[0001] Die Erfindung betrifft einen mehrpoligen Schalter, insbesondere für Hochspannung,
gemäss dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Ein Schalter dieser Art ist aus der EP-A-0 663 675 bekannt. Dieser Schalter ist für
alle Pole mit identisch ausgebildeten Unterbrechereinheiten versehen, deren bewegliche
Kontaktstücke jeweils über eine jeder Unterbrechereinheit zugeordnete Getriebekette
sowie über ein Antriebsgestänge mit einem allen Unterbrechereinheiten gemeinsamen
Antrieb verbunden sind. Jede Getriebekette weist ein das bewegliche Kontaktstück mit
einer Welle verbindendes Übertragungsgestänge sowie eine auf der Welle drehfest angeordnete
Schwinge auf, die als ein Doppelhebel ausgebildet ist, dessen Teilhebel bezüglich
der Welle eine unterschiedliche Drehlage aufweisen. Zum Erzeugen einer Schaltzeitdifferenz
zwischen zwei Polen wird eine Lasche des Antriebsgestänges an ungleichen Teilhebeln
dieser Pole angelenkt. Die Differenz der Schaltzeitpunkte wird durch den Winkel zwischen
den beiden Teilhebeln bestimmt. Um sie zu verändern, müssen die Doppelhebel ausgetauscht
werden. Eine Feineinstellung der Schaltzeitpunkte, z.B. zum Ausgleich von Streuungen
der Antriebskraft, ist schwierig. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass ein Hersteller
solcher Schalter Doppelhebel sowie zugehörige Antriebsstangen für mindestens vier
verschiedene Schaltzeitverzüge auf Lager haben muss, um alle praktisch möglichen Kombinationen
realisieren zu können.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schalter der eingangs
genannten Art zu schaffen, der es ermöglicht, mit identisch ausgebildeten Getriebegliedern
aller Getriebeketten praktisch alle wünschbaren Staffelungen der Schaltzeitpunkte
einzelner Pole zu bewerkstelligen.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch einen gattungsgemässen Schalter, der die
im Kennzeichen des Anspruches 1 angegebenen Merkmale aufweist, gelöst.
[0005] Der erfindungsgemässe Schalter ermöglicht sowohl eine präzise Einstellung der gewünschten
Staffelungszeiten, als auch eine exakte Einstellung von Gleichzeitigkeit aller Pole.
Werden in einer Anlage sowohl Schalter mit gleichzeitig schaltenden Kontakten als
auch solche mit Staffelung der Schaltzeitpunkte eingesetzt, so müssen nicht unterschiedlich
ausgebildete Schalter in Reserve gehalten werden.
[0006] Bevorzugte Ausgestaltungen des erfindungsgemässen Schalters sind in den abhängigen
Ansprüchen definiert.
[0007] Die Erfindung wird nun anhand von drei in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
[0008] Es zeigen rein schematisch:
- Fig.1
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines dreipoligen Schalters in Ansicht und teilweise
im Schnitt, mit drei sich in Ausschaltstellung befindenden Unterbrechereinheiten;
- Fig. 2
- einen Schnitt nach Linie II-II in Fig. 1;
- Fig. 3
- den Schalter nach Fig. 1 in Einschaltstellung der Unterbrechereinheiten;
- Fig. 4
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines dreipoligen Schalters in Ansicht und teilweise
im Schnitt mit drei sich in Ausschaltstellung befindenden Unterbrechereinheiten;
- Fig. 5
- einen Schnitt nach Linie V-V in Fig. 4;
- Fig. 6
- den Schalter nach Fig. 4 in Einschaltstellung der Unterbrechereinheiten;
- Fig. 7
- ein drittes Ausführungsbeispiel eines dreipoligen Schalters in Ansicht und teilweise
im Schnitt mit drei sich in Ausschaltstellung befindenden Unterbrechereinheiten;
- Fig. 8
- einen Schnitt nach Linie VIII-VIII in Fig. 7;
- Fig. 9
- den Schalter nach Fig. 7 in Einschaltstellung der Unterbrechereinheiten; und
- Fig. 10
- in einer grafischen Darstellung ein Beispiel eines zeitlichen Hubverlaufs der beweglichen
Schaltkontakte der Unterbrechereinheiten des in Fig. 1 bis 3 gezeigten Schalters.
