[0001] Die Erfindung betrifft eine Stelleinrichtung zur Betätigung eines Stellorgans mit
Bedienelementen, wobei die Bedienelemente über einen jeweils zugeordneten Bowdenzug
mit einer Umschalteinrichtung verbunden sind, die in Wirkverbindung mit dem Stellorgan
steht und bei Einleitung einer Stellbewegung über einen der Bedienelemente das andere
Bedienelement freigibt.
[0002] Aus DE 44 26 865 ist eine derartige Stelleinrichtung bekannt. Hierbei kann eine Betätigung
des Stellorgans wahlweise von zwei getrennten Orten aus erfolgen. Die Stelleinrichtung
umfaßt einen ersten und einen zweiten Bedienhebel, die jeweils über ein Zug-/Schub-Kabel
und einen Eingangshebel mit einem Umschaltelement verbunden ist, das auf einen Hebel
des zu betätigenden Stellorgans wirkt. Mit dem Umschaltelement wird ermöglicht, daß
bei einer Stellbewegung eines Bedienhebels der andere Bedienhebel freigegeben wird
und somit die Bedienzweige ohne eine gegenseitige Beeinflussung funktionieren. Das
Umschaltelement ist dafür als symmetrisches Teil ausgebildet, welches seitliche Ausnehmungen
aufweist und am freien Hebelende des zu betätigenden Stellorgans angeordnet ist. In
die Ausnehmungen greifen wahlweise Eingriffszungen, die dem jeweiligen Eingangshebel
des entsprechenden Bedienzweiges zugeordnet sind. Bei Bedienung eines Bedienhebels
nimmt der zugeordnete Eingangshebel den Hebel des Stellorgans über seitliche Anschläge
mit und die Eingriffszunge des Eingangshebels greift in die Ausnehmung des Umschaltelementes,
um es so zu schwenken, daß der jeweils andere Eingangshebel freigegeben wird. Die
in DE 44 26 865 aufgezeigte Lösung beruht auf einer Vielzahl von schwenkbaren Hebeln,
was einen recht komplizierten und aufwendigen Aufbau aus vielen Einzelteilen der Stelleinrichtung
mit sich bringt.
[0003] Demgemäß liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Stelleinrichtung
so auszubilden, daß mit wenigen Bauteilen die Funktionsweise der Stelleinrichtung
zuverlässig gewährleistet und der Herstellungs- und Wartungsaufwand dieser Einrichtung
minimiert wird.
[0004] Diese Aufgabe wird mit den in Patentanspruch 1 angegebenen Maßnahmen gelöst.
[0005] Dabei ist insbesondere von Vorteil, daß nur wenige und einfache Bauteile zur Realisierung
der erfindungsgemäßen Lösung notwendig sind.
Vorteilhaft ist auch, daß durch eine entsprechende Form der Kulissenführung fast jedes
beliebige, auch nicht konstante Übersetzungsverhältnis realisiert werden kann.
[0006] Weiterbildungen und zweckmäßige Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen
2 - 7.
[0007] Die Erfindung wird nachstehend beschrieben, wobei die Ausbildung der Stelleinrichtung
anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels in vier Bewegungszuständen
näher erläutert ist. In den Figuren sind gleiche Bauteile mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0008] Die Zeichnung zeigt
- in Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Stelleinrichtung im geschlossenen Zustand eines
Stellorgans,
- in Fig. 2
- die Stelleinrichtung gemäß Fig. 1 zu einem ersten Zeitpunkt einer Betätigung eines
Bedienelementes,
- in Fig. 3
- die Stelleinrichtung gemäß Fig. 1 zu einem zweiten Zeitpunkt einer Betätigung eines
Bedienelementes und
- in Fig. 4
- die Stelleinrichtung gemäß Fig. 1 im geöffneten Zustand des Stellorgans.
