[0001] Die Erfindung betrifft ein Setzwerkzeug für selbstschneidende Hinterschnittanker
gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Für Befestigungen, die hohen Zugbelastungen ausgesetzt sind, und insbesondere für
sicherheitsrelevante Befestigungen kommen vielfach formschlüssige Verankerungen zum
Einsatz. Durch den Formschluss werden Spreizkräfte bei Belastung weitgehend vermieden.
Dadurch können geringere Achs- und Randabstände als bei konventionellen Spreizankern
eingehalten werden. Bei formschlüssigen Verankerungen kommen Hinterschnittanker zum
Einsatz, die eine Ankerstange mit einem sich in Setzrichtung erweiternden Konus und
eine über die Ankerstange geschobene, axial verschiebbare Hülse aufweisen. An ihrem
dem Konus zugewandten Ende ist die Hülse mit einer Anzahl von Segmenten versehen,
die beim Aufschieben der Hülse auf den Konus radial in eine Hinterschneidung der Aufnahmebohrung
ausstellbar sind, wobei der Formschluss erstellt wird.
[0003] Für die Mehrzahl der bekannten Hinterschnittanker muss die Hinterschneidung vor dem
Setzen des Ankers erstellt werden. Dies erfolgt entweder mit einem komplizierten Bohrwerkzeug,
mit dem in einem Bohrvorgang die zylindrische Aufnahmebohrung und die Hinterschneidung
hergestellt wird. Solche Bohrwerkzeuge sind jedoch für harte Untergründe wenig geeignet.
Daher wird üblicherweise zunächst eine zylindrische Aufnahmebohrung hergestellt und
danach in einem separaten Arbeitsschritt mit einem speziellen Hinterschnittwerkzeug
in der gewünschten Tiefe die Hinterschneidung vorbereitet. Erst danach kann der Hinterschnittanker
in die Aufnahmebohrung eingesetzt und verankert werden. Dieser Vorgang zur Erstellung
von formschlüssigen Verankerungen ist relativ zeitaufwendig und erfordert Spezialwerkzeuge,
wie beispielsweise Bundbohrer zur Herstellung einer Aufnahmebohrung mit definierter
Tiefe, ein spezielles Hinterschnittgerät und vielfach noch zusätzliches Gerät zum
Setzen des Hinterschnittankers.
[0004] Zur Erleichterung des Erstellens von formschlüssigen Verankerungen sind auch Hinterschnittanker
vorgeschlagen worden, die erst während des Setzvorgangs den Hinterschnitt erzeugen.
Ein derartiger selbstschneidender Hinterschnittanker ist beispielsweise in der US-A-4,702,654
beschrieben. Bei diesem bekannten Hinterschnittanker sind die radial ausstellbaren
Segmente als Schneidlappen ausgebildet und weisen an ihren freien Vorderenden Schneiden
auf. Zum Erstellen der formschlüssigen Verankerung wird der Hinterschnittanker in
eine zylindrische Aufnahmebohrung eingesetzt. Die Hülse wird während des Setzvorgangs
rotierend auf den Konus aufgeschoben, der sich dabei am Grund der Aufnahmebohrung
abstützt. Bei der Rotation der Hülse fräsen die Schneiden an den durch den axialen
Vorschub radial ausgestellten Schneidlappen in die Wandung der zylindrischen Aufnahmebohrung
eine Hinterschneidung, deren Tiefe mit zunehmendem Ausstellgrad der Schneidlappen
grösser wird. Nach Beendigung des Setzvorgangs ist der Hinterschnittanker formschlüssig
verankert.
[0005] Zum Setzen des Hinterschnittankers kommt ein Setzwerkzeug zum Einsatz, welches ein
hülsenförmiges Vortriebsteil aufweist, das über das rückwärtige freie Ende der Ankerstange
in die Aufnahmebohrung eingeschoben wird und mit Drehmitnehmern ausgestattet ist,
die in korrespondierend ausgebildete Nuten am rückwärtigen Ende der Hülse eingreifen.
