[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Walzen von Fertigprofilen aus einem
Vorprofil mittels einer im Reversierbetrieb arbeitenden Anordnung, die eine Kompaktwalzgruppe,
bestehend aus einem eingangsseitigen ersten Universalgerüst, einem ausgangsseitigen
zweiten Universalgerüst und einem, zwischen diesen Universalgerüsten angeordneten
Stauch-Zwischengerüst bildet, wobei der Kompaktwalzgruppe, querversetzt, parallel
zu deren Walzlinie eine, aus zwei oder mehr Walzgerüsten bestehende Vorwalzgruppe
mit freiem Walzgutauslauf und eine, zwischen beiden Walzlinien angeordnete Querverschiebeeinrichtung
vorgeordnet ist.
[0002] Bei bekannten Verfahren und nach diesen betriebenen Walzgerüstanordnungen werden
z.B. von einer Stranggießanlage erzeugte Blöcke einem Zwischenlager zugeführt, in
diesem auf Raumtemperatur abgekühlt, qualitativ überprüft und nach erneutem Erwärmen
auf Walzhitze in der Walzgerüstanordnung zu Schienen gewalzt. Nach dem Erwärmen auf
Walzhitze werden die quaderförmigen Blöcke mindestens in einem Duo-Reversier-Gerüst,
in der Regel jedoch auf zwei solcher Gerüste vorwalzend vorgeformt. Die Fertigwalzung
erfolgte ebenfalls in Trio- oder Duo-Reversiergerüsten, neuerdings aber immer häufiger
in Universalgerüsten.
[0003] Es wurde auch schon vorgeschlagen, diesen Formungsprozeß in einer vollkontinuierlich
arbeitenden Walzgerüstanlage mit der entsprechend großen Anzahl von Walzgerüsten und
deren Antrieben durchzuführen.
[0004] Man ist bei all diesen Verfahren bestrebt, Schienen in möglichst großen Walzlängen
zu erzeugen und diese großen Walzlängen möglichst in der Walzhitze durch Kopfhärteanlagen
oder andere Vergütungsanlagen zu führen und die so behandelten Schienen anschließend
abzukühlen, zu richten, qualitativ zu überprüfen und abzulängen.
[0005] Die Nachteile dieser bekannten Verfahren sind die folgenden:
[0006] Die Vielzahl der für die Vorwalzung notwendigen Formkaliber erfordert große Reversier-Gerüste
wegen der für die Vielzahl der Formkaliber notwendigen großen Ballenlänge der Walzen
mit entsprechend hohen Kosten für die Walzen selbst und weiter aufwendige Manipuliereinrichtungen
für das Einbringen des Walzgutes in die verschiedenen Kaliber. Die großen Walzlängen
führen zu verhältnismäßig langen Zeiten, die für das reversierende Walzen benötigt
werden und lassen es deshalb nicht zu, solche Anlagen in einen Arbeitszeittakt mit
einer Stranggießanlage zu bringen. Es ist deshalb in einem solchen Fall für einen
Verbundbetrieb zwischen Stranggießanlage und Walzanlage immer ein verhältnismäßig
großes Zwischenlager notwendig.
[0007] Für die vollkontinuierliche Walzung sind wegen der großen Zahl der Formkaliber mindestens
sechs bis acht Walzgerüste mit den Antrieben erforderlich. Es ergeben sich dabei entsprechend
hohe Investitionskosten, hohe Kosten für die entsprechend große Anzahl von Walzen
und für deren Wechsel und Nacharbeitung. Darüber hinaus lassen sich bei dieser kontinuierlichen
Vorwalzung mit ebenfalls kontinuierlicher Fertigwalzung unterschiedliche Temperaturen
in der Walzlänge nicht vermeiden, die als sog. Temperaturkeile zwischen dem Anfang
und dem Ende der Walzlänge, bedingt durch die relativ niedrige Einlaufgeschwindigkeit
in das erste Gerüst der Walzstraße entstehen. Diese Temperaturkeile müssen ausgeglichen
bzw. ausgeregelt werden, damit die Anforderungen erfüllt werden, die Kopfhärteanlagen
bzw. Vergütungsanlagen an das Walzgut stellen.