[0009] Gemäss Fig. 1 weist ein als ein Druckgasschalter ausgebildeter, dreipoliger Hochspannungsschalter
1 drei identisch ausgebildete Unterbrechereinheiten 2, 3, 4 auf. Jede Unterbrechereinheit
2, 3, 4 ist mit einem feststehenden Kontaktstück 8 versehen, das mit einem ersten
Anschlussflansch 9 elektrisch leitend verbunden ist. Mit dem feststehenden Kontaktstück
8 wirkt jeweils ein zum Einschalten in Pfeilrichtung E und zum Ausschalten in Pfeilrichtung
A bewegliches Kontaktstück 10 zusammen, das mit einem zweiten Anschlussflansch 11
elektrisch leitend verbunden ist. Die Kontaktstücke 8, 10 sind im Innern eines Schaltkammerisolators
13 angeordnet, der über einen Stützisolator 14 an einem Mechanismusgehäuse 16 abgestützt
ist. Die Mechanismusgehäuse 16 der Unterbrechereinheiten 2, 3, 4 sind an einem allen
Unterbrechereinheiten 2, 3, 4 gemeinsamen, kastenförmigen Chassis 17 befestigt.
[0010] Im Mechanismusgehäuse 16 jeder Unterbrechereinheit 2, 3, 4 ist jeweils eine quer
zur Schaltrichtung verlaufende Welle 20 angeordnet und drehbar gelagert, die sowohl
das Mechanismusgehäuse 16 als auch das Chassis 17 durchdringt. Auf dem im Innern des
Mechanismusgehäuses 16 verlaufenden Teil der Welle 20 ist eine Schwinge 21 drehfest
angeordnet, die über eine als Isolierstange ausgebildete Schubstange 22 mit dem Kontaktstück
10 verbunden ist. Die Schubstange 22 ist an der Schwinge 21 einerseits und am Kontaktstück
10 anderseits angelenkt. Alle Wellen 20 liegen in einer gemeinsamen Ebene B und sind
zueinander parallel.
[0011] Beim in Fig. 1 bis 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist eine bevorzugte Verschwenkung
der Schwingen 21 in einem Winkelbereich von 50° bis 130° vorgesehen. Die beiden Endstellungen
der Schwingen 21 sind in Fig.1 und 3 dargestellt, wobei diejenige nach Fig. 1 der
Ausschaltstellung des Hochspannungsschalters 1 entspricht. Fig. 3 zeigt die Einschaltstellung
des Hochspannungsschalters 1, in welcher das bewegliche Kontaktstück 10 ins Innere
des tulpenartig ausgebildeten, feststehenden Kontaktstückes 8 hineinragt.
[0012] Auf dem das Chassis 17 durchdringenden Teil jeder Welle 20 sitzt ein gabelförmiges
Schwingeglied 27, dessen beide Schenkel 28, 29 (Fig. 2) mit je einem radial zur Wellenachse
verlaufenden Schlitz 30 versehen sind. Den beiden Aussenflächen der Schenkel 28, 29
ist je ein im Chassis 17 gelagerter, schwenkbarer Hilfsebel 32, 33 zugeordnet. Die
beiden, zueinander parallelen Hilfshebel 32, 33 sind über einen durch die Schlitze
30 des gabelförmigen Schwingegliedes 27 hindurchragenden Bolzen 36 miteinander verbunden
und bilden mit diesem zusammen ein kurbelartiges Gebilde.
[0013] Der Bolzen 36 der mittleren Unterbrechereinheit 3 ist über je eine Koppel 40, 41
mit den Bolzen 36 der anderen Unterbrechereinheiten 2, 4 gelenkig verbunden. Am Bolzen
36 der Unterbrechereinheit 4 ist eine Antriebskoppel 42 angelenkt, die mit ihrem anderen
Ende mit einem Antriebshebel 43 gelenkig verbunden ist. Der Antriebshebel 43 sitzt
auf einer zu den Wellen 20 parallelen Abtriebswelle 45 eines Antriebs 44.