Am gegenüberliegenden Ende ist an dem Vortriebsteil ein zylindrischer Schaft angeformt,
der als Einsteckende für die Werkzeugaufnahme eines Dreh-Schlag-Bohrgerätes ausgebildet
ist. Das hülsenförmige Vortriebsteil wird vom Bohrgerät in axiale Rotation versetzt
und überträgt die Drehbewegung auf die Hülse. Der axiale Vortrieb der Hülse erfolgt
durch die vom Bohrgerät auf das Vortriebsteil abgegebenen axialen Schläge. Der Einsatz
dieses bekannten Setzgerätes setzt voraus, dass sich der Konus der Ankerstange am
Grund der Aufnahmebohrung abstützt. Aus diesem Grund muss bei der Erstellung der Aufnahmebohrung
deren Tiefe genau kontrolliert werden. Dafür sind spezielle Bohrwerkzeuge mit Tiefenanschlag,
beispielsweise Bundbohrer, erforderlich. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass
sich der Konus der Ankerstange beim Setzvorgang in den Grund der Aufnahmebohrung graben
kann. Dies kann dazu führen, dass die Hinterschneidung zu tief in der Aufnahmebohrung
erstellt wird und dass der Hinterschnittanker unerwünscht tief in den Untergrund gesetzt
wird.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, diesen Nachteilen der Setzgeräte
des Stands der Technik abzuhelfen. Es soll ein Setzgerät für selbstschneidende Hinterschnittanker
geschaffen werden, mit dem die Hinterschnittanker unabhängig von der Tiefe der Aufnahmebohrung
in der gewünschten Tiefe formschlüssig verankerbar sind. Auf Bundbohrer und dergleichen
Bohrwerkzeuge mit Tiefenanschlag soll verzichtet werden können. Insbesondere sollen
mit dem Setzgerät selbstschneidende Hinterschnittanker setzbar sein, bei denen es
nicht erforderlich ist, dass sie sich am Grund der Aufnahmebohrung abstützen. Das
Setzgerät soll einfach im Aufbau und in der Anwendung sein und in die Werkzeugaufnahmen
von bekannten Dreh-Schlag-Bohrgeräten einsetzbar sein.
[0007] Die Lösung dieser Aufgaben besteht in einem Setzgerät für selbstschneidende Hinterschnittanker,
das die im kennzeichnenden Abschnitt des Patentanspruchs 1 angeführten Merkmale aufweist.
Das erfindungsgemässe Setzwerkzeug für selbstschneidende Hinterschnittanker, die eine
Ankerstange mit einem sich in Setzrichtung erweiternden Konus und eine über die Ankerstange
geschobene, rotierbare Hülse mit Schneidlappen umfassen, welche durch Aufschieben
der Hülse auf den Konus radial ausstellbar sind und bei der Rotation eine Hinterschneidung
in die Wandung einer zylindrischen Aufnahmebohrung fräsen, umfasst ein rotierbares
Vortriebsteil für die Hülse des Hinterschnittankers und ein an das Vortriebsteil angeformtes
Einsteckende für eine Werkzeugaufnahme eines Dreh-Schlag-Bohrgerätes. Das Vortriebsteil
wirkt mit einem Abstützelement zusammen, das sich gegenüber dem Untergrund abstützt
und eine Aufnahme für das dem Konus gegenüberliegende rückwärtige Ende der Ankerstange
aufweist, in der die Ankerstange axial fixierbar ist. Das Vortriebsteil ist gegenüber
dem Abstützelement axial verschiebbar.
[0008] Mit dem erfindungsgemässen Setzgerät können selbstschneidende Hinterschnittanker
gesetzt werden, ohne dass sich die Ankerstange am Grund der Aufnahmebohrung abstützen
muss. Die Ankerstange wird in der Aufnahme des Abstützelements axial in der gewünschten
Position gehalten und am Hineinfallen in die Aufnahmebohrung gehindert. Das Abstützelement
stützt sich im Bereich der Mündung der Aufnahmebohrung am Untergrund oder an der Oberfläche
eines Anschlussbauteils ab. Das Vortriebsteil ist mit einem zylindrischen Schaft verbunden,
der als Einsteckende für die Werkzeugaufnahme von bekannten Dreh-Schlag-Bohrgeräten
ausgebildet ist, und ist gegenüber dem Abstützelement axial verschiebbar. Auf diese
Weise können die Axialschläge des Dreh-Schlag-Bohrgeräts und die Rotation der Werkzeugaufnahme
auf die Hülse übertragen werden und kann die Hülse drehend, schlagend auf den Konus
aufgetrieben werden. Die dabei radial ausgestellten Schneidlappen fräsen die Hinterschneidung
in die Wandung der zylindrischen Aufnahmebohrung. Dadurch, dass es nicht mehr erforderlich
ist, dass sich die Ankerstange am Grund der Aufnahmebohrung abstützt, kann sich diese
auch nicht mehr in den Grund graben, und die Hinterschneidung wird in der gewünschten
Tiefe erstellt.