[0008] Es wird häufig gefordert, eine zahlenmäßig geringe Schienenproduktion mit der Produktion
von Trägern zu kombinieren. Die bekannten, anfangs genannten Anlagen zum Walzen von
Fertigprofilen aus einem Vorprofil, die durchweg im Verbundbetrieb mit einer Stranggießanlage
arbeiten, d.h. ohne ein konventionelles Reversiervorgerüst lassen sich mit den geschilderten,
bisher üblichen Schienenwalzverfahren nur mit einem sehr großen Aufwand an Zusatzeinrichtungen
realisieren.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Walzen von Schienen in den gattungsgemäßen
Walzgerüstanordnungen durchzuführen und dabei als Ausgangsprodukte entweder stranggegossene
Rechteckblöcke oder bereits in Vorform gegossene Vorprofile zu verwenden.
[0010] Diese Aufgabe wird dabei dadurch gelöst, daß bei Ausstattung mindestens eines Walzgerüstes
der Vorwalzgruppe und/oder eines Walzgerüstes der Kompaktwalzgruppe mit mehreren,
durch Querverschiebung der Walzen oder der Walzgerüste oder des herangeführten Walzgutes
in und außer Walzstellung bringbaren Wahlkalibern, die Formung des rechteckigen oder
vorgeformten Vorprofils in den Walzgerüsten der Vorwalzgruppe, reversierend in einer
Reihe von Formgebungs- und Formreduziervalzstichen unter Einsatz der Wahlkaliber und
anschließend in der Kompaktwalzgruppe ebenfalls reversierend, in mehreren Formgebungs-
und Formreduzierstichen im eingangsseitigen Universalgerüst und im Stauchzwischengerüst
wieder unter Einsatz der Wahlkaliber, anschließend im ausgangsseitigen Universalgerüst
zu dem Fertigprofil fertigzuwalzen.
[0011] Bei Ausstattung der Vorwalzgruppe mit einem Universalgerüst und einem, zwei Wahlkaliber
aufweisenden Horizontalgerüst und des Stauchzwischengerüstes der Kompaktwalzgruppe
ebenfalls mit zwei Wahlkalibern kann die Formung eines rechteckigen Vorprofils zu
einem Schienenprofil durch fünf oder mehr Stiche und Reversierstiche zwischen dem
Universalgerüst und dem Horizontalgerüst pro Walzgruppe eingeleitet werden, wobei
profilierte Horizontalwalzen des Universalgerüstes in das Profil zwei, einander gegenüberliegende,
versetzt zur Profillängsmitte verlaufende Kammerbuchten bilden, wobei, jeweils anschließend
durch das eine oder das andere Wahlkaliber des Horizontalgerüstes der Vorwalzgruppe
seitlich der Kammerbuchten die Kopf- und Flanschansätze des entstehenden Schienenprofils
vorgeformt und formreduziert, das entstehende Schienenprofil reversierend nach drei
oder mehr Stichen im eingangsseitigen Universalgerüst der Kompaktwalzgruppe und den
beiden Wahlkalibern des Stauchzwischengerüstes in einem weiteren Stich durch das ausgangsseitige
Universalgerüst zum Schienenprofil fertiggewalzt wird.
[0012] Bei Verwendung eines dog-bone-geformten Vorprofils anstelle des obengenannten rechteckigen
Vorprofils können entsprechend dem oben geschilderten Verfahren die mittigen Ausbuchtungen
des Vorprofils durch die Profilwalzen des Universalgerüstes der Vorwalzgruppe zu den
Kammerbuchten gebildet werden.
[0013] Bei Verwendung eines schienenprofilähnlichen Vorprofils anstelle eines rechteckigen
Vorprofils und Verwendung eines Vertikalwalzgerüstes anstelle des obengenannten Universalgerüstes
in der Vorwalzgruppe kann das Vorprofil auch beidendig stauchend beaufschlagt werden
und das Stauchzwischengerüst der Kompaktwalzgruppe kann drei Wahlkaliber aufweisen,
wobei das Vorprofil dann so bemessen ist, daß seine Flanschansätze dem 1,2- bis 4-Fachen
der Kopfbreite und der andere Flansch dem 1,2- bis 3-Fachen der Fußbreite des fertigen
Schienenprofils entsprechen.
