebildet ist, das auf die Stützschicht aufgebracht und durch
Schmelzen mit der Stützschicht verbunden ist.
5. Siebplatte nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Pulvergemisch durch thermisches
Spritzen auf die Stützschicht aufgetragen und eingeschmolzen ist.
6. Siebplatte nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Pulvergemisch beim örtlichen
Anschmelzen der Stützschicht im Elektrolichtbogen auf die Stützschicht aufgebracht
ist.
7. Siebplatte nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebplatte
aus mehreren, miteinander verbundenen, etwa parallelen Stäben besteht, wobei jeder
Stab eine Verschleißschutzschicht aus der Hartlegierung und eine Stützschicht aus
Eisenwerkstoff aufweist, wobei die beiden Schichten metallurgisch miteinander verbunden
sind.
8. Siebplatte nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Stäbe durch Schneiden
aus einer Verbundplatte gebildet sind, wobei die Verbundplatte aus einer Stützschichtplatte
besteht, die mit mindestens einer Verschleißschutzschicht versehen ist.
9. Siebplatte nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbundplatte in den für
das Schneiden vorgesehenen Bereichen mit verringerter Dicke der Stützschichtplatte
ausgebildet ist.