[0001] Die Erfindung betrifft eine Schubladenführung nach dem Oberbegriff des Patentanspruches
1.
[0002] Eine derartige Befestigung der Führungsschiene wird dann gewählt, wenn die Führungsschiene
verdeckt, z.B. unterhalb einer Seitenzarge oder innerhalb einer Seitenwand einer Schublade
unter dem Ladenboden angeordnet werden soll bzw. die Breite der Schublade von der
Lichtweite des Möbelstückes od.dgl., in dem die Schublade Verwendung finden soll,
abweicht, wobei der Überstand der Tragbügel über die Seitenteile des Möbelstückes
die Maßabweichungen, also die verschiedenen möglichen Einbaubreiten bzw. Seitenwandabstände
der Führungsschiene, ausgleicht. Maßabweichungen ergeben sich u.a. bei Büromöbeln,
wenn Rolladenkästen oder Schubladenkästen von Schreibtischen nach einem vorgegebenen
Raster, also mit fixen Außenmaßen, gebaut werden, an die genormten Papierformate angepaßte
Schubladen Verwendung finden und Platten oder sonstige Träger unterschiedlicher Dicke
als Halterung für die Schubladenführungen eingesetzt werden. Bei besonders dicken
Wandungsteilen des feststehenden Möbelstückes können hier die feststehenden Führungsschienen
unmittelbar an der Wandung befestigt werden. Es ist bisher üblich, zwischen Führungsschiene
und Tragbügeln bleibende Verbindungen, z.B. Schweiß-, Niet- oder Druckfügeverbindungen
vorzusehen. Nachteilig ist hier der notwendige zusätzliche Arbeitsgang für die Herstellung
der Verbindung. Wesentlich ungünstiger ist aber die Tatsache, daß bei unterschiedlichen
auszugleichenden Maßen jeweils an diese Maße angepaßte Führungsschienen mit fertig
montierten Tragbügeln eingesetzt werden müssen, also eine Vielzahl von Führungsschienen
mit unterschiedlich hohen Tragbügeln auf Lager gehalten und bei Bestellungen berücksichtigt
werden muß. Die Tragbügel stehen über die Schienen vor, können daher leicht beschädigt
werden und machen überdies die Schubladenführung zu einem sperrigen Bauteil, der viel
Platz für die Verpackung und den Versand benötigt. Zu erwähnen wäre noch, daß es bei
Stahlschränken, z.B. aus der US 3 771 849 A, an und für sich bekannt ist, Führungsschienen
von Schubladenführungen mit Laschen unmittelbar in entsprechende Halteprofile in den
Seiten des Stahlschrankes einzuhängen.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, die aufgezeigten Nachteile einer Schubladenführung
der eingangs genannten Art mit einfachen Mitteln wirksam zu beseitigen.
[0004] Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst.
[0005] Die Erfindung ermöglicht es, den Einbau der Schubladenführung zu vereinfachen, da
die Führungsschiene erst nachträglich in die Tragbügel eingehängt wird und diese Tragbügel
daher bei freier Zugänglichkeit im jeweiligen Möbel od.dgl. montiert werden können,
wobei auch automatische Montageeinrichtungen einsetzbar sind. Für den Ausgleich verschiedener
Einbaubreiten werden entsprechende, verschieden hohe Tragbügel verwendet, wobei aber
die Schubladenführung selbst und die Führungsschiene unabhängig von dieser Einbaubreite
gewählt werden kann. Im Bedarfsfall können verschiedene Materialien für die Tragbügel
und die Führungsschienen Verwendung finden, d.h. es ist nicht, wie bei Schweißverbindungen,
notwendig, miteinander in dieser Hinsicht verträgliche Materialien einzusetzen. Wärmebelastungen
der Schiene und die damit verbundene Gefahr eines Verziehens oder des Auftretens von
Oberflächenbeschädigungen werden, ebenso wie der bisher notwendige Arbeitsgangn für
die Herstellung der starren Verbindung zwischen Führungsschiene und Tragbügeln vermieden.
Wegen der möglichen gesonderten Verpackung der Tragbügel ergibt sich auch eine einfachere
Verpackung der Schubladenführungen selbst für den Versand und die aufgezeigte Beschädigungsgefahr
von Verpackung und Werkstück entfällt.
[0006] Im Rahmen der Erfindung sind verschiedene, auch in der Grundform teilweise bekannte
Einhänge- oder Steckverbindungen für Führungsschiene und Tragbügel möglich. Es ist
immer danach zu trachten, möglichst einfache Formen zu wählen, wobei insbesondere
angestrebt wird, die zur Führungsschiene gehörigen Teile der Steckverbindung möglichst
einfach in einem Arbeitsgang herstellbar auszuführen.
[0007] Eine besonders einfache Gesamtkonstruktion ergibt sichbei einer Ausführung nach Anspruch
2. Durch entsprechende Ausführungen der Ausprägung mit am Öffnungsrand angreifenden
Anlageseiten ist es möglich, eine klappersichere Verbindung herzustellen. Bei besonders
steifem Material wäre es auch denkbar und möglich, im Steg des Tragbügels eine durch
Randeinschnitte an drei Seiten freigestellte Sperrzunge auszuformen und die Noppe
nach innen weisend an dieser Zunge vorzusehen, so daß die beim Einhängen der Führungsschiene
mit der Noppe in Eingriff kommende Lasche die Zunge in die Öffnung der Tragschiene
einbiegt und damit in einer gegen das Abheben sichernden Stellung festhält.