[0014] Bei der Verwendung eines Vorprofils mit pfropfenartigem Querschnitt anstelle eines
rechteckigen Vorprofils und Verwendung nur eines Horizontalgerüstes bzw. eines trapezförmigen
Querschnitts unter Verwendung des Vetikalvorgerüstes der Vorwalzgruppe mit drei Wahlkalibern
als Vorgerüst kann das Vorprofil reversierend in drei Stichen aufeinanderfolgend in
den drei Wahlkalibern vorgeformt werden.
[0015] Die Erfindung wird anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert. In der Zeichnung zeigen
- Fig. 1
- eine Walzgerüstanordnung zur Durchführung des Verfahrens in der Draufsicht in schematischer
Darstellung,
- Fig. 2
- eine andere Ausbildung der Walzgerüstanordnung nach Fig. 1,
- Fig. 3, 3a, 3b u. Fig. 4, 4a, 4b
- Walzstichpläne zur Durchführung des Verfahrens mit der Walzgerüstanordnung nach Fig.
1, und
- Fig. 5, 5a, 5b 6 und 7
- Walzstichpläne zur Durchführung des Verfahrens mit einer Walzgerüstanordnung nach
Fig. 2.
[0016] Die Walzgerüstanordnung nach Fig. 1 weist eine Stranggießanlage STG auf, der ein
Nachwärm- und Pufferofen PO und diesem eine Entzunderungseinrichtung EE nachgeordnet
sind. Die so vorbehandelten, aus der Stranggießanlage STG kommenden Vorprofile werden
über einen Rollgang R1 der Vorwalzgruppe zugeführt, die hier aus einem Universalgerüst
VUG und einem Horizontal-Duogerüst VHG besteht. Über eine hinter dieser Vorwalzgruppe
angeordnete Quer-Fördereinrichtung QE wird das vorgewalzte Vorprofil dann der Kompaktwalzgruppe
zugeführt, die aus einem eingangsseitigen Universalgerüst EUG, einem ausgangsseitigen
Universalgerüst AUG und einem, zwischen diesen angeordneten Stauch-Zwischengerüst
SZG besteht.
[0017] Die Ausbildung nach Fig. 2 entspricht der nach Fig. 1 mit der Maßgabe, daß in der
Vorwalzgruppe anstelle des Vorwalzuniversalgerüstes VUG ein Duo-Vertikalgerüst VVG
vorgesehen ist.
[0018] Der Walz-Stichplan nach Fig. 3 zeigt die Stichfolgen für die Erzeugung einer sog.
Vignol-Schiene aus einem Strangguß-Vorprofil VP mit Rechteckquerschnitt. In diesem
Profil wird in einem ersten Stich U1 im Universalgerüst VUG der Vorwalzgruppe mit
Hilfe der profilierten Horizontalwalzen HW eine, um einen Abstand d zur vertikalen
Längsmitte x-x des Vorprofils VP versetzte Kammerbucht KB gebildet, wobei die Vertikalwalzen
VW die vorgesehene Breite des Querschnitts sichern. Im folgenden Stich H1 wird im
Wahlkaliber WH1 (vgl. Fig. 3a) des Horizontal-Duo-Gerüstes VHG der Vorwalzgruppe und
in einem folgenden Reversierstich RH1 die Massenverteilung im Vorprofil-Querschnitt
im Hinblick auf die Bildung eines querschnittgerechten Schienenvorprofils bewirkt.
Diese Massenverteilung unter Vergrößerung der Kammerbucht KB wird dann in einem folgenden
Stich U2, in der Reversierrichtung durch das Universalgerüst VUG, einem anschließenden
Reversierstich U3 durch dieses Gerüst, einem anschließenden Stich H2 und einem Reversierstich
RH2 durch das zweite Wahlkaliber des Horizontal-Duogerüstes VHG, sowie einem folgenden
Stich U4 und einen anschließenden Reversierstich U5 wieder durch das Universalgerüst
VUG und einen anschließenden, abschließenden Stich H3 durch das zweite Wahlkaliber
WH2 des Horizontal-Duogerüstes VHG aus der Vorwalzgruppe heraus über die Querverschiebeeinrichtung
QE mit einem Stich U1 in das eingangsseitige Universalgerüst EUG der Kompaktwalzgruppe
eingeführt und mit einem weiteren Stich E1 dem Wahlkaliber WE1 (vgl. Fig. 3b) des
Stauchzwischengerüstes SZG zugeführt und von diesem für einen Stich U2 und einen reversierenden
Stich U3 erneut in das eingangsseitige Universalgerüst EUG eingebracht und dann, folgend
noch einmal in das Stauch-Zwischengerüst SZG, diesmal in dessen zweites Wahlkaliber
WE2 (vgl. Fig. 3b) geführt und dann im ausgangsseitigen Universalgerüst AUG in dessen
profilierten Horizontalwalzen HW in einem Stich zu dem Vignol-Schienenquerschnitt
fertiggewalzt wird.