[0009] Das Setzgerät ist sehr einfach aufgebaut und umfasst im wesentlichen nur das Vortriebsteil
und das Abstützelement mit Aufnahme für die Ankerstange. Die Bedienung des Setzgerätes
erfordert keine speziellen Kenntnisse und Vorkehrungen. Die Ankerstange mit aufgeschobener
Hülse muss nur in die Aufnahme eingesetzt und dort axial fixiert werden. Danach kann
der an das Setzgerät angedockte Hinterschnittanker in die Aufnahmebohrung eingeführt
werden. Mit einem Dreh-Schlag-Bohrgerät, in dessen Werkzeugaufnahme das Einsteckende
des Setzgerätes eingesteckt ist, wird das Vortriebsteil in Drehung versetzt und werden
axiale Schläge auf das Vortriebsteil abgegeben. Dadurch wird die Hülse auf den Konus
aufgetrieben, wobei die rotierenden Schneidlappen radial ausgestellt werden und dabei
die Hinterschneidung fräsen. Nach Beendigung des Setzvorgangs muss nur das Dreh-Schlag-Bohrgerät
vom Setzgerät abgenommen und das Abstützelement von der Ankerstange des gesetzten
Hinterschnittankers gelöst werden. Danach ist das Setzgerät bereit für das Setzen
eines weiteren selbstschneidenden Hinterschnittankers.
[0010] Der maximale axiale Verschiebeweg des Vortriebsteils gegenüber dem Abstützelement
entspricht dem gewünschten Verschiebeweg der Hülse entlang der Ankerstange. Bei dieser
vorteilhaften Ausführungsvariante der Erfindung besitzt der Anwender eine unmittelbare
Setzkontrolle. Erst wenn das Vortriebsteil um den vollen Verschiebeweg axial gegenüber
dem Abstützelement vorgeschoben ist, ist der Setzvorgang abgeschlossen und es ist
gewährleistet, dass die Schneidlappen die Hinterschneidung mit der gewünschten Hinterschnittiefe
erstellt haben. Ausserdem ist durch dieses Merkmal auch sichergestellt, dass der Vortrieb
der Hülse begrenzt ist und die Hülse nicht zu weit auf den Konus aufgeschoben wird.
Auf diese Weise können Überbeanspruchungen der Schneidlappen vermieden werden.
[0011] Für die Zentrierung der zu erstellenden Hinterschneidung ist es von Vorteil, wenn
das Vortriebsteil und das Abstützelement derart zueinander ausgerichtet sind, dass
die Aufnahme für die Ankerstange in axialer Verlängerung des Einsteckendes angeordnet
ist.
[0012] Eine besonders einfache Ausführungsvariante der Aufnahme für die Ankerstange sieht
vor, dass sie eine mit einem Innengewinde versehene Bohrung aufweist, in die das mit
einem Aussengewinde versehene rückwärtige Ende der Ankerstange einschraubbar ist.
[0013] Für die Verwendung des Setzgeräts mit Hinterschnittankern mit Ankerstangen mit unterschiedlichen
Durchmessern ist es von Vorteil, wenn die Aufnahme für die Ankerstange als Austauschteil
ausgebildet ist. Auf diese Weise können Aufnahmen mit unterschiedlichen Bohrungsdurchmessern
mit dem Abstützelement verbunden werden. Für den Fall, dass ein Hinterschnittanker
gesetzt werden soll, dessen Ankerstange eine Bohrung mit Innengewinde aufweist, kann
eine Aufnahme mit einem korrespondierend ausgebildeten Zapfen vorgesehen werden. Die
Ausbildung der Aufnahme als Austauschteil erhöht die Flexibilität des Setzgeräts.