[0009] In den Fign. 1 bis 4 ist eine Stelleinrichtung 1 gezeigt, die zur Betätigung eines
Stellorgans 2 vorgesehen ist. Das Stellorgan 2 ist vorzugsweise als Hebel ausgebildet,
der um eine Abtriebswelle 3 schwenkt und somit zur Betätigung von Ventilen und Verriegelungen
oder zur Steuerung von Geräten und Maschinen dient. In der Zeichnung ist der Bewegungsablauf
in vier Zuständen gezeigt, wobei in Fig. 1 der betätigungslose Zustand (AUS-Position),
in den Fign. 2 und 3 Zwischenzustände und in Fig. 4 der betätigte Zustand (EIN-Position)
der Einrichtung ersichtlich ist.
Die Stelleinrichtung 1 besteht im wesentlichen aus zwei Bedienzweigen, die in Wirkverbindung
mit dem Stellorgan 2 stehen. Hierbei kann eine Betätigung des Stellorgans 2 wahlweise
von zwei getrennten Orten aus erfolgen. Diese Fernbedienung ist beispielsweise notwendig,
wenn das zu betätigende Organ an einer unzugänglichen Stelle angeordnet ist und Bedienungsmaßnahmen
über eine bestimmte Entfernung hinweg erforderlich werden. Dafür sind je Bedienzweig
ein Bowdenzug 6 bzw. 7 mit einem am Ort der Bedienung angeordneten Bedienelement 4
bzw. 5 vorgesehen. Über die Bedienelemente 4 oder 5 kann wahlweise das Stellorgan
2 betätigt werden. Wenn die Stellbewegung über ein Bedienelement 4 oder 5 eingeleitet
worden ist, muß das andere Bedienelement freigegeben werden, damit es nicht zu einer
Vermischung von Bedienmaßnahmen kommt. Dafür ist eine Umschalteinrichtung 8 vorgesehen,
welche in dieser Ausgestaltung als Kurvengetriebe ausgebildet ist. Das Kurvengetriebe
besteht aus zwei Kurvengetriebescheiben 9 und 10, die jeweils an einem Anschlußpunkt
11 bzw. 12 am Bowdenzugende der Bowdenzüge 6 oder 7 angeordnet sind. Die Kurvengetriebescheiben
9 oder 10 weisen jeweils eine Kulissenführung 13 oder 14 und einen Freilauf 15 oder
16 auf, in der ein Zapfen 17 bewegbar ist. Der Zapfen 17 ist am freien Hebelende des
Stellorgans 2 angeordnet. Mittels der Kurvengetriebescheiben 9 und 10 kann der Zapfen
17 so bewegt werden, daß entsprechend der Bedienungsmaßnahme am Bedienelement 4 oder
5 mit der jeweiligen Kurvengetriebescheibe 9 oder 10 das Stellorgan 2 in die entsprechende
Position bewegbar ist und die nicht an der Bedienungsmaßnahme beteiligte Kurvengetriebescheibe
freigegeben bzw. außer Funktion gesetzt ist und somit das entsprechende Bedienelement
in der Null-Lage gesperrt ist. Die Kurvengetriebescheiben 9 und 10 sind dafür an einem
Drehpunkt 19 miteinander verbunden sowie an einem strukturfesten Bauteil angelenkt
und so miteinander gekoppelt, daß der Zapfen 17 in der Kulissenführung 14 mit der
Kurvengetriebescheibe 10 in Wirkverbindung steht, wobei gleichzeitig der Zapfen 17
im Freilauf 15 der anderen Kurvengetriebescheibe 9 verläuft. Der Zapfen 17 muß dafür
aus verschleißfestem Werkstoff mit hoher Reibkraft zur Kulisse 13 bzw. 14 bestehen,
um schleifende Bewegungen zu vermeiden. In der bevorzugten Ausgestaltung bilden die
Kulissenführung 13 bzw. 14 und der Freilauf 15 bzw. 16 eine annähernd U-förmige Führungsbahn,
wobei ein Schenkel der U-Form die Kulissenführung 13 bzw. 14 ist und der andere Schenkel
den Freilauf 15 bzw. 16 bilden. Die Schenkel sind leicht nach außen gewölbt geformt.