[0019] Wie aus der vorstehenden Darstellung ersichtlich, wird in der Vorgerüstgruppe aus
dem Rechteckquerschnitt eine unsymmetrische Materialverteilung vorgenommen, die der
für das Anstichprofil der folgenden Fertigwalzgruppe notwendigen Massenverteilung
entspricht.
[0020] Beim Walzen nach dem in Fig. 4 wiedergegebenen Walzstichplan wird ein, an beiden
Enden verstärktes Vorprofil VP ein sog. dog-bone, das ebenfalls aus einer Stranggußeinrichutng
kommt, verwendet. Die Stichfolgen in der Vorgerüstgruppe entsprechen denen nach Fig.
3 mit der Maßgabe, daß das Vorprofil VP nach dem Verlassen des Universalgerüstes VUG
nach dem dritten Stich U3 noch einmal durch das erste Wahlkaliber WH1 des Zwischenstauchgerüstes
VHG geführt wird und dann in reversierender Richtung mit einem Stich U4 und einem
Reversierstich U5 durch das Universalgerüst, von diesem in einem einzigen Stich H3
durch das zweite Wahlkaliber (Fig. 4a) des Horizontal-Duogerüstes VHG und anschließend
über die Quer-Fördereinrichtung QE in die Kompaktwalzgruppe mit einer Stichfolge entsprechend
der Darstellung nach Fig. 3 unter Verwendung der beiden Wahlkaliber WE1 und WE2 des
Zwischenstauchgerüstes SZG gemäß Fig. 4b.
[0021] Nach dem Walzstichplan gemäß Fig. 5 wird ein stranggegossenes, bereits unsymmetrisches
Vorprofil VP dem Vertikal-Duogerüst VVG in einem Stich V1 zugeführt und dabei gestaucht.
Diesem Stich folgt ein Stich H1 im Horizontal-Duo-Gerüst VHG, diesem in reversierender
Richtung ein weiterer Stich V2 und ein Reversierstich V3 im Vertikal-Duo-Gerüst VVG,
an den sich ein Stich H2 und ein Stich RH2 im zweiten Wahlkaliber WH2 des Vertikal-Duogerüstes
VHG, ein Folgestich V4 im Vertikal-Duo-Gerüst und an diesen, reversierend ein weiterer
Stich H2 in den zweiten Wahlkaliber WH2 des Vertikal-Duo-Gerüstes VHG anschließen.
Das Vorprofil wird dann über die Quer-Fördereinrichtung QG der Kompaktwalzgruppe zugeführt
und in den ersten fünf Stichen U1, E1, U2, U3, E2 in der, in den Fig. 3 und 4 dargestellten
Weise behandelt. Anschließend folgen in reversierender Richtung ein Stich U4 und ein
Reversierstich U5 im eingangsseitigen Universalgerüst EUG, an die sich ein Stich E3
im, in diesem Fall dritten Wahlkaliber WE3 des Stauchzwischengerüstes SZG und an diesen,
wie in den vorhergehenden Fällen der Fertigstich mit den profilierten Horizontalwalzen
HW des ausgangsseitigen Universalgerüstes AUG anschließen.