[0014] Die Antriebskoppel 42 und die Koppeln 40, 41 bilden ein Antriebsgestänge 47, das
alle Unterbrechereinheiten 2, 3, 4 mit dem gemeinsamen Antrieb 44 verbindet. Der Antrieb
44 bewirkt über das Antriebsgestänge 47 und eine jeder Unterbrechereinheit 2, 3, 4
zugeordnete Getriebekette 50, die die Hilfshebel 32, 33 mit dem Bolzen 36, das Schwingeglied
27, die Schwinge 21 sowie die Schubstange 22 umfasst, die Bewegung des Kontaktstückes
10 hin und her zwischen der Einschaltstellung und der Ausschaltstellung.
[0015] Bei der Verschwenkung des Antriebshebels 43 aus der in Fig. 1 gezeigten Stellung
im Gegenuhrzeigersinn wird über das Antriebsgestänge 47 und die Getriebeketten 50
aller Unterbrechereinheiten 2, 3, 4 die Einschaltbewegung der Kontaktstücke 10 in
Pfeilrichtung E durchgeführt. Die Verschwenkung des Antriebshebels 43 im Uhrzeigersinn
aus der in Fig. 3 gezeigten Lage bewirkt die Ausschaltbewegung der Kontaktstücke 10
in Pfeilrichtung A.
[0016] Die Koppeln 40, 41 sowie die Antriebskoppel 43 sind in ihrer Länge verstellbar ausgestaltet.
Jede Koppel 40, 41 und die Antriebskoppel 43 weist eine Sechskantstange auf, die an
beiden Enden mit je einem Innengewinde versehen ist, wobei an einem Ende ein Rechtsgewinde,
am anderen Ende ein Linksgewinde für je einen am jeweiligen Bolzen 36 bzw. am Antriebshebel
43 angelenkten, in die Sechskantstange eingeschraubten Gewindebolzen vorgesehen ist.
Die eingestellte Koppellänge wird mittels Kontermutter 54 fixiert.
[0017] Durch die Längsverstellung der Koppeln 40, 41 kann die Relativstellung der Hilfshebel
32, 33 und der gabelförmigen, geschlitzten Schwingeglieder 27 an einzelnen Unterbrechereinheiten
2, 3, 4 geändert werden. Je nach Koppellänge wird dabei der den Anlenkpunkt des Antriebsgestänges
47 bildende Bolzen 36 in den eine Längsführung radial zur Welle 20 bildenden Schlitzen
30 verstellt, wodurch die Stellung der Anlenkpunkte bezüglich der Wellen 20 an den
einzelnen Schwingegliedern 27 gesteuert wird.
[0018] So sind gemäss Fig. 1 und 3 beispielsweise die Hilfshebel 32, 33 einer Unterbrechereinheit,
gegebenenfalls diejenigen der Unterbrechereinheit 4, so eingestellt, dass sie in den
der Ausschalt- bzw. Einschaltstellung entsprechenden Endstellungen rechtwinklig zum
Schwingeglied 27 stehen und eine Totpunktlage einnehmen. In Fig. 1 und 3 sind die
Winkel, die dabei die Hilfshebel 32, 33 mit einer zur Ebene B senkrechten Ebene C
in den Endstellungen einschliessen, mit α
4 und β
4 bezeichnet. Da auch die Schwenkachse der Hilfshebel 32, 33 sowie die Achse der Welle
20 in der Ebene C liegen, gleicht der Winkel β
4 dem negativen Winkel α
4.
[0019] Die Hilfshebel 32, 33 der Unterbrechereinheit 3 sind hingegen über das Antriebsgestänge
47 so eingestellt, das sie im Vergleich zum Winkel α
4 der Hilfshebel 32, 33 der Unterbrechereinheit 4 in der Ausschaltstellung nach Fig.
1 einen kleineren Winkel α
3 einnehmen, in der Einschaltstellung nach Fig. 3 hingegen einen grösseren Winkel β
3 mit der Ebene C einschliessen. Gerade umgekehrt ist die gewählte Einstellung der
Hilfshebel 32, 33 bei der Unterbrechereinheit 2; diese stehen in der Ausschaltstellung
nach Fig.1 unter einem grösseren Winkel α
2 als diejenigen der Unterbrechereinheit 4 (Winkel α
4), in der Einschaltstellung nach Fig. 3 ist der Winkel β
2 kleiner als der Winkel β
4.