[0008] Verschiedene Möglichkeiten für die Verbindung sind in den Ansprüchen 3 und 4 angegeben.
[0009] Eine die Anbringung der Führungsschiene besonders erleichternde Befestigungsmöglichkeit
ist dann gegeben, wenn nur zwei Tragbügel pro Führungsschiene notwendig sind. Dabei
ist eine Ausführung nach Anspruch 5 vorteilhaft. Besonders bei deckennahen Führungsschienen
oder bei schmalen tiefen Möbelstücken läßt sich eine Steckverbindung der beschriebenen
Art für das Innenende leichter als eine Einhängeverbindung herstellen. Eine Einhängeverbindung
im Bereich des vorderen Schienenendes kann bei der beschriebenen Ausführung zugleich
als Abhebe- und Verschiebesicherung für die gesamte Schiene ausgeführt werden. Wenn
bei längeren Schubladenführungen mehr als zwei Tragbügel pro Führungsschiene Verwendung
finden, empfiehlt es sich trotzdem, aus den obigen Gründen möglichst für das Innenende
eine Steckverbindung zu verwenden.
[0010] Vorteilhaft ist es, wenn man zur Verringerung der Lagerhaltung eine Ausführung der
Tragbügel nach Anspruch 6 wählt, wobei die Art der Verbindung durch Anordnung und
Form der Laschen der Tragschiene bestimmt wird.
[0011] Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegenstandes entnimmt man der nachfolgenden
Zeichnungsbeschreibung. In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise
veranschaulicht. Es zeigen
- Fig. 1
- einen sowohl bei Steck- als auch bei Einhängeverbindungen einsetzbaren Tragbügel im
Schaubild,
- Fig. 2
- ein Teilstück einer Führungsschiene einer Schubladenführung im Bereich einer Steckverbindung
in Innenansicht,
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf die Schiene nach Fig. 2 in der an einem Tragbügel fertig montierten
Stellung,
- Fig. 4
- in einer der Fig. 2 entsprechenden Darstellungsweise den vorderen Endbereich einer
Führungsschiene mit einer eine Steckverbindung ermöglichenden Lasche,
- Fig. 5
- eine der Fig. 3 entsprechende Draufsicht der am Tragbügel befestigten Schiene nach
Fig. 4 und
- Fig. 6
- in größerem Maßstab einen Querschnitt durch Tragbügel und Führungsschiene in der Montagestellung
nach Fig. 5.
[0012] Bei den gezeigten Ausführungsformen finden jeweils zur Befestigung einer meist als
Korpusschiene bezeichneten Führungsschiene 1 untereinander gleiche Tragbügel 2 Verwendung.
Diese Tragbügel sind einfache, in der Grundform U-förmice Bügel mit abgewinkelten
Befestigungslaschen 3 und Durchführungsöffnungen 4 für Befestigungsschrauben. Die
Höhe der Seitenschenkel 5 bestimmt den Montageabstand der jeweiligen Führungsschiene
1 von der Seitenwand od.dgl. des Elementes, in dem die Schubladenführung angebracht
werden muß. Der Steg 6 dient zur Anlage an der Außenseite der Führungsschiene 1 und
kann, bei entsprechend profilierten Führungsschienen an das Querschnittsprofil dieser
Schiene angepaßt sein. Im Mittelbereich ist am Steg eine Ausprägung 7 in Form einer
dreieckigen Noppe vorgesehen, deren unterer Rand 8 bei der Verwendung in einer Einhängeverbindung
als Stütze für den noch zu beschreibenden Lochrand in der Schiene 1 dient. In den
Seitenschenkeln 5 sind unmittelbar zur Rückseite des Steges 6 führende Öffnungen 9
vorhanden. Am Steg 6 sind hornartige Verbindungsstücke 10 angeformt, zwischen denen
eine nach oben obbene Rastausnehmung 16 gebildet ist und die überdies die Verbindung
des Steges mit den Seitenschenkeln verstärken.
[0013] Nach den Fig. 2 und 3 wird eine Steckverbindung zwischen der Schiene 1 und dem Tragbügel
2 vorgesehen. Um diese Steckverbindung zu ermöglichen, wird aus dem Schienenmaterial
eine abgewinkelte Lasche 11 ausgeformt, welche die zu ihrer Herstellung benötigte
Öffnung 12 überlappt. Für die Herstellung der Steckverbindung wird die Lasche einfach
durch das eine Loch 9 im vorderen Seitenschenkel des Tragbügels 2 eingeführt. Die
Noppe 7 (deren Lage auch in Fig. 2 strichpunktiert angedeutet wurde) erfüllt bei dieser
Konstruktion keine nähere Funktion. Das nicht benutzte Loch 9 im zweiten Seitenschenkel
5 des Tragbügels 2 findet bei der Montage der zweiten Führungsschiene der Schublade
an der gegenüberliegenden Wandung seinen Einsatz.