[0022] Die hier dargestellte Stichverteilung zwischen Vorwalzgruppe und Fertigwalzgruppe
stellt eine sehr ausgewogene Verteilung der Umformarbeit auf beide Walzgruppen dar,
wobei mehr Stiche in der Fertigwalzgruppe gewalzt werden; hierzu sind, anders als
beim vorhergehend dargestellten Beispiel, drei statt zwei Wahlkaliber in der Fertigwalzgruppe
notwendig. Beim in Fig. 6 dargestellten Walzstichplan wird ein stranggegossenes Vorprofil
VP mit einem, dem zu walzenden Schienenprofil ähnlichen pfropfenartigen Querschnitt
verwendet, das, wie strichpunktiert angedeutet, liegend unmittelbar dem Horizontal-Duo-Gerüst
VHG der Vorwalzgruppe zugeführt und in diesem mit aufeinanderfolgenden reversierenden
Stichen R1, RH1 und H1 so weit reduziert wird, daß es über die Quertransporteinrichtung
QE dem eingangsseitigen Universalgerüst EUG der Kompaktwalzgruppe zugeführt werden
kann. Nach dem Stich U1 in diesem Gerüst folgt ein Stich E1 durch das erste Wahlkaliber
WE1 des Stauchzwischengerüstes SZG (vgl. Fig. 6a) und dann, in reversierenden Richtung
ein weiterer Stich U2 durch das eingangsseitige Universalgerüst EUG und ein Reversierstich
U3 durch dasselbe Gerüst, von dem dann ein weiterer Stich E2 durch das zweite Wahlkaliber
WE2 des Stauchzwischengerüstes SZG und diesem der Fertigstich durch das ausgangsseitige
Universalgerüst AUG folgen. Durch die Art der Massenverteilung im stranggegossenen
Vorprofil ist bei diesem Walzstichplan nur eine Vorwalzung in drei Stichen im Duo-Horizontalgerüst
VHG der Vorwalzgruppe notwendig und die Fertigwalzung in der Kompaktwalzgruppe entspricht
der in Fig. 4 erläuterten Folge mit zwei Wahlkalibern im Stauchzwischengerüst.
[0023] Da das beim Walzstichplan nach Fig. 6 verwendete Vorprofil mit pfropfenartigem Querschnitt
stranggußtechnisch schwierig herzustellen ist, kann, wie Fig. 7 zeigt, auch ein Vorprofil
mit leichter zu gießendem trapezförmigem Querschnitt vewendet werden. Ein solcher
Anstichquerschnitt wird in der Vorwalzgruppe, anders als beim Walzstichplan nach Fig.
6 dem Vertikal-Duogerüst VVG gem. Fig. 2 zugeführt und in den anschließenden Stichen
entsprechend denen nach Fig. 6 geformt und fertiggewalzt.
Bezugszeichenliste
[0024]
- VP
- Vorprofil
- STG
- Stranggießeinrichtung
- PO
- Pufferofen
- EE
- Entzunderungseinrichtung
- R1
- Rollgang
- VUG
- Universalgerüst (der Vorwalzgruppe)
- VHG
- Horizontal-Duogerüst (der Vorwalzgruppe)
- QE
- Querfördereinrichtung
- EUG
- Universalgerüst (eingangsseitig)
- AUG
- Universalgerüst (ausgangsseitig)
- SZG
- Stauchzwischengerüst
- KB
- Kammerbucht
- HW
- Horizontalwalze
- VW
- Vertikalwalze
- W..
- (Wahlkaliber)
1. Verfahren zum Walzen von Fertigprofilen aus einem Vorprofil mittels einer, im Reversierbetrieb
arbeitenden Walzgerüstanordnung, die eine Kompaktwalzgruppe, bestehend aus einem eingangsseitigen
ersten Universalgerüst, einem ausgangsseitigen zweiten Universalgerüst und einem,
zwischen diesen Universalgerüsten angeordneten Stauch-Zwischengerüst bildet, wobei
der Kompaktwalzgruppe, querversetzt, parallel zu deren Walzlinie eine, aus zwei oder
mehr Walzgerüsten bestehende Vorwalzgruppe mit freiem Walzgutauslauf und eine, zwischen
beiden Walzlinien angeordnete Querverschiebeeinrichtung vorgeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei Ausstattung mindestens eines Walzgerüstes der Vorwalzgruppe und/oder eines
Walzgerüstes der Kompaktwalzgruppe mit mehreren durch Querverschiebung der Walzen
oder der Walzgerüste oder des herangeführten Walzgutes in und außer Walzstellung bringbaren
Wahlkalibern, die Formung des rechteckigen oder vorgeformten Vorprofils in den Walzgerüsten
der Vorwalzgruppe, reversierend in einer Reihe von Formgebungs- und Formreduzierwalzstichen
unter Einsatz der Wahlkaliber, und anschließend in der Kompaktwalzgruppe, ebenfalls
reversierend, in mehreren Formgebungs- und Formreduzierstichen im eingangsseitigen
Universalgerüst und im Stauchzwischengerüst, wieder unter Einsatz der Wahlkaliber,
anschließend im ausgangsseitigen Universalgerüst zu dem Fertigprofil fertiggewalzt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Vorprofil (VP) in der Vorwalzgruppe stehend gewalzt wird.