[0020] Die Hilfshebel 32, 33 aller Unterbrechereinheiten 2, 3. 4 nehmen jedoch sowohl in
der Einschaltstellung, als auch in der Ausschaltstellung wenigstens annähernd eine
Totpunktlage ein, aus welcher eine relativ grosse Bewegung der Hilfshebel 32, 33 notwendig
ist, um die Lage des beweglichen Kontaktstückes 10 wesentlich zu verändern. Wie aus
dein in Fig. 10 dargestellten Hub/Zeit Diagramm ersichtlich, variert in der Einschaltstellung
I (in einem Zeitpunkt t
0 ) die Position der beweglichen Kontaktstücke 10 der Unterbrechereinheiten 2, 3, 4
lediglich um einen minimalen Betrag h, wobei sich alle Kontaktstücke 10 im Innern
der feststehenden Kontaktstücke 8, d.h. in Kontakt mit denselben befinden. Bei Verschwenkung
des Antriebshebels 43 werden die beweglichen Kontaktstücke 10 der Unterbrechereinheiten
2, 3, 4 zeitlich gestaffelt ausser Eingriff mit den feststehenden Kontaktstücken 8
gebracht, d.h. sie führen zeitlich gestaffelt einen für die Kontakttrennung notwendigen
Hub KT aus; zuerst findet in einem Schaltzeitpunkt t
1 die Kontakttrennung an der Unterbrechereinheit 2 statt, da der Anlenkpunkt des Antriebsgestänges
47 am Schwingeglied 27 gemäss Fig. 3 am nächsten zu der Welle 20 liegt, und somit
schon bei einer relativ kleiner Bewegung der Hilfshebel 32, 33 eine Verschwenkung
des Schwingegliedes 27 und somit auch der mit der Schubstange 22 wirkverbundenen Schwinge
21 stattfindet. Danach folgt im Schaltzeitpunkt t
2 die Kontakttrennung an der Unterbrechereinheit 4, gefolgt im Schaltzeitpunkt t
3 von der Unterbrechereinheit 3, bei welcher der Anlenkpunkt des Antriebsgestänges
47 am Schwingeglied 27 am weitesten von der Welle 20 liegt, so dass eine relativ grosse
Bewegung der Hilfshebel 32, 33 zur Verschwenkung des Schwingegliedes 27 notwendig
ist.
[0021] Durch Längeneinstellung des Antriebsgestänges 47 können in einem bestimmten Bereich
alle möglichen Staffelungszeiten stufenlos eingestellt werden. Es ist aber auch möglich,
eine exakte Gleichzeitigkeit aller Pole einzustellen.
[0022] Eine weitere Ausführungsform eines ebenfalls dreipoligen Hochspannungsschalters 1'
ist in Fig. 4 bis 6 dargestellt. Die gleichartigen und gleichwirkenden Teile sind
weiterhin mit den gleichen Bezugsziffern wie in Fig. 1 bis 3 bezeichnet. So sind wiederum
die beweglichen Kontaktstücke 10 der Unterbrechereinheiten 2, 3, 4 jeweils über die
Schubstange 22 mit der auf der Welle 20 sitzende Schwinge 21 wirkverbunden; auch die
auf den Wellen 20 drehfest angeordneten Schwingeglieder 27 sind gleich wie diejenigen
nach Fig. 1 bis 3 ausgebildet und bilden zusammen mit den vorstehend genannten Getriebegliedern
jeweils einen Teil einer jeder Unterbrechereinheit 2, 3, 4 zugeordneten Getriebekette
60, die auch bei dieser Ausführungsform mit dem stufenlos in der Länge einstellbaren
Antriebsgestänge 47 wirkverbunden ist. Der die Schlitze 30 des jeweiligen Schwingegliedes
27 durchdringende Bolzen 36, an dem das Antriebsgestänge 47 angelenkt ist, ist jedoch
bei dieser Ausführungsform nicht mit Hilfshebeln, wie bei der ersten Variante, sondern
mit einer ortsfesten, am Chassis 17 angeordneten Kulisse 62 wirkverbunden. Dabei weist
jede Kulisse 62 einen mittleren Abschnitt 62b sowie zwei geradlinige Endabschnitte
62a, 62c auf. In den der Einschalt- bzw. Ausschaltstellung entsprechenden Endstellungen
des Schwingegliedes 27 nehmen die Schlitze 30 des Schwingegliedes 27 eine sich mit
den Endabschnitten 62a, 62c der Kulisse 62 deckende Stellung ein, wodurch wiederum
eine Totpunktlage dieser beiden Glieder der Getriebekette 60 in der Einschalt- bzw.
