| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 818 326 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
02.12.1998 Patentblatt 1998/49 |
| (22) |
Anmeldetag: 12.07.1996 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)6: B42F 13/00 |
|
| (54) |
Schnellhefter aus Karton
Cardboard folder
Chemise classeur en carton
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT CH DE LI |
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
14.01.1998 Patentblatt 1998/03 |
| (73) |
Patentinhaber: Herlitz AG |
|
D-13507 Berlin (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Mutzeck, Hartmut
14057 Berlin (DE)
- Moeckel, Wolfgang
12049 Berlin (DE)
- Dattko, Jürgen
13595 Berlin (DE)
- Hartmann, Jörg
16761 Henningsdorf (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Rehmann, Klaus-Thorsten, Dipl.-Ing. et al |
|
GRAMM, LINS & PARTNER
Theodor-Heuss-Strasse 1 38122 Braunschweig 38122 Braunschweig (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Schnellhefter aus Karton mit einem Heftdeckel, einem
Heftrücken und mindestens einer aus einer Heftzunge und einer Heftlochung bestehenden
Hefteinrichtung zur Aufnahme gelochter Blätter.
[0002] Ein solcher Schnellhefter, der insbesondere für den Schulgebrauch gedacht ist, ist
beispielsweise aus der EP 0 552 675 B1 bekannt. Gegenüber Schnellheftern aus Kunststoff
haben solche aus Karton den Vorteil, daß sie keine Entsorgungsprobleme entstehen lassen.
Die Produktionsstraßen der Hersteller sind jedoch seit Jahren auf die Produktion von
Kunststoffheftern eingerichtet. Eine Umstellung der Produktion auf Karton ist wirtschaftlich
nur dann sinnvoll, wenn die vorhandenen Fertigungseinrichtungen weiter eingesetzt
werden können.
[0003] Um diese Forderung zu erfüllen, werden bei dem bekannten Schnellhefter der Heftdeckel
und der Heftrücken über einen biegsamen, aus Papier oder textilem Material aufgebauten
und aus natürlichen Fasern bestehenden Streifen klappbar so miteinander verbunden,
daß der Streifen einerseits als Scharnier dient und andererseits die durch den Heftrücken
geschossene Heftzunge der Hefteinrichtung abdeckt. Zur Verbindung des biegsamen Streifens
mit den Heftdeckeln wird ein Schmelzkleber verwendet, der streifenförmig auf die Deckel
aufgebracht wird, bevor der biegsame Streifen auf die Heftdeckel aufgelegt wird. Danach
wird der Schmelzkleber durch die in der Produktionsmaschine vorgesehene Schweißeinrichtung,
die ursprünglich zum Verschweißen von Kunststoffolie gedacht war, aufgeschmolzen und
die Verbindung so hergestellt.
[0004] Nachteilig an diesem Schnellhefter ist der hohe mit ihm verbundene Produktionsaufwand.
Durch die dreiteilige Ausgestaltung müssen der Maschine drei unterschiedliche Streifen
zugeführt werden. Da eine exakte Positionierung notwendig ist, müssen diese zugeführten
Streifen genau geführt werden, was eine aufwendige Einstellarbeit mit entsprechender
Rüstzeit erfordert. Darüberhinaus hat ein Scharnierstreifen aus Pappe, der die entsprechende
Flexibilität besitzt, nur selten eine so hohe Festigkeit, daß er über längere Zeit
dem strapaziösen Gebrauch, den ein Schnellhefter insbesondere im Schulgebrauch ausgesetzt
ist, standhält. Stärkerer Karton bietet nicht mehr die notwendige Flexibilität, so
daß dieser zu einer umständlichen Handhabung führt, mit der die Gefahr des Einreißens
beim häufigen Öffnen und Schließen verbunden ist. Aus diesem Grund werden folglich
biegsame Streifen aus einem textilem Material verwendet, das zwar die nötige Haltbarkeit
bietet, dafür aber nicht unmittelbar mit dem Altpapier entsorgt bzw. wieder aufgearbeitet
werden kann.
[0005] Von dieser Problemstellung ausgehend soll der gattungsgemäße Schnellhefter verbessert
werden.