3. Verfahren zur Erzeugung von Schienen nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei Ausstattung der Vorwalzgruppe mit einem Universalgerüst (VUG) und einem, zwei
Wahlkaliber (WH1; WH2) aufweisenden Horizontalgerüst (VHG) und des Stauchzwischengerüstes
(SZG) der Kompaktwalzgruppe ebenfalls mit zwei Wahlkalibern (WE1, WE2), die Formung
eines rechteckigen Vorprofils (VP) zu einem Schienenprofil durch fünf oder mehr Stiche
und Reversierstiche zwischen dem Universalgerüst (VUG) und dem Horizontalgerüst (VHG)
der Vorwalzgruppe eingeleitet wird, wobei profilierte Horizontalwalzen (HW) des Universalgerüstes
(VUG) in das Profil zwei, einander gegenüberliegende, versetzt zur Profillängsmitte
verlaufende Kammerbuchten (KB) bilden, und daß jeweils anschließend durch das eine
oder das andere Wahlkaliber (WH1; WH2) des Horizontalgerüstes (VHG) der Vorwalzgruppe
seitlich der Kammerbuchten (KB) die Kopf- und Flanschansätze des entstehenden Schienenprofils
vorgeformt und formreduziert und das entstehende Schienenprofil reversierend nach
drei oder mehr Stichen im eingangsseitigen Universalgerüst (EUG) der Kompaktwalzgruppe
und den beiden Wahlkalibern (WE1; WE2) des Stauchzwischengerüstes (SZG) in einem weiteren
Stich durch das ausgangsseitige Universalgerüst (AUG) zum Schienenprofil fertiggewalzt
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei Verwendung eines dog-bone-geformten Vorprofils (VP) anstelle eines rechteckigen
Vorprofils, die mittigen Ausbuchtungen des Vorprofils (VP) durch die Profilwalzen
(HW) des Universalgerüstes (VUG) der Vorwalzgruppe zu den Kammerbuchten (KB) gebildet
werden.
5. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei Verwendung eines schienenprofilähnlichen Vorprofils (VP) anstelle eines rechteckigen
Vorprofils und eines Vertikalwalzgerüstes (VVG), anstelle des Universalgerüstes in
der Vorwalzgruppe das Vorprofil (VG) beidendig stauchend beaufschlagt wird und das
Stauchzwischengerüst (SZG) der Kompaktwalzgruppe drei Wahlkaliber (WE1, WE2, WE3)
aufweist, wobei das Vorprofil (VP) so bemessen ist, daß seine Flanschansätze dem 1,2-
bis 4-Fachen der Kopfbreite und der andere Flansch dem 1,2- bis 3-Fachen der Fußbreite
des fertigen Schienenprofils entsprechen.
6. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei Verwendung eines Vorprofils (VP) mit pfropfenartigem Querschnitt anstelle
eines rechteckigen Vorprofils und Verwendung nur eines Duo-Horizontalgerüstes (VHG)
als Vorgerüst, das Vorprofil in Vorwalzgruppe reversierend in drei Stichen aufeinanderfolgend
vorgeformt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei Verwendung eines Vorprofils (VP) mit trapezförmigem Querschnitt anstelle eines
rechteckigen Vorprofils und Verwendung eines Duo-Vertikalgerüstes (VVG) als Vorgerüst
das Vorprofil in der Vorwalzgruppe reversierend in drei Stichen aufeinanderfolgend
vorgeformt wird.