Ausschaltstellung des Schalters erreicht wird. Ähnlich wie beim ersten Ausführungsbeispiel
nach Fig. 1 bis 3 kann durch die Längenverstellung der Koppeln 40, 41 und der Antriebskoppel
42 der Anlenkpunkt des Antriebsgestänges 47 und des jeweiligen Schwingegliedes 27
in seiner Stellung bezüglich der Welle 20 gesteuert werden, was sowohl ein gleichzeitiges,
als auch ein zeitlich gestaffeltes Schalten aller Pole ermöglicht. In Fig. 4 bis 6
ist als Beispiel eine Einstellung dargestellt, bei welcher bei der Ausschaltbewegung
aus der in Fig. 6 gezeigten Einschaltstellung zuerst die Kontakttrennung an der Unterbrechereinheit
2 erfolgt, da der Bolzen 36 dieser Unterbrechereinheit 2 den Endabschnitt 62c der
Kulisse 62 zuerst verlässt und - in den mittleren Abschnitt 62b angelangt - die Verschwenkung
des Schwingegliedes 27 bewirkt. Danach erfolgt die Kontakttrennung an der Unterbrechereinheit
4, gefolgt von der Unterbrechereinheit 3, deren Bolzen 36 in der Einschaltstellung
nach Fig. 6 am weitesten von der Welle 20 entfernt ist und den grössten Weg im Endabschnitt
62c bzw. im Schlitz 30 durchführen muss, bevor die Verschwenkung des Schwingegliedes
27 stattfindet.
[0023] Bei dieser Variante ist sowohl in der Einschaltstellung, als auch in der Ausschaltstellung
die Position der beweglichen Kontakte 10 aller Unterbrechereinheiten 2, 3, 4 gleich.
[0024] Bei der in Fig. 7 bis 9 dargestellten, dritten Variante eines mehrpoligen Hochspannungsschalters
1'' ist wiederum im Mechanismusgehäuse 16 jeder Unterbrechereinheit 2, 3, 4 eine im
wesentlichen der aus Fig. 1 bis 6 bekannten Welle 20 entsprechende Welle 64 mit einer
drehfest angeordneten Schwinge 65 gelagert, die mit einer an der Schwinge 65 einerseits
und am beweglichen Kontaktstück 10 anderseits angelenkte Schubstange 63 wirkverbunden
ist. Die Schubstange 63 ist in ihrem antriebsseitigen Endbereich abgewinkelt. Der
Anlenkpunkt zwischen der Schubstange 63 und der Schwinge 65 befindet sich am abgewinkelten
Teil 63a der Schubstange 63.
[0025] Auf einem in das Chassis 17 hineinragenden Teil der Welle 64 sitzt ein Schwingeglied
66, das einen Teil eines Gelenkvierecks 70 bildet; das Gelenkviereck 70 umfasst ferner
ein im Chassis 17 schwenkbar gelagertes Kurbelglied 69 sowie ein Koppelglied 67. Das
Koppelglied 67 ist einerseits am Schwingeglied 66 angelenkt und anderseits auf einer
Achse 68 gelagert, die am Kurbelglied 69 angeordnet ist. Das allen Unterbrechereinheiten
2, 3, 4 gemeinsame Antriebsgestänge 47 ist an den Achsen 68 der Unterbrechereinheiten
2, 3, 4 angelenkt.