[0014] In einer vorteilhaften Variante der Erfindung ist die Ankerstange im Klemmsitz in
der Aufnahme gehalten. Die Klemmung der Ankerstange kann beispielsweise über einen
vertikal zur Ankerstange verlaufenden Klemmbolzen erfolgen, der um seine Achse drehbar
ist und einen abgeflachten Bereich aufweist, der im Randbereich der Aufnahme angeordnet
ist und im eingeschwenkten Zustand, in dem der abgeflachte Bereich dem Zentrum der
Aufnahme zugekehrt ist, die Aufnahme freigibt bzw. im gedrehten Zustand, an dem die
gegenüberliegende Umfangskontur des Klemmbolzens in die Aufnahme ragt, die Ankerstange
durch Klemmung fixiert.
[0015] Zur Übertragung der Drehbewegung an die Hülse kann das Vortriebsteil mit Drehmitnehmern
ausgestattet sein, welche in korrespondierend ausgebildete Nuten und/oder Vorsprünge
am rückwärtigen Stirnende der Hülse eingreifen. In einer alternativen Variante des
Setzwerkzeugs sind das Vortriebsteil und das Abstützelement drehfest miteinander gekoppelt.
Diese Variante bietet sich insbesondere für selbstschneidende Hinterschnittanker an,
bei denen die Ankerstange und die Hülse miteinander drehfest gekoppelt sind. Die Drehkopplung
der Ankerstange und der Hülse des Hinterschnittankers sowie des Vortriebsteils und
des Abstützelements des Setzgeräts macht Drehmitnehmer am Vortriebsteil für die Hülse
entbehrlich. Das rotierende Vortriebsteil nimmt das Abstützelement mit. Die in der
Aufnahme des Abstützelements drehfest in Schwebe über dem Grund der Aufnahmebohrung
gehaltene Ankerstange rotiert mit und überträgt die Drehbewegung an die Hülse.
[0016] im folgenden wird die Erfindung unter Bezugnahme auf in den Figuren dargestellte
Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Setzgeräts im Axialschnitt vor
dem Setzen eines selbstschneidenden Hinterschnittankers;
- Fig. 2
- das Setzgerät aus Fig. 1 mit gesetztem Hinterschnittanker;
- Fig. 3
- eine auseinandergezogene perspektivische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels
des Setzgeräts; und
- Fig. 4
- ein weiteres Ausführungsbeispiel des Setzgeräts in teilweisem Axialschnitt.
[0017] Fig. 1 und 2 zeigen schematisch ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Setzgeräts
in Verbindung mit einem zu verankernden Hinterschnittanker. Dabei stellt Fig. 1 den
Zustand vor der Verankerung und Fig. 2 den Zustand am Ende des Setzvorgangs dar. Das
erfindungsgemässe Setzgerät ist jeweils gesamthaft mit dem Bezugszeichen 1 versehen.
Es umfasst ein Vortriebsteil 2, an das ein Schaft 3 angeformt ist, der als Einsteckende
für die Werkzeugaufnahme eines nicht näher dargestellten Dreh-Schlag-Bohrgeräts ausgebildet
ist, beispielsweise eines Hammer-Bohrgeräts der Anmelderin. Weiters umfasst das Setzgerät
1 ein Abstützelement 4, das sich an der Oberfläche eines Bauteils C gegenüber dem
Untergrund G abstützt. Ein in einer zylindrischen Aufnahmebohrung B zu verankernder
Hinterschnittanker ist gesamthaft mit 6 bezeichnet und in die Aufnahmebohrung B eingesetzt
dargestellt. Der dargestellte Hinterschnittanker 6 ist selbstschneidend und erzeugt
sich während des Setzvorgangs eine Hinterschneidung U in der Wandung der zylindrischen
Aufnahmebohrung B. Der selbstschneidende Hinterschnittanker 6 umfasst eine Ankerstange
7, die an ihrem in Setzrichtung vorderen Ende mit einem sich zum Grund der Aufnahmebohrung
B erweiternden Konus 8 versehen ist. Eine Hülse 9 ist über die Ankerstange 7 geschoben
und in Richtung der Achse A des Hinterschnittankers verschiebbar. Die Hülse 9 weist
an ihrem dem Konus zugewandten Vorderende Schneidlappen 91 mit Schneiden auf, die
beim Aufschieben der Hülse 9 auf den Konus 8 radial ausstellbar sind. Die Schneiden
können beispielsweise Hartmetalleinsätze oder -stifte sein, oder es können gehärtete
Vorsprünge, wie Schweisspunkte oder aufgeschweisste und gehärtete Metallstücke, an
den freien Enden der Schneidlappen 91 vorgesehen sein. Die Hülse 9 kann einteilig
ausgebildet sein, sie kann auch, wie dargestellt aus zwei Hülsenabschnitten bestehen.