[0014] Nach den Fig. 4 - 6 besitzt die Schiene 1 zur Herstellung der dort vorgesehenen Steckverbindung
eine Lasche 13, deren freies Ende 14 nach unten weist und die wieder für den Eingriff
mit der Innenseite des Steges 6 bestimmt ist. Die von der Lasche 12 überlappte Öffnung
15 der Schiene 1 ist ebenfalls ersichtlich. Beim Aufstecken der Schiene auf den Steg
6 des Tragbügels 2 wird die Schiene und/oder der Steg des Tragbügels über die Noppe
7 etwas vorgespannt, wobei auch die Lasche etwas ausfedern kann. Sobald die Noppe
die Öffnung 15 erreicht, tritt sie in diese ein, wobei schließlich der untere Rand
der Öffnung 15 an der nach unten gerichteten Seite 8 der Noppe 7 einrastet, so daß
eine Abhebesicherung erzielt ist (siehe auch strichpunktierte Darstellung der Noppe
7 in Fig. 4). Eine Längsverschiebung der Schiene 1 ist wegen des Eingriffes der Lasche
13 in die Rastvertiefung 16 ebenfalls unmöglich.
[0015] Die Führungsschiene 1 hängt in ihrer Form von der Art der jeweiligen Schubladenführung
ab. Bei langen Schienen kann man über die Länge verteilt auch drei oder mehrere Tragbügel
verwenden und bei breiten Schienen kann man die Anordnung der Tragbügel und der entsprechenden
Laschen in der Schiene auch im Höhenversatz vorsehen. In allen Fällen wird man eine
möglichst einfache Laschenform anstreben, so daß gleiche Tragbügel auch für unterschiedliche
Führungsschienen eingesetzt werden können.
1. Schubladenführung, deren beim Gebrauch feststehende Führungsschiene (1) für sich mit
abstandsweise angebrachten Tragbügeln (2) an einer Seitenbegrenzung des Aufnahmeraumes
für die Schublade befestigbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß für die Führungsschiene
(1) und die Tragbügel (2) Einhänge- oder Steckverbindungen (6, 11, 6, 13) vorgesehen
sind, bei denen die Führungsschiene (1) mit aus dem Schienenmaterial an der zur Seitenbegrenzung
weisenden Außenseite der Führungsschiene (1) ausgeformten Lappen oder Laschen (12,
13) in aus den für sich montierbaren Tragbügeln (2) geformte Aufnahmen (6, 9) einhängbar
oder einsteckbar sind, wobei wenigstens eine Verbindung (6, 13) eine selbst einrastende
Abhebe- oder Aushängesicherung (7) aufweist.
2. Schubladenführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Abhebesicherung
in einem zur Anlage an der Führungsschiene (1) bestimmten Steg (6) des Tragbügels
(2) oder an der Führungsschiene im Bereich dieses Steges wenigstens eine überstehende
Ausprägung, z.B. Noppe (7), vorgesehen ist, die beim Einschieben der Lasche (13) an
der von der Tragschiene abweisenden Seite des Steges in die von der angeformten Lasche
(13) freigegebene und von dieser mit Abstand überlappte Öffnung (15) der Tragschiene
(1) bzw. eine Stegausnehmung einrastet.
3. Schubladenführung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung
als Einhängeverbindung ausgebildet ist, bei der die Lasche (13) an der Schiene (1)
mit ihrem Einschiebeende (14) quer zur Schiene nach unten weist und von oben über
den in Schienenlängsrichtung angeordneten Steg (6) des Tragbügels (2) einhängbar ist
(Fig. 4 - 6).
4. Schubladenführung nach Anspruch 1 oder, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung,
wie an sich bekannt, als Steckverbindung ausgebildet ist, bei der die Lasche (11)
an der Führungsschiene (1) mit ihrem Einschiebeende in Schienenlängsrichtung weist
und durch eine Seitenöffnung (9) des Schenkels (5) des Tragbügels (2) hinter den Steg
(6) dieses Tragbügels (2) einschiebbar ist.
5. Schubladenführung nach den Ansprüchen 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß für das
Innenende der Führungsschiene (1) eine Steckverbindung (6, 9, 11) mit einem zugehörigen
Tragbügel (2) und für den äußeren Endbereich der Tragschiene eine Einhängeverbindung
(6, 7, 13, 15) mit dem zugehörigen Tragbügel (2) vorgesehen ist, so daß die Tragschiene
(1) zunächst im inneren Endbereich über die Steckverbindung und dann im äußeren Endbereich
über die Einhängeverbindung an den Tragbügeln (2) fixiert wird.
6. Schubaldenführung nach einem der Ansprüche 3 - 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Tragbügel (2) beidseits mit Seitenöffnung (9) in ihren Schenkeln (8) versehen sind,
so daß sie an der linken und rechten Schubladenseite für die Steckverbindung sowie
die Einhängeverbindung mit der Führungsschiene (1) verwendbar sind.