[0026] Auch bei dieser Ausführungsform ist also jeder Unterbrechereinheit 2, 3, 4 eine in
Fig. 7 bis 9 mit 71 bezeichnete, diesmal die Schwinge 65, die Schubstange 63 sowie
das Gelenkviereck 70 umfassende Getriebekette zugeordnet, die über das Antriebsgestänge
47 mit dem gemeinsamen Antrieb 44 verbunden ist.
[0027] Das Gelenkviereck 70 der Getriebekette 71 bewirkt, das eine Verschwenkung des Antriebshebels
43 in einem Bereich von etwa 90° in eine Verschwenkung der Schwinge 65 um 180° umgesetzt
wird; dabei wird die Schwinge 65 in beiden Endstellungen, von denen diejenige nach
Fig. 7 der Ausschaltstellung, diejenige nach Fig. 9 der Einschaltstellung entspricht,
ungefähr in eine Totpunktlage bezüglich der Schubstange 63 gebracht, in welcher die
Schwinge 65 sowie auch der nicht abgewinkelte Teil 63 b der Schubstange 63 zumindest
annähernd in Schaltrichtung des beweglichen Kontaktstückes 10 gestellt sind, so dass
eine relativ grosse Verschwenkung der Schwinge 65 aus dieser Stellung notwendig ist,
um die Lage des beweglichen Kontaktstückes 10 wesentlich zu verändern.
[0028] Auch bei dieser Ausführungsform kann durch die Längenverstellung der Koppeln 40,
41 sowohl ein gleichzeitiges, als auch ein zeitlich gestaffeltes Schalten der einzelnen
Pole realisiert werden. Fig. 7 bis 9 zeigen eine Einstellung, bei welcher die Schwinge
65 der Unterbrechereinheit 4 über das Gelenkviereck 70 sowohl in der Ausschaltstellung
nach Fig. 7, als auch in der Einschaltstellung nach Fig. 9 parallel zur Schaltrichtung
des Kontaktstückes 10 gestellt wird. Demgegenüber ist die Schwinge 65 der Unterbrechereinheit
3 in den beiden Endstellungen um einen Winkel δ
3 bzw. δ
3' im Gegenuhrzeigersinn verschwenkt, die Schwinge 65 der Unterbrechereinheit 2 nimmt
hingegen in den beiden Endstellungen eine im Uhrzeigersinn um einen Winkel δ
2 bzw. δ
2' verschwenkte Stellung ein. Sowohl in der Ausschaltstellung, als auch in der Einschaltstellung
befinden sich jedoch alle Schwingen 65 wenigstens annähernd in einer Totpunktlage
bezüglich der Schubstangen 63, der eine minimale Hubabweichung h (Fig. 10) einzelner
Kontaktstücke 10 entspricht. Die Kurbelglieder 69 sowie die Koppelglieder 67 der Getriebeketten
71 befinden sich ebenfalls in gegenseitig unterschiedlichen Stellungen, was zur Folge
hat, dass eine Verschwenkung des Antriebshebels 43 aus der Einschaltstellung nach
Fig. 9 im Uhrzeigersinn zuerst eine Kontakttrennung der Unterbrechereinheit 3, gefolgt
von Unterbrechereinheit 4 und zuletzt der Unterbrechereinheit 2, verursacht. In umgekehrter
Reihenfolge finden die Kontaktberührungen beim Einschaltvorgang statt.
[0029] Bei allen drei Ausführungsbeispielen können zwecks Reduktion der Überspannungen und/oder
der Schalterbeanspruchung mit Getriebeketten 50 bzw. 60 bzw.71, die aus identisch
ausgebildeten Getriebegliedern zusammengesetzt sind, im gegebenen Bereich praktisch
alle wünschbaren Staffelungen der Schaltzeitpunkte der Pole fein eingestellt werden.
Bei allen Ausführungsbeispielen kann auch gleichzeitiges Schalten aller Pole exakt
eingestellt werden. Müssen in einer Anlage Schalter mit sowohl zeitlich gestaffelt
als auch gleichzeitig schaltenden Kontakten eingesetzt werden, so muss nur eine Schalterausführung
verwendet werden.