[0018] Dabei stellt der vordere Hülsenabschnitt die Schneidhülse 93 mit den Schneidlappen
dar, während der daran anschliessende rückwärtige Hülsenabschnitt 92 als Schubhülse
ausgebildet ist, deren Länge gemäss der Länge der Ankerstange 7 variieren kann.
[0019] Wie in Fig. 1 und 2 dargestellt, ist die Ankerstange 7 in einer Aufnahme 5 im Abstützelement
4 axial fixiert. Insbesondere ist die axiale Dimensionierung des beispielsweise dargestellten
Setzgeräts 1 derart gewählt, dass die Ankerstange 7 über dem Grund der Aufnahmebohrung
in Schwebe gehalten ist. Das Vortriebsteil 2 ist gegenüber dem Abstützelement 4 axial
verschiebbar. Vorzugsweise entspricht dabei der maximale axiale Verschiebeweg des
Vortriebsteils 2 dem gewünschten Verschiebeweg der Hülse 9 entlang der Ankerstange
7. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind das Vortriebsteil 2 und das Abstützelement
4 drehgekoppelt. Dazu ragen axiale Vorsprünge 21 am Vortriebsteil 2 durch Öffnungen
41 im hülsenartigen Abstützelement 4. Bei der Rotation des Vortriebsteils 2 wird das
Abstützelement 4 mitgedreht. Die Ankerstange 7 ist in der Aufnahme 5 im Abstützelement
4 axial fixiert und auch drehfest mit dem Abstützelement 4 gekoppelt. Dadurch macht
die Ankerstange 7 die Drehung des Abstützelements 4 mit und rotiert um die Achse A.
Am Konus 8 sind radial verlaufende, rippenartige Drehmitnehmer 81 vorgesehen, die
in die Zwischenräume zwischen den Schneidlappen 91 eingreifen und die Drehbewegung
auf die Hülse 9, bzw. wenigstens auf die Schneidhülse 93 übertragen.
[0020] Während der Rotation werden vom Schlagwerk des Dreh-Schlag-Bohrgeräts axiale Schläge
auf das Vortriebsteil 2 abgegeben. Das Vortriebsteil wirkt wie ein Zwischendöpper
und überträgt die axialen Schläge über die am rückwärtigen Ende der Hülse 9 bzw. der
Schubhülse 92 anliegenden axialen Vorsprünge 21 auf die Schneidhülse 93. Durch die
axialen Schläge wird das Vortriebsteil 2 in Setzrichtung verschoben und wird die Hülse
9 bzw. die Schneidhülse 93 gegenüber der axial in Schwebe über dem Grund der Aufnahmebohrung
B fixierten Ankerstange 7 auf den Konus 8 aufgeschoben. Dabei werden die Schneidlappen
91 radial ausgestellt. Durch die gleichzeitige Rotation fräsen die Schneiden an den
Schneidlappen 91 eine Hinterschneidung U in die Wandung der zylindrischen Aufnahmebohrung
B. Der Setzvorgang ist beendet, wenn das Vortriebsteil 2 um den vollen Verschiebeweg
gegenüber dem Abstützelement 4 verschoben ist. Dies bietet dem Anwender eine Setzkontrolle,
ob die Schneidlappen 91 im gewünschten Ausmass ausgestellt worden sind und die Hinterschneidung
U die gewünschte Hinterschnittiefe aufweist. Am Ende des Setzvorgangs ist der Hinterschnittanker
6 formschlüssig in der Aufnahmebohrung B verankert. Das Setzgerät 1 wird von der Ankerstange
gelöst und ist bereit zum Setzen eines weiteren selbstschneidenden Hinterschnittankers.
[0021] Fig. 3 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Setzgeräts, das
gesamthaft mit dem Bezugszeichen 11 versehen ist. Es umfasst ein Vortriebsteil 12
an das ein Einsteckende 13 angeformt ist. Das Vortriebsteil weist einen hülsenartigen,
zylindrischen Abschnitt 121 auf, der mit zwei diametral gegenüberliegenden Axialschlitzen
122 versehen ist, die in der vorderen Stirnseite des Abschnitts 121 münden. Die Axialschlitze
122 dienen der Aufnahme eines Abstützelements 14, das die Gestalt eines flachen, U-förmigen
Bügels aufweist. Die Länge der Axialschlitze 122 legt den maximalen Verschiebeweg
des Vorschubteils 12 fest. Der Aussendurchmesser des zylindrischen Abschnitts 121
entspricht dem Aussendurchmesser der Hülse 9 des zu setzenden Hinterschnittankers
6. Das Abstützelement 14 ist mit einer Aufnahme 15 für die Ankerstange 7 des selbstschneidenden
Hinterschnittankers 6 versehen, die als Einschnitt im quer zur Längserstreckung des
Setzgeräts 11 verlaufenden Abschnitt des Abstützelements 14 ausgebildet ist und ein
Innengewinde für die mit einem Aussengewinde versehene Ankerstange 7 besitzt. Eine
Anschlagfläche 16 am Grund des Einschnitts stützt das rückwärtige Ende der Ankerstange
ab. Am rückwärtigen Ende der Hülse 9 des Hinterschnittankers sind Nuten 94 vorgesehen,
die zur Aufnahme von Vorsprüngen 123 dienen, die vom vorderen Stirnende des zylindrischen
Abschnittes 121 abragen. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel wird die Drehbewegung
des Vortriebsteils 12 direkt auf die Hülse 9 übertragen, indem die Vorsprünge 123
am zylindrischen Abschnitt 121 in die Nuten 94 der Hülse 9 eingreifen. Das Abstützelement
14 hat in diesem Fall nur die Funktion, die Ankerstange 7 axial zu fixieren. Die dargestellte
Vorrichtung ist somit auch für Hinterschnittanker geeignet, die am Konus keine Drehmitnehmer
für die Hülse 9 aufweisen.
[0022] Fig. 4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Setzgeräts im
teilweisen Axialschnitt. Das gesamthaft mit dem Bezugszeichen 31 versehene Setzgerät
umfasst ein Abstützelement 34 und ein gegenüber diesem axial verschiebbares Vortriebsteil
32. Das Vortriebsteil 32 ist mit einem zylindrischen Schaft 33 verbunden, der als
Einsteckende für ein Dreh-Schlag-Bohrgerät ausgebildet ist. Das Vortriebsteil 32 und
das Abstützelement 34 sind drehgekoppelt. Dazu weist das Vortriebsteil 32 an seiner
dem Schaft 33 gegenüberliegenden Seite axial abragende Klauen 321 auf, die in Öffnungen
341 im Abstützelement 34 ragen. Die Aufnahme 35 für das rückwärtige Ende der Ankerstange
ist von einer axialen Bohrung im Abstützelement 34 gebildet. Ein Klemmbolzen 36 durchsetzt
die Bohrung 35 im Randbereich und ist drehbar im Abstützelement 34 gelagert. Der Klemmbolzen
36 ist mit einem Hebel 38 verbunden, der an der Aussenseite des Abstützelements 34
angeordnet ist. Der Umfang des Klemmbolzens 36 weist einen abgeflachten Bereich 37
auf, der in die Bohrung 35 einschwenkbar ist, wobei die Bohrung 35 freigegeben ist.
Durch Verschwenken des Klemmbolzens 36 wird der abgeflachte Bereich von der Bohrung
35 weggedreht und der Durchmesser der Bohrung verengt. Dadurch wird eine in die Bohrung
35 eingesetzte Ankerstange axial fixiert und drehfest mit dem Abstützelement 34 verbunden.
Indem die Ankerstange durch Klemmung fixiert wird, können auch Ankerstangen ohne Aussengewinde
in die Aufnahme 35 eingesetzt werden, um sie axial zu sichem und drehfest mit dem
Abstützelement 34 zu verbinden. Die Funktion dieses Ausführungsbeispiels des erfindungsgemässen
Setzwerkzeugs entspricht der Funktion des anhand der Fig. 1 und 2 geschilderten Ausführungsbeispiels.
[0023] Das erfindungsgemässe Setzgerät erlaubt es, selbstschneidende Hinterschnittanker
zuverlässig zu verankem, ohne dass dazu zuvor eine Aufnahmebohrung mit definierter
Tiefe erstellt werden muss. Dadurch ist der Anwender bezüglich der Setztiefe der formschlüssigen
Verankerung flexibel. Spezialwerkzeuge, wie Bundbohrer oder dergleichen, sind nicht
erforderlich. Die Ankerstange muss sich während des Setzens des Hinterschnittankers
nicht mehr am Grund der Aufnahmebohrung abstützen und kann sich somit nicht mehr in
den Grund eingraben. Das Setzgerät ist einfach im Aufbau und auch einfach in der Anwendung
und es ist in Verbindung mit bekannten Dreh-Schlag-Bohrgeräten, beispielsweise den
Hammerbohrgeräten der Anmelderin, mit denen auch die zylindrische Aufnahmebohrung
hergestellt wird, anwendbar.
1. Setzwerkzeug für selbstschneidende Hinterschnittanker, die eine Ankerstange (7) mit
einem sich in Setzrichtung erweiternden Konus (8) und eine über die Ankerstange (7)
geschobene, rotierbare Hülse (9) mit Schneidlappen (91) umfassen, welche durch Aufschieben
der Hülse (9) auf den Konus (8) radial ausstellbar sind und bei der Rotation eine
Hinterschneidung (U) in die Wandung einer zylindrischen Aufnahmebohrung (B) fräsen,
mit einem rotierbaren Vortriebsteil (2; 12; 32) für die Hülse (9) des Hinterschnittankers
(6) und einem an das Vortriebsteil (2; 12; 32) angeformten Einsteckende (3; 13; 33)
für eine Werkzeugaufnahme eines Dreh-Schlag-Bohrgerätes dadurch gekennzeichnet, dass das Vortriebsteil (2; 12; 32) mit einem Abstützelement (4; 14; 34) zusammenwirkt,
das sich gegenüber dem Untergrund (G) abstützt und eine Aufnahme (5; 15; 35) für das
dem Konus (8) gegenüberliegende rückwärtige Ende der Ankerstange (7) aufweist, in
der die Ankerstange (7) axial fixierbar ist, wobei das Vortriebsteil (2; 12; 32) gegenüber
dem Abstützelement (4; 14; 34) axial verschiebbar ist.
2. Setzwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der maximale axiale Verschiebeweg
des Vortriebsteils (2; 12; 32) gegenüber dem Abstützelement (4; 14; 34) dem gewünschten
Verschiebeweg der Hülse (9) entlang der Ankerstange (7) entspricht.
3. Setzwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Vortriebsteil
(2; 12; 32) und das Abstützelement (4; 14; 34) derart zueinander ausgerichtet sind,
dass die Aufnahme (5; 15; 35) für die Ankerstange (7) in axialer Verlängerung des
Einsteckendes (3; 13; 33) angeordnet ist.
4. Setzwerkzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (5; 15) für
die Ankerstange (7) eine mit einem Innengewinde versehene Bohrung aufweist, in die
das mit einem Aussengewinde versehene rückwärtige Ende der Ankerstange (7) einschraubbar
ist.
5. Setzwerkzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (5; 15) für
die Ankerstange wechselbar ist.
6. Setzwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass in der
Aufnahme (35) eine Klemmeinrichtung (36, 37, 38) vorgesehen ist, mit welcher die Ankerstange
(7) am Abstützelement (34) axial fixierbar und wieder lösbar ist.
7. Setzwerkzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das Vortriebsteil (12) mit Drehmitnehmern (123) ausgestattet ist, welche in korrespondierend
ausgebildete Nuten (94) und/oder Vorsprünge am rückwärtigen Stirnende der Hülse (9)
eingreifen.
8. Setzwerkzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das Vortriebsteil (2; 12; 32) und das Abstützelement (4; 14; 34) drehfest miteinander
gekoppelt sind, wobei vorzugsweise die in der Aufnahme (5; 35) des Abstützelements
(4; 34) gehaltene Ankerstange (7) und die Hülse (9) des Hinterschnittankers (6) drehfest
miteinander gekoppelt sind.