Um einen Freilauf der jeweils freigegebenen Kurvengetriebescheibe zu ermöglichen,
ist in Normalposition (siehe Fig. 1) die Führungsbahn des Freilaufs 15 bzw. 16 gleich
der Kreisbahn 18 des Zapfens 17, der am freien Hebelende 2 angeordnet ist und für
die Stellbewegung entlang der Kreisbahn 18 verschiebbar ist. Möglich sind auch andere
getriebetechnisch übliche Führungen, wobei zu beachten ist, daß beim Freilauf die
von einem Bedienelement übertragene Kraft an die freigegebenen Kulissenscheibe in
der Führungsbahn des Freilaufs 15 oder 16 nicht auf den Zapfen 17 wirken kann. Die
Form der Kulissenführung 13, 14 hängt ab von der gewünschten Übersetzung zwischen
den Bedienelementen 4, 5 und dem Stellorgan 2 an der jeweiligen Schaltposition der
Stelleinrichtung 1. Vorzugsweise ist eine nicht konstante Übersetzung zu wählen, da
beispielsweise ein höheres Anfahr-Drehmoment bei Beginn des Schaltvorganges vorliegt.
Eine technische Begrenzung der Übersetzung erfolgt einerseits durch den maximal zurückzulegenden
Weg des Zapfens 17 und andererseits duch Verhindern von Positionen, in denen der Zapfen
17 in der Kulissenführung 13 bzw. 14 blockiert.
[0010] Der Ablauf einer Stellbewegung wird nachfolgend beschrieben. In Fig. 1 ist der Hebel
2 noch nicht betätigt (AUS-Position). Die Kurvengetriebescheiben 9 und 10, die in
dieser Ausgestaltung identisch geformt sind, nehmen eine gleiche Position ein. Der
am freien Hebelende angeordnete Zapfen 17 befindet sich in den Führungsbahnen beider
Kurvengetriebescheiben 9 und 10 am Totpunkt, d.h. am Umschaltpunkt zwischen Kulissenführung
13 bzw. 14 und Freilauf 15 bzw. 16.
[0011] Mit Betätigung des Bedienelementes 5 wird über den Bowdenzug 7 eine Stellbewegung
eingeleitet, wie in den Fign. 2 und 3 ersichtlich ist. Die Kurvengetriebescheibe 10
dreht sich dabei um den Drehpunkt 19, verschiebt den Zapfen 17 in der Kulissenführung
14 und bewegt somit den Hebel 2 in Richtung EIN-Position. Die Kurvengetriebescheibe
9 bleibt bei dieser Stellbewegung in ihrer Ausgangsposition, der Zapfen 17 kann sich
innerhalb des Freilaufs 15 bewegen. Gleichzeitig ist damit der Bedienzweig mit Bedienelement
4 und Bowdenzug 6 gesperrt. Die Möglichkeit, an beiden Bedienelementen 4 und 5 nacheinander
den Hebel 2 zu betätigen, ist somit ausgeschlossen. Für das Erreichen der EIN-Position
wirkt das Kurvengetriebe somit als ODER-Schaltung, d.h. das Bedienelement 4 oder 5
muß für das Ausführen der Stellbewegung betätigt werden.
[0012] In Fig. 4 ist der Hebel 2 in der EIN-Position. Der Zapfen 17 hat innerhalb der Führungsbahnen
der Kurvengetriebescheiben 9 und 10 jeweils seinen Endpunkt erreicht. Die Kurvengetriebescheibe
9 ist in Ausgangsstellung und der Zapfen 17 ist am Ende des Freilaufs 15 angelangt.