1. Mehrpoliger Schalter, insbesondere für Hochspannung, mit für alle Pole identisch ausgebildeten
Unterbrechereinheiten (2, 3, 4), die jeweils ein zwischen einer Einschaltstellung
und einer Ausschaltstellung hin und her bewegliches Kontaktstück (10) aufweisen, das
über eine der Unterbrechereinheit (2, 3, 4) zugeordnete Getriebekette (50, 60, 71)
sowie ein Antriebsgestänge (47) mit einem allen Unterbrechereinheiten (2, 3, 4) gemeinsamen
Antrieb (44) verbunden ist, wobei die Getriebeketten (50, 60, 71) aller Unterbrechereinheiten
(2, 3, 4) aus identisch ausgebildeten Getriebegliedern zusammengesetzt sind und jeweils
eine auf einer ein Mechanismusgehäuse (16) der Unterbrechereinheit durchdringenden
Welle (20, 64) sitzende Schwinge (21, 65), eine an diese und an das betreffende Kontaktstück
(10) angelenkte Schubstange (22, 63) sowie ein auf der Welle (20, 64) drehfest angeordnetes
Schwingeglied (27, 66) aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwingeglied (27,
66) unter Zusammenwirkung mit mindestens einem weiteren Getriebeglied (32, 33, 36;
36, 62; 70) mit dem Antriebsgestänge (47) verbunden ist, zwei zusammenwirkende Glieder
der Getriebekette (50, 60, 71) sowohl in der Einschaltstellung als auch in der Ausschaltstellung
wenigstens annähernd eine Totpunktlage einnehmen, und die Relativlage der Getriebeketten
(50, 60, 71) zum Einstellen der Schaltzeitpunkte (t1, t2, t3) der einzelnen Unterbrechereinheiten (2, 3, 4) einstellbar ist.
2. Schalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Relativlage der Getriebeketten
(50, 60, 71) stufenlos einstellbar ist.
3. Schalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur Einstellung der
Relativlage der Getriebeketten (50, 60, 71) das Antriebsgestänge (47) in der Länge
verztellbare Koppeln (40, 41, 42) aufweist.
4. Schalter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwingeglied
(27) mit einer zur Welle (20) wenigstens annähernd radialen Längsführung (30) versehen
ist, in welcher in Zusammenwirkung mit dem weiteren Getriebeglied (32, 33, 36; 36,
62) ein Anlenkpunkt des Antriebsgestänges (47) in seiner Stellung bezüglich der Welle
(20) verschiebbar ist.
5. Schalter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das weitere Getriebeglied als
ein um eine Achse schwenkbarer Hilfshebel (32, 33) ausgebildet ist, der mit einem
in die Längsführung (30) hineinragenden, den Anlenkpunkt für das Antriebsgestänge
(47) bildenden Bolzen (36) versehen ist, wobei sowohl in der Einschaltstellung als
auch in der Ausschaltstellung der Hilfshebel (32, 33) eine wenigstens annähernd rechtwinklige
Stellung zum Schwingeglied (27) bzw. zur Längsführung (30) einnimmt.
6. Schalter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsgestänge (47) an
einem in einer ortsfesten Kulisse (62) geführten Bolzen (36) angelenkt ist, der in
die Längsführung (30) des Schwingegliedes (27) hineinragt, wobei die Kulisse (62)
mit zwei Endabschnitten (62a, 62c) versehen ist, die derart ausgebildet sind, dass
die Längsführung (30) in der Ausschaltstellung eine sich mit dem einen Endabschnitt
(62a),in der Einschaltstellung mit dem anderen Endabschnitt (62c) deckende Stellung
einnimmt.
7. Schalter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwingeglied
(66) einen Teil eines Gelenkvierecks (70) bildet, das ein durch das Antriebsgestänge
(47) hin und her schwenkbares Kurbelglied (69) aufweist, das über ein Koppelglied
(67) mit dem Schwingeglied (66) wirkverbunden ist, derart, dass die in einem begrenzten
Winkelbereich stattfindende Verschwenkung des Kurbelgliedes (69) in eine Verschwenkung
des Schwingegliedes (66) und somit auch der Schwinge (65) um 180° übersetzt wird,
wobei sowohl in der Einschaltstellung als auch in der Ausschaltstellung die Schwinge
(65) wenigstens annähernd eine Totpunktlage bezüglich der Schubstange (63) einnimmt.