[0006] Zur Problemlösung ist der Heftdeckel um einen durch einen Falz abgetrennten Streifen
breiter ausgebildet als der Heftrücken, die Heftzunge durchstößt die dem Heftrücken
zugewandte Seite des Streifens und der Heftrücken ist unmittelbar mit dem Heftdeckel
verklebt, wobei er die Heftzunge abdeckt und mit einem Rand an den Falz angrenzt.
[0007] Durch diese Ausgestaltung besteht der Schnellhefter - von der Heftzunge abgesehen
- ausschließlich aus Karton und bietet deshalb zunächst einmal sehr gute Recycling-Eigenschaften.
Darüberhinaus wird durch das bündige Angrenzen des Heftrückens an die Biegekante,
die durch den Falz im Heftdeckel gebildet wird, eine Verstärkung in diesem Bereich
bewirkt, so daß hier die doppelte Materiallage den Hefter und insbesondere seine Kanten
gegen Beschädigung im Gebrauch schützt. Dadurch, daß nur zwei Teile verwendet werden,
wird die Herstellung nicht nur vereinfacht, sondern auch aufgrund der Materialeinsparung
auch eine Kostenreduktion erzielt.
[0008] Vorzugsweise verläuft parallel zum Falz mindestens ein weiterer Falz, so daß der
Schnellhefter auch zur Ablage einer größeren Anzahl von gelochten Blättern geeignet
ist.
[0009] Die Verklebung erfolgt vorzugsweise über einen Dispersionsleim, der insbesondere
vorteilhaft vollflächig auf dem durch den Falz abgetrennten Streifen aufgetragen wird.
Zur Einsparung von Leim kann die Verklebung auch streifenförmig erfolgen.
[0010] Mit Hilfe einer Zeichnung soll ein Ausführungsbeispiel der Erfindung nachfolgend
näher erläutert werden. Es zeigt:
- Figur 1 -
- die Draufsicht auf einen Schnellhefter. Im oberen Teil der Figur ist dieser geschlossen
und im unteren geöffnet dargestellt,
- Figur 2 -
- den Schnitt entlang der Linie II-II nach Figur 1.
[0011] Der Schnellhefter besteht aus dem Heftdeckel 1 und dem Heftrücken 2. Bezogen auf
die Ansichtsseite, die beispielsweise ein Beschriftungsfeld enthält, ist der Heftdeckel
1 am linken Längsrand um einen durch einen Falz 4 abgetrennten Streifen 3 breiter
ausgebildet als der Heftrücken 2. Der Streifen 3 besitzt eine Breite B von beispielsweise
30 mm. In diesen Streifen 3 wird von der Ansichtsseite aus mindestens eine Heftzunge
6 eingeschossen. Diese befindet sich, wie Figur 1 zeigt, bezogen auf die Längsachse,
symmetrisch zur Mitte. Denkbar ist auch, daß zwei Heftzungen eingeschossen werden,
wenn beispielsweise gegenüber dem Hefter kleinere Blätter abgeheftet werden sollen.
Eine Heftlochung 7 fixiert die Heftzunge 6 bzw. von der Heftzunge 6 aufgenommene,
hier nicht dargestellte Blätter.
[0012] Auf die Rückseite des Heftrückens 2 wird zur Herstellung des Schulhefters ein Randstreifen
mit der Breite B mit einem Dispersionsleim benetzt. Der Heftrücken 2 wird mit dem
Streifen 3 des Heftdeckels 1 so verklebt, daß sein Rand 2a an den Falz 4 angrenzt
und so für die Biege- und Stoßkante, die durch den Falz 4 ausgebildet wird, eine Verstärkung
bildet.
[0013] Parallel zum Falz 4 können weitere Falze 5 vorgesehen sein, wodurch der Schnellhefter
auch geeignet ist, eine größere Anzahl gelochter Blätter aufnehmen zu können.
[0014] Wie der obere Teil der Figur 1 zeigt, schließen die Ränder von Heftdeckel 1 und Heftrücken
2 bei geschlossenem Schnellhefter bündig ab. Der Heftrücken 2 überdeckt die in den
Heftdeckel 1 eingeschossene Heftzunge 6, so daß der Schnellhefter auch ein ansprechendes
Aussehen von der Rückseite hat. Durch den bündigen Abschluß des Heftrückens an dem
Falz ist kaum ersichtlich, daß der Schnellhefter zweiteilig aufgebaut ist.