Der Bowdenzug 7 hat die Kurvengetriebescheibe 10 um die Achse 19 in ihre Endstellung
bewegt und der Zapfen 17 ist in der Kulissenführung 14 ebenfalls am Endpunkt angelangt.
Für die Stellbewegung des Hebels 2 in seine Ausgangsposition (AUS-Position) wird am
Bedienhebel 5 die Bedienmaßnahme eingeleitet. Der Bowdenzug 7 muß nunmehr Schubkräfte
übertragen und bewegt die Kurvengetriebescheibe 10 um den Drehpunkt 19. Der Zapfen
17 wird entlang der Kulissenführung 14 geführt und bringt damit den Hebel 2 wieder
in die AUS-Position. Für das Erreichen der AUS-Position des Hebels 2 müssen sich beide
Bedienelemente 4 und 5 ebenfalls in ihrer Ausgangsstellung befinden.
[0013] In einer weiteren, nicht gezeigten Ausgestaltung kann der Zapfen als eine Getrieberadachse
mit Ritzel ausgebildet sein. In dieser Ausführung sind innerhalb der Kulissenführungen
der Kurvengetriebescheiben Getriebeverzahnungen vorgesehen, die über das Ritzel (Zapfen)
miteinander verbunden sind. Mittels dieser formschlüssigen Wirkverbindung kann das
Ritzel innerhalb der Kulissenführung 13 oder 14 mit nur einem geringen Reibungswiderstand
bewegbar sein. Der Kraftaufwand zur Betätigung des Stellorgans ist bei einer solchen
formschlüssigen Verbindung reduziert.
1. Stelleinrichtung (1) zur Betätigung eines Stellorgans (2) mit Bedienelementen (4,
5), wobei die Bedienelemente (4, 5) über einen jeweils zugeordneten Bowdenzug (6,
7) mit einer Umschalteinrichtung (8) verbunden sind, welche in Wirkverbindung mit
dem Stellorgan (2) steht und bei Einleitung einer Stellbewegung über einen der Bedienelemente
(4, 5) das andere Bedienelement freigibt, dadurch gekennzeichnet, daß die Umschalteinrichtung (8) als Kurvengetriebe ausgebildet ist, welche aus wenigstens
zwei miteinander gekoppelten Kurvengetriebescheiben (9, 10) besteht, die jeweils mit
einem Bowdenzug (6,7) eines Bedienelementes (4,5) verbunden sind und in deren Führungsbahnen
mit Kulissenführungen (13, 14) und Freilauf (15,16) ein Zapfen (17) zur Durchführung
der Stellbewegung bewegbar ist, der mit dem Stellorgan (2) verbunden ist.
2. Stelleinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Stellorgan (2) als ein Hebel ausgebildet ist, der um eine Abtriebswelle (3) schwenkbar
ist und am freien Hebelende der Zapfen (17) angeordnet ist.
3. Stelleinrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Kulissenführung (13 bzw. 14) und der Freilauf (15 bzw. 16) jeder Kurvengetriebescheibe
(9, 10) eine annähernd U-förmige Führungsbahn bilden, wobei ein Schenkel der U-Form
die Kulissenführung (13 bzw. 14) und der andere Schenkel den Freilauf (15 bzw. 16)
ergibt.
4. Stelleinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen Kulissenführung (13, 14) und Zapfen (17) eine kraftschlüssige Wirkverbindung
besteht.
5. Stelleinrichtung nach Anspruch 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen Kulissenführung (13, 14) und Zapfen (17) eine formschlüssige Wirkverbindung
besteht.
6. Stelleinrichtung nach einem Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Zapfen (17) aus verschleißfestem Werkstoff besteht.
7. Stelleinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
innerhalb der Kulissenführungen der Kurvengetriebescheiben Getriebeverzahnungen vorgesehen
sind, die über den als eine Getrieberadachse mit Ritzel ausgebildeten Zapfen miteinander
verbunden sind.