[0015] Es versteht sich von selbst, daß der Leim nicht zwingend auf dem Streifen aufgebracht
werden muß, sondern ebenso kann auch die Ansichtsseite des Streifens 3 vollflächig
mit einem Dispersionsleim benetzt werden. Zur Einsparung von Leim ist es auch denkbar,
den Leim streifenförmig aufzutragen, wobei der Streifen auch unterbrochen sein kann.
Wichtig ist nur, daß sich Heftrücken 2 und Heftdeckel 1 an ihren Stoßkanten nicht
voneinander lösen können. Der Leimauftrag ist entsprechend dicht an der Stoßkante
anzubringen.
Bezugszeichenliste
[0016]
- 1
- Heftdeckel
- 2
- Heftrücken
- 3
- Streifen
- 4
- Falz
- 5
- Falz
- 6
- Heftzunge
- 7
- Heftlochung
- B
- Breite
- 2a
- Rand
1. Schnellhefter aus Karton mit einem Heftdeckel (1), einem Heftrücken (2) und mindestens
einer aus einer Heftzunge (6) und einer Heftlochung (7) bestehenden Hefteinrichtung
zur Aufnahme gelochter Blätter, dadurch gekennzeichnet, daß der Heftdeckel (1) um einen durch einen Falz (4) abgetrennten Streifen (3) breiter
ausgebildet ist als der Heftrücken (2), die Heftzunge (6) die dem Heftrücken (2) zugewandte
Seite des Streifens (3) durchstößt und der Heftrücken (2) unmittelbar mit dem Heftdeckel
(1) verklebt ist, wobei er die Heftzunge (6) abdeckt und mit einem Rand (2a) an den
Falz (4) angrenzt.
2. Schnellhefter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß parallel zum Falz verlaufend mindestens ein weiterer Falz (5) vorgesehen ist.
3. Schnellhefter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verklebung über einen Dispersionleim erfolgt.
4. Schnellhefter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verklebung vollflächig über den Streifen (3) erfolgt.
5. Schnellhefter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verklebung streifenförmig erfolgt.
1. Rapid loose-leaf binder of board with a binder cover (1), a binder back (2) and at
least one binder device consisting of a binder tongue (6) and a binder perforation
(7) for holding perforated sheets, characterised in that the binder cover (1) is wider
by a strip (3), which is separated by a fold (4), than the binder back (2), the binder
tongue (6) passes through the side of the strip (3) which faces the binder back (2),
and the binder back (2) is glued directly to the binder cover (1), wherein it covers
the binder tongue (6) and adjoins the fold (4) with an edge (2a).
2. Rapid loose-leaf binder according to claim 1, characterised in that at least one further
fold (5) extends parallel to the fold.
3. Rapid loose-leaf binder according to claim 1, characterised in that a dispersion glue
is used for gluing.
4. Rapid loose-leaf binder according to claim 3, characterised in that the glue is applied
to the entire surface of the strip (3).
5. Rapid loose-leaf binder according to claim 3, characterised in that the glue is applied
in strips.
1. Chemise classeur en carton comprenant une couverture (1) de la chemise, un dos (2)
de la chemise et au moins un dispositif de brochage constitué d'une languette de brochage
(6) et d'une barrette perforée de brochage (7) pour recevoir des feuilles perforées,
caractérisée en ce que la couverture (1) de la chemise est réalisée plus large, d'une
bande (3) séparée par un pli (4), que le dos (2) de la chemise, en ce que la languette
de brochage (6) traverse le côté de la bande (3) tourné vers le dos (2) de la chemise
et en ce que le dos (2) de la chemise est collé directement à la couverture (1) de
la chemise, recouvre la languette de brochage (6) et jouxte par un bord (2a) le pli
(4).
2. Chemise classeur selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'il est prévu au moins
un autre pli (5) s'étendant parallèlement au pli.
3. Chemise classeur selon la revendication 1, caractérisée en ce que le collage a lieu
par une colle en dispersion.
4. Chemise classeur selon la revendication 3, caractérisée en ce que le collage a lieu
sur toute la surface de la bande (3).
5. Chemise classeur selon la revendication 3, caractérisée en ce que le collage a lieu
en forme